Der veränderte Schlaf
Jugendliche sind nicht faul, wenn sie abends nicht müde werden und morgens nicht wach. Die innere Uhr verschiebt sich messbar – und der Schulbeginn verschiebt sich nicht mit.
Wichtiger Hinweis
Dieser Ratgeber erklärt die Pubertät allgemein und richtet sich an Eltern, Bezugspersonen und an Jugendliche selbst. Er ersetzt keine Untersuchung und keine Beratung durch Ihre Kinderärztin. Die Altersangaben in diesem Ratgeber beschreiben Bandbreiten, keine Grenzwerte für ein einzelnes Kind: Ob eine Entwicklung abklärungsbedürftig ist, hängt immer vom Gesamtbild ab – vom Wachstumsverlauf, von der Familiengeschichte und von den übrigen Befunden. Die Fachgesellschaften verschiedener Länder ziehen die Grenzen zudem unterschiedlich; wo das so ist, steht es im Text.
Die Pubertät
Was im Körper geschieht, was normal ist und wann eine Abklärung nötig ist
Elternverständlicher, wissenschaftlich fundierter Überblick
Dieser Ratgeber beschreibt, was in der Pubertät körperlich geschieht, wann sie üblicherweise beginnt, was zu früh und was zu spät ist, wie Wachstum, Knochen, Schlaf und Gehirn sich verändern und woran Sie erkennen, dass eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist. Er stützt sich auf Leitlinien und Veröffentlichungen von Fachgesellschaften aus neun Sprachräumen, auf amtliche Erhebungen und auf . Wo eine Zahl unsicher ist, steht das ausdrücklich dabei. Wo Leitlinien einander widersprechen, stehen beide Werte nebeneinander, und es wird gesagt, welche Fachgesellschaft welchen Wert nennt. Es wird nirgends gemittelt.
Der Text ist so geschrieben, dass Jugendliche ihn neben ihren Eltern lesen können. Er ersetzt kein persönliches Gespräch und keine Untersuchung. Was ein einzelnes Kind braucht, hängt von seiner Entwicklung, seiner Familiengeschichte und seiner gesundheitlichen Verfassung ab. Wenn Sie sich Sorgen machen, ist das ein ausreichender Grund für einen Termin in der Ordination. Sie müssen sich nicht sicher sein, bevor Sie fragen.
Eine Vorbemerkung zu den Zahlen. Die Pubertät ist ein Bereich, in dem sehr viele Zahlen kursieren und erstaunlich wenige davon gut belegt sind. Für Österreich gibt es weder eine eigene Erhebung der Reifestadien noch ein eigenes Durchschnittsalter der ersten Regelblutung. Die nächstliegenden Daten stammen aus Deutschland, die nächstliegenden Leitlinien aus dem deutschsprachigen Raum. Beides wird hier so gekennzeichnet.
86 Wie viel Schlaf Jugendliche brauchen: die amerikanische Konsensuserklärung
Wie im ersten Teil dieses Ratgebers bereits erwähnt, hat ein 13-köpfiges Expertengremium der amerikanischen Schlafmedizin, mitgetragen von der American Academy of Pediatrics und der Sleep Research Society, im Konsensverfahren altersabhängige Schlafmengen festgelegt. Für Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren liegt der empfohlene Bedarf bei 8 bis 10 Stunden pro 24 Stunden – deutlich mehr, als die meisten Eltern und Jugendlichen selbst annehmen. Zum Vergleich: Für 6- bis 12-Jährige werden 9 bis 12 Stunden empfohlen, für 3- bis 5-Jährige 10 bis 13 Stunden.
Die Konsensuserklärung hält auch fest, dass zu viel Schlaf, regelmäßig über die empfohlene Menge hinaus, mit Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und psychischen Problemen in Verbindung gebracht wird. Dieses Kapitel gilt zu Recht als eines der praktisch nützlichsten dieses gesamten Ratgebers: Die biologische Verschiebung des Schlafrhythmus in der Pubertät ist gut belegt und erklärt einen Konflikt, den viele Familien täglich erleben.
