Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische Entzündung des zentralen Nervensystems, bei der das eigene Immunsystem die Hüllen der Nervenfasern und die Nervenfasern selbst angreift. Weltweit leben nach der jüngsten Schätzung des Atlas of MS rund 3,1 Millionen Menschen mit der Krankheit; mehr als 40.000 bekannte Fälle betreffen Kinder und Jugendliche. Meist beginnt sie im jungen Erwachsenenalter, selten schon vor dem 18. Geburtstag – dann verläuft sie oft besonders entzündlich. MS ist 2026 nicht heilbar, aber so gut behandelbar wie nie: Moderne Medikamente können Schübe und neue Entzündungsherde bei vielen Menschen über Jahre weitgehend unterdrücken. Dieser Ratgeber erklärt die Krankheit vom Kindesalter bis ins hohe Erwachsenenalter – Ursachen und Vorbeugung, erste Anzeichen, Diagnose nach den McDonald-Kriterien 2024, alle krankheitsmodifizierenden Medikamente, Schwangerschaft, Beschwerden und Rehabilitation, Stammzelltherapie und Forschung.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel ist eine wissenschaftlich orientierte, allgemein verständliche Übersicht und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapieentscheidung. Gerade bei Multipler Sklerose (MS) hängt die optimale Behandlung von Alter, Verlaufsform, Krankheitsaktivität, MRT-Befunden, Begleiterkrankungen, Kinderwunsch, Infektionsrisiken, Impfstatus und vielen weiteren Faktoren ab. Bei Kindern und Jugendlichen sollte die Betreuung möglichst in einem Zentrum mit Erfahrung in pädiatrischer Neuroimmunologie erfolgen.

Der Artikel dient der medizinischen Information. Er ersetzt keine individuelle Diagnose oder Therapieentscheidung durch Neurologie, Neuropädiatrie oder ein spezialisiertes MS-Zentrum.

Auf einen Blick

Die wichtigsten Antworten vorweg

  • Mehr als Schübe

    MS ist eine chronische Entzündung des zentralen Nervensystems. Schon früh können Prozesse ablaufen, die langfristig zur Behinderungsprogression beitragen – auch wenn jemand zwischen den Schüben stabil erscheint.

  • Auch Kinder

    MS beginnt meist im jungen Erwachsenenalter, ein relevanter Anteil aber vor dem 18. Geburtstag. Pädiatrische MS ist meist hochentzündlich, Kinder erholen sich von Schüben aber häufig besser.

  • Kein Symptom beweist MS

    Sehstörung, Taubheit, Kribbeln, Schwäche, Gangunsicherheit oder Doppelbilder können erste Zeichen sein. Gerade bei Kindern müssen MOGAD, ADEM und NMOSD sorgfältig abgegrenzt werden.

  • Diagnose nach McDonald 2024

    Der Sehnerv zählt nun als fünfte typische Region. Central Vein Sign, Randsaum-Läsionen und Kappa-freie Leichtketten können die Sicherheit erhöhen – die Gefahr der Fehldiagnose bleibt.

  • Früh wirksam behandeln

    Medikamente können Schübe und neue MRT-Läsionen zum Teil sehr stark reduzieren. Frühe starke Entzündungskontrolle kann günstiger sein als langsame Eskalation – mit je eigenen Risiken.

  • Nicht heilbar, aber kontrollierbar

    MS ist 2026 nicht heilbar. Bei vielen Menschen lässt sich die Krankheitsaktivität über Jahre sehr weitgehend unterdrücken. Eine bewiesene Methode, MS zu verhindern, gibt es noch nicht.

Multiple Sklerose ist eine chronische entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei der fehlgeleitete Immunreaktionen, Schädigung von Myelin, Axonen und Nervenzellen sowie zunehmend auch chronische, im zentralen Nervensystem abgeschirmte Entzündungsprozesse zusammenwirken. Das klassische Bild einer Erkrankung, die ausschließlich in klar voneinander getrennten Schüben verläuft, ist deshalb zu einfach. Schon früh können Prozesse stattfinden, die langfristig zur Behinderungsprogression beitragen, auch wenn ein Patient zwischen den Schüben klinisch stabil erscheint.

