Ernährungsberater für Kinder
Was in welchem Alter auf den Teller gehört – von der Milchzeit über die Beikost bis zum Schulkind. Mit einem Nachschlagewerk, das zu jedem Lebensmittel sagt, ob es für Ihr Kind gerade geeignet ist, und mit dem, was Leitlinien aus neun Sprachräumen dazu derzeit empfehlen.
Wie alt ist Ihr Kind?
Bitte beachten: Dieser Berater gibt allgemeine, altersbezogene Orientierung nach den Österreichischen Beikostempfehlungen. Er ersetzt keine ärztliche Beratung und berücksichtigt keine Vorerkrankungen, Allergien oder Besonderheiten Ihres Kindes. Bei Gedeihstörung, Nahrungsmittelallergien, Frühgeburtlichkeit oder wenn Ihr Kind dauerhaft schlecht isst, sprechen Sie uns bitte an.
Beikost im Aufbau
6 Monate bis 8 Monate
Etwa alle vier Wochen wird eine Milchmahlzeit durch eine Beikostmahlzeit ersetzt. Das gibt Ihrem Kind Zeit, sich an Geschmack und Konsistenz zu gewöhnen, und Ihnen die Möglichkeit, Unverträglichkeiten zu bemerken.
Ernährungsplan als PDF sichern Öffnet eine Druckfassung mit Briefkopf – im Druckdialog bei „Ziel“ „Als PDF speichern“ wählen.
Milch weicht der Beikost – Schritt für Schritt
Zahl der Mahlzeiten pro Tag in den ersten beiden Lebensjahren. Beikost ersetzt die Milch nicht auf einmal, sondern etwa alle vier Wochen eine Mahlzeit. Fahren Sie über einen Balken, um die Zahlen zu sehen; ein Klick öffnet die jeweilige Phase.
Milchmahlzeiten Beikost- und Familienmahlzeiten
Ein typischer Tag
- Mittags: Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei
- Abends: Milch-Getreide-Brei (etwa vier Wochen nach dem ersten Brei)
- Dazwischen weiter Milchmahlzeiten nach Bedarf
- Weiterstillen ist ausdrücklich erwünscht – Beikost ersetzt die Milch nicht, sie ergänzt sie
Was in dieser Phase neu dazukommt
- Milch-Getreide-Brei am Abend – deckt Energie- und Calciumbedarf
- Fisch ein- bis zweimal pro Woche statt Fleisch
- Erste stückige Konsistenzen ausprobieren, nicht endlos pürieren
- Kuhmilch als Breizutat möglich – höchstens 100 bis 200 ml täglich
Trinken
Wasser zu den Mahlzeiten, am besten aus einem offenen Becher. Kuhmilch bleibt Breizutat, kein Getränk.
Nährstoffe, auf die es jetzt ankommt
Eisen
Einer der beiden kritischen Nährstoffe der Beikostphase. Fleisch – Rind, Kalb, Schwein – ist die beste Quelle, weil Hämeisen besonders gut aufgenommen wird. Pflanzliche Quellen wie Vollkorngetreide und Hülsenfrüchte wirken deutlich besser in Kombination mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln. Kuhmilch hemmt die Eisenaufnahme und gehört deshalb nicht in dieselbe Mahlzeit wie Fleisch. Routinemäßige Eisenpräparate sind für reif geborene, gesunde Säuglinge nicht vorgesehen.
Jod
Der zweite kritische Nährstoff der Beikostphase. In Österreich ist Speisesalz jodiert – im ersten Lebensjahr wird dem Essen aber kein Salz zugesetzt. Milch und Milchprodukte sowie Seefisch sind in dieser Zeit die wesentlichen Quellen.
Vitamin D
In Österreich wird Vitamin D unabhängig von der Beikost gegeben – üblicherweise ab dem 5. Lebenstag und durchgehend im gesamten ersten Lebensjahr, gestillt wie flaschenernährt. Das entspricht rund 400 bis 800 Internationalen Einheiten täglich. Kinder, die im Winterhalbjahr geboren sind, bekommen die Tropfen meist bis in den Frühling oder Frühsommer des Folgejahres weiter.
