Immer wieder stellen Eltern Fragen zur privaten Krankenversicherung für Kinder. Eine private Krankenversicherung lohnt sich insbesondere in den ersten Lebensjahren eines Kindes, da in dieser Zeit zahlreiche Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen anfallen.

Gerade beim Besuch von Wahlärzten und Privatärzten ist der Abschluss einer privaten Krankenversicherung für ihr Kind ratsam. Aber auch beim Besuch eines Kassenarztes kann eine private Krankenversicherung sinnvoll sein, da viele Untersuchungen (z. B. spezielle Augenuntersuchungen) oder Impfungen (z. B. gegen Meningokokken B) privat bezahlt werden müssen. Der folgende Vergleich wurde am 03.09.2026 erstellt.

Ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus wurde nicht ausgewählt, da viele Krankenhäuser gar keine Sonderklasse mehr anbieten. Aus diesem Grund ist eine Sonderklasse-Versicherung in der Regel nicht sinnvoll. Aufgrund des eklatanten Ärztemangels in den Krankenhäusern ist die freie Arztwahl eine eher theoretische Möglichkeit.

In dem folgenden Beispiel wurden die folgenden Suchparameter in dem Vergleichsportal Durchblicker verwendet:

Versicherte Person1 Kind, geboren am 01.01.2026 (keine Erwachsenen mitversichert)
Sozialversicherung des KindesÖGK
Hauptwohnsitz2700 Wiener Neustadt
Versicherte LeistungPrivatpatient beim Wahlarzt (ambulant)
Rahmen für Wahlarztleistungenmindestens € 1.500 pro Jahr
Selbstbehalt beim Wahlarztkeiner
Zusatzpaketekeine (weder Therapien und alternative Behandlungen noch Medikamente, Heilbehelfe und Hilfsmittel, Krankenhaustaggeld oder Wellness)
Krankenhaus Sonderklassenicht gewählt

Mit diesen Angaben zeigt das Vergleichsportal sieben Angebote an. Das Portal führt insgesamt acht Krankenversicherungen; die Grazer Wechselseitige (GRAWE) wird dort unter „Diese Anbieter nehmen derzeit nicht am Vergleich teil – kein Tarifabschluss möglich" geführt. Die GRAWE bietet aber sehr wohl einen Wahlarzttarif an – dazu weiter unten ein eigener Abschnitt.

Ergebnisliste des Vergleichsportals Durchblicker mit sieben Krankenversicherungen für Kinder, Stand 3. September 2026

Vergleich

Entscheidend ist nicht nur, welcher Anbieter die höchste Versicherungssumme bietet, da einige Anbieter kostenintensive Positionen wie Impfungen ausschließen oder deckeln. Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über die angebotenen Versicherungen, geordnet nach der monatlichen Prämie (bei Bedarf horizontal scrollen):

Muki Versicherung
Muki
Wiener Städtische Versicherung
Wiener Städtische
DonauAllianz Versicherung
Allianz
Merkur Versicherung
Merkur
UNIQA Versicherung
UNIQA
Generali Versicherung
Generali

ALLGEMEIN

Prämie€ 20,37€ 20,57€ 20,57€ 21,96€ 33,99€ 35,40€ 68,18
Alter Umstellung auf Erwachsenentarif19 Jahre20 Jahre20 Jahre19 Jahre20 Jahre18 Jahre18 Jahre
Erwachsenenprämie (aktueller Stand)€ 35€ 31€ 31€ 39€ 57€ 59€ 107
Produktnote des Vergleichsportals1,9
Ausgezeichnet
3,7
Gut
3,7
Gut
3,2
Gut
1,7
Ausgezeichnet
1,8
Ausgezeichnet
1,4
Ausgezeichnet
Ambulante WahlarztleistungenJaJaJaJaJaJaJa
ZahnbehandlungskostenNeinNeinNeinNeinNeinNeinNein
GültigkeitÖsterreichEuropaEuropaWeltweitWeltweitWeltweitWeltweit
Annahmegarantie für NeugeboreneNeinNeinNeinNeinNeinNeinNein
GesundheitscheckJaNeinNeinJaJaJaJa
Höchstleistung pro Person und Jahr€ 1.680€ 1.600€ 1.600€ 2.496

