Von Erkältung, Mittelohr- und Mandelentzündung bis zum Harnwegsinfekt – und die Kinderkrankheiten mit Ausschlag, von Windpocken und Dreitagefieber bis zu Masern und dem seltenen Kawasaki-Syndrom.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Er dient der Orientierung und der Vorbereitung auf das Gespräch in der kinderärztlichen Praxis. Bei Alarmzeichen – siehe der entsprechende Abschnitt weiter unten – wenden Sie sich bitte unverzüglich an Ihre Kinderärztin, Ihren Kinderarzt oder den ärztlichen Notdienst.

7 Die häufigsten fiebrigen Infekte erkennen

Fieber ist, wie die vorangegangenen Kapitel gezeigt haben, kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern die Reaktion des Körpers auf eine zugrunde liegende Infektion. Für die weit überwiegende Mehrheit der fiebrigen Episoden im Kindesalter kommen dabei immer wieder dieselben Krankheitsbilder infrage – von der harmlosen Erkältung bis zur oft übersehenen Harnwegsinfektion. Die folgende Übersicht soll Ihnen als Eltern eine erste Orientierung geben, woran sich ungefähr erkennen lässt, in welche Richtung es geht. Sie ersetzt ausdrücklich nicht die Untersuchung durch Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt, sondern hilft Ihnen, die eigenen Beobachtungen bei einem Termin klarer zu schildern – und besser einzuschätzen, wie dringlich dieser Termin ist.

Erkältung und grippaler Infekt

Die akute Rhinopharyngitis, umgangssprachlich Erkältung oder grippaler Infekt, ist mit Abstand die häufigste fiebrige Erkrankung im Kindesalter. Kinder unter fünf Jahren machen im Mittel fünf bis acht solcher Episoden pro Jahr durch – ausgelöst fast immer durch Rhinoviren, RS-Viren, Parainfluenza- oder Adenoviren (Jornal de Pediatria/Sociedade Brasileira de Pediatria, Brasilien). Diese hohe Infektlast ist Ausdruck der normalen immunologischen „Lernphase" der ersten Lebensjahre und für sich genommen kein Warnzeichen.

  • Schnupfen mit klarem bis zähem Sekret und verstopfter Nase
  • leichter bis mäßiger Husten und Halskratzen
  • mäßiges Fieber, meist im Bereich von 38 bis 39 °C
  • insgesamt noch relativ gutes Allgemeinbefinden trotz des Fiebers

Eine Erkältung ist praktisch immer viral bedingt, heilt von selbst innerhalb von sieben bis zehn Tagen ab und braucht keine antibiotische Behandlung – Antibiotika wirken gegen Viren grundsätzlich nicht und sind bei der unkomplizierten Erkältung nicht indiziert. Ein Arztbesuch ist vor allem dann sinnvoll, wenn sich der Zustand nach anfänglicher Besserung wieder verschlechtert, das Fieber nach einigen Tagen erneut ansteigt – ein möglicher Hinweis auf eine bakterielle Komplikation wie eine Mittelohrentzündung – oder wenn Atemnot, deutliche Trinkschwäche oder ein sehr junges Säuglingsalter hinzukommen.

Mittelohrentzündung

Die akute Otitis media ist die klassische bakterielle Komplikation einer vorausgegangenen Erkältung und zugleich die häufigste Ursache für Antibiotikaverordnungen im Kindesalter. Der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem sechsten Geburtstag; rund 60 Prozent aller Kinder machen bis dahin mindestens eine Episode durch (AWMF-Leitlinie Otitis media, Register-Nr. 017-005, Deutschland), nach italienischen Daten sogar mehr als 60 Prozent bereits vor dem dritten Geburtstag (Società Italiana di Pediatria, Italien). Gerade weil dieser Häufigkeitsgipfel in eine Zeit fällt, in der Kinder noch nicht sagen können, dass ihnen das Ohr wehtut, lohnt sich der Blick auf indirekte Zeichen:

  • häufiges Greifen oder Reiben am Ohr
  • vermehrtes Schreien und Unruhe, oft schlimmer im Liegen
  • Fieber ohne erkennbaren anderen Grund, häufig im Anschluss an eine Erkältung
  • gestörter Schlaf und verminderter Appetit, bei Säuglingen mitunter auch Erbrechen

