Ernährungsberater für Kinder
Was in welchem Alter auf den Teller gehört – von der Milchzeit über die Beikost bis zum Schulkind. Mit einem Nachschlagewerk, das zu jedem Lebensmittel sagt, ob es für Ihr Kind gerade geeignet ist, und mit dem, was Leitlinien aus neun Sprachräumen dazu derzeit empfehlen.
Wie alt ist Ihr Kind?
Bitte beachten: Dieser Berater gibt allgemeine, altersbezogene Orientierung nach den Österreichischen Beikostempfehlungen. Er ersetzt keine ärztliche Beratung und berücksichtigt keine Vorerkrankungen, Allergien oder Besonderheiten Ihres Kindes. Bei Gedeihstörung, Nahrungsmittelallergien, Frühgeburtlichkeit oder wenn Ihr Kind dauerhaft schlecht isst, sprechen Sie uns bitte an.
Übergang zur Familienkost
10 Monate bis 12 Monate
Ihr Kind kann jetzt weitgehend das essen, was auf den Familientisch kommt – solange nicht gesalzen und nicht gezuckert wird. Einige Lebensmittel bleiben bis zum ersten Geburtstag und teils darüber hinaus tabu.
Ernährungsplan als PDF sichern Öffnet eine Druckfassung mit Briefkopf – im Druckdialog bei „Ziel“ „Als PDF speichern“ wählen.
Milch weicht der Beikost – Schritt für Schritt
Zahl der Mahlzeiten pro Tag in den ersten beiden Lebensjahren. Beikost ersetzt die Milch nicht auf einmal, sondern etwa alle vier Wochen eine Mahlzeit. Fahren Sie über einen Balken, um die Zahlen zu sehen; ein Klick öffnet die jeweilige Phase.
Milchmahlzeiten Beikost- und Familienmahlzeiten
Ein typischer Tag
- Drei Hauptmahlzeiten am Familientisch
- Ein bis zwei kleine Zwischenmahlzeiten
- Milch als Getränk erst gegen Ende des ersten Lebensjahres
- Gemeinsame Mahlzeiten ohne Bildschirm – Kinder lernen Essen durch Nachahmung
Was hat Ihr Kind heute gegessen und getrunken?
Tragen Sie ein, wie viele Portionen an einem gewöhnlichen Tag zusammenkommen. Daraus entsteht der Teller Ihres Kindes neben dem empfohlenen – und dazu, worauf es bei diesem Tag ankommt. Nichts davon wird gespeichert oder übertragen; die Rechnung läuft in Ihrem Browser und ist mit dem Schließen der Seite weg.
Wann was auf den Tisch kommt
Ein Beispieltag – die Uhrzeiten sind Anhaltspunkte, kein Stundenplan. Was zählt, ist der Rhythmus: feste Mahlzeiten statt eines Angebots, das den ganzen Tag nebenherläuft.
- 7:00 Frühstück Eine der drei Hauptmahlzeiten. Gemüse oder Obst gehört zu jeder davon – morgens ist Obst meist der einfachere Weg.
- 9:00 Vormittagsjause Eine kleine Zwischenmahlzeit, wenn Ihr Kind Hunger hat. Zwischenmahlzeiten sind geplante Mahlzeiten – nicht das durchgehende Angebot nebenher.
- 12:00 Mittagessen Die zweite Hauptmahlzeit. Hier passt der ganze Teller: die Hälfte Gemüse und Obst, je ein Viertel Beilage und Eiweiß.
- 15:00 Nachmittagsjause Wenn es Süßes gibt, ist hier der günstigste Platz dafür: als Teil einer Mahlzeit. Für die Zähne zählen Menge und Häufigkeit freier Zucker – dieselbe Menge über Stunden verteilt erzeugt mehr Säurephasen als ein Dessert nach dem Essen.
- 18:00 Abendessen Die letzte Hauptmahlzeit. Danach kommt das Zähneputzen – und damit der Schlussstrich für den Tag.
- 19:00 Zähneputzen Ab jetzt nur noch Wasser. In der Nacht fließt weniger Speichel, deshalb wirkt lange ein, was jetzt noch an die Zähne kommt.
Dazwischen: Wasser. Zwischen den Mahlzeiten ist Wasser das Getränk. Für ein- bis dreijährige Kinder rechnet man mit etwa sechs bis sieben Portionen Getränk am Tag – eine Portion sind 125 ml, also ein halbes Glas.