Was als Nächstes kommt
Etwa vier Wochen nach dem zweiten Brei folgt der dritte: Getreide-Obst-Brei am Nachmittag, bewusst milchfrei.
Häufige Fragen in diesem Alter
Mein Kind spuckt neues Essen wieder aus. Mag es das nicht?
Nicht unbedingt. Kinder brauchen oft acht bis fünfzehn Begegnungen mit einem Lebensmittel, bis sie es annehmen. Bieten Sie es in Ruhe wieder an, ohne Druck und ohne Belohnung.
Wie viel soll mein Kind essen?
Das entscheidet Ihr Kind. Sie entscheiden, was angeboten wird und wann – Ihr Kind entscheidet, ob und wie viel davon gegessen wird. Diese Aufgabenteilung ist der wichtigste Grundsatz der Kinderernährung.
Darf mein Kind das schon?
Für ein verpacktes Produkt aus dem Regal gibt es den Produkt-Check: Nährwerte nachschlagen und die Klassen auf der Packung einordnen.
Suchen Sie ein Lebensmittel oder blättern Sie durch die Gruppen. Die Bewertung gilt für 7 Monate – Alter ändern.
Was derzeit empfohlen wird – recherchiert in neun Sprachen
Ernährungsempfehlungen sind nicht überall gleich, und sie ändern sich. Für dieses Werkzeug haben wir die Leitlinien und Studien aus neun Sprachräumen durchgesehen. Hier stehen die 18 Aussagen, die für 7 Monate gelten – jede mit Institution, Land und Jahr. Stand der Recherche: 06.09.2026.
Die WHO nennt seit 2023 sechs Monate als Beikoststart
Die Weltgesundheitsorganisation hat ihre Empfehlungen für Kinder von 6 bis 23 Monaten im Oktober 2023 neu gefasst. Sie nennt 6 Monate (180 Tage) als Zeitpunkt für den Beikostbeginn und empfiehlt, daneben bis zum zweiten Geburtstag oder länger weiterzustillen. Beide Empfehlungen sind als stark eingestuft, die zugrunde liegende Evidenz stuft die WHO selbst als niedrig ein.
Was daraus folgt: Als Zielkorridor bleibt der 6. Lebensmonat richtig. Für Österreich gilt daneben weiterhin das Fenster von 17 bis 26 Wochen – siehe die nächste Erkenntnis.
Weltgesundheitsorganisation (WHO) · Quelle ansehen
Europas Kindergastroenterologen widersprechen dem starren Sechs-Monats-Datum
Ein gemeinsames Papier der europäischen, nordamerikanischen, lateinamerikanischen, asiatisch-pazifischen und panarabischen Fachgesellschaften antwortete 2024 auf die WHO-Leitlinie. Es hält daran fest, dass Beikost je nach Entwicklung des einzelnen Kindes bereits ab 17 Wochen begonnen werden darf, und warnt davor, ein weltweit einheitliches Datum ohne Anpassung an das jeweilige Land zu übernehmen.
Was daraus folgt: Das österreichische Beikostfenster von der 17. bis zur 26. Woche bleibt gültig. Entscheidend sind die Reifezeichen Ihres Kindes, nicht der Kalender.
ESPGHAN und weitere pädiatrische Fachgesellschaften · Quelle ansehen
Unter zwei Jahren: kein Zucker, kein Süßstoff, keine Limonade
Die WHO-Leitlinie von 2023 spricht sich als starke Empfehlung dagegen aus, Kindern unter zwei Jahren Lebensmittel mit viel Zucker, Salz oder Transfetten zu geben. Ebenso stark ist die Empfehlung gegen zuckergesüßte Getränke und – das ist neu und ausdrücklich – auch gegen Süßstoffe. Hundertprozentiger Fruchtsaft soll begrenzt werden.