Ein sichtbarer Ausfluss aus dem Ohr weist auf eine bereits durchgebrochene Trommelfellperforation hin und sollte zeitnah abgeklärt werden. Insgesamt ist die Mittelohrentzündung schmerzhaft, aber selten gefährlich; rund 80 Prozent der Fälle sind zunächst durch einen viralen Infekt vorbereitet (AWMF 017-005, Deutschland; American Academy of Pediatrics, USA). Ob überhaupt und wie rasch antibiotisch behandelt wird, hängt international vor allem von Alter und Schweregrad ab: Bei Kindern ab etwa zwei Jahren mit milder, einseitiger Symptomatik gilt nach mehreren Leitlinien – etwa der amerikanischen AAP, der französischen Haute Autorité de Santé oder der italienischen SIP – ein kurzes abwartendes Beobachten über 48 bis 72 Stunden als vertretbar; bei jüngeren Kindern, hohem Fieber oder starken Schmerzen wird eher sofort behandelt. Ein Arztbesuch ist bei anhaltenden Ohrenschmerz-Anzeichen und bei Fieber ohne erkennbare andere Ursache angezeigt, damit das Trommelfell untersucht werden kann.

Mandelentzündung und Streptokokken-Angina

Bei der akuten Tonsillopharyngitis, umgangssprachlich Mandelentzündung, ist die Mehrzahl der Fälle ebenfalls viral bedingt: Die deutsche S3-Leitlinie beziffert den Anteil, der tatsächlich auf Gruppe-A-Streptokokken zurückgeht, auf nur 15 bis 30 Prozent (AWMF-Register 017-024, Deutschland), die spanische Konsensleitlinie von AEPap und SEIP nennt einen ähnlichen viralen Anteil von 75 bis 80 Prozent. Bei Kindern unter drei Jahren sind Streptokokken nach russischen Daten sogar nur für etwa 3 Prozent der Fälle verantwortlich; der eigentliche Häufigkeitsgipfel der Streptokokken-Angina liegt erst zwischen dem fünften und 15. Lebensjahr (Klinische Leitlinie „Острый тонзиллит и фарингит", Russland 2024).

  • Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, bei kleinen Kindern oft eher an Nahrungsverweigerung erkennbar
  • gerötete, geschwollene Mandeln, teils mit weißlich-gelblichen Belägen
  • Fieber, häufig begleitet von geschwollenen Lymphknoten am Hals
  • bei der Streptokokken-Angina meist ein eher abrupter Beginn, ohne begleitenden Schnupfen

Weil sich eine virale von einer bakteriellen Mandelentzündung am Aussehen allein nicht zuverlässig unterscheiden lässt, setzen viele Leitlinien – etwa in Deutschland und Russland – auf einen Antigen-Schnelltest oder eine Rachenabstrichkultur, bevor über Antibiotika entschieden wird; bei Kindern unter drei Jahren verzichtet die französische HAS aufgrund der dort ohnehin geringen Streptokokken-Wahrscheinlichkeit sogar ganz auf Test und Antibiotikagabe. Die Erkrankung ist meist gut behandelbar; wird eine Streptokokken-Angina antibiotisch behandelt, dient das vor allem der Vorbeugung seltener, aber ernster Spätkomplikationen wie des rheumatischen Fiebers (National Center for Child Health and Development, Japan). Ein Arztbesuch ist bei starken Halsschmerzen mit Fieber, deutlicher Schluckverweigerung oder mehrtägigem Fieber sinnvoll, damit ein Test durchgeführt werden kann.

Krupp-Husten

Der virale Krupp (Laryngotracheitis) ist die häufigste Ursache eines plötzlich auftretenden, bellenden Hustens mit Stridor im Kleinkindalter, mit einem Altersgipfel um das zweite Lebensjahr. Häufigste Erreger sind Parainfluenzaviren sowie RSV. Viele Eltern erleben den Beginn oder eine deutliche Verschlechterung der Symptome nachts, was zusätzlich beunruhigend wirken kann.

  • bellender Husten, oft mit kratzig-heiserer Stimme
  • Stridor – ein pfeifendes, ziehendes Geräusch beim Einatmen
  • meist mäßiges Fieber, manchmal auch fieberfrei

Die meisten Krupp-Episoden verlaufen mild: Solange kein Stridor in Ruhe zu hören ist, genügt in der Regel eine einmalige Kortisongabe und Beobachtung zu Hause. Zum Notfall wird es, wenn der Stridor auch ohne Anstrengung oder Schreien hörbar bleibt, sichtbare Einziehungen am Brustkorb auftreten, das Kind zunehmend erschöpft wirkt oder sich die Lippen bläulich verfärben – dann ist umgehend eine notfallmäßige Versorgung nötig. Nach brasilianischen Daten benötigen etwa ein bis fünf Prozent aller Krupp-Fälle tatsächlich eine Notfallbehandlung (Jornal de Pediatria/Sociedade Brasileira de Pediatria, Brasilien); die große Mehrheit der Kinder erholt sich, mitunter nach einer bangen Nacht, folgenlos zu Hause.

