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kinderarzt.net

Dr. Monika Peter

Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde · Wahlärztin mit kleinen Kassen

Gabelsbergergasse 3, 2700 Wiener Neustadt · +43 2622 / 29567

Ernährungsplan

Alter: 2 Monate · Phase: Ausschließlich Milch · erstellt am 21. September 2026

Ausschließlich Milch

In den ersten Lebensmonaten deckt Milch den gesamten Nährstoffbedarf. Beikost ist jetzt noch nicht an der Reihe: Vor Beginn des 5. Lebensmonats (17 Wochen) ist der Verdauungstrakt darauf noch nicht vorbereitet.

Kurz gesagt: Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung – sonst nichts.

Ein typischer Tag

  • 6 bis 8 Milchmahlzeiten in 24 Stunden, nach Bedarf des Kindes
  • Gestillte Kinder trinken oft häufiger und unregelmäßiger – das ist normal
  • Nachts sind Mahlzeiten in diesem Alter die Regel, nicht die Ausnahme

Neu in dieser Phase

  • Nichts – Milch bleibt in dieser Phase die einzige Nahrung

Trinken

Zusätzliche Getränke sind nicht nötig, auch nicht bei Hitze. Muttermilch und Säuglingsnahrung decken den Flüssigkeitsbedarf vollständig. Zusätzliches Wasser kann in diesem Alter sogar schaden, weil es den Elektrolythaushalt stört.

Nährstoffe, auf die es jetzt ankommt

Vitamin D: In Österreich wird Vitamin D unabhängig von der Beikost gegeben – üblicherweise ab dem 5. Lebenstag und durchgehend im gesamten ersten Lebensjahr, gestillt wie flaschenernährt. Das entspricht rund 400 bis 800 Internationalen Einheiten täglich. Kinder, die im Winterhalbjahr geboren sind, bekommen die Tropfen meist bis in den Frühling oder Frühsommer des Folgejahres weiter.

Vitamin K: Wird in Österreich üblicherweise dreimal oral verabreicht: bei der Geburt, am vierten bis siebten Lebenstag und in der vierten bis sechsten Lebenswoche.

Lebensmittel in diesem Alter

Die Bewertung gilt für 2 Monate. Sie ändert sich mit dem Alter – dieser Ausdruck bildet einen Stichtag ab.

Jetzt nicht geben (44)