Und was besser nicht zu dieser Zeit kommt
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Den ganzen Tag nebenher zwischen den Mahlzeiten
Ständiges Nippen an Saft oder gesüßten Getränken und durchgehendes Knabbern erzeugen immer wieder neue Säurephasen. Für die Zähne zählt nicht nur, wie viel Zucker ein Kind bekommt, sondern wie oft am Tag.
Essen und gesüßte Getränke an Mahlzeiten binden, dazwischen Wasser anbieten.
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Nach dem Zähneputzen abends nach dem Putzen
Nach dem abendlichen Putzen gibt es nur noch Wasser – auch keine Milch zum Einschlafen. Ungesüßte Milch ist zwar weniger kariogen als ein süßes Getränk, aber sie ist Nahrung und enthält Milchzucker.
Das Putzen ans Ende des Abends legen. Was danach kommt, ist Wasser – auch am Wochenende.
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Die Flasche im Bett nachts
Ein Fläschchen mit Saft, gezuckertem Tee, Sirup oder Milchmischgetränk im Bett gilt als hohes Kariesrisiko: Nachts fließt weniger Speichel, das Getränk wirkt entsprechend lange ein. Die AAP rät ausdrücklich davon ab, Kleinkindern Saft vor dem Zubettgehen zu geben.
Gewohnheiten schrittweise ändern und andere Einschlafrituale aufbauen. Verdünnen ist ein Übergang, kein Ziel – bei Schlafproblemen sprechen Sie uns an.
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Saft als Durstlöscher über den Tag
Fruchtsaft zählt zu den freien Zuckern – so wie Honig und Sirup. Die AAP nennt als Höchstmenge etwa 120 ml am Tag für Ein- bis Dreijährige, 120 bis 180 ml für Vier- bis Sechsjährige und 240 ml ab sieben Jahren; unter einem Jahr gar keinen.
Wenn Saft, dann zu einer Mahlzeit und im Glas – nicht aus der Flasche oder dem Trinklernbecher zum Mitnehmen.
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Milch statt Mahlzeit über den Tag
Milch ist Nahrung, kein Durstlöscher. Sie ist eisenarm und macht satt; eine hohe Kuhmilchzufuhr gilt als Risikofaktor für Eisenmangelanämie, weil weniger eisenreiche Kost gegessen wird. Die europäische Fachgesellschaft ESPGHAN nennt für Kleinkinder unter 500 ml am Tag, die AAP höchstens etwa 700 ml. Die österreichischen Empfehlungen für Ein- bis Dreijährige nennen drei Portionen Milch und Milchprodukte – eine Portion sind 125 ml Milch, 100 g Joghurt oder 20 g Käse.
Milch zu den Mahlzeiten anbieten und den Durst dazwischen mit Wasser stillen. Wenn Ihr Kind wenig isst und viel Milch trinkt, sprechen Sie uns an.
Woher das kommt: Richtig essen von Anfang an! (AGES, Sozialministerium, Sozialversicherung), 2020 · kinderarzt.net, Ratgeber Karies bei Kindern, 2026 · Weltgesundheitsorganisation (WHO), 2015 · American Academy of Pediatrics (AAP), 2017 · ESPGHAN Committee on Nutrition (Domellöf et al.), 2014 · American Academy of Pediatrics (AAP), HealthyChildren.org. Stand der Recherche: 10.09.2026.
Was in dieser Phase neu dazukommt
- Weitgehend Familienkost, ungesalzen und ungezuckert zubereitet
- Selbst essen mit Löffel üben lassen, auch wenn es dauert
- Kuhmilch darf gegen Ende des ersten Lebensjahres als Getränk dazukommen
Trinken
Wasser ist das Hauptgetränk. Kuhmilch gegen Ende des ersten Lebensjahres als Getränk möglich, sie ist aber Nahrungsmittel, kein Durstlöscher.
Nährstoffe, auf die es jetzt ankommt
Eisen
Einer der beiden kritischen Nährstoffe der Beikostphase. Fleisch – Rind, Kalb, Schwein – ist die beste Quelle, weil Hämeisen besonders gut aufgenommen wird. Pflanzliche Quellen wie Vollkorngetreide und Hülsenfrüchte wirken deutlich besser in Kombination mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln. Kuhmilch hemmt die Eisenaufnahme und gehört deshalb nicht in dieselbe Mahlzeit wie Fleisch. Routinemäßige Eisenpräparate sind für reif geborene, gesunde Säuglinge nicht vorgesehen.
