Gebrauchsinformation

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Levocetirizin Synthon 5 mg Filmtabletten

Levocetirizindihydrochlorid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses
Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

  • Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
  • Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
  • Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.
  • Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Levocetirizin Synthon und wofür wird es angewendet?
2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Levocetirizin Synthon beachten?
3. Wie ist Levocetirizin Synthon einzunehmen?
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
5. Wie ist Levocetirizin Synthon aufzubewahren?
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Levocetirizin Synthon und wofür wird es angewendet?

Levocetirizindihydrochlorid ist der Wirkstoff von Levocetirizin Synthon.

Zur Behandlung von Krankheitszeichen (Symptomen) verbunden mit:

  • allergischem Schnupfen (einschließlich persistierendem (anhaltendem) allergischen Schnupfen);
  • Nesselsucht (Urtikaria).

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Levocetirizin Synthon beachten?

Levocetirizin Synthon darf nicht eingenommen werden

  • wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegen Levocetirizindihydrochlorid, Cetirizin,

Hydroxyzin, andere als Piperazine bekannte Arzneimittel oder einen der in Abschnitt 6.

genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

  • wenn Sie eine schwere Nierenerkrankung haben und Dialyse benötigen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Levocetirizin Synthon einnehmen.

Wenn Sie möglicherweise Ihre Blase nicht vollständig entleeren können (wie z.B. bei einer
Rückenmarksverletzung oder einer vergrößerten Prostata), fragen Sie bitte Ihren Arzt um Rat.

Wenn Sie Epilepsiepatient sind oder bei Ihnen ein Krampfrisiko besteht, fragen Sie bitte Ihren Arzt um Rat, da die Anwendung von Levocetirizin Synthon Krampfanfälle verstärken könnte.

Falls Sie planen, einen Allergietest durchführen zu lassen, sollten Sie Iheren Arzt fragen, ob Sie die Anwendung von Levocetirizin Synthon für mehrere Tage unterbrechen sollen. Dieses Arzneimittel kann das Ergebnis Ihres Allergietests beeinflussen.

Kinder

Für Kinder unter 6 Jahren wird die Anwendung von Levocetirizin Synthon nicht empfohlen, da mit den Filmtabletten keine Dosisanpassung möglich ist.

Einnahme von Levocetirizin Synthon zusammen mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen /
anwenden bzw. vor kurzem eingenommen / angewendet haben, oder beabsichtigen andere
Arzneimittel einzunehmen / anzuwenden.

Einnahme von Levocetirizin Synthon zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Vorsicht ist geboten, wenn Levocetirizin Synthon zusammen mit Alkohol oder anderen Wirkstoffen, die auf das Gehirn wirken, eingenommen wird.

Bei empfindlichen Patienten könnte die gleichzeitige Verabreichung von Levocetirizin und Alkohol oder Wirkstoffen, die auf das Gehirn wirken, eine zusätzliche Verringerung der Aufmerksamkeit und eine Beeinträchtigung der Leistung bewirken.

Levocetirizin Synthon kann zu oder unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werdern.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Achtung: dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit
beeinträchtigen.

Bei einigen Patienten kann unter der Therapie mit Levocetirizin Synthon Schläfrigkeit/Benommenheit, Müdigkeit oder Abgeschlagenheit auftreten. Vorsicht ist geboten beim Fahren oder Bedienen von Maschinen, bis Sie wissen, wie dieses Arzneimittel bei Ihnen wirkt.

In besonderen Untersuchungen wurde jedoch keine Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit, des
Reaktionsvermögens und der Fahrtüchtigkeit gesunder Testpersonen durch Einnahme von
Levocetirizin Synthon in der empfohlenen Dosierung festgestellt.

Levocetirizin Synthon enthält Lactose.

Diese Tabletten enthalten Lactose. Bitte nehmen Sie Levocetirizin Synthon daher erst nach
Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer
Zuckerunverträglichkeit leiden.

3. Wie ist Levocetirizin Synthon einzunehmen?

Nehmen Sie Levocetirizin Synthon immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Bei Erwachsenen und Kindern ab 6 Jahren ist die übliche Dosis eine Tablette pro Tag.

Spezielle Dosierungsanleitungen für bestimmte Patientengruppen

Eingeschränkte Nieren- und Leberfunktion Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion erhalten gegebenenfalls eine geringere Dosis, die sich nach dem Schweregrad der Nierenerkrankung und bei Kindern zusätzlich nach dem Körpergewicht richtet. Die Dosis wird von Ihrem Arzt festgelegt.

Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion dürfen Levocetirizin Synthon nicht einnehmen. Patienten mit ausschließlich eingeschränkter Leberfunktion sollten die normale vorgeschriebene Dosis einnehmen.

Patienten mit gleichzeitig eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion erhalten gegebenenfalls eine geringere Dosis, die sich nach dem Schweregrad der Nierenerkrankung und bei Kindern zusätzlich nach dem Körpergewicht richtet. Die Dosis wird von Ihrem Arzt festgelegt.

Ältere Patienten ab 65 Jahren
Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich, solange die Nierenfunktion normal ist.

Anwendung bei Kindern

Für Kinder unter 6 Jahren wird die Anwendung von Levocetirizin Synthon Filmtabletten nicht
empfohlen.

Wie und wann sollten Sie Levocetirizin Synthon einnehmen?

Nur zur oralen Anwendung.

Levocetirizin Synthon Tabletten sollten unzerkaut mit Wasser eingenommen werden. Die Einnahme kann zu oder unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.

