Reisen mit Kindern können wunderbar sein: gemeinsame Zeit, neue Eindrücke, kleine Abenteuer und Erinnerungen, die ein Leben lang bleiben. Medizinisch betrachtet ist eine Reise mit einem Kind aber nicht einfach eine Reise mit einem kleineren Erwachsenen. Babys reagieren empfindlicher auf Hitze und Flüssigkeitsverlust, Kleinkinder erkunden ihre Umgebung ohne Gefahrenbewusstsein, Schulkinder verbringen viel Zeit im Wasser und im Freien, Jugendliche bewegen sich zunehmend selbstständig. Dazu kommen je nach Reiseziel sehr unterschiedliche Risiken durch Klima, Verkehr, Lebensmittel, Tiere, Insekten und Infektionskrankheiten. Dieser Ratgeber führt Sie von der Vorbereitung über Anreise, Sonne, Hitze, Ernährung und Mückenschutz bis zu den einzelnen Weltregionen – und sagt Ihnen, wann Sie mit Ihrem Kind rasch zum Arzt müssen.

So ist dieser Ratgeber aufgebaut

Grundlage sind aktuelle reisemedizinische Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), des österreichischen Sozialministeriums, der Impfplan Österreich 2025/2026 mit den Aktualisierungen 2026, das CDC Yellow Book, Empfehlungen der American Academy of Pediatrics (AAP) und der US-Luftfahrtbehörde FAA sowie internationale Auswertungen erkrankter junger Reiserückkehrer (GeoSentinel). Ergänzend wurden spanische, französische, italienische, portugiesische beziehungsweise brasilianische, türkische, japanische, russische, arabische und chinesische Fach- und Behördeninformationen berücksichtigt; die zentralen Empfehlungen stimmen international weitgehend überein. Die vollständige Liste finden Sie am Ende des Artikels. Stand: August 2026.

Nutzen Sie das Inhaltsverzeichnis, um direkt zu Ihrem Thema zu springen. Was in den Koffer gehört, finden Sie ausführlich und nach Weltregionen gegliedert in unserem eigenen Ratgeber Reiseapotheke für Kinder; was bei Verletzungen und Notfällen vor Ort zu tun ist, steht unter Erste Hilfe im Urlaub.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel ersetzt keine individuelle reisemedizinische Beratung. Ob, welche Impfungen, welche Malariaprophylaxe und welche Vorbereitung Ihr Kind für eine konkrete Reise braucht, hängt von Alter, Gewicht, Vorerkrankungen, genauer Route, Reisezeit und Aufenthaltsdauer ab. Besprechen Sie das bitte rechtzeitig persönlich – bei Fernreisen idealerweise sechs bis acht Wochen vor Abreise – mit Ihrer Kinderärztin, Ihrem Kinderarzt oder einer reisemedizinischen Praxis.

Dass eine Reise medizinisch gut vorbereitet sein will, heißt keineswegs, dass Familien mit kleinen Kindern auf Fernreisen verzichten müssen. Entscheidend ist vielmehr, wie alt das Kind ist, wohin gereist wird, wie lange die Reise dauert, wie die medizinische Versorgung vor Ort aussieht und welche Aktivitäten geplant sind. Für einen gesunden Zehnjährigen ist ein zweiwöchiger Hotelurlaub auf Mallorca medizinisch etwas völlig anderes als eine vierwöchige Rundreise mit einem sechs Monate alten Säugling durch ländliche Gebiete Westafrikas.

Auch innerhalb eines Landes kann sich das Risiko stark unterscheiden. Eine klimatisierte Unterkunft in einer Großstadt bietet ganz andere Voraussetzungen als ein Aufenthalt in einem abgelegenen Dorf, im Regenwald oder auf einer Safari. Jahreszeit, Regenzeit, Höhenlage, Unterkunft und Art der Verpflegung sind deshalb oft mindestens ebenso wichtig wie der Name des Reiselandes. Die WHO empfiehlt entsprechend eine individuelle Beurteilung von Reiseziel, Reiseroute, Aufenthaltsdauer, Unterkunft, Aktivitäten, Jahreszeit und persönlichen gesundheitlichen Voraussetzungen.

Internationale Untersuchungen kranker junger Reiserückkehrer zeigen, welche Probleme besonders häufig auftreten. In einer großen GeoSentinel-Auswertung von 1.591 erkrankten Kindern und Jugendlichen nach internationalen Reisen standen Durchfallerkrankungen, Hauterkrankungen beziehungsweise Insekten- und Tierexpositionen, fieberhafte Erkrankungen und Atemwegserkrankungen im Vordergrund. Die Verteilung war stark vom Reiseziel abhängig: Fiebererkrankungen spielten vor allem nach Reisen nach Subsahara-Afrika und Asien eine größere Rolle, Durchfallerkrankungen unter anderem nach Reisen in den Nahen Osten und nach Nordafrika. Wichtig dabei: Die Studie hat erkrankte Reisende untersucht und sagt nicht aus, dass ein bestimmter Prozentsatz aller reisenden Kinder krank wird.

1. Vor der Reise: Gute Vorbereitung ist der wichtigste Schutz

Je exotischer das Reiseziel und je jünger das Kind, desto früher sollte die medizinische Reiseplanung beginnen. Für Fernreisen sind etwa sechs bis acht Wochen vor der Abreise ein guter Zeitpunkt. Manche Impfserien brauchen mehrere Dosen, und auch eine Malariaprophylaxe oder eine Gelbfieberimpfung will rechtzeitig geplant sein. Selbst bei einer kurzfristig gebuchten Reise lohnt sich eine Beratung noch: Viele Impfungen bauen auch kurzfristig einen sinnvollen Schutz auf.

Das österreichische Sozialministerium empfiehlt insbesondere vor Fernreisen, Tropenreisen und Aufenthalten in Afrika, Asien oder Südamerika, rechtzeitig reisemedizinischen Rat einzuholen. Bei Reisen in Malariagebiete wird eine Beratung idealerweise etwa acht Wochen vor der Abreise empfohlen.

Zuerst der normale Impfpass

Reiseimpfungen ersetzen die Routineimpfungen nicht. Gerade Masern werden durch internationale Reisebewegungen immer wieder eingeschleppt und verlaufen nicht immer harmlos – zwei dokumentierte MMR-Impfungen sind deshalb für entsprechend alte Kinder besonders wichtig. Auch die Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Poliomyelitis, Haemophilus influenzae Typ b, Pneumokokken, Hepatitis B und die weiteren im österreichischen Impfplan vorgesehenen Erkrankungen sollten altersgerecht durchgeführt sein. Der Impfplan wird regelmäßig aktualisiert; maßgeblich ist derzeit der Impfplan Österreich 2025/2026 mit den ergänzenden Aktualisierungen aus dem Jahr 2026.

Bei längeren oder besonderen Reisen können zusätzliche Impfungen sinnvoll sein, etwa gegen Hepatitis A, Typhus, Tollwut, Meningokokken, Japanische Enzephalitis oder Gelbfieber. Ob eine Impfung nötig ist, hängt nicht nur vom Land ab: Eine zweiwöchige Städtereise nach Bangkok ist hinsichtlich Japanischer Enzephalitis anders zu beurteilen als ein mehrmonatiger Aufenthalt in ländlichen Reisanbaugebieten während der Mückensaison.

Versicherung, Medikamente, Dokumente

Zu einer guten Vorbereitung gehören außerdem eine Auslandskrankenversicherung, bei abgelegenen Reisezielen gegebenenfalls eine Versicherung für den medizinischen Rücktransport, ausreichend Dauermedikamente, ärztliche Befunde bei chronischen Erkrankungen und bei wichtigen Medikamenten möglichst eine Bescheinigung in englischer Sprache.

Medikamente gehören auf Flugreisen grundsätzlich ins Handgepäck und sollten möglichst in der Originalverpackung transportiert werden. Bei Betäubungsmitteln, bestimmten ADHS-Medikamenten oder anderen kontrollierten Arzneimitteln müssen zusätzlich die Einfuhrbestimmungen des jeweiligen Landes kontrolliert werden. Das österreichische Sozialministerium empfiehlt ausdrücklich, neben den Impfungen auch Reiseapotheke, Krankenversicherung und wichtige medizinische Dokumente in die Reisevorbereitung einzubeziehen.

2. Welches Reiseziel passt zu welchem Alter?

Ein starres Mindestalter für „Urlaub“ gibt es nicht. Eine Ferienwohnung am österreichischen See kann auch mit einem sehr jungen Säugling problemlos möglich sein. Bei einer Tropenreise verändert sich die Abwägung jedoch erheblich. Die folgende Übersicht zeigt, worauf es in welchem Alter besonders ankommt.

Reisen nach Alter: Worauf es jeweils ankommt

Zusammenfassung der Abschnitte unten. Sie ersetzt keine individuelle Beratung: Maßgeblich sind immer die konkrete Route, die Reisezeit und der Gesundheitszustand Ihres Kindes.

Neugeborene in den ersten Lebenswochen

Bei einem gesunden, reif geborenen Neugeborenen sind kurze Reisen grundsätzlich möglich. Trotzdem sollten Sie in den ersten Lebenswochen besonders sorgfältig abwägen. Neugeborene haben ein noch unreifes Immunsystem, können rascher auskühlen oder überhitzen und bei Infektionen innerhalb kurzer Zeit schwer erkranken. Außerdem sind viele Impfungen in diesem Alter noch nicht möglich.

