Gebrauchsinformation

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Rifoldin® 300 mg mit INH Dragees

Wirkstoffe: Rifampicin, Isoniazid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses
Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

  • Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
  • Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
  • Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.
  • Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Rifoldin mit INH und wofür wird es angewendet?
2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Rifoldin mit INH beachten?
3. Wie ist Rifoldin mit INH einzunehmen?
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
5. Wie ist Rifoldin mit INH aufzubewahren?
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Rifoldin mit INH und wofür wird es angewendet?

Rifoldin mit INH ist ein aus den Wirkstoffen Rifampicin und Isoniazid bestehendes Arzneimittel zur Behandlung der Tuberkulose.

Rifoldin 300 mg mit INH Dragees dienen zur Behandlung aller Formen und Stadien der Tuberkulose.

Zu Beginn der Behandlung wird Ihnen Ihr Arzt ggf. noch ein zusätzliches Tuberkulosearzneimittel verordnen.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Rifoldin mit INH beachten?

Rifoldin mit INH darf nicht angewendet werden,

  • wenn Sie allergisch gegen Rifampicin, damit verwandte Stoffe (andere Rifamycine), Isoniazid oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,
  • wenn Sie an einer schweren Lebererkrankung leiden (z. B. Gelbsucht, Leberzirrhose, Leberentzündung),
  • wenn Sie an einer Erkrankung von Nerven mit Schmerzen und Missempfindungen in Armen oder Beinen leiden (sog. „Polyneuropathie“),
  • wenn Sie eine Störung der Blutgerinnung oder Blutbildung haben,
  • von Kindern und Jugendlichen unter 14 Jahren,
  • wenn Sie gleichzeitig mit einer Kombination aus den Wirkstoffen Saquinavir/Ritonavir, Cabotegravir, Fostemsavir oder Lenacapavir zur Behandlung von Virusinfektionen, wie HIV, behandelt werden,
  • wenn Sie gleichzeitigSofosbuvir einem antiviralen Arzneimittel zur Behandlung von Infektionen mit dem Hepatitis-C-Virus behandelt werden,
  • wenn Sie gleichzeitig Lurasidon gegen Schizophrenie und bipolare Störungen einnehmen (siehe Abschnitt „Einnahme von Rifoldin zusammen mit anderen Arzneimitteln“)

da Rifampicin die Konzentrationen mehrerer Arzneimittel, einschließlich der oben genannten, im Blut verringern kann.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Rifoldin einnehmen,

  • wenn Sie eine leichte Leberfunktionsstörung oder eine leichte chronische Lebererkrankung haben (siehe weiter unten),
  • wenn bei einer früheren Behandlung mit Isoniazid bereits eine vorübergehende Erhöhung der Leberwerte aufgetreten ist,
  • wenn bei der Behandlung leichte Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten (Fieber, Juckreiz, flüchtige Hautrötungen, Nesselausschlag); halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt. Wenn diese Beschwerden während einer Unterbrechung der Behandlung verschwinden, kann eine Weiterbehandlung versucht werden.
  • bei Weiterbehandlung nach kurzer oder längerer Unterbrechung. Ihr Arzt wird die Behandlung mit langsam steigender Dosierung beginnen. Damit werden Nebenwirkungen aufgrund einer besonderen Empfindlichkeit gegen Rifampicin vermieden.
  • wenn Sie:

o bereits älter sind und/oder einen schlechten Ernährungszustand haben, o einen schweren Nierenschaden haben, o unter Störungen des Zentralnervensystems einschließlich seelischer Erkrankungen leiden, o Diabetiker sind oder o oder bei Alkoholkrankheit,

dann ist das Risiko für Nebenwirkungen durch Isoniazid erhöht.

  • wenn Sie eine Lungenentzündung hatten (interstitielle Lungenerkrankung/Pneumonitis)
  • wenn Sie gleichzeitig Arzneimittel gegen Epilepsie, Beruhigungsmittel, andere Antibiotika oder paracetamolhaltige Schmerzmittel einnehmen,
  • wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen wollen. Rifoldin kann die Wirksamkeit anderer Arzneimittel reduzieren.
  • wenn bei Ihnen die Bildung des roten Blutfarbstoffs gestört ist. Rifampicin kann diese Störung auslösen.
  • wenn ausgeprägte Hautreaktionen mit Blasenbildung, großflächigem Ausschlag, auftreten,
  • wenn während der Behandlung gegen Tuberkulose schwere Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten, da solche Reaktionen auch mit möglicher Todesfolge beobachtet wurden (siehe Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).
  • Es ist wichtig zu beachten, dass frühe Anzeichen von diesen Überempfindlichkeitsreaktionen wie Fieber, geschwollene Lymphknoten, ein abnormes Blutbild oder Leberbeschwerden vorhanden sein können, auch wenn kein Hautausschlag zu sehen ist. Wenn Sie solche Anzeichen oder Beschwerden beobachten, müssen Sie sofort einen Arzt aufsuchen.
  • wenn Sie zu Blutungen oder Blutergüssen neigen.
  • wenn Sie eines der in Abschnitt 4 „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“ beschriebenen Symptome im Zusammenhang mit dem Kleinhirnsyndrom bemerken. Dieses Syndrom wurde hauptsächlich bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung berichtet. Ihr Arzt kann die Dosis reduzieren oder Sie bitten, die Behandlung abzubrechen.