Wie lange sollten Sie Levocetirizin Synthon einnehmen?

Die Anwendungsdauer hängt von der Art, der Dauer und dem Verlauf Ihrer Beschwerden ab und wird von Ihrem Arzt festgelegt.

Wenn Sie eine größere Menge von Levocetirizin Synthon eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie eine größere Menge Levocetirizin Synthon eingenommen haben, als Sie sollten, kann bei Erwachsenen Schläfrigkeit auftreten. Bei Kindern kann es zunächst zu Erregung und Ruhelosigkeit und anschließend zu Schläfrigkeit kommen.

Bei Verdacht auf eine Überdosierung mit Levocetirizin Synthon benachrichtigen Sie bitte Ihren Arzt. Dieser wird über die erforderlichen Maßnahmen entscheiden.

Wenn Sie die Einnahme von Levocetirizin Synthon vergessen haben

Wenn Sie die vorherige Einnahme von Levocetirizin Synthon vergessen oder eine niedrigere Dosis als von Ihrem Arzt verschrieben eingenommen haben, nehmen Sie deswegen keine doppelte Dosis ein. Nehmen Sie Ihre nächste Dosis zum vorgesehenen Zeitpunkt ein.

Wenn Sie die Einnahme von Levocetirizin Synthon abbrechen

Das Beenden der Einnahme sollte keine schädlichen Auswirkungen haben. Dennoch kann in seltenen Fall nach Abbruch der Einnahme Pruritus (starker Juckreiz) auftreten, auch wenn diese Symptome vor der Behandlung nicht vorhanden waren. Die Symptome können spontan verschwinden. In einigen Fällen können die Symptome sehr intensiv sein und eine Wiederaufnahme der Behandlung erfordern. Nach Wiederaufnahme der Behandlung sollten die Symptome verschwinden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder
Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Bei den ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion beenden Sie die Einnahme von Levocetirizin Synthon und suchen Sie sofort Ihren Arzt auf. Symptome einer Überempfindlichkeitsreaktion können sein: Schwellungen im Bereich des Mundes, der Zunge, des Gesichts und/oder des Rachens, Schwierigkeiten beim Atmen oder Schlucken (Engegefühl in der Brust oder Keuchen), Nesselsucht, plötzlicher Blutdruckabfall, der zu Kollaps oder Schock führen kann, was tödlich sein kann.

Häufige (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

  • Mundtrockenheit
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Schläfrigkeit

Gelegentliche (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

  • Abgeschlagenheit
  • Bauchschmerzen

Nicht bekannte Nebenwirkungen (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht
abschätzbar):

  • Herzklopfen
  • Beschleunigter Herzschlag/Herzrasen
  • Krämpfe
  • Kribbeln
  • Schwindelgefühl
  • Bewußtseinsverlust
  • Zittern
  • Geschmacksempfinden (Dysgeusie)
  • Drehschwindel
  • Sehstörungen
  • Verschwommenes Sehen
  • Okulogyration (unkontrollierbare, kreisende Bewegung der augen)
  • Erschwertes oder schmerzhaftes Wasserlassen
  • Unvollständige Blasenentleerung
  • Vermehrte Wasseransammlungen im Gewebe (Ödem)
  • Schwellung von Haut und Schleimhaut, vor allem im Gesicht- und Rachenbereich (Angioneurotisches Ödem)
  • Juckreiz
  • Flüchtiger Hautausschlag
  • Nesselsucht (Schwellung, Rötung und Jucken der Haut), an gleicher Stelle auftretender Hautausschlag (fixes Arzneimittelexanthem)
  • Kurzatmigkeit
  • Gewichtszunahme
  • Muskelschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Aggressives oder erregtes Verhalten
  • Sehen oder Hören von Dingen, die nicht wirklich sind (Halluzination)
  • Depression
  • Schlaflosigkeit
  • Häufige Gedanken an oder Beschäftigung mit Selbsttötung
  • Alpträume
  • Leberentzündung (Hepatitis)
  • Abnorme Leberfunktionswerte
  • Erbrechen
  • Appetitsteigerung
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Pruritus (starker Juckreiz) nach dem Absetzen.

Weitere Nebenwirkungen, die bei Kindern beobachtet wurden

Häufige Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 10 Personen betreffen):

  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Verstopfung
  • Schläfrigkeit
  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen Traisengasse 5 1200 WIEN ÖSTERREICH Fax: + 43 (0) 50 555 36207 Website: http://www.basg.gv.at/ Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Levocetirizin Synthon aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Blisterstreifen und dem Umkarton nach „Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Levocetirizin Synthon enthält

  • Der Wirkstoff ist: Levocetirizin. Eine Tablette enthält Levocetirizindihydrochlorid (5mg),

entsprechend 4,2 mg Levocetirizin.

  • Die sonstigen Bestandteile sind: mikrokristalline Cellulose, Lactose-Monohydrat, (siehe Abschnitt 2, Levocetirizin Synthon enthält Lactose) Magnesiumstearat(E572) (Tablettenkern) und Hypromellose (E 464), Titandioxid (E 171) und Macrogol 400 (Überzug).

Wie Levocetirizin Synthon aussieht und Inhalt der Packung

Levocetirizin Synthon Filmtabletten sind weiße bis fast weiße, ovale, beidseits nach außen gewölbte Filmtabletten mit Prägung „L9CZ“ auf der einen und „5“ auf der anderen Seite.