Auch Flugreisen sind für die meisten gesunden Neugeborenen aus rein physiologischer Sicht möglich. Die American Academy of Pediatrics empfiehlt allerdings, nicht notwendige Flugreisen in der ersten Lebenswoche möglichst zu vermeiden, und weist darauf hin, dass ein Aufschub bis etwa zum zweiten oder dritten Lebensmonat die Exposition gegenüber Infektionserregern in überfüllten Flughäfen und Flugzeugen verringert. Frühgeborene sowie Babys mit Herz-, Lungen- oder anderen relevanten Erkrankungen sollten vor einer Flugreise individuell kinderärztlich beurteilt werden.

Fernreisen in Regionen mit Malaria, Gelbfieber, schlechter medizinischer Versorgung oder extremen Temperaturen sind in diesem Alter häufig vermeidbar und sollten besonders kritisch hinterfragt werden. Das liegt nicht daran, dass Reisen grundsätzlich gefährlich wären, sondern daran, dass für sehr junge Säuglinge einige der wichtigsten Schutzmaßnahmen – bestimmte Reiseimpfungen oder Medikamente – noch nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung stehen.

Besonders wichtig ist außerdem: Fieber ab 38,0 °C bei einem Kind unter drei Monaten muss zeitnah ärztlich abgeklärt werden. Auf einer abgelegenen Insel oder während einer mehrtägigen Safari kann schon diese einfache Regel zu einem erheblichen logistischen Problem werden. Wie Sie richtig messen, lesen Sie unter So messen Sie Ihr Kind richtig, alles Weitere unter Fieber bei Kindern.

Säuglinge zwischen etwa zwei Monaten und einem Jahr

Mit zunehmendem Alter werden Reisen organisatorisch meist einfacher. Dennoch brauchen Säuglinge besonders konsequenten Sonnen-, Hitze-, Mücken- und Infektionsschutz.

Voll gestillte Babys benötigen in den ersten sechs Lebensmonaten normalerweise auch bei warmem Wetter kein zusätzliches Wasser. Die WHO empfiehlt ausschließliches Stillen in den ersten sechs Monaten; bei Hitze können Sie einfach häufiger stillen.

Bei nicht oder teilweise gestillten Säuglingen ist in Regionen mit unsicherer Trinkwasserqualität die hygienische Zubereitung der Säuglingsnahrung besonders wichtig. Leitungswasser, Eiswürfel oder Wasser unbekannter Herkunft sollten dafür nicht verwendet werden. In Ländern mit problematischer Wasserversorgung kann industriell abgefülltes Wasser geeigneter sein; die Mineralstoffzusammensetzung muss für Säuglinge passen. Wo verfügbar, reduziert gebrauchsfertige flüssige Säuglingsnahrung das Risiko durch kontaminiertes Wasser.

Ein weiterer Punkt ist die Mobilität. Babys, die zu krabbeln beginnen, kommen schnell mit Hotelböden, Sand, Erde, Steckdosen, herumliegenden Medikamenten oder kleinen Gegenständen in Kontakt. Eine Unterkunft, die für zwei Erwachsene völlig unproblematisch wirkt, kann für ein neun Monate altes Kind zahlreiche Gefahrenstellen enthalten.

Kleinkinder zwischen etwa einem und drei Jahren

Kleinkinder gehören aus reisemedizinischer Sicht zu einer besonders anspruchsvollen Altersgruppe. Sie bewegen sich selbstständig, erkennen Gefahren aber kaum. Sie können innerhalb weniger Sekunden in einen Pool gelangen, auf einen Balkonstuhl klettern, einen fremden Hund anfassen oder etwas vom Boden essen.

Bei ihnen ist deshalb neben dem Infektionsschutz vor allem die Unfallprävention entscheidend. Internationale reisemedizinische Leitlinien betonen Verkehrsunfälle und Ertrinken als die wesentlichen vermeidbaren Gefahren für reisende Kinder. Bei Kleinkindern am Wasser bedeutet Aufsicht nicht, gelegentlich hinzuschauen, sondern sich in unmittelbarer Reichweite aufzuhalten.

Gleichzeitig verlieren Kleinkinder bei Durchfall und Erbrechen schneller relevante Flüssigkeitsmengen als Erwachsene. Eine Elektrolytlösung gehört bei Fernreisen deshalb unbedingt in die Reiseapotheke.

Kindergarten- und Schulkinder

Im Kindergarten- und frühen Schulalter sind Reisen meist deutlich einfacher. Die Kinder können Beschwerden benennen, trinken selbstständig und verstehen erste Sicherheitsregeln. Gleichzeitig nehmen die Aktivitäten zu: Schwimmen, Schnorcheln, Wandern, Fahrradtouren, Kontakt mit Tieren oder längere Aufenthalte im Freien.

Der Schwerpunkt verschiebt sich dadurch von der reinen Versorgung hin zur Vorbeugung von Unfällen, Sonnenbrand, Insektenstichen und typischen Reiseinfektionen.

Kinder in diesem Alter können Sie auch aktiv in die Vorbereitung einbeziehen. Wer versteht, warum in einem bestimmten Land kein Leitungswasser getrunken, ein streunender Hund nicht gestreichelt oder abends Mückenspray verwendet werden soll, hält sich meist besser an die Regeln.

Jugendliche

Jugendliche reisen häufig bereits teilweise selbstständig. Bei ihnen treten zusätzliche Themen in den Vordergrund: Verkehr mit Motorrollern oder E-Scootern, Alkohol und andere Substanzen, Sexualkontakte, Schlafmangel, psychische Belastungen, riskante Freizeitaktivitäten und die eigenständige Einnahme von Medikamenten.

Auch Medikamente wie Stimulanzien bei ADHS oder bestimmte Psychopharmaka verdienen besondere Aufmerksamkeit, da ihre Einfuhr in einzelne Länder rechtlich eingeschränkt sein kann.

Jugendliche sollten außerdem wissen, welche Impfungen sie erhalten haben, welche Allergien bestehen und wen sie im Notfall kontaktieren müssen. Bei älteren Jugendlichen ist es sinnvoll, zumindest einen Teil des reisemedizinischen Gesprächs direkt mit ihnen zu führen.

3. Mit dem Auto in den Urlaub

Für viele Familien beginnt der Urlaub im Auto. Der wichtigste Sicherheitsfaktor ist dabei ein korrekt montierter und zur Größe des Kindes passender Kindersitz. Die gesetzlichen Vorschriften unterscheiden sich von Land zu Land. Wer mit einem Mietwagen reist, sollte nicht automatisch davon ausgehen, dass am Zielort ein geeigneter, unbeschädigter und korrekt montierbarer Kindersitz bereitsteht.

Bewährt haben sich außerdem ein paar Kleinigkeiten aus der Praxis: In Fachgeschäften gibt es angenehme Sitzbezüge aus Baumwolle, die zu starkes Schwitzen verhindern und die sich zum Waschen einfach abziehen lassen. Damit Ihr Kind nicht der prallen Sonne durch die Seitenfenster ausgesetzt ist, empfehlen wir ein kleines Rollo oder ein Tuch, das ins Fenster gespannt wird.

Kleine Pausen zwischendurch sind für Groß und Klein unbedingt notwendig. Für ausreichend Flüssigkeit – Wasser, verdünnte Säfte oder abgekühlter Tee – und kleine, leichte Jausen wie Obst oder belegte Brote sollte gesorgt sein. Gegen Langeweile helfen Lieder-CDs oder Hörspiele; größere Kinder freuen sich über einfache Spiele („Wer sieht das nächste Haus, wer den nächsten Bus?“, „Ich sehe was, was du nicht siehst“ oder Wortketten wie PferdDracheEngel).

Gerade bei Säuglingen sind längere ununterbrochene Fahrten ungünstig. Die American Academy of Pediatrics empfiehlt bei Tagesfahrten etwa alle zwei bis drei Stunden eine Pause, bei längeren Nachtfahrten spätestens nach einigen Stunden. Nehmen Sie Ihr Baby dabei aus dem Sitz, füttern oder stillen Sie es und wickeln Sie es. Stillen während der Fahrt ist keine sichere Alternative: Solange das Fahrzeug fährt, müssen Kind und Erwachsene angeschnallt bleiben.

Ein Autositz ist außerdem in erster Linie ein Sicherheitssystem für das Fahrzeug und kein regulärer Schlafplatz. Nach der Ankunft sollten Sie einen schlafenden Säugling nach Möglichkeit auf eine geeignete flache Schlafunterlage legen.

Hitze im Auto

Ein abgestelltes Auto heizt sich auch bei scheinbar angenehmen Außentemperaturen innerhalb kurzer Zeit massiv auf. Ein geöffnetes Fenster schützt davor nicht ausreichend. Kinder dürfen deshalb niemals allein im abgestellten Auto bleiben – auch nicht für wenige Minuten, auch nicht, wenn das Kind gerade so gut schläft.

Babys und Kleinkinder können ihre Körpertemperatur schlechter regulieren als Erwachsene. Ein überhitztes Fahrzeug wird daher sehr schnell lebensgefährlich.

Reiseübelkeit

Reisekrankheit tritt bei Kindern häufig auf. Hilfreich sind frische Luft, regelmäßige Pausen, leichte Mahlzeiten und der Blick nach vorn beziehungsweise auf einen möglichst weit entfernten Punkt. Lesen oder Spielen am Tablet kann die Übelkeit bei empfindlichen Kindern verstärken.

