Wenn das eigene Kind mobbt
Der Anruf aus der Schule, den niemand erwartet. Warum die erste Reaktion – abstreiten oder bestrafen – beides nicht hilft, und was stattdessen zu tun ist.
Wichtiger Hinweis
Dieser Ratgeber erklärt Mobbing, Leistungsdruck und Schulvermeidung allgemein und richtet sich an Eltern und Bezugspersonen. Er ersetzt keine Beratung im Einzelfall – weder durch die Schulpsychologie noch durch Ihre Kinderärztin noch durch eine Rechtsberatung. Wenn Ihr Kind sich selbst verletzt, Suizidgedanken äußert oder plötzlich nicht mehr in die Schule geht, warten Sie nicht ab: Rat auf Draht ist rund um die Uhr und kostenlos unter 147 erreichbar, auch für Sie als Bezugsperson, die Telefonseelsorge unter 142, die schulpsychologische Hotline des Bildungsministeriums unter 0800 211 320.
Mobbing, Schule und Leistungsdruck
Erkennen, richtig reagieren und wissen, wo es Hilfe gibt
Elternverständlicher, wissenschaftlich fundierter Überblick
Dieser Ratgeber erklärt, was Mobbing im schulischen Umfeld ist, wie häufig es in Österreich vorkommt, woran Eltern es erkennen, was es anrichtet und was Sie selbst tun können. Er stützt sich auf amtliche österreichische Erhebungen, internationale und die Veröffentlichungen von Fachgesellschaften. Wo eine Zahl unsicher ist, steht das ausdrücklich dabei. Wo eine Zahl aus einem anderen Land stammt, ist das Land genannt.
Dieser Text ersetzt kein persönliches Gespräch. Er kann Ihnen keine Diagnose liefern und keine Entscheidung abnehmen. Was ein einzelnes Kind braucht, hängt von seiner Geschichte, seiner Klasse, seiner Familie und seiner gesundheitlichen Verfassung ab. Wenn Sie sich Sorgen machen, ist das ein ausreichender Grund für einen Termin in der Ordination. Sie müssen sich nicht sicher sein, bevor Sie fragen.
Der Ratgeber beschreibt außerdem einen Forschungsstand, der an vielen Stellen dünner ist, als es in Medienberichten wirkt. Für Österreich liegen die letzten belastbaren Mobbingzahlen aus einer Erhebung von 2021/22 vor. Mehrere weit verbreitete österreichische Angaben ließen sich an keiner Primärquelle bestätigen. Der Text sagt das jeweils dazu, statt die Lücken zu glätten.
Bei bestimmten Anzeichen dürfen Sie nicht abwarten. Holen Sie sich sofort Hilfe, wenn Ihr Kind sich selbst verletzt, wenn es Suizidgedanken äußert oder Andeutungen macht, dass es nicht mehr leben möchte, wenn es plötzlich und anhaltend nicht mehr in die Schule geht, also bei plötzlicher Schulverweigerung, oder wenn es körperliche Gewalt mit Verletzungen erlebt hat. In diesen Fällen wenden Sie sich noch am selben Tag an Ihre Kinderärztin, an eine Kinder- und Jugendpsychiatrie oder an eine Notfallambulanz. Rund um die Uhr, kostenlos und auch für Sie als Bezugsperson erreichbar ist Rat auf Draht unter der Nummer 147. Die Telefonseelsorge erreichen Sie unter 142. Die schulpsychologische Hotline des Bildungsministeriums ist unter 0800 211 320 an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr erreichbar, kostenlos und vertraulich, ebenfalls für Erziehungsberechtigte.
138 Eine schwierige Nachricht, und was jetzt zählt
Vielleicht hat die Schule angerufen. Vielleicht hat ein anderes Elternteil geschrieben. Vielleicht hat Ihr Kind selbst erzählt, was passiert ist. In jedem Fall ist der erste Reflex bei den meisten Eltern derselbe: Abwehr, Scham, der Wunsch, es müsse ein Missverständnis sein. Dieser Reflex ist menschlich, aber er hilft Ihrem Kind nicht.