MS kann in fast jedem Lebensalter beginnen. Der typische Beginn liegt im jungen Erwachsenenalter, doch ein relevanter Anteil beginnt vor dem 18. Geburtstag. Neuere internationale Daten gehen davon aus, dass weltweit mehr als 3 Millionen Menschen mit MS leben. Die 2026 publizierte Aktualisierung des Atlas of MS schätzt für 2024 rund 3,1 Millionen Betroffene und etwa 120.000 neue Diagnosen pro Jahr. Mehr als 40.000 bekannte Fälle betreffen Kinder und Jugendliche; die tatsächliche Zahl dürfte wegen großer Datenlücken in vielen Ländern höher sein.

Pädiatrische MS ist meist hochentzündlich. Kinder und Jugendliche haben im Durchschnitt mehr Schübe und mehr neue MRT-Läsionen als Erwachsene mit vergleichbarer Krankheitsdauer. Gleichzeitig erholen sie sich von einzelnen Schüben häufig besser und erreichen klassische körperliche Behinderungsmeilensteine nach einer längeren Krankheitsdauer. Weil die Krankheit jedoch viele Jahre früher beginnt, können diese Meilensteine trotzdem in einem jüngeren Lebensalter erreicht werden. Besonders wichtig sind zudem kognitive Entwicklung, schulische Leistungen, Fatigue, psychische Gesundheit und soziale Teilhabe.

Bei Kindern können die ersten Zeichen sehr unterschiedlich sein: Sehstörung oder Optikusneuritis, Taubheitsgefühl, Kribbeln, Schwäche, Gangunsicherheit, Koordinationsstörung, Doppelbilder, Schwindel, Hirnstammsymptome, Blasenstörung, ausgeprägte Fatigue und kognitive Veränderungen. Jüngere Kinder können polysymptomatisch oder ADEM-ähnlich erkranken. Kein einzelnes dieser Symptome beweist MS. Gerade im Kindesalter müssen MOG-Antikörper-assoziierte Erkrankung (MOGAD), ADEM, AQP4-positive Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankung (NMOSD), Infektionen, vaskuläre, metabolische, mitochondriale und genetische Erkrankungen sorgfältig abgegrenzt werden.

Die Diagnose hat sich 2025 mit der Veröffentlichung der 2024 revidierten McDonald-Kriterien erneut verändert. Der Optikusnerv kann nun als fünfte typische anatomische Region berücksichtigt werden. Zusätzlich können das Central Vein Sign, paramagnetische Randsaum-Läsionen und Kappa-freie Leichtketten im Liquor die diagnostische Sicherheit erhöhen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine MS heute früher diagnostiziert werden als mit den Kriterien von 2017. Das Ziel ist eine frühere, aber weiterhin spezifische Diagnose; die Gefahr der Fehldiagnose bleibt relevant.

Therapeutisch hat sich die MS grundlegend gewandelt. Die verfügbaren krankheitsmodifizierenden Therapien können Schübe und neue MRT-Läsionen zum Teil sehr stark reduzieren. Zu den etablierten Wirkstoffgruppen gehören Interferone, Glatirameracetat, Teriflunomid, Fumarate, S1P-Rezeptormodulatoren, Natalizumab, Anti-CD20-Antikörper, Cladribin und Alemtuzumab. In der Europäischen Union kam 2026 Tolebrutinib hinzu: Der hirngängige BTK-Hemmer ist für Erwachsene mit sekundär progredienter MS ohne Schübe in den vorangegangenen zwei Jahren zugelassen. Diese Zulassung ist bemerkenswert, weil nicht-schubförmige SPMS lange eine besonders große therapeutische Lücke darstellte.

Ein zentraler Trend ist die frühere Verwendung hochwirksamer Therapien. und Registeranalysen sprechen dafür, dass eine frühe starke Unterdrückung entzündlicher Krankheitsaktivität langfristig günstiger sein kann als eine langsame Eskalation nach wiederholtem Therapieversagen. Das gilt zunehmend auch für ausgewählte Kinder. Die Entscheidung ist trotzdem individuell, weil hohe Wirksamkeit mit spezifischen Risiken verbunden sein kann: schwere oder opportunistische Infektionen, Hypogammaglobulinämie, PML, sekundäre Autoimmunität, Lebertoxizität, Lymphopenie, kardiale Effekte oder Rebound nach abruptem Absetzen bestimmter Substanzen.