Bronchitis und Bronchiolitis

Unter „Bronchitis" versteht man ganz allgemein eine Entzündung der größeren Atemwege mit Husten, die bei älteren Kindern meist Teil eines gewöhnlichen viralen Atemwegsinfekts ist und – wie die Erkältung selbst – keine Antibiotika braucht. Eine eigene, ernstere Kategorie ist die Bronchiolitis, die praktisch nur Säuglinge und Kleinkinder unter 24 Monaten betrifft, mit einem Erkrankungsgipfel zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat (britische NICE-Leitlinie NG9). Sie folgt typischerweise auf eine gewöhnliche Erkältungsphase und wird in 50 bis 80 Prozent der Fälle durch RSV ausgelöst (Haute Autorité de Santé, Frankreich).

  • anfangs Schnupfen und leichter Husten, dann zunehmend schnelle, angestrengte Atmung
  • hörbares Giemen oder Rasseln beim Ausatmen
  • sichtbare Einziehungen zwischen den Rippen oder am Brustbein
  • Trinkschwäche, weil das schnelle Atmen das Trinken erschwert

Die meisten Kinder mit Bronchiolitis werden zu Hause betreut – internationale Leitlinien wie die britische NICE, die französische HAS und die italienische SIP sind sich ungewöhnlich einig darin, dass weder Antibiotika noch Kortison noch bronchienerweiternde Sprays bei der unkomplizierten Bronchiolitis einen nachgewiesenen Nutzen haben. Ein Arztbesuch, mitunter dringlich, ist angezeigt bei sehr schneller Atmung, deutlichen Einziehungen, Trinkverweigerung oder Atempausen sowie grundsätzlich dann, wenn ein junger Säugling, ein Frühgeborenes oder ein herzkrankes Kind betroffen ist – diese Gruppen tragen ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf (SEUP/GuíaSalud, Spanien).

Magen-Darm-Infekt

Die akute Gastroenteritis gehört mit ein bis zwei Episoden pro Jahr bei Säuglingen und Kleinkindern zu den häufigsten Infekten überhaupt (AWMF S2k-Leitlinie 068-003, Deutschland). Ausgelöst wird sie ganz überwiegend viral, allen voran durch Noro- und Rotaviren, seltener bakteriell durch Campylobacter, Salmonellen oder E. coli.

  • Erbrechen, oft zu Beginn im Vordergrund
  • wässriger Durchfall
  • Fieber und Bauchschmerzen, allgemeines Unwohlsein
  • bei rund einem Drittel der Rotavirus-Fälle steigt das Fieber über 39 °C (Seoul National University Hospital, Südkorea)

Die eigentliche Herausforderung ist nicht der Infekt selbst, der meist innerhalb einer Woche von allein abklingt, sondern die drohende Austrocknung. Warnzeichen dafür sind Teilnahmslosigkeit, eingesunkene Augen, Trinkunfähigkeit und eine Hautfalte, die sich nur langsam zurückbildet (WHO-Themenblatt Diarrhoeal Disease, International). Die orale Rehydratation – kleine, aber häufige Schlucke einer Elektrolytlösung (ORS, aus der Apotheke) – gilt international übereinstimmend als wichtigste gezielte Maßnahme bei bereits bestehender Austrocknung, da reines Wasser allein die verlorenen Elektrolyte nicht ausreichend ersetzt (Collège National des Pédiatres Universitaires, Frankreich). Das heißt nicht, dass Wasser gefährlich wäre: Solange noch keine Austrocknung vorliegt, darf Ihr Kind zusätzlich zur gewohnten Flüssigkeit – auch Wasser – trinken, wenn es die Elektrolytlösung nicht in ausreichender Menge annimmt; wichtig ist vor allem, dass überhaupt und regelmäßig getrunken wird. Ein Arztbesuch ist nötig bei Anzeichen einer Austrocknung, bei Blut oder Schleim im Stuhl, bei unstillbarem Erbrechen, das jede Flüssigkeitsaufnahme verhindert, sowie generell bei sehr jungen Säuglingen.

Harnwegsinfekt

Die Harnwegsinfektion wird bei kleinen Kindern besonders leicht übersehen, weil sie sich – anders als bei älteren Kindern oder Erwachsenen – oft nicht durch klassische Blasensymptome zeigt, sondern ausschließlich durch Fieber ohne erkennbaren Fokus. In Deutschland wird bei rund sechs Prozent aller fiebernden Säuglinge ohne erkennbaren anderen Infektionsherd tatsächlich eine Harnwegsinfektion festgestellt (AWMF-Leitlinie 166-004, Deutschland); nach US-amerikanischen Daten sind rund 8 Prozent der Mädchen und knapp 2 Prozent der Jungen vor dem siebten Geburtstag mindestens einmal betroffen, wobei unbeschnittene Jungen unter drei Monaten mit rund 20 Prozent ein deutlich höheres Risiko tragen als beschnittene mit rund 2 Prozent (American Academy of Pediatrics, USA).

