Studienvergleiche: Welche Therapie für wen?
Was direkte Studienvergleiche, Netzwerk- und Registerdaten wirklich aussagen, welche Therapie zu welchem Risikoprofil passen kann und welche Schlüsselstudien die heutige Behandlung prägen.
Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel ist eine wissenschaftlich orientierte, allgemein verständliche Übersicht und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapieentscheidung. Gerade bei Multipler Sklerose (MS) hängt die optimale Behandlung von Alter, Verlaufsform, Krankheitsaktivität, MRT-Befunden, Begleiterkrankungen, Kinderwunsch, Infektionsrisiken, Impfstatus und vielen weiteren Faktoren ab. Bei Kindern und Jugendlichen sollte die Betreuung möglichst in einem Zentrum mit Erfahrung in pädiatrischer Neuroimmunologie erfolgen.
Der Artikel dient der medizinischen Information. Er ersetzt keine individuelle Diagnose oder Therapieentscheidung durch Neurologie, Neuropädiatrie oder ein spezialisiertes MS-Zentrum.
196 Die wichtigsten DMTs im direkten Vergleich
Die folgende Einordnung ist keine Rangliste und ersetzt keine individuelle Auswahl. Sie zeigt, warum sich die Medikamente nicht allein über „Wirksamkeit“ vergleichen lassen.
Interferon beta: moderate Wirksamkeit; sehr lange Erfahrung; Injektion; kein relevantes opportunistisches Infektionssignal wie bei stärker immunsuppressiven Therapien; grippeähnliche Symptome und Injektionsprobleme; Schwangerschaftserfahrung günstig. Geeignet, wenn ein konservatives Sicherheitsprofil Priorität hat und die Erkrankung nicht hochaktiv ist.
Glatirameracetat: moderate Wirksamkeit; Injektion; sehr wenig systemisches Monitoring; lokale Reaktionen und Lipoatrophie; gute Erfahrung bei Schwangerschaft. Ebenfalls eher für niedrigere Aktivität oder besondere Sicherheitsprioritäten.
Teriflunomid: moderate orale Therapie; einfache tägliche Einnahme; Leber- und Reproduktionsaspekte zentral; sehr lange Elimination; beschleunigte Elimination möglich; in der EU auch pädiatrisch ab zehn Jahren.
Dimethylfumarat: moderate bis höhere Wirksamkeit; oral; Flush und gastrointestinale Beschwerden; Lymphopenie und selten PML; in der EU ab 13 Jahren bei RRMS.
Fingolimod: höhere Wirksamkeit als klassische Plattformtherapien; oral; pädiatrische randomisierte Evidenz; kardiale Erstgabe, Makulaödem, Infektionen und Rebound; Schwangerschaft problematisch.
Ozanimod/Ponesimod: orale S1P-Modulatoren mit unterschiedlichen Rezeptorprofilen und Aufdosierungsschemata; gute Kontrolle der Schub- und MRT-Aktivität; ähnliche Klassenfragen zu Lymphopenie, Infektion, Leber, Augen, Herz und Reproduktion.
Siponimod: speziell für aktive SPMS bedeutsam; CYP2C9-Genotypisierung; Wirkung auf Progression in EXPAND; Klassenrisiken der S1P-Modulation.
Natalizumab: sehr hohe und rasche Wirksamkeit; keine breite periphere Lymphozytendepletion; PML ist der zentrale limitierende Faktor; JCV-Risikostratifizierung; Rebound nach Absetzen; bei JCV-negativen hochaktiven Patienten oft sehr attraktiv.
Ocrelizumab: sehr hohe Wirksamkeit bei RMS und nachgewiesener Nutzen bei PPMS; halbjährliche Infusion beziehungsweise je nach Region alternative Applikationsformen; Infektionen, Impfantwort und Immunglobuline langfristig beachten.
Ofatumumab: sehr hohe Wirksamkeit bei RMS; monatliche subkutane Selbstinjektion nach Einleitung; ähnliche Anti-CD20-Fragen; keine Infusionszentrumspflicht nach Einweisung.
Ublituximab: hochwirksamer intravenöser Anti-CD20-Antikörper; starke MRT- und Schubkontrolle; Infusionsreaktionen; langfristige Real-World-Daten wachsen.
Rituximab: für MS off-label in vielen Ländern, aber große Registererfahrung, besonders in Skandinavien; kostengünstig in manchen Systemen; regulatorischer Status unterscheidet sich von zugelassenen Anti-CD20-Medikamenten.
Cladribin: hochwirksame orale Immunrekonstitution über kurze Zyklen; keine kontinuierliche monatliche oder halbjährliche Gabe; Lymphopenie und Infektionsscreening; Schwangerschaftsintervalle; geeignet für Menschen, die ein pulsatiles Konzept bevorzugen.
Alemtuzumab: hochwirksam und pulsatil; aber komplexe sekundäre Autoimmunität und langes Sicherheitsmonitoring; heute selektiver Einsatz.
Tolebrutinib: andere Zielgruppe als die meisten RMS-DMTs; EU-Zulassung 2026 für SPMS ohne Schübe in den letzten zwei Jahren; hirngängiger BTK-Hemmer; Lebertoxizität zentral; Langzeit-Real-World-Erfahrung noch begrenzt.
AHSCT: kein klassisches Arzneimittel; sehr intensive Immunrekonstitution; besonders bei hochaktiver RRMS trotz hochwirksamer DMT oder ausgewählten aggressiven Verläufen; höheres kurzfristiges Risiko als übliche DMT; potenziell lange therapiefreie Remission.
197 Head-to-Head und Comparative Effectiveness: welche DMT ist wirksamer?
Direkte randomisierte Vergleiche zwischen modernen hochwirksamen MS-Therapien sind selten. Viele Zulassungsstudien vergleichen gegen Placebo oder gegen ältere Plattformtherapien. Deshalb stammen zahlreiche Aussagen zur relativen Wirksamkeit aus Registerdaten und . Diese sind wertvoll, aber anfällig für by indication: schwerer erkrankte Patienten erhalten häufig gerade die stärkeren Medikamente.
Ocrelizumab und Natalizumab wurden 2025 in einer italienischen multizentrischen Real-World-Studie über bis zu fünf Jahre verglichen. Nach Matching fanden sich keine signifikanten Unterschiede bei Schüben, MRT-Aktivität oder bestätigter Behinderungsprogression; Ocrelizumab war mit mehr milden bis moderaten Nebenwirkungen, aber möglicherweise höherer Persistenz verbunden. Quelle: PMID 39880749, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39880749/
Eine kleinere deutsche Kohorte hatte zuvor bei kombiniertem NEDA-3 keinen Unterschied gezeigt, aber weniger Schübe unter Ocrelizumab. Solche Unterschiede zwischen Studien verdeutlichen, dass Zentrum, Vorbehandlung und Follow-up die Resultate beeinflussen. Quelle: PMID 36568489.