MS ist 2026 nicht heilbar. Eine vollständige und dauerhaft nachgewiesene Beseitigung der Krankheitsursache gibt es nicht. Bei vielen Menschen kann die Krankheitsaktivität aber über Jahre sehr weitgehend unterdrückt werden. Autologe hämatopoetische Stammzelltransplantation kann bei sorgfältig ausgewählten Menschen mit hochaktiver schubförmiger MS eine sehr lang anhaltende Krankheitskontrolle erreichen, ist jedoch keine einfache Stammzell-„Reparatur“ des Nervensystems und besitzt relevante kurz- und langfristige Risiken.

Primärprävention ist ein wichtiges neues Forschungsfeld. Eine bewiesene Methode, mit der gesunde Kinder oder Erwachsene MS sicher verhindern können, existiert nicht. Gut belegte oder plausible modifizierbare Risikofaktoren sind Rauchen und Passivrauch, Adipositas im Jugendalter, niedriger Vitamin-D-Status beziehungsweise geringe UV-Exposition und vor allem Epstein-Barr-Virus. Eine große prospektive US-Militärkohorte zeigte einen etwa 32-fachen Anstieg des MS-Risikos nach EBV-Serokonversion. Das bedeutet nicht, dass EBV-Infizierte gewöhnlich MS bekommen: EBV ist extrem verbreitet, MS dagegen selten. Die Entwicklung eines wirksamen EBV-Impfstoffs könnte langfristig eine der wichtigsten Präventionsstrategien werden, muss aber erst zeigen, dass sie tatsächlich MS verhindert.

Zum Ausprobieren

Direkt zur passenden Antwort

Zwei Werkzeuge, die den Ratgeber erschließen – ohne dass Sie alles lesen müssen. Alles darin stammt aus den Abschnitten selbst.

Was in welchem Alter wichtig ist

Lebensphase wählen – Sie lesen den Kern des passenden Abschnitts und kommen mit einem Klick zum ausführlichen Text.

Wo steht was?

Ein Stichwort genügt – gesucht wird in allen 440 Abschnittsüberschriften des Ratgebers.

    Zum Schluss

    Schlussfolgerung

    Multiple Sklerose ist keine einheitliche Erkrankung, die mit einem einzigen Medikament oder einer einzigen Präventionsmaßnahme erklärt werden kann. Im Kindesalter dominiert häufig eine sehr aktive fokale Entzündung bei zugleich großer neuronaler Reserve. Im jungen Erwachsenenalter besteht ein großes therapeutisches Zeitfenster, in dem wirksame Entzündungskontrolle langfristige Schäden verhindern kann. Mit zunehmendem Alter gewinnen PIRA, schwelende Läsionen, Mikrogliaaktivierung, Komorbiditäten und Immunoseneszenz an Bedeutung.

    Die Therapie hat sich von injizierbaren Plattformpräparaten zu hochwirksamen Antikörpern, oralen S1P-Modulatoren, Immunrekonstitution und zunehmend ZNS-orientierten Ansätzen entwickelt. Die nächste Generation muss nicht nur Schübe verhindern, sondern Progression stoppen und Gewebe reparieren.

    Für Kinder ist die zentrale Botschaft, weder zu bagatellisieren noch zu überdiagnostizieren. Häufige Beschwerden sind meist keine MS. Ein echtes fokales neurologisches Ereignis gehört jedoch ernst genommen. Nach bestätigter POMS sollte die Behandlung die jahrzehntelange Zukunft des Kindes berücksichtigen und nicht nur den nächsten Schub.

    Für Prävention ist EBV der stärkste wissenschaftliche Ansatzpunkt, aber der Interventionsbeweis steht noch aus. Rauchfreiheit, gesundes Gewicht, Bewegung und Vermeidung von Vitamin-D-Mangel sind sinnvoll, ohne als garantierter Schutz verkauft zu werden.

    Für Heilung gilt: Tiefe Remission ist heute möglich, echte kausale Heilung noch nicht. Der Weg dorthin führt wahrscheinlich über die Kombination von Immun-Toleranz, Kontrolle der ZNS-kompartimentierten Entzündung, Remyelinisierung und Neuroregeneration.