Jod
Der zweite kritische Nährstoff der Beikostphase. In Österreich ist Speisesalz jodiert – im ersten Lebensjahr wird dem Essen aber kein Salz zugesetzt. Milch und Milchprodukte sowie Seefisch sind in dieser Zeit die wesentlichen Quellen.
Vitamin D
In Österreich wird Vitamin D unabhängig von der Beikost gegeben – üblicherweise ab dem 5. Lebenstag und durchgehend im gesamten ersten Lebensjahr, gestillt wie flaschenernährt. Das entspricht rund 400 bis 800 Internationalen Einheiten täglich. Kinder, die im Winterhalbjahr geboren sind, bekommen die Tropfen meist bis in den Frühling oder Frühsommer des Folgejahres weiter.
So ist der Teller aufgeteilt
Die Hälfte des Tellers Gemüse und Obst, je ein Viertel Beilage und Eiweiß, dazu Wasser. Fahren Sie über einen Teil, um die Menge für dieses Alter zu sehen – ein Klick zeigt Beispiele dazu.
Die Aufteilung des Tellers – etwa die Hälfte Gemüse und Obst, je ein Viertel Beilage und Eiweißkomponente – entspricht der Empfehlung, die Ihr Kind in diesem Alter braucht. Wie viel davon tatsächlich gegessen wird, entscheidet Ihr Kind.
Wie groß ist eine Portion? Die Hand Ihres Kindes ist der Maßstab
Ein Portionsmaß, das mitwächst: Gemessen wird mit der Hand des Kindes, nicht mit Ihrer. Ein größeres Kind bekommt damit von selbst mehr.
| Was | Ein Maß | Wie oft |
|---|---|---|
| Gemüse | ein bis zwei Kinderhände voll | roh oder gegart, zu jeder Hauptmahlzeit |
| Obst | eine Kinderhand voll | ganze Frucht statt Saft |
| Beilage | eine Kinderfaust | Nudeln, Reis, Kartoffeln oder Brot, gerne aus Vollkorn |
| Fleisch oder Fisch | so groß wie der Handteller, so dick wie der kleine Finger | Fleisch zwei- bis dreimal, Fisch ein- bis zweimal pro Woche |
| Milch und Milchprodukte | ein Becher oder eine Kinderhand voll | über den Tag verteilt, nicht zur Fleischmahlzeit |
| Öl und Streichfett | eine Daumenspitze | Raps- oder Olivenöl bevorzugen |
| Wasser | ein Kinderglas zu jeder Mahlzeit | und zwischendurch, wann immer das Kind möchte |
Die Angaben sind Anhaltspunkte für einen Tag, kein Pensum. Wie viel Ihr Kind tatsächlich isst, schwankt von Tag zu Tag.
Was als Nächstes kommt
Mit dem ersten Geburtstag fallen wichtige Beschränkungen weg – Honig etwa ist dann erlaubt.
Häufige Fragen in diesem Alter
Mein Kind isst plötzlich viel weniger als vorher. Ist das normal?
Meist ja. Gegen Ende des ersten Lebensjahres verlangsamt sich das Wachstum deutlich, der Appetit folgt. Solange Ihr Kind wach, aktiv und zufrieden ist und die Gewichtskurve dem eigenen Verlauf folgt, ist das kein Grund zur Sorge.
Darf mein Kind das schon?
Für ein verpacktes Produkt aus dem Regal gibt es den Produkt-Check: Nährwerte nachschlagen und die Klassen auf der Packung einordnen.
Suchen Sie ein Lebensmittel oder blättern Sie durch die Gruppen. Die Bewertung gilt für 11 Monate – Alter ändern.
Was derzeit empfohlen wird – recherchiert in neun Sprachen
Ernährungsempfehlungen sind nicht überall gleich, und sie ändern sich. Für dieses Werkzeug haben wir die Leitlinien und Studien aus neun Sprachräumen durchgesehen. Hier stehen die 9 Aussagen, die für 11 Monate gelten – jede mit Institution, Land und Jahr. Stand der Recherche: 06.09.2026.
