Ernährungsberater für Kinder
Was in welchem Alter auf den Teller gehört – von der Milchzeit über die Beikost bis zum Schulkind. Mit einem Nachschlagewerk, das zu jedem Lebensmittel sagt, ob es für Ihr Kind gerade geeignet ist, und mit dem, was Leitlinien aus neun Sprachräumen dazu derzeit empfehlen.
Wie alt ist Ihr Kind?
Bitte beachten: Dieser Berater gibt allgemeine, altersbezogene Orientierung nach den Österreichischen Beikostempfehlungen. Er ersetzt keine ärztliche Beratung und berücksichtigt keine Vorerkrankungen, Allergien oder Besonderheiten Ihres Kindes. Bei Gedeihstörung, Nahrungsmittelallergien, Frühgeburtlichkeit oder wenn Ihr Kind dauerhaft schlecht isst, sprechen Sie uns bitte an.
Schulkind und Jugendliche
6 Jahre bis 19 Jahre
Mit dem Schulalter isst Ihr Kind viele Mahlzeiten ohne Sie. Umso wichtiger werden die Rahmenbedingungen: was mitgegeben wird, was zu Hause vorrätig ist und was es zu trinken gibt.
Ernährungsplan als PDF sichern Öffnet eine Druckfassung mit Briefkopf – im Druckdialog bei „Ziel“ „Als PDF speichern“ wählen.
Milch weicht der Beikost – Schritt für Schritt
Zahl der Mahlzeiten pro Tag in den ersten beiden Lebensjahren. Beikost ersetzt die Milch nicht auf einmal, sondern etwa alle vier Wochen eine Mahlzeit. Fahren Sie über einen Balken, um die Zahlen zu sehen; ein Klick öffnet die jeweilige Phase.
Milchmahlzeiten Beikost- und Familienmahlzeiten
Ein typischer Tag
- Frühstück vor der Schule – notfalls klein, aber nicht ausgelassen
- Jause mit Vollkorn, Gemüse oder Obst und einer Eiweißkomponente
- Warme Mahlzeit mittags oder abends
- Wasserflasche in der Schultasche
Was hat Ihr Kind heute gegessen und getrunken?
Tragen Sie ein, wie viele Portionen an einem gewöhnlichen Tag zusammenkommen. Daraus entsteht der Teller Ihres Kindes neben dem empfohlenen – und dazu, worauf es bei diesem Tag ankommt. Nichts davon wird gespeichert oder übertragen; die Rechnung läuft in Ihrem Browser und ist mit dem Schließen der Seite weg.
Wann was auf den Tisch kommt
Ein Beispieltag – die Uhrzeiten sind Anhaltspunkte, kein Stundenplan. Was zählt, ist der Rhythmus: feste Mahlzeiten statt eines Angebots, das den ganzen Tag nebenherläuft.
- 7:00 Frühstück Eine der drei Hauptmahlzeiten. Gemüse oder Obst gehört zu jeder davon – morgens ist Obst meist der einfachere Weg.
- 9:00 Vormittagsjause Eine kleine Zwischenmahlzeit, wenn Ihr Kind Hunger hat. Zwischenmahlzeiten sind geplante Mahlzeiten – nicht das durchgehende Angebot nebenher.
- 12:00 Mittagessen Die zweite Hauptmahlzeit. Hier passt der ganze Teller: die Hälfte Gemüse und Obst, je ein Viertel Beilage und Eiweiß.
- 15:00 Nachmittagsjause Wenn es Süßes gibt, ist hier der günstigste Platz dafür: als Teil einer Mahlzeit. Für die Zähne zählen Menge und Häufigkeit freier Zucker – dieselbe Menge über Stunden verteilt erzeugt mehr Säurephasen als ein Dessert nach dem Essen.
- 18:00 Abendessen Die letzte Hauptmahlzeit. Danach kommt das Zähneputzen – und damit der Schlussstrich für den Tag.
- 19:00 Zähneputzen Ab jetzt nur noch Wasser. In der Nacht fließt weniger Speichel, deshalb wirkt lange ein, was jetzt noch an die Zähne kommt.
Dazwischen: Wasser. Zwischen den Mahlzeiten ist Wasser das Getränk. Für ein- bis dreijährige Kinder rechnet man mit etwa sechs bis sieben Portionen Getränk am Tag – eine Portion sind 125 ml, also ein halbes Glas.