Die amtliche österreichische Fachinformation formuliert es nüchtern: Mobber behalten ihr Verhalten bei, wenn Erwachsene nicht intervenieren, und einmal erlernte negative Verhaltensmuster halten sich oft bis ins Erwachsenenalter. Genau wie im ersten Teil dieses Ratgebers beim betroffenen Kind gilt auch hier: Nichtstun ist keine neutrale Option. Dieses Kapitel zeigt, wie viele Kinder tatsächlich mobben, warum sie es tun, was rechtlich passieren kann, was nachweislich hilft — und was Sie als Eltern konkret tun können, ohne Ihr Kind vorzuverurteilen oder das Verhalten zu bagatellisieren.
139 Wie viele Kinder mobben: die österreichischen Zahlen
Nach der amtlichen HBSC-Erhebung 2021/22 geben in Österreich deutlich weniger Kinder an, selbst zu mobben, als Kinder angeben, betroffen zu sein. Bei klassischem Mobbing: 2 Prozent der Mädchen, 5 Prozent der Burschen. Nach Schulstufe zeigt sich ein weitgehend konstantes Bild über die Sekundarstufe: in der 5., 7. und 9. Schulstufe jeweils rund 4 Prozent, in der 11. Schulstufe 2 Prozent. Kinder mit Migrationshintergrund gaben mit 5 Prozent etwas häufiger Täterschaft an als Kinder ohne (3 Prozent); nach Familienwohlstand zeigt sich kein einheitlicher Trend.
Beim Cybermobbing ist der Anteil deutlich höher und das Geschlechterverhältnis ähnlich: 6 Prozent der Mädchen, 12 Prozent der Burschen geben an, andere online angegriffen zu haben, mit einem Höhepunkt in der 7. Schulstufe (12 Prozent). Auffällig: Migrationshintergrund korreliert hier stärker mit Täterschaft (13 gegenüber 8 Prozent) als bei klassischem Mobbing. Diese Unterschiede sind Assoziationen aus einer Querschnittserhebung und erlauben keine Aussage über Ursachen.
140 International und im Cyberraum: das Verhältnis kehrt sich um
Im europäischen HBSC-Durchschnitt geben 6 Prozent der Jugendlichen an, andere in der Schule gemobbt zu haben (Buben 8, Mädchen 5 Prozent), beim Cybermobbing sind es 12 Prozent (Buben 14, Mädchen 9 Prozent) — mit einem Anstieg seit 2018 von 11 auf 14 Prozent bei Buben und von 7 auf 9 Prozent bei Mädchen. Deutschland kommt mit 3,4 Prozent selbst angegebener Täterschaft insgesamt niedriger heraus, Italiens Oberstufenmonitoring dagegen deutlich höher: 18,2 Prozent geben an, andere zumindest gelegentlich gemobbt zu haben.
Über fast alle diese Zahlen hinweg gilt: Täterquoten liegen niedriger als Opferquoten — mit einer bemerkenswerten Ausnahme, die in Abschnitt 145 dieses Kapitels näher beschrieben wird. Diese internationalen Werte sind untereinander wegen unterschiedlicher Messmethoden nicht direkt vergleichbar; übertragbar für Österreich ist vor allem die grundsätzliche Größenordnung: Täterschaft wird seltener zugegeben, als Betroffenheit berichtet wird, was teils daran liegt, dass Mobbing häufig als Gruppengeschehen abläuft, an dem einzelne Kinder unterschiedlich stark beteiligt sind, ohne sich selbst als „die Täterin" oder „der Täter" zu erkennen.
141 Warum Kinder mitmachen: Angst, nicht Bosheit
Das österreichische HBSC-Factsheet hält einen Befund fest, der viele Eltern überrascht: Kinder schließen sich einer Tätergruppe nicht selten aus Angst an, selbst zur Zielscheibe zu werden. Wie schon im ersten Teil dieses Ratgebers beschrieben, treten Mobbing-Täterinnen und -Täter in Österreich zu mindestens der Hälfte nicht einzeln, sondern in der Gruppe auf, mit abgestuften Rollen von der eigentlichen Täterschaft bis zur bloßen Verstärkung durch Zuschauen oder Lachen.