87 Eine engere Angabe aus dem deutschsprachigen Raum
Eine deutschsprachige Übersichtsarbeit zu chronobiologischen Aspekten bei Depressionen im Jugendalter nennt für Jugendliche ab 13 Jahren eine engere Bedarfsspanne: 9 bis 9,2 Stunden werden dort als optimal erachtet. Diese Spanne liegt vollständig innerhalb der amerikanischen 8-bis-10-Stunden-Empfehlung, ist aber deutlich enger gefasst.
Beide Angaben bleiben hier nebeneinander stehen und werden nicht zu einer einzigen Zahl verrechnet. Für die praktische Botschaft an Eltern macht der Unterschied wenig aus: Jugendliche brauchen deutlich mehr als die häufig angenommenen 7 oder 8 Stunden, und ein Bedarf, der näher an 9 als an 8 Stunden liegt, ist die vorsichtigere Annahme.
88 Zum Vergleich: der Bedarf Erwachsener
Die französische nationale Schulerhebung EnCLASS stellt den Schlafbedarf Jugendlicher dem der Erwachsenen gegenüber: 8 bis 10 Stunden bei Jugendlichen gegenüber 7 bis 8 Stunden bei Erwachsenen. Dieser Vergleich macht sichtbar, was im Alltag leicht übersehen wird: Der erhöhte Schlafbedarf in der Pubertät ist kein Kindheitsrelikt, das sich einfach mit dem Erwachsenwerden auswächst, sondern eine eigenständige, alterstypische Erhöhung, die erst nach der Pubertät wieder auf das Erwachsenenniveau zurückgeht.
Für Eltern bedeutet das: Ein Jugendlicher, der an Wochenenden deutlich länger schläft als die Eltern selbst, holt damit nicht zwingend etwas Verpasstes nach schlechten Gewohnheiten nach, sondern deckt teilweise einen biologisch höheren Bedarf.
89 Die biologische Phasenverschiebung: gut belegt, die Stundenzahl ist es nicht
Dass sich die innere Uhr in der Pubertät nach hinten verschiebt, ist der am besten belegte Einzelbefund dieses Kapitels: Jugendliche werden abends biologisch später müde und morgens später wach. Die amerikanische Schlafmedizin beschreibt das in einem Positionspapier so, dass sich innere zirkadiane Rhythmen und der biologische Schlafdruck verändern und zu späteren Schlaf- und Wachzeiten führen. Eine deutschsprachige Übersichtsarbeit bestätigt das unabhängig: Jugendliche weisen die spätesten Chronotypen auf, und der sogenannte soziale Jetlag – die Differenz zwischen dem Schlafrhythmus an Schul- und an freien Tagen – ist in diesem Alter am ausgeprägtesten.
Wie viele Stunden sich die Melatoninausschüttung dabei konkret verschiebt, ist dagegen weit weniger klar belegt, als es in Elternratgebern oft dargestellt wird. Der englischsprachige Bericht konnte für die häufig kolportierte Angabe von ein bis zwei oder auch zwei bis drei Stunden in keiner von ihm abgerufenen Primärquelle eine Bestätigung finden und kennzeichnet sie ausdrücklich als nicht verifiziert. Eine italienische populärmedizinische Quelle nennt „bis zu rund zwei Stunden", stuft sich selbst aber als Sekundärquelle ein. Eine brasilianische Fachquelle wiederum nennt, gestützt auf eine systematische Übersichtsarbeit, eine Verschiebung um etwa 1 bis 2 Stunden. Drei Quellen, drei unterschiedliche Verlässlichkeitsstufen für dieselbe Zahl: Die Richtung der Verschiebung ist zweifelsfrei belegt, ihr genaues Ausmaß in Stunden ist es nicht durchgängig.
Wie der Schlaf mit jeder Schulstufe kürzer wird
Französische Schulerhebung EnCLASS 2018, tatsächlich gemessene Schlafdauer an Schultagen. Die graue Fläche zeigt die empfohlene Bandbreite von 8 bis 10 Stunden.