Informieren Sie während der Anwendung dieses Arzneimittels sofort Ihren Arzt,

  • wenn Ihre Tuberkulosesymptome erneut auftreten oder sich verschlechtern (siehe Abschnitt 4 Welche Nebenwirkungen sind möglich?).
  • wenn Sie Kurzatmigkeit neu entwickeln oder sich eine bereits bestehende Kurzatmigkeit plötzlich verschlechtert, möglicherweise mit trockenem Husten oder Fieber, und Sie nicht auf antibiotische Behandlung reagieren. Diese könnten Anzeichen einer Lungenentzündung sein (interstitielle Lungenerkrankung/Pneumonitis) und durch Ansammlung von Flüssigkeit in den Lungen zu schweren Atemproblemen führen sowie die normale Atmung behindern, was zu lebensbedrohlichen Zuständen führen kann.

Wegen der Möglichkeit von Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Anaphylaxie (siehe Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“), die insbesondere bei einer unterbrochenen Therapie (weniger als 2–3-mal pro Woche) auftreten können, wird Sie Ihr Arzt während der Behandlung genau überwachen.

Wenn während der Behandlung eine Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenlicht auftritt,
informieren Sie bitte Ihren Arzt. In diesem Fall kann eine Beendigung der Behandlung notwendig
sein.

Im Zusammenhang mit der Anwendung von Isoniazid wurden Fälle schwerer Hautreaktionen berichtet, wovon einige mit tödlichem Ausgang waren (siehe Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“). Wenn Anzeichen oder Symptome einer derartigen Hautreaktion, z. B. ein rasch fortschreitender Hautausschlag, oft mit Blasenbildung oder Schleimhautläsionen, auftreten, müssen Sie unverzüglich einen Arzt aufzusuchen. Isoniazid muss dann dauerhaft abgesetzt werden.

Vor und in regelmäßigen Abständen während der Behandlung wird Ihr Arzt eine Kontrolle des Blutbildes sowie der Leber- und Nierenfunktion anordnen. Bei einer anhaltenden Verschlechterung der Leberwerte wird Ihr Arzt die Behandlung bis zur Normalisierung dieser Werte unterbrechen.

Um Entzündungen des Sehnervs zu erkennen, sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen
erforderlich.

Informieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn Sie Juckreiz, Schwäche, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Gelbfärbung der Augen oder Haut oder dunklen Urin bemerken. Diese Symptome können auf eine Lebererkrankung hinweisen und sollten ärztlich überwacht werden.

Bei Verschlechterung der Laborwerte wird Ihr Arzt die Behandlung so lange unterbrechen, bis sich die Werte normalisiert haben und die Beschwerden abgeklungen sind. Bei neuerlichem Auftreten von Anzeichen einer Leberschädigung wird der Arzt die Anwendung von Rifoldin mit INH unverzüglich beenden.

Während der Therapie mit Rifoldin mit INH müssen Sie auf Alkoholkonsum verzichten. Alkohol
erhöht das Risiko einer Leberentzündung und von Nebenwirkungen auf das Nervensystem.

Die Wirkung anderer leberschädigender Substanzen kann durch Rifoldin mit INH verstärkt werden. Bei Patienten mit chronischen Lebererkrankungen, Alkoholismus oder Unterernährung wird daher der Arzt den Nutzen der Behandlung gegen die möglichen Risiken sorgfältig abwägen.

Wenden Sie während der Behandlung keine paracetamolhaltigen Schmerzmittel an, da diese Kombination zu schweren Leberschäden durch Paracetamol führen kann. Dies gilt auch für rezeptfrei erhältliche Paracetamolpräparate!