Cladribin wurde in MSBase gegen Fingolimod, Natalizumab, Ocrelizumab und Alemtuzumab verglichen. Cladribin war bei Schüben wirksamer als Fingolimod, aber weniger wirksam als Natalizumab, Ocrelizumab und Alemtuzumab; Behinderungsverschlechterung war gegenüber Natalizumab und Ocrelizumab häufiger. Diese Daten sind nicht randomisiert und dürfen nicht als starres Ranking verstanden werden. Quelle: PMID 39087208, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39087208/
Nach Fingolimod-Absetzen ist die Wahl der Folgetherapie besonders wichtig. Eine MSBase-Analyse von 1.045 Patienten fand nach Wechsel eine von 0,07 unter Ocrelizumab, 0,11 unter Natalizumab und 0,25 unter Cladribin. Auch hier können Selektion und Timing beitragen, doch die Daten sprechen dafür, nach S1P-Absetzen keine lange therapeutische Lücke zu lassen. Quelle: PMID 36261289, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36261289/
198 Direkte Head-to-Head-Evidenz: was wir wirklich vergleichen können
Direkte randomisierte Vergleiche sind wertvoller als indirekte Ranglisten aus getrennten Placebo-Studien, weil Population, Kalenderzeit, MRT-Technik und Endpunktdefinition innerhalb derselben Studie kontrolliert werden.
Fingolimod versus Interferon beta-1a TRANSFORMS zeigte bei Erwachsenen eine niedrigere Schubrate unter Fingolimod. PARADIGMS zeigte bei Kindern einen noch größeren Unterschied: 0,12 versus 0,67. Die pädiatrische Evidenz ist deshalb besonders stark.
Alemtuzumab versus Interferon beta-1a CARE-MS I/II zeigten niedrigere Schubaktivität unter Alemtuzumab. Die Sicherheitsbilanz verhindert jedoch, dass Wirksamkeit allein die Therapieentscheidung bestimmt.
Ocrelizumab versus Interferon beta-1a OPERA I/II: ARR 0,16 versus 0,29, 46-47% relative Reduktion, plus Vorteil bei bestätigter Behinderungsprogression und massiver MRT-Unterdrückung.
Ozanimod versus Interferon beta-1a SUNBEAM/RADIANCE zeigten niedrigere Schubraten und MRT-Aktivität unter Ozanimod; ein konsistenter großer Vorteil auf Behinderungsprogression wurde in der relativ kurzen Studiendauer nicht in gleichem Maß demonstriert.
Ponesimod versus Teriflunomid OPTIMUM: ARR 0,202 versus 0,290, außerdem Vorteile bei aktiven MRT-Läsionen, Hirnvolumenverlust und einem Fatigue-Endpunkt; keine Reduktion bestätigter Behinderungsakkumulation.
Ofatumumab versus Teriflunomid ASCLEPIOS: ARR ungefähr halbiert; gepoolt signifikant weniger 3- und 6-Monats-bestätigte Behinderungsverschlechterung.
Ublituximab versus Teriflunomid ULTIMATE I/II: sehr starke Schub- und MRT-Reduktion, aber kein signifikanter gepoolter Vorteil auf 12-Wochen-bestätigte Behinderungsprogression.
Tolebrutinib versus Teriflunomid GEMINI 1/2: keine Überlegenheit bei ARR. Der positive HERCULES-Befund in nrSPMS darf deshalb nicht als allgemeine Überlegenheit Tolebrutinibs bei RMS interpretiert werden.
Rituximab versus Dimethylfumarat RIFUND-MS: 3% versus 16% mit mindestens einem protokolldefinierten Schub über 24 Monate. Dieser öffentlich finanzierte RCT ist besonders wichtig, weil er eine häufig off-label eingesetzte, kostengünstige B-Zell-Therapie gegen eine zugelassene orale Standardtherapie prüfte.
Rituximab versus Ocrelizumab OVERLORD-MS liefert 2026 randomisierte Evidenz, die ältere nicht-randomisierte Vergleiche ergänzt. In der untersuchten Population und mit dem vorgegebenen MRT-Endpunkt konnte Rituximab die sfrage gegenüber Ocrelizumab erfüllen. Daraus folgt nicht automatisch Gleichwertigkeit für alle Langzeit-, Sicherheits-, Schwangerschafts- oder Progressionsendpunkte.
199 Schnelltabelle: zentrale direkte randomisierte Vergleiche
| Studie | Vergleich | Population | Primärer/zentraler Befund | Interpretation |
|---|---|---|---|---|
| TEMSO | Teriflunomid vs Placebo | RMS Erwachsene | 0,37 vs 0,54; ca. 31% Reduktion | moderate orale Wirksamkeit, Referenz für spätere Studien |
| FREEDOMS | Fingolimod vs Placebo | RMS Erwachsene | ARR 0,18 vs 0,40; Behinderungsrisiko reduziert | starke orale Entzündungskontrolle |
| PARADIGMS | Fingolimod vs IFN beta-1a | POMS 10-17 Jahre | ARR 0,12 vs 0,67; 82% relative Reduktion | einer der stärksten pädiatrischen direkten RCT-Befunde |
| TERIKIDS | Teriflunomid vs Placebo | POMS 10-17 Jahre | primärer Schubendpunkt nicht signifikant; T2-Läsionen -55%, Gd-Läsionen -75% | klinischer Endpunkt durch frühe Wechsel/MRT-Aktivität erschwert |
| RADIANCE III | Ozanimod vs IFN beta-1a | RMS Erwachsene | ARR 0,17 (1 mg) vs 0,28 | Überlegenheit bei Schubaktivität |
| OPTIMUM | Ponesimod vs Teriflunomid | RMS Erwachsene | ARR 0,202 vs 0,290; -30,5% | orale H2H-Überlegenheit, aber kein signifikanter CDP-Vorteil |
| AFFIRM | Natalizumab vs Placebo | RRMS Erwachsene | Schubrate ca. -68%; Progressionsrisiko ca. -42% | hochwirksame Monotherapie |
| OPERA I/II | Ocrelizumab vs IFN beta-1a | RMS Erwachsene | ARR 0,16 vs 0,29; -46/-47%; CDP reduziert | starker direkter Nachweis für Anti-CD20 |
| ASCLEPIOS I/II | Ofatumumab vs Teriflunomid | RMS Erwachsene | ARR 0,11/0,10 vs 0,22/0,25; 3m-CDW HR 0,66 | starke Schub-, MRT- und Behinderungsevidenz |
| ULTIMATE I/II | Ublituximab vs Teriflunomid | RMS Erwachsene | ARR 0,08/0,09 vs 0,19/0,18; MRT sehr stark | hochwirksam bei Entzündung; CDP nicht signifikant unterschiedlich |
| RIFUND-MS | Rituximab vs Dimethylfumarat | frühe aktive RRMS/CIS | Relapse bei 3% vs 16%; RR 0,19 | randomisierte Evidenz für off-label Rituximab |
| CARE-MS I/II | Alemtuzumab vs IFN beta-1a | aktive RRMS | deutlich weniger Schübe; teils Behinderungsvorteil | hohe Wirksamkeit, aber komplexes Sicherheitsprofil |
| HERCULES | Tolebrutinib vs Placebo | nrSPMS | 6m-CDP 22,6% vs 30,7%; HR 0,69 | erster überzeugender Phase-III-Effekt in dieser nrSPMS-Population |
| GEMINI 1/2 | Tolebrutinib vs Teriflunomid | RMS | keine Überlegenheit bei ARR | Progressionswirkung nicht mit RMS-Schubüberlegenheit gleichsetzen |
| DISCOMS | DMT fortsetzen vs absetzen | stabile MS >=55 Jahre | des Absetzens nicht gezeigt | Absetzen kann zusätzliche MRT-Aktivität erzeugen |
| DOT-MS | Erstlinien-DMT fortsetzen vs absetzen | langjährig stabile MS, median jünger | 17,8% Aktivität nach Absetzen vs 0%; Studie früh beendet | Stabilität allein garantiert kein sicheres Absetzen |
Weniger Schübe als in der Vergleichsgruppe – Studie für Studie
Jede Zeile ist eine eigene : Ein Prüfmedikament (dunkler Balken) wurde direkt mit einer Vergleichsbehandlung (heller Balken) verglichen. Die Länge zeigt die . Tippen oder klicken Sie auf eine Studie, um Einzelheiten zu sehen.