Bei unterjährigem Beginn werden die Leistungsgrenzen im ersten Kalenderjahr anteilig reduziert
€ 3.097€ 2.800€ 5.210

Bei Überschreitung werden für weitere Arztbesuche max. € 68 ersetzt

Schul- und Alternativmedizin

LeistungsrahmenIm Rahmen der Höchstleistung (€ 1.680)Im Rahmen der Höchstleistung (€ 1.600)Im Rahmen der Höchstleistung (€ 1.600)Im Rahmen der Höchstleistung (€ 2.496)€ 2.565€ 1.400Im Rahmen der Höchstleistung (€ 5.210)
Wahlarzt SchulmedizinJaJaJaJaJaJa

Für Impfungen (Arzthonorar und Impfstoff) werden insgesamt max. € 560 ersetzt
Ja
Wahlarzt AlternativmedizinJaJaJaJaJaJaErsatz im Rahmen der Höchstleistungssumme (€ 5.210) erfolgt für Akupunktur, Anthroposophische Medizin, Ayurvedische Medizin, Klassische Homöopathie, Kneippmedizin, Mayr Therapie, Osteopathie, Ozontherapie und Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Für alle anderen alternativmedizinischen Methoden max. € 865
Heilpraktiker AlternativmedizinNur Akupunktur, Reittherapie und TCMJaJaNeinJa

Im Rahmen der Höchstleistung für spezielle therapeutische Behandlungen (€ 382)
NeinJa
VorsorgeleistungenJaNeinNeinJa

Max. € 250 im Rahmen der generellen jährlichen Höchstleistung
Ja

Keine Leistung für gesetzliche Vorsorgeuntersuchungen. Max. € 150 im Rahmen der generellen jährlichen Höchstleistung
Ja

Nur urologische, gynäkologische, augenärztliche und dermatologische Vorsorgeuntersuchungen
Ja

Max. € 470 im Rahmen der generellen jährlichen Höchstleistung
Ambulante OperationenFür Operationsgruppe 1 – 2 max. € 309, Operationsgruppe 3 – 4 max. € 763 und Operationsgruppen ab 5 max. € 1.166JaJaNur für Operationsgruppen 1 bis 3, keine refraktiven AugenoperationenJaJaJa

Spezielle therapeutische Behandlung

Leistungsrahmen€ 488€ 382€ 560€ 1.010
Physikalische BehandlungenJaNeinNeinNeinJaJaJa
LogopädieJaNeinNeinNeinJaJaJa
ErgotherapieJaNeinNeinNeinJaJaJa
Beistand durch HebammenJa, im Rahmen der jährlichen HöchstleistungNeinNeinNeinNeinNeinJa
PsychotherapieMax. € 488 im Rahmen der generellen jährlichen HöchstleistungNeinNeinNeinJaMax. € 560 im Rahmen der generellen jährlichen HöchstleistungMax. € 1.010 im Rahmen der generellen jährlichen Höchstleistung

HEILMITTEL

Leistungsrahmen€ 266Im Rahmen der Höchstleistung (€ 2.496)Im Rahmen der Höchstleistung für Schul- und Alternativmedizin (€ 2.565)€ 560€ 1.010
MedikamenteJaNeinNeinNeinJaJaJa
RezeptgebührenJaNeinNeinNeinJaJaJa
ImpfstoffeJa, aber keine ReiseimpfungenNeinNeinMax. € 125 im Rahmen der generellen jährlichen HöchstleistungJa. Reiseimpfungen nur im Rahmen der Höchstleistung für Vorsorgeleistungen (€ 150)Für Impfungen (Arzthonorar und Impfstoff) werden insgesamt max. € 560 ersetztIm Rahmen der Höchstleistung für Vorsorgeuntersuchungen (€ 470)
Homöopathische MittelJaNeinNeinNeinIm Rahmen der Höchstleistung für spezielle therapeutische Behandlungen (€ 382)JaJa