90 Wenn aus der Verschiebung eine Störung wird: das verzögerte Schlafphasensyndrom
Wenn die biologische Verschiebung so ausgeprägt wird, dass sie den Alltag ernsthaft stört, spricht die Fachmedizin vom verzögerten Schlafphasensyndrom. Die spanische Jugendmedizin beschreibt es als die häufigste zirkadiane Störung überhaupt, mit typischem Beginn im Jugendalter, und nennt eine von 0,3 bis 0,17 Prozent in der Allgemeinbevölkerung, aber 7 bis 16 Prozent unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Eine italienische Quelle nennt bis zu 14 Prozent der jugendlichen Bevölkerung, kennzeichnet diese Zahl aber selbst als nicht direkt verifiziert, weil sie aus einer populärmedizinischen Zusammenfassung ohne genannte Primärstudie stammt.
Diagnostiziert wird das Syndrom über Schlaftagebücher oder eine Aktimetrie – eine Bewegungsmessung am Handgelenk – über mindestens sieben Tage. Als Behandlung wird abendliches Melatonin in einer Dosis von 3 bis 5 Milligramm rund 5 bis 6 Stunden vor dem Schlafengehen beschrieben. Diese Zahlen stammen aus einer spanischen Fachquelle und sollten vor einer Anwendung mit der eigenen Ordination abgesprochen werden, insbesondere was Dosis und Einnahmezeitpunkt betrifft – beides weicht von einer intuitiven „kurz vor dem Schlafengehen"-Einnahme deutlich ab.
91 Folgen von zu wenig Schlaf: von Unfällen bis Suizidgedanken
Die Folgen von unzureichendem Schlaf bei Jugendlichen reichen weit über bloße Müdigkeit hinaus. Die amerikanische Schlafmedizin nennt in ihrer Konsensuserklärung ausdrücklich ein erhöhtes Risiko für selbstverletzendes Verhalten, Suizidgedanken und Suizidversuche, dazu altersübergreifend Probleme mit Aufmerksamkeit, Verhalten und Lernen sowie ein erhöhtes Unfall- und Verletzungsrisiko. Eine deutschsprachige Übersichtsarbeit ergänzt, dass der soziale Jetlag mit zahlreichen gesundheitlichen Risiken verbunden ist, darunter Depressionen, und dass der Zusammenhang zwischen Schlafstörung und Depression in beide Richtungen wirkt: schlechter Schlaf begünstigt Depression, Depression stört den Schlaf.
Diese Liste an Folgen ist einer der Gründe, warum Schlaf in der Pubertät kein Nebenthema ist, sondern in engem Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit steht, die an anderer Stelle dieses Ratgebers noch ausführlicher behandelt wird. Für Eltern heißt das: Anhaltende Müdigkeit, Konzentrationsprobleme oder eine gedrückte Stimmung bei einem Jugendlichen sind immer auch eine Gelegenheit, nach dem Schlaf zu fragen, nicht nur nach der Stimmung selbst.
92 Wie viel Jugendliche tatsächlich schlafen: Frankreich
Wie groß die Lücke zwischen empfohlenem und tatsächlichem Schlaf ist, zeigt die französische nationale Schulerhebung EnCLASS besonders detailliert. 2018 schlief ein Mittelstufenschüler im Mittel 8 Stunden und 16 Minuten pro Nacht, ein Oberstufenschüler nur noch 7 Stunden und 19 Minuten. 13,8 Prozent der Mittelstufen- und 29 Prozent der Oberstufenschüler hatten an Schultagen zu kurzen Schlaf von unter 7 Stunden – ein deutlicher Anstieg gegenüber 2010, als es erst 7,8 beziehungsweise 25,1 Prozent waren.
Besonders aufschlussreich ist die sogenannte Schlafschuld: Ein Viertel der Mittelstufen- und vier von zehn Oberstufenschülern schliefen an schulfreien Tagen mehr als zwei Stunden länger als an Schultagen – ein deutliches Zeichen dafür, dass unter der Woche systematisch zu wenig geschlafen wird und am Wochenende nachgeholt werden muss. Im Verlauf der Mittelstufe verkürzt sich der Schlaf um rund eine Viertelstunde pro Schuljahr, von 8 Stunden 50 Minuten in der ersten bis 7 Stunden 45 Minuten in der letzten Klasse – über vier Jahre also gut eine Stunde Schlaf weniger pro Nacht. Rund 31 Prozent der Mittelstufen- und 41 Prozent der Oberstufenschüler fühlten sich beim Aufstehen fast jeden Tag müde.