Wenn Sie Rifoldin mit INH Dragees weniger als 2–3-mal pro Woche einnehmen, können unter Umständen nach 3–6 Monaten grippeartige Beschwerden (sog. „Flu-like-Syndrom“) auftreten, die einige Stunden lang anhalten (Fieber, Schüttelfrost, Hautrötung, Übelkeit, Erbrechen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen und allgemeines Schwächegefühl). Informieren Sie darüber Ihren Arzt, damit er entscheiden kann, ob Sie Rifoldin mit INH täglich weiterhin einnehmen können.

Rifoldin kann Ihren Vitamin-D-Serumspiegel senken. Der Arzt kann daher die zusätzliche Einnahme von Vitamin D verordnen. In diesem Zusammenhang wird er entsprechende Kontrollen durchführen (z. B. Serum-Calciumspiegel, Serum-Phosphatspiegel, Überwachung der Nierenfunktion).

Isoniazid greift in den körpereigenen Vitamin-B6-Stoffwechsel ein. Das kann negative Auswirkungen auf die Funktion des Nervensystems haben. Daher wird Ihr Arzt auch die Funktion der Nerven einschließlich Ihres seelischen Zustandes (neurologisch-psychiatrischer Status) vor und regelmäßig während der Behandlung überprüfen. Bei Bedarf wird Ihr Arzt zusätzlich ein Vitamin-B6-haltiges Arzneimittel verordnen.

Während der Behandlung sollte eine Schwangerschaft vermieden werden. Da Rifampicin die
Wirksamkeit einer hormonellen Verhütung (die „Pille“) vermindert, wird geraten, zusätzlich auch
nicht hormonelle Verhütungsmethoden anzuwenden. Eine Schwangerschaftsverhütung sollte nach
Ende der Behandlung noch 3 Monate lang weitergeführt werden.

Wenn bei Ihnen schwere und anhaltende Durchfälle auftreten, informieren Sie umgehend einen Arzt. Es könnte sich um eine unter Umständen lebensbedrohliche Darmerkrankung (sog.

„pseudomembranöse Kolitis“) handeln, die so rasch wie möglich behandelt werden muss.

Speichel, Schweiß, Urin und Tränen können sich durch die intensive rotbraune Farbe von Rifampicin gelb, orange, rot oder braun verfärben. Das betrifft auch weiche Kontaktlinsen, die dauerhaft verfärben können. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und wechseln Sie gegebenenfalls die Sehhilfe.

Einnahme von Rifoldin mit INH zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,
kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere
Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Rifoldin mit INH Dragees können die Wirkung anderer Arzneimittel verändern. Ihr Arzt wird daher gegebenenfalls die Dosierung anderer Arzneimittel ändern, um den Behandlungserfolg zu sichern.

Rifoldin darf nicht angewendet werden zusammen mit Arzneimitteln/Wirkstoffen gegen:

  • Hepatitis C (Wirkstoffe: z. B. Daclatasvir, Simeprevir, Sofosbuvir, Telaprevir)
  • HIV-Infektionen (Wirkstoffe: Zidovudin, Nevirapin, Etravirin, Efavirenz, Nelfinavir, Indinavir, Saquinavir und Ritonavir)
  • Virusinfektionen (Wirkstoffe: Cabotegravir, Fostemsavir und Lenacapavir)
  • Lurasidon (bei Schizophrenie und bipolaren Störungen): Rifampicin kann die Blutspiegel von Lurasidon senken.

Rifoldin mit INH kann die Wirkung folgender Arzneimittel/Wirkstoffe vermindern:

Arzneimittel/Wirkstoffe gegen

  • Allergie (Wirkstoff: Fexofenadin)
  • Angst und Schlafstörungen (Wirkstoffe: z. B. Diazepam, Zopiclon, Zolpidem, Zaleplon)
  • Asthma (Wirkstoffe: Theophyllin, Linezolid, Metronidazol)
  • bakterielle Infektionen (Wirkstoffe: Doxycyclin, Clarithromycin, Chloramphenicol, Fluorchinolone, Telithromycin)
  • (zu hohe) Blutfettwerte (Wirkstoff: Clofibrat), inklusive Cholesterin (Wirkstoffe: Clofibrat, Statine, z. B. Simvastatin)
  • Blutgerinnungsstörungen (Wirkstoffe: Warfarin und andere Cumarine)
  • Bildung von Blutgerinnseln (Wirkstoff: Clopidogrel)
  • zur Blutdrucksenkung (Wirkstoff: Bunazosin)
  • Brustkrebs mit antiöstrogener Wirkung (Wirkstoffe: z. B. Tamoxifen, Toremifen)
  • Darmkrebs (Wirkstoff: Irinotecan)
  • Depressionen (Wirkstoffe: Amitriptylin, Nortriptylin)
  • Endometriose (Wirkstoff: Gestrinon)
  • zur Entzugsbehandlung bei Opiatabhängigkeit (Wirkstoff: Methadon)
  • Epilepsie (Wirkstoffe: Phenytoin, Lamotrigin)
  • Erbrechen bei Krebstherapien (Wirkstoff: z. B. Ondansetron)
  • Herzrhythmusstörungen/Herzschwäche/hohen Blutdruck (Wirkstoffe: z. B. Chinidin, Disopyramid, Mexiletin, Propafenon, Tocainid, Herzglykoside, Digoxin, Digitoxin, Bisoprolol, Metoprolol, Propranolol, möglicherweise auch Alprenolol, Atenolol, Carvedilol, Celiprolol, Talinolol, Enalapril, Losartan, Calciumkanalblocker, z. B. Diltiazem, Nifedipin, Verapamil, Buspiron)
  • Lepra (Wirkstoff: Dapson)
  • Lungenhochdruck (Wirkstoff: Bosentan)
  • Magenübersäuerung und Magengeschwüre (Wirkstoff: Cimetidin)
  • Malaria (Wirkstoffe: Chinin, Chloroquin, Mefloquin). Chloroquin vermindert auch die Wirkung von Isoniazid.
  • Nebenschilddrüsenüberfunktion/ Hyperparathyreoidismus (Wirkstoff: Cinacalcet)
  • Organabstoßung (Wirkstoffe: z. B. Azathioprin, Ciclosporin, Tacrolimus, Mycophenolat, Everolimus)
  • Parasitenerkrankungen (Wurminfektionen, Wirkstoff: Praziquantel; Einzeller, Wirkstoff:

Atovaquon)

  • Pilzinfektionen (Wirkstoffe: z. B. Fluconazol, Ketoconazol, Itraconazol bzw. Caspofungin und Terbinafin)
  • psychische Erkrankungen wie Schizophrenie und bipolare Störungen (Wirkstoff: Aripiprazol) – Reizblase (Wirkstoff: Darifenacin))
  • Rheuma, Allergien, Unterfunktion der Nebennierenrinde (Wirkstoffe: Cortison und verwandte Substanzen: Hydrocortison, Fludrocortison, Prednison, Prednisolon, Methylprednisolon)
  • Schmerzen und Entzündungen (Wirkstoffe: Celecoxib, Etoricoxib, Diclofenac, Leflunomid) – Schmerzen (sog. „narkotische Schmerzmittel“, Wirkstoffe: Fentanyl, Morphin, Barbiturate) – Schilddrüsenunterfunktion (Wirkstoff: Levothyroxin)
  • Schwangerschaft und Postmenopause-Beschwerden (Wirkstoffe: Gestagene, Östrogene, Progestagene)
  • seelische Erkrankungen (sog. „Antipsychotika“, Wirkstoffe: z. B. Haloperidol, Risperidon, Clozapin, Quetiapin)
  • Vitamin-D-Mangel
  • Zuckerkrankheit (Wirkstoffe: Sulfonylharnstoffe, Thiazolidindione, z. B. Rosiglitazon, Pioglitazon, Gliclazid, Repaglinid, Glimepirid, Nateglinid)
  • andere Anitibiotika (z.B. Cefazolin und andere Cephalosporine)

Rifoldin kann die Wirksamkeit von Arzneimitteln verringern, die die Notwendigkeit zur
mechanischen Beatmung hinauszögern (Wirkstoff: Riluzol).

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie schwanger sind und einen
Schwangerschaftsabbruch durch Mifepriston planen oder benötigen.

Rifoldin mit INH kann die Wirkung folgender Arzneimittel/Wirkstoffe verstärken:

Arzneimittel gegen

  • Blutgerinnungsstörungen (Wirkstoff: Cumarine)
  • Bildung von Blutgerinnseln (Wirkstoff: Clopidogrel): Eine kombinierte Behandlung erhöht das Risiko von Blutungen.