Medikamente gegen Reiseübelkeit sollten Sie insbesondere bei jüngeren Kindern nicht auf eigene Faust geben. Manche Präparate verursachen ausgeprägte Müdigkeit, paradoxe Unruhe oder andere Nebenwirkungen. Die nicht medikamentösen Maßnahmen stehen deshalb zunächst im Vordergrund.

4. Flugreisen mit Kindern

Für gesunde Kinder sind Flugreisen im Allgemeinen gut möglich – und für viele besonders aufregend. Besondere Aufmerksamkeit verdienen der Druckausgleich, eine sichere Sitzposition, Vorerkrankungen und bei sehr jungen Babys das Infektionsrisiko.

Ohrenschmerzen beim Start und vor allem beim Sinkflug

Bei Start und Landung verändert sich der Luftdruck in der Kabine. Besonders beim Sinkflug entsteht dadurch ein unangenehmer Druck im Mittelohr.

Bei Säuglingen helfen Saugen und Schlucken: Stillen, Fläschchen oder Schnuller sind während des Sinkflugs sinnvoll. Ältere Kinder können trinken, schlucken, gähnen oder – sofern sie sicher damit umgehen – Kaugummi kauen.

Eine wichtige Aktualisierung gegenüber älteren Reiseempfehlungen betrifft abschwellende Nasentropfen, Nasensprays und Antihistaminika: Sie haben sich zur Vorbeugung flugbedingter Ohrenschmerzen bei Kindern nicht als zuverlässig wirksam erwiesen und sollten dafür nicht routinemäßig eingesetzt werden. Gerade bei kleinen Kindern gelten zudem erhebliche altersabhängige Einschränkungen für abschwellende Medikamente.

Bei einer akuten Mittelohrentzündung, einer ausgeprägten Nasennebenhöhlenentzündung oder kurz nach einer Ohroperation sollten Sie vor einem Flug ärztlich abklären lassen, ob die Reise sinnvoll ist.

Eigener Sitzplatz oder Schoß?

Auch wenn Fluggesellschaften kleinen Kindern teilweise erlauben, auf dem Schoß eines Erwachsenen zu reisen, ist ein für Flugzeuge zugelassenes Kinderrückhaltesystem sicherer. Die US-amerikanische Luftfahrtbehörde FAA empfiehlt für kleine Kinder ausdrücklich ein zugelassenes Child Restraint System. Welche Sitze in einem konkreten Flugzeug akzeptiert werden, klären Sie vor der Reise mit der Fluggesellschaft.

Kinder mit Herz- oder Lungenerkrankungen

Der Kabinendruck in Verkehrsflugzeugen entspricht nicht dem Luftdruck auf Meereshöhe. Gesunde Kinder tolerieren die dadurch geringere Sauerstoffverfügbarkeit problemlos. Bei schweren chronischen Lungenerkrankungen, bestimmten Herzfehlern, Sichelzellerkrankung oder anderen Erkrankungen kann jedoch eine individuelle medizinische Beurteilung notwendig sein.

Jetlag

Je mehr Zeitzonen überquert werden, desto stärker gerät der Schlaf-Wach-Rhythmus durcheinander. Tageslicht am Zielort, regelmäßige Mahlzeiten und eine schrittweise Anpassung der Schlafzeiten helfen meist besser als Medikamente.

Melatonin sollte Kindern nicht routinemäßig als „Jetlag-Medikament“ gegeben werden. Wenn Sie es wegen einer besonderen Situation erwägen, besprechen Sie das bitte vorher mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt.

5. Zug, Bus und öffentlicher Verkehr

Zugreisen sind für Familien häufig angenehm, weil Kinder sich zwischendurch bewegen können und keine längeren Fixierungen in einem Autositz nötig sind.

Bei Busreisen ist die Sicherheit schwieriger einzuschätzen. In vielen Ländern stehen keine geeigneten Kinderrückhaltesysteme zur Verfügung, und gerade in Ländern mit hoher Verkehrsunfallrate kann das relevanter sein als manche tropische Infektionskrankheit.

Besonders bei Fernreisen sollten Sie deshalb bei der Auswahl von Transfers, Taxis und Reiseveranstaltern auch die Verkehrssicherheit berücksichtigen. Ein billiger Nachtbus auf einer schlecht ausgebauten Bergstraße kann medizinisch ein wesentlich größeres Risiko darstellen als ein gutes Hotel im selben Land.

6. Kreuzfahrten und Schiffsreisen

Kreuzfahrtschiffe sind eigene kleine Lebenswelten mit vielen Menschen auf engem Raum. Dadurch verbreiten sich Magen-Darm-Infektionen und Atemwegsinfektionen relativ leicht. Internationale Leitlinien beschreiben wiederholt Ausbrüche, die sich über einzelne oder mehrere Schiffsreisen erstrecken können.

Konsequentes Händewaschen ist deshalb besonders wichtig. Ebenso sollten Sie vor der Buchung bedenken, dass die medizinischen Möglichkeiten an Bord begrenzt sind und ein schwer krankes Kind möglicherweise erst im nächsten Hafen an ein Krankenhaus übergeben werden kann.

Bei Kleinkindern kommen Geländer, Treppen, Balkone und Pools als zusätzliche Unfallrisiken hinzu.

7. Sonne: Kinderhaut konsequent schützen

Kinderhaut ist besonders empfindlich gegenüber ultravioletter Strahlung. Sonnenbrände im Kindes- und Jugendalter erhöhen das spätere Hautkrebsrisiko. Sonnenschutz ist deshalb nicht nur eine Frage des Komforts im Urlaub, sondern langfristige Gesundheitsvorsorge.

Der wirksamste Sonnenschutz beginnt nicht mit Sonnencreme: Schatten, ein Sonnenschirm, dicht gewebte leichte Kleidung, UV-Schutzkleidung und ein breitkrempiger Hut reduzieren die UV-Belastung erheblich. Achten Sie bitte darauf, dass Ihr Kind sich nie längere Zeit in der prallen Sonne aufhält und durch T-Shirt, Hütchen oder Kappe geschützt ist.

Besonders Babys sollten möglichst keiner direkten intensiven Sonne ausgesetzt werden. Deutsche Präventionsinformationen empfehlen bei Säuglingen vorrangig Schatten und Kleidung. Wenn sich direkte UV-Exposition nicht vollständig vermeiden lässt, können unbedeckte kleine Hautbereiche je nach Alter und Produkt zusätzlich geschützt werden.

Für Kinder sollte ein Breitband-Sonnenschutz mit Schutz gegen UVA und UVB verwendet werden. International wird mindestens Lichtschutzfaktor 30 empfohlen; bei intensiver Sonne, am Meer, im Gebirge und bei kleinen Kindern ist LSF 50 beziehungsweise 50+ die praktisch sinnvollere Wahl.

Sonnencreme muss großzügig aufgetragen werden, am besten etwa 20 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne und vor dem Wasserkontakt. Besonders häufig vergessen werden Ohren, Nacken, Fußrücken, Schultern und Lippen. Nach dem Schwimmen, starkem Schwitzen und Abtrocknen ist erneutes Auftragen notwendig – auch als „wasserresistent“ deklarierte Sonnenschutzmittel bieten keinen unbegrenzten Schutz.

Mittagssonne, Meer und Berge

Die UV-Belastung hängt von Tageszeit, geographischer Breite, Höhe und Reflexion ab. Wasser, heller Sand und Schnee erhöhen sie zusätzlich. In äquatornahen Regionen und im Hochgebirge ist deshalb besonders konsequenter Schutz erforderlich. Ein bewölkter Himmel ist kein ausreichender Sonnenschutz.

8. Hitze und hohe Temperaturen

Babys und kleine Kinder reagieren empfindlicher auf extreme Hitze. Sie produzieren im Verhältnis zum Körpergewicht mehr Stoffwechselwärme und können ihr Verhalten – etwa den Wunsch nach Schatten oder zusätzlicher Flüssigkeit – nicht zuverlässig selbst steuern.

An sehr heißen Tagen sollten Sie körperliche Aktivitäten in die frühen Morgen- und die späteren Abendstunden verlegen. Mittags sind klimatisierte beziehungsweise kühle Innenräume oder tiefer Schatten sinnvoll.

Warnzeichen einer Hitzeerkrankung sind ausgeprägte Schwäche, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, ungewöhnliche Reizbarkeit, Benommenheit oder Bewusstseinsstörungen. Ein Hitzschlag mit neurologischen Symptomen und erhöhter Körpertemperatur ist ein medizinischer Notfall.

9. Trinken auf Reisen

Der Flüssigkeitsbedarf steigt bei Hitze und körperlicher Aktivität. Erinnern Sie Ihr Kind deshalb regelmäßig ans Trinken.

Bei Säuglingen gelten eigene Regeln: Voll gestillte Babys brauchen in den ersten sechs Monaten normalerweise kein zusätzliches Wasser, auch nicht an heißen Tagen. Häufigeres Stillen deckt den zusätzlichen Bedarf.

Bei Durchfall und Erbrechen reicht reines Wasser dagegen häufig nicht aus. Hier sind orale Rehydratationslösungen sinnvoll, die Wasser und Elektrolyte in einem geeigneten Verhältnis enthalten.