Und was besser nicht zu dieser Zeit kommt
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Den ganzen Tag nebenher zwischen den Mahlzeiten
Ständiges Nippen an Saft oder gesüßten Getränken und durchgehendes Knabbern erzeugen immer wieder neue Säurephasen. Für die Zähne zählt nicht nur, wie viel Zucker ein Kind bekommt, sondern wie oft am Tag.
Essen und gesüßte Getränke an Mahlzeiten binden, dazwischen Wasser anbieten.
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Nach dem Zähneputzen abends nach dem Putzen
Nach dem abendlichen Putzen gibt es nur noch Wasser – auch keine Milch zum Einschlafen. Ungesüßte Milch ist zwar weniger kariogen als ein süßes Getränk, aber sie ist Nahrung und enthält Milchzucker.
Das Putzen ans Ende des Abends legen. Was danach kommt, ist Wasser – auch am Wochenende.
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Saft als Durstlöscher über den Tag
Fruchtsaft zählt zu den freien Zuckern – so wie Honig und Sirup. Die AAP nennt als Höchstmenge etwa 120 ml am Tag für Ein- bis Dreijährige, 120 bis 180 ml für Vier- bis Sechsjährige und 240 ml ab sieben Jahren; unter einem Jahr gar keinen.
Wenn Saft, dann zu einer Mahlzeit und im Glas – nicht aus der Flasche oder dem Trinklernbecher zum Mitnehmen.
Woher das kommt: Richtig essen von Anfang an! (AGES, Sozialministerium, Sozialversicherung), 2020 · kinderarzt.net, Ratgeber Karies bei Kindern, 2026 · Weltgesundheitsorganisation (WHO), 2015 · American Academy of Pediatrics (AAP), 2017. Stand der Recherche: 10.09.2026.
Was in dieser Phase neu dazukommt
- Mehr Eigenverantwortung: Kind in Planung und Einkauf einbeziehen
- Bei Jugendlichen steigt der Eisenbedarf deutlich – besonders bei Mädchen nach Einsetzen der Regelblutung
- Sportliche Kinder brauchen mehr Energie, nicht mehr Nahrungsergänzung
Trinken
Wasser, etwa 1 bis 1,5 Liter täglich, bei Sport und Hitze mehr. Energydrinks sind für Kinder und Jugendliche nicht geeignet.
Nährstoffe, auf die es jetzt ankommt
Eisen
Der Bedarf steigt im Jugendalter deutlich, bei Mädchen zusätzlich durch die Regelblutung. Gute Quellen sind Fleisch, Hülsenfrüchte und Vollkorn – letztere zusammen mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln. Müdigkeit, Blässe und Leistungsknick können auf einen Mangel hinweisen und gehören abgeklärt.
Jod
Der zweite kritische Nährstoff der Beikostphase. In Österreich ist Speisesalz jodiert – im ersten Lebensjahr wird dem Essen aber kein Salz zugesetzt. Milch und Milchprodukte sowie Seefisch sind in dieser Zeit die wesentlichen Quellen.
Calcium
Milch und Milchprodukte sind die Hauptquelle, daneben calciumreiches Mineralwasser, Brokkoli, Grünkohl und Sesam. Bei Milchverzicht sollte die Versorgung gezielt geplant werden.
Vitamin D
Über das erste Lebensjahr hinaus wird eine Gabe individuell entschieden – abhängig von Jahreszeit, Aufenthalt im Freien und Hauttyp. Sprechen Sie uns bei der Vorsorgeuntersuchung darauf an.
So ist der Teller aufgeteilt
Die Hälfte des Tellers Gemüse und Obst, je ein Viertel Beilage und Eiweiß, dazu Wasser. Fahren Sie über einen Teil, um die Menge für dieses Alter zu sehen – ein Klick zeigt Beispiele dazu.
Die Aufteilung des Tellers – etwa die Hälfte Gemüse und Obst, je ein Viertel Beilage und Eiweißkomponente – entspricht der Empfehlung, die Ihr Kind in diesem Alter braucht. Wie viel davon tatsächlich gegessen wird, entscheidet Ihr Kind.