    So ist dieser Ratgeber aufgebaut

    Dieser Ratgeber ist in 43 Kapitel geteilt; die Abschnittsnummern laufen über alle Kapitel durch, ein Verweis auf „Abschnitt 12“ bleibt damit eindeutig. Der erste Teil erklärt die Krankheit: was im Nervensystem geschieht, wie häufig MS ist und woher sie kommt – mit Kennzahlen und einer Einordnung der Risikofaktoren nach Stärke der Belege. Es folgen die ersten Anzeichen bei Kindern und Erwachsenen mit einem klickbaren Körperschema, eine Lesehilfe Schub oder Pseudoschub, die Diagnose mit den fünf Regionen der McDonald-Kriterien 2024, ein Vergleich MS – MOGAD – NMOSD – ADEM und die Verlaufsformen mit einem Umschalter und einem Schema zu PIRA. Der Behandlungsteil beginnt mit einem filterbaren Überblick aller MS-Medikamente und einem Diagramm der Schubraten aus den direkten Vergleichsstudien, geht dann Wirkstoff für Wirkstoff vor und endet bei Sicherheit, Wechsel und Absetzen. Eigene Kapitel gelten Kindern und Jugendlichen, Impfungen, Schwangerschaft (mit einer Einordnung je Wirkstoff), den Beschwerden (mit einem Beschwerde-Wegweiser), Bewegung, Ernährung, Alltag und dem Älterwerden (mit einer Lebensspannen-Zeitleiste). Zum Schluss: Stammzelltherapie (mit einem Vergleich AHSCT – CAR-T – mesenchymale Stammzellen), Forschung und Heilung, die Versorgung weltweit, Mythen und Fakten, ein Glossar, eine Checkliste für das MS-Zentrum sowie die Methodik und alle Quellen.

    Der ganze Ratgeber

    Alle Kapitel im Überblick

    Die Nummern laufen über den ganzen Ratgeber durch: Abschnitt 1 steht im ersten Kapitel, Abschnitt 441 im letzten.

    1. 1. Was MS ist und was im Körper geschieht Abschnitt 1–8 · 8
    2. 2. Wie häufig MS ist – weltweit und bei Kindern Abschnitt 9–16 · 8
    3. 3. Ursachen und Risikofaktoren Abschnitt 17–26 · 10
    4. 4. Kann man MS verhindern? Abschnitt 27–35 · 9
    5. 5. Risikofaktoren im Einzelnen Abschnitt 36–45 · 10
    6. 6. MS bei Kindern: erste Anzeichen Abschnitt 46–56 · 11
    7. 7. Symptome bei Jugendlichen und Erwachsenen Abschnitt 57–63 · 7
    8. 8. Schub, Pseudoschub und kurze Attacken Abschnitt 64–70 · 7
    9. 9. Die Diagnose und die McDonald-Kriterien 2024 Abschnitt 71–79 · 9
    10. 10. MRT, Nervenwasser und Biomarker Abschnitt 80–90 · 11
    11. 11. Was sonst dahinterstecken kann: MOGAD, NMOSD, ADEM Abschnitt 91–99 · 9
    12. 12. Verlaufsformen, PIRA und Prognose Abschnitt 100–109 · 10
    13. 13. Grundsätze der Therapie Abschnitt 110–118 · 9
    14. 14. Behandlung eines akuten Schubs Abschnitt 119–122 · 4
    15. 15. Die Medikamente im Überblick Abschnitt 123–128 · 6
    16. 16. Interferone, Glatirameracetat, Teriflunomid und Fumarate Abschnitt 129–141 · 13
    17. 17. S1P-Modulatoren: Fingolimod, Ozanimod, Ponesimod, Siponimod Abschnitt 142–151 · 10
    18. 18. Natalizumab Abschnitt 152–157 · 6
    19. 19. Anti-CD20-Therapien Abschnitt 158–169 · 12
    20. 20. Cladribin, Alemtuzumab und ältere Mittel Abschnitt 170–182 · 13
    21. 21. Progressive MS und BTK-Hemmer Abschnitt 183–195 · 13
    22. 22. Studienvergleiche: Welche Therapie für wen? Abschnitt 196–207 · 12
    23. 23. Sicherheit und Kontrolluntersuchungen Abschnitt 208–220 · 13
    24. 24. Therapiewechsel, Therapieversagen und Absetzen Abschnitt 221–231 · 11
    25. 25. Behandlung bei Kindern und Jugendlichen Abschnitt 232–240 · 9
    26. 26. Leben mit Kinder-MS: Schule, Pubertät, Übergang Abschnitt 241–252 · 12
    27. 27. Impfungen und Infektionen Abschnitt 253–256 · 4
    28. 28. Schwangerschaft, Stillzeit und Familienplanung Abschnitt 257–263 · 7
    29. 29. Beschwerden behandeln: Fatigue, Schmerz, Psyche, Schlaf Abschnitt 264–275 · 12
    30. 30. Blase, Darm, Spastik und weitere Beschwerden Abschnitt 276–289 · 14
    31. 31. Bewegung und Rehabilitation Abschnitt 290–300 · 11
    32. 32. Ernährung, Nahrungsergänzung und Lebensstil Abschnitt 301–308 · 8
    33. 33. Alltag, Beruf, Angehörige und Versorgung Abschnitt 309–318 · 10
    34. 34. MS im Alter, Begleiterkrankungen und fortgeschrittene MS Abschnitt 319–327 · 9
    35. 35. Stammzelltransplantation und Zelltherapien Abschnitt 328–336 · 9
    36. 36. Reparatur, Neuroprotektion und neue Ansätze Abschnitt 337–350 · 14
    37. 37. Digitale Messung und künstliche Intelligenz Abschnitt 351–356 · 6
    38. 38. Kann MS geheilt werden? Abschnitt 357–367 · 11
    39. 39. MS weltweit: Versorgung und Ländervergleich Abschnitt 368–379 · 12
    40. 40. Länderprofile und regionale Forschung Abschnitt 380–389 · 10
    41. 41. Kernaussagen, Mythen und Glossar Abschnitt 390–402 · 13
    42. 42. Wie sicher ist das Wissen? Abschnitt 403–414 · 12
    43. 43. Wie dieser Ratgeber entstanden ist Abschnitt 415–441 · 27