Sie sind in Blisterpackungen mit je 7, 10, 14, 15, 20, 21, 28, 30, 40, 50, 56, 60, 70, 90, 100, 112 oder 120 Filmtabletten pro Schachtel erhältlich.

Einzeldosis-Blisterpackungen mit 30x1 Filmtabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer:

Synthon BV
Microweg 22
6545 CM Nijmegen
Niederlande

Hersteller:

Synthon BV
Microweg 22
6545 CM Nijmegen
Niederlande

Synthon Hispania SL
Castelló 1, Polígono Las Salinas
08830 Sant Boi de Llobregat
Spanien

Zulassungsnummer:

1-28473

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) und im Vereinigten Königreich (Nordirland) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Griechenland:CETRALIS 5 mg film coated tablets
Finnland:NOCEDAN
ÖsterreichLevocetirizin Synthon 5 mg Filmtabletten

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im September 2023.

Fachinformation

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Levocetirizin Synthon 5 mg Filmtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Eine Filmtablette enthält 5 mg Levocetirizindihydrochlorid (entsprechend 4,2 mg Levocetirizin).

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung
Eine Filmtablette enthält 64,0 mg Lactose-Monohydrat.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Filmtablette.

Weiße bis fast weiße, ovale, bikonvexe Filmtabletten mit Prägung „L9CZ“ auf der einen und „5“ auf der anderen Seite.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Levocetirizin Synthon 5 mg Filmtabletten werden angewendet zur symptomatischen Behandlung der allergischen Rhinitis (einschließlich persistierende allergische Rhinitis) und Urtikaria bei Erwachsenen und Kindern ab 6 Jahren.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren

Die übliche Tagesdosis ist 5 mg (1 Filmtablette).

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten mit mäßiger bis schwerer Nierenfunktionseinschränkung wird eine
Dosisanpassung empfohlen (siehe unter „Eingeschränkter Nierenfunktion“).

Eingeschränkter Nierenfunktion
Bei Patienten mit Niereninsuffizienz sind die Dosierungsintervalle je nach der Nierenfunktion

individuell einzustellen (eGFR (estimated Glomerular Filtration Rate Filtrationsrate). Die Dosisanpassung sollte gemäß der nachfolgenden Tabelle vorgenommen werden. Dosisanpassung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion:) - geschätzte glomeruläre
Gruppe Normale Nierenfunktion Leichte Nierenfunktionsstörung Mäßige Nierenfunktionsstörung Schwere Nierenfunktionsstörung Nierenerkrankung imKreatinin-Clearance (ml/min) ≥ 90 60 –90 30 – 60 15 < 30 (nicht dialysepflichtig) < 15 (dialysepflichtig)Dosis und Einnahmehäufigkeit 1 Filmtablette einmal täglich 1 Filmtablette einmal täglich 1 Filmtablette einmal alle 2 1 Filmtablette einmal alle 3kontraindiziertTage Tage

Endstadium (End Stage Renal
Disease, ESRD)

Bei Kindern mit eingeschränkter Nierenfunktion muss die Dosis individuell unter Berücksichtigung der renalen Clearance und des Körpergewichtes des Patienten angepasst werden. Es liegen keine spezifischen Daten für Kinder mit eingeschränkter Nierenfunktion vor.

Eingeschränkter Leberfunktion Bei Patienten mit ausschließlich eingeschränkter Leberfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei Patienten mit Leber- und Nierenfunktionseinschränkungen wird eine Dosisanpassung empfohlen (siehe oben unter „Eingeschränkter Nierenfunktion“).

Kinder und Jugendliche

Kinder von 6 bis 12 Jahren
Die empfohlene Tagesdosis beträgt 5 mg (1 Filmtablette).

Für Kinder von 2 bis 6 Jahren ist mit den Filmtabletten keine geeignete Dosisanpassung möglich. Es wird empfohlen, eine pädiatrische Darreichungsform von Levocetirizin zu verwenden.

Art der Anwendung

Die Filmtablette sollte unzerkaut mit Flüssigkeit eingenommen werden. Die Einnahme von Levocetirizin Synthon kann zu oder unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Es wird empfohlen, die Tagesdosis auf einmal einzunehmen.

Behandlungsdauer:

Intermittierende allergische Rhinitis (Symptome an weniger als 4 Tagen pro Wochen oder an weniger als 4 Wochen pro Jahr) muss entsprechend der Erkrankung und ihrer Vorgeschichte behandelt werden; die Behandlung kann abgesetzt werden, sobald die Symptome verschwunden sind, und wieder aufgenommen werden, wenn Symptome wiederkehren. Bei persistierender allergischer Rhinitis (Symptome an mehr als 4 Tagen pro Woche und mehr als 4 Wochen pro Jahr) kann dem Patienten während der Kontaktzeit mit den Allergenen eine kontinuierliche Therapie vorgeschlagen werden.

Klinische Erfahrungen mit Levocetirizin liegen für eine Behandlungsdauer von mindestens 6Monaten vor. Bei chronischer Urtikaria und chronisch allergischem Schnupfen liegen klinische Erfahrungen zur Anwendung für Cetirizin (Razemat) bis zu einem Jahr vor.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Cetirizin, Hydroxyzin, andere Piperazinderivate oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Patienten mit Nierenerkrankung im Endstadium, die eine geschätzte glomeruläre Filtrationsrate
(eGFR) unter 15 ml/min haben und dialysepflichtig sind.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Vorsicht ist geboten, wenn Levocetirizin zusammen mit Alkohol eingenommen wird (siehe Abschnitt 4.5).