Wie groß ist eine Portion? Die Hand Ihres Kindes ist der Maßstab
Ein Portionsmaß, das mitwächst: Gemessen wird mit der Hand des Kindes, nicht mit Ihrer. Ein größeres Kind bekommt damit von selbst mehr.
| Was | Ein Maß | Wie oft |
|---|---|---|
| Gemüse | ein bis zwei Kinderhände voll | roh oder gegart, zu jeder Hauptmahlzeit |
| Obst | eine Kinderhand voll | ganze Frucht statt Saft |
| Beilage | eine Kinderfaust | Nudeln, Reis, Kartoffeln oder Brot, gerne aus Vollkorn |
| Fleisch oder Fisch | so groß wie der Handteller, so dick wie der kleine Finger | Fleisch zwei- bis dreimal, Fisch ein- bis zweimal pro Woche |
| Milch und Milchprodukte | ein Becher oder eine Kinderhand voll | über den Tag verteilt, nicht zur Fleischmahlzeit |
| Öl und Streichfett | eine Daumenspitze | Raps- oder Olivenöl bevorzugen |
| Wasser | ein Kinderglas zu jeder Mahlzeit | und zwischendurch, wann immer das Kind möchte |
Die Angaben sind Anhaltspunkte für einen Tag, kein Pensum. Wie viel Ihr Kind tatsächlich isst, schwankt von Tag zu Tag.
Häufige Fragen in diesem Alter
Mein Kind möchte sich vegetarisch ernähren. Geht das?
Eine ovo-lacto-vegetarische Ernährung ist im Kindesalter gut umsetzbar, wenn auf Eisen, Vitamin B12, Jod und Zink geachtet wird. Eine rein pflanzliche (vegane) Ernährung erfordert dagegen eine fachliche Begleitung und eine Supplementierung – vor allem von Vitamin B12. Bitte besprechen Sie das mit uns, bevor Sie umstellen.
Wie erkenne ich ein gestörtes Essverhalten?
Aufmerksam werden sollten Sie, wenn Ihr Kind ganze Lebensmittelgruppen streicht, heimlich isst oder Mahlzeiten auslässt, sich intensiv mit Kalorien oder dem eigenen Körper beschäftigt, stark an Gewicht verliert – oder wenn bei Mädchen die Regelblutung ausbleibt. Sprechen Sie uns früh an; je früher, desto besser die Aussichten.
Darf mein Kind das schon?
Für ein verpacktes Produkt aus dem Regal gibt es den Produkt-Check: Nährwerte nachschlagen und die Klassen auf der Packung einordnen.
Suchen Sie ein Lebensmittel oder blättern Sie durch die Gruppen. Die Bewertung gilt für 6 Jahre – Alter ändern.
Was derzeit empfohlen wird – recherchiert in neun Sprachen
Ernährungsempfehlungen sind nicht überall gleich, und sie ändern sich. Für dieses Werkzeug haben wir die Leitlinien und Studien aus neun Sprachräumen durchgesehen. Hier stehen die 10 Aussagen, die für 6 Jahre gelten – jede mit Institution, Land und Jahr. Stand der Recherche: 06.09.2026.
Erste weltweite Leitlinie für das Essen in der Schule
Im Januar 2026 hat die WHO erstmals eine globale Leitlinie für Schulverpflegung veröffentlicht. Sie empfiehlt verbindliche Standards für das, was in Schulen und Kinderbetreuung ausgegeben und verkauft wird, sowie sogenannte Nudging-Maßnahmen: Wo gesunde Lebensmittel stehen, wie sie präsentiert werden und was sie kosten, verändert nachweislich, wozu Kinder greifen. Mehr Vollkorn, Obst, Nüsse und Hülsenfrüchte, weniger freier Zucker, gesättigte Fette und Natrium.
Was daraus folgt: Was Ihr Kind außer Haus isst, ist keine Privatsache der Schule. Es lohnt sich, in Kindergarten und Schule nachzufragen, was dort angeboten wird.
Weltgesundheitsorganisation (WHO) · Quelle ansehen
ESPGHAN 2025: vegane Ernährung nur mit Begleitung und Supplementen
Die Ernährungskommission der europäischen Fachgesellschaft ESPGHAN hat 2025 erstmals ein systematisch recherchiertes Positionspapier zur veganen Ernährung von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen vorgelegt. Ergebnis: Vitamin B12 erreicht ohne Supplement oder angereicherte Lebensmittel keine ausreichenden Werte; Calcium, Jod und Zink liegen häufig am unteren Rand des Empfohlenen. Fehlen diese Nährstoffe, kann das bei Säuglingen und Kleinkindern schwerwiegende Folgen haben.