    Kapitel 1 · Abschnitt 1–8

    Was MS ist und was im Körper geschieht

    Was bei MS im Nervensystem geschieht: Entzündung, Entmarkung, Nervenfaserschäden und die schwelenden Prozesse, die auch ohne Schub weiterlaufen können – dazu Immunologie, Energieversagen der Nervenfasern und warum das Alter die Krankheit…

    und 4 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 2 · Abschnitt 9–16

    Wie häufig MS ist – weltweit und bei Kindern

    Wie viele Menschen weltweit mit MS leben, wie häufig die Krankheit bei Kindern beginnt, warum Frauen häufiger betroffen sind und was Ländervergleiche, Migration und Datenlücken über die Zahlen aussagen.

    und 4 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 3 · Abschnitt 17–26

    Ursachen und Risikofaktoren

    MS entsteht aus einem Zusammenspiel von Veranlagung und Umwelt. Dieses Kapitel ordnet Epstein-Barr-Virus, Gene wie HLA-DRB1*15:01, Vitamin D und Sonnenlicht, Rauchen, Übergewicht, Mikrobiom und Hormone ein.

    und 6 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 4 · Abschnitt 27–35

    Kann man MS verhindern?

    Eine bewiesene Methode, MS zu verhindern, gibt es nicht. Was sich nach heutigem Wissen beeinflussen lässt, wie stark die Belege dafür sind und was eine EBV-Prävention im Kindesalter leisten könnte.

    und 5 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 5 · Abschnitt 36–45

    Risikofaktoren im Einzelnen

    Die einzelnen Risikofaktoren vertieft: Epstein-Barr-Virus als Präventionsziel, Rauchen und Vaping, Übergewicht in der Pubertät, Luftverschmutzung, Mikrobiom, Vitamin D sowie soziale und ökonomische Umwelt.

    und 6 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 6 · Abschnitt 46–56

    MS bei Kindern: erste Anzeichen

    MS beginnt selten vor dem 18. Geburtstag, aber sie kommt vor. Woran Eltern, Kinderärztinnen und Neurologen erste Zeichen erkennen, welche Warnzeichen rasch abgeklärt gehören – und was Eltern bei Verdacht nicht tun sollten.

    und 7 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 7 · Abschnitt 57–63

    Symptome bei Jugendlichen und Erwachsenen

    Welche Beschwerden MS bei Jugendlichen und Erwachsenen macht – geordnet nach dem Ort im Nervensystem: Sehnerv, Hirnstamm, Kleinhirn, Rückenmark. Dazu das Prodrom, also Beschwerden Jahre vor der Diagnose.