10. Lebensmittel und Trinkwasser

Reisedurchfall gehört weltweit zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen bei Reisenden. Je nach Reiseziel und Umständen kann innerhalb eines zweiwöchigen Aufenthalts ein erheblicher Anteil der Reisenden betroffen sein. Kinder sind besonders relevant, weil sie schneller dehydrieren.

In Ländern mit unsicherer Wasser- und Lebensmittelhygiene gilt als praktische Grundregel: frisch gekocht und heiß serviert ist meist sicherer als Speisen, die lange bei Raumtemperatur stehen.

Rohes oder nicht vollständig durchgegartes Fleisch, rohe Meeresfrüchte, nicht pasteurisierte Milchprodukte, rohe Eier und Speisen unbekannter Kühlkette sollten gemieden werden. Obst, das Sie selbst schälen können, ist meist die günstigere Wahl als vorgeschnittenes Obst, Salate oder rohe Kräuter, die möglicherweise mit unsicherem Wasser gewaschen wurden.

Ist das Leitungswasser am Reiseziel nicht sicher, betrifft das nicht nur das Trinken: Auch Eiswürfel, Zähneputzen und die Zubereitung von Babynahrung sind dann relevante Infektionswege.

11. Durchfall und Erbrechen beim Kind

Der wichtigste erste Schritt ist fast immer der Ersatz von Flüssigkeit und Elektrolyten. Orale Rehydratationslösungen gehören deshalb bei Reisen mit Kindern in die Reiseapotheke. Ausführlich lesen Sie dazu unseren Ratgeber Akute Gastroenteritis bei Kindern.

Gestillte Kinder sollten weiter gestillt werden. Auch eine normale altersgerechte Ernährung sollte nach Möglichkeit weitergeführt werden. Traditionelle sehr einseitige „Durchfalldiäten“ wie ausschließlich Banane, Reis oder Zwieback sind nicht notwendig und bei längerem Gebrauch sogar ernährungsphysiologisch ungünstig.

Antibiotika gehören nicht routinemäßig zur Selbstbehandlung jedes Reisedurchfalls. Bei besonderen Reisezielen kann es sinnvoll sein, nach ärztlicher Beratung ein für Ihr Kind geeignetes Medikament als Stand-by-Therapie mitzunehmen. Dosis und Einsatzkriterien müssen dann allerdings vorher klar festgelegt sein.

Bei kleinen Kindern sind deutliche Teilnahmslosigkeit, sehr wenig Urin, trockene Schleimhäute, eingesunkene Augen beziehungsweise beim Säugling eine eingesunkene Fontanelle, blutiger Durchfall, anhaltendes Erbrechen oder ein insgesamt deutlich krank wirkendes Kind Gründe für eine ärztliche Untersuchung.

12. Mücken: mehr als nur lästig

In vielen tropischen und subtropischen Regionen übertragen Mücken Erkrankungen wie Malaria, Dengue, Chikungunya, Zika, Gelbfieber oder Japanische Enzephalitis. Die Überträger sind nicht alle zu denselben Tageszeiten aktiv – die einfache Regel „Mückenschutz nur abends“ genügt deshalb nicht.

Dengue übertragende Aedes-Mücken stechen häufig auch tagsüber. Malaria übertragende Anopheles-Mücken sind überwiegend zwischen Abend und Morgen aktiv.

Ein guter Schutz kombiniert lange leichte Kleidung, möglichst mückensichere Räume, Moskitonetze und ein für das Alter geeignetes Repellent. Kinderwagen und Babybetten lassen sich zusätzlich mit engmaschigen Netzen schützen. Kleidung und Netze können je nach Produkt mit Permethrin behandelt sein; Permethrin gehört jedoch nicht direkt auf die Haut.

Welche Repellent-Wirkstoffe und Konzentrationen bei einem Kind eingesetzt werden dürfen, hängt von Alter, Produktzulassung und Land ab – beachten Sie deshalb das jeweilige Produktetikett. Bei Reisen in Gebiete mit Malaria oder Dengue ist ein wirksamer Mückenschutz wichtiger als möglichst „natürliche“ Produkte mit unklarer Schutzdauer.

Wenn Sie Sonnencreme und Repellent gleichzeitig verwenden, tragen Sie nach internationalen Empfehlungen zuerst den Sonnenschutz und anschließend das Insektenschutzmittel auf.

13. Malaria – besonders wichtig bei Kindern

Malaria gehört zu den gefährlichsten vermeidbaren Erkrankungen bei Reisen mit Kindern. Sie wird durch Plasmodien verursacht und durch Anopheles-Mücken übertragen. Besonders gefährlich ist Plasmodium falciparum, das innerhalb kurzer Zeit zu einer schweren Erkrankung führen kann.

Malariafälle weltweit 2024rund 282 Mio.WHO-Schätzung
Malaria-Todesfälle 2024610.000WHO-Schätzung
Anteil Kinder unter 5 Jahrenrund 75 %an den Malariatodesfällen in der WHO-Region Afrika
Fälle und Todesfälle in Afrikarund 95 %der weltweiten Malariafälle und -todesfälle 2024

Kinder, insbesondere Säuglinge und Kinder unter fünf Jahren, gehören weltweit zu den besonders gefährdeten Gruppen. Diese Zahlen werden auch in den aktuellen französischen, chinesischen, russischen und arabischen WHO-Informationen übereinstimmend dargestellt.

Für Reisende gibt es derzeit keinen allgemein verwendeten Malaria-Reiseimpfstoff. Die inzwischen von der WHO empfohlenen Malariaimpfstoffe RTS,S und R21 dienen vor allem Impfprogrammen für Kinder, die in Endemiegebieten leben. Sie ersetzen bei Reisenden weder den Mückenschutz noch eine eventuell notwendige medikamentöse Prophylaxe.

Ob Ihr Kind Malariamedikamente benötigt, hängt vom exakten Aufenthaltsort, der Jahreszeit, der Reisedauer und der dortigen Resistenzlage ab. Die Dosierung erfolgt nach Körpergewicht. Übernehmen Sie deshalb niemals die Malariaprophylaxe eines Geschwisterkindes oder eines Erwachsenen.

Fieber nach dem Aufenthalt in einem Malariagebiet

Selbst eine korrekt eingenommene Prophylaxe bietet keinen hundertprozentigen Schutz. Fieber während oder nach einem Aufenthalt in einem Malariagebiet muss deshalb immer ernst genommen werden. Sagen Sie der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt ausdrücklich, in welchem Land und in welcher Region sich Ihr Kind aufgehalten hat. Auch das österreichische Sozialministerium weist ausdrücklich darauf hin, bei unklarem Fieber während oder nach einer Reise in ein Malariagebiet an Malaria zu denken.

14. Dengue, Chikungunya und Zika

Dengue hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in vielen tropischen und subtropischen Regionen stark ausgebreitet. Häufige Reiseziele in Südostasien, Lateinamerika und der Karibik können betroffen sein.

Anders als bei Malaria sind die übertragenden Mücken oft tagsüber aktiv. Konsequenter Mückenschutz muss deshalb vom Morgen bis zum Abend erfolgen.

Für Dengue stehen mittlerweile Impfstoffe zur Verfügung, ihre Empfehlung für Reisende ist aber komplex und hängt unter anderem vom Impfstoff, vom Alter, vom Land und teilweise von einer bereits durchgemachten Dengue-Infektion ab. Eine pauschale „Dengue-Impfung für jede Tropenreise“ gibt es deshalb nicht.

Chikungunya und Zika werden ebenfalls hauptsächlich durch Aedes-Mücken übertragen. Für Familien mit Schwangeren oder Schwangerschaftswunsch sind die aktuellen Zika-Hinweise besonders relevant, da eine Infektion in der Schwangerschaft das ungeborene Kind schädigen kann.

15. Gelbfieber

Gelbfieber kommt in Teilen des tropischen Afrikas und Südamerikas vor. Die WHO stuft derzeit 27 afrikanische und 13 lateinamerikanische Länder als Länder mit hohem Risiko für Gelbfieberausbrüche ein.

Die Impfung ist sehr wirksam. Nach den Internationalen Gesundheitsvorschriften wird eine dokumentierte vollständige Gelbfieberimpfung grundsätzlich lebenslang als gültig anerkannt; einzelne medizinische Empfehlungen zu Wiederholungsimpfungen können davon abweichen.

Für Familien mit Babys ist die Altersgrenze entscheidend. Die WHO empfiehlt die Gelbfieberimpfung im Regelfall ab einem Alter von neun Monaten; bei jüngeren Säuglingen ist eine besonders sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich beziehungsweise die Impfung kontraindiziert. Auch das österreichische Sozialministerium weist auf besondere Einschränkungen im ersten Lebensjahr hin.

Ist ein Aufenthalt mit einem sehr jungen Säugling in einem Gebiet mit relevantem Gelbfieberrisiko geplant, sollten Sie deshalb prüfen, ob sich die Reise verschieben oder die Route ändern lässt.

In Österreich dürfen international anerkannte Gelbfieberimpfbescheinigungen nur von autorisierten Gelbfieberimpfstellen ausgestellt werden. Für Länder mit Einreisevorschrift muss die Impfung zudem rechtzeitig erfolgen; das österreichische Sozialministerium nennt spätestens zehn Tage vor der Reise.

16. Tollwut und Tiere

Tierkontakte gehören für Kinder zu den interessantesten Erfahrungen einer Reise – und gleichzeitig zu einem häufig unterschätzten Risiko.