Weitere Wechselwirkungen bestehen mit folgenden Arzneimitteln/Wirkstoffen:

  • Atropin: mögliche Verstärkung der Nebenwirkungen
  • Cotrimoxazol (Wirkstoff gegen Infektionskrankheiten)
  • Cycloserin, Terizidon (Wirkstoff gegen Tuberkulose): erhöhtes Risiko für Krämpfe
  • Disulfiram (zur Alkoholentwöhnung) und sog. „MAO-Hemmer“ (Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen): gegenseitige Wirkungsverstärkung
  • Insulin: kann die Wirkung von Isoniazid verstärken
  • Krebsarzneimittel/Zytostatika (Wirkstoffe: Ifosfamid, Imatinib, Irinotecan, Bexaroten, Dasatinib)
  • Levodopa (Wirkstoff gegen Parkinson): Es kann zu starkem Zittern und einer Verschlechterung der Parkinson-Symptome kommen.
  • Opiate (z. B. als Beruhigungsmittel, Schmerz- oder Hustenstiller) und sog.

„Anticholinergika“: vermindern unter Umständen die Wirkung von Rifampicin

  • Paraaminosalicylsäure: verlängert die Wirkdauer von Isoniazid und verkürzt die Wirkdauer von Rifampicin
  • Probenecid (Arzneimittel gegen Gicht): erhöhte Rifampicinkonzentration
  • Protionamid (zur Tuberkulosebehandlung): Dosisreduktion erforderlich
  • Ropivacain (lokales Betäubungsmittel)
  • Paracetamol (Schmerzmittel): Wenn Sie Paracetamol und Rifampicin einnehmen, kann dies das Risiko für Leberschäden erhöhen.
  • sog. „Sympathikomimetika“ (Arzneimittel gegen z. B. Herzrhythmusstörungen, Verengung der Atemwege, Geburtswehen, allergische Erkrankungen): mögliche Verstärkung der Nebenwirkungen
  • Arzneimittel zur Neutralisierung der Magensäure
  • Tizanidin (muskellockerndes Arzneimittel)
  • Amlodipin: Bei gleichzeitiger Anwendung kann es zu unterschiedlichen Plasmaspiegeln von Amlodipin kommen.
  • andere Antibiotika (z. B. Cefazolin und andere Cephalosporine)
  • Dapson: Wenn Sie Dapson (ein Antibiotikum) mit Rifampicin einnehmen, kann dies zu hämatologischer Toxizität einschließlich Verringerung des Knochenmarks und der Blutzellen, sowie zu einer Methämoglobinämie (Abnahme von Sauerstoff im Blut verursacht durch Veränderungen in den roten Blutzellen) führen.

Rifoldin kann die leberschädigende Wirkung des Narkosemittels Halothan verstärken.

Bei einer Kombination von Rifoldin mit INH Dragees und zentral erregenden Substanzen können
Erregungszustände auftreten.

Wechselwirkungen mit Labortests

Mikrobiologische Bestimmungen von Vitamin B12 und Folsäure sind nicht verwertbar. Rifampicin kann eine Leberfunktionsstörung vortäuschen. Der sog. „Bromsulfophthalein-Test“ zur Prüfung der Leberfunktion kann daher während der Behandlung mit Rifoldin mit INH nicht angewendet werden.

Rifoldin mit INH kann die Ausscheidung von Kontrastmitteln zur Gallenblasenuntersuchung
verzögern. Derartige Untersuchungen sollen daher vor der Einnahme von Rifoldin mit INH
durchgeführt werden.

Einnahme von Rifoldin mit INH zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Nach einer Mahlzeit, insbesondere nach kohlenhydratreichen Speisen, ist die Aufnahme von Isoniazid in den Körper beeinträchtigt. Auch können die in einigen Lebensmitteln (z. B. Thunfisch und andere Fischsorten, Käse, Rotwein) enthaltenen sog. „Monoamine“ zu Hitzewallungen, Hautrötungen, Schleimhautschwellungen und Kreislaufbeschwerden führen. Deshalb sollen Rifoldin mit INH Dragees auf nüchternen Magen eingenommen werden. Die genannten Nahrungsmittel sollten während der Behandlung nicht konsumiert werden.

Verzichten Sie während der Behandlung mit Rifoldin mit INH auf Alkohol.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Vor Beginn der Therapie muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen und während der Behandlung eine sichere Verhütung durchgeführt werden. Bitte beachten Sie, dass Rifoldin die Wirksamkeit einer hormonellen Schwangerschaftsverhütung (die „Pille“) verringern kann. Es sollte daher zusätzlich auch eine andere Art der Verhütung angewendet werden.

Während der ersten 3 Schwangerschaftsmonate wird der Arzt die Behandlung nur bei unbedingter Notwendigkeit beginnen, da das Risiko von Fehlbildungen des Ungeborenen nicht auszuschließen ist. Bei der Anwendung während der weiteren Schwangerschaft ist Vorsicht geboten, und Ihr Arzt wird das Nutzen-Risiko-Verhältnis abwägen.