Hilfsmittel

LeistungsrahmenIm Rahmen der Höchstleistung (€ 1.680)Im Rahmen der Höchstleistung für spezielle therapeutische Behandlungen (€ 382)€ 280€ 440
HeilbehelfeJaNeinNeinNeinMit 20 % SelbstbehaltJaJa
SehbehelfeInkl. Laser-/Lasikbehandlungen, je 2 Versicherungsjahre. Max. € 488 im Rahmen der generellen jährlichen HöchstleistungNeinNeinNeinJe zwei KalenderjahreJe zwei KalenderjahreJe 2 Kalenderjahre, für Kinder bis 14 jährlich

WARTEFRISTEN

AllgemeinKeine WartezeitKeine WartezeitKeine WartezeitKeine WartezeitKeine WartezeitKeine WartezeitKeine Wartezeit
Psychotherapie8 Monate0 Monate0 Monate0 Monate

Welche Versicherung am besten geeignet ist, hängt von den Bedürfnissen ihres Kindes ab. In der Regel ist eine Deckungssumme von 1.200 bis 1.500 Euro pro Jahr für Untersuchungen mehr als ausreichend. Entscheidend sind daher weniger die Höchstsummen als die Frage, welche Positionen ein Tarif überhaupt bezahlt.

Grazer Wechselseitige (GRAWE)

Die GRAWE ist auf dem Vergleichsportal als achter Anbieter gelistet, es wird dort aber weder für den Wahlarzttarif noch für die Krankenhaus-Sonderklasse ein Angebot ausgewiesen. Beide Varianten haben wir am 03.09.2026 mit denselben Angaben zum Kind geprüft – in beiden Fällen erscheint die GRAWE unter „Diese Anbieter nehmen derzeit nicht am Vergleich teil – kein Tarifabschluss möglich". Eine Prämie für unser Beispielkind lässt sich daher über das Portal nicht ermitteln; die GRAWE nennt Prämien nur nach einem Beratungsgespräch.

Das heißt aber nicht, dass es kein passendes Produkt gäbe. Die Wahlarzt-Versicherung der GRAWE heißt MyMEDdoc und ist in drei Varianten erhältlich. Sie umfasst laut Informationsblatt zum Versicherungsprodukt Heilbehandlungen als Privatpatient bei niedergelassenen Ärzten (schul- und alternativmedizinisch, z. B. Homöopathie oder Akupunktur), physikalische und psychotherapeutische Heilbehandlungen, Heilbehelfe und Hilfsmittel, Arzneimittel, Impfstoffe, Rezeptgebühren und ambulante Vorsorge. Nicht versichert sind unter anderem Zahnbehandlungen und Zahnersatz sowie kosmetische Behandlungen. Der Schutz gilt weltweit.

MyMEDdoc – Maximalbetrag pro Kalenderjahrbasiccomfortpremium
Arzt- und Facharztkosten für Schul- und Ganzheitsmedizin (ausgenommen Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde)€ 1.350€ 2.650€ 3.950
Gemeinsamer Rahmen für psychotherapeutische Behandlungen, ganzheitsmedizinische ambulante Heilbehandlungen, physikalische Behandlungen (ärztlich verordnet), Heilbehelfe, Hilfsmittel und refraktive Augenoperationen sowie Arzneimittel, Impfstoffe und Rezeptgebühren€ 340€ 660€ 980
davon „Health Booster" (Nahrungsergänzungsmittel u. a.)€ 110€ 170€ 170

Zwei Punkte sind für Eltern besonders wichtig. Erstens liegen Impfstoffe, Medikamente, Rezeptgebühren, Heilbehelfe und Therapien in einem einzigen gemeinsamen Topf – in der mittleren Variante sind das 660 Euro pro Jahr für alle diese Positionen zusammen. Zweitens ersetzt die GRAWE nur dann 100 Prozent des verbleibenden Betrags, wenn die gesetzliche Krankenversicherung einen Teil der Kosten übernimmt. Zahlt die Sozialversicherung gar nichts – und das ist bei den privat zu bezahlenden Impfungen genau der Fall –, werden 80 Prozent der Summe ersetzt. Für Impfungen bedeutet das einen faktischen Selbstbehalt von 20 Prozent.