Tollwut ist nach Auftreten der Erkrankung praktisch immer tödlich, lässt sich nach einer Exposition aber durch schnelle korrekte Behandlung verhindern. Kinder werden häufiger als Erwachsene von Tieren gebissen und aufgrund ihrer Körpergröße häufiger an Kopf, Gesicht oder Hals verletzt.

In vielen Ländern spielen Hunde eine wichtige Rolle bei der Übertragung. Auch Katzen, Affen und Fledermäuse können relevant sein. Besonders an touristischen Tempeln oder Aussichtspunkten sollten Affen nicht gefüttert oder angefasst werden.

Nach Biss oder Kratzer

Spülen Sie die Wunde sofort ausgiebig mit Wasser und Seife – idealerweise etwa 15 bis 20 Minuten – und suchen Sie anschließend umgehend medizinische Hilfe. Auch kleine Kratzer können relevant sein; warten Sie damit nicht bis zur Rückkehr. Eine bereits vor der Reise durchgeführte Tollwutimpfung vereinfacht die Behandlung nach einem Biss erheblich, ersetzt sie aber nicht vollständig.

Bei längeren Aufenthalten in Ländern mit verbreiteter Tollwut, bei vielen Tierkontakten oder schlechter Verfügbarkeit hochwertiger Impfstoffe kann eine vorbeugende Tollwutimpfung gerade bei Kindern sinnvoll sein.

17. Süßwasser, Sand und Boden

Nicht jedes idyllische Gewässer ist zum Baden geeignet. In Teilen Afrikas, Asiens und Südamerikas kann in Süßgewässern Schistosomiasis beziehungsweise Bilharziose übertragen werden. In bekannten Risikogebieten sollten Sie deshalb nicht in unkontrollierten Seen und Flüssen baden oder waten.

Auch barfußes Laufen auf tropischem feuchtem Boden oder verunreinigtem Sand kann Hautinfektionen beziehungsweise Parasiten wie die kutane Larva migrans begünstigen. Sandalen, Badeschuhe und eine Unterlage am Strand reduzieren das Risiko.

18. Reiseimpfungen bei Kindern

Welche Impfung nötig ist, muss individuell entschieden werden. Ein vollständiger österreichischer Basisimpfschutz ist die Grundlage; zusätzlich können Reiseimpfungen erforderlich oder sinnvoll sein.

ImpfungWann sie bei Reisen besonders relevant sein kann
MMR – Masern, Mumps, RötelnInternationale Reisen, besonders bei Masernausbrüchen oder unvollständigem Impfschutz. In besonderen Situationen kann international bereits für 6- bis 11-monatige Säuglinge eine vorgezogene Dosis erwogen werden; diese ersetzt die späteren regulären Dosen nicht.
Hepatitis AViele Reiseziele außerhalb Nord-, West- und Mitteleuropas sowie anderer Regionen mit sehr guter Hygiene. In Österreich steht die Impfung für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr zur Verfügung.
Hepatitis BGehört in Österreich bereits zum allgemeinen Kinderimpfprogramm; Impfschutz kontrollieren und Lücken schließen.
TyphusBei Reisen in Länder mit erhöhtem Risiko, vor allem bei einfachen hygienischen Verhältnissen und engem Kontakt mit der lokalen Bevölkerung. Die Altersgrenzen hängen vom Impfstoff ab.
GelbfieberBestimmte Gebiete Afrikas und Südamerikas; teilweise zusätzlich Einreisevorschrift. Für kleine Säuglinge gelten besondere Einschränkungen.
Meningokokken ACWYUnter anderem bei Reisen in den afrikanischen Meningitisgürtel; für bestimmte Pilgerreisen nach Saudi-Arabien können Impfnachweise vorgeschrieben sein.
TollwutLängere Aufenthalte, intensive Tierkontakte, abgelegene Gebiete oder Reiseziele mit eingeschränktem Zugang zu hochwertiger Postexpositionsbehandlung.
Japanische EnzephalitisVor allem längere beziehungsweise intensive Aufenthalte in ländlichen Regionen Asiens und des westlichen Pazifiks, insbesondere bei viel Aufenthalt im Freien.
FSMEReisen und Outdoor-Aktivitäten in den Endemiegebieten Europas und Asiens. Für in Österreich lebende Kinder ist die FSME-Impfung ohnehin besonders relevant.
PoliomyelitisJe nach Land und aktueller epidemiologischer Situation können Auffrischungen oder sogar Nachweispflichten erforderlich sein.
CholeraNur für ausgewählte Risikosituationen; keine Standardimpfung für normale Pauschalreisen.
Influenza/COVID-19Je nach Saison, Gesundheitszustand, Reiseziel und aktuellen nationalen Empfehlungen.

Internationale Leitlinien betonen, dass bei Kindern für Reisen manchmal Impfschemata beschleunigt oder Impfungen vorgezogen werden müssen. Die konkrete Umsetzung hängt jedoch von den in Österreich zugelassenen Impfstoffen und vom österreichischen Impfplan ab.

19. Reiseziele im Vergleich

Österreich, Deutschland, Schweiz und Mitteleuropa

Für gesunde Kinder sind Reisen innerhalb Mitteleuropas meist unkompliziert. Die medizinische Versorgung ist gut, Trinkwasser ist in der Regel sicher, und tropische Infektionskrankheiten spielen praktisch keine Rolle.

Die größten Risiken sind oft alltäglich: Verkehr, Ertrinken, Sonnenbrand, Wanderunfälle, Zeckenstiche und bei hohen Temperaturen Hitzebelastung. In Österreich und anderen FSME-Endemiegebieten sollten Sie den FSME-Impfschutz kontrollieren. Beim Wandern gehören geeignetes Schuhwerk, Wetterbeobachtung und altersgerechte Tourenplanung dazu.

Bei Reisen in die Alpen ist außerdem die Höhe relevant. Ein Hotel auf 1.500 Metern ist etwas völlig anderes als eine schnelle Auffahrt mit anschließender Übernachtung oberhalb von 3.000 Metern.

Südeuropa und Mittelmeerraum

Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Kroatien, Südfrankreich, Malta und Zypern sind klassische Familienreiseziele und für gesunde Kinder im Allgemeinen sehr gut geeignet.

Im Sommer stehen Hitze, intensive UV-Strahlung, Flüssigkeitsbedarf und Ertrinkungsunfälle im Vordergrund. Bei hohen Temperaturen sollten Sie die Tagesplanung an lokale Gewohnheiten anpassen: Aktivitäten am Morgen und Abend, längere Ruhephase während der heißesten Stunden.

Auch Mückenschutz wird im Mittelmeerraum zunehmend relevant. Krankheiten wie West-Nil-Fieber oder lokal auch Dengue können in Teilen Südeuropas auftreten. Das individuelle Risiko für Urlauber bleibt meist deutlich geringer als in vielen Tropenregionen, dennoch sind Mücken nicht mehr nur ein Komfortproblem.

Bei Inselreisen sollten Sie zusätzlich bedenken, wie schnell bei einem ernsthaften medizinischen Problem ein Kinderkrankenhaus erreichbar ist.

Türkei, Balkan, Kaukasus und östliches Europa

Das Risikoprofil variiert erheblich. Moderne Ferienanlagen an der türkischen Mittelmeerküste bieten völlig andere Voraussetzungen als längere Aufenthalte in ländlichen Regionen Anatoliens oder des Kaukasus.

Neben den Routineimpfungen können je nach Reiseart Hepatitis A und weitere Impfungen sinnvoll sein. Tierkontakte verdienen besondere Aufmerksamkeit, da Tollwut in mehreren Regionen eine größere Rolle spielt als in Österreich. Auch die türkischen reisemedizinischen Behörden betonen vollständigen Routineimpfschutz und eine je nach Reiseziel individualisierte Beurteilung von Hepatitis A, Typhus, Tollwut, Meningokokken, Gelbfieber, Japanischer Enzephalitis und anderen Reiseimpfungen.

Nordafrika

Ägypten, Marokko und Tunesien sind beliebte Familienziele. Für typische Hotelurlaube besteht meist kein mit Subsahara-Afrika vergleichbares Infektionsrisiko.

Häufiger relevant sind Reisedurchfall, Lebensmittel- und Wasserhygiene, Hitze, Sonnenexposition, Verkehr und Tierkontakte. Je weiter Sie sich von touristischen Zentren entfernen und je enger der Kontakt zur lokalen Bevölkerung ist, desto stärker gewinnen Impfstatus, Trinkwasserhygiene und reisemedizinische Vorbereitung an Bedeutung. Kleine Kinder dehydrieren bei Durchfall und hohen Temperaturen deutlich schneller als Erwachsene – eine Elektrolytlösung sollte deshalb griffbereit sein.

Naher Osten und Arabische Halbinsel

Die medizinischen Bedingungen reichen von hochmodernen Gesundheitssystemen in den Golfstaaten bis zu Regionen mit erheblich eingeschränkter Versorgung. Hitze kann besonders im Sommer extrem sein; Aktivitäten mit kleinen Kindern in der Mittagshitze sollten dann vermieden werden.

Für Saudi-Arabien können bei Pilgerreisen spezielle Impfanforderungen bestehen, insbesondere hinsichtlich Meningokokken. Solche Einreisebestimmungen können sich verändern und müssen unmittelbar vor der Reise anhand aktueller offizieller Angaben kontrolliert werden.