Wenn Rifoldin mit INH während der Schwangerschaft angewendet werden muss, ist eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B6 wichtig, um mögliche Schäden des Kindes zu vermeiden.

Bei Anwendung in den letzten Wochen vor der Geburt kann es zu einer erhöhten Blutungsneigung bei Mutter und Neugeborenem kommen. Deshalb kann der Arzt Vitamin-K-Gaben verordnen.

Stillzeit

Die Wirkstoffe von Rifoldin mit INH Dragees treten in die Muttermilch über. Während der Stillzeit ist daher abzustillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit
beeinträchtigen. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

Rifoldin 300 mg mit INH Dragees enthalten Saccharose, Gelborange S (E 110) und Natrium

Ein Dragee enthält 180,90 mg Saccharose. Bitte nehmen Sie Rifoldin 300 mg mit INH Dragees erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

Dieses Arzneimittel enthält Gelborange S (E 110), was allergische Reaktionen hervorrufen kann.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dragee, d. h., es ist nahezu

„natriumfrei“.

3. Wie ist Rifoldin mit INH einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis vom Gewicht abhängig:

Erwachsene und Jugendliche über 14 Jahre:

Patienten mit 50 kg oder schwerer erhalten 1 x täglich 2 Rifoldin 300 mg mit INH Dragees.

Für Patienten unter 50 kg Körpergewicht sind Rifoldin 300 mg mit INH Dragees nicht geeignet.

Im Allgemeinen wird Ihr Arzt die Behandlung 6 Monate lang durchführen, wobei zumindest 3 Monate lang in der Kultur kein Erreger mehr nachweisbar sein darf.

Bei Patienten mit arzneimittelresistenten Organismen oder Tuberkulose, die auch in anderen Organen als der Lunge auftritt, kann eine längere Behandlung mit anderen Regimen erforderlich sein.

Behandlung der Tuberkulose mit zusätzlicher HIV-Infektion:

Im Allgemeinen wird der Arzt die Behandlung 9 Monate lang durchführen, wobei zumindest 6
Monate lang in der Kultur kein Erreger mehr nachweisbar sein darf.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktionsstörung

Für Patienten mit leicht eingeschränkter Leberfunktion sind Rifoldin 300 mg INH Dragees nicht
geeignet.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist im Allgemeinen keine Dosisanpassung
notwendig. Das gilt auch für Dialysepatienten.

Dialysepatienten sollen Rifoldin mit INH Dragees nach der Dialyse einnehmen.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 14 Jahren

Rifoldin 300 mg mit INH Dragees werden nicht für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 14 Jahren empfohlen.

Art und Dauer der Anwendung

Zum Einnehmen.

Rifoldin mit INH Dragees sind unzerkaut auf nüchternen Magen mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. einem Glas Wasser) mindestens eine halbe Stunde vor oder 2 Stunden nach einer Mahlzeit einzunehmen.

Bei eventueller Magenunverträglichkeit kann die Einnahme auch nach einer leichten Mahlzeit
erfolgen.

Die gleichzeitige Verabreichung von Pyridoxin (B6) wird bei älteren und unterernährten Personen und bei solchen, die eine Neigung für eine Neuropathie (Nervenerkrankung) (z. B. Diabetiker) aufweisen, sowie bei Jugendlichen empfohlen.

Arzneimittel zur Hemmung der Magensäure, sog. „Antazida“, dürfen nicht gemeinsam mit Rifoldin eingenommen werden. Rifoldin mit INH muss zumindest 2 Stunden vor dem Antazidum eingenommen werden.

Opiate, sog. „Anticholinergika“ und Paraaminosalicyl-haltige Arzneimittel dürfen erst frühestens 4 Stunden nach der Einnahme von Rifoldin mit INH verabreicht werden. Ihr Arzt oder Apotheker kann Sie dazu beraten.

Über die Dauer der Anwendung, welche sich nach Art und Schwere der Erkrankung richtet,
entscheidet Ihr Arzt.

Wenn Sie eine größere Menge von Rifoldin mit INH eingenommen haben, als Sie sollten

Setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt in Verbindung.

Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Juckreiz, Kopfschmerzen, Schwindel, verwaschene Sprache, verschwommenes Sehen und optische Wahrnehmungsveränderungen oder zunehmende Teilnahmslosigkeit können bereits kurz nach Einnahme einer Überdosis auftreten. Liegt eine schwere Lebererkrankung vor, kann es zu Bewusstlosigkeit kommen. Die Intensität einer Verfärbung (gelb, orange, rot, braun) von Haut, Urin, Schweiß, Speichel, Tränen, Zähnen und Stuhl ist vom Ausmaß der Dosis abhängig. Bei starker Überdosierung kann es zu Atemnot, einem Zustand der Reglosigkeit bis hin zu tiefem Koma kommen, zusammen mit schwer beherrschbaren Krämpfen. Bei massiven Überdosierungen mit Todesfolge kam es zu Blutdruckabfall, Herzrhythmusstörungen, Krämpfen und Herzstillstand.

Hinweise für den Arzt befinden sich am Ende dieser Gebrauchsinformation.

Wenn Sie die Einnahme von Rifoldin mit INH vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben, setzen Sie die Behandlung wie gewohnt fort. Wenn Sie die Einnahme mehrmals vergessen, müssen Sie Ihren Arzt darüber informieren.

Wenn Sie die Einnahme von Rifoldin mit INH abbrechen

Wenn die Behandlung vorzeitig abgebrochen wird, kann die Tuberkulose wiederum auftreten. Selbst nach einer spürbaren Besserung des Befindens ist daher die Behandlung unbedingt zu Ende zu führen, da nur so eine vollständige Beseitigung der Erreger gewährleistet ist.

Wenn Sie trotzdem die Behandlung unterbrochen haben, dürfen Sie nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt neu beginnen, da unter Umständen mit schweren Komplikationen zu rechnen ist.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Transaminasenanstieg

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

  • starke Verminderung der Blutplättchen, wodurch ein erhöhtes Risiko einer Blutung und Neigung zu Blutergüssen besteht. Bei Verminderung der Blutplättchen (mit und ohne Hautblutungen) ist die Behandlung sofort und auf Dauer zu beenden.
  • Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Fieber, Hautentzündungen)
  • Paradoxe Arzneimittelreaktion: Nach einer anfänglichen Besserung während der Behandlung können die Symptome der Tuberkulose erneut auftreten oder neue Symptome auftreten.

Paradoxe Reaktionen wurden bereits 2 Wochen oder auch erst 18 Monate nach Beginn der Behandlung gegen Tuberkulose berichtet. Paradoxe Reaktionen gehen in der Regel mit Fieber, geschwollenen Lymphknoten (Lymphadenitis), Atemnot und Husten einher. Bei Patienten mit paradoxer Arzneimittelreaktion können auch Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust auftreten.

  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Blähungen
  • Anstieg der Enzyme AST, ALT, alkalische Phosphatase, -Glutamyltranspeptidase
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Nervenerkrankung mit Kribbeln und Taubheitsgefühl, Muskelzittern, in hohen Dosen Krampfanfälle (vor allem bei Patienten mit Epilepsie)
  • Durchfall, Verstopfung

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

  • Verminderung bestimmter weißer Blutzellen (Leukopenie), erhöht die Anfälligkeit für Infektionen,
  • Fieber
  • Gelbsucht und Lebervergrößerung (meist nur vorübergehend). Gefährdet sind vor allem Patienten mit bereits bestehenden Leberschäden, Alkoholkranke und ältere Menschen
  • Leberentzündung

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

  • Verminderung bestimmter weißer Blutzellen (Granulozytopenie)
  • Störung der Blutgerinnung
  • Sehstörungen
  • Entzündung des Sehnervs
  • schwere großflächige Hautschäden (toxische epidermale Nekrolyse)
  • Arzneimittelexanthem (mit Eosinophilie und systemischen Symptomen [DRESS-Syndrom])

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

  • Haut- und Schleimhautschwellungen, auch im Gesichts- und Halsbereich (sog.

„Schmetterlingsflechte“), unter Umständen in Verbindung mit Fieber, Schwächegefühl,
Muskel- und Gelenkschmerzen

  • Fieber, Schwächegefühl, Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Koordinationsschwierigkeiten, Schwierigkeiten, die Bewegungen aufeinander abzustimmen – Konzentrationsunfähigkeit
  • Müdigkeit
  • Schmerzen und Taubheitsgefühl in Armen und Beinen

