Wie sich die häufigen Beschwerden behandeln lassen: Fatigue, kognitive Probleme, Schmerz und Trigeminusneuralgie, Kopfschmerz und Migräne, Depression und Angst, Schlafstörungen.

  • Abschnitt 264 bis 275 von 441
  • Stand: 29. September 2026
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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel ist eine wissenschaftlich orientierte, allgemein verständliche Übersicht und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapieentscheidung. Gerade bei Multipler Sklerose (MS) hängt die optimale Behandlung von Alter, Verlaufsform, Krankheitsaktivität, MRT-Befunden, Begleiterkrankungen, Kinderwunsch, Infektionsrisiken, Impfstatus und vielen weiteren Faktoren ab. Bei Kindern und Jugendlichen sollte die Betreuung möglichst in einem Zentrum mit Erfahrung in pädiatrischer Neuroimmunologie erfolgen.

Der Artikel dient der medizinischen Information. Er ersetzt keine individuelle Diagnose oder Therapieentscheidung durch Neurologie, Neuropädiatrie oder ein spezialisiertes MS-Zentrum.

264 Symptomatische Therapie

Selbst bei vollständiger Unterdrückung neuer Entzündungsaktivität können bestehende Symptome fortbestehen. Symptomatische Therapie ist deshalb ein eigener Pfeiler.

Spastik: Physiotherapie, Dehnung, Positionierung und Behandlung auslösender Faktoren wie Infektion oder Schmerz stehen am Anfang. Medikamente können Baclofen oder Tizanidin umfassen; bei fokaler Spastik Botulinumtoxin. Bei schwerer generalisierter Spastik kann intrathekales Baclofen erwogen werden. Cannabinoidpräparate sind in einigen Ländern für therapieresistente MS-Spastik zugelassen, mit begrenzter Wirksamkeit und neuropsychiatrischen Nebenwirkungen.

Gangstörung: Physiotherapie, Kraft- und Ausdauertraining, Hilfsmittel, Orthesen und in ausgewählten Fällen Fampridin können helfen. Fampridin verbessert bei einem Teil der Patienten die Gehgeschwindigkeit, erhöht aber bei Risikopatienten die Krampfschwelle beziehungsweise das Anfallsrisiko und ist bei relevanter Niereninsuffizienz problematisch.

Fatigue: Zuerst sollten Schlafstörung, Anämie, Schilddrüsenerkrankung, Depression, Medikamente, Infektion und körperliche Dekonditionierung gesucht werden. Energiemanagement, Ausdauertraining und kognitive Verhaltenstherapie können hilfreich sein. Medikamentöse Optionen besitzen nur begrenzte Evidenz.

Neuropathischer Schmerz: Je nach Schmerztyp kommen Gabapentinoide, bestimmte Antidepressiva und andere neuropathische Schmerzmittel infrage. Trigeminusneuralgie kann Carbamazepin oder Oxcarbazepin erfordern.

Blase: Restharnmessung und urologische Einordnung sind wichtig. Drangsymptomatik kann mit Antimuskarinika oder Beta-3-Agonisten behandelt werden; bei Retention kann intermittierender Selbstkatheterismus notwendig sein. Wiederkehrende Harnwegsinfektionen müssen differenziert werden.

Darm: Obstipation wird mit Flüssigkeit, Ballaststoffen, Bewegung, strukturiertem Darmmanagement und bei Bedarf Laxanzien behandelt. Neurogene Darmstörung kann spezialisierte Programme erfordern.

Sexualfunktion: Erektionsstörung, Lubrikationsprobleme, Sensibilitätsveränderungen, Fatigue, Spastik und psychische Faktoren können Sexualität beeinträchtigen. Das Thema sollte aktiv angesprochen werden.

Kognition: Neuropsychologische Diagnostik kann Defizite objektivieren. Kognitive Rehabilitation, Kompensationsstrategien, Behandlung von Schlaf/Fatigue/Depression und Arbeitsplatz- beziehungsweise Schuladaptation sind wichtiger als vermeintliche „Nootropika“.

Depression und Angst: Bei MS häufig und behandelbar. Psychotherapie und antidepressiv wirksame Medikamente können eingesetzt werden. Suizidgedanken müssen immer ernst genommen werden.

Tremor und Ataxie: Medikamentöse Effekte sind oft begrenzt. Ergotherapie, Gewichts- und Stabilisierungshilfen sowie spezialisierte Rehabilitation sind wichtig.

Dysphagie und Dysarthrie: Logopädie kann Aspiration verhindern, Kommunikationsfähigkeit verbessern und Ernährung sichern.

265 Symptomatische Therapie – detaillierte Funktionsbereiche

Fatigue

Fatigue ist eines der häufigsten und behinderndsten MS-Symptome. Sie ist nicht identisch mit normaler Müdigkeit. Primäre MS-Fatigue wird vermutlich durch Netzwerk- und Immunmechanismen beeinflusst; sekundäre Fatigue entsteht durch Schlafstörung, Depression, Schmerzen, Spastik, Medikamente, Anämie, Schilddrüsenerkrankung oder Dekonditionierung.

Vor medikamentöser Behandlung sollten sekundäre Ursachen gesucht werden. Strukturierte Bewegungstherapie besitzt eine relevante Evidenzbasis. Energiemanagement, Pausenplanung, Kühlung und Schlafbehandlung können helfen. Medikamente wie Amantadin, Modafinil oder Fampridin werden je nach Land und Situation verwendet, die Evidenz ist unterschiedlich und nicht jede Substanz ist spezifisch für Fatigue zugelassen.