Honig
Süßes und Snacks
Im gesamten ersten Lebensjahr strikt meiden – auch abgekocht oder mitgebacken. Honig kann Sporen von Clostridium botulinum enthalten, die beim Säugling einen lebensbedrohlichen Botulismus auslösen können.
Salz
Sonstiges
Im ersten Lebensjahr kein Salz zusetzen. Die Nieren des Säuglings können überschüssiges Natrium noch nicht ausreichend ausscheiden, und der Geschmack prägt sich früh.
Zucker
Süßes und Snacks
Im ersten Lebensjahr kein Zucker zusetzen – auch kein Honig, Sirup oder Agavendicksaft. Kariesrisiko und frühe Prägung der Geschmackspräferenz.
Kuhmilch
Milch und Milchprodukte
Vor dem 6. Lebensmonat ganz meiden. Kuhmilch hemmt die Eisenaufnahme und liefert sehr viel Eiweiß.
Rohmilch
Milch und Milchprodukte
Für Kinder nicht geeignet – auch nicht im Schulalter. Infektionsrisiko unter anderem durch Listerien und EHEC. Rohmilch muss vor dem Verzehr abgekocht werden.
Joghurt (Naturjoghurt)
Milch und Milchprodukte
Noch nicht geeignet – in dieser Phase deckt Milchnahrung den Bedarf.
Käse (pasteurisiert)
Milch und Milchprodukte
Noch nicht vorgesehen.
Rohmilchkäse
Milch und Milchprodukte
Für Kleinkinder nicht geeignet – Listeriengefahr. Achten Sie auf die Kennzeichnung „aus Rohmilch" beziehungsweise „nicht pasteurisiert".
Fleisch (Rind, Kalb, Schwein)
Fleisch, Fisch und Ei
Noch nicht – in dieser Phase ausschließlich Milch.
Rohes oder halbgares Fleisch
Fleisch, Fisch und Ei
Für Kinder nicht geeignet. Infektionsrisiko unter anderem durch Salmonellen, EHEC und Toxoplasmen. Fleisch für Kinder immer durchgaren.
Fisch (fettreich, z. B. Lachs, Forelle)
Fleisch, Fisch und Ei
Noch nicht – der erste Brei beginnt mit Gemüse, Kartoffel und Fleisch.
Raubfische (Thunfisch, Schwertfisch, Hai, Hecht)
Fleisch, Fisch und Ei
Meiden. Diese Arten reichern Quecksilber an. Spanien empfiehlt für sie sogar eine Karenz bis zum zehnten Lebensjahr. Greifen Sie stattdessen zu Lachs, Forelle oder Hering.
Roher Fisch
Fleisch, Fisch und Ei
Für Kleinkinder nicht geeignet – Infektionsrisiko durch Listerien und Parasiten. Kalträucherware wie Räucherlachs zählt dazu.
Hühnerei (durcherhitzt)
Fleisch, Fisch und Ei
Noch nicht – in dieser Phase ausschließlich Milch.
Rohes oder weich gekochtes Ei
Fleisch, Fisch und Ei
Nur durcherhitzt geben – auch kein weich gekochtes Ei, kein flüssiger Dotter und kein roher Teig. Salmonellenrisiko.
Erdnuss
Nüsse, Samen und Öle
Noch nicht – in dieser Phase ausschließlich Milch.
Ganze Nüsse
Nüsse, Samen und Öle
Ganze Nüsse gehören nicht ins Kleinkindalter – hohe Erstickungsgefahr. Der britische NHS nennt fünf Jahre als Grenze. Fein vermahlen oder als Mus sind Nüsse dagegen erwünscht.
Nussmus und gemahlene Nüsse
Nüsse, Samen und Öle
Noch nicht – in dieser Phase ausschließlich Milch.
Pflanzenöl (Raps-, Olivenöl)
Nüsse, Samen und Öle
Noch nicht relevant.
Gemüse (gegart)
Gemüse und Hülsenfrüchte
Noch nicht – in dieser Phase ausschließlich Milch.
Rohes Gemüse
Gemüse und Hülsenfrüchte
Harte Rohkost ist im ersten Lebensjahr nicht geeignet – Erstickungsgefahr. Gemüse weich garen.
Hülsenfrüchte
Gemüse und Hülsenfrüchte
Noch nicht – der erste Brei beginnt milder.
Obst (weich, püriert)
Obst
Noch nicht – in dieser Phase ausschließlich Milch.
Zitrusfrüchte
Obst
Noch nicht vorgesehen.
Getreidebrei und Flocken
Getreide, Brot und Beilagen
Noch nicht – in dieser Phase ausschließlich Milch.
Brot
Getreide, Brot und Beilagen
Noch nicht geeignet.
Reis und Reisprodukte
Getreide, Brot und Beilagen
Noch nicht – in dieser Phase ausschließlich Milch.
Reisdrink