Eine koreanische Vollerhebung fragte Täterinnen und Täter direkt nach ihrem Motiv. Die häufigste Antwort war „aus Spaß oder ohne besonderen Grund" (33,0 Prozent), gefolgt von „der andere hat zuerst geärgert" (27,1 Prozent), Missverständnissen oder Konflikten (11,5 Prozent) und Frust oder Stress (6,5 Prozent). Diese Zahlen sind regional (Provinz Gyeonggi) und nicht auf Österreich übertragbar, das Muster aber deckt sich mit einem brasilianischen Befund, wonach rund ein Viertel bis ein Drittel der Täterinnen und Täter überhaupt kein Motiv benennen kann — in zwei völlig unabhängigen Ländern. Das relativiert nicht die Verantwortung für das eigene Handeln, erklärt aber, warum ein Gespräch mit „Warum tust du das?" oft ins Leere läuft: Viele Kinder wissen es selbst nicht genau, oder das eigentliche Motiv ist die eigene Angst, sonst selbst betroffen zu sein.
142 Was Täterschaft langfristig bedeutet, wenn niemand eingreift
Die amtliche österreichische Fachinformation der Schulpsychologie ist an dieser Stelle ungewöhnlich direkt: Nicht nur betroffene, sondern auch mobbende Kinder tragen ein erhöhtes Suizidrisiko und zeigen schlechtere Schulleistungen. Bei Täterinnen und Tätern kommen laut derselben Quelle langfristig erhöhte Raten von Substanzmissbrauch und Kriminalität hinzu, wenn das Verhalten nicht unterbrochen wird — und, bereits zitiert, das Verhalten persistiert häufig bis ins Erwachsenenalter.
Das ist kein Grund zur Dramatisierung eines einzelnen Vorfalls, aber ein Grund, frühzeitig zu handeln statt abzuwarten, ob „es sich auswächst". Genau wie beim betroffenen Kind gilt: Je früher eingegriffen wird, desto besser stehen die Chancen. Das ist auch der Grund, warum die im ersten Teil beschriebene Empfehlung „das gibt sich von selbst" ausdrücklich als amtlich benannter Irrtum gilt — und zwar unabhängig davon, auf welcher Seite eines Mobbinggeschehens ein Kind steht.
143 Was die Schule rechtlich tun darf: Erziehungsmittel, Ausschluss, Anzeigepflicht
Die österreichische Rechtslage kennt für ein mobbendes Kind ein abgestuftes System, das im Schulunterrichtsgesetz (SchUG) geregelt ist. Nach § 47 Abs. 1 SchUG sind Erziehungsmittel „insbesondere Anerkennung, Aufforderung oder Zurechtweisung"; sie können vom Klassenvorstand, von der Schulleitung, in besonderen Fällen auch von der zuständigen Schulbehörde ausgesprochen werden. Ausdrücklich verboten sind nach Abs. 3 körperliche Züchtigung, beleidigende Äußerungen und Kollektivstrafen — die ganze Klasse für das Verhalten einzelner zu bestrafen, ist also rechtlich nicht zulässig. Nach Abs. 2 kann die Schulleitung ein Kind in eine Parallelklasse versetzen, wenn es aus erzieherischen Gründen notwendig erscheint.
Reichen diese Mittel nicht, sieht § 49 SchUG als äußerstes Mittel den Ausschluss vor: bei schwerwiegender Pflichtverletzung nach erfolglos angewendeten Erziehungsmitteln, oder wenn das Verhalten „eine dauernde Gefährdung der Sittlichkeit, der physischen oder psychischen Sicherheit oder des Eigentums von Mitschülerinnen und Mitschülern" darstellt. An allgemein bildenden Pflichtschulen — also etwa Volksschule und Mittelschule — ist ein Ausschluss nur nach diesem zweiten Grund zulässig, und nur, wenn die Erfüllung der Schulpflicht des Kindes anderweitig gesichert ist. Das Verfahren läuft über einen begründeten Antrag der Schulleitung an die Bildungsdirektion, mit Gelegenheit zur Rechtfertigung für das Kind und zur Stellungnahme für die Erziehungsberechtigten, und endet mit einem förmlichen Bescheid.
Zusätzlich hält der amtliche Leitfaden fest, dass die Schulleitung „grundsätzlich zur Anzeige an die Kriminalpolizei bzw. die Staatsanwaltschaft verpflichtet" ist (§ 78 Strafprozessordnung), mit dort geregelten Ausnahmen. Strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden Jugendliche in Österreich ab dem vollendeten 14. Lebensjahr — vorher ist ein Kind strafunmündig, was Erziehungsmaßnahmen der Schule und der Eltern nicht ersetzt, aber eine strafrechtliche Verfolgung ausschließt.