  • bei Säuglingen oft nur Fieber ohne erkennbare andere Ursache, dazu Trinkschwäche, Erbrechen, auffällige Unruhe oder Schläfrigkeit (chinesische CMA-Leitlinie 2016, China)
  • bei älteren Kindern eher klassische Zeichen: Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen, sehr häufiger Harndrang
  • Bauch- oder Flankenschmerzen, bei Nierenbeteiligung häufig mit Schüttelfrost (Centro Diagnostico Italiano, Italien)
  • mitunter auffällig riechender oder trüber Urin

Weil die Symptome beim Säugling so unspezifisch sind, gehört eine Urinuntersuchung bei unklarem, andauerndem Fieber ohne erkennbaren Fokus zur Standardabklärung – auch wenn kein Kind danach „gefragt" hat. Erreger ist in 80 bis 90 Prozent der Fälle das Bakterium E. coli (AWMF 166-004, Deutschland; Sociedade Brasileira de Pediatria, Brasilien). Eine unkomplizierte Blaseninfektion ist meist gut behandelbar; eine Nierenbeckenentzündung mit hohem Fieber und deutlich beeinträchtigtem Allgemeinbefinden braucht dagegen eine zügige antibiotische Behandlung, da wiederholte oder unbehandelte Infektionen das Risiko für bleibende Nierenschäden erhöhen können. Ein Arztbesuch mit Urinuntersuchung ist bei jedem unklaren, länger anhaltenden Fieber im Säuglingsalter sowie bei Bauch-, Flanken- oder Brennschmerzen beim Wasserlassen angezeigt.

Was diese Übersicht leisten kann – und was nicht

Diese Einordnungen sind Muster, keine Diagnosen. Mehrere dieser Krankheitsbilder können sich überlappen oder ineinander übergehen – eine Erkältung kann in eine Mittelohrentzündung münden oder, gerade bei den Kleinsten, den Auftakt zu einer Bronchiolitis bilden. Die zuverlässige Unterscheidung setzt eine körperliche Untersuchung voraus, bei der Ihre Kinderärztin oder Ihr Kinderarzt unter anderem das Trommelfell spiegelt, die Lunge abhört, den Rachen betrachtet und den Allgemeinzustand beurteilt. Was Sie als Eltern selbst dazu beitragen können, ist die genaue Beobachtung: Seit wann besteht das Fieber, wie verhält sich Ihr Kind dabei, trinkt es noch ausreichend, und gibt es Begleitsymptome wie Husten, Ohrenreiben, Durchfall oder Schmerzen beim Wasserlassen? Diese Beobachtungen sind es, die aus einem diffusen „es hat Fieber" eine gezielte Verdachtsdiagnose werden lassen – und die auch bei der Frage helfen, die im nächsten Kapitel im Mittelpunkt steht: wann Fiebersenker sinnvoll sind und wann ein Antibiotikum tatsächlich etwas bringt.

8 Kinderkrankheiten mit Ausschlag

Ein fieberndes Kind mit rotem Hautausschlag löst bei vielen Eltern sofort ein mulmiges Gefühl aus – dabei gehören die sogenannten „Kinderkrankheiten" zu den häufigsten und in aller Regel harmlosesten Begleitern der ersten Lebensjahre. Die weit überwiegende Zahl dieser Ausschläge ist viral bedingt, heilt von selbst und braucht keine spezifische Behandlung. Wie die internationale Fachliteratur – von der deutschen AWMF-S3-Leitlinie „Fiebermanagement bei Kindern und Jugendlichen" über die britische NICE-Leitlinie bis zu spanischen, französischen und ostasiatischen Fachquellen – übereinstimmend zeigt, kommt es bei der Einordnung weniger auf den Ausschlag allein an als auf sein zeitliches Verhältnis zum Fieber: Erscheint er, während das Fieber noch steigt, gleichzeitig mit dem Fieberhöhepunkt, oder erst, nachdem die Temperatur bereits gefallen ist? Genau dieses Muster – gemeinsam mit typischen Begleitzeichen wie weißlichen Flecken im Mund, einer belegten Zunge oder geschwollenen Lymphknoten – hilft, die einzelnen Krankheitsbilder zu unterscheiden. Dieser Abschnitt stellt die wichtigsten dieser Erkrankungen vor: was Sie typischerweise sehen, wie ansteckend sie sind, was wirklich hilft – und wann ein Ausschlag mit Fieber eben doch ein Fall für die Kinderärztin oder den Kinderarzt ist. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei dem seltenen, aber ernstzunehmenden Kawasaki-Syndrom, das am Ende dieses Abschnitts eigens hervorgehoben wird.