Was daraus folgt: „Zuckerfrei“ auf einem Kinderprodukt ist kein Argument, wenn stattdessen Süßstoff enthalten ist. Wasser bleibt das Getränk, ungesüßte Speisen bleiben der Maßstab.
Weltgesundheitsorganisation (WHO) · Quelle ansehen
Täglich tierische Lebensmittel, täglich Obst und Gemüse
Die WHO empfiehlt für 6- bis 23-Monatige ausdrücklich den täglichen Verzehr tierischer Lebensmittel – Fleisch, Fisch, Ei und Milchprodukte – sowie täglich Obst und Gemüse. Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen sollen häufig auf den Teller kommen. Der Grund ist die Nährstoffdichte: In diesem Alter ist die Portionsgröße klein, der Bedarf pro Bissen also hoch.
Was daraus folgt: Nicht die Menge zählt, sondern was in der kleinen Menge steckt. Eine Mahlzeit ohne Eisenquelle ist eine verpasste Gelegenheit.
Weltgesundheitsorganisation (WHO) · Quelle ansehen
Responsives Füttern ist seit 2023 eine eigene starke Empfehlung
Die WHO hat das, was Eltern als Aufgabenteilung am Tisch kennen, erstmals als eigene starke Empfehlung formuliert: Kinder von 6 bis 23 Monaten sollen responsiv gefüttert werden – also so, dass sie selbstständig essen und auf ihre eigenen Hunger- und Sättigungssignale reagieren können. Das unterstützt nicht nur die Ernährung, sondern auch die kognitive, emotionale und soziale Entwicklung.
Was daraus folgt: Sie entscheiden, was und wann angeboten wird. Ihr Kind entscheidet, ob und wie viel es davon isst. Diese Trennung ist inzwischen leitliniengestützt.
Weltgesundheitsorganisation (WHO) · Quelle ansehen
Frühe Allergene: Was in Studien wirkte, wirkt jetzt auch im Alltag
Dass frühe Gaben von Erdnuss und Ei das Allergierisiko senken, war seit den Studien LEAP und EAT bekannt. 2025 wurde erstmals gezeigt, dass es auch außerhalb einer Studie funktioniert: Wo Familien die aktualisierten Empfehlungen direkt in die Hand bekamen, wurden Erdnuss, Ei und Kuhmilch früher eingeführt – und IgE-vermittelte Allergien gegen genau diese drei Lebensmittel traten seltener auf.
Was daraus folgt: Einmal probieren genügt nicht. Ein einmal eingeführtes Allergen sollte etwa einmal pro Woche wieder auf den Teller kommen, damit die Toleranz erhalten bleibt.
Journal of Allergy and Clinical Immunology: In Practice · Quelle ansehen
Baby-led Weaning: kein höheres Verschluckungsrisiko
Die lange befürchteten Nachteile des Selbstessens ohne Brei haben sich in den kontrollierten Studien nicht bestätigt. Die neuseeländische BLISS-Studie fand gegenüber der Löffelfütterung keinen Unterschied beim Verschlucken und keinen Unterschied bei der Eisenzufuhr; eine systematische Übersicht kam Anfang 2026 zum selben Ergebnis. Wichtig ist die Form der Speisen und dass eisenreiche Lebensmittel bewusst angeboten werden.
Was daraus folgt: Beide Wege sind vertretbar. Entscheidend ist nicht Brei oder Fingerfood, sondern dass jedes Stück eine lange, weiche Form hat und Eisen mitliefert.
Nutrition Reviews, auf Grundlage der BLISS-Studie der University of Otago · Quelle ansehen
UNICEF fasst zusammen, was hochverarbeitete Lebensmittel bei Kindern anrichten
Im Dezember 2025 hat UNICEF eine aktualisierte Übersicht zu hochverarbeiteten Lebensmitteln und Kindern veröffentlicht. Der Konsum ist verbunden mit schlechterer Ernährungsqualität, Übergewicht, Adipositas und Karies; es gibt zudem Hinweise auf Wachstumsverzögerung, Blutarmut, ein höheres Risiko für Typ-2-Diabetes im späteren Leben und mögliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit. In vielen wohlhabenden Ländern stammt inzwischen mehr als die Hälfte der täglichen Kalorien von Kindern aus solchen Produkten.