Für Kinder gilt die Kinderprämie bis zur Vollendung des 20. Lebensjahres (MyMEDteens); Neugeborene können innerhalb von zwei Monaten ab der Geburt begünstigt mitversichert werden (MyMEDbaby). Da die Prämie nicht öffentlich ist, haben wir die GRAWE nicht in die Preisvergleichstabelle aufgenommen – die Leistungsangaben stammen aus der GRAWE-Produktinformation „Produkthighlights GRAWE MyMED" und dem Informationsblatt zum Versicherungsprodukt MyMEDdoc, beide abgerufen am 03.09.2026.

Was sich gegenüber 2025 geändert hat

Alle Anbieter haben die Prämien angehoben, die Leistungen wurden meist im gleichen Ausmaß indexiert. Zwei Veränderungen fallen aus dem Rahmen: Die UNIQA hat den Ersatz für Impfungen von 179 Euro auf 560 Euro mehr als verdreifacht, die Allianz hat Heilbehelfe und Sehbehelfe ersatzlos gestrichen. Neu im Vergleich ist die Donau Versicherung, die – wie die ebenfalls zur Vienna Insurance Group gehörende Wiener Städtische – einen reinen Wahlarzttarif ohne Heilmittel und ohne Therapien anbietet. Beide Tarife sind bis auf die Kundenbewertung identisch.

Prämie 2025Prämie 2026VeränderungHöchstleistung 2025Höchstleistung 2026
Muki€ 19,58€ 20,37+ 4,0 %€ 1.615€ 1.680
Wiener Städtische€ 19,24€ 20,57+ 6,9 %€ 1.500€ 1.600
Donau€ 20,57neu im Vergleich€ 1.600
Allianz€ 21,20€ 21,96+ 3,6 %€ 2.409€ 2.496
Merkur€ 30,93€ 33,99+ 9,9 %€ 2.974€ 3.097
UNIQA€ 32,90€ 35,40+ 7,6 %€ 2.915€ 2.800
Generali€ 64,32€ 68,18+ 6,0 %€ 5.035€ 5.210

Im Detail:

  • UNIQA: Der Ersatz für Impfungen (Arzthonorar und Impfstoff zusammen) steigt von 179 Euro auf 560 Euro. Gleichzeitig sinkt die jährliche Höchstleistung von 2.915 auf 2.800 Euro und der Rahmen für Schul- und Alternativmedizin von 1.492 auf 1.400 Euro. Der Beistand durch Hebammen ist entfallen.
  • Allianz: Heilbehelfe und Sehbehelfe werden nicht mehr bezahlt, im Vorjahr gab es dafür noch bis zu 469 Euro. Medikamente, Rezeptgebühren und homöopathische Mittel bleiben – wie schon 2025 – ausgeschlossen. Der Impfstoff-Deckel steigt geringfügig von 120 auf 125 Euro.
  • Muki: Heilbehelfe und Sehbehelfe sind neu im Leistungsumfang, Sehbehelfe mit bis zu 488 Euro alle zwei Jahre und sogar inklusive Laser-/Lasikbehandlung. Der Heilmittelrahmen steigt von 256 auf 266 Euro, jener für spezielle therapeutische Behandlungen von 469 auf 488 Euro.
  • Merkur: Der Rahmen für Schul- und Alternativmedizin steigt von 2.458 auf 2.565 Euro, jener für spezielle therapeutische Behandlungen von 366 auf 382 Euro. Der Deckel für Vorsorgeleistungen (und damit für Reiseimpfungen) bleibt bei 150 Euro. Die Prämie steigt mit knapp 10 Prozent am stärksten.
  • Generali: Alle Leistungen wurden um rund 3,5 Prozent angehoben, die Prämie um 6 Prozent. Der Tarif bleibt mit Abstand der teuerste.
  • Wiener Städtische: Die Höchstleistung steigt von 1.500 auf 1.600 Euro, am Leistungsumfang ändert sich nichts.