Unter zwei Jahren: kein Zucker, kein Süßstoff, keine Limonade
Die WHO-Leitlinie von 2023 spricht sich als starke Empfehlung dagegen aus, Kindern unter zwei Jahren Lebensmittel mit viel Zucker, Salz oder Transfetten zu geben. Ebenso stark ist die Empfehlung gegen zuckergesüßte Getränke und – das ist neu und ausdrücklich – auch gegen Süßstoffe. Hundertprozentiger Fruchtsaft soll begrenzt werden.
Was daraus folgt: „Zuckerfrei“ auf einem Kinderprodukt ist kein Argument, wenn stattdessen Süßstoff enthalten ist. Wasser bleibt das Getränk, ungesüßte Speisen bleiben der Maßstab.
Weltgesundheitsorganisation (WHO) · Quelle ansehen
Täglich tierische Lebensmittel, täglich Obst und Gemüse
Die WHO empfiehlt für 6- bis 23-Monatige ausdrücklich den täglichen Verzehr tierischer Lebensmittel – Fleisch, Fisch, Ei und Milchprodukte – sowie täglich Obst und Gemüse. Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen sollen häufig auf den Teller kommen. Der Grund ist die Nährstoffdichte: In diesem Alter ist die Portionsgröße klein, der Bedarf pro Bissen also hoch.
Was daraus folgt: Nicht die Menge zählt, sondern was in der kleinen Menge steckt. Eine Mahlzeit ohne Eisenquelle ist eine verpasste Gelegenheit.
Weltgesundheitsorganisation (WHO) · Quelle ansehen
Kinder- und Folgemilch sind ab einem Jahr nicht nötig
Für Kinder von 12 bis 23 Monaten, die keine Muttermilch bekommen, empfiehlt die WHO gewöhnliche Tiermilch. Folgemilch und sogenannte Kinder- oder Wachstumsmilch werden ausdrücklich nicht empfohlen. Für 6- bis 11-Monatige gilt: Säuglingsnahrung oder Tiermilch sind beide möglich.
Was daraus folgt: Ab dem ersten Geburtstag genügt normale Vollmilch. Das teurere Produkt im Regal daneben bringt keinen belegten Zusatznutzen.
Weltgesundheitsorganisation (WHO) · Quelle ansehen
Responsives Füttern ist seit 2023 eine eigene starke Empfehlung
Die WHO hat das, was Eltern als Aufgabenteilung am Tisch kennen, erstmals als eigene starke Empfehlung formuliert: Kinder von 6 bis 23 Monaten sollen responsiv gefüttert werden – also so, dass sie selbstständig essen und auf ihre eigenen Hunger- und Sättigungssignale reagieren können. Das unterstützt nicht nur die Ernährung, sondern auch die kognitive, emotionale und soziale Entwicklung.
Was daraus folgt: Sie entscheiden, was und wann angeboten wird. Ihr Kind entscheidet, ob und wie viel es davon isst. Diese Trennung ist inzwischen leitliniengestützt.
Weltgesundheitsorganisation (WHO) · Quelle ansehen
Frühe Allergene: Was in Studien wirkte, wirkt jetzt auch im Alltag
Dass frühe Gaben von Erdnuss und Ei das Allergierisiko senken, war seit den Studien LEAP und EAT bekannt. 2025 wurde erstmals gezeigt, dass es auch außerhalb einer Studie funktioniert: Wo Familien die aktualisierten Empfehlungen direkt in die Hand bekamen, wurden Erdnuss, Ei und Kuhmilch früher eingeführt – und IgE-vermittelte Allergien gegen genau diese drei Lebensmittel traten seltener auf.
Was daraus folgt: Einmal probieren genügt nicht. Ein einmal eingeführtes Allergen sollte etwa einmal pro Woche wieder auf den Teller kommen, damit die Toleranz erhalten bleibt.
Journal of Allergy and Clinical Immunology: In Practice · Quelle ansehen
UNICEF fasst zusammen, was hochverarbeitete Lebensmittel bei Kindern anrichten
Im Dezember 2025 hat UNICEF eine aktualisierte Übersicht zu hochverarbeiteten Lebensmitteln und Kindern veröffentlicht. Der Konsum ist verbunden mit schlechterer Ernährungsqualität, Übergewicht, Adipositas und Karies; es gibt zudem Hinweise auf Wachstumsverzögerung, Blutarmut, ein höheres Risiko für Typ-2-Diabetes im späteren Leben und mögliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit. In vielen wohlhabenden Ländern stammt inzwischen mehr als die Hälfte der täglichen Kalorien von Kindern aus solchen Produkten.