Getränke
Für Kinder nicht geeignet – Arsenbelastung. Auch nicht als Milchersatz im Brei.
Fruchtsaft
Getränke
Als Getränk im ersten Lebensjahr nicht geben – die WHO rät seit 2023 ausdrücklich von zuckergesüßten Getränken ab und will auch reinen Fruchtsaft begrenzt sehen. Ein Schuss Vitamin-C-reicher Saft im Brei ist davon ausgenommen und ausdrücklich sinnvoll: Er verbessert die Eisenaufnahme.
Limonade und Eistee
Getränke
Gesüßte Getränke sind die stärkste einzelne Zuckerquelle im Kindesalter und gehören nicht zur täglichen Ernährung. Sie fördern Karies und Übergewicht und gewöhnen an intensive Süße.
Energydrinks
Getränke
Für Kinder und Jugendliche nicht geeignet. Hohe Koffein- und Zuckermengen; berichtet werden Herzrasen, Schlafstörungen und Unruhe. Besonders kritisch in Kombination mit Sport.
Kaffee und schwarzer Tee
Getränke
Für Kinder nicht geeignet. Koffein wirkt bei geringem Körpergewicht stark; schwarzer Tee hemmt außerdem die Eisenaufnahme deutlich.
Alkohol
Getränke
Für Kinder und Jugendliche in jeder Menge ungeeignet. Auch bei Speisen mit Alkohol vorsichtig sein: Beim Kochen verdampft er nicht vollständig.
Popcorn, Bonbons, Chips
Süßes und Snacks
Nicht geeignet – ausgeprägte Erstickungsgefahr. Popcorn und harte Bonbons gehören zu den typischen Auslösern schwerer Verschluckungsunfälle im Kleinkindalter.
Schokolade und Süßigkeiten
Süßes und Snacks
Im ersten Lebensjahr nicht vorgesehen – kein zugesetzter Zucker.
Wurst und Schinken
Fleisch, Fisch und Ei
Nicht geeignet – hoher Salz- und Nitritgehalt.
Fertigprodukte und Fast Food
Sonstiges
Nicht geeignet – zu salzig und für Säuglinge nicht ausgelegt. Fertige Gläschenkost für das jeweilige Alter ist davon ausgenommen.
Vegane Ernährung
Sonstiges
Eine rein pflanzliche Ernährung im Kindesalter erfordert fachliche Begleitung und eine verlässliche Supplementierung – vor allem von Vitamin B12. Das Positionspapier der ESPGHAN von 2025 hält fest: Ohne Supplement oder angereicherte Lebensmittel wird B12 nicht ausreichend erreicht, Calcium, Jod und Zink liegen häufig am unteren Rand. Bitte sprechen Sie uns an, bevor Sie umstellen, nicht danach.
Süßstoffe und „zuckerfreie“ Kinderprodukte
Süßes und Snacks
Unter zwei Jahren nicht geben. Die WHO spricht sich seit 2023 als starke Empfehlung gegen Süßstoffe in diesem Alter aus. „Ohne Zuckerzusatz“ auf einem Kinderprodukt ist deshalb kein Argument, wenn stattdessen gesüßt wurde – der süße Geschmack prägt die Vorliebe unabhängig davon, woher er kommt.
Pflanzendrinks (Hafer, Mandel, Soja)
Getränke
Im ersten Lebensjahr kein Ersatz für Muttermilch oder Säuglingsnahrung – der Eiweiß-, Fett- und Nährstoffgehalt passt nicht zum Bedarf eines Säuglings. Für Reisdrink gilt zusätzlich die Arsenbelastung.
Leber
Fleisch, Fisch und Ei
Im ersten Lebensjahr nicht geben. Leber ist zwar sehr eisenreich, enthält aber so viel Vitamin A, dass die tolerierbare Menge bei einem Säugling schnell überschritten ist; zudem reichern sich dort Schadstoffe an.
Tofu und Sojaprodukte
Fleisch, Fisch und Ei
Vor dem 6. Lebensmonat nicht vorgesehen.
Rohe Sprossen und Keimlinge
Gemüse und Hülsenfrüchte
Roh nicht geben. Sprossen keimen in feuchter Wärme – genau den Bedingungen, unter denen sich Salmonellen und EHEC vermehren; Waschen genügt nicht. Durchgegart sind sie unbedenklich.
Hochverarbeitete Kindersnacks
Sonstiges
Im ersten Lebensjahr nicht vorgesehen. Solche Produkte sind meist gesüßt, gesalzen oder beides und verdrängen Lebensmittel, die Ihr Kind in diesem Alter tatsächlich braucht.