    und 3 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 8 · Abschnitt 64–70

    Schub, Pseudoschub und kurze Attacken

    Nicht jede Verschlechterung ist ein Schub. Wie sich echter Schub, Pseudoschub bei Fieber oder Hitze, das Uhthoff-Phänomen und sekundenkurze paroxysmale Symptome unterscheiden – und wann ärztliche Abklärung nötig ist.

    und 3 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 9 · Abschnitt 71–79

    Die Diagnose und die McDonald-Kriterien 2024

    Wie MS heute diagnostiziert wird: die 2024 revidierten McDonald-Kriterien mit dem Sehnerv als fünfter Region, CIS und RIS, der diagnostische Weg bei einem Kind und warum Fehldiagnosen trotz moderner Kriterien vorkommen.

    und 5 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 10 · Abschnitt 80–90

    MRT, Nervenwasser und Biomarker

    Was MRT, Nervenwasser (Liquor) und Blutwerte zur Diagnose und Verlaufskontrolle beitragen: oligoklonale Banden, Kappa-Leichtketten, Central Vein Sign, Randsaum-Läsionen, OCT, Neurofilament und GFAP.

    und 7 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 11 · Abschnitt 91–99

    Was sonst dahinterstecken kann: MOGAD, NMOSD, ADEM

    Nicht jede Entmarkung ist MS. Gerade bei Kindern müssen MOGAD, ADEM und NMOSD abgegrenzt werden, weil sie anders verlaufen und anders behandelt werden – dazu seltene und aggressive MS-Formen.

    und 5 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 12 · Abschnitt 100–109

    Verlaufsformen, PIRA und Prognose

    Schubförmig, sekundär oder primär progredient – und warum die moderne Einteilung darüber hinausgeht: PIRA, schwelende Läsionen, was NEDA misst und was nicht, und warum alte Prognosezahlen heute irreführen.

    und 6 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 13 · Abschnitt 110–118

    Grundsätze der Therapie

    Welche Ziele eine MS-Therapie heute verfolgt, warum frühe hochwirksame Behandlung zunehmend der Eskalation vorgezogen wird, wie man Wirksamkeit richtig liest und wie Entscheidungen gemeinsam getroffen werden.

    und 5 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 14 · Abschnitt 119–122

    Behandlung eines akuten Schubs

    Was bei einem akuten Schub geschieht: hochdosiertes Kortison, Plasmaaustausch und Immunadsorption, Nutzen und Risiken – und wie Rehabilitation nach einem Schub hilft.

    Zum Kapitel

    Kapitel 15 · Abschnitt 123–128

    Die Medikamente im Überblick

    Alle krankheitsmodifizierenden MS-Medikamente auf einen Blick: Wirkstoffgruppe, Art der Gabe, Zulassung in EU und USA, Kinder, Schwangerschaft und Kontrollen – ausdrücklich ohne Rangliste.

    und 2 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 16 · Abschnitt 129–141

    Interferone, Glatirameracetat, Teriflunomid und Fumarate

    Die lange bewährten Basistherapien: Interferon beta, Glatirameracetat, Teriflunomid, Dimethylfumarat und Diroximelfumarat – Wirkung, Studien, Zulassung bei Kindern, Nebenwirkungen und Kontrollen.

    und 9 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 17 · Abschnitt 142–151

    S1P-Modulatoren: Fingolimod, Ozanimod, Ponesimod, Siponimod

    Fingolimod, Ozanimod, Ponesimod und Siponimod: wie S1P-Modulatoren wirken, was die Studien zeigen, welche Kontrollen nötig sind und warum abruptes Absetzen einen Rebound auslösen kann.

    und 6 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 18 · Abschnitt 152–157

    Natalizumab

    Natalizumab, eine der ersten hochwirksamen MS-Therapien: Studien, PML-Risiko und JCV-Test, verlängerte Dosierintervalle, subkutane Gabe und das erste Biosimilar.

    und 2 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 19 · Abschnitt 158–169

    Anti-CD20-Therapien

    Ocrelizumab, Ofatumumab, Ublituximab und Rituximab: wie die B-Zell-Therapien wirken, was die großen Studien zeigen, was bei langer Anwendung zu beachten ist und was der direkte Vergleich Rituximab gegen Ocrelizumab ergab.