144 Mediation und Wiedergutmachung statt Strafe — mit einer wichtigen Ausnahme
International zeichnet sich ein Trend weg von reiner Bestrafung hin zu Wiedergutmachung ab. Italien hat 2024 gesetzlich verankert, dass vor Gerichtsmaßnahmen Mediations- und Wiedergutmachungsprojekte vorgesehen sind, und verpflichtet die Schulleitung, die Eltern minderjähriger Beteiligter bei Kenntnis eines Vorfalls zu informieren. Portugal fordert in einem Regierungsbericht ausdrücklich den Wechsel „vom strafenden zum wiedergutmachenden Modell".
Ein koreanischer Befund zeigt allerdings, was passiert, wenn eine Gesellschaft den umgekehrten Weg geht. Seit dort Mobbing-Sanktionen in die Hochschulzulassung einfließen, ist die Zahl formeller Verfahren an Oberstufen gestiegen (von 5.834 im Jahr 2023 auf 7.646 im Jahr 2025), während die Zahl tatsächlich verhängter Maßnahmen zurückging (von 12.975 auf 12.628) — Konflikte werden also häufiger zu Rechtsstreitigkeiten, ohne dass mehr tatsächlich sanktioniert wird; wechselseitige Anzeigen erreichten in einer Erhebung 52,6 Prozent. Der Bericht beschreibt das ausdrücklich als unerwünschte Nebenwirkung der Verschärfung. Wichtig zur Einordnung: Diese Zahlen sind eine Sekundärquelle mit unklarem Bezugszeitraum und nicht amtlich unabhängig geprüft.
Für Sie als Eltern folgt daraus dieselbe Vorsicht wie bei der Peer-Mediation in Kapitel 10: Wiedergutmachung und Mediation sind sinnvolle Werkzeuge, aber nicht bei jedem Machtungleichgewicht das richtige. Wo eine schnelle, verbindliche schulische Klärung möglich ist, ist sie meist wirksamer, als sofort auf den Rechtsweg zu drängen — sowohl für das betroffene als auch, langfristig, für das mobbende Kind.
145 Was Täter zum Aufhören bringt: eigene Einsicht vor Strafe
Eine koreanische Vollerhebung fragte Kinder, die zugegeben hatten zu mobben, direkt, warum sie aufgehört haben. An erster Stelle stand die eigene Einsicht — „erkannt, dass es falsch war" (31,7 Prozent) —, gefolgt von Versöhnung mit dem betroffenen Kind (14,6 Prozent) und, an dritter Stelle, einem Gespräch mit der Lehrkraft (14,0 Prozent). Erst danach folgten Präventionsunterricht (13,1 Prozent) und, deutlich abgeschlagen, die Sorge oder Ermahnung durch die eigenen Eltern (9,8 Prozent).
Diese Zahlen sind regional und nicht auf Österreich übertragbar, die Rangfolge aber ist bemerkenswert und deckt sich mit einem zweiten Befund derselben Erhebung: Auch für das Aushalten von Zuschauerverhalten und für die eigene Bereitschaft, das Verhalten zu beenden, wirkt die Beziehung zur Lehrkraft stärker als die elterliche Ermahnung. Das relativiert nicht Ihre Rolle als Eltern insgesamt — die im nächsten Abschnitt beschriebenen Gespräche bleiben wichtig —, es bedeutet aber, dass ein gutes, sachliches Gespräch zwischen Kind und Lehrkraft oft mehr bewirkt als eine strenge Standpauke zu Hause, und dass die Zusammenarbeit mit der Schule aus Kapitel 9 auch hier der wirksamere Hebel ist.
146 Wenn Ihr Kind online austeilt: oft ist es Vergeltung
Bei Cybermobbing verwischt die klare Trennung zwischen „Opfer" und „Täter" besonders stark. Eine koreanische Erhebung fand, dass unter Jugendlichen 5,7 Prozent ausschließlich als Täter, 20,3 Prozent ausschließlich als Opfer und 16,7 Prozent als beides zugleich einzuordnen waren — die Doppelrolle ist also fast so häufig wie die reine Täterrolle selten ist. Als häufigstes Motiv für aggressives Verhalten im Netz nannten Jugendliche in derselben Erhebung Vergeltung (38,5 Prozent).