Bei Patienten mit prädisponierenden Faktoren für Harnverhalten (z.B. bei Rückenmarksverletzung, Prostatahyperplasie) ist Vorsicht geboten, da das Risiko einer Harnretention durch Levocetirizin erhöht werden kann.

Vorsicht ist bei Patienten mit Epilepsie und bei Patienten mit Krampfrisiko angezeigt, da Levocetirizin Krampfanfälle verstärken kann.

Die Reaktionen auf Hauttests zum Nachweise von Allergien werden durch Antihistaminika unterdrückt. Deshalb ist vor deren Durchführung einde Auswaschphase (von 3 Tagen) erforderlich.

Patienten mit der seltenen hereditären Erkrankungen Galactose-Intoleranz, vollständigen Laktasemangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Nach Absetzen von Levocetirizin kann Pruritus auftreten, auch wenn diese Symptome vor Behandlungsbeginn nicht vorhanden waren. Die Symptome können spontan verschwinden. In einigen Fällen können die Symptome sehr intensiv sein und eine Wiederaufnahme der Behandlung erfordern. Nach Wiederaufnahme der Behandlung sollten die Symptome verschwinden.

Kinder und Jugendliche

Für Kinder unter 6 Jahren wird die Anwendung der Filmtabletten nicht empfohlen, da mit dieser Darreichungsform keine geeignete Dosisanpassung möglich ist. Es wird empfohlen, eine pädiatrische Darreichungsform von Levocetirizin zu verwenden.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine Wechselwirkungsstudien (einschl. Studien mit CYP3A4-Induktoren) für Levocetirizin durchgeführt. Für das Cetirizin-Razemat wurde jedoch in Studien gezeigt, dass keine klinisch relevanten Wechselwirkungen (mit Antipyrin, Azithromycin, Cimetidin, Diazepam, Erythromycin, Glipizid, , Ketoconazol and Pseudoephedrin) auftreten. Eine geringe Abnahme der Cetirizin-Clearance (16%) wurde bei einer Studie mit wiederholter Gabe von Theophyllin (400 mg einmal täglich) beobachtet; dabei wurde die Verfügbarkeit von Theophyllin durch die gleichzeitige Verabreichung von Cetirizin nicht verändert.

Bei einer Mehrfachdosis-Studie von Ritonavir (600 mg zweimal täglich) und Ceti-rizin (10 mg
täglich) wurde das Ausmaß der Cetirizinexposition um etwa 40 % gesteigert, während die
Verfügbarkeit von Ritonavir bei gleichzeitiger Cetirizingabe leicht (– 11 %) verändert wurde.

Das Ausmaß der Resorption von Levocetirizin wird durch eine gleichzeitige Nahrungsaufnahme nicht verringert, obwohl die Resorptionsgeschwindigkeit abnimmt.

Bei empfindlichen Patienten könnte die gleichzeitige Gabe von Cetirizin oder Levocetirizin mit
Alkohol oder anderen zentral dämpfenden Mitteln zu einer zusätzlichen Verminderung der
Wachsamkeit und zu einer verminderten Leistungsfähigkeit führen.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte klinische Erfahrungen (weniger als 300
Schwangerschaftsausgänge) mit der Anwendung von Levocetirizin bei Schwangeren vor.

Weitreichende Erfahrungen an schwangeren Frauen (mehr als 1000 Schwangerschaftsausgänge) deuten jedoch nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine fetale/neonatale Toxizität mit Cetirizin, dem Racemat von Levocetirizin hin. Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweis auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Entbindung oder postnatale Entwicklung (siehe Abschnitt 5.3). Falls notwendig kann eine Anwendung von Levocetirizin während der Schwangerschaft in Betracht gezogen werden.

Stillzeit

Cetirizin, das Racemat von Levocetirizin, geht beim Menschen in die Muttermilch über. Daher ist ein Übergang von Levocetirizin in die Muttermilch wahrscheinlich. Nebenwirkungen von Levocetirizin können bei gestillten Säuglingen/Kindern auftreten. Daher ist bei der Verschreibung von Levocetirizin für stillende Mütter Vorsicht geboten.

Fertilität

Für Levocetirizin sind keine klinischen Daten verfügbar.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Vergleichende klinische Studien ergaben für Levocetirizin bei Einnahme in der empfohlenen Dosierung keinen Hinweis auf eine Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit, des Reaktionsvermögens oder der Fahrtüchtigkeit sowie der Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Bei einigen Patienten können dennoch unter der Therapie mit Levocetirizin Somnolenz, Müdigkeit und Asthenie auftreten. Daher sollen Patienten, die beabsichtigen ein Fahrzeug zu steuern, gefährliche Arbeit zu verrichten oder Maschinen zu bedienen, ihre individuelle Reaktion auf das Arzneimittel berücksichtigen.

4.8 Nebenwirkungen

Klinische Studien

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren

In Therapiestudien mit Männern und Frauen zwischen 12 und 71 Jahren trat bei 15,1% der Patienten unter 5mg Levocetirizin mindestens eine unerwünschte Arzneimittelwirkung auf, verglichen mit 11,3% in der Plazebo-Gruppe. 91,6% dieser unerwünschten Wirkungen waren leicht bis mäßig ausgeprägt.

Unter 5 mg Levocetirizin lag die Abbruchrate aufgrund von unerwünschten Wirkungen in
Therapiestudien bei 1,0% (9/935), unter Plazebobei 1,8% (14/771).