93 Wie viel Jugendliche tatsächlich schlafen: Spanien, und ein Trend, der überall gleich zeigt
Die spanische HBSC-Erhebung von 2022, gefördert vom Gesundheitsministerium, zeigt ein ähnliches Bild wie die französischen Zahlen. Von den 11- bis 12-Jährigen schlief etwas mehr als jeder Zweite unter der Woche die für ihr Alter optimale Stundenzahl – 44,1 Prozent –, bei den 17- bis 18-Jährigen war es nur noch gut jeder Fünfte, 23,4 Prozent. In beiden Altersgruppen schliefen Buben mehr als Mädchen, und über die verschiedenen Erhebungswellen hinweg setzt sich ein Abwärtstrend fort: Der Anteil der Jugendlichen, die ausreichend schlafen, sinkt sowohl an Schul- als auch an freien Tagen.
Dieser Trend zeigt sich unabhängig voneinander in Frankreich und Spanien, zwei methodisch unterschiedlichen, aber inhaltlich übereinstimmenden Erhebungen. Für ein Kind in Österreich lässt sich daraus zumindest die Richtung ableiten, auch wenn die genauen Prozentwerte eine spanische beziehungsweise französische Stichprobe betreffen.
94 Extreme Beispiele aus Asien, zur Einordnung
Wie weit dieses Problem gehen kann, zeigen Zahlen aus Ostasien, die zwar nicht auf Österreich übertragbar sind, aber die Richtung des Problems eindrücklich veranschaulichen. Das chinesische Bildungsministerium gibt feste Mindestschlafzeiten vor – 10 Stunden für Grundschüler, 9 für Mittelschüler, 8 für Oberstufenschüler –, doch ein Bericht der Chinesischen Akademie der Wissenschaften fand, dass 95,5 Prozent der Grundschüler, 90,8 Prozent der Mittelschüler und 84,1 Prozent der Oberstufenschüler diese Vorgaben verfehlen.
Eine japanische Erhebung des Bildungsministeriums aus dem Jahr 2014 fand, dass 47 Prozent der Oberstufenschüler und 22 Prozent der Mittelstufenschüler am Vortag eines Schultags erst nach Mitternacht zu Bett gingen – mit einem klaren Zusammenhang zur Smartphone-Nutzungsdauer. Eine koreanische Erhebung aus dem Jahr 2024 fand für Schultage eine mittlere Schlafzeit von nur 6,5 Stunden bei Buben und 5,9 Stunden bei Mädchen, deutlich unter jeder der bisher genannten Empfehlungen; die subjektive Schlafzufriedenheit lag bei Mädchen bei nur 16,5 Prozent. Diese asiatischen Extremwerte sind stark durch länderspezifische Faktoren wie das koreanische Nachhilfesystem geprägt und nicht als Erwartungswert für Österreich zu lesen – sie zeigen aber, wie weit sich das Grundproblem „zu wenig Schlaf durch frühen Schulbeginn und späte Bildschirmzeit" zuspitzen kann.
95 Einschlafprobleme in Österreich: die HBSC-Zahlen
Für Österreich selbst liegt eine eigene, verlässliche Quelle vor: die österreichische HBSC-Erhebung 2021/22, durchgeführt von der Gesundheit Österreich GmbH im Auftrag des Sozialministeriums, mit einer nach dem Datenclearing finalen Stichprobe von 7.099 Schülerinnen und Schülern der 5., 7., 9. und 11. Schulstufe. Wie bereits im ersten Teil dieses Ratgebers berichtet, gaben 32,1 Prozent der Mädchen und 23,2 Prozent der Burschen an, mehrmals pro Woche oder täglich Schwierigkeiten beim Einschlafen zu haben, insgesamt 27,9 Prozent.
Die Beschwerdelast steigt dabei ab der 7. Schulstufe deutlich an – also genau in dem Alter, in dem bei vielen Jugendlichen die Pubertät beginnt und die biologische Phasenverschiebung einsetzt. Diese österreichische Zahl ist die verlässlichste Referenz in diesem gesamten Kapitel, weil sie direkt aus einer österreichischen, repräsentativen Erhebung stammt und nicht aus dem Ausland übertragen werden muss.