Wenn Sie also erfahren, dass Ihr Kind online ausfällig geworden ist, lohnt sich vor jeder Konsequenz eine einzige Frage: Was ist vorher passiert? Ein Kind, das online zurückschlägt, ist häufig zuerst selbst angegriffen worden — was das eigene Verhalten nicht rechtfertigt, aber erklärt, und die richtige Reaktion verändert. Eine Strafe für das Zurückschlagen, ohne den vorausgegangenen Angriff zu klären, behandelt nur das Symptom und riskiert, dass sich Ihr Kind doppelt im Stich gelassen fühlt: zuerst durch den ursprünglichen Angriff, dann durch die eigenen Eltern.
147 Was Sie als Eltern konkret tun können
Fassen wir die praktischen Konsequenzen dieses Kapitels zusammen. Reagieren Sie nicht mit reiner Abwehr, aber auch nicht mit reiner Bestrafung — beides verschließt das Gespräch, das Sie eigentlich brauchen. Fragen Sie nach dem Vorlauf: War Ihr Kind vielleicht zuvor selbst Ziel, gehörte es aus Angst zu einer Gruppe, oder handelte es aus einem Motiv, das ihm selbst nicht ganz klar ist? Keine dieser Erklärungen entschuldigt das Verhalten, aber sie bestimmt, welche Reaktion sinnvoll ist.
Arbeiten Sie mit der Schule zusammen, statt gegen sie — das in Kapitel 9 beschriebene Fünf-Schritte-Modell gilt für den Umgang mit mobbenden Kindern genauso wie für betroffene, und ein gutes Gespräch mit der Lehrkraft wirkt laut den vorliegenden Daten oft mehr als elterliche Ermahnung allein. Wenn Ihr Kind wiederholt oder schwer mobbt, ziehen Sie professionelle Unterstützung hinzu — Schulpsychologie oder, bei tieferliegenden Problemen, eine kinder- und jugendpsychiatrische Abklärung; Kapitel 15 dieses Ratgebers nennt die konkreten österreichischen Anlaufstellen. Und ein letzter Punkt, der oft übersehen wird: Sprechen Sie mit Ihrem Kind über den eigenen Leistungsdruck, den Sie möglicherweise an es weitergeben. Eine koreanische Meta-Analyse über 124 Studien fand, dass nicht die Menge an elterlichem Erwartungsdruck entscheidet, sondern seine Art — kontrollierender Druck hängt deutlich mit Prüfungsangst und Stress zusammen, unterstützender, leistungsorientierter Druck dagegen mit besserer Leistung und höherem Selbstwert. Der Unterschied liegt zwischen „Ich traue dir das zu, sag mir, wo du Hilfe brauchst" und „Zeig mir die Note, wir kontrollieren jeden Abend" — und der zweite Satz gehört zu den Mustern, die auch aggressives Verhalten begünstigen können. Kapitel 13 dieses Ratgebers vertieft diesen Zusammenhang.
Alle Kapitel dieses Ratgebers
- 1. Was Mobbing ist und was nicht Abschnitt 1–11 · 11
- 2. Wie häufig Mobbing wirklich ist Abschnitt 12–23 · 12
- 3. Die Formen Abschnitt 24–37 · 14
- 4. Woran Eltern es erkennen Abschnitt 38–49 · 12
- 5. Was Mobbing anrichtet Abschnitt 50–65 · 16
- 6. Wer betroffen ist und warum Abschnitt 66–79 · 14
- 7. Die Rolle der Klasse Abschnitt 80–89 · 10
- 8. Was Eltern tun können Abschnitt 90–107 · 18
- 9. Der Weg über die Schule in Österreich Abschnitt 108–121 · 14
- 10. Was Schulen wirksam tun können Abschnitt 122–137 · 16
- 11. Wenn das eigene Kind mobbt Abschnitt 138–147 · 10
- 12. Cybermobbing im Besonderen Abschnitt 148–161 · 14
- 13. Leistungsdruck und Prüfungsangst Abschnitt 162–175 · 14
- 14. Schulangst und Schulvermeidung Abschnitt 176–187 · 12
- 15. Hilfe finden in Österreich Abschnitt 188–197 · 10
- 16. Fragen, Irrtümer und Einordnung Abschnitt 198–213 · 16
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