Australien, Ozeanien und Südamerika
Starke UV-Strahlung und gefährliche Tiere in Australien, Gelbfieber-, Malaria- und Höhenfragen in Südamerika: die Empfehlungen für die beiden südlichen Kontinente.
Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel ersetzt keine individuelle reisemedizinische Beratung. Er dient der Orientierung und der Vorbereitung auf das Gespräch in der kinderärztlichen Praxis. Ob, welche Impfungen, welche Malariaprophylaxe oder welche zusätzliche Ausrüstung Ihr Kind für eine konkrete Reise benötigt, besprechen Sie bitte persönlich und rechtzeitig – bei Fernreisen idealerweise 4 bis 6 Wochen vor Abreise – mit Ihrer Kinderärztin, Ihrem Kinderarzt oder einer reisemedizinischen Praxis.
17 Australien und Ozeanien
Länder dieser Region: Australien, Neuseeland, Fidschi (als Beispiel für pazifische Inselstaaten).
Australien und Neuseeland sind malaria- und weitgehend infektionsrisikoarm mit exzellenter medizinischer Infrastruktur. Die tatsächlich größte Gesundheitsgefahr für Kinder ist dort nicht Malaria oder gefährliche Tiere, sondern UV-Strahlung: Australien hat die höchste Melanomrate weltweit, Hautkrebs verursacht dort rund 80 % aller jährlich diagnostizierten Krebserkrankungen.
Gefährliche Tiere werden im Reisekontext oft überschätzt: Die Würfelqualle (v. a. Nordaustralien/Queensland) und Giftschlangen fordern statistisch sehr wenige Todesfälle pro Jahr – auffällig ist allerdings, dass Kinder wegen ihrer geringeren Körpermasse bei schweren Verläufen überproportional gefährdet sind. Praktisch wichtiger sind einfache Vorsichtsmaßnahmen: An patrouillierten Stränden mit Stinger-Netzen baden, geschlossene Schuhe im Busch, nicht ins hohe Gras greifen. Bei Quallenkontakt in Nordaustralien gilt Essig zur Neutralisierung (anders als bei den europäischen Mittelmeer-Quallenarten, wo heißes Wasser vorzuziehen ist). Tollwut spielt bei australischen/neuseeländischen Hunden keine Rolle, jedoch können Fledermäuse in Australien das Australian Bat Lyssavirus tragen – Kinder sollten Fledermäuse nicht anfassen. Das Ross-River-Fieber (Mückenübertragen, ohne Impfstoff) ist in Queensland, Teilen Western Australias/des Northern Territory sowie auf Fidschi, Samoa und Neukaledonien endemisch.
In Neuseeland ist neben ebenfalls hoher UV-Belastung Leptospirose durch kontaminiertes Süßwasser das relevanteste Infektionsrisiko; bei Wandertouren („Tramping") mit Kindern empfiehlt sich familienfreundliche Routenplanung und ausreichende Navigationsausrüstung. Auf Fidschi und anderen Südsee-Inseln ist die medizinische Infrastruktur, besonders auf abgelegenen Inseln, deutlich eingeschränkter – eine Reiseversicherung mit ausdrücklicher Rücktransport-/Medevac-Deckung ist hier besonders wichtig, da Notfälle oft eine Verlegung auf die Hauptinsel oder nach Australien/Neuseeland erfordern. Dengue tritt episodisch alle 2–5 Jahre auf.
18 Südamerika
Länder dieser Region: Brasilien, Peru, Argentinien, Chile, Ecuador (inkl. Galápagos).
Brasilien: Gelbfieberimpfung wird für weite Landesteile empfohlen, u. a. Amazonasstaaten sowie – oft unerwartet – auch Rio de Janeiro, São Paulo, Brasília und die Iguaçu-Wasserfälle; nicht empfohlen für Reisen, die auf Fortaleza, Recife und andere nicht gelistete Küstenregionen beschränkt bleiben. Malaria-Hochrisiko besteht nur in den klassischen Amazonasstaaten (Acre, Amapá, Amazonas, Rondônia, Roraima) – Rio, São Paulo und die Iguaçu-Fälle sind malariafrei. Dengue ist dagegen landesweit und ganzjährig relevant: 2024 war mit über 14,6 Millionen Fällen weltweit (davon der weit überwiegende Teil in der Amerika-Region) ein historisches Rekordjahr.
Peru: Der übliche Reiseablauf Lima (Meereshöhe) → Cusco (3.400 m) stellt den kritischsten Akklimatisierungssprung dar; Machu Picchu selbst liegt mit 2.430 m niedriger. Malaria-Hochrisiko besteht nur im östlichen Amazonastiefland (Iquitos, Puerto Maldonado) – die klassische Anden-Route Lima–Cusco–Machu Picchu–Titicacasee ist malariafrei.
Argentinien: Klares Nord-Süd-Gefälle – Gelbfieber wird für die Provinzen Corrientes und Misiones (inkl. der argentinischen Seite der Iguazú-Wasserfälle) empfohlen, für Teile von Formosa, Chaco, Jujuy und Salta erwogen; Patagonien im Süden gilt als gemäßigt-kühl mit sehr geringem Infektionsrisiko – dort stehen eher Sonnen- und Kälteschutz im Vordergrund.
Chile: Insgesamt niedrigstes Risikoniveau der Region, keine Gelbfieber-Empfehlung. Bei Ausflügen ins nordchilenische Altiplano (San Pedro de Atacama ca. 2.400 m, Ausflüge bis über 4.300 m) gelten dieselben Höhenkrankheits-Vorsichtsregeln wie in Peru/Ecuador.
Ecuador: Auf den Galápagos-Inseln besteht kein Malaria- oder Gelbfieberrisiko, die medizinische Infrastruktur ist dort aber sehr eingeschränkt – eine Auslandsreise-Krankenversicherung mit Rücktransportdeckung ist hier besonders wichtig, da schwere Fälle aufs Festland verlegt werden müssen. Quito (2.850 m) erfordert Höhenkrankheits-Vorsicht direkt ab Ankunft; das östliche Amazonastiefland (u. a. Provinzen Orellana, Sucumbíos) ist Malariagebiet.
Alle Kapitel dieses Ratgebers
- 1. Weltkarte und Basis-Reiseapotheke Abschnitt 1–2 · 2
- 2. Europa: Mitte, Norden, Süden, Westen, Osten Abschnitt 3–7 · 5
- 3. Nordamerika: USA und Kanada Abschnitt 8–9 · 2
- 4. Tropen, Afrika, Naher Osten und Türkei Abschnitt 10–12 · 3
- 5. Asien und Russland Abschnitt 13–16 · 4
- 6. Australien, Ozeanien und Südamerika Abschnitt 17–18 · 2
- 7. Häufige Fragen und Quellen Abschnitt 19–20 · 2
Hinweis zur Entstehung dieses Beitrags
Dieser Beitrag wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz geschrieben und überarbeitet.
War dieser Beitrag hilfreich?
Woran lag es?
Danke – das hilft uns bei der Überarbeitung.