An klinisch-therapeutischen Studien mit Levocetirizin nahmen insgesamt 935 Patienten teil, die das Arzneimittel in der empfohlenen Tagesdosis von 5 mg einnahmen. Aus diesen gepoolten Daten wurden die folgenden unerwünschten Wirkungen unter Levocetirizin 5 mg bzw. Plazebomit einer Häufigkeit von mindestens 1% abgeleitet (häufig: ≥1/100 bis <1/10):

Kopfschmerzen Somnolenz Mundtrockenheit Müdigkeit
Bezeichnung nach WHOART
Plazebo (n=771) 25 (3,2 %) 11 (1,4 %) 12 (1,6%) 9 (1,2 %)
Levocetirizine 5mg
(n=935) 24 (2,6 %) 49 (5,2 %) 24 (2,6 %) 23 (2,5 %)

Weitere, gelegentliche Nebenwirkungen (gelegentlich: ≥1/1.000 bis <1/100) wie Asthenie und
Bauchschmerzen wurden beobachtet.

Die Inzidenz sedierender Nebenwirkungen, wie Somnolenz, Müdigkeit und Asthenie, war unter 5 mg Levocetirizin (8,1%) insgesamt häufiger auf als unter Plazebo (3,1%).

Kinder und Jugendliche

In zwei plazebokontrollierten Studien mit Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 11 Monaten und im Alter von 1 Jahr bis unter 6 Jahren wurden 159 Patienten Levocetirizin in Dosierungen von 1,25 mg täglich für 2 Wochen beziehungsweise 1,25 mg zweimal täglich verabreicht. Die folgenden Nebenwirkungshäufigkeiten wurden mit einer Inzidenzrate von 1% oder größer unter Levocetirizin oder Plazebo angezeigt.

Systemorganklassen und bevorzugte Erkrankungen des GastrointestinaltraktsErkrankungen des Nervensystems Psychiatrische ErkrankungenBezeichnungen Erbrechen Obstipation Somnolenz SchlafstörungenDiarrhöPlazebo (n=83) 0 1 (1.2%) 0 2 (2.4%) 0Levocetirizin(n=159) 3 (1.9%) 1 (0.6%) 2 (1.3%) 3 (1.9%) 2 (1.3%)
Doppelblinde, Plazebokontrollierte Studien wurden an 243 Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren mit Dosen von 5 mg Levocetirizin täglich über einen variablen Zeitraum von weniger als 1Woche bis zu 13Wochen durchgeführt. Die folgenden Nebenwirkungshäufigkeiten wurden mit einer Inzidenzrate von 1% oder größer unter Levocetirizin oder Plazebo angezeigt.
Bevorzugte Bezeichnungen Kopfschmerzen SomnolenzPlazebo (n=240)5 (2.1%) 1 (0.4%)Levocetirizine 5mg (n=243)2 (0.8%) 7 (2.9%)
Post-Marketing-Erfahrung Nebenwirkungen aus der Post-marketing-Erfahrung werden nach Systemorganklasse und Häufigkeit dargestellt. Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: sehr häufig (≥1/10000 verfügbaren Daten nicht abschätzbar).(≥1/10); bis <1/1000); sehr selten (<1/10000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage derhäufig (≥1/100bis <1/10); gelegentlich(≥1/1000bis <1/100); selten
Systemorganklassensehr häufig (≥1/10)häufig (≥1/100 <1/10)bisgelegentlich (≥1/1,000 bis <1/100)selten (≥1/10,000 <1/1,000)bisNicht bekannt
Erkrankungen des ImmunsystemsHypersensivität einschließlich Anaphylaxie
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungengesteigerter Appetit
Psychiatrische Erkrankungen Erkrankungen des Nervensystems Erkrankungen des Ohrs und des LabyrinthsAggression, Agitation, Halluzination, Depression, Schlaflosigkeit, Suizidgedanken, Alpträume Krämpfe, Parästhesie, Schwindel, Synkopen, Zittern, Dysgeusie Vertigo
Augenerkrankungen Systemorganklassensehr häufig (≥1/10)häufig (≥1/100 <1/10)bisgelegentlich (≥1/1,000 bis <1/100)selten (≥1/10,000 <1/1,000)bisSehstörungen, verschwommenes Sehen, OkulogyrationNicht bekannt
HerzerkrankungenPalpitationen, Tachykardie
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraumes und MediastinumsDyspnoe
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsÜbelkeit, Erbrechen, Diarrhö
Leber- und GallenerkrankungenHepatitis
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeDysurie, Harnretention
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankunge n Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortAngioödem, fixes Arzneimittelexanthe m, Pruritus, Hautausschlag, Urtikaria Myalgie, Arthralgie Ödem
UntersuchungenGewichtszunahme, abnorme Leberfunktionstests

Beschreibung bestimmter Nebenwirkungen
Nach Abbruch der Levocetirizin-Anwendung wurde über Pruritus berichtet.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/

4.9 Überdosierung

Symptome

Symptome einer Überdosierung umfassen bei Erwachsenen Schläfrigkeit. Bei Kindern kann initial Erregung und Unruhe, gefolgt von Schläfrigkeit auftreten.

Maßnahmen bei Überdosierung
Für Levocetirizin ist kein spezifisches Antidot bekannt.