Was daraus folgt: Eine vegane Ernährung im Kindesalter ist kein Selbstläufer. Sie braucht dauerhaft Vitamin B12, angereicherte Lebensmittel und regelmäßige Kontrolle – bitte vorher mit uns besprechen.
ESPGHAN Committee on Nutrition · Quelle ansehen
Erstmals mehr übergewichtige als untergewichtige Schulkinder
Der UNICEF-Kinderernährungsbericht vom September 2025 markiert einen Wendepunkt: Weltweit ist Adipositas bei 5- bis 19-Jährigen erstmals häufiger als Untergewicht – 188 Millionen Kinder und Jugendliche sind betroffen, also jedes zehnte. Der Anteil stieg seit dem Jahr 2000 von 3 auf 9,4 Prozent, während Untergewicht von rund 13 auf 9,2 Prozent zurückging. 60 Prozent der Jugendlichen hatten am Vortag mehr als ein zuckerhaltiges Lebensmittel gegessen oder getrunken.
Was daraus folgt: Der stärkste Hebel liegt nicht auf dem Teller allein, sondern im Umfeld: was zu Hause vorrätig ist, was in der Schule angeboten wird und was beworben wird.
UNICEF · Quelle ansehen
UNICEF fasst zusammen, was hochverarbeitete Lebensmittel bei Kindern anrichten
Im Dezember 2025 hat UNICEF eine aktualisierte Übersicht zu hochverarbeiteten Lebensmitteln und Kindern veröffentlicht. Der Konsum ist verbunden mit schlechterer Ernährungsqualität, Übergewicht, Adipositas und Karies; es gibt zudem Hinweise auf Wachstumsverzögerung, Blutarmut, ein höheres Risiko für Typ-2-Diabetes im späteren Leben und mögliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit. In vielen wohlhabenden Ländern stammt inzwischen mehr als die Hälfte der täglichen Kalorien von Kindern aus solchen Produkten.
Was daraus folgt: Nicht jedes verpackte Lebensmittel ist hochverarbeitet. Der einfachste Prüfstein: Steht auf der Zutatenliste etwas, das in keiner Küche vorkommt, gehört es nicht zur täglichen Ernährung.
UNICEF · Quelle ansehen
Spanien zieht hochverarbeitete Produkte aus Schulen und Spitälern
In Spanien hat sich der Anteil hochverarbeiteter Lebensmittel an der Ernährung in zwanzig Jahren von 11 auf 32 Prozent verdreifacht. Die Regierung reagierte mit Verordnungen: Im April 2025 kam die Regelung für gesunde Schulmensen, im November 2025 kündigte das Verbraucherministerium an, hochverarbeitete Produkte auch aus der Verpflegung von Kindern und Jugendlichen in Krankenhäusern zu nehmen.
Was daraus folgt: Ein Land nach dem anderen behandelt Kinderernährung als Frage des Umfelds, nicht der Willenskraft. Für den Alltag heißt das: Was nicht im Haus ist, muss nicht verhandelt werden.
Ministerio de Derechos Sociales, Consumo y Agenda 2030 · Quelle ansehen
Italien nennt Salz und freien Zucker als die kritischen Punkte
Die italienischen Ernährungsleitlinien benennen die Nährstoffe, deren Zufuhr in der heutigen Ernährung besonders kritisch ist und reduziert werden soll: Salz, freier Zucker und Alkohol. Für Kinder ist die Datenlage in Italien besonders ungünstig – Übergewicht ist in sozial benachteiligten Gruppen deutlich häufiger. Auch deshalb hat das italienische Gesundheitsinstitut die WHO-Leitlinie zur Schulverpflegung von Anfang 2026 prominent aufgegriffen.
Was daraus folgt: Salz und Zucker sind im Kindesalter keine Geschmacksfrage, sondern eine Gewöhnungsfrage. Was ein Kind nicht kennengelernt hat, vermisst es auch nicht.
Istituto Superiore di Sanità (EpiCentro) und CREA · Quelle ansehen
China zählt die Vielfalt: zwölf Lebensmittel am Tag, fünfundzwanzig in der Woche
Die chinesische Leitlinie für Schulkinder macht Vielfalt zu einer nachprüfbaren Größe: Im Mittel sollen Kinder täglich mehr als zwölf verschiedene Lebensmittel essen und über die Woche mehr als fünfundzwanzig, verteilt auf Getreide und Kartoffeln, Gemüse und Obst, Fleisch, Fisch, Ei, Milch und Hülsenfrüchte. Dazu kommen mindestens 300 Milliliter Milch täglich, ausreichend Wasser – und ausdrücklich keine gezuckerten Getränke.