    und 8 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 20 · Abschnitt 170–182

    Cladribin, Alemtuzumab und ältere Mittel

    Therapien, die das Immunsystem in Kursen neu aufbauen – Cladribin und Alemtuzumab – sowie ältere Mittel wie Mitoxantron, Azathioprin und das zurückgezogene Daclizumab.

    und 9 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 21 · Abschnitt 183–195

    Progressive MS und BTK-Hemmer

    Warum fortschreitende MS schwerer zu behandeln ist und was sich 2026 ändert: Tolebrutinib als erster BTK-Hemmer für nicht-schubförmige SPMS, Fenebrutinib, Remibrutinib und die Rückschläge der Wirkstoffklasse.

    und 9 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 22 · Abschnitt 196–207

    Studienvergleiche: Welche Therapie für wen?

    Was direkte Studienvergleiche, Netzwerk- und Registerdaten wirklich aussagen, welche Therapie zu welchem Risikoprofil passen kann und welche Schlüsselstudien die heutige Behandlung prägen.

    und 8 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 23 · Abschnitt 208–220

    Sicherheit und Kontrolluntersuchungen

    Welche Untersuchungen vor und während einer MS-Therapie nötig sind, was PML ist, welche Langzeitrisiken erst nach Jahren sichtbar werden und was über Krebsrisiko bekannt ist.

    und 9 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 24 · Abschnitt 221–231

    Therapiewechsel, Therapieversagen und Absetzen

    Wann eine Therapie als unzureichend wirksam gilt, wie ein Wechsel sicher gelingt, was Washout und Rebound bedeuten, ob und wann man im höheren Alter absetzen kann – und warum Therapietreue selbst ein Wirkfaktor ist.

    und 7 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 25 · Abschnitt 232–240

    Behandlung bei Kindern und Jugendlichen

    Wie Kinder und Jugendliche mit MS behandelt werden: zugelassene Medikamente ab 10 oder 13 Jahren, die Kinderstudien, Schubtherapie, frühe hochwirksame Behandlung und warum Sicherheit bei Kindern über Jahrzehnte gedacht werden muss.

    und 5 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 26 · Abschnitt 241–252

    Leben mit Kinder-MS: Schule, Pubertät, Übergang

    Was nach der Diagnose im Kindes- oder Jugendalter wichtig wird: Schule und Konzentration, Gehirnentwicklung, Pubertät, Sport, Ernährung, psychische Gesundheit und der Übergang in die Erwachsenenneurologie.

    und 8 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 27 · Abschnitt 253–256

    Impfungen und Infektionen

    Impfungen lösen keine MS aus und sind bei MS wichtig – aber manche Therapien verändern, wann und welche Impfungen möglich sind. Dazu Infektionen als Risiko unter Immuntherapie und die Lehren aus COVID-19.

    Zum Kapitel

    Kapitel 28 · Abschnitt 257–263

    Schwangerschaft, Stillzeit und Familienplanung

    Schwangerschaft ist mit MS meist möglich. Wie Kinderwunsch und Therapie zusammen geplant werden, was für einzelne Medikamente in Schwangerschaft und Stillzeit gilt und was Männer und Frauen in den Wechseljahren wissen sollten.

    und 3 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 29 · Abschnitt 264–275

    Beschwerden behandeln: Fatigue, Schmerz, Psyche, Schlaf

    Wie sich die häufigen Beschwerden behandeln lassen: Fatigue, kognitive Probleme, Schmerz und Trigeminusneuralgie, Kopfschmerz und Migräne, Depression und Angst, Schlafstörungen.

    und 8 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 30 · Abschnitt 276–289

    Blase, Darm, Spastik und weitere Beschwerden

    Beschwerden, über die oft zu wenig gesprochen wird: Blase, Darm und Sexualität, Spastik, Zittern und Gangunsicherheit, Sprechen, Schlucken und Atmen, Kreislauf- und Gleichgewichtsstörungen.

    und 10 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 31 · Abschnitt 290–300

    Bewegung und Rehabilitation

    Bewegung und Rehabilitation sind eigene Therapiebausteine: wie viel Training sinnvoll ist, Reha nach Krankheitsstadium, kognitive Rehabilitation, digitale und virtuelle Angebote sowie Hirnstimulation.

    und 7 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 32 · Abschnitt 301–308