Was daraus folgt: Nicht jedes verpackte Lebensmittel ist hochverarbeitet. Der einfachste Prüfstein: Steht auf der Zutatenliste etwas, das in keiner Küche vorkommt, gehört es nicht zur täglichen Ernährung.
UNICEF · Quelle ansehen
Frankreich: das Geschmacksfenster von 5 bis 18 Monaten nutzen
Die französische Behörde ANSES und die nationalen Ernährungsempfehlungen setzen den Beginn der Beikost zwischen die vollendeten 4 und die 6 Monate. Bemerkenswert ist der zweite Punkt: Zwischen 5 und 18 Monaten liegt ein Fenster, in dem Kinder neue Lebensmittel besonders bereitwillig annehmen. Frankreich empfiehlt deshalb ausdrücklich, in dieser Zeit möglichst viele verschiedene Lebensmittel anzubieten, abgelehnte Speisen wiederholt anzubieten und dem Essen als gemeinsamem Ereignis Gewicht zu geben. Milchprodukte, Ei und Erdnuss sollen früh eingeführt werden.
Was daraus folgt: Vielfalt ist nicht Beiwerk, sondern selbst die Maßnahme. Ein abgelehntes Gemüse gehört nach ein paar Tagen wieder auf den Teller – ohne Kommentar und ohne Druck.
Santé publique France, ANSES und HCSP · Quelle ansehen
Italien: kein verbotenes Lebensmittel in den ersten zwei Jahren
Vier italienische Fachgesellschaften – SIPPS, FIMP, SINUPE und SIDOHaD – haben ein gemeinsames Dokument zur Beikost erarbeitet, aus dem 38 Empfehlungen mit über 90 Prozent Zustimmung im Fachgremium hervorgingen. Die Kernaussage klingt schlicht und ist es nicht: In den ersten beiden Lebensjahren gibt es keine grundsätzlich zu meidenden Lebensmittel, empfohlen wird stattdessen, so weit wie möglich zu variieren. Die Empfehlungen sind ausdrücklich als Vorbeugung nicht übertragbarer Krankheiten gedacht.
Was daraus folgt: Verbotslisten sind kürzer geworden, Vielfaltslisten länger. Die wenigen echten Ausnahmen – Honig, Rohmilch, ganze Nüsse – bleiben davon unberührt.
SIPPS, FIMP, SINUPE und SIDOHaD · Quelle ansehen
China führt neun feste Ernährungsbewertungen bis zum dritten Geburtstag ein
Im Februar 2025 hat die Nationale Gesundheitskommission Chinas einen Leitfaden zur Bewertung der Säuglings- und Kleinkindernährung erlassen. Alle Kinder von 0 bis 3 Jahren werden im Alter von 1, 3, 6, 8, 12, 18, 24, 30 und 36 Monaten systematisch beurteilt, mit einer durchgehenden Akte je Kind. Erklärtes Ziel ist es, Blutarmut, Wachstumsverzögerung und Adipositas zu senken.
Was daraus folgt: Dasselbe leistet in Österreich der Mutter-Kind-Pass. Die Termine wahrzunehmen ist der einfachste Weg, ein Ernährungsproblem früh zu bemerken.
Nationale Gesundheitskommission der Volksrepublik China (国家卫生健康委) · Quelle ansehen
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Wann Sie mit uns sprechen sollten
- Ihr Kind nimmt nicht zu oder verliert an Gewicht
- Beikost hat bis zum Beginn des 7. Lebensmonats (26 Wochen) nicht begonnen
- Nach einem Lebensmittel treten Ausschlag, Erbrechen, Durchfall oder Atemprobleme auf
- Ihr Kind lehnt ganze Lebensmittelgruppen dauerhaft ab
- Sie möchten auf eine rein pflanzliche Ernährung umstellen
- Das Essen wird zum täglichen Konflikt
Weiterlesen: Beikost: Wann beginnen? · Vitamin-D-Substitution · Zucker bei Kindern
Häufige Fragen
Wann soll ich mit der Beikost beginnen?
Die österreichische Empfehlung nennt ein Fenster: frühestens mit Beginn des fünften, spätestens mit Beginn des siebenten Lebensmonats. Entscheidend sind daneben die Zeichen des Kindes, etwa sicheres Sitzen mit Unterstützung und Interesse am Essen. Die WHO empfiehlt aus Sicht der weltweiten Gesundheitsvorsorge sechs Monate ausschließliches Stillen, die europäischen Kinderärztegesellschaften sehen das Fenster flexibler.