Windpocken (Varizellen)

Windpocken, ausgelöst durch das Varizella-Zoster-Virus, gehören zu den optisch am leichtesten erkennbaren Kinderkrankheiten: Auf der Haut finden sich gleichzeitig Flecken, Papeln, Bläschen und bereits verkrustete Stellen nebeneinander – ein Bild, das die russische Fachliteratur treffend als „falschen Polymorphismus" beschreibt. Der Ausschlag tritt in mehreren Schüben auf, juckt meist stark, Handflächen und Fußsohlen bleiben in der Regel ausgespart, und die vollständige Abheilung dauert ein bis drei Wochen. Der Rumpf ist dabei typischerweise stärker betroffen als Arme, Beine und Gesicht. Windpocken gelten als hochansteckend, solange noch neue, nicht verkrustete Bläschen aufschießen; erst wenn alle Effloreszenzen verkrustet sind, ist die Ansteckungsgefahr für andere Kinder gebannt.

  • Typisches Bild: juckende Bläschen in allen Stadien gleichzeitig, oft zuerst am Rumpf oder auf der Kopfhaut, begleitet von mäßigem Fieber.
  • Was hilft: juckreizlindernde Maßnahmen (kurze, kühle Bäder, lose Kleidung, Fingernägel kurz halten), fiebersenkend bevorzugt Paracetamol.
  • Wichtig bei der Fiebersenkung: Von Ibuprofen wird bei Windpocken ausdrücklich abgeraten – die französische Gesundheitsbehörde Haute Autorité de Santé warnt vor einem erhöhten Risiko schwerer bakterieller Weichteilkomplikationen, und auch die italienische Fachgesellschaft für Pädiatrie (SIP) führt Varizellen als Kontraindikation für Ibuprofen. Auch Diclofenac ist bei fieberhaften Virusinfekten wie Windpocken zu vermeiden.

Bei einem ansonsten gesunden Kind heilen Windpocken meist komplikationslos ab. Ärztlichen Rat sollten Sie einholen, wenn die Bläschen deutlich gerötet, geschwollen oder schmerzhaft werden (Hinweis auf eine bakterielle Zusatzinfektion), wenn das Fieber mehrere Tage anhält oder erneut ansteigt, oder wenn Ihr Kind sehr abgeschlagen wirkt. Neugeborene, immunsupprimierte Kinder sowie Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahre gehören zu den Risikogruppen, bei denen eine gesonderte ärztliche Einschätzung sinnvoll ist. Die Windpockenimpfung ist heute Teil der empfohlenen Kinderimpfungen und kann Erkrankung und Komplikationen zuverlässig vorbeugen.

Dreitagefieber (Exanthema subitum)

Das Dreitagefieber, verursacht durch das humane Herpesvirus 6 (seltener HHV-7), betrifft nahezu ausschließlich Säuglinge und Kleinkinder zwischen 6 Monaten und 3 Jahren. Charakteristisch ist ein hohes, oft abrupt einsetzendes Fieber von 39–40 °C über drei, gelegentlich bis zu fünf Tage – bei einem Kind, das dabei überraschend munter wirken kann. Ebenso plötzlich, wie das Fieber gekommen ist, fällt es dann ab, und genau in diesem Moment erscheint ein feinfleckiges Exanthem am Rumpf, das 24 bis 72 Stunden anhält. Diese Reihenfolge – erst Fieber, dann nach dessen Abklingen der Ausschlag – ist das entscheidende Erkennungsmerkmal und unterscheidet das Dreitagefieber von praktisch allen anderen hier besprochenen Krankheitsbildern. In der fieberhaften Phase werden gehäuft Fieberkrämpfe beobachtet.

  • Typisches Bild: 3(–5) Tage hohes Fieber ohne erkennbaren Fokus, dann abrupter Fieberabfall mit gleichzeitigem Auftreten eines feinfleckigen Ausschlags am Körper.
  • Was hilft: ausreichend trinken, fiebersenkende Maßnahmen bei Bedarf nach den allgemeinen Grundsätzen des Fiebermanagements; der Ausschlag selbst braucht keine Behandlung.
  • Besonderheit: Weil das Fieber zunächst hoch und ohne erkennbare Ursache auftritt, kann es anfangs eine ernstere bakterielle Infektion vortäuschen – die Diagnose klärt sich häufig erst rückblickend, sobald der Ausschlag erscheint.

Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn das hohe Fieber bei einem jungen Säugling auftritt, wenn Ihr Kind sehr krank wirkt, apathisch ist oder schlecht trinkt, oder wenn ein Fieberkrampf auftritt. Halten Sie sich in diesen Fällen an die allgemeinen Alarmzeichen, die an anderer Stelle in diesem Ratgeber beschrieben sind – solange das Fieber hoch ist und noch kein Ausschlag zu sehen ist, lässt sich ein Dreitagefieber von ernsteren Ursachen kaum sicher unterscheiden.

Ringelröteln (Erythema infectiosum, „Fünfte Krankheit")

Ringelröteln, ausgelöst durch Parvovirus B19, verlaufen meist mild und in einem unverwechselbaren, dreiphasigen Muster. Zuerst zeigt sich eine kräftige Rötung beider Wangen – international treffend als „geohrfeigte Wangen" beschrieben –, während die Region um Mund und Nase auffällig ausgespart bleibt. Ein bis vier Tage später folgt ein netzartiges, spitzenklöppelartiges Exanthem an Armen, Beinen und Rumpf. Bemerkenswert ist, dass Ringelröteln – anders als die meisten übrigen hier besprochenen Erkrankungen – häufig mit wenig oder gar keinem Fieber einhergehen und der Allgemeinzustand des Kindes meist gut bleibt. Die Inkubationszeit beträgt 4 bis 15 Tage, die Gesamtdauer des Ausschlags 5 bis 10 Tage; er kann durch Wärme, Sonnenlicht oder körperliche Anstrengung vorübergehend wieder auffälliger werden.

  • Typisches Bild: „geohrfeigte" Wangen, dann netzartiger Ausschlag an Armen und Beinen, meist gutes Allgemeinbefinden.
  • Was hilft: in der Regel keine spezifische Behandlung nötig; bei Juckreiz oder leichtem Unwohlsein symptomatische Maßnahmen.
  • Besonderheit: Kinder mit einer angeborenen Blutarmut durch vorzeitigen Rote-Blutkörperchen-Abbau (etwa Kugelzellanämie oder Sichelzellkrankheit) können durch die Infektion eine vorübergehende, behandlungsbedürftige Blutbildungskrise entwickeln.

Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn Ihr Kind zu einer der genannten Risikogruppen mit Blutbildungsstörung gehört und blass, auffällig müde oder kurzatmig wirkt. Wichtig ist außerdem: Ist eine schwangere Person im Haushalt oder nahen Umfeld dem Virus ausgesetzt gewesen und nicht sicher immun, sollte dies zeitnah mit der betreuenden Ärztin oder dem Arzt besprochen werden, da eine Infektion in der Schwangerschaft in seltenen Fällen das ungeborene Kind gefährden kann.

Scharlach (Scarlatina)

Scharlach nimmt unter den Kinderkrankheiten eine Sonderstellung ein: Anders als die übrigen hier besprochenen Ausschläge ist er nicht viral, sondern bakteriell bedingt – ausgelöst durch bestimmte, toxinbildende Stämme von Streptococcus pyogenes (Gruppe-A-Streptokokken), denselben Bakterien, die auch die klassische „Streptokokken-Angina" verursachen. Ein bis zwei Tage nach Fieber- und Halsschmerzbeginn erscheint ein feinfleckiger, samtartig-rauer Ausschlag, der in den Hautfalten (Achseln, Leisten, Ellenbeugen) besonders ausgeprägt ist, während die Region um den Mund auffällig blass bleibt. Ab dem sechsten Krankheitstag entwickelt sich häufig die charakteristische „Himbeerzunge" mit stark vergrößerten, geröteten Papillen. In der Abheilungsphase, ab der zweiten Krankheitswoche, kommt es typischerweise zu einer groblamellären Schuppung, besonders an Handflächen und Fußsohlen.

  • Typisches Bild: plötzlicher Fieber- und Halsschmerzbeginn, feinfleckiger Ausschlag mit Betonung der Hautfalten, periorale Blässe, später Himbeerzunge.
  • Was hilft: Scharlach wird antibiotisch behandelt – international meist mit Amoxicillin oder Penicillin, je nach Leitlinie über 6 bis 10 Tage. Nach Beginn der Antibiotikatherapie gilt Ihr Kind in aller Regel bereits nach 24 Stunden als nicht mehr wesentlich ansteckend.
  • Warum die Behandlung wichtig ist: Eine vollständig durchgeführte Antibiotikatherapie senkt nachweislich das Risiko des rheumatischen Fiebers, einer seltenen, aber ernsten Spätkomplikation an Herz und Gelenken.