Heilmittel

Impfungen können ein kostspieliges Thema sein, da nicht alle Impfungen bezahlt werden. Impfungen, welche privat bezahlt werden müssen sind:

  • 1 x ACWY Impfung: 70 Euro. Die Impfung wird im 2. Lebensjahr verabreicht.
  • 3 x FSME (Zecken) Impfung: 50 Euro (in Summe 150 Euro). Zwei Impfungen werden im 2. Lebensjahr verabreicht. Eine Impfung im 3. Lebensjahr.
  • 2 x Hepatitis A Impfung: 50 Euro (in Summe 100 Euro). Die Impfung wird im 2. Lebensjahr verabreicht.
  • 3 x Bexsero: wird ein Kind in den ersten beiden Lebensjahren geimpft, dann braucht man 3 Impfungen. Wird ein Kind erst ab dem 3. Lebensjahr geimpft, dann werden nur 2 Impfungen benötigt. Kostenpunkt pro Impfung: 130 Euro (in Summe 260–390 Euro) (1. Lebensjahr 2 Impfungen, 2. Lebensjahr eine Impfung)
  • 2 x Varicellen Impfung: 70 Euro (in Summe 140 Euro). Im 2. Lebensjahr

Die Kosten im 1. Lebensjahr: 260 Euro
Die Kosten im 2. Lebensjahr: 540 Euro
Die Kosten im 3. Lebensjahr: 50 Euro

Für private Impfungen entstehen in den ersten 3 Lebensjahren in unserer Ordination in Summe Kosten von 850 Euro. Die einzige Versicherung, die zum Stichtag 3.9.2026 laut Vergleichsportal alle Kosten für diese Impfungen (mit Ausnahme von Reiseimpfungen) trägt, ist die Merkur Versicherung. Der Leistungsrahmen für Heilmittel entspricht dort der Höchstleistung für Schul- und Alternativmedizin und beträgt 2.565 Euro. Dies umfasst Impfungen, Medikamente und Rezeptgebühren. Homöopathische Mittel sind mit 382 Euro gedeckelt, Reiseimpfungen mit 150 Euro.

Deutlich aufgeholt hat die UNIQA: Sie ersetzt Impfungen (Arzthonorar und Impfstoff zusammen) mit bis zu 560 Euro pro Jahr und deckt damit erstmals auch das teure zweite Lebensjahr weitgehend ab. Im Vorjahr waren es 179 Euro. Die Generali bezahlt Impfstoffe im Rahmen der Höchstleistung für Vorsorgeuntersuchungen und damit bis zu 470 Euro. Die Muki deckelt alle Heilmittel – Medikamente und Rezeptgebühren eingerechnet – mit 266 Euro und bezahlt keine Reiseimpfungen. Die Allianz ersetzt Impfungen mit 125 Euro und bezahlt weiterhin weder Medikamente noch Rezeptgebühren. Wiener Städtische und Donau bieten überhaupt keine Heilmittel an. Bei der GRAWE teilen sich Impfstoffe, Medikamente, Rezeptgebühren, Heilbehelfe und Therapien einen gemeinsamen Rahmen von 660 Euro (Variante comfort), von dem für privat bezahlte Impfungen 80 Prozent ersetzt werden – rechnerisch also bis zu 528 Euro, sofern der Topf nicht für andere Positionen aufgebraucht wird.

Fazit Heilmittel:
Für Heilmittel (Medikamente, Impfungen, …) bietet die Merkur Versicherung das beste Angebot. Wer vor allem die Impfkosten abgedeckt haben möchte und dafür weniger Prämie zahlen will, sollte sich die UNIQA ansehen.

Heilpraktiker und Alternativmediziner

Ein anderes Bild ergibt sich bei jenen Leistungen, die von Heilpraktikern und Alternativmedizinern angeboten werden. Die Wiener Städtische und die Donau ersetzen Heilpraktikerleistungen im Rahmen ihrer Höchstleistung von 1.600 Euro – und das zur zweitgünstigsten Prämie im Vergleich. Die Muki bezahlt nur Akupunktur, Reittherapie und TCM, dies allerdings im Rahmen der vollen Höchstleistung von 1.680 Euro. Die Generali hat das mit Abstand größte Leistungsangebot, verlangt dafür aber mehr als das Dreifache an Prämie. Bei der Merkur sind Heilpraktikerleistungen mit 382 Euro pro Jahr gedeckelt. Allianz und UNIQA bezahlen Heilpraktiker gar nicht.