Was daraus folgt: Eine Zahl, mit der man arbeiten kann. Wer eine Woche lang mitzählt, sieht schnell, wo die Vielfalt tatsächlich aufhört.
Chinesische Ernährungsgesellschaft, Leitlinie für Schulkinder (中国学龄儿童膳食指南) · Quelle ansehen
Korea senkt den empfohlenen Kohlenhydratanteil
Ende Dezember 2025 hat Korea nach fünf Jahren seine Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr neu gefasst. Rund 150 Fachleute haben drei Jahre lang 41 Nährstoffe überprüft. Der empfohlene Anteil der Kohlenhydrate an der Energiezufuhr wurde von 55 bis 65 Prozent auf 50 bis 65 Prozent gesenkt, weil eine zu hohe Kohlenhydratzufuhr mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und erhöhter Sterblichkeit in Verbindung gebracht wird. Für Cholin wurde erstmals ein Referenzwert festgelegt.
Was daraus folgt: Für den Familienalltag heißt das nicht „weniger Nudeln“, sondern: Die Beilage ist ein Viertel des Tellers, nicht die Hälfte.
Ministerium für Gesundheit und Soziales (보건복지부) und Koreanische Ernährungsgesellschaft · Quelle ansehen
Korea: hochverarbeitete Kost verschiebt auch Bewegung und Bildschirmzeit
Koreanische Arbeiten haben 2025 zwei Zusammenhänge beziffert. Erstens: Steigt der Anteil hochverarbeiteter Lebensmittel um zehn Prozent, steigt bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen das Risiko für eine mindestens mittelschwere Fettleber um das 1,37-Fache. Zweitens reicht die Wirkung über die Ernährung hinaus – Kleinkinder mit hohem Anteil solcher Produkte verfehlten zwei Jahre später deutlich häufiger die Empfehlungen zu Bewegung und Bildschirmzeit.
Was daraus folgt: Snacks aus der Packung sind selten ein isoliertes Problem. Sie hängen mit dem übrigen Tagesablauf zusammen – deshalb lohnt es sich, beides gemeinsam anzuschauen.
Koreanische Forschungsberichte, zusammengefasst über das Gesundheitsportal der KDCA · Quelle ansehen
Brasilien: vier von fünf Kinderlebensmitteln sind hochverarbeitet
Brasilianische Auswertungen, unter anderem der Universität São Paulo, kommen zu dem Ergebnis, dass vier von fünf speziell für Kinder angebotenen Lebensmitteln hochverarbeitet sind. Eine weitere Untersuchung zeigt die Gegenrichtung: Wo hochverarbeitete Produkte in Schulen untersagt wurden, ging die Häufigkeit von Adipositas bei Kindern zurück.
Was daraus folgt: „Für Kinder“ auf der Verpackung ist eine Marketingaussage, keine Ernährungsaussage. Der Blick auf die Zutatenliste sagt mehr als die Vorderseite.
UNICEF Brasilien und Instituto Brasileiro de Defesa do Consumidor (Idec) · Quelle ansehen
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Wann Sie mit uns sprechen sollten
- Ihr Kind nimmt nicht zu oder verliert an Gewicht
- Beikost hat bis zum Beginn des 7. Lebensmonats (26 Wochen) nicht begonnen
- Nach einem Lebensmittel treten Ausschlag, Erbrechen, Durchfall oder Atemprobleme auf
- Ihr Kind lehnt ganze Lebensmittelgruppen dauerhaft ab
- Sie möchten auf eine rein pflanzliche Ernährung umstellen
- Das Essen wird zum täglichen Konflikt
Weiterlesen: Beikost: Wann beginnen? · Vitamin-D-Substitution · Zucker bei Kindern
Häufige Fragen
Wann soll ich mit der Beikost beginnen?
Die österreichische Empfehlung nennt ein Fenster: frühestens mit Beginn des fünften, spätestens mit Beginn des siebenten Lebensmonats. Entscheidend sind daneben die Zeichen des Kindes, etwa sicheres Sitzen mit Unterstützung und Interesse am Essen. Die WHO empfiehlt aus Sicht der weltweiten Gesundheitsvorsorge sechs Monate ausschließliches Stillen, die europäischen Kinderärztegesellschaften sehen das Fenster flexibler.