Im Fall einer Überdosierung wird eine symptomatische oder unterstützende Behandlung empfohlen. Eine Magenspülung kann in Betracht gezogen werden, sofern die Einnahme des Arzneimittels noch nicht lange zurückliegt. Levocetirizin ist unzureichend hämodialysierbar.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antihistaminika zur systemischen Anwendung, Piperazin-Derivate, ATC Code: R06AE09

Wirkmechanismus:

Levocetirizin, das (R)-Enantiomer von Cetirizin, ist ein potenter, selektiver Antagonist an peripheren H1-Rezeptoren.

Bindungsstudien zeigten, dass Levocetirizin eine hohe Affinität zu humanen H1-Rezeptoren hat (Ki = 3,2 nmol/l). Die Affinität von Levocetirizin ist damit doppelt so hoch wie die von Cetirizin (Ki = 6,3 nmol/l). Levocetirizin dissoziiert von den H1-Rezeptoren mit einer Halbwertszeit von 115 ± 38 min.

Nach Einmalgabe zeigt Levocetirizin eine Rezeptorbesetzung von 90% nach 4 Stunden und 57% nach 24 Stunden.

In pharmakodynamischen Studien an gesunden Probanden wurde gezeigt, dass Levocetirizin bei halb so hoher Dosierung eine vergleichbare Wirksamkeit an Haut und Nasenschleimhaut hat wie Cetirizin.

Pharmakodynamische Wirkungen Die pharmakodynamische Aktivität von Levocetirizin wurde in randomisierten, kontrollierten Studien untersucht:

Die Ergebnisse einer Vergleichsstudie mit 5 mg Levocetirizin, 5 mg Desloratadin und Plazeboim Hinblick auf die Bildung von histamininduzierten Hautquaddeln und Rötungen zeigten signifikant geringere Quaddeln und Rötungen unter Levocetirizin als unter Desloratadin oder Plazebo (p <0,001). Diese Wirkung war in den ersten 12 Stunden am ausgeprägtesten und hielt 24 Stunden an.

Der Wirkungseintritt von 5 mg Levocetirizin bei polleninduzierten Symptomen erfolgte in Plazebokontrollierten Studien mit einer Allergenprovokationskammer eine Stunde nach der Einnahme des Arzneimittels.

In-vitro-Studien (Boyden-Kammer und Zellschichttechnik) zeigten, dass Levocetirizin die eotaxininduzierte transendotheliale Migration von Eosinophilen sowohl bei dermalen als auch bei pulmonalen Zellen inhibiert. In einer experimentellen Studie zur Pharmakodynamik in vivo (Allergie-Testkammer) zeigten sich bei 14 erwachsenen Patienten in den ersten 6 Stunden einer polleninduzierten Reaktion drei wesentliche inhibitorische Wirkungen unter Levocetirizin 5 mg im Vergleich zu Plazebo: Hemmung der VCAM-1-Freisetzung, Modulation der vaskulären Permeabilität und Abnahme der Eosinophilen-Rekrutierung.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit Wirksamkeit und Sicherheit von Levocetirizin wurden in mehreren Plazebokontrollierten, doppelblinden klinischen Studien an erwachsenen Patienten mit saisonaler allergischer Rhinitis, perennialer allergischer Rhinitis oder persistierender allergischer Rhinitis demonstriert. Es wurde gezeigt, dass Levocetirizin die Symptome der allergischen Rhinitis, in einigen Studien einschließlich der nasalen Obstruktion, signifikant verbessert.

In einer 6-monatigen klinischen Studie an 551 Erwachsenen (darunter 276 mit Levocetirizin behandelte Patienten) mit persistierender allergischer Rhinitis (Symptome an 4 Tagen pro Woche über mindestens 4 aufeinander folgende Wochen) und nachgewiesener Hausstaubmilben- und Gräserpollensensibilisierung wurde gezeigt, dass Levocetirizin 5 mg den Gesamtscore der Symptome einer allergischen Rhinitis über die gesamte Studiendauer klinisch und statistisch signifikant besser senkte als Plazebo. Eine Tachyphylaxie wurde nicht beobachtet. Während der gesamten Studiendauer verbesserte Levocetirizin die Lebensqualität der Patienten signifikant.

In einer Plazebokontrollierten klinischen Studie mit 166 Patienten mit chronischer idiopathischer Urtikaria wurden 85 Patienten über 6 Wochen mit Plazebo und 81 Patienten mit 1 x 5 mg/d Levocetirizin behandelt. Die Behandlung mit Levocetirizin führte im Vergleich zu Plazebo bereits in der ersten Woche sowie auch über den gesamten Behandlungszeitraum zu einer signifikanten Abnahme des Schweregrads des Pruritus. Levocetirizin bewirkte gegenüber Plazebo auch eine stärkere Zunahme der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, die nach dem Dermatology Life Quality Index beurteilt wurde.

Die chronisch idiopathische Urtikaria wurde als ein Modell für urtikarische Zustände untersucht. Da die Histaminfreisetzung ein ursächlicher Faktor für Urtikariaerkrankungen ist, wird erwartet, dass Levocetirizin bei der Linderung von Symptomen anderer Urtikariaerkrankungen, zusätzlich zur chronischen idiopathischen Urtikaria wirksam ist..

Im EKG zeigte sich keine relevante Wirkung von Levocetirizin auf das QT-Interval.

Kinder und Jugendliche

Sicherheit und Wirksamkeit von Levocetirizin-Tabletten bei Kindern wurden im Rahmen von zwei Plazebokontrollierten klinischen Studien mit Patienten im Alter von 6 bis 12 Jahren untersucht, die an saisonaler bzw. perennialer Rhinitis litten. In beiden Studien linderte Levocetirizin signifikant die Symptome und erhöhte die gesundheitsabhängige Lebensqualität.

