Der sicherste Nachweis ist eine lebende Laus. Wie Sie Eier, Nissen und Schuppen unterscheiden, wo Sie genau suchen, warum nasses Auskämmen dem trockenen Anschauen überlegen ist und wen Sie zu Hause kontrollieren sollten.

Wichtiger Hinweis

Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle kinderärztliche, dermatologische oder pharmazeutische Beratung. Kopflausmittel unterscheiden sich in Wirkstoff, Alterszulassung, Anwendung und Wiederholungsintervall. Verwenden Sie nur für Menschen zugelassene Präparate und beachten Sie die jeweilige Packungsinformation. Bei Säuglingen, Schwangerschaft/Stillzeit, ausgeprägten Hauterkrankungen, Allergien, stark entzündeter Kopfhaut oder wiederholtem Therapieversagen ist fachliche Rücksprache sinnvoll.

21 Wie erkennt man einen aktiven Befall?

Am zuverlässigsten: eine lebende Laus oder Nymphe finden.

Eier allein sind schwieriger zu interpretieren.

Das österreichische Gesundheitsportal betrachtet auch entwicklungsfähige Eier sehr nahe an der Kopfhaut als behandlungsrelevant.

22 Lebende Laus als sicherster Nachweis

Der internationale Goldstandard ist der Nachweis lebender Läuse.

Sie sind

  • klein
  • schnell
  • lichtscheu.

Deshalb übersieht man sie beim bloßen Anschauen leicht.

Ein Läusekamm erhöht die Trefferwahrscheinlichkeit deutlich.

23 Eier und Nissen richtig beurteilen

Eier, aus denen noch Läuse schlüpfen können, sitzen typischerweise sehr nahe an der Kopfhaut.

Das RKI und österreichische Gesundheitsportal verwenden ungefähr einen Zentimeter als praktische Orientierung.

Weiße Hüllen mehrere Zentimeter vom Ansatz entfernt sind häufig

  • leer
  • alt.

Sie beweisen keinen aktuell ansteckenden Befall.

24 Nissen oder Schuppen?

Schuppen

  • liegen locker
  • lassen sich verschieben oder abschütteln.

Nissen

  • sitzen fest seitlich am Haarschaft
  • müssen regelrecht abgestreift werden.

Andere Verwechslungen

  • Haarsprayreste
  • Haarmanschetten
  • trockene Haut.

25 Wo sucht man besonders genau?

Besonders:

  • hinter den Ohren
  • Nacken
  • Schläfen
  • nahe der Kopfhaut.

Gutes Licht ist hilfreich.

Bei dichtem Haar

Strähne für Strähne untersuchen.

26 Nasses Auskämmen

Praktisches Vorgehen

  1. Haare normal nass machen beziehungsweise waschen.
  2. Haarspülung verteilen.
  3. Grob entwirren.
  4. Mit engzinkigem Läusekamm vom Ansatz bis zur Spitze arbeiten.
  5. Nach jeder Strähne den Kamm auf einem hellen Tuch oder Küchenpapier abstreifen.
  6. Den gesamten Kopf systematisch bearbeiten.

Das österreichische Gesundheitsportal empfiehlt genau diese systematische Methode.

27 Trockenes Anschauen reicht oft nicht

Läuse bewegen sich schnell zwischen den Haaren.

Besonders bei

  • dunklem
  • dichtem
  • langem

Haar sind sie leicht zu übersehen.

Ein negativer kurzer Blick auf den Kopf ist daher weniger zuverlässig als gründliches nasses Auskämmen.

28 Braucht man einen Arzt für die Diagnose?

Meist nicht zwingend.

Viele Eltern können einen Befall mit

  • Läusekamm
  • guter Anleitung

sicher feststellen.

Ärztliche Hilfe ist sinnvoll bei

  • unklarer Diagnose
  • sehr jungem Kind
  • stark entzündeter Kopfhaut
  • wiederholtem Therapieversagen.

29 Braucht man Labor oder Mikroskop?

Normalerweise nicht.

Eine Laus kann im Zweifelsfall medizinisch oder entomologisch identifiziert werden.

Routine-Laboruntersuchungen sind für gewöhnliche Pediculosis capitis nicht notwendig.

30 Wen sollte man zu Hause kontrollieren?

Alle engen Kontaktpersonen.

Besonders:

  • Geschwister
  • Eltern
  • Personen, die häufig Kopfkontakt hatten.

Wichtig: kontrollieren, nicht blind behandeln.

Alle Kapitel dieses Ratgebers

  1. 1. Was Kopfläuse sind und wie sie leben Abschnitt 1–11 · 11
  2. 2. Übertragung und Symptome Abschnitt 12–20 · 9
  3. 3. Einen aktiven Befall sicher erkennen Abschnitt 21–30 · 10
  4. 4. Die Behandlung Abschnitt 31–44 · 14
  5. 5. Wenn die Behandlung scheitert – und besondere Gruppen Abschnitt 45–50 · 6
  6. 6. Hausmittel, Wohnung und Textilien Abschnitt 51–60 · 10
  7. 7. Kindergarten, Schule und Vorbeugung Abschnitt 61–68 · 8
  8. 8. Sonderfälle, häufige Fragen und Quellen Abschnitt 69–77 · 9