Nur mit Einschränkung (8)

Weintrauben, Kirschtomaten, Beeren
Obst
Nur längs geviertelt geben – niemals ganz. Runde, glatte Früchte in Luftröhrengröße gehören zu den gefährlichsten Erstickungsursachen. Kirschen zusätzlich entkernen.
Wasser
Getränke
In dieser Phase nicht nötig und in größeren Mengen sogar riskant – Muttermilch und Säuglingsnahrung decken den Flüssigkeitsbedarf vollständig, auch bei Hitze.
Gewürze und Kräuter
Sonstiges
Milde Kräuter sind unbedenklich, Schärfe nicht. Kein Salz zusetzen.
Vegetarische Ernährung
Sonstiges
Eine ovo-lacto-vegetarische Ernährung ist im Kindesalter gut umsetzbar, wenn gezielt auf Eisen, Vitamin B12, Jod und Zink geachtet wird. Eisenreiche pflanzliche Lebensmittel immer mit Vitamin-C-Quellen kombinieren. Besprechen Sie die Umstellung bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung.
Kindermilch und Folgemilch
Milch und Milchprodukte
Folgemilch ist ab dem 6. Lebensmonat möglich, aber nicht nötig: Säuglingsanfangsnahrung (Pre) kann das ganze erste Jahr über gegeben werden.
Quetschbeutel mit Obstmus
Süßes und Snacks
Gelegentlich unterwegs in Ordnung, als tägliche Gewohnheit nicht. Aus dem Beutel gesaugt umspült die Fruchtsäure dauerhaft die Zähne, das Kauen entfällt und die Sättigung kommt zu spät – viele Beutel liefern so viel Zucker wie ein Glas Saft. Besser: den Inhalt in eine Schale geben und mit dem Löffel essen.
Nitratreiches Gemüse (Spinat, Rote Rübe, Fenchel)
Gemüse und Hülsenfrüchte
In üblichen Mengen unbedenklich. Entscheidend ist die Zubereitung: Solchen Brei nicht warm halten und nicht mehrfach aufwärmen – dabei entsteht aus Nitrat das für Säuglinge problematische Nitrit. Frisch zubereiten oder rasch abkühlen und einmalig aufwärmen.
Reiswaffeln
Getreide, Brot und Beilagen
Nicht als tägliche Knabberei. Reis nimmt aus dem Boden anorganisches Arsen auf, und Kinder essen bezogen auf ihr Gewicht viel davon. Dazu kommt: Reiswaffeln zerfallen im Mund zu einem klebrigen Klumpen – kleine Kinder deshalb nur aufrecht sitzend und beaufsichtigt daran knabbern lassen.

Geeignet (1)

Säuglingsanfangsnahrung (Pre)
Milch und Milchprodukte
Wenn nicht oder nicht ausschließlich gestillt wird, ist Pre-Nahrung die richtige Wahl – sie kann wie Muttermilch nach Bedarf gegeben werden. Immer nach Packungsanweisung zubereiten und nicht verdünnen oder anreichern.

Was derzeit empfohlen wird

Recherchiert in neun Sprachen, Stand 06.09.2026. Jede Aussage nennt Institution, Land und Jahr.

Die WHO nennt seit 2023 sechs Monate als Beikoststart

Die Weltgesundheitsorganisation hat ihre Empfehlungen für Kinder von 6 bis 23 Monaten im Oktober 2023 neu gefasst. Sie nennt 6 Monate (180 Tage) als Zeitpunkt für den Beikostbeginn und empfiehlt, daneben bis zum zweiten Geburtstag oder länger weiterzustillen. Beide Empfehlungen sind als stark eingestuft, die zugrunde liegende Evidenz stuft die WHO selbst als niedrig ein.

Was daraus folgt: Als Zielkorridor bleibt der 6. Lebensmonat richtig. Für Österreich gilt daneben weiterhin das Fenster von 17 bis 26 Wochen – siehe die nächste Erkenntnis.

Weltgesundheitsorganisation (WHO), weltweit, 2023 · https://www.who.int/publications/i/item/9789240081864

UNICEF fasst zusammen, was hochverarbeitete Lebensmittel bei Kindern anrichten

Im Dezember 2025 hat UNICEF eine aktualisierte Übersicht zu hochverarbeiteten Lebensmitteln und Kindern veröffentlicht. Der Konsum ist verbunden mit schlechterer Ernährungsqualität, Übergewicht, Adipositas und Karies; es gibt zudem Hinweise auf Wachstumsverzögerung, Blutarmut, ein höheres Risiko für Typ-2-Diabetes im späteren Leben und mögliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit. In vielen wohlhabenden Ländern stammt inzwischen mehr als die Hälfte der täglichen Kalorien von Kindern aus solchen Produkten.

Was daraus folgt: Nicht jedes verpackte Lebensmittel ist hochverarbeitet. Der einfachste Prüfstein: Steht auf der Zutatenliste etwas, das in keiner Küche vorkommt, gehört es nicht zur täglichen Ernährung.

UNICEF, weltweit, 2025 · https://knowledge.unicef.org/resource/ultra-processed-foods-and-children-state-art-review

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