Spastik

Spastik kann Gang, Schlaf, Pflege und Schmerzen beeinträchtigen, aber ein gewisser Tonus kann bei ausgeprägter Schwäche funktionell nützlich sein. Zu aggressive Tonusreduktion kann das Stehen verschlechtern. Physiotherapie, Dehnung, Lagerung und Behandlung auslösender Faktoren wie Harnwegsinfekt oder Obstipation stehen am Anfang.

Medikamente umfassen Baclofen und Tizanidin; fokale Spastik kann mit Botulinumtoxin behandelt werden. Bei schwerer generalisierter Spastik kann intrathekales Baclofen erwogen werden. Cannabinoid-basierte Präparate sind in einigen Ländern für therapieresistente Spastik zugelassen, mit zentralnervösen Nebenwirkungen und Fahrfähigkeitsaspekten.

Gehstörung

Gehstörung entsteht aus Schwäche, Spastik, Ataxie, Sensibilitätsverlust, Fatigue und Gleichgewichtsstörung. Therapie muss die dominierende Komponente identifizieren. Physiotherapie, Kraft- und Ausdauertraining, Orthesen, Gehstöcke, Rollatoren und funktionelle Elektrostimulation können sinnvoll sein.

Fampridin kann bei einem Teil gehbehinderter Patienten die Gehgeschwindigkeit verbessern. Es erhöht jedoch das Krampfanfallsrisiko und ist bei relevanter Nierenfunktionsstörung problematisch.

Blase

Neurogene Blasenstörung kann Drang, Frequenz, Inkontinenz, Restharn oder eine Kombination verursachen. Vor Therapie sollten Harnwegsinfektion und relevante Restharnbildung geprüft werden. Antimuskarinika oder Beta-3-Agonisten können Überaktivität behandeln; intermittierender Selbstkatheterismus ist bei relevanter Entleerungsstörung oft effektiver als dauerhafte Überdehnung der Blase.

Wiederkehrende Harnwegsinfektionen können Pseudoschübe verursachen. Urologische Mitbetreuung ist bei komplizierten Verläufen wichtig.

Darm

Obstipation ist häufig und wird durch Immobilität, Flüssigkeitsmangel, Medikamente und autonome Dysfunktion verstärkt. Regelmäßige Toilettenroutine, Ballaststoffe, Flüssigkeit, Bewegung und bei Bedarf Laxanzien sind Grundlagen. Stuhlinkontinenz kann durch Überlauf, Sphinkterstörung oder Diarrhö entstehen und benötigt andere Strategien.

Sexualfunktion

MS kann Libido, Erektion, Lubrikation, Orgasmus und Sensibilität beeinträchtigen. Fatigue, Depression, Spastik, Blasenangst und Partnerschaftsbelastung verstärken Probleme. Sexualität sollte aktiv, aber respektvoll angesprochen werden. PDE-5-Hemmer können erektile Dysfunktion behandeln; andere Probleme benötigen individuelle gynäkologische, urologische, sexualmedizinische oder psychotherapeutische Ansätze.

Neuropathischer Schmerz

Brennende, elektrisierende oder einschießende Schmerzen können zentral neuropathisch sein. Trigeminusneuralgie tritt bei MS häufiger und in jüngerem Alter auf als in der Allgemeinbevölkerung. Medikamente umfassen je nach Schmerztyp Gabapentinoide, bestimmte Antidepressiva und bei Trigeminusneuralgie häufig Natriumkanalblocker wie Carbamazepin oder Oxcarbazepin.

Tremor und Ataxie

MS-bedingter Intentionstremor ist therapeutisch schwierig. Ergotherapie, Gewichts- und Stabilisationsstrategien und Behandlung begleitender Ataxie sind wichtig. Medikamentöse Effekte sind oft begrenzt. In ausgewählten schweren Fällen wurden tiefe Hirnstimulation oder andere neurochirurgische Verfahren eingesetzt, Ergebnisse sind variabel.

Kognitive Störung

Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit ist besonders häufig betroffen. Der Symbol Digit Modalities Test ist ein sensibles Screeninginstrument. Kognitive Rehabilitation, Kompensationsstrategien, Behandlung von Schlaf, Depression und Fatigue sowie optimale Krankheitskontrolle sind wichtiger als unspezifische „Nootropika“.

Depression und Angst

Depression erhöht Leid, Fatigue und Suizidrisiko und kann Therapieadhärenz verschlechtern. Behandlung entspricht grundsätzlich psychiatrischen Standards mit Psychotherapie und gegebenenfalls Antidepressiva. Neurologische Symptome und Medikamentennebenwirkungen müssen berücksichtigt werden.

Schlaf

Insomnie, Restless-Legs-Syndrom, Schlafapnoe, Nykturie, Spastik und Schmerzen können Schlaf stören. Eine Schlafapnoe sollte nicht als „MS-Fatigue“ übersehen werden. Gute Schlafdiagnostik kann Fatigue stärker verbessern als ein stimulierendes Medikament.

Uhthoff-Phänomen

Wärme kann die Leitfähigkeit demyelinisierter Axone vorübergehend verschlechtern. Symptome nehmen bei Fieber, heißem Bad, Sauna oder intensiver Hitze zu und bilden sich nach Abkühlung zurück. Das ist kein neuer Schub. Kühlwesten, kalte Getränke, klimatisierte Umgebung und angepasste Trainingszeiten können helfen.