Fazit alternative Medizin:
Die Wiener Städtische und die Donau bieten das Angebot mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Spezielle therapeutische Behandlung

Wer eine physikalische Behandlung, eine Logopädie oder eine Ergotherapie benötigt, kann zwischen Generali (1.010 Euro), UNIQA (560 Euro), Muki (488 Euro) und Merkur (382 Euro) wählen. Die Allianz, die Wiener Städtische und die Donau bieten diese Leistungen überhaupt nicht an. Die Generali bietet mit 1.010 Euro den höchsten Ersatz, ist aber fast doppelt so teuer wie der zweitteuerste Anbieter UNIQA.

Für den Beistand durch eine Hebamme kommen nur die Muki (im Rahmen der jährlichen Höchstleistung) und die Generali auf. Psychotherapie bezahlen alle vier genannten Anbieter, die Muki allerdings erst nach acht Monaten Wartezeit.

Fazit:

Da alle Versicherungen diese Leistungen stark deckeln oder gar nicht anbieten, macht eine Krankenversicherung mit Fokus auf diesen Bereich wenig Sinn. Als Ergänzung kommen nur Generali, UNIQA, Muki oder Merkur in Betracht.

Hilfsmittel, Heilbehelfe

Hilfsmittel sind Gegenstände oder Geräte, die dazu dienen, die Lebensqualität von Personen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen zu verbessern. Sie unterstützen die Betroffenen bei der Bewältigung ihres Alltags, fördern ihre Selbstständigkeit und tragen dazu bei, körperliche Einschränkungen zu kompensieren. Beispiele für Hilfsmittel sind:

  • Gehhilfen: Rollatoren, Gehstöcke, Krücken, um Personen mit Mobilitätseinschränkungen zu unterstützen.
  • Pflegebetten: Speziell angefertigte Betten, die für pflegebedürftige Personen konzipiert sind, mit Funktionen wie verstellbaren Liegeflächen.
  • Hörgeräte: Elektronische Geräte, die Schwerhörigen helfen, besser zu hören.
  • Rollstühle: Manuell betriebene oder elektrische Stühle, die Mobilität für Personen mit eingeschränkter Gehfähigkeit bieten.

Heilbehelfe hingegen sind medizinische Hilfsgüter, die speziell zur Behandlung oder Linderung von Krankheiten oder Verletzungen eingesetzt werden. Sie sind oft spezifischer und individueller angepasst als Hilfsmittel und dienen der direkten Therapie oder Rehabilitation. Beispiele für Heilbehelfe sind:

  • Bandagen und Orthesen: Stützende oder korrigierende Hilfsmittel wie Kniebandagen, Handgelenkstützen oder orthopädische Einlagen, die bestimmte Körperteile stabilisieren oder entlasten.
  • Kompressionsstrümpfe: Werden zur Behandlung von Venenerkrankungen oder zur Thromboseprophylaxe eingesetzt.
  • Inhalationsgeräte: Zur Behandlung von Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD.
  • Wundversorgungsmaterial: Spezielle Verbände und Materialien zur Förderung der Wundheilung.

Fazit:

Hier hat die Muki das beste Angebot: Heilbehelfe werden im Rahmen der jährlichen Höchstleistung von 1.680 Euro ersetzt, Sehbehelfe mit bis zu 488 Euro alle zwei Jahre, inklusive Laser-/Lasikbehandlungen. Danach folgen Generali (440 Euro) und UNIQA (280 Euro). Die Merkur ersetzt Heilbehelfe nur mit 20 Prozent Selbstbehalt und im Rahmen von 382 Euro. Allianz, Wiener Städtische und Donau bieten in diesem Bereich keine Leistung an – bei der Allianz war das im Vorjahr noch anders.