Bei Kindern unter 6 Jahren wurde die klinische Sicherheit aus mehreren kurz-oder langfristigen
therapeutischen Studien belegt:

– – – –bei einer klinischen Studie wurden 29 Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren mit allergischer Rhinitis über 4Wochen zweimal täglich mit 1,25mg Levocetirizin behandelt. bei einer klinischen Studie wurden 114 Kinder mit allergischer Rhinitis oder chronischer idiopathischer Urtikaria im Alter von 1 bis 5 Jahren für 2Wochen zweimal täglich mit 1,25mg Levocetirizin behandelt. bei einer klinischen Studie wurden 45 Kinder mit allergischer Rhinitis oder chronischer idiopathischer Urtikaria im Alter von 6 bis 11 Monaten einmal täglich 2 Wochen lang mit 1,25mg Levocetirizin behandelt. bei einer klinischen Langzeitstudie (über 18 Monate) wurden 255 atopische Probanden im Alter von 12 bis einschließlich 24 Monaten (zu Beginn der Teilnahme an der Studie) mit Levocetirizin behandelt
Das Sicherheitsprofil ähnelte dem der Kurzzeitstudien, die mit Kindern im Alter zwischen 1 und 5 Jahren durchgeführt wurden.
5.2Pharmakokinetische Eigenschaften

Die Pharmakokinetik von Levocetirizin ist linear, dosis- und zeitunabhängig, wobei die interindividuelle Variabilität gering ist. Das pharmakokinetische Profil bei Verabreichung des reinen Enantiomers entspricht dem von Cetirizin. Im Verlauf der Resorption und Elimination tritt keine chirale Inversion auf.

Resorption

Levocetirizin wird nach oraler Applikation schnell und umfassend resorbiert. Bei Erwachsenen werden maximale Plasmakonzentrationen 0,9 Stunden nach Einnahme erreicht. Der Steady-State-Plasmaspiegel wird nach 2 Tagen erreicht. Die maximalen Konzentrationen liegen typischerweise um270 ng/ml nach einer Einmalgabe bzw. um 308 ng/ml nach wiederholter Gabe von 5 mg/Tag Levocetirizin. Das Ausmaß der Resorption ist dosisunabhängig und wird durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme nicht verändert, obwohl die Plasmaspitzenkonzentration vermindert ist und verzögert erreicht wird.

Verteilung

Zur Verteilung von Levocetirizin im menschlichen Gewebe sowie zur Passage der Blut-Hirn-Schranke liegen keine Daten vor. Bei Ratten und Hunden wurden die höchsten Gewebekonzentrationen in Leber und Nieren, die niedrigste im ZNS-Kompartiment gefunden.

Beim Menschen ist Levocetirizin zu 90% an Plasmaproteine gebunden. Die Verteilung von
Levocetirizin ist restriktiv, da sein Verteilungsvolumen 0,4 l/kg beträgt.

Biotransformation

Beim Menschen werden weniger als 14% der Levocetirizin-Dosis metabolisiert, weshalb davon auszugehen ist, dass Unterschiede aufgrund genetischer Polymorphismen oder gleichzeitiger Einnahme von Enzyminhibitoren vernachlässigbar sind. Zu den Metabolisierungwegen gehören die aromatische Oxidation, N- und O-Dealkylierung und Taurinkonjugation. Die Dealkylierung wird primär über das Enzym CYP 3A4 vermittelt, während an der aromatischen Oxidation mehrere und/oder nicht identifizierte CYP-Isoformen beteiligt sind. Levocetirizin hat selbst in Konzentrationen, die weit über den nach einer oralen Dosis von 5 mg erreichten Spitzenspiegeln liegen, keine Wirkung auf die Aktivität der CYP-Isoenzyme 1A2, 2C9, 2C19, 2D6, 2E1 und 3A4.

Da Levocetirizin nur zu einem geringen Teil metabolisiert wird und kein Potenzial zur
Enzyminhibition besitzt, sind Wechselwirkungen mit anderen Substanzen in jeglicher Richtung
unwahrscheinlich.

Elimination

Die Plasmahalbwertszeit bei Erwachsenen beträgt 7,9 ± 1,9 Stunden. Bei Kleinkindern ist die Halbwertszeit verkürzt. Die mittlere apparente Gesamtkörperclearance bei Erwachsenen beträgt 0,63 ml/min/kg. Die renale Elimination ist der Hauptausscheidungsweg für Levocetirizin und seine Metabolite und beträgt durchschnittlich 85,4% der eingenommenen Dosis. Mit den Fäzes werden nur 12,9% der Dosis ausgeschieden. Levocetirizin wird sowohl mittels glomerulärer Filtration als auch mittels aktiver tubulärer Sekretion ausgeschieden.

Besondere Patientengruppen

Eingeschränkte Nierenfunktion Die apparente Körperclearance von Levocetirizin korreliert mit der Kreatinin-Clearance. Bei Patienten mit mäßig bis stark eingeschränkter Nierenfunktion sollten daher die Dosisintervalle von Levocetirizin (siehe Abschnitt 4.2) eingestellt werden. Bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz und Anurie ist die Gesamtkörperclearance verglichen mit Gesunden um etwa 80% verringert. Im Verlauf einer 4-stündigen Standardhämodialyse wurden <10 % der Levocetirizinmenge aus dem Plasma entfernt.