Beschwerde wählen: Was hilft ohne und mit Medikamenten – und wie gut ist das belegt?

Auch wenn keine neue Entzündung mehr auftritt, können bestehende Beschwerden bleiben. Die Behandlung dieser Beschwerden – die symptomatische Therapie – ist deshalb ein eigener Pfeiler. Wählen Sie eine Beschwerde: Darunter steht, was der Ratgeber zuerst zu klären rät, welche Wege ohne und mit Medikamenten er nennt und was er zur Studienlage sagt. Die Reihenfolge der Knöpfe ist keine Rangliste, und es gibt hier keine Dosierungen – die Auswahl gehört in ärztliche Hand.

Fatigue – krankhafte Erschöpfung

Fatigue ist mehr als Müdigkeit. Sie kann körperlich, geistig oder beides sein und steht oft in keinem Verhältnis zur vorausgegangenen Belastung. Sie gehört zu den häufigsten MS-Beschwerden mit großen Folgen für Beruf, Schule und Lebensqualität. Wie stark sie ist, hängt nur teilweise mit dem Behinderungsgrad (EDSS) und der Zahl der Herde im MRT zusammen. Bei Kindern ist es besonders wichtig, normalen Schlafbedarf, schulischen Stress und MS-Fatigue auseinanderzuhalten.

Zuerst klären: andere Ursachen, die Erschöpfung machen – Schlafapnoe (Atemaussetzer im Schlaf), Schlaflosigkeit, Restless Legs, Depression, Blutarmut, Schilddrüsenstörung, Infektion, Schmerz, dämpfende Medikamente, Bewegungsmangel und nächtliche Blasenprobleme. Wer eine unbehandelte Schlafapnoe hat, profitiert wenig von einem Anregungsmittel, solange die Ursache fortbesteht.

Ohne Medikamente: Energiemanagement und Pausenplanung, strukturiertes Training, Kühlung, Schlafhygiene beziehungsweise Behandlung von Schlafstörungen und je nach Patient kognitive Verhaltenstherapie (eine Form der Psychotherapie). Energiemanagement bedeutet nicht dauerhafte Schonung, sondern gezielte Verteilung von Aktivität und Pausen.

Mit Medikamenten: Amantadin, Modafinil oder Fampridin werden je nach Land und Situation verwendet; in einer Studienauswertung tauchen außerdem Dalfampridin und Methylphenidat auf. Nicht jede dieser Substanzen ist eigens für Fatigue zugelassen.

Was der Text zur Studienlage sagt: Strukturierte Bewegungstherapie hat eine relevante Evidenzbasis; strukturiertes Ausdauer- und Krafttraining ist besser belegt als viele Medikamente. Die Belege für Medikamente sind uneinheitlich. Eine 2026 veröffentlichte Netzwerkmetaanalyse – eine gemeinsame Auswertung von 15 Studien – fand für die Stärke der Fatigue keinen klaren Vorteil eines Medikaments gegenüber einem Scheinmedikament (Placebo). Für die Auswirkung der Fatigue auf den Alltag zeigten Amantadin, Dalfampridin und Methylphenidat statistische Signale, Modafinil war nicht überzeugend. Eine zweite von 2026 aus zehn (Teilnehmende per Zufall auf die Gruppen verteilt) mit 1.210 Teilnehmenden fand für Amantadin eine moderate Verbesserung. Unterschiedliche Messskalen und Studienaufbauten erklären einen Teil dieses Widerspruchs. Die Studie COMBO-MS verglich Verhaltenstherapie, Modafinil und beides zusammen direkt.

Bewegung verschlimmert MS-Fatigue langfristig nicht; richtig dosiertes Training kann sie verringern.

Spastik – erhöhte Muskelspannung

Spastik kann Gehen, Schlaf, Pflege und Schmerzen beeinträchtigen. Ein gewisses Maß an Spannung kann bei schwachen Beinen aber Stabilität geben – zu starke Senkung kann Stehen und Gehen verschlechtern. Deshalb sollten die Ziele konkret sein: weniger schmerzhafte Krämpfe, bessere Hygiene, leichteres Anziehen, besserer Schlaf oder besseres Gehen.

Zuerst klären: Auslöser, die Spastik verstärken, etwa ein Harnwegsinfekt, eine andere Infektion, Verstopfung oder Schmerz.

Ohne Medikamente: Physiotherapie, Dehnung und Lagerung bilden die Basis.

Mit Medikamenten: Baclofen oder Tizanidin als Tabletten – sie können Müdigkeit und Muskelschwäche verursachen. Bei Spastik an einer umschriebenen Stelle (fokal) Botulinumtoxin. Bei schwerer Spastik am ganzen Körper kann Baclofen erwogen werden, das direkt in den Nervenwasserraum gegeben wird (intrathekal). Cannabinoidpräparate sind in einigen Ländern für therapieresistente Spastik zugelassen.

Was der Text zur Studienlage sagt: Cannabinoidpräparate haben eine begrenzte Wirksamkeit; bei ausgewählten Patienten können sie die empfundenen Spastikbeschwerden verringern. Dem stehen Nebenwirkungen wie Schwindel, Dämpfung, Beeinträchtigung des Denkens und der Fahrtüchtigkeit gegenüber. Zur Studienlage der übrigen Mittel macht der Text keine Angabe.

Cannabis ist keine Therapie, die den Verlauf der MS verändert.