Nur innerhalb einer Zeile vergleichen – keine Rangliste der Medikamente
Die Effektgrößen stammen aus unterschiedlichen Jahrzehnten, Populationen und Endpunkten. Ein ARR-Unterschied von 0,12 gegenüber 0,67 in einer Studie mit Kindern kann nicht direkt gegen 0,08 gegenüber 0,19 in einer Studie mit Erwachsenen ausgespielt werden. Die Studien stehen deshalb in der Reihenfolge der Tabelle, nicht nach Wirkung sortiert.
Die entscheidende Frage lautet nicht „Welches Medikament ist Nummer 1?“, sondern: Wie hoch ist das Krankheitsrisiko dieser Person, welches Ziel soll erreicht werden, und welche Risiken bringt die Therapie für sie mit?
TEMSO: Teriflunomid gegenüber Placebo
Wer wurde untersucht: Erwachsene mit schubförmiger MS (in der Tabelle „RMS“).
Jährliche Schubrate: 0,37 Schübe pro Person und Jahr unter Teriflunomid gegenüber 0,54 unter Placebo.
Weiterer Befund: rund 31 % weniger Schübe als unter Placebo (Tabelle: „ca. 31% Reduktion“).
Einordnung: mäßig starke Wirkung einer Tablette; Bezugspunkt für spätere Studien.
FREEDOMS: Fingolimod gegenüber Placebo
Wer wurde untersucht: Erwachsene mit schubförmiger MS (in der Tabelle „RMS“).
Jährliche Schubrate: 0,18 Schübe pro Person und Jahr unter Fingolimod gegenüber 0,40 unter Placebo.
Weiterer Befund: außerdem war das Risiko einer Behinderungszunahme verringert.
Einordnung: Tablette mit starker Kontrolle der Entzündung.
Die Dosis in FREEDOMS war Fingolimod 0,5 mg.
PARADIGMS: Fingolimod gegenüber Interferon beta-1a
Wer wurde untersucht: Kinder und Jugendliche von 10 bis 17 Jahren mit MS, die vor dem 18. Geburtstag begonnen hat (in der Tabelle „POMS“).
Jährliche Schubrate: 0,12 Schübe pro Person und Jahr unter Fingolimod gegenüber 0,67 unter Interferon beta-1a.
Weiterer Befund: 82 % weniger Schübe im Verhältnis zur Vergleichsgruppe (relative Reduktion).
Einordnung: einer der stärksten Befunde aus direkten randomisierten Vergleichen bei Kindern und Jugendlichen.
Schwere unerwünschte Ereignisse, darunter Krampfanfälle und Infektionen, traten unter Fingolimod häufiger auf.
RADIANCE III: Ozanimod 1 mg gegenüber Interferon beta-1a
Wer wurde untersucht: Erwachsene mit schubförmiger MS (in der Tabelle „RMS“).
Jährliche Schubrate: 0,17 Schübe pro Person und Jahr unter Ozanimod 1 mg gegenüber 0,28 unter Interferon beta-1a.
Weiterer Befund: die niedrigere Dosis 0,5 mg Ozanimod lag über 24 Monate bei 0,22; beide Dosen waren dem Interferon statistisch überlegen, die höhere stärker.
Einordnung: Überlegenheit bei der Schubaktivität.
OPTIMUM: Ponesimod gegenüber Teriflunomid
Wer wurde untersucht: Erwachsene mit schubförmiger MS (in der Tabelle „RMS“).
Jährliche Schubrate: 0,202 Schübe pro Person und Jahr unter Ponesimod gegenüber 0,290 unter Teriflunomid.
Weiterer Befund: 30,5 % weniger Schübe im Verhältnis zur Vergleichsgruppe.
Einordnung: eine Tablette war einer anderen Tablette im direkten Vergleich überlegen – bei der bestätigten Behinderungszunahme (CDP) zeigte sich aber kein signifikanter Vorteil.
OPERA I und II: Ocrelizumab gegenüber Interferon beta-1a
Wer wurde untersucht: Erwachsene mit schubförmiger MS (in der Tabelle „RMS“). Es waren zwei gleich aufgebaute Studien; der Text nennt für beide dieselben Schubraten.
Jährliche Schubrate: 0,16 Schübe pro Person und Jahr unter Ocrelizumab gegenüber 0,29 unter Interferon beta-1a.
Weiterer Befund: 46 % bzw. 47 % weniger Schübe im Verhältnis zur Vergleichsgruppe; die bestätigte Behinderungszunahme (CDP) war verringert.
Einordnung: starker direkter Nachweis für die Anti-CD20-Antikörper.
ASCLEPIOS I: Ofatumumab gegenüber Teriflunomid
Wer wurde untersucht: Erwachsene mit schubförmiger MS (in der Tabelle „RMS“). Die Tabelle nennt ASCLEPIOS I und II zusammen: „ARR 0,11/0,10 vs 0,22/0,25“ – hier die jeweils ersten Werte.
Jährliche Schubrate: 0,11 Schübe pro Person und Jahr unter Ofatumumab gegenüber 0,22 unter Teriflunomid.
Weiterer Befund: in der gemeinsamen Auswertung beider Studien trat eine über 3 Monate bestätigte Behinderungsverschlechterung bei 10,9 % gegenüber 15,0 % auf ( 0,66 – ein Wert unter 1 bedeutet ein geringeres Risiko unter Ofatumumab).
Einordnung: starke Belege bei Schüben, MRT und Behinderung.
ASCLEPIOS II: Ofatumumab gegenüber Teriflunomid
Wer wurde untersucht: Erwachsene mit schubförmiger MS (in der Tabelle „RMS“). Die Tabelle nennt ASCLEPIOS I und II zusammen: „ARR 0,11/0,10 vs 0,22/0,25“ – hier die jeweils zweiten Werte.
Jährliche Schubrate: 0,10 Schübe pro Person und Jahr unter Ofatumumab gegenüber 0,25 unter Teriflunomid.
Weiterer Befund: in der gemeinsamen Auswertung beider Studien trat eine über 3 Monate bestätigte Behinderungsverschlechterung bei 10,9 % gegenüber 15,0 % auf (Hazard Ratio 0,66 – ein Wert unter 1 bedeutet ein geringeres Risiko unter Ofatumumab).