Warum darf ein Baby im ersten Jahr keinen Honig bekommen?
Honig kann Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum enthalten. Der Darm eines Säuglings kann diese Sporen im ersten Lebensjahr noch nicht in Schach halten, sodass es zum Säuglingsbotulismus kommen kann. Ab dem ersten Geburtstag besteht diese Gefahr nicht mehr. Gekochter oder gebackener Honig ist übrigens ebenso zu meiden, Erhitzen zerstört die Sporen nicht zuverlässig.
Soll ich allergieauslösende Lebensmittel meiden?
Nein, das Gegenteil hat sich als richtig erwiesen. In der LEAP-Studie erkrankten Kinder mit hohem Risiko deutlich seltener an einer Erdnussallergie, wenn Erdnuss früh und regelmäßig gegeben wurde, statt sie zu meiden. Wichtig ist die Form: gemahlen oder als Mus, niemals ganze Nüsse. Bei bekannter Allergie in der Familie oder schwerem Ekzem besprechen Sie den Start bitte vorher mit uns.
Ab wann darf mein Kind Kuhmilch trinken?
Als Zutat im Getreide-Milch-Brei ist Kuhmilch im ersten Lebensjahr in kleiner Menge üblich. Als Getränk sollte Kuhmilch erst nach dem ersten Geburtstag dazukommen, weil sie wenig Eisen enthält und größere Mengen die Eisenversorgung verschlechtern können.
Welche Lebensmittel sind gefährlich zum Verschlucken?
Alles, was klein, rund und fest ist: ganze Weintrauben, Nüsse, Popcorn, rohe Karottenstücke, harte Bonbons und Wurststücke. Weintrauben und ähnliche Früchte längs vierteln, Wurst längs und quer schneiden, ganze Nüsse vor dem vierten bis fünften Geburtstag gar nicht geben. Und immer im Sitzen essen, nie im Liegen, im Auto oder beim Herumlaufen.
Medizinische Grundlage
- Österreichische Beikostempfehlungen (2. Auflage) Richtig essen von Anfang an! – AGES, Sozialministerium, Sozialversicherung, 2022. Nationale Empfehlung
- WHO Guideline for complementary feeding of infants and young children 6–23 months of age Weltgesundheitsorganisation (WHO), 2023. Leitlinie
- WHO guideline on the complementary feeding of infants and young children aged 6−23 months 2023: A multisociety response ESPGHAN und weitere pädiatrische Fachgesellschaften, 2024. Stellungnahme
- Complementary Feeding: A Position Paper ESPGHAN Committee on Nutrition, 2017. Positionspapier
- Vegan diet and nutritional status in infants, children and adolescents ESPGHAN Committee on Nutrition, 2025. Positionspapier
- Handlungsempfehlungen: Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen Netzwerk Gesund ins Leben, Bundeszentrum für Ernährung, 2024. Nationale Empfehlung
- Policies and interventions to create healthy school food environments Weltgesundheitsorganisation (WHO), 2026. Leitlinie
- Feeding Profit: How food environments are failing children – Child Nutrition Report 2025 UNICEF, 2025. Bericht
- Recommandations pour la diversification alimentaire des enfants de moins de 3 ans Santé publique France, ANSES und HCSP, 2021. Nationale Empfehlung
- Documento intersocietario: Alimentazione complementare SIPPS, FIMP, SINUPE und SIDOHaD, 2022. Intersozietäres Dokument
- Recomendaciones de la AEP sobre alimentación complementaria Asociación Española de Pediatría, 2024. Protokoll
- Alimentação Complementar para o Lactente Saudável Sociedade Brasileira de Pediatria, 2021. Praxisleitfaden
- 婴幼儿营养喂养评估服务指南(试行) – Leitfaden zur Bewertung der Säuglings- und Kleinkindernährung Nationale Gesundheitskommission der Volksrepublik China, 2025. Amtlicher Leitfaden
- 授乳・離乳の支援ガイド – Leitfaden zu Stillen und Beikost Japanisches Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales, 2019. Nationaler Leitfaden
- 2025 한국인 영양소 섭취기준 – Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr Ministerium für Gesundheit und Soziales, Republik Korea, 2025. Nationale Referenzwerte