    Ernährung, Nahrungsergänzung und Lebensstil

    Keine Diät heilt MS. Was über Ernährung, populäre MS-Diäten, Nahrungsergänzung und „natürliche“ Therapien bekannt ist, warum der Rauchstopp nach der Diagnose zählt und was das Mikrobiom als Therapieziel taugt.

    und 4 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 33 · Abschnitt 309–318

    Alltag, Beruf, Angehörige und Versorgung

    MS ist mehr als der Behinderungsgrad: Schule, Arbeit und soziale Teilhabe, die Rolle der Angehörigen, was ein gutes MS-Zentrum bieten sollte, Telemedizin und wie Patientinnen selbst den Verlauf beschreiben.

    und 6 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 34 · Abschnitt 319–327

    MS im Alter, Begleiterkrankungen und fortgeschrittene MS

    Wenn MS spät beginnt oder mit dem Menschen älter wird: Late-Onset-MS, Gebrechlichkeit, Stürze und Knochen, Begleiterkrankungen – und die palliative Versorgung, die nicht erst am Lebensende beginnt.

    und 5 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 35 · Abschnitt 328–336

    Stammzelltransplantation und Zelltherapien

    Was die autologe Stammzelltransplantation (AHSCT) leisten kann, für wen sie infrage kommt und welche Risiken sie hat – und warum CAR-T-Zellen und mesenchymale Stammzellen etwas anderes sind.

    und 5 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 36 · Abschnitt 337–350

    Reparatur, Neuroprotektion und neue Ansätze

    Kann man geschädigte Nerven reparieren? Remyelinisierung, Neuroprotektion, die negativen Studien (PIPE-307, Opicinumab), Frexalimab, antigenspezifische Toleranz und EBV-gerichtete Therapien.

    und 10 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 37 · Abschnitt 351–356

    Digitale Messung und künstliche Intelligenz

    Wie Smartphones, Sensoren und künstliche Intelligenz den MS-Verlauf messen könnten – und wo die Grenzen und Risiken dieser Werkzeuge liegen. Dazu die Frage, ob sich vorhersagen lässt, welches Medikament bei wem wirkt.

    und 2 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 38 · Abschnitt 357–367

    Kann MS geheilt werden?

    MS ist 2026 nicht heilbar. Was „Heilung“ wissenschaftlich bedeuten müsste, was die Forschung als Nächstes klären muss und welche Studien in den kommenden Jahren besonders wichtig werden.

    und 7 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 39 · Abschnitt 368–379

    MS weltweit: Versorgung und Ländervergleich

    Haben manche Länder bessere Therapieergebnisse? Was Registervergleiche wirklich zeigen, wie Versorgungssysteme, Erstattung und Kosten den Verlauf beeinflussen – und warum ein Länder-Ranking methodisch falsch wäre.

    und 8 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 40 · Abschnitt 380–389

    Länderprofile und regionale Forschung

    Was die Forschung aus einzelnen Ländern und Sprachräumen beiträgt – vom deutschsprachigen Raum über Skandinavien, Italien und Frankreich bis Iran, China, Japan, Korea und Brasilien.

    und 6 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 41 · Abschnitt 390–402

    Kernaussagen, Mythen und Glossar

    Das Wichtigste zum Mitnehmen: praktische Schlussfolgerungen für Kinder, Eltern und Erwachsene, ein Entscheidungsrahmen nach Alter, Mythen und Fakten, die Kernaussagen und ein Glossar der wichtigsten Begriffe.

    und 9 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 42 · Abschnitt 403–414

    Wie sicher ist das Wissen?

    Wie die Aussagen dieses Ratgebers gewichtet sind: Evidenzhierarchie, Qualitätsbewertung, -ähnliche Einschätzung, typische Verzerrungen in MS-Studien und was dieser Ratgeber ausdrücklich nicht behauptet.

    und 8 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel

    Kapitel 43 · Abschnitt 415–441

    Wie dieser Ratgeber entstanden ist

    Dieser Ratgeber ist in mehreren Ausbaustufen entstanden – von einer ausführlichen Übersicht über einen systematischen Methodenteil bis zu einer internationalen Recherche in 18 Sprachräumen. Die Abschnitte dieses Kapitels sprechen deshalb…

    und 23 weitere Abschnitte

    Zum Kapitel