Einordnung: starke Belege bei Schüben, MRT und Behinderung.
ULTIMATE I: Ublituximab gegenüber Teriflunomid
Wer wurde untersucht: Erwachsene mit schubförmiger MS (in der Tabelle „RMS“).
Jährliche Schubrate: 0,08 Schübe pro Person und Jahr unter Ublituximab gegenüber 0,19 unter Teriflunomid.
Weiterer Befund: sehr starke Wirkung auf die MRT-Befunde.
Einordnung: hochwirksam gegen die Entzündung; bei der bestätigten Behinderungszunahme (CDP) kein signifikanter Unterschied – gemeinsam ausgewertet etwa 5,2 % unter Ublituximab gegenüber 5,9 % unter Teriflunomid.
ULTIMATE II: Ublituximab gegenüber Teriflunomid
Wer wurde untersucht: Erwachsene mit schubförmiger MS (in der Tabelle „RMS“).
Jährliche Schubrate: 0,09 Schübe pro Person und Jahr unter Ublituximab gegenüber 0,18 unter Teriflunomid.
Weiterer Befund: sehr starke Wirkung auf die MRT-Befunde.
Einordnung: hochwirksam gegen die Entzündung; bei der bestätigten Behinderungszunahme (CDP) kein signifikanter Unterschied – gemeinsam ausgewertet etwa 5,2 % unter Ublituximab gegenüber 5,9 % unter Teriflunomid.
200 Direkte Vergleiche versus Netzwerk-Metaanalysen
Eine Rangliste aller DMTs aus getrennten Zulassungsstudien ist methodisch problematisch. Die Placebogruppen der 1990er Jahre hatten häufig wesentlich höhere Schubraten als moderne Studienpopulationen. Diagnosekriterien, MRT-Technik, Vorbehandlungen und Schubdefinitionen haben sich verändert. Deshalb kann eine scheinbar größere relative Reduktion in einer alten Studie nicht direkt als größere absolute Wirksamkeit eines Wirkstoffs interpretiert werden.
Netzwerk- versuchen, diese Lücken statistisch zu überbrücken. Sie zeigen konsistent, dass hochwirksame monoklonale Antikörper und Immunrekonstitutionsstrategien bei Schub- und MRT-Endpunkten im oberen Wirksamkeitsbereich liegen. Die Unsicherheit wird größer bei langfristiger Behinderung, PIRA, Lebensqualität, Schwangerschaft, Krebs, schweren Infektionen und sehr seltenen Nebenwirkungen.
Für die klinische Praxis sollten daher drei Evidenzebenen gleichzeitig betrachtet werden: A. direkte RCTs gegen einen aktiven Vergleich; B. Langzeitregister und Real-World-Daten; C. substanzspezifische Sicherheits- und Lebensphasendaten.
Ein Medikament kann bei führend erscheinen und trotzdem für eine konkrete Person ungeeignet sein, etwa wegen JCV-Positivität, Kinderwunsch, Hypogammaglobulinämie, Lebererkrankung, kardialer Erkrankung oder Adhärenzproblemen.
201 Real-World-Evidenz: warum sie für Medikamentvergleiche unverzichtbar ist
Randomisierte Studien dauern meist zwei bis drei Jahre und schließen viele ältere, multimorbide oder besonders komplizierte Patienten aus. MS wird jedoch über Jahrzehnte behandelt. Register beantworten daher Fragen, die RCTs kaum abbilden können:
- Wie lange bleiben Patienten auf einer Therapie?
- Wie häufig treten schwere Infektionen nach fünf oder zehn Jahren auf?
- Wie verändert sich IgG unter wiederholter Anti-CD20-Therapie?
- Welche Therapie wird im höheren Alter abgesetzt?
- Was passiert nach Schwangerschaft oder Therapiepause?
- Welche Sequenz ist nach Natalizumab oder Fingolimod am sichersten?
- Welche Therapie reduziert langfristig Übergang zu SPMS?
Die stärksten Registerquellen sind unter anderem MSBase, das schwedische MS-Register, das dänische MS-Register, OFSEP in Frankreich, italienische Netzwerke, britische Register, deutsche Kohorten und große nordamerikanische Datenbanken. Ihre Stärke ist Größe und Langzeitbeobachtung; ihre Schwäche ist by indication. Patienten mit aggressiver Erkrankung erhalten häufig stärkere Medikamente, was naive Vergleiche verzerren kann. , inverse Gewichtung und Target-Trial-Emulation reduzieren, aber beseitigen diese Verzerrung nicht vollständig.
202 Welche Therapie für welches Risikoprofil?
Es gibt keine universell beste DMT. Eine rationale Auswahl verbindet Krankheitsrisiko und Therapierisiko.
Bei einem sehr jungen Patienten mit zwei schweren Schüben, Rückenmarksläsionen, Gadoliniumaktivität und hoher T2-Läsionslast ist das Risiko bleibender unbehandelter Entzündung hoch. Hier spricht viel für frühe hochwirksame Therapie, sofern Sicherheitsfaktoren berücksichtigt sind.
Bei milder klinischer Präsentation und niedriger Läsionslast kann ebenfalls hochwirksam begonnen werden, aber eine moderat wirksame Therapie kann bei bestimmten Präferenzen vertretbar sein, wenn engmaschig kontrolliert und bei Aktivität rasch gewechselt wird. Der Fehler ist weniger die Wahl eines moderateren Präparats als jahrelanges Ignorieren objektiver Durchbruchaktivität.
Bei JCV-positiven Patienten mit hohem Index und langer Natalizumab-Exposition gewinnt PML-Risikomanagement an Gewicht. Anti-CD20, Cladribin oder andere Strategien können Alternativen sein, abhängig von Vorbehandlung und Schwangerschaftsplanung.
Bei häufigen bakteriellen Infekten, Bronchiektasen oder bereits niedrigem IgG ist langfristige B-Zell-Depletion weniger attraktiv. Bei chronischer Lebererkrankung sind lebertoxische Substanzen problematisch. Bei relevanter kardialer Erkrankung erfordern S1P-Modulatoren besondere Vorsicht. Bei aktiver oder zurückliegender Malignität sollte die Auswahl interdisziplinär erfolgen.
Kinderwunsch verändert die Sequenzierung fundamental. Manche Medikamente müssen Monate vor Konzeption beendet werden, andere können unter bestimmten Umständen bis zur Schwangerschaft oder in der Schwangerschaft fortgeführt werden. Das Ziel ist, sowohl fetale Sicherheit als auch maternale Krankheitskontrolle zu berücksichtigen.
203 Therapiewahl nach Risikoprofil: substanzbasierte Beispiele
Junge Person mit sehr aktiver RRMS, mehreren Gadolinium-Läsionen und häufigen Schüben
- starke Argumente für frühe hochwirksame DMT.
- Optionen abhängig von JCV, Schwangerschaftsplanung, Infektionsprofil und Präferenz: Anti-CD20, Natalizumab, Cladribin, in ausgewählten Fällen Alemtuzumab; S1P-Modulatoren können ebenfalls hochwirksam sein.