Subsahara-Afrika

Subsahara-Afrika verdient bei Reisen mit Kindern eine besonders sorgfältige Vorbereitung. Das bedeutet nicht, dass Reisen grundsätzlich nicht möglich wären – viele Familien reisen sicher nach Südafrika, Namibia, Botswana, Kenia, Tansania oder in andere Länder. Das Risikoprofil ist jedoch deutlich komplexer als bei einem Mittelmeerurlaub.

Je nach Region können Malaria, Gelbfieber, Dengue, Typhus, Hepatitis A, Meningokokken, Tollwut und andere Infektionskrankheiten relevant sein. Hinzu kommen Verkehrsunfälle, Tierkontakte, Hitze und teilweise lange Wege zur nächsten geeigneten medizinischen Einrichtung. Malaria ist dabei besonders wichtig: Etwa 95 Prozent der weltweiten Malariafälle und Malariatodesfälle wurden 2024 in der afrikanischen WHO-Region registriert, kleine Kinder gehören zu den besonders vulnerablen Gruppen.

Wer mit einem Baby oder Kleinkind nach Afrika reist, sollte deshalb nicht nur das Land, sondern die genaue Route prüfen. Johannesburg, Kapstadt, die namibische Wüste, Sansibar, das Okavango-Delta und ländliches Westafrika unterscheiden sich medizinisch fundamental.

Bei einer Safari sollten Sie zusätzlich beachten, wie weit die Lodge von einem Krankenhaus entfernt ist. Auch ein scheinbar einfaches Problem wie eine schwere allergische Reaktion, ein Krampfanfall oder eine Verletzung kann in abgelegenen Regionen logistisch schwierig werden. Für Säuglinge, die noch nicht gegen Gelbfieber geimpft werden können, kommen bestimmte Reiseziele oder Routen unter Umständen nicht infrage – dann ist eine Änderung des Reiseziels oft sinnvoller als der Versuch, medizinische Schutzmaßnahmen an ihre Grenzen zu bringen.

Südafrika und Namibia

Viele Regionen sind mit Kindern gut bereisbar, sofern die Route gut geplant ist. Malaria kommt nicht überall vor: In Südafrika betrifft das Risiko vor allem bestimmte nordöstliche Regionen und kann saisonal variieren, im Norden Namibias ist die Situation anders als etwa in Windhoek oder an der zentralen Küste. Genau deshalb sollten Sie nicht pauschal „Afrika = Malariaprophylaxe“ annehmen – die Entscheidung erfolgt anhand der tatsächlichen Route und Reisezeit. Auf Safaris sind Mückenschutz, Sonnenschutz, ausreichendes Trinken und klare Regeln für Kinder entscheidend; Wildtiere sind niemals ein „Zoo ohne Zaun“.

Ostafrika: Kenia, Tansania, Sansibar und Umgebung

Hier können Malaria, Gelbfieberbestimmungen, Hepatitis A, Typhus und Tollwut je nach Route relevant sein. Eine Kombination aus Safari und Strandurlaub ist mit älteren Kindern gut möglich, mit Babys und kleinen Kleinkindern aber erheblich aufwendiger – lange Transfers, Hitze, Malariarisiko und die Entfernung zu geeigneten Krankenhäusern sollten in die Planung einfließen. Auf Sansibar und an anderen tropischen Küstenregionen bleibt Malariaschutz ein wichtiges Thema; entscheidend sind immer aktuelle Angaben unmittelbar vor der Reise.

West- und Zentralafrika

Viele Länder weisen ein hohes Malariarisiko auf. Zusätzlich kann eine Gelbfieberimpfung medizinisch empfohlen und/oder für die Einreise erforderlich sein. Für sehr junge Säuglinge sind solche Reisen besonders kritisch, weil sowohl das Erkrankungsrisiko als auch die Einschränkungen bei Impfungen und Medikamenten größer sind.

Familienbesuche bei Verwandten verdienen besondere Aufmerksamkeit: Internationale Daten zeigen, dass sogenannte VFR-Reisende – „visiting friends and relatives“ – teilweise höhere Infektionsrisiken haben, weil sie länger bleiben, häufiger in Wohngebieten statt touristischen Einrichtungen leben und intensiver mit der lokalen Bevölkerung in Kontakt kommen. Gleichzeitig nehmen solche Familien reisemedizinische Beratung häufiger erst spät in Anspruch.

Indien, Pakistan, Bangladesch, Nepal und Sri Lanka

Südasien ist kulturell und landschaftlich faszinierend, stellt Familien aber vor besondere hygienische und infektiologische Herausforderungen. Reisedurchfall und über Lebensmittel oder Wasser übertragene Infektionen spielen eine wichtige Rolle; je nach Region können außerdem Typhus, Hepatitis A, Tollwut, Dengue, Malaria und Japanische Enzephalitis relevant sein.

Straßenverkehr ist ein wesentlicher Sicherheitsfaktor – geeignete Kindersitze sind nicht überall selbstverständlich. In Indien und Nepal kommt außerdem die Höhenlage ins Spiel: Eine Reise nach Goa oder Kerala ist diesbezüglich völlig anders als eine Trekkingreise im Himalaya. Tierkontakte sollten konsequent vermieden werden, Straßenhunde und Affen dürfen nicht gefüttert oder angefasst werden.

Südostasien: Thailand, Vietnam, Kambodscha, Laos, Indonesien, Malaysia und Philippinen

Südostasien gehört zu den beliebtesten Fernreisezielen für Familien. Viele Regionen verfügen über gute touristische Infrastruktur, gleichzeitig sind mückenübertragene Erkrankungen besonders relevant.

Dengue ist in vielen Gebieten verbreitet und kann ganzjährig auftreten; weil die übertragenden Mücken tagsüber aktiv sind, muss Mückenschutz auch tagsüber erfolgen. Malaria ist regional sehr unterschiedlich – Großstädte und klassische Touristenorte haben oft ein anderes Risikoprofil als Grenzregionen, Regenwald oder abgelegene ländliche Gebiete. Japanische Enzephalitis ist vor allem bei längeren Aufenthalten, ländlichen Reisen und intensiver Exposition in entsprechenden Endemiegebieten relevant.

Für kleine Kinder sollten Sie außerdem die Qualität der medizinischen Versorgung bei Inselreisen bedenken. Bangkok, Singapur oder Kuala Lumpur verfügen über ausgezeichnete Kliniken; auf einer kleinen abgelegenen Insel kann eine ernsthafte Erkrankung dagegen zunächst einen Boots- oder Flugtransfer notwendig machen.

Bali und Indonesien

Bali wird häufig als unkompliziertes Tropenziel wahrgenommen. Für Familien sind jedoch Reisedurchfall, Dengue, Verkehr und Tierkontakte wichtige Themen. Affen in Tempelanlagen sollten nicht gefüttert oder berührt werden – Kratzer oder Bisse müssen wegen des Tollwutrisikos ernst genommen werden. Bei Fahrten mit Rollern besteht ein erhebliches Unfallrisiko: Ein Motorrad oder Roller ersetzt auch im Urlaub kein sicheres Familienauto, und gerade kleine Kinder sollten nicht aus Bequemlichkeit zwischen zwei Erwachsenen auf einem Motorroller transportiert werden.

Japan und Südkorea

Japan und Südkorea gehören hygienisch und hinsichtlich der medizinischen Infrastruktur zu den unkomplizierteren Fernreisezielen. Trotzdem bleibt der Basisimpfschutz wichtig: Japanische Behörden weisen im Zusammenhang mit internationalen Reisen ausdrücklich auf Masern hin, da importierte Fälle und Ausbrüche möglich sind.

Im Sommer können Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit erheblich sein – gerade Tokio, Kyoto oder Osaka können während Hitzewellen für kleine Kinder sehr belastend werden. Die Japanische Enzephalitis ist für normale kurze Städtereisen in Japan in der Regel kein zentrales Thema; bei speziellen ländlichen Langzeitaufenthalten ist die Situation anders.

China und Taiwan

Das Risikoprofil hängt stark von Region, Jahreszeit und Reiseform ab. Megastädte mit moderner Infrastruktur unterscheiden sich fundamental von abgelegenen ländlichen Gebieten. Lebensmittelhygiene, Luftqualität, Hitze und regionale mückenübertragene Infektionen können relevant sein; bei ländlichen Langzeitaufenthalten kann auch Japanische Enzephalitis in die Impfberatung einfließen.

Die chinesischsprachigen WHO-Empfehlungen unterstreichen ebenso wie die europäischen und amerikanischen Leitlinien die besondere Gefährdung kleiner Kinder durch Malaria und die Notwendigkeit von Mückenschutz und gegebenenfalls medikamentöser Prophylaxe bei Reisen in betroffene Regionen.

Australien und Neuseeland

Für Kinder sind Australien und Neuseeland medizinisch meist unkomplizierte Fernreiseziele. Trinkwasser, Lebensmittelhygiene und medizinische Versorgung befinden sich auf hohem Niveau. Besonders wichtig sind dagegen UV-Strahlung, Hitze, Wasserunfälle und in Australien regional gefährliche Tiere.

Die meisten Begegnungen mit Schlangen, Spinnen oder Meerestieren lassen sich durch vernünftiges Verhalten vermeiden. Lokale Warnschilder am Strand sollten ernst genommen werden; in tropischen Regionen Australiens können während bestimmter Jahreszeiten Quallen ein relevantes Risiko darstellen.

