Wenn die Behandlung scheitert – und besondere Gruppen
Warum Behandlungen scheitern, wie sich Neuansteckung von echter Resistenz unterscheidet, warum es danach noch jucken kann – und was bei Säuglingen, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Asthma, Allergien oder verletzter Kopfhaut gilt.
Wichtiger Hinweis
Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle kinderärztliche, dermatologische oder pharmazeutische Beratung. Kopflausmittel unterscheiden sich in Wirkstoff, Alterszulassung, Anwendung und Wiederholungsintervall. Verwenden Sie nur für Menschen zugelassene Präparate und beachten Sie die jeweilige Packungsinformation. Bei Säuglingen, Schwangerschaft/Stillzeit, ausgeprägten Hauterkrankungen, Allergien, stark entzündeter Kopfhaut oder wiederholtem Therapieversagen ist fachliche Rücksprache sinnvoll.
45 Warum die Behandlung manchmal scheitert
Häufige Gründe
- Diagnose falsch
- Anwendung falsch
- zweite Behandlung vergessen
- lebende Kontaktperson nicht mitbehandelt
- erneuter Kontakt
- Resistenz.
Nicht jedes Jucken nach Behandlung bedeutet Versagen.
46 Reinfektion oder echte Resistenz?
Reinfektion
Das Kind war lausfrei und bekommt bei erneutem Kontakt wieder Läuse.
Resistenz/Versagen
Trotz korrekt angewendeter Therapie überleben Läuse.
Hilfreich:
- systematisch auskämmen
- zeitlichen Verlauf dokumentieren
- enge Kontakte kontrollieren.
47 Juckreiz nach erfolgreicher Behandlung
Juckreiz kann noch Tage oder sogar länger bestehen.
Gründe
- bestehende Immunreaktion
- gereizte Kopfhaut
- Kratzwunden
- Reaktion auf das Läusemittel.
Die AAP weist ausdrücklich darauf hin, dass anhaltender Juckreiz allein kein Beweis für lebende Läuse ist.
Immer nachsehen, nicht nur nach Gefühl nachbehandeln.
48 Säuglinge und Kleinkinder
Bei sehr jungen Kindern gelten besondere Altersgrenzen.
Das österreichische Gesundheitsportal empfiehlt vor Anwendung eines Läusemittels bei Säuglingen und Kleinkindern ärztliche beziehungsweise pharmazeutische Rücksprache.
Mechanisches Auskämmen kann wichtiger sein.
Keine Erwachsenenpräparate auf eigene Faust verwenden.
49 Schwangerschaft und Stillzeit
Auch hier: nicht jedes Produkt ist gleich geeignet.
Vor Anwendung
- Packungsbeilage
- Apotheke
- Ärztin/Arzt.
Physikalische Präparate können je nach Produkt Vorteile haben, aber auch hier muss die konkrete Zulassung geprüft werden.
Schwangere und Stillende: eine Sonderregel
Für Schwangere und Stillende im Haushalt sind chemische Pedikulozide in der Regel nicht geeignet. Das österreichische Sozialministerium und das Amt der Tiroler Landesregierung nennen als einzige für diese Gruppe empfohlene Methode Essigwasser (etwa 2–3 Esslöffel Essig pro Liter Wasser): Es tötet weder Läuse noch Nissen ab, löst aber den „Klebstoff", mit dem die Nissen am Haar haften, und erleichtert so das gründliche Auskämmen deutlich. Sprechen Sie in diesem Fall am besten vorab mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder der Apotheke.
50 Asthma, Allergien und verletzte Kopfhaut
Besondere Vorsicht bei
- stark aufgekratzter Kopfhaut
- chronischen Hauterkrankungen
- Allergien
- Asthma
- bekannter Überempfindlichkeit gegen Bestandteile.
Sprays können eingeatmet werden.
Lotionen oder Gele können in solchen Fällen praktischer sein.
Alle Kapitel dieses Ratgebers
- 1. Was Kopfläuse sind und wie sie leben Abschnitt 1–11 · 11
- 2. Übertragung und Symptome Abschnitt 12–20 · 9
- 3. Einen aktiven Befall sicher erkennen Abschnitt 21–30 · 10
- 4. Die Behandlung Abschnitt 31–44 · 14
- 5. Wenn die Behandlung scheitert – und besondere Gruppen Abschnitt 45–50 · 6
- 6. Hausmittel, Wohnung und Textilien Abschnitt 51–60 · 10
- 7. Kindergarten, Schule und Vorbeugung Abschnitt 61–68 · 8
- 8. Sonderfälle, häufige Fragen und Quellen Abschnitt 69–77 · 9
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