JCV-positiver Patient mit hohem Index und langer Natalizumab-Exposition
- steigendes PML-Risiko kann Wechsel sinnvoll machen.
- der Wechsel muss so geplant werden, dass Natalizumab-Rebound minimiert und Carry-over-PML berücksichtigt wird.
Patientin mit Kinderwunsch in naher Zukunft
- Interferon/Glatiramer bei moderater Aktivität.
- bei hochaktiver Erkrankung präkonzeptionelle Anti-CD20-Strategie oder ausgewählte Natalizumab-Strategie.
- Fingolimod ist wegen teratogener Risiken und Reboundproblem besonders planungsintensiv.
- Cladribin kann nach abgeschlossenem Sicherheitsintervall eine therapiefreie Schwangerschaftsphase ermöglichen.
Älterer Patient mit stabiler MS und wiederkehrenden Infektionen unter Anti-CD20
- Immunglobuline, Alter, Komorbiditäten, letzte entzündliche Aktivität und MRT berücksichtigen.
- verlängerte Dosierungsintervalle, Deeskalation oder Absetzen können diskutiert werden, sind aber nicht automatisch sicher; DISCOMS und DOT-MS zeigen, dass auch lange Stabilität keine absolute Garantie ist.
SPMS ohne Schübe seit zwei Jahren
- klassische antiinflammatorische RMS-DMTs haben begrenzte Evidenz.
- in der EU steht seit 2026 Tolebrutinib als spezifisch zugelassene Option zur Verfügung, sofern Kontraindikationen und Leberrisiko berücksichtigt werden.
Aktive SPMS
- Siponimod besitzt spezifische RCT-Evidenz und EU-Zulassung.
- andere RMS-DMTs können je nach regulatorischer Definition und Aktivität ebenfalls relevant sein.
PPMS
- Ocrelizumab bleibt die zentrale zugelassene immunmodulatorische Therapie für geeignete erwachsene Patienten mit früher PPMS und entzündlicher Bildgebung in der EU.
204 Therapieevidenz – weitere historische und moderne Schlüsselstudien
- AFFIRM etablierte Natalizumab als hochwirksame Monotherapie bei schubförmiger MS. Die starke Reduktion von Schüben und MRT-Aktivität wurde später durch das PML-Risiko in eine komplexe Nutzen-Risiko-Abwägung überführt.
- FREEDOMS zeigte die Wirksamkeit von Fingolimod gegenüber Placebo; TRANSFORMS verglich Fingolimod mit Interferon beta-1a. Zusammen begründeten sie die Ära wirksamer oraler DMTs.
- TEMSO und TOWER etablierten Teriflunomid als orale Therapie. TOPIC untersuchte Menschen nach einem ersten klinischen demyelinisierenden Ereignis und zeigte, wie frühzeitige DMT die Entwicklung weiterer Krankheitsaktivität verzögern kann.
- DEFINE und CONFIRM etablierten Dimethylfumarat. Langzeitbeobachtung und Pharmakovigilanz machten später die Bedeutung persistierender Lymphopenie und das seltene PML-Risiko deutlich.
- CLARITY etablierte Cladribin-Tabletten als hochwirksame gepulste Therapie. Regulatorische Verzögerungen wegen anfänglicher Malignitätssignale zeigen, wie sich Nutzen-Risiko-Bewertungen mit längerer Beobachtung verändern können.
- CARE-MS I und II zeigten hohe Wirksamkeit von Alemtuzumab gegenüber Interferon beta-1a. Spätere Sicherheitsbeobachtungen führten zu engerem Einsatz und umfangreichen Monitoringprogrammen.
- DEFINE/CONFIRM, TEMSO/TOWER und die S1P-Programme erinnern daran, dass „oral“ keine Wirksamkeits- oder Sicherheitsklasse ist. Orale DMTs reichen von moderat wirksamen Immunmodulatoren bis zu Therapien mit relevantem Rebound- oder Infektionsrisiko.
- Die frühen Interferon- und Glatiramerstudien bleiben historisch wichtig, weil sie zeigen, wie stark sich die therapeutische Erwartung verändert hat: Eine moderate Schubratenreduktion galt einst als großer Durchbruch; heute wird bei hochaktiver MS häufig nahezu vollständige MRT-Unterdrückung angestrebt.
- Real-World-Register ergänzen RCTs. Randomisierte Studien maximieren interne Validität, schließen aber oft ältere Menschen, Schwangere, schwere Komorbiditäten und sehr junge Kinder aus. Register zeigen Persistenz, seltene Risiken und Langzeitfolgen, sind aber anfälliger für .
- Netzwerk- versuchen DMTs indirekt zu vergleichen. Solche Rankings hängen stark von eingeschlossenen Studien, Endpunkten, Studiendauer und Ära ab. Ein Präparat mit hoher Schubratenwirksamkeit ist nicht automatisch für jeden Patienten die beste Wahl.
205 Studienkompendium: Erwachsenen-MS und hochwirksame DMT
OPERA I und II – Ocrelizumab
In zwei nahezu identischen Phase-III-Studien wurden insgesamt mehr als 1.600 Menschen mit RMS untersucht. Ocrelizumab 600 mg alle 24 Wochen wurde mit subkutanem Interferon beta-1a verglichen. Die betrug in beiden Studien etwa 0,16 unter Ocrelizumab gegenüber 0,29 unter Interferon, eine relative Reduktion von 46 bis 47 Prozent. In gepoolten Analysen war auch bestätigte Behinderungsprogression reduziert. Gadoliniumläsionen wurden um mehr als 90 Prozent reduziert.
Die OPERA-Daten etablierten B-Zell-Depletion als hochwirksame Standardstrategie. Langzeitfragen betreffen weniger die akute Wirksamkeit als Infektionen, Immunglobuline, Impfantwort und optimale Dosierungsdauer.
ORATORIO – Ocrelizumab bei PPMS
ORATORIO war besonders bedeutsam, weil PPMS lange keine wirksame zugelassene DMT hatte. 12-Wochen-bestätigte Progression trat bei 32,9 Prozent unter Ocrelizumab und 39,3 Prozent unter Placebo auf; 0,76. Auch 24-Wochen-Progression, Gehgeschwindigkeit und MRT-Endpunkte waren günstiger.
Der Effekt ist moderater als die Schubreduktion bei RMS. Das illustriert die größere therapeutische Schwierigkeit progressiver MS.
ASCLEPIOS I und II – Ofatumumab
Ofatumumab wurde mit Teriflunomid verglichen. Die monatliche subkutane Anti-CD20-Therapie reduzierte Schübe und MRT-Aktivität deutlich. Für Patienten bedeutet dies eine hochwirksame B-Zell-Therapie ohne regelmäßige Infusionszentrumstermine.
ULTIMATE I und II – Ublituximab
In ULTIMATE I lag die ARR bei 0,08 unter Ublituximab und 0,19 unter Teriflunomid; in ULTIMATE II bei 0,09 gegenüber 0,18. Gadoliniumläsionen wurden sehr stark reduziert. In der gepoolten Analyse unterschied sich 12-Wochen-Behinderungsverschlechterung nicht signifikant. Infusionsreaktionen traten bei fast der Hälfte der Ublituximab-Patienten auf; schwere Infektionen waren numerisch häufiger als unter Teriflunomid.
AFFIRM – Natalizumab
AFFIRM etablierte Natalizumab als eine der wirksamsten frühen monoklonalen Therapien. Die starke Schub- und MRT-Reduktion veränderte die Erwartung an MS-Therapie. Später wurde PML als zentrales Risiko erkannt, was zu einem der differenziertesten Risikomanagementprogramme der Neurologie führte.
CLARITY – Cladribin
1.326 Patienten wurden untersucht. Die ARR lag bei 0,14 beziehungsweise 0,15 unter den beiden Cladribin-Gesamtdosen gegenüber 0,33 unter Placebo. Etwa 80 Prozent waren in den Cladribin-Gruppen schubfrei gegenüber rund 61 Prozent unter Placebo. Lymphopenie und Herpes zoster waren häufiger.
CARE-MS II – Alemtuzumab
Bei Patienten mit Aktivität trotz vorheriger DMT reduzierte Alemtuzumab die Schubrate gegenüber Interferon beta-1a um etwa 49 Prozent. Bestätigte Behinderungsakkumulation war ebenfalls geringer. Infusionsreaktionen, Infektionen, Schilddrüsenautoimmunität und Immunthrombozytopenie zeigten jedoch früh, dass hohe Wirksamkeit mit einem besonderen Langzeitsicherheitsprofil verbunden ist.
EXPAND – Siponimod
EXPAND schloss 1.651 Menschen mit SPMS ein. Siponimod reduzierte das Risiko bestätigter Behinderungsprogression gegenüber Placebo. In Langzeit- und Subgruppenanalysen war der Effekt bei aktiver SPMS stärker. Kognitive Verarbeitungsgeschwindigkeit, gemessen mit SDMT, zeigte ebenfalls Vorteile in Analysen.
OPTIMUM – Ponesimod
1.133 Patienten wurden mit Ponesimod oder Teriflunomid behandelt. ARR: 0,202 versus 0,290, relative Reduktion 30,5 Prozent. Kombinierte aktive MRT-Läsionen wurden um 56 Prozent reduziert. Die bestätigte Behinderungsakkumulation unterschied sich nicht signifikant. Ponesimod zeigte zudem einen Vorteil im Fatigue-Endpunkt.
SUNBEAM und RADIANCE – Ozanimod
Ozanimod reduzierte die ARR gegenüber intramuskulärem Interferon beta-1a in beiden Phase-III-Programmen. In SUNBEAM lag die ARR bei der höheren Ozanimod-Dosis bei etwa 0,18 gegenüber 0,35; in RADIANCE über 24 Monate bei etwa 0,17 gegenüber 0,28. Die Aufdosierung minimiert ausgeprägte Erstgabenbradykardie.
DEFINE/CONFIRM – Dimethylfumarat
In der integrierten Analyse von 2.301 Patienten reduzierte Dimethylfumarat 240 mg zweimal täglich die ARR um ungefähr 49 Prozent gegenüber Placebo und neue/vergrößerte T2-Läsionen um etwa 78 Prozent. Die Langzeitsicherheit machte später deutlich, dass Lymphopenie-Monitoring wegen seltenem PML-Risiko wichtig ist.
ADVANCE – Peginterferon beta-1a
Peginterferon alle zwei Wochen reduzierte im ersten Jahr die ARR gegenüber Placebo von etwa 0,397 auf 0,256. Typische Nebenwirkungen waren Injektionsreaktionen, grippeähnliche Symptome, Fieber und Kopfschmerz. Die Studie zeigt die solide, aber im Vergleich zu Hochwirksamkeitstherapien begrenztere Effektgröße klassischer Plattformtherapie.
206 Studienatlas – Schlüsselstudien und was sie tatsächlich zeigen
PARADIGMS
Population: Kinder und Jugendliche mit POMS im Alter von 10 bis 17 Jahren. Vergleich: Fingolimod versus intramuskuläres Interferon beta-1a. Kernaussage: Fingolimod reduzierte Schubrate und MRT-Aktivität deutlich stärker. Bedeutung: erste große Phase-3-Evidenz, dass eine moderne orale DMT bei POMS einem klassischen injizierbaren Standard überlegen sein kann. Einschränkung: Ergebnisse gelten nicht automatisch für Kinder unter zehn Jahren oder für alle hochwirksamen Strategien.
TERIKIDS
Population: pädiatrische schubförmige MS. Vergleich: Teriflunomid versus Placebo mit Rescue-Regeln bei hoher MRT-Aktivität. Kernaussage: Der primäre klinische Endpunkt war statistisch kompliziert beziehungsweise nicht eindeutig positiv, MRT-Aktivität wurde jedoch reduziert. Bedeutung: wichtige kontrollierte pädiatrische Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten; Beispiel dafür, warum Trialdesign bei Kindern die Interpretation beeinflusst.
CONNECT
Population: 150 Kinder und Jugendliche, 10 bis unter 18 Jahre. Vergleich: Dimethylfumarat versus Interferon beta-1a über 96 Wochen. Kernaussage: niedrigere adjustierte Schubrate und günstigere MRT-Endpunkte unter Dimethylfumarat. Bedeutung: weitere direkte pädiatrische Vergleichsevidenz.
OPERA I/II
Population: schubförmige MS bei Erwachsenen. Vergleich: Ocrelizumab versus Interferon beta-1a. Kernaussage: Ocrelizumab reduzierte Schübe und MRT-Aktivität deutlich stärker. Bedeutung: Etablierung der B-Zell-Depletion als hochwirksames Grundprinzip.
ORATORIO
Population: PPMS. Vergleich: Ocrelizumab versus Placebo. Kernaussage: Reduktion bestätigter Behinderungsprogression. Bedeutung: erster großer Durchbruch für PPMS, zugleich Beispiel dafür, dass Effekte auf Progression moderater sind als Effekte auf fokale Entzündung.
ASCLEPIOS I/II
Population: schubförmige MS. Vergleich: Ofatumumab versus Teriflunomid. Kernaussage: deutlich niedrigere Schubrate und MRT-Aktivität unter Ofatumumab. Langzeitextensionen zeigen anhaltend starke Krankheitskontrolle bei vielen Patienten.
ULTIMATE I/II
Population: schubförmige MS. Vergleich: Ublituximab versus Teriflunomid. Kernaussage: stärkere Unterdrückung von Schüben und MRT-Aktivität durch Ublituximab. Bedeutung: Bestätigung, dass Anti-CD20 als Klasse hochwirksam ist, ohne vollständige Austauschbarkeit einzelner Präparate zu beweisen.
OPTIMUM
Population: RMS. Vergleich: Ponesimod versus Teriflunomid. Kernaussage: Ponesimod war für Schubrate, MRT-Aktivität, Fatigue-Endpunkt und Hirnvolumenverlust überlegen, nicht jedoch signifikant für bestätigte Behinderungsakkumulation. Bedeutung: Head-to-head-Daten zweier oraler DMTs.
SUNBEAM und RADIANCE
Population: schubförmige MS. Vergleich: Ozanimod versus Interferon beta-1a. Kernaussage: bessere Kontrolle von Schüben und MRT-Aktivität unter Ozanimod. Bedeutung: Etablierung eines selektiveren S1P-Modulators.
EXPAND
Population: SPMS. Vergleich: Siponimod versus Placebo. Kernaussage: Reduktion bestätigter Behinderungsprogression, mit langfristig anhaltenden Signalen. Bedeutung: gezielte Therapie aktiver SPMS und Übergang zu progressionsorientierten Endpunkten.
HERCULES
Population: nicht-schubförmige SPMS. Vergleich: Tolebrutinib versus Placebo. Kernaussage: 31-prozentige relative Reduktion des Risikos sechsmonatiger bestätigter Behinderungsprogression; relevante Leberüberwachung erforderlich. Bedeutung: Grundlage der EU-Zulassung 2026 für SPMS ohne Schübe in den letzten zwei Jahren.
GEMINI 1/2
Population: schubförmige MS. Vergleich: Tolebrutinib versus Teriflunomid. Kernaussage: keine einfache Überlegenheit, die Tolebrutinib zur dominierenden RMS-Therapie machen würde. Bedeutung: zeigt die mögliche Spezifität des BTK-Ansatzes für schwelende Progression statt ausschließlich fokaler Entzündung.
EvolutionRMS1/2
Population: RMS. Vergleich: Evobrutinib versus Teriflunomid. Kernaussage: keine Überlegenheit; mehr relevante Leberenzymprobleme. Bedeutung: negativer Phase-3-Befund, der vor Klassenoptimismus warnt.
Frexalimab Phase 2
Population: RMS. Vergleich: verschiedene Frexalimab-Dosen versus Placebo. Kernaussage: deutliche Reduktion neuer Gadolinium-Läsionen bei hoher Dosis. Bedeutung: Proof of Concept für CD40L-Hemmung; langfristige klinische Wirksamkeit noch zu beweisen.
MIST
Population: hochaktive RRMS. Vergleich: nichtmyeloablative AHSCT versus fortgesetzte DMT. Kernaussage: deutliche Vorteile für AHSCT bei Progression und Krankheitsaktivität. Bedeutung: stärkste randomisierte Grundlage für AHSCT; Vergleichslandschaft entspricht jedoch nicht vollständig heutiger Anti-CD20-Ära.
ReBUILD
Population: MS mit chronischer demyelinisierender Optikusneuropathie. Vergleich: Clemastin versus Placebo in -Design. Kernaussage: Verkürzung der VEP-Latenz als mögliches Remyelinisierungssignal. Bedeutung: klinischer Proof of Concept, keine etablierte allgemeine Remyelinisierungstherapie.
SPRINT-MS
Population: progressive MS. Vergleich: Ibudilast versus Placebo. Kernaussage: langsamere Hirnatrophie, aber keine etablierte Behinderungswirksamkeit. Bedeutung: wichtiger neuroprotektiver Biomarkeransatz.
DISCOMS
Population: ältere, lange stabile Menschen mit MS. Vergleich: DMT fortführen versus absetzen. Kernaussage: des Absetzens für den kombinierten Aktivitätsendpunkt konnte nicht sicher gezeigt werden; MRT-Aktivität war nach Absetzen häufiger. Bedeutung: Absetzen im Alter muss individualisiert werden.
DOT-MS
Population: stabile Patienten nach langer entzündlicher Ruhe. Vergleich: DMT-Absetzen versus Fortführung. Kernaussage: Studie wurde wegen wiederauftretender entzündlicher Aktivität in der Absetzgruppe vorzeitig beendet. Bedeutung: auch langjährige Stabilität garantiert keine biologische Inaktivität.
207 Neue wichtige internationale Studien, die in die Gesamtbewertung einfließen
Die internationale Aktualisierung hat mehrere Arbeiten identifiziert, die für Patienten besonders wichtig sind.
China: Eine 2025 veröffentlichte Übersicht zur Situation in China beschreibt eine zunehmende Diagnosehäufigkeit, Unterschiede zwischen Stadt und Land und eine wachsende Verfügbarkeit krankheitsmodifizierender Therapien. Gleichzeitig wird betont, dass Fehldiagnosen und Zugangsprobleme weiterhin relevant sind. Eine laufende nationale neuroimmunologische Registerstruktur soll künftig bessere Langzeitdaten liefern. PMID 40104913.
Eine chinesische Kohorte untersuchte 2025 den Kappa-Free-Light-Chain-Index im Nervenwasser. Vereinfacht gesagt misst dieser Test freie Bestandteile von Antikörpern. Er kann helfen, eine MS von MOGAD oder AQP4-positiver NMOSD abzugrenzen. In der Studie wurden 428 Personen untersucht, darunter 130 mit MS. PMID 40645758.
Eine 7-Tesla-MRT-Kohorte aus China untersuchte bei 120 Menschen mit MS typische Bildgebungsmerkmale wie das Central Vein Sign und paramagnetische Randsaum-Läsionen. Solche Daten sind wichtig, weil viele MRT-Biomarker zunächst vor allem in europäischen und nordamerikanischen Populationen untersucht wurden. PMID 39575568.
Für Siponimod liegen inzwischen mehrere chinesische Real-World-Auswertungen vor. Eine 2026 publizierte Kohorte untersuchte 77 Menschen mit RRMS, eine weitere 2025 publizierte Auswertung 113 Menschen mit relapsenden MS-Formen. Solche Daten ersetzen keine , zeigen aber, wie ein Medikament in einer anderen Versorgungssituation und Population tatsächlich eingesetzt wird. PMIDs 41709182 und 41316046.
Japan: Die REFIND-Studie ist eine 2026 veröffentlichte multizentrische Real-World-Studie zu Natalizumab in Japan. Sie ist besonders relevant, weil Therapieerfahrungen aus ostasiatischen Populationen historisch deutlich kleiner sind als aus Europa oder Nordamerika. PMID 41610622. Japanische Fachliteratur aus J-STAGE betont zudem zunehmend die frühe individuelle Auswahl wirksamer DMTs und die Notwendigkeit, NEDA, Lebensplanung und JCV-Risiko gemeinsam zu berücksichtigen.
Italien: Die italienische Registerforschung gehört weltweit zu den wertvollsten Quellen für Langzeitverläufe. Eine 2025 veröffentlichte Analyse mit 9.958 Patienten untersuchte über bis zu 30 Jahre den Übergang von schubförmiger zu sekundär progredienter MS. Menschen, die in eine sekundär progrediente Phase übergingen, waren im Mittel weniger lang durch DMTs abgedeckt. Das beweist nicht, dass jede Progression durch Medikamente verhindert werden kann, unterstützt aber die Bedeutung früher und anhaltender Krankheitskontrolle. PMID 40518265.
Eine weitere italienische Registeranalyse untersuchte 2026 bei mehr als 37.000 Patienten schwere Infektionen und Krebserkrankungen unter unterschiedlichen Therapiesequenzen. Solche Daten sind wichtig, weil moderne MS-Behandlung häufig Jahrzehnte dauert und nicht nur die Wirksamkeit einer einzelnen Therapie, sondern die gesamte Abfolge verschiedener Medikamente zählt. PMID 42400474.
Polen: Eine 2026 publizierte Übersicht ordnet die polnische DMT-Praxis in den europäischen Kontext ein. Sie zeigt, dass Unterschiede zwischen Ländern nicht nur medizinische Gründe haben, sondern auch durch Erstattung, organisatorische Vorgaben und Zugang zu hochwirksamen Medikamenten entstehen. PMID 41993012.
Türkei: Eine große türkische Langzeitkohorte zu pädiatrischer MS wurde 2026 veröffentlicht und liefert neue Daten zu Langzeitprognose und frühen Prädiktoren. PMID 41558235. Eine weitere türkische Real-World-Arbeit von 2026 zeigt, dass Sicherheitsprofile von DMTs nach Alter und Geschlecht unterschiedlich ausfallen können. PMID 42107470.
Brasilien: Eine 2026 publizierte Real-World-Kohorte aus São Paulo untersuchte NEDA-3 nach Beginn der ersten DMT. NEDA-3 bedeutet, dass in einem definierten Zeitraum kein Schub, keine bestätigte Behinderungsverschlechterung und keine neue MRT-Aktivität nachweisbar sind. Nach einem Jahr erreichten 29,2 Prozent der untersuchten Patienten diesen Zustand. Moderate oder hochwirksame Therapien waren mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für NEDA-3 verbunden. PMID 41904838.
Brasilien liefert außerdem wichtige Daten zu Versorgungsgerechtigkeit. Eine zweisprachige portugiesisch-englische Studie von 2026 untersuchte die DMT-Versorgung anhand von Ungleichheitsindikatoren. PMID 41637314. Eine weitere Big-Data-Analyse untersuchte, wie Änderungen der nationalen Erstattungs- und Behandlungsrichtlinien den Einsatz hochwirksamer Therapien beeinflussten. PMID 42364568.
Frankreich: Die Haute Autorité de Santé hat 2025 mehrere DMTs anhand neuer OFSEP-Real-World-Daten und Pharmakovigilanzdaten neu bewertet, darunter Ocrelizumab und Cladribin. Diese Bewertungen sind besonders nützlich, weil sie neben Wirksamkeit auch reale Anwendung, Langzeitdaten und Erstattungsfragen berücksichtigen.
Spanien: Die Sociedad Española de Neurología veröffentlichte im November 2025 ein neues Konsensusdokument zur Versorgung von Menschen mit MS. Daran waren neben medizinischen Fachgruppen auch Patientenorganisationen beteiligt. Für einen patientenorientierten Artikel ist das wichtig, weil Versorgung nicht nur aus Medikamenten besteht, sondern auch aus Rehabilitation, Pflege, Information, psychosozialer Unterstützung und gemeinsamer Entscheidungsfindung.
Portugal und Brasilien: Portugiesischsprachige Literatur wird über SciELO, BVS/LILACS und nationale Gesundheitsquellen ergänzt. Besonders wichtig ist der brasilianische PCDT für MS, der 2024 neu gefasst und 2025 aktualisiert wurde. Er zeigt, wie sich wissenschaftliche Evidenz in einem öffentlichen Gesundheitssystem tatsächlich in Zugangskriterien übersetzt.
Alle Kapitel dieses Ratgebers
- 1. Was MS ist und was im Körper geschieht Abschnitt 1–8 · 8
- 2. Wie häufig MS ist – weltweit und bei Kindern Abschnitt 9–16 · 8
- 3. Ursachen und Risikofaktoren Abschnitt 17–26 · 10
- 4. Kann man MS verhindern? Abschnitt 27–35 · 9
- 5. Risikofaktoren im Einzelnen Abschnitt 36–45 · 10
- 6. MS bei Kindern: erste Anzeichen Abschnitt 46–56 · 11
- 7. Symptome bei Jugendlichen und Erwachsenen Abschnitt 57–63 · 7
- 8. Schub, Pseudoschub und kurze Attacken Abschnitt 64–70 · 7
- 9. Die Diagnose und die McDonald-Kriterien 2024 Abschnitt 71–79 · 9
- 10. MRT, Nervenwasser und Biomarker Abschnitt 80–90 · 11
- 11. Was sonst dahinterstecken kann: MOGAD, NMOSD, ADEM Abschnitt 91–99 · 9
- 12. Verlaufsformen, PIRA und Prognose Abschnitt 100–109 · 10
- 13. Grundsätze der Therapie Abschnitt 110–118 · 9
- 14. Behandlung eines akuten Schubs Abschnitt 119–122 · 4
- 15. Die Medikamente im Überblick Abschnitt 123–128 · 6
- 16. Interferone, Glatirameracetat, Teriflunomid und Fumarate Abschnitt 129–141 · 13
- 17. S1P-Modulatoren: Fingolimod, Ozanimod, Ponesimod, Siponimod Abschnitt 142–151 · 10
- 18. Natalizumab Abschnitt 152–157 · 6
- 19. Anti-CD20-Therapien Abschnitt 158–169 · 12
- 20. Cladribin, Alemtuzumab und ältere Mittel Abschnitt 170–182 · 13
- 21. Progressive MS und BTK-Hemmer Abschnitt 183–195 · 13
- 22. Studienvergleiche: Welche Therapie für wen? Abschnitt 196–207 · 12
- 23. Sicherheit und Kontrolluntersuchungen Abschnitt 208–220 · 13
- 24. Therapiewechsel, Therapieversagen und Absetzen Abschnitt 221–231 · 11
- 25. Behandlung bei Kindern und Jugendlichen Abschnitt 232–240 · 9
- 26. Leben mit Kinder-MS: Schule, Pubertät, Übergang Abschnitt 241–252 · 12
- 27. Impfungen und Infektionen Abschnitt 253–256 · 4
- 28. Schwangerschaft, Stillzeit und Familienplanung Abschnitt 257–263 · 7
- 29. Beschwerden behandeln: Fatigue, Schmerz, Psyche, Schlaf Abschnitt 264–275 · 12
- 30. Blase, Darm, Spastik und weitere Beschwerden Abschnitt 276–289 · 14
- 31. Bewegung und Rehabilitation Abschnitt 290–300 · 11
- 32. Ernährung, Nahrungsergänzung und Lebensstil Abschnitt 301–308 · 8
- 33. Alltag, Beruf, Angehörige und Versorgung Abschnitt 309–318 · 10
- 34. MS im Alter, Begleiterkrankungen und fortgeschrittene MS Abschnitt 319–327 · 9
- 35. Stammzelltransplantation und Zelltherapien Abschnitt 328–336 · 9
- 36. Reparatur, Neuroprotektion und neue Ansätze Abschnitt 337–350 · 14
- 37. Digitale Messung und künstliche Intelligenz Abschnitt 351–356 · 6
- 38. Kann MS geheilt werden? Abschnitt 357–367 · 11
- 39. MS weltweit: Versorgung und Ländervergleich Abschnitt 368–379 · 12
- 40. Länderprofile und regionale Forschung Abschnitt 380–389 · 10
- 41. Kernaussagen, Mythen und Glossar Abschnitt 390–402 · 13
- 42. Wie sicher ist das Wissen? Abschnitt 403–414 · 12
- 43. Wie dieser Ratgeber entstanden ist Abschnitt 415–441 · 27
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