Kinder und Jugendliche

Ergebnisse aus einer pädiatrischen Pharmakokinetikstudie mit oraler Anwendung einer Einzeldosis von 5 mg Levocetirizin bei 14 Kindern im Alter von 6 bis 11 Jahren und einem Körpergewicht zwischen 20 und 40 kg zeigen, dass die Cmax- und AUC-Werte rund doppelt so hoch sind wie die in einem Cross-Over-Studienvergleich bei gesunden,erwachsenen Probanden festgestellten Werte. Die mittlere Cmax, die nach durchschnittlich 1,2 Stunden auftrat, betrug 450 ng/ml. Die gewichtsnormalisierte Gesamtkörper- Clearance bei dieser pädiatrischen Gruppe war um 30% größer und die Eliminationshalbwertszeit um 24% kürzer als bei Erwachsenen. Spezielle pharmakokinetische Studien wurden bei pädiatrischen Patienten unter 6 Jahren nicht durchgeführt. Eine retrospektive, populationspharmakokinetische Analyse wurde bei 323 Patienten (181 Kinder im Alter von 1 bis 5 Jahren, 18 Kinder 6 bis 11 Jahre alt und 124 Erwachsene im Alter von 18 bis 55 Jahren) durchgeführt, die Einfach- oder Mehrfachdosen von Levocetirizin in Höhe von 1,25mg bis hin zu 30 mg erhalten hatten. Die Ergebnisse dieser Analyse deuten darauf hin, dass die Plasmakonzentrationen bei Anwendung von einmal täglich 1,25mg bei Kindern im Alter von 6 Monaten bis zu 5 Jahren vergleichbar mit denen von Erwachsenen sind, die 5mg Levocetirizin einmal täglich erhalten hatten.

Ältere Patienten

Für ältere Patienten liegen nur begrenzte pharmakokinetische Daten vor. Bei einer einmal täglich wiederholten Gabe von 30 mg Levocetirizin über einen Zeitraum von 6 Tagen an 9 älteren Patienten (65 bis 74 Jahre) war die Gesamtkörperclearance um etwa 33% geringer im Vergleich zu jüngeren Erwachsenen. Die Disposition von racemischem Cetirizin war stärker abhängig von der Nierenfunktion als vom Alter. Dieses Ergebnis gilt auch für Levocetirizin, da sowohl Levocetirizin als auch Cetirizin überwiegend über den Urin ausgeschieden werden. Daher sollte bei älteren Patienten die Dosierung von Levocetirizin entsprechend der Nierenfunktion angepasst werden.

Geschlecht Die pharmakokinetischen Ergebnisse von 77 Patienten (40 Männer, 37 Frauen) wurden auf mögliche geschlechtsspezifische Effekte hin ausgewertet. Die Halbwertszeit war bei Frauen (7,08 ± 1,72 Stunden) geringfügig kürzer als bei Männern (8,62 ± 1,84 Stunden); dennoch erscheint die körperge-wichtsbezogene orale Clearance bei Frauen (0,67 ± 0,16 ml/min/kg) vergleichbar mit der bei Männern (0,59 ± 0,12 ml/min/kg) zu sein. Für Männer und Frauen mit normaler Nierenfunktion gelten die gleichen Tagesdosen und Anwendungsintervalle.

Ethnische Herkunft Die Wirkung der ethnischen Herkunft auf Levocetirizin wurde nicht untersucht. Da Levocetirizin pri-mär renal ausgeschieden wird und keine rasserelevanten Unterschiede bei der Kreatininclearance bestehen, werden keine phar-makokinetischen Unterschiede bei Levocetirizin aufgrund der Rasse erwartet. Rasserelevante Kinetikunterschiede von racemischem Cetirizin wurden nicht beobachtet.

Eingeschränkte Leberfunktion Die Pharmakokinetik von Levocetirizin wurde bei Probanden mit eingeschränkter Leberfunktion nicht untersucht. Bei Patienten mit chronischen Lebererkrankungen (hepatozelluläre, cholestatische und biliäre Zirrhose), denen 10 oder 20 mg der racemischen Verbindung Cetirizin als Einzeldosis verabreicht wurde, war die Halbwertszeit, verglichen mit gesunden Patienten, um 50 % erhöht und die Clearance um 40 % reduziert.

Pharmakokinetische/pharmakodynamische Zusammenhänge
Die Wirkung auf die histamininduzierten Hautreaktionen ist nicht phasengleich mit den
Plasmakonzentrationen.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Gabe, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität, Gentoxizität und zum kanzerogenen Potenzial lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern
Lactose-Monohydrat
Mikrokristalline Cellulose
Magnesiumstearat (E 572)

Überzug
Hypromellose (E 464)
Titandioxid (E 171)
Macrogol 400

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses <und spezielles Zubehör für den Gebrauch, die Anwendung oder die Implantation>

PVC/PVDC:Aluminium-Blisterpackungen oder oPA/Al/PVC:Aluminium-Blisterpackungen

Packungsgrößen:

Blisterpackungen mit 7, 10, 14, 15, 20, 21, 28, 30, 40, 50, 56, 60, 70, 90, 100, 112 oder 120
Filmtabletten.

Einzeldosis-Blisterpackungen mit 30 x 1 Filmtabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Synthon BV
Microweg 22
6545 CM Nijmegen
Niederlande

8. ZULASSUNGSNUMMER(N)

1-28473

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 30.Juli.2009

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 03.März.2014

10. STAND DER INFORMATION

09.2023

VERSCHREIBUNGSPFLICHT / APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig.