Ernährungsberater für Kinder

Was in welchem Alter auf den Teller gehört – von der Milchzeit über die Beikost bis zum Schulkind. Mit einem Nachschlagewerk, das zu jedem Lebensmittel sagt, ob es für Ihr Kind gerade geeignet ist, und mit dem, was Leitlinien aus neun Sprachräumen dazu derzeit empfehlen.

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Bitte beachten: Dieser Berater gibt allgemeine, altersbezogene Orientierung nach den Österreichischen Beikostempfehlungen. Er ersetzt keine ärztliche Beratung und berücksichtigt keine Vorerkrankungen, Allergien oder Besonderheiten Ihres Kindes. Bei Gedeihstörung, Nahrungsmittelallergien, Frühgeburtlichkeit oder wenn Ihr Kind dauerhaft schlecht isst, sprechen Sie uns bitte an.

Ausschließlich Milch

0 Monate bis 4 Monate

In den ersten Lebensmonaten deckt Milch den gesamten Nährstoffbedarf. Beikost ist jetzt noch nicht an der Reihe: Vor Beginn des 5. Lebensmonats (17 Wochen) ist der Verdauungstrakt darauf noch nicht vorbereitet.

Kurz gesagt Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung – sonst nichts.

Ernährungsplan als PDF sichern Öffnet eine Druckfassung mit Briefkopf – im Druckdialog bei „Ziel“ „Als PDF speichern“ wählen.

Fläschchen mit Milch, gefaltetes Mulltuch und eine leere Schale auf einem Küchentisch
Die Schale bleibt in dieser Phase leer: Milch ist die einzige Nahrung.

Milch weicht der Beikost – Schritt für Schritt

Zahl der Mahlzeiten pro Tag in den ersten beiden Lebensjahren. Beikost ersetzt die Milch nicht auf einmal, sondern etwa alle vier Wochen eine Mahlzeit. Fahren Sie über einen Balken, um die Zahlen zu sehen; ein Klick öffnet die jeweilige Phase.

Milchmahlzeiten Beikost- und Familienmahlzeiten

Ein typischer Tag

  • 6 bis 8 Milchmahlzeiten in 24 Stunden, nach Bedarf des Kindes
  • Gestillte Kinder trinken oft häufiger und unregelmäßiger – das ist normal
  • Nachts sind Mahlzeiten in diesem Alter die Regel, nicht die Ausnahme

Was in dieser Phase neu dazukommt

  • Nichts – Milch bleibt in dieser Phase die einzige Nahrung

Trinken

Zusätzliche Getränke sind nicht nötig, auch nicht bei Hitze. Muttermilch und Säuglingsnahrung decken den Flüssigkeitsbedarf vollständig. Zusätzliches Wasser kann in diesem Alter sogar schaden, weil es den Elektrolythaushalt stört.

Ist Ihr Kind bereit für den ersten Löffel?

Nicht das Datum entscheidet über den Beikoststart, sondern die Entwicklung. Haken Sie ab, was heute zutrifft.

Nährstoffe, auf die es jetzt ankommt

Vitamin D

In Österreich wird Vitamin D unabhängig von der Beikost gegeben – üblicherweise ab dem 5. Lebenstag und durchgehend im gesamten ersten Lebensjahr, gestillt wie flaschenernährt. Das entspricht rund 400 bis 800 Internationalen Einheiten täglich. Kinder, die im Winterhalbjahr geboren sind, bekommen die Tropfen meist bis in den Frühling oder Frühsommer des Folgejahres weiter.

Ausführlich nachlesen →

Vitamin K

Wird in Österreich üblicherweise dreimal oral verabreicht: bei der Geburt, am vierten bis siebten Lebenstag und in der vierten bis sechsten Lebenswoche.

Was als Nächstes kommt

Der Beikoststart rückt näher: Ab Beginn des 5. Lebensmonats (17 Wochen) darf begonnen werden – wenn das Kind die Reifezeichen zeigt.

Nächste Phase ansehen: Das Beikostfenster ist offen →

Häufige Fragen in diesem Alter

Mein Kind wirkt nach dem Stillen nicht satt. Soll ich früher mit Beikost beginnen?

Unruhe und häufiges Trinken bedeuten meist einen Wachstumsschub, nicht zu wenig Milch. Vor 17 Wochen ist Beikost nicht vorgesehen. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Kind ausreichend zunimmt, ist eine Gewichtskontrolle in der Ordination der richtige Weg – nicht ein früherer Beikoststart.

Darf mein Baby bei Hitze Wasser oder Tee bekommen?

In dieser Phase nicht. Häufigeres Anlegen beziehungsweise eine zusätzliche Flasche deckt den erhöhten Bedarf. Zusätzliches Wasser kann bei jungen Säuglingen den Salzhaushalt gefährlich verdünnen.


Darf mein Kind das schon?

Für ein verpacktes Produkt aus dem Regal gibt es den Produkt-Check: Nährwerte nachschlagen und die Klassen auf der Packung einordnen.

Suchen Sie ein Lebensmittel oder blättern Sie durch die Gruppen. Die Bewertung gilt für 2 MonateAlter ändern.


Was derzeit empfohlen wird – recherchiert in neun Sprachen

Ernährungsempfehlungen sind nicht überall gleich, und sie ändern sich. Für dieses Werkzeug haben wir die Leitlinien und Studien aus neun Sprachräumen durchgesehen. Hier stehen die 2 Aussagen, die für 2 Monate gelten – jede mit Institution, Land und Jahr. Stand der Recherche: 06.09.2026.

2023 weltweit Leitlinie

Die WHO nennt seit 2023 sechs Monate als Beikoststart

Die Weltgesundheitsorganisation hat ihre Empfehlungen für Kinder von 6 bis 23 Monaten im Oktober 2023 neu gefasst. Sie nennt 6 Monate (180 Tage) als Zeitpunkt für den Beikostbeginn und empfiehlt, daneben bis zum zweiten Geburtstag oder länger weiterzustillen. Beide Empfehlungen sind als stark eingestuft, die zugrunde liegende Evidenz stuft die WHO selbst als niedrig ein.

Was daraus folgt: Als Zielkorridor bleibt der 6. Lebensmonat richtig. Für Österreich gilt daneben weiterhin das Fenster von 17 bis 26 Wochen – siehe die nächste Erkenntnis.

Weltgesundheitsorganisation (WHO) · Quelle ansehen

2025 weltweit Übersichtsarbeit

UNICEF fasst zusammen, was hochverarbeitete Lebensmittel bei Kindern anrichten

Im Dezember 2025 hat UNICEF eine aktualisierte Übersicht zu hochverarbeiteten Lebensmitteln und Kindern veröffentlicht. Der Konsum ist verbunden mit schlechterer Ernährungsqualität, Übergewicht, Adipositas und Karies; es gibt zudem Hinweise auf Wachstumsverzögerung, Blutarmut, ein höheres Risiko für Typ-2-Diabetes im späteren Leben und mögliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit. In vielen wohlhabenden Ländern stammt inzwischen mehr als die Hälfte der täglichen Kalorien von Kindern aus solchen Produkten.

Was daraus folgt: Nicht jedes verpackte Lebensmittel ist hochverarbeitet. Der einfachste Prüfstein: Steht auf der Zutatenliste etwas, das in keiner Küche vorkommt, gehört es nicht zur täglichen Ernährung.

UNICEF · Quelle ansehen


Wann Sie mit uns sprechen sollten

  • Ihr Kind nimmt nicht zu oder verliert an Gewicht
  • Beikost hat bis zum Beginn des 7. Lebensmonats (26 Wochen) nicht begonnen
  • Nach einem Lebensmittel treten Ausschlag, Erbrechen, Durchfall oder Atemprobleme auf
  • Ihr Kind lehnt ganze Lebensmittelgruppen dauerhaft ab
  • Sie möchten auf eine rein pflanzliche Ernährung umstellen
  • Das Essen wird zum täglichen Konflikt

Termin vereinbaren

Weiterlesen: Beikost: Wann beginnen? · Vitamin-D-Substitution · Zucker bei Kindern

Häufige Fragen

Wann soll ich mit der Beikost beginnen?

Die österreichische Empfehlung nennt ein Fenster: frühestens mit Beginn des fünften, spätestens mit Beginn des siebenten Lebensmonats. Entscheidend sind daneben die Zeichen des Kindes, etwa sicheres Sitzen mit Unterstützung und Interesse am Essen. Die WHO empfiehlt aus Sicht der weltweiten Gesundheitsvorsorge sechs Monate ausschließliches Stillen, die europäischen Kinderärztegesellschaften sehen das Fenster flexibler.

Warum darf ein Baby im ersten Jahr keinen Honig bekommen?

Honig kann Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum enthalten. Der Darm eines Säuglings kann diese Sporen im ersten Lebensjahr noch nicht in Schach halten, sodass es zum Säuglingsbotulismus kommen kann. Ab dem ersten Geburtstag besteht diese Gefahr nicht mehr. Gekochter oder gebackener Honig ist übrigens ebenso zu meiden, Erhitzen zerstört die Sporen nicht zuverlässig.

Soll ich allergieauslösende Lebensmittel meiden?

Nein, das Gegenteil hat sich als richtig erwiesen. In der LEAP-Studie erkrankten Kinder mit hohem Risiko deutlich seltener an einer Erdnussallergie, wenn Erdnuss früh und regelmäßig gegeben wurde, statt sie zu meiden. Wichtig ist die Form: gemahlen oder als Mus, niemals ganze Nüsse. Bei bekannter Allergie in der Familie oder schwerem Ekzem besprechen Sie den Start bitte vorher mit uns.

Ab wann darf mein Kind Kuhmilch trinken?

Als Zutat im Getreide-Milch-Brei ist Kuhmilch im ersten Lebensjahr in kleiner Menge üblich. Als Getränk sollte Kuhmilch erst nach dem ersten Geburtstag dazukommen, weil sie wenig Eisen enthält und größere Mengen die Eisenversorgung verschlechtern können.

Welche Lebensmittel sind gefährlich zum Verschlucken?

Alles, was klein, rund und fest ist: ganze Weintrauben, Nüsse, Popcorn, rohe Karottenstücke, harte Bonbons und Wurststücke. Weintrauben und ähnliche Früchte längs vierteln, Wurst längs und quer schneiden, ganze Nüsse vor dem vierten bis fünften Geburtstag gar nicht geben. Und immer im Sitzen essen, nie im Liegen, im Auto oder beim Herumlaufen.

Medizinische Grundlage