USA und Kanada

Die medizinischen Infektionsrisiken sind für österreichische Familien meist überschaubar. Die größten Unterschiede liegen häufig im Gesundheitssystem und in den Kosten medizinischer Versorgung – eine ausreichend hohe Auslandskrankenversicherung ist deshalb besonders wichtig, denn ein Krankenhausbesuch kann in den USA extrem teuer sein.

Bei Roadtrips sind die Kindersitzregelungen des jeweiligen Bundesstaates zu beachten. Bei Reisen in Nationalparks spielen Hitze, Kälte, Höhe, Wildtiere und lange Distanzen zur medizinischen Versorgung eine größere Rolle als klassische Reiseinfektionen.

Mexiko, Mittelamerika und Karibik

Je nach Region können Reisedurchfall, Dengue, andere mückenübertragene Krankheiten, Hepatitis A und Tollwut relevant sein. Das Risiko unterscheidet sich erheblich zwischen großen Hotelanlagen und Reisen durch ländliche Gebiete. In der Karibik ist konsequenter Sonnenschutz besonders wichtig, auch Dengue tritt in vielen Inselstaaten regelmäßig auf. Bei Kreuzfahrten kommen zusätzlich die oben beschriebenen Risiken durch gastrointestinale und respiratorische Infektionen an Bord hinzu.

Südamerika

Südamerika weist besonders große regionale Unterschiede auf. Argentinien und Chile unterscheiden sich infektiologisch stark vom Amazonasgebiet in Brasilien, Peru oder Kolumbien, wo Gelbfieber, Malaria, Dengue und andere mückenübertragene Erkrankungen relevant sein können. Gelbfieber kommt in Teilen Südamerikas vor, ist aber nicht automatisch in jeder Großstadt des Kontinents ein relevantes Risiko – die Impfindikation muss deshalb anhand der genauen Route bestimmt werden. Peru und Bolivien bringen zusätzlich die Höhenmedizin ins Spiel.

20. Reisen in große Höhen

Ab etwa 2.500 Metern kann Höhenkrankheit auftreten. Kinder sind grundsätzlich nicht vor Höhenkrankheit geschützt und scheinen mindestens ähnlich empfindlich zu sein wie Erwachsene.

Bei kleinen Kindern ist die Diagnose schwieriger, weil sie Kopfschmerzen oder Schwindel nicht zuverlässig beschreiben können. Auffällige Reizbarkeit, ungewöhnliche Müdigkeit, schlechter Schlaf, verminderter Appetit oder Erbrechen nach einem deutlichen Höhenanstieg können Hinweise sein.

Bekannte Reiseziele liegen teilweise überraschend hoch: Cusco etwa auf 3.350 Metern, La Paz rund 3.650 Meter und Lhasa ungefähr 3.700 Meter. Ein direkter Flug von Meereshöhe in eine solche Stadt führt somit innerhalb weniger Stunden zu einer erheblichen Höhenexposition.

Langsamer Aufstieg und Zeit zur Akklimatisation sind die wichtigsten Maßnahmen. Bei deutlichen Beschwerden ist weiteres Aufsteigen falsch; bei schweren Symptomen muss abgestiegen und medizinische Hilfe gesucht werden. Kinder mit relevanten Herz- oder Lungenerkrankungen sollten Höhenreisen vorher individuell besprechen.

21. Baden, Pools und Meer

Ertrinken gehört zu den wichtigsten vermeidbaren Todesursachen bei reisenden Kindern. Ein Pool direkt vor dem Hotelzimmer ist für Eltern bequem, für ein Kleinkind aber gleichzeitig eine erhebliche Gefahrenquelle.

Bei Babys und Kleinkindern bedeutet sichere Aufsicht, sich in unmittelbarer Reichweite zu befinden. Schwimmflügel, Luftmatratzen und aufblasbare Tiere ersetzen keine Aufsicht und keine geeignete Schwimmweste.

Auch Kinder, die bereits schwimmen können, sollten im Meer beaufsichtigt werden. Strömungen, Wellen und ungewohnte Wassertiefe unterscheiden sich deutlich vom Schwimmbad.

22. Hotel und Ferienwohnung kindersicher machen

Direkt nach der Ankunft lohnt sich ein kurzer Sicherheitsrundgang. Betrachten Sie Balkontüren, Geländer, Fenster, Treppen, Steckdosen, offene Pools, Wasserkocher, Medikamente, Putzmittel und schwere Möbel aus der Perspektive eines Kleinkindes.

Bei Babys ist außerdem ein geeigneter Schlafplatz wichtig. Nicht jedes vom Hotel angebotene Reisebett erfüllt dieselben Sicherheitsstandards. Weiche Matratzen, große Kissen, lose Decken und improvisierte Schlafmöglichkeiten sind für Säuglinge nicht geeignet. Internationale pädiatrische Reiseempfehlungen raten ausdrücklich dazu, Unterkünfte auf solche Gefahren zu kontrollieren.

23. Reisen mit chronisch kranken Kindern

Eine chronische Erkrankung bedeutet nicht automatisch, dass Reisen vermieden werden müssen. Häufig ist lediglich mehr Vorbereitung notwendig.

Bei Asthma sollten ausreichend Medikamente, Inhalationshilfe und ein klarer Notfallplan vorhanden sein. Bei schweren Allergien gehören Notfallmedikamente in das Handgepäck und sollten jederzeit erreichbar sein. Bei Epilepsie können Schlafmangel und ausgelassene Medikamentendosen problematisch sein. Bei Diabetes müssen Insulin, Messgeräte, Ersatzmaterial und die Zeitverschiebung berücksichtigt werden.

Kinder mit komplexen Herzfehlern, schwerer Lungenerkrankung, Immunsuppression oder anderen schweren Erkrankungen benötigen eine individuellere Planung. Bei Fernreisen kann es sinnvoll sein, bereits vorab geeignete Kliniken am Reiseziel zu recherchieren.

Medikamente sollten nicht exakt auf die geplante Reisedauer kalkuliert werden. Verspätete Rückflüge, verlorene Tabletten oder Erbrechen einzelner Dosen können sonst rasch zu einem Problem werden.

24. Jugendliche auf Reisen

Bei Jugendlichen sollte Reisemedizin nicht ausschließlich aus Impfungen und Mückenschutz bestehen.

Wer sich am Urlaubsort alleine bewegt, braucht Informationen über sicheren Verkehr und lokale Risiken. Motorroller gehören in vielen Urlaubsländern zu den häufigsten Verkehrsmitteln, können aber gerade für unerfahrene Jugendliche ein erhebliches Unfallrisiko darstellen.

Sexuell aktive Jugendliche sollten Zugang zu verlässlicher Information über Schwangerschafts- und STI-Prävention haben; Kondome gehören bei Bedarf zur Reiseapotheke. Auch lokale Gesetze und kulturelle Regeln können sich erheblich von Österreich unterscheiden.

Alkohol, Schlafmangel und Gruppendruck erhöhen zusätzlich die Wahrscheinlichkeit von Unfällen. Ein vorher vereinbarter Plan, wie ein Jugendlicher nachts sicher zur Unterkunft zurückkommt, kann deshalb gesundheitlich relevanter sein als manche seltene Tropenkrankheit.

25. Was gehört in die Reiseapotheke?

Die Reiseapotheke sollte an Alter, Erkrankungen und Reiseziel angepasst werden. Für einen Strandurlaub in Italien benötigen Sie deutlich weniger als für eine dreiwöchige Reise durch Südostasien. Zur Grundausstattung gehören typischerweise ein digitales Fieberthermometer, alters- und gewichtsgeeignete Schmerz- und Fiebermittel, orale Rehydratationslösung, Pflaster und Verbandsmaterial, Wunddesinfektion, Sonnenschutz, ein geeignetes Insektenschutzmittel und alle regelmäßig benötigten Medikamente.

Je nach Kind und Reise können zusätzlich Asthmamedikamente, Allergie-Notfallmedikamente, Medikamente gegen Reiseübelkeit, eine individuell verordnete Malariaprophylaxe oder andere Stand-by-Medikamente erforderlich sein.

Bei Arzneimitteln für Kinder sollte die notwendige gewichtsbezogene Dosis vor der Reise bekannt sein. Eine fieberhafte Erkrankung um drei Uhr morgens in einem fremden Land ist ein schlechter Zeitpunkt, um erstmals Beipackzettel zu interpretieren.

Eine ausführliche, nach Weltregionen gegliederte Übersicht mit interaktiver Karte finden Sie in unserem eigenen Ratgeber Reiseapotheke für Kinder – weltweit nach Region.

26. Wann muss ein Kind auf Reisen rasch zum Arzt?

Besonders ernst genommen werden sollten:

  • Fieber ab 38,0 °C bei einem Säugling unter drei Monaten
  • Fieber während oder nach einem Aufenthalt in einem Malariagebiet
  • Atemnot oder bläuliche Verfärbung
  • Bewusstseinsstörung, ungewöhnliche Teilnahmslosigkeit oder Krampfanfall
  • Deutliche Austrocknung mit sehr wenig Urin
  • Anhaltendes Erbrechen oder blutiger Durchfall
  • Starke Bauchschmerzen
  • Schwere allergische Reaktion
  • Verdacht auf Hitzschlag
  • Erhebliche Verletzungen
  • Biss oder Kratzer durch ein möglicherweise tollwutgefährdetes Tier
  • Zunehmende starke Kopfschmerzen mit Nackensteife
  • Unerklärliches Fieber mit Hautausschlag
  • Gelbsucht oder insgesamt ein Kind, dessen Zustand Ihnen deutlich ungewöhnlich oder bedrohlich erscheint

Bei Malariarisiko sollten Sie die Reiseanamnese ausdrücklich nennen. Die Aussage „Wir waren vor drei Wochen in Kenia“ kann diagnostisch entscheidend sein.