Gehstörung

Eine Gehstörung entsteht aus Schwäche, Spastik, Ataxie (Störung der Bewegungskoordination), Gefühlsstörungen, Fatigue und Gleichgewichtsstörung. Die Behandlung muss herausfinden, welcher Anteil überwiegt.

Ohne Medikamente: Physiotherapie, Kraft- und Ausdauertraining, Orthesen (stützende Schienen), Gehstöcke, Rollatoren und funktionelle Elektrostimulation (Muskeln werden über schwache Stromimpulse angeregt).

Mit Medikamenten: in ausgewählten Fällen Fampridin.

Was der Text zur Studienlage sagt: Fampridin kann bei einem Teil der gehbehinderten Patienten die Gehgeschwindigkeit verbessern – nicht bei allen.

Vorsicht: Fampridin erhöht das Risiko für Krampfanfälle und ist bei deutlich eingeschränkter Nierenfunktion problematisch.

Blase

Eine durch die MS gestörte Blase kann Harndrang, häufiges Wasserlassen, ungewollten Urinverlust, Restharn (Urin, der nach dem Wasserlassen in der Blase bleibt) oder eine Mischung davon verursachen. Unbehandelter Restharn begünstigt Harnwegsinfekte, und wiederkehrende Infekte können Pseudoschübe auslösen – eine vorübergehende Verstärkung alter Beschwerden ohne neue Entzündung.

Zuerst klären: Befragung, Urinuntersuchung bei Infektverdacht, Restharnmessung und bei komplizierten Fällen eine Blasendruckmessung (Urodynamik). Urologische Mitbetreuung ist bei komplizierten Verläufen wichtig.

Ohne Medikamente: Beckenbodentraining, Flüssigkeitsmanagement und – bei deutlicher Entleerungsstörung – regelmäßiges Selbstkatheterisieren (intermittierender Selbstkatheterismus). Dieser ist dann oft wirksamer, als die Blase dauerhaft zu überdehnen.

Mit Medikamenten: Antimuskarinika oder Beta-3-Agonisten gegen eine überaktive Blase mit Harndrang; außerdem Botulinumtoxin, das in den Blasenmuskel (Detrusor) gespritzt wird.

Was der Text zur Studienlage sagt: Eine systematische Übersicht von 2024 zu Behandlungswegen bei Blasen-, Darm- und Sexualproblemen fand: Für die Behandlung der Blase gibt es deutlich mehr Belege als für Darm und Sexualfunktion. Zu den einzelnen Wegen macht der Text keine eigene Angabe.

Keine gute Dauerlösung: einfach weniger trinken. Das kann Flüssigkeitsmangel und Infekte begünstigen.

Darm

Verstopfung ist häufig. Sie wird durch wenig Bewegung, zu wenig Flüssigkeit, bestimmte Medikamente und die gestörte Nervensteuerung des Darms verstärkt. Seltener steht ungewollter Stuhlverlust im Vordergrund – etwa durch Überlauf, eine Störung des Schließmuskels oder Durchfall. Er braucht andere Strategien.

Zuerst klären: Bei schwerer Verstopfung müssen Medikamente, Schilddrüse, Kalzium und andere Ursachen geprüft werden.

Ohne Medikamente: ein strukturiertes Darmprogramm mit Ernährung und Ballaststoffen, ausreichend Flüssigkeit, Bewegung, regelmäßiger Toilettenroutine und planbarer Entleerung. Eine neurologisch bedingte Darmstörung kann spezialisierte Programme erfordern.

Mit Medikamenten: bei Bedarf Abführmittel (Laxanzien).

Was der Text zur Studienlage sagt: Ein strukturiertes Darmprogramm kann die Lebensqualität erheblich verbessern. Eine systematische Übersicht von 2024 fand für die Behandlung von Darmproblemen deutlich weniger Belege als für die Behandlung der Blase.

Darmprobleme sollten nicht vorschnell als unvermeidbare MS-Folge hingenommen werden.

Sexualfunktion

MS kann Lust, Erektion, Befeuchtung der Scheide (Lubrikation), Orgasmus und Empfindungen beeinträchtigen. Bei Frauen können außerdem Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auftreten, bei Männern stehen Erektions- und Ejakulationsstörungen im Vordergrund. Fatigue, Depression, Spastik, Angst vor Blasenproblemen und Belastungen in der Partnerschaft verstärken die Probleme.

Zuerst klären: welcher Mechanismus im Vordergrund steht – eine Blasenstörung vor dem Geschlechtsverkehr braucht eine andere Behandlung als Nervenschmerz, Scheidentrockenheit, Erektionsstörung oder depressive Lustlosigkeit. Auch Medikamente gegen Spastik, Depression oder Blasenbeschwerden können die Sexualfunktion beeinflussen.

Zuerst: Das Thema sollte aktiv, aber respektvoll angesprochen werden.

Ohne Medikamente: je nach Problem individuelle gynäkologische, urologische, sexualmedizinische oder psychotherapeutische Wege; Paarberatung und Sexualtherapie, wenn neurologische und partnerschaftliche Gründe ineinandergreifen.

Mit Medikamenten: PDE-5-Hemmer können Erektionsstörungen behandeln.

Was der Text zur Studienlage sagt: Eine systematische Übersicht mit Metaanalyse von 2025 bestätigt, dass sexuelle Funktionsstörungen bei Menschen mit MS deutlich häufiger sind als in Vergleichsgruppen. Für ihre Behandlung gibt es laut einer Übersicht von 2024 deutlich weniger Belege als für die Behandlung der Blase.

Das Thema sollte aktiv angesprochen werden und nicht davon abhängen, ob Patienten sich trauen, es selbst zu erwähnen.

Neuropathischer Schmerz – Nervenschmerz

Brennende, elektrisierende oder einschießende Schmerzen können entstehen, wenn Herde der MS die Schmerzbahnen im zentralen Nervensystem treffen. Trigeminusneuralgie – einschießender Gesichtsschmerz – tritt bei MS häufiger und in jüngerem Alter auf als sonst und gelegentlich auf beiden Seiten. Daneben gibt es Schmerzen durch Spastik (schmerzhafte Krämpfe) und durch Fehlbelastung und wenig Bewegung.

Zuerst klären: Die Behandlung richtet sich danach, wie der Schmerz entsteht.

Ohne Medikamente: Für den Nervenschmerz selbst nennt der Text an diesen Stellen keine Wege ohne Medikamente. Bei Trigeminusneuralgie, die auf Behandlung nicht anspricht, kommen neurochirurgische Eingriffe infrage.

Mit Medikamenten: Gabapentinoide, bestimmte Antidepressiva oder andere Mittel gegen Nervenschmerzen. Bei Trigeminusneuralgie häufig Natriumkanalblocker wie Carbamazepin oder Oxcarbazepin.

Was der Text zur Studienlage sagt: Trigeminusneuralgie spricht häufig auf Natriumkanalblocker an. Weitere Angaben zur Studienlage macht der Text an diesen Stellen nicht.

Natriumkanalblocker brauchen Blutkontrollen und eine Überwachung der Nebenwirkungen.

Tremor und Ataxie – Zittern und gestörte Koordination

Gemeint ist vor allem ein Zittern bei zielgerichteten Bewegungen (Intentionstremor) aus dem Kleinhirn, oft zusammen mit Ataxie, einer Störung der Bewegungskoordination. Beides gehört zu den schwierig zu behandelnden Beschwerden.

Ohne Medikamente: Physio- und Ergotherapie, Gewichts- oder Stabilisierungshilfen, angepasste Alltagsaufgaben und spezialisierte Rehabilitation. Sie können wichtiger sein als Medikamente.

Mit Medikamenten: Die Wirkung von Medikamenten ist oft begrenzt; einzelne Wirkstoffe nennt der Text nicht.

Was der Text zur Studienlage sagt: In ausgewählten schweren Fällen wurde tiefe Hirnstimulation (feine Elektroden im Gehirn) oder ein anderer neurochirurgischer Eingriff eingesetzt. Die Ergebnisse sind unterschiedlich; die zugrunde liegende Ataxie wird nicht zwangsläufig besser. Die Auswahl der Patienten ist entscheidend.

Weil Medikamente hier oft nur begrenzt wirken, können Hilfsmittel und angepasste Alltagsaufgaben wichtiger sein als Tabletten.

Kognitive Störung – Denken, Merken, Tempo

Besonders häufig ist die Geschwindigkeit betroffen, mit der Informationen verarbeitet werden. Der Symbol Digit Modalities Test (SDMT) ist ein empfindliches Suchinstrument. Eine neuropsychologische Untersuchung kann Einbußen sichtbar und messbar machen.

Ohne Medikamente: kognitive Rehabilitation, Ausgleichsstrategien, Behandlung von Schlafproblemen, Depression und Fatigue, eine möglichst gute Kontrolle der MS selbst sowie Anpassungen am Arbeitsplatz oder in der Schule.

Mit Medikamenten: Ein Medikament gegen die kognitive Störung selbst nennt der Text nicht.

Was der Text zur Studienlage sagt: Diese Wege sind wichtiger als unspezifische „Nootropika“ – Mittel, die angeblich die geistige Leistung steigern.

Depression und Angst

Depression und Angst sind bei MS häufig – und behandelbar. Depression ist häufiger als in der Allgemeinbevölkerung; Angst entsteht besonders um die Diagnose, MRT-Kontrollen, mögliche Behinderung und Komplikationen der Therapie. Eine Depression vergrößert das Leid, verstärkt Fatigue, erhöht das Suizidrisiko und kann dazu führen, dass Therapien weniger zuverlässig eingenommen werden.

Ohne Medikamente: Psychotherapie. Gegen Angst können Aufklärung über die Krankheit (Psychoedukation) und eine realistische Besprechung der Risiken helfen.

Mit Medikamenten: gegebenenfalls Antidepressiva. Neurologische Beschwerden und Nebenwirkungen anderer Medikamente müssen dabei berücksichtigt werden.

Was der Text zur Studienlage sagt: Die Behandlung folgt grundsätzlich den üblichen psychiatrischen Standards.

Suizidgedanken sind ein medizinischer Notfall. Sie sollten aktiv erfragt und nicht als verständliche, aber unvermeidbare Reaktion auf MS abgetan werden.

Schlaf

Bis zu etwa 60 Prozent der Menschen mit MS berichten in Studien von deutlichen Schlafproblemen: Schlaflosigkeit (Insomnie), obstruktive Schlafapnoe, Restless Legs, periodische Beinbewegungen und ein Schlaf, der durch Schmerz, Spastik oder nächtlichen Harndrang zerrissen ist. Schlafstörungen verstärken Fatigue, Depression, Denkprobleme und Schmerz.

Zuerst klären: Bei ausgeprägter Fatigue gezielt nach Schnarchen, Atempausen, Restless-Legs-Beschwerden und nächtlichen Blasenproblemen fragen.

Ohne Medikamente: eine gute Schlafdiagnostik und die Behandlung der gefundenen Ursache.

Mit Medikamenten: Bestimmte Schlafmedikamente nennt der Text nicht.

Was der Text zur Studienlage sagt: Die Zahl von bis zu etwa 60 Prozent stammt aus einer systematischen Übersicht mit Metaanalyse von 2026. Gute Schlafdiagnostik kann Fatigue stärker verbessern als ein anregendes Medikament.

Eine Schlafapnoe sollte nicht als „MS-Fatigue“ übersehen werden.

Uhthoff-Phänomen – Beschwerden bei Wärme

Wärme kann die Leitung in Nervenfasern, deren Hülle (Myelin) geschädigt ist, vorübergehend verschlechtern. Beschwerden nehmen bei Fieber, heißem Bad, Sauna, Sommerhitze oder intensivem Training zu und bilden sich nach Abkühlung zurück.

Zuerst einordnen: Das ist kein neuer Schub und verursacht nicht automatisch neue Herde.

Ohne Medikamente: Kühlwesten, kalte Getränke, klimatisierte Räume, Training zu kühleren Tageszeiten und Pausen.

Mit Medikamenten: Medikamente nennt der Text dafür nicht.

Was der Text zur Studienlage sagt: Zur Studienlage macht der Text hier keine Angabe.

Bewegung wegen Uhthoff nicht vermeiden, sondern anpassen.

So ist die Übersicht zu lesen: Sie gibt wieder, was der Ratgeber je Beschwerde nennt – nicht mehr. Wo er zur Studienlage nichts sagt, steht das ausdrücklich da; fehlende Angaben heißen nicht, dass ein Weg nicht wirkt. Medikamente sind nur genannt, wenn der Text sie nennt, und ohne Dosierung. Ob und womit behandelt wird, entscheidet die Ärztin oder der Arzt gemeinsam mit Ihnen.

266 Fatigue: ein eigenständiges Symptom

Fatigue ist eines der häufigsten und belastendsten MS-Symptome. Sie korreliert nur teilweise mit EDSS und MRT-Läsionslast.

Primäre MS-Fatigue könnte durch Netzwerkkosten, Entzündung, autonome Dysfunktion und ineffiziente neuronale Rekrutierung entstehen. Sekundäre Fatigue entsteht durch Schlafmangel, Schmerz, Spastik, Depression, Medikamente, Anämie oder Inaktivität.

Behandlung beginnt mit Ursachenanalyse. Strukturiertes Ausdauer- und Krafttraining besitzt bessere Evidenz als viele Medikamente. Energiemanagement bedeutet nicht dauerhafte Schonung, sondern gezielte Verteilung von Aktivität und Pausen.

Bei Kindern ist die Unterscheidung von normalem Schlafbedarf, schulischem Stress und MS-Fatigue besonders wichtig.

267 Fatigue als eigenständiges Krankheitsproblem

Fatigue ist mehr als Müdigkeit. Sie kann körperlich, kognitiv oder kombiniert auftreten und steht oft in keinem angemessenen Verhältnis zur vorausgegangenen Belastung. Sie gehört zu den häufigsten und für Beruf, Schule und Lebensqualität folgenreichsten MS-Symptomen.

Vor einer spezifischen Fatigue-Therapie müssen sekundäre Ursachen gesucht werden: Schlafapnoe, Insomnie, Restless Legs, Depression, Anämie, Schilddrüsenstörung, Infektion, Schmerz, sedierende Medikamente, Bewegungsmangel und nächtliche Blasenprobleme. Wer eine unbehandelte Schlafapnoe hat, profitiert wenig von einem Stimulans, solange die Ursache fortbesteht.

Nichtmedikamentöse Therapie umfasst Energiemanagement, strukturiertes Training, Schlafhygiene und je nach Patient kognitive Verhaltenstherapie. Bewegung verschlimmert MS-Fatigue langfristig nicht; richtig dosiertes Training kann sie reduzieren.

Die Arzneimittelevidenz ist heterogen. Eine 2026 publizierte Netzwerkmetaanalyse von 15 Studien fand für Fatigue-Schwere keinen klaren Medikamentenvorteil gegenüber Placebo; für Fatigue-Impact zeigten Amantadin, Dalfampridin und Methylphenidat statistische Signale, während Modafinil nicht überzeugend war. Eine separate 2026er von zehn RCTs mit 1.210 Teilnehmern fand für Amantadin eine moderate Verbesserung. Unterschiedliche Skalen und Studiendesigns erklären einen Teil der Diskrepanz. Quellen: PMID 42130400 und 42439933.

COMBO-MS verglich CBT, Modafinil und die Kombination direkt. Solche Studien sind besonders wichtig, weil Fatigue nicht ausschließlich pharmakologisch behandelt werden sollte. Quelle: PMID 39424559.

268 Kognitive MS und „unsichtbare“ Behinderung

Verarbeitungsgeschwindigkeit ist häufig früh betroffen. Der Symbol Digit Modalities Test (SDMT) ist deshalb ein verbreitetes Screeninginstrument.

Kognitive Beeinträchtigung kann auftreten, obwohl Gehfähigkeit normal ist. Das betrifft Studium, komplexe Arbeit, Multitasking und Autofahren.

Hirnatrophie, kortikale Läsionen, Thalamusschädigung und diffuse Netzwerkintegrität spielen eine Rolle. Depression und Fatigue können Testergebnisse zusätzlich beeinflussen.

Kognitive Rehabilitation nutzt Kompensationsstrategien, Gedächtnishilfen, strukturierte Planung und gezieltes Training. Arbeitsplatzanpassung kann entscheidender sein als medikamentöse Versuche.

269 Schmerz bei MS

Schmerz kann neuropathisch oder nozizeptiv sein. Neuropathische Schmerzen entstehen durch ZNS-Läsionen und können brennend, elektrisierend oder einschießend sein. Nozizeptive Schmerzen entstehen sekundär durch Fehlhaltung, Spastik, Immobilität oder muskuloskelettale Überlastung.

Trigeminusneuralgie kann bei jüngeren Menschen ein Hinweis auf MS sein, ist aber nicht spezifisch. Bei bilateraler Trigeminusneuralgie in jungem Alter steigt der Verdacht auf demyelinisierende Erkrankung.

Schmerztherapie sollte Mechanismus, Schlaf, Stimmung und Bewegung berücksichtigen. Opioide sind für chronischen neuropathischen MS-Schmerz meist keine optimale Langzeitlösung.

270 Schmerz und Trigeminusneuralgie

Schmerz bei MS ist heterogen. Neuropathischer Schmerz entsteht durch Läsionen zentraler Schmerzbahnen und kann brennend, elektrisierend oder einschießend sein. Trigeminusneuralgie kann bei MS in jüngerem Alter auftreten als idiopathische Formen und gelegentlich bilateral sein. Spastik verursacht schmerzhafte Muskelkrämpfe; Fehlbelastung und Immobilität führen zu muskuloskelettalem Schmerz.

Die Behandlung richtet sich nach Mechanismus. Neuropathische Schmerzen werden häufig mit Gabapentinoiden, bestimmten Antidepressiva oder anderen neuropathischen Schmerzmitteln behandelt. Trigeminusneuralgie spricht häufig auf Natriumkanalblocker wie Carbamazepin oder Oxcarbazepin an, erfordert aber Labor- und Nebenwirkungsmonitoring. Bei therapierefraktären Fällen kommen neurochirurgische Verfahren infrage.

271 Kopfschmerz und Migräne bei MS

Kopfschmerzen werden in MS-Texten häufig nur nebenbei erwähnt. Für Patienten können sie jedoch einen erheblichen Teil der Symptomlast ausmachen.

Eine und von 2024 fand bei Menschen mit MS eine gepoolte Häufigkeit aller Kopfschmerzerkrankungen von etwa 58 Prozent. Für Migräne lag die gepoolte Häufigkeit bei etwa 30 Prozent und für Spannungskopfschmerz bei etwa 19 Prozent. Die Chance für Migräne war in der Analyse ungefähr doppelt so hoch wie in Kontrollgruppen. Die Autoren betonten jedoch die nur mäßige Qualität vieler zugrunde liegender Studien.

Eine andere große Metaanalyse mit mehr als 279.000 Menschen mit MS schätzte die Migränehäufigkeit auf rund 24 Prozent und fand ebenfalls höhere Odds gegenüber Kontrollen.

Warum ist das wichtig? Neue Kopfschmerzen bei MS sind nicht automatisch ein MS-Schub. Migräne kann Sehstörungen, sensible Symptome, Sprachstörungen oder Schwindel verursachen und dadurch neurologische Krankheitsaktivität imitieren. Umgekehrt dürfen ungewöhnliche neue neurologische Ausfälle nicht vorschnell als Migräneaura abgetan werden.

Auch Medikamente, Schlafstörungen, Depression, Stress, Analgetikaübergebrauch, Infektionen und andere Begleiterkrankungen können Kopfschmerzen beeinflussen.

Quellen: Headache disorders in MS, PMID 38489946; MS and migraine meta-analysis, PMID 37714098.

272 Kopfschmerz und Migräne

Kopfschmerzen gehören nicht zu den klassischen Diagnosekriterien der MS, sind bei Menschen mit MS aber häufig. Eine und von 2024 fand in 23 Studien mit 5.440 MS-Patienten eine gepoolte Kopfschmerzprävalenz von ungefähr 58 Prozent; Migräne lag bei etwa 30 Prozent. PMID 38489946.

Das bedeutet nicht, dass Kopfschmerz ein typisches Frühzeichen einer MS ist. Migräne ist sehr häufig und meistens unabhängig von MS. Bei diagnostischen Fragen muss deshalb vermieden werden, unspezifische Beschwerden zu überinterpretieren.

273 Psychische Gesundheit und Suizidrisiko

Depression ist bei MS häufiger als in der Allgemeinbevölkerung. Biologische Entzündung, Krankheitsbelastung, soziale Faktoren und Medikamente können beitragen.

Angst ist besonders um Diagnose, MRT-Kontrollen, mögliche Behinderung und Therapiekomplikationen häufig. Psychoedukation und realistische Risikokommunikation können helfen.

Suizidgedanken sind ein medizinischer Notfall. Sie sollten aktiv erfragt und nicht als verständliche, aber unvermeidbare Reaktion auf MS normalisiert werden.

274 Schlaf

Schlafstörungen sind bei MS häufig und verstärken Fatigue, Schmerz und Kognition. Ursachen sind Insomnie, Restless-Legs-Syndrom, Schlafapnoe, nächtliche Spastik, Nykturie, Depression und Medikamente.

Schlafapnoe sollte besonders bei Schnarchen, Adipositas und Tagesmüdigkeit gesucht werden. Ihre Behandlung verbessert allgemeine Gesundheit und kann Fatigue reduzieren.

Bei Kindern und Jugendlichen beeinflusst unzureichender Schlaf zusätzlich Lernen, Stimmung und Pubertätsentwicklung.

275 Schlafstörungen

Bis zu etwa 60 Prozent der Menschen mit MS berichten in Studien relevante Schlafprobleme. Dazu gehören Insomnie, obstruktive Schlafapnoe, Restless Legs, periodische Beinbewegungen und durch Schmerz, Spastik oder Nykturie fragmentierter Schlaf. Quelle: und 2026, PMID 40325863.

Schlafstörungen verstärken Fatigue, Depression, Kognition und Schmerz. Deshalb sollte bei ausgeprägter Fatigue aktiv nach Schnarchen, Atempausen, Restless-Legs-Symptomen und nächtlichen Blasenproblemen gefragt werden.

Alle Kapitel dieses Ratgebers

  1. 1. Was MS ist und was im Körper geschieht Abschnitt 1–8 · 8
  2. 2. Wie häufig MS ist – weltweit und bei Kindern Abschnitt 9–16 · 8
  3. 3. Ursachen und Risikofaktoren Abschnitt 17–26 · 10
  4. 4. Kann man MS verhindern? Abschnitt 27–35 · 9
  5. 5. Risikofaktoren im Einzelnen Abschnitt 36–45 · 10
  6. 6. MS bei Kindern: erste Anzeichen Abschnitt 46–56 · 11
  7. 7. Symptome bei Jugendlichen und Erwachsenen Abschnitt 57–63 · 7
  8. 8. Schub, Pseudoschub und kurze Attacken Abschnitt 64–70 · 7
  9. 9. Die Diagnose und die McDonald-Kriterien 2024 Abschnitt 71–79 · 9
  10. 10. MRT, Nervenwasser und Biomarker Abschnitt 80–90 · 11
  11. 11. Was sonst dahinterstecken kann: MOGAD, NMOSD, ADEM Abschnitt 91–99 · 9
  12. 12. Verlaufsformen, PIRA und Prognose Abschnitt 100–109 · 10
  13. 13. Grundsätze der Therapie Abschnitt 110–118 · 9
  14. 14. Behandlung eines akuten Schubs Abschnitt 119–122 · 4
  15. 15. Die Medikamente im Überblick Abschnitt 123–128 · 6
  16. 16. Interferone, Glatirameracetat, Teriflunomid und Fumarate Abschnitt 129–141 · 13
  17. 17. S1P-Modulatoren: Fingolimod, Ozanimod, Ponesimod, Siponimod Abschnitt 142–151 · 10
  18. 18. Natalizumab Abschnitt 152–157 · 6
  19. 19. Anti-CD20-Therapien Abschnitt 158–169 · 12
  20. 20. Cladribin, Alemtuzumab und ältere Mittel Abschnitt 170–182 · 13
  21. 21. Progressive MS und BTK-Hemmer Abschnitt 183–195 · 13
  22. 22. Studienvergleiche: Welche Therapie für wen? Abschnitt 196–207 · 12
  23. 23. Sicherheit und Kontrolluntersuchungen Abschnitt 208–220 · 13
  24. 24. Therapiewechsel, Therapieversagen und Absetzen Abschnitt 221–231 · 11
  25. 25. Behandlung bei Kindern und Jugendlichen Abschnitt 232–240 · 9
  26. 26. Leben mit Kinder-MS: Schule, Pubertät, Übergang Abschnitt 241–252 · 12
  27. 27. Impfungen und Infektionen Abschnitt 253–256 · 4
  28. 28. Schwangerschaft, Stillzeit und Familienplanung Abschnitt 257–263 · 7
  29. 29. Beschwerden behandeln: Fatigue, Schmerz, Psyche, Schlaf Abschnitt 264–275 · 12
  30. 30. Blase, Darm, Spastik und weitere Beschwerden Abschnitt 276–289 · 14
  31. 31. Bewegung und Rehabilitation Abschnitt 290–300 · 11
  32. 32. Ernährung, Nahrungsergänzung und Lebensstil Abschnitt 301–308 · 8
  33. 33. Alltag, Beruf, Angehörige und Versorgung Abschnitt 309–318 · 10
  34. 34. MS im Alter, Begleiterkrankungen und fortgeschrittene MS Abschnitt 319–327 · 9
  35. 35. Stammzelltransplantation und Zelltherapien Abschnitt 328–336 · 9
  36. 36. Reparatur, Neuroprotektion und neue Ansätze Abschnitt 337–350 · 14
  37. 37. Digitale Messung und künstliche Intelligenz Abschnitt 351–356 · 6
  38. 38. Kann MS geheilt werden? Abschnitt 357–367 · 11
  39. 39. MS weltweit: Versorgung und Ländervergleich Abschnitt 368–379 · 12
  40. 40. Länderprofile und regionale Forschung Abschnitt 380–389 · 10
  41. 41. Kernaussagen, Mythen und Glossar Abschnitt 390–402 · 13
  42. 42. Wie sicher ist das Wissen? Abschnitt 403–414 · 12
  43. 43. Wie dieser Ratgeber entstanden ist Abschnitt 415–441 · 27