Was daraus folgt: Nicht jedes verpackte Lebensmittel ist hochverarbeitet. Der einfachste Prüfstein: Steht auf der Zutatenliste etwas, das in keiner Küche vorkommt, gehört es nicht zur täglichen Ernährung.
UNICEF · Quelle ansehen
Österreich: das Fenster bleibt bei 17 bis 26 Wochen
Die Österreichischen Beikostempfehlungen, zuletzt 2022 überarbeitet und von der Nationalen Ernährungskommission beschlossen, nennen als Zeitraum für den Beikostbeginn den Beginn des 5. Lebensmonats (17. Woche) bis zum Ende des 6. Lebensmonats (26. Woche). Entscheidend ist die individuelle Entwicklung. Zum Thema Allergene sind sie deutlich: Allergene Lebensmittel zu meiden hat keinen vorbeugenden Effekt; Fisch im ersten Lebensjahr wirkt eher schützend. Salz, Zucker, Honig und Süßstoffe werden dem Essen nicht zugesetzt.
Was daraus folgt: Das ist die Grundlage, nach der dieser Berater rechnet – und die Empfehlung, an die sich unsere Ordination hält.
Richtig essen von Anfang an! (AGES, Sozialministerium, Sozialversicherung) · Quelle ansehen
Deutschland: Teilaktualisierung 2024 zu Allergierisiko und Fluorid
Das Netzwerk Gesund ins Leben hat seine bundesweit einheitlichen Handlungsempfehlungen zur Säuglingsernährung 2024 in zwei Punkten aktualisiert: bei der Auswahl der Säuglingsnahrung für Kinder mit erhöhtem Allergierisiko und bei der Fluoridgabe im ersten Lebensjahr. Der Beikostzeitraum bleibt unverändert – nicht vor Beginn des 5. und nicht nach Beginn des 7. Lebensmonats –, und Stillen wird nach dem Beikostbeginn fortgesetzt.
Was daraus folgt: Die deutsche und die österreichische Empfehlung liegen beim Beikostfenster gleichauf. Zur Fluoridgabe fragen Sie uns bitte bei der Vorsorgeuntersuchung.
Netzwerk Gesund ins Leben, Bundeszentrum für Ernährung · Quelle ansehen
Spanien: zuerst Eisen und Zink – und beide Richtungen bergen ein Risiko
Die spanische Kinderärztegesellschaft AEP empfiehlt, die Beikost mit eisen- und zinkreichen Lebensmitteln zu beginnen. Sie benennt beide Richtungen des Risikos ausdrücklich: Ein zu später Beikostbeginn kann Wachstum und Neuroentwicklung beeinträchtigen, ein zu früher erhöht das Risiko für Infektionen und Krankenhausaufenthalte. Gemeinsam mit der SEGHNP hat sich die AEP den Präzisierungen der ESPGHAN an der WHO-Leitlinie angeschlossen.
Was daraus folgt: Der erste Brei ist nicht Obst, sondern etwas mit Eisen. Der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei erfüllt genau diesen Zweck.
Asociación Española de Pediatría (AEP) und SEGHNP · Quelle ansehen
Frankreich: das Geschmacksfenster von 5 bis 18 Monaten nutzen
Die französische Behörde ANSES und die nationalen Ernährungsempfehlungen setzen den Beginn der Beikost zwischen die vollendeten 4 und die 6 Monate. Bemerkenswert ist der zweite Punkt: Zwischen 5 und 18 Monaten liegt ein Fenster, in dem Kinder neue Lebensmittel besonders bereitwillig annehmen. Frankreich empfiehlt deshalb ausdrücklich, in dieser Zeit möglichst viele verschiedene Lebensmittel anzubieten, abgelehnte Speisen wiederholt anzubieten und dem Essen als gemeinsamem Ereignis Gewicht zu geben. Milchprodukte, Ei und Erdnuss sollen früh eingeführt werden.
Was daraus folgt: Vielfalt ist nicht Beiwerk, sondern selbst die Maßnahme. Ein abgelehntes Gemüse gehört nach ein paar Tagen wieder auf den Teller – ohne Kommentar und ohne Druck.
Santé publique France, ANSES und HCSP · Quelle ansehen
Italien: kein verbotenes Lebensmittel in den ersten zwei Jahren
Vier italienische Fachgesellschaften – SIPPS, FIMP, SINUPE und SIDOHaD – haben ein gemeinsames Dokument zur Beikost erarbeitet, aus dem 38 Empfehlungen mit über 90 Prozent Zustimmung im Fachgremium hervorgingen. Die Kernaussage klingt schlicht und ist es nicht: In den ersten beiden Lebensjahren gibt es keine grundsätzlich zu meidenden Lebensmittel, empfohlen wird stattdessen, so weit wie möglich zu variieren. Die Empfehlungen sind ausdrücklich als Vorbeugung nicht übertragbarer Krankheiten gedacht.
Was daraus folgt: Verbotslisten sind kürzer geworden, Vielfaltslisten länger. Die wenigen echten Ausnahmen – Honig, Rohmilch, ganze Nüsse – bleiben davon unberührt.
SIPPS, FIMP, SINUPE und SIDOHaD · Quelle ansehen
China: nicht vor vier, nicht nach acht Monaten
Die chinesische Ernährungsgesellschaft formuliert das Beikostfenster von beiden Seiten her: Beikost soll bald nach dem vollendeten 6. Lebensmonat eingeführt werden, keinesfalls vor dem 4. Monat – weil zu frühe Beikost das Risiko für Übergewicht und Allergien erhöht – und keinesfalls nach dem 8. Monat, weil sonst Nährstoffmangel und Blutarmut drohen. Zuerst empfohlen werden eisenreiche tierische Lebensmittel: Fisch, Geflügel, Fleisch.
Was daraus folgt: Die Obergrenze wird bei uns selten genannt, ist aber genauso wichtig wie die Untergrenze: Ein Kind, das mit acht Monaten noch keine Beikost bekommt, sollte vorgestellt werden.
Chinesische Ernährungsgesellschaft (中国营养学会) · Quelle ansehen
China führt neun feste Ernährungsbewertungen bis zum dritten Geburtstag ein
Im Februar 2025 hat die Nationale Gesundheitskommission Chinas einen Leitfaden zur Bewertung der Säuglings- und Kleinkindernährung erlassen. Alle Kinder von 0 bis 3 Jahren werden im Alter von 1, 3, 6, 8, 12, 18, 24, 30 und 36 Monaten systematisch beurteilt, mit einer durchgehenden Akte je Kind. Erklärtes Ziel ist es, Blutarmut, Wachstumsverzögerung und Adipositas zu senken.
Was daraus folgt: Dasselbe leistet in Österreich der Mutter-Kind-Pass. Die Termine wahrzunehmen ist der einfachste Weg, ein Ernährungsproblem früh zu bemerken.
Nationale Gesundheitskommission der Volksrepublik China (国家卫生健康委) · Quelle ansehen
Japan: Stufen statt Monatsangaben – und Eigelb von Anfang an
Japans Gesundheitsministerium hat seinen Leitfaden zu Stillen und Beikost 2019 nach zwölf Jahren überarbeitet. Zwei Änderungen sind bemerkenswert: Die Beikost wird nicht mehr nach Monaten eingeteilt, sondern nach Stufen – Anfang, Mitte, Ende, Abschluss –, jeweils mit Angaben zu Zahnentwicklung und Kaufähigkeit statt nur zum Alter. Und Eigelb wird seither bereits für die früheste Beikoststufe genannt.
Was daraus folgt: Der Blick auf die Fähigkeiten des Kindes statt auf das Datum ist genau das, was auch die Reifezeichen abbilden.
Japanisches Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales (厚生労働省) · Quelle ansehen
Japan bestätigt: Die Haut sensibilisiert, der Mund gewöhnt
Das japanische Nationale Zentrum für Kinderheilkunde hat im Dezember 2025 die Doppel-Allergen-Expositions-Hypothese an Daten aus mehreren Ländern belegt: Über eine entzündete Haut sensibilisiert sich das Immunsystem gegen Nahrungsmittel, über den Mund entsteht dagegen Toleranz. Daraus folgt beides – frühe Einführung und konsequente Behandlung des Ekzems. Die Wirkung fällt je nach Land unterschiedlich aus, weshalb ein individuell angepasstes Vorgehen empfohlen wird. Nüsse werden dort ausdrücklich als Pulver oder Mus gegeben, um Verschlucken zu vermeiden.
Was daraus folgt: Wenn Ihr Kind ein Ekzem hat, ist die Hautbehandlung Teil der Allergievorbeugung – und der Zeitpunkt der ersten Allergengabe gehört dann in unsere Hand, nicht in die Eigenregie.
National Center for Child Health and Development (国立成育医療研究センター) · Quelle ansehen
Brasilien: erst eine Hauptmahlzeit, dreißig Tage später die zweite
Die brasilianische Kinderärztegesellschaft SBP gibt einen bemerkenswert konkreten Fahrplan vor: Um den sechsten Lebensmonat kommt die erste Hauptmahlzeit dazu, Mittag- oder Abendessen, dazu eine Zwischenmahlzeit aus frischem Obst; die zweite Hauptmahlzeit folgt erst dreißig Tage danach. Grundlage sind ausdrücklich hausgemachte Zubereitungen aus frischen und minimal verarbeiteten Lebensmitteln, mit mindestens einem Vertreter jeder Gruppe: Getreide oder Knollen, Hülsenfrüchte, Gemüse, Fleisch oder Ei.
Was daraus folgt: Der Rhythmus deckt sich mit dem österreichischen Aufbau. Wichtig ist beide Male dasselbe: Zeit lassen und die Zusammensetzung jeder Mahlzeit prüfen.
Sociedade Brasileira de Pediatria (SBP) · Quelle ansehen
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Wann Sie mit uns sprechen sollten
- Ihr Kind nimmt nicht zu oder verliert an Gewicht
- Beikost hat bis zum Beginn des 7. Lebensmonats (26 Wochen) nicht begonnen
- Nach einem Lebensmittel treten Ausschlag, Erbrechen, Durchfall oder Atemprobleme auf
- Ihr Kind lehnt ganze Lebensmittelgruppen dauerhaft ab
- Sie möchten auf eine rein pflanzliche Ernährung umstellen
- Das Essen wird zum täglichen Konflikt
Weiterlesen: Beikost: Wann beginnen? · Vitamin-D-Substitution · Zucker bei Kindern
Häufige Fragen
Wann soll ich mit der Beikost beginnen?
Die österreichische Empfehlung nennt ein Fenster: frühestens mit Beginn des fünften, spätestens mit Beginn des siebenten Lebensmonats. Entscheidend sind daneben die Zeichen des Kindes, etwa sicheres Sitzen mit Unterstützung und Interesse am Essen. Die WHO empfiehlt aus Sicht der weltweiten Gesundheitsvorsorge sechs Monate ausschließliches Stillen, die europäischen Kinderärztegesellschaften sehen das Fenster flexibler.
Warum darf ein Baby im ersten Jahr keinen Honig bekommen?
Honig kann Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum enthalten. Der Darm eines Säuglings kann diese Sporen im ersten Lebensjahr noch nicht in Schach halten, sodass es zum Säuglingsbotulismus kommen kann. Ab dem ersten Geburtstag besteht diese Gefahr nicht mehr. Gekochter oder gebackener Honig ist übrigens ebenso zu meiden, Erhitzen zerstört die Sporen nicht zuverlässig.
Soll ich allergieauslösende Lebensmittel meiden?
Nein, das Gegenteil hat sich als richtig erwiesen. In der LEAP-Studie erkrankten Kinder mit hohem Risiko deutlich seltener an einer Erdnussallergie, wenn Erdnuss früh und regelmäßig gegeben wurde, statt sie zu meiden. Wichtig ist die Form: gemahlen oder als Mus, niemals ganze Nüsse. Bei bekannter Allergie in der Familie oder schwerem Ekzem besprechen Sie den Start bitte vorher mit uns.
Ab wann darf mein Kind Kuhmilch trinken?
Als Zutat im Getreide-Milch-Brei ist Kuhmilch im ersten Lebensjahr in kleiner Menge üblich. Als Getränk sollte Kuhmilch erst nach dem ersten Geburtstag dazukommen, weil sie wenig Eisen enthält und größere Mengen die Eisenversorgung verschlechtern können.
Welche Lebensmittel sind gefährlich zum Verschlucken?
Alles, was klein, rund und fest ist: ganze Weintrauben, Nüsse, Popcorn, rohe Karottenstücke, harte Bonbons und Wurststücke. Weintrauben und ähnliche Früchte längs vierteln, Wurst längs und quer schneiden, ganze Nüsse vor dem vierten bis fünften Geburtstag gar nicht geben. Und immer im Sitzen essen, nie im Liegen, im Auto oder beim Herumlaufen.
Medizinische Grundlage
- Österreichische Beikostempfehlungen (2. Auflage) Richtig essen von Anfang an! – AGES, Sozialministerium, Sozialversicherung, 2022. Nationale Empfehlung
- WHO Guideline for complementary feeding of infants and young children 6–23 months of age Weltgesundheitsorganisation (WHO), 2023. Leitlinie
- WHO guideline on the complementary feeding of infants and young children aged 6−23 months 2023: A multisociety response ESPGHAN und weitere pädiatrische Fachgesellschaften, 2024. Stellungnahme
- Complementary Feeding: A Position Paper ESPGHAN Committee on Nutrition, 2017. Positionspapier
- Vegan diet and nutritional status in infants, children and adolescents ESPGHAN Committee on Nutrition, 2025. Positionspapier
- Handlungsempfehlungen: Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen Netzwerk Gesund ins Leben, Bundeszentrum für Ernährung, 2024. Nationale Empfehlung
- Policies and interventions to create healthy school food environments Weltgesundheitsorganisation (WHO), 2026. Leitlinie
- Feeding Profit: How food environments are failing children – Child Nutrition Report 2025 UNICEF, 2025. Bericht
- Recommandations pour la diversification alimentaire des enfants de moins de 3 ans Santé publique France, ANSES und HCSP, 2021. Nationale Empfehlung
- Documento intersocietario: Alimentazione complementare SIPPS, FIMP, SINUPE und SIDOHaD, 2022. Intersozietäres Dokument
- Recomendaciones de la AEP sobre alimentación complementaria Asociación Española de Pediatría, 2024. Protokoll
- Alimentação Complementar para o Lactente Saudável Sociedade Brasileira de Pediatria, 2021. Praxisleitfaden
- 婴幼儿营养喂养评估服务指南(试行) – Leitfaden zur Bewertung der Säuglings- und Kleinkindernährung Nationale Gesundheitskommission der Volksrepublik China, 2025. Amtlicher Leitfaden
- 授乳・離乳の支援ガイド – Leitfaden zu Stillen und Beikost Japanisches Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales, 2019. Nationaler Leitfaden
- 2025 한국인 영양소 섭취기준 – Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr Ministerium für Gesundheit und Soziales, Republik Korea, 2025. Nationale Referenzwerte