Bei Fieber, Halsschmerzen und dem beschriebenen Ausschlag sollte Ihr Kind kinderärztlich vorgestellt werden, damit ein Rachenabstrich beziehungsweise Schnelltest die Diagnose sichert und die Antibiotikatherapie vollständig zu Ende geführt wird – auch wenn sich Ihr Kind bereits nach wenigen Tagen wieder deutlich besser fühlt. Wenden Sie sich zusätzlich an die Praxis, wenn Wochen nach überstandenem Scharlach Gelenkschmerzen, Herzbeschwerden oder auffällig dunkler, blutiger Urin auftreten – Letzteres kann auf eine Nierenbeteiligung (Poststreptokokken-Glomerulonephritis) hinweisen, die auch nach vollständig behandelter Streptokokkeninfektion gelegentlich noch auftreten kann und ebenfalls abgeklärt werden sollte.

Hand-Fuß-Mund-Krankheit

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit wird meist durch Coxsackieviren (häufig Coxsackievirus A16), seltener durch das potenziell schwerer verlaufende Enterovirus 71, verursacht und betrifft vor allem Klein- und Kindergartenkinder unter 5 Jahren. Nach einer Inkubationszeit von etwa 3 bis 10 Tagen zeigen sich schmerzhafte Bläschen und Geschwüre im Mund gemeinsam mit charakteristisch rautenförmigen Bläschen an Handflächen und Fußsohlen, begleitet von mäßigem Fieber um 38 °C. Die schmerzhaften Mundulzera führen häufig dazu, dass betroffene Kinder wenig trinken und essen mögen. Eng verwandt und durch dieselbe Virusfamilie verursacht ist die Herpangina, bei der sich Bläschen und Geschwüre ausschließlich im Rachenbereich finden, ohne Ausschlag an Händen und Füßen, dafür mit rascherem Fieberanstieg auf 39–40 °C.

  • Typisches Bild: schmerzhafte Mundulzera, rautenförmige Bläschen an Händen und Füßen (gelegentlich auch am Gesäß), mäßiges Fieber.
  • Was hilft: ausreichend (kühle, milde) Flüssigkeit anbieten, um trotz der Mundschmerzen eine Austrocknung zu vermeiden, fiebersenkende Maßnahmen bei Bedarf; eine ursächliche Therapie gibt es nicht, die Erkrankung heilt in der Regel innerhalb von 7 bis 10 Tagen von selbst ab.
  • Ansteckung: Die Erkrankung ist über Speichel, Bläschenflüssigkeit und Stuhl übertragbar und in Kinderbetreuungseinrichtungen entsprechend leicht weiterzugeben.

Auch wenn die Hand-Fuß-Mund-Krankheit in den allermeisten Fällen harmlos verläuft, hat die Weltgesundheitsorganisation eigene Warnzeichen für einen schweren, mit einer Beteiligung des Nervensystems einhergehenden Verlauf definiert: anhaltendes Fieber ab 38,5 °C über mehr als drei Tage, ruckartige Muskelzuckungen, unsicherer Gang, auffällige Augenbewegungen, Schläfrigkeit oder schwere Erweckbarkeit, wiederholtes Erbrechen, Muskelschwäche sowie Zeichen wie starkes Schwitzen, schneller Herzschlag oder Atemnot. Auch ein erneuter Fieberanstieg zwei bis drei Tage nach zunächst mildem Beginn, kombiniert mit Übelkeit oder Kopfschmerzen, gilt als Warnsignal für eine mögliche Beteiligung des Nervensystems. Treten solche Zeichen auf, sollten Sie umgehend ärztliche Hilfe suchen. Ebenso ein Grund für eine Vorstellung ist eine deutlich verminderte Trinkmenge mit Anzeichen einer beginnenden Austrocknung.

Masern (Morbilli)

Masern gehören trotz verfügbarer, wirksamer Impfung weiterhin zu den ansteckendsten bekannten Infektionskrankheiten überhaupt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation beginnt etwa 10 bis 14 Tage nach Ansteckung eine Prodromalphase mit hohem Fieber, Husten, Schnupfen und geröteten, lichtempfindlichen Augen. Zwei bis vier Tage vor dem eigentlichen Hautausschlag erscheinen die sogenannten Koplik-Flecken – kleine, weißliche Pünktchen auf gerötetem Grund an der Wangenschleimhaut, die als hochspezifisches Frühzeichen gelten. Der Ausschlag selbst beginnt im Gesicht und hinter den Ohren und breitet sich über etwa drei Tage über den ganzen Körper nach unten aus, typischerweise begleitet von einer erneuten, deutlichen Fieberspitze. Masern gelten bereits in den Tagen vor und nach dem Auftreten des Ausschlags als besonders ansteckend.

