Puls, Atmung und Blutdruck: Was ist in welchem Alter üblich?

Ein Säugling atmet doppelt so schnell wie ein Schulkind, und sein Herz schlägt fast doppelt so oft. Das Nachschlagewerk zeigt, welche Werte in welchem Alter üblich sind – und ordnet einen selbst gezählten Puls oder die Atemzüge Ihres Kindes ein.

Alle Altersstufen

AlterHerzfrequenzAtemfrequenzSystolischer Blutdruck
Neugeborenes (reif) 120–170 25–60 60–95 mmHg
3 Monate 115–170 25–60 60–105 mmHg
6 Monate 110–170 20–55 75–105 mmHg
1 Jahr 105–150 20–45 70–105 mmHg
2 Jahre 95–150 20–40 70–105 mmHg
4 Jahre 80–150 17–30 75–110 mmHg
6 Jahre 75–140 16–30 80–115 mmHg
8 Jahre 70–130 16–30 80–115 mmHg
10 Jahre 60–130 15–25 85–120 mmHg
12 Jahre 65–120 15–25 90–120 mmHg
14 Jahre 60–115 14–25 90–125 mmHg
16 Jahre 60–115 14–25 90–130 mmHg
ab 17 Jahren 60–115 14–25 90–135 mmHg

Schnelle Atmung nach WHO: ab 60/min (unter 2 Monaten), 50/min (2–11 Monate), 40/min (1–4 Jahre).

So zählen Sie richtig

Atemzüge zählt man am ruhigen oder schlafenden Kind über eine volle Minute – Säuglinge atmen unregelmäßig, eine Viertelminute mal vier täuscht. Den Puls fühlt man bei Säuglingen am besten am Oberarm innen oder hört ihn mit dem Ohr am Brustkorb; bei größeren Kindern am Handgelenk.

Fieber und Aufregung verändern die Werte

Mit Fieber schlagen Herz und Atmung schneller; ein Wert, der bei Fieber über der Tabelle liegt, ist deshalb allein kein Zeichen einer Atemnot. Entscheidend ist, wie das Kind atmet: ob es die Nasenflügel bewegt, die Haut zwischen den Rippen einzieht, stöhnt oder blass wird – das sind die Zeichen, auf die die Kinderärztin achtet.

Die Tabelle gibt Orientierung für gesunde Kinder in Ruhe. Sie ersetzt keine Untersuchung. Wirkt ein Kind auffällig – atmet angestrengt, ist blass, schlapp oder schwer zu wecken – zählt nicht die Zahl, sondern der Weg zur Ärztin oder zum Notruf.

Häufige Fragen

Woher stammen die Bereiche?

Aus einer Übersichtsarbeit, die Herz- und Atemfrequenz gesunder Kinder nach Alter zusammengefasst hat; angegeben sind Perzentile, keine festen Grenzen.

Mein Kind atmet schneller als der Bereich – was heißt das?

Atemfrequenz und Puls steigen bei Fieber, Aufregung, Weinen und Bewegung. Zählen Sie in Ruhe oder im Schlaf. Ob ein Kind angestrengt atmet, sieht man ihm an – Einziehungen, Nasenflügeln, Stöhnen – und das ist der Anlass für die Kinderärztin, nicht die Zahl allein.

Medizinische Grundlage

Fachliche Grundlage zuletzt geprüft: September 2026.