96 Späterer Schulbeginn: eine Idee, die diskutiert, aber nicht umgesetzt wird
Die amerikanische Schlafmedizin fordert in einem eigenen Positionspapier, den Unterrichtsbeginn an Mittel- und Oberschulen nicht vor 8:30 Uhr anzusetzen, weil ein früher Schulbeginn den Schlaf Jugendlicher systematisch abschneidet – eine Empfehlung, die ursprünglich von der American Academy of Pediatrics im Jahr 2014 formuliert wurde. Eine brasilianische systematische Übersichtsarbeit unterlegt das mit einem konkreten Beleg: Bereits eine Verschiebung des Schulbeginns um eine Stunde nach hinten führte zu messbaren Verbesserungen von Schlaf und Stimmung bei Jugendlichen.
In Österreich existiert dazu, soweit die zugrunde liegenden Berichte reichen, keine bundesweite Regelung für einen späteren Schulbeginn an weiterführenden Schulen. Die Empfehlung zu einem späteren Schulbeginn stammt aus den USA und ist als Diskussionsgrundlage zu verstehen, nicht als in Österreich oder auch nur in den übrigen hier untersuchten Ländern umgesetzte Politik. Eine kursierende Zahl, wonach jede Verzögerung des Schulbeginns um 10 Minuten mit 2,1 Prozent weniger Schlafmangel verbunden sei, ließ sich in keiner spanischen Primärquelle belegen und wird hier bewusst nicht verwendet.
97 Was Eltern aus diesem Kapitel für den Alltag mitnehmen können
Dieses Kapitel trägt zu Recht den Anspruch, das praktisch nützlichste dieses gesamten Ratgebers zu sein, weil es einen Konflikt erklärt, den fast jede Familie mit einem jugendlichen Kind kennt: das abendliche Nicht-müde-Sein und das morgendliche Nicht-aus-dem-Bett-Kommen. Beides ist keine Frage von Disziplin oder Erziehung, sondern eine belegte biologische Verschiebung der inneren Uhr, die sich mit dem Beginn der Pubertät einstellt und erst danach wieder zurückgeht.
Was daraus praktisch folgt, lässt sich auf das stützen, was in diesem Kapitel tatsächlich belegt ist: Jugendliche brauchen 8 bis 10 Stunden Schlaf, ein später Schulbeginn kann nachweislich helfen, ist in Österreich aber nicht politisch umgesetzt, und wo aus der biologischen Verschiebung eine echte Störung mit ausgeprägten Auswirkungen auf Schule und Alltag wird, ist das verzögerte Schlafphasensyndrom eine benannte, behandelbare Diagnose – kein Charakterzug. Und wo anhaltende Schlafprobleme mit gedrückter Stimmung oder Rückzug einhergehen, ist das, wie in diesem Kapitel beschrieben, ein Grund für ein Gespräch in der Ordination, nicht nur für mehr Geduld zu Hause.
Alle Kapitel dieses Ratgebers
- 1. Was in der Pubertät geschieht Abschnitt 1–13 · 13
- 2. Wann es losgeht Abschnitt 14–27 · 14
- 3. Zu früh: Pubertas praecox Abschnitt 28–43 · 16
- 4. Zu spät: verzögerte Pubertät Abschnitt 44–55 · 12
- 5. Wachstum und Endgröße Abschnitt 56–73 · 18
- 6. Knochen und Ernährung Abschnitt 74–85 · 12
- 7. Der veränderte Schlaf Abschnitt 86–97 · 12
- 8. Das Gehirn in der Pubertät Abschnitt 98–109 · 12
- 9. Körperbild und Essstörungen Abschnitt 110–125 · 16
- 10. Haut, Schweiß und Geruch Abschnitt 126–137 · 12
- 11. Zyklus und Menstruation Abschnitt 138–155 · 18
- 12. Die Entwicklung bei Buben Abschnitt 156–169 · 14
- 13. Sexuelle Gesundheit und Aufklärung Abschnitt 170–187 · 18
- 14. Risikoverhalten Abschnitt 188–201 · 14
- 15. Miteinander auskommen Abschnitt 202–215 · 14
- 16. In der Ordination Abschnitt 216–225 · 10
- 17. Fragen, Irrtümer und Einordnung Abschnitt 226–239 · 14
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