  • Typisches Bild: hohes Fieber mit Husten, Schnupfen und geröteten Augen, Koplik-Flecken im Mund, anschließend ein konfluierender, vom Gesicht abwärts wandernder Ausschlag.
  • Was hilft: symptomatische Behandlung (Fiebersenkung, ausreichend Flüssigkeit, Ruhe); eine spezifische Therapie gegen das Virus selbst gibt es nicht.
  • Mögliche Komplikationen: Laut WHO drohen vor allem bei Kindern unter 5 Jahren Mittelohrentzündung, schwere Durchfälle, Lungenentzündung und – seltener, aber gefürchtet – eine Gehirnentzündung.

Bei Verdacht auf Masern sollten Sie vorab in der Praxis anrufen, statt unangekündigt im Wartezimmer zu erscheinen – so kann eine Ansteckung anderer Patientinnen und Patienten vermieden werden. Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe bei Atemnot, anhaltend hohem Fieber über den vierten Krankheitstag hinaus, zunehmender Schläfrigkeit oder Verwirrtheit, oder wenn sich der Zustand Ihres Kindes deutlich verschlechtert. An dieser Stelle sei sachlich daran erinnert, dass die Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfung) – üblicherweise in zwei Dosen verabreicht – die wirksamste bekannte Schutzmaßnahme gegen Masern und ihre Komplikationen darstellt und Teil der empfohlenen Kinderimpfungen ist.

Kawasaki-Syndrom und PIMS: selten, aber ernst

Das Kawasaki-Syndrom ist keine ansteckende Infektionskrankheit im eigentlichen Sinn, sondern eine seltene, vermutlich postinfektiös-immunologisch bedingte Gefäßentzündung (Vaskulitis), die vor allem Kinder unter 4 Jahren betrifft. Unbehandelt entwickeln nach Angaben der American Heart Association etwa 25 Prozent der betroffenen Kinder Koronararterienaneurysmen; eine frühzeitige Behandlung mit intravenösen Immunglobulinen (IVIG) senkt dieses Risiko auf unter 5 Prozent. Genau deshalb ist frühes Erkennen so wichtig.

Denken Sie an ein Kawasaki-Syndrom, wenn Ihr Kind seit fünf Tagen oder länger anhaltend hohes Fieber hat, das nicht wie erwartet abklingt, und gleichzeitig mehrere der folgenden Zeichen bestehen: Rötung beider Augen ohne Ausfluss (Bindehautentzündung), rissige, stark gerötete Lippen oder eine „Erdbeerzunge", ein Hautausschlag am Körper, Schwellungen und Rötungen an Händen und Füßen sowie geschwollene Lymphknoten am Hals. Bei jungen Säuglingen kann zusätzlich eine Rötung an der Impfnarbe auffallen. Nicht immer sind alle Zeichen gleichzeitig vorhanden – auch bei nur einigen dieser Symptome in Kombination mit lang anhaltendem Fieber gilt: lieber einmal zu früh als zu spät abklären lassen.

Ähnlich ernst zu nehmen ist das pädiatrische inflammatorische Multisystemsyndrom (PIMS, im englischsprachigen Raum MIS-C genannt), das als seltene, zeitversetzte Reaktion zwei bis sechs Wochen nach einer – auch unbemerkt verlaufenen – Coronavirus-Infektion auftreten kann. PIMS betrifft tendenziell etwas ältere Kinder und Jugendliche als das klassische Kawasaki-Syndrom, geht häufig mit ausgeprägten Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfall einher und kann rascher zu einem Kreislaufschock oder einer Beteiligung des Herzmuskels führen.

Handeln Sie bei anhaltend hohem Fieber über mehrere Tage in Kombination mit den genannten Begleitzeichen sofort: Kontaktieren Sie umgehend Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt, oder wenden Sie sich – insbesondere bei zusätzlichen Zeichen wie starker Bauchschmerzen, Kreislaufschwäche, Verwirrtheit oder deutlich reduziertem Allgemeinzustand – direkt an die Kinder-Notaufnahme oder den Rettungsdienst unter 144. Sowohl beim Kawasaki-Syndrom als auch bei PIMS gilt: Je früher die Behandlung beginnt, desto besser lässt sich das Risiko für bleibende Herz- und Gefäßschäden senken.

Alle Kapitel dieses Ratgebers

  1. 1. Was Fieber ist – und wie Sie richtig messen Abschnitt 1–2 · 2
  2. 2. Alarmzeichen und Fieber nach Alter Abschnitt 3–6 · 4
  3. 3. Fiebrige Infekte und Kinderkrankheiten erkennen Abschnitt 7–8 · 2
  4. 4. Fiebersenker und Hausmittel Abschnitt 9–10 · 2
  5. 5. Andere Länder und das Gespräch mit der Kinderärztin Abschnitt 11–12 · 2
  6. 6. Praxisteil: Checkliste, Hausapotheke und Quellen Abschnitt 13–14 · 2