Gesamt Fazit

Der Gesamtvergleich zeigt, dass die Preisunterschiede erheblich sind. Der günstigste Anbieter ist die Muki mit 20,37 Euro pro Monat. Der teuerste Anbieter ist die Generali mit 68,18 Euro pro Monat (Stand 03.09.2026).

max. Leistung/JahrKosten/MonatKosten/JahrVersicherungsleistung
pro Beitragseuro
Muki€ 1.680€ 20,37€ 244,44€ 82,47
Wiener Städtische€ 1.600€ 20,57€ 246,84€ 77,78
Donau€ 1.600€ 20,57€ 246,84€ 77,78
Allianz€ 2.496€ 21,96€ 263,52€ 113,66
Merkur€ 3.097€ 33,99€ 407,88€ 91,11
UNIQA€ 2.800€ 35,40€ 424,80€ 79,10
Generali€ 5.210€ 68,18€ 818,16€ 76,42

Den theoretisch höchsten Betrag pro Beitragseuro bekommt man mit 113,66 Euro bei der Allianz. Das Schlusslicht bildet die Generali mit 76,42 Euro. Das bedeutet: Für 1 Euro Versicherungsprämie pro Monat kann man bei der Allianz maximal 113,66 Euro an Leistungen erhalten.

Dieser Wert ist allerdings eher theoretischer Natur. Die Allianz bezahlt weder Medikamente noch Rezeptgebühren, keine Heilbehelfe, keine Sehbehelfe und keine speziellen therapeutischen Behandlungen – der Rahmen von 2.496 Euro lässt sich damit fast nur durch Wahlarzthonorare ausschöpfen. Ähnliches gilt für die Wiener Städtische und die Donau. Wer die Höchstleistung tatsächlich in Anspruch nehmen will, muss darauf achten, wofür sie überhaupt verwendet werden darf.

Unsere Empfehlung

Die Leistungen und Preise haben sich im Vergleich zu 2025 weniger stark verändert als im Jahr davor. Die Prämien sind bei allen Anbietern gestiegen, die Leistungen wurden überwiegend im gleichen Ausmaß angepasst.

Wer sein Kind beim Wahlarzt oder Privatarzt behandeln lassen möchte und zudem darauf Wert legt, dass es alle empfohlenen Impfungen erhält, ist unserer Ansicht nach nach wie vor bei der Merkur am besten aufgehoben. Eine günstigere Alternative mit ähnlicher Ausrichtung ist heuer erstmals die UNIQA, die Impfungen mit bis zu 560 Euro pro Jahr ersetzt.

Wer eine solide Grundabsicherung zum niedrigsten Preis sucht und dabei auch Medikamente, Heilbehelfe und Therapien mitversichert haben möchte, fährt mit der Muki am besten. Wer ausschließlich Heilpraktiker oder Alternativmediziner aufsucht, sollte sich die Wiener Städtische oder die Donau ansehen.

Die GRAWE lässt sich mangels öffentlicher Prämie nicht in diesen Preisvergleich einordnen. Wer sie in Betracht zieht, sollte im Beratungsgespräch gezielt nach der Prämie für die Variante comfort fragen und den gemeinsamen Rahmen von 660 Euro für Impfstoffe, Medikamente, Heilbehelfe und Therapien im Kopf behalten.

Das beste Gesamtpaket bietet unserer Ansicht nach die Merkur Versicherung, das beste Preis-Leistungs-Verhältnis die Muki. Wir möchten darauf hinweisen, dass keinerlei finanzielle Beziehungen zu den Versicherungen oder Vergleichsportalen bestehen.

Für den Inhalt dieses Artikels verantwortlich:

Mag. Bernd Peter
Kontakt: bernd.peter@kinderarzt.net

Es bestehen keinerlei finanzielle Beziehungen zu den genannten Versicherungen oder dem Vergleichsportal Durchblicker.at. Der Artikel wurde unabhängig verfasst. Ein Bonussystem oder finanzielle Anreize existieren nicht. Dieser Artikel soll lediglich als Entscheidungshilfe dienen und wurde nach bestem Wissen und Gewissen verfasst.

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