27. Nach der Rückkehr

Nicht jede Reiseinfektion beginnt während des Urlaubs. Manche Erkrankungen treten erst Tage oder Wochen später auf.

Bei Fieber, ungewöhnlichem Hautausschlag, anhaltendem Durchfall oder anderen ausgeprägten Beschwerden sollten Sie deshalb erwähnen, wo Ihr Kind war, wie lange die Reise dauerte und welche besonderen Expositionen es gab.

Besonders wichtig ist dies nach Aufenthalten in Malariagebieten: Malaria kann auch nach der Rückkehr auftreten, eine korrekt eingenommene Prophylaxe schließt die Erkrankung nicht vollständig aus. Nach einem bekannten Tierbiss oder einer anderen möglichen Tollwutexposition darf ebenfalls nicht abgewartet werden.

28. Häufige Fragen von Eltern

Darf man mit einem Baby fliegen?

Bei einem gesunden, reif geborenen Baby grundsätzlich ja. Nicht notwendige Flugreisen sollten unmittelbar nach der Geburt möglichst vermieden werden. Bei Frühgeborenen sowie Kindern mit Herz- oder Lungenerkrankungen ist eine vorherige ärztliche Rücksprache sinnvoll.

Braucht mein Kind vor dem Fliegen abschwellende Nasentropfen?

Normalerweise nein. Für die Vorbeugung von Ohrenschmerzen beim Fliegen ist ein Nutzen abschwellender Medikamente beziehungsweise Antihistaminika bei Kindern nicht überzeugend belegt. Saugen, Trinken, Schlucken oder Kauen während des Sinkflugs sind die sinnvolleren Maßnahmen.

Ab welchem Alter darf ein Baby in die Sonne?

Direkte intensive Sonne sollte bei Babys möglichst vermieden werden. Schatten, Kleidung und Kopfbedeckung sind der wichtigste Schutz, später kommt großzügig angewendeter Breitband-Sonnenschutz hinzu.

Muss ein voll gestilltes Baby im Sommer zusätzlich Wasser trinken?

In den ersten sechs Lebensmonaten normalerweise nicht. Nach WHO-Empfehlung deckt Muttermilch auch bei heißem Wetter den Flüssigkeitsbedarf; das Baby kann einfach häufiger gestillt werden.

Welche Fernreise ist mit einem kleinen Baby am unkompliziertesten?

Am einfachsten sind Länder mit sehr guter medizinischer Infrastruktur, sicherem Trinkwasser, geringem Risiko gefährlicher Tropenkrankheiten und moderatem Klima. Japan, Südkorea, Singapur, Australien, Neuseeland, Kanada oder viele Regionen Nord- und Westeuropas sind medizinisch meist einfacher als Länder mit hohem Malaria- oder Gelbfieberrisiko. Allerdings spielen Fluglänge, Jahreszeit und konkrete Route ebenfalls eine Rolle.

Kann man mit einem Baby nach Afrika reisen?

Ja, aber „Afrika“ ist medizinisch viel zu groß, um eine pauschale Antwort zu geben. Kapstadt unterscheidet sich grundlegend von einem ländlichen Gebiet in Westafrika. Bei Reisen in Malaria- oder Gelbfiebergebiete steigt der Planungsbedarf erheblich, besonders bei Säuglingen.

Ist Malaria für Kinder gefährlicher?

Ja. Insbesondere kleine Kinder können rasch schwer erkranken. Konsequenter Mückenschutz, gegebenenfalls eine individuell verordnete medikamentöse Prophylaxe und die sofortige Abklärung von Fieber sind deshalb entscheidend.

Reicht ein Moskitonetz gegen Malaria?

Nein. Ein Moskitonetz ist ein wichtiger Bestandteil des Schutzes, aber bei entsprechendem Reiseziel müssen auch Repellent, lange Kleidung und gegebenenfalls eine medikamentöse Prophylaxe berücksichtigt werden.

Soll mein Kind Tiere im Urlaub streicheln?

Bei unbekannten Hunden, Katzen, Affen, Fledermäusen und anderen Säugetieren in Tollwutgebieten besser nicht. Auch scheinbar zahme Tiere können beißen oder kratzen.

Was tun nach einem Affen- oder Hundebiss?

Die Wunde sofort lange mit Wasser und Seife reinigen und noch am selben Tag medizinisch beurteilen lassen. Je nach Situation sind Tollwutimpfung, Immunglobulin und eine Überprüfung des Tetanusschutzes erforderlich.

Welche Reiseziele sind für Babys medizinisch besonders anspruchsvoll?

Vor allem Regionen mit hohem Malariarisiko, Gelbfieber, sehr eingeschränkter medizinischer Versorgung, extremer Hitze, großer Höhenlage oder langen Transportwegen. Je jünger das Kind, desto stärker fallen diese Faktoren ins Gewicht.

29. Fazit

Urlaub mit Kindern muss weder kompliziert noch gefährlich sein. Die meisten gesundheitlichen Probleme lassen sich durch gute Planung erheblich reduzieren.

Dabei sind oft nicht die exotischen Krankheiten die größten Risiken. Verkehrsunfälle, Ertrinken, Hitze, Sonnenbrand, Durchfall und Verletzungen sind für Familien mindestens ebenso wichtig. Gleichzeitig dürfen seltenere, aber potenziell lebensbedrohliche Erkrankungen wie Malaria oder Tollwut bei entsprechenden Reisezielen nicht unterschätzt werden.

Für einen gesunden Schulkindurlaub innerhalb Europas genügen meistens ein kontrollierter Impfstatus, eine gute Reiseapotheke sowie vernünftiger Sonnen-, Wasser- und Unfallschutz. Bei Fernreisen mit Babys und Kleinkindern sollten Sie dagegen wesentlich genauer planen.

Besonders bei Reisen nach Afrika, Asien, Lateinamerika oder in abgelegene Regionen empfiehlt sich einige Wochen vor der Abreise eine individuelle reisemedizinische Beratung. Dabei sollten nicht nur das Land, sondern genaue Reiseroute, Reisezeit, Alter und Gewicht des Kindes, Aufenthaltsdauer, Unterkunft, Aktivitäten, Impfstatus und medizinische Versorgung vor Ort berücksichtigt werden.

Und schließlich gilt eine der wichtigsten Regeln der Reisemedizin: Tritt nach einer Fernreise eine ungewöhnliche Erkrankung auf, sollte die Reise dem behandelnden Arzt immer mitgeteilt werden. Ein kurzer Satz wie „Wir waren vor zwei Wochen in einem Malariagebiet“ kann im entscheidenden Moment den Unterschied machen.

30. Quellen

  • Weltgesundheitsorganisation (WHO) – World Malaria Report 2025/Malaria Fact Sheet, Fact Sheets Gelbfieber, Tollwut, Japanische Enzephalitis, Dengue, UV-Index; WHO-Impfstoffempfehlungen RTS,S und R21
  • Österreichisches Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz – reisemedizinische Hinweise, Malariaprophylaxe, Gelbfieberimpfstellen
  • Nationales Impfgremium (NIG), Österreich – Impfplan Österreich 2025/2026 mit Aktualisierungen 2026
  • American Academy of Pediatrics (AAP) – Empfehlungen zu Flugreisen mit Säuglingen, Autofahrten und Pausen, Reisekrankheit
  • US Federal Aviation Administration (FAA) – Empfehlung zugelassener Kinderrückhaltesysteme im Flugzeug
  • CDC (Centers for Disease Control and Prevention) Yellow Book, USA – Kapitel „Traveling Safely with Infants and Children", Länderprofile, Malaria- und Gelbfieber-Empfehlungen
  • GeoSentinel Surveillance Network – Auswertung erkrankter pädiatrischer Reiserückkehrer (1.591 Fälle)
  • Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit (DTG/StAR) – Malariaprävention für Reisende, Länder-Malariatabelle 2026
  • Robert Koch-Institut (RKI), Deutschland – FSME-Risikogebiete, reisemedizinische Empfehlungen
  • WHO International Health Regulations – Gültigkeit der Gelbfieberimpfung, Länderklassifikation Gelbfieberrisiko (27 afrikanische, 13 lateinamerikanische Länder)
  • WOAH (Weltorganisation für Tiergesundheit) – Tollwutstatus im Ländervergleich
  • NHS / TravelHealthPro (NaTHNaC – National Travel Health Network and Centre), Vereinigtes Königreich – Kinderreisemedizin, Länderprofile
  • Public Health Agency of Canada (PHAC) – travel.gc.ca Reisehinweise für Familien
  • Türkisches Gesundheitsministerium – reisemedizinische Empfehlungen für Kinder
  • Japanisches Gesundheitsministerium (MHLW) – Hinweise zu Masern bei internationalen Reisen
  • Chinesischsprachige, russischsprachige und arabischsprachige WHO-Länderinformationen zu Malaria und Reiseimpfungen
  • Fachliteratur zu VFR-Reisenden („visiting friends and relatives") und pädiatrischer Höhenkrankheit (referenziert über PubMed)