Warum darf ein Baby im ersten Jahr keinen Honig bekommen?
Honig kann Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum enthalten. Der Darm eines Säuglings kann diese Sporen im ersten Lebensjahr noch nicht in Schach halten, sodass es zum Säuglingsbotulismus kommen kann. Ab dem ersten Geburtstag besteht diese Gefahr nicht mehr. Gekochter oder gebackener Honig ist übrigens ebenso zu meiden, Erhitzen zerstört die Sporen nicht zuverlässig.
Soll ich allergieauslösende Lebensmittel meiden?
Nein, das Gegenteil hat sich als richtig erwiesen. In der LEAP-Studie erkrankten Kinder mit hohem Risiko deutlich seltener an einer Erdnussallergie, wenn Erdnuss früh und regelmäßig gegeben wurde, statt sie zu meiden. Wichtig ist die Form: gemahlen oder als Mus, niemals ganze Nüsse. Bei bekannter Allergie in der Familie oder schwerem Ekzem besprechen Sie den Start bitte vorher mit uns.
Ab wann darf mein Kind Kuhmilch trinken?
Als Zutat im Getreide-Milch-Brei ist Kuhmilch im ersten Lebensjahr in kleiner Menge üblich. Als Getränk sollte Kuhmilch erst nach dem ersten Geburtstag dazukommen, weil sie wenig Eisen enthält und größere Mengen die Eisenversorgung verschlechtern können.
Welche Lebensmittel sind gefährlich zum Verschlucken?
Alles, was klein, rund und fest ist: ganze Weintrauben, Nüsse, Popcorn, rohe Karottenstücke, harte Bonbons und Wurststücke. Weintrauben und ähnliche Früchte längs vierteln, Wurst längs und quer schneiden, ganze Nüsse vor dem vierten bis fünften Geburtstag gar nicht geben. Und immer im Sitzen essen, nie im Liegen, im Auto oder beim Herumlaufen.
Medizinische Grundlage
- Österreichische Beikostempfehlungen (2. Auflage) Richtig essen von Anfang an! – AGES, Sozialministerium, Sozialversicherung, 2022. Nationale Empfehlung
- WHO Guideline for complementary feeding of infants and young children 6–23 months of age Weltgesundheitsorganisation (WHO), 2023. Leitlinie
- WHO guideline on the complementary feeding of infants and young children aged 6−23 months 2023: A multisociety response ESPGHAN und weitere pädiatrische Fachgesellschaften, 2024. Stellungnahme
- Complementary Feeding: A Position Paper ESPGHAN Committee on Nutrition, 2017. Positionspapier
- Vegan diet and nutritional status in infants, children and adolescents ESPGHAN Committee on Nutrition, 2025. Positionspapier
- Handlungsempfehlungen: Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen Netzwerk Gesund ins Leben, Bundeszentrum für Ernährung, 2024. Nationale Empfehlung
- Policies and interventions to create healthy school food environments Weltgesundheitsorganisation (WHO), 2026. Leitlinie
- Feeding Profit: How food environments are failing children – Child Nutrition Report 2025 UNICEF, 2025. Bericht
- Recommandations pour la diversification alimentaire des enfants de moins de 3 ans Santé publique France, ANSES und HCSP, 2021. Nationale Empfehlung
- Documento intersocietario: Alimentazione complementare SIPPS, FIMP, SINUPE und SIDOHaD, 2022. Intersozietäres Dokument
- Recomendaciones de la AEP sobre alimentación complementaria Asociación Española de Pediatría, 2024. Protokoll
- Alimentação Complementar para o Lactente Saudável Sociedade Brasileira de Pediatria, 2021. Praxisleitfaden
- 婴幼儿营养喂养评估服务指南(试行) – Leitfaden zur Bewertung der Säuglings- und Kleinkindernährung Nationale Gesundheitskommission der Volksrepublik China, 2025. Amtlicher Leitfaden
- 授乳・離乳の支援ガイド – Leitfaden zu Stillen und Beikost Japanisches Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales, 2019. Nationaler Leitfaden
- 2025 한국인 영양소 섭취기준 – Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr Ministerium für Gesundheit und Soziales, Republik Korea, 2025. Nationale Referenzwerte