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

  • schwere Darmentzündung (sog. „pseudomembranöse Kolitis“)
  • sog. „Influenza“: meist bei nicht täglicher Einnahme (nur 2–3 Dosen pro Woche). Sie äußert sich u. a. mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Schüttelfrost, Ausschlag, Übelkeit, Erbrechen, Knochen- und Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel, Kurzatmigkeit bzw. pfeifender Atmung, Blutdruckabfall und Schock, Blutarmut und plötzlichem Nierenversagen. Die Influenza kann in fast allen Fällen durch Wechsel von der nicht täglichen auf die tägliche Einnahme zum Verschwinden gebracht werden.
  • übermäßig stark ablaufende Blutgerinnung und Blutungsneigung (disseminierte intravasale Gerinnung)
  • Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie)
  • starke Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Agranulozytose)
  • Blutarmut, verminderte Anzahl roter Blutkörperchen, kann zu Blässe, Schwäche und Kurzatmigkeit führen. Ihr Arzt entscheidet, ob ein sofortiger und dauerhafter Abbruch der Behandlung erforderlich ist.
  • schwere Überempfindlichkeitsreaktion (anaphylaktische Reaktion)
  • allergische, schmerzhafte Schwellung von Haut und Schleimhaut v.a. im Gesichtsbereich
  • Bei Beeinträchtigung der Nebennierenfunktion kann es zu einer unzureichenden Nebennierenfunktion kommen.
  • verminderter Appetit
  • Gehirnblutungen bis hin zu Todesfällen, wenn die Behandlung mit Rifampicin nach dem Auftreten von Purpura (Einblutungen in die Haut) fortgesetzt wurde
  • gelbe, orange, rote, braune Verfärbung von Tränenflüssigkeit (betrifft auch weiche Kontaktlinsen), Zähnen, Harn, Schweiß und Speichel
  • Schock
  • anfallsweise auftretendes Erröten der Haut, vor allem am Oberkörper und im Gesicht (Flush) – Entzündung der Blutgefäße
  • Lungenentzündung (interstitielle Lungenerkrankung/Pneumonitis): Informieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn Sie Kurzatmigkeit neu entwickeln oder sich eine bestehende Kurzatmigkeit plötzlich verschlechtert, möglicherweise mit Husten oder Fieber.Atemnot, Keuchen, verfärbter Auswurf
  • Bauchschmerzen
  • Störungen im Verdauungstrakt
  • Leberentzündung, Erhöhung der Bilirubinkonzentration im Blut, Gallenstau
  • Hautausschlag mit Blasenbildung
  • schwere Hauterkrankung und Schleimhautveränderungen mit Störung des Allgemeinbefindens, schmerzhafte Blasenbildung der Haut, besonders im Mund-, Augen- und Genitalbereich
  • Arzneimittelexanthem (mit Eosinophilie und systemischen Symptomen [DRESS-Syndrom]) – Hautreaktionen (besonders bei jüngeren Patienten auch akneartig), Juckreiz mit oder ohne Hautausschlag
  • Nesselausschlag, allergische Hautentzündung
  • Erkrankung der Muskulatur, Muskelschwäche, Knochenschmerzen
  • akuter Nierenschaden (sofortiger und endgültiger Therapieabbruch notwendig)
  • entzündliche Erkrankung der Nieren, die von Fieber, Hautausschlag und Gelenkschmerzen begleitet sein kann (sofortiger und endgültiger Therapieabbruch notwendig)
  • Blutungen nach der Geburt, Blutungen von Fötus und Mutter
  • Störungen der Regelblutung bei der Frau
  • Stoffwechselerkrankungen, bei denen die Produktion des Blutfarbstoffs gestört ist (Porphyrie) – Flüssigkeitsansammlungen in den Geweben
  • Abnahme des Blutdrucks
  • erhöhte Kreatininwerte im Blut, erhöhte Leberenzymwerte
  • Herzrhythmusstörungen
  • Funktionsstörung des Knochenmarks (Knochenmarksdepression) mit z.B. Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Granulozytopenie, Agranulozytose), Blutplättchenmangel (Thrombozytopenie), Blutarmut (auch durch Mangel an Vitamin B6), Neigung zu Blutungen, immunologisch bedingter Blutplättchenmangel (Immunthrombopenien) und andere Gerinnungsstörungen, Verminderung aller Blutzellen (Panmyelopathie, aplastische Anämie) – Entzündung des Sehnervs
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse
  • Übelkeit, Erbrechen, Oberbauchschmerzen
  • meist vorübergehende Nierenentzündung
  • Hautrötungen, Haut- und Schleimhautveränderungen, gelbbraune Verfärbungen im Bereich sonnenexponierter Haut (Pellagra), großblättrige Hautschuppung, schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom), Lichtempfindlichkeit der Haut
  • Haarausfall
  • rheumatische Beschwerden, Untergang von Muskelgewebe
  • meist vorübergehende Überfunktion von Nebennieren und Hirnanhangsdrüse mit Störungen des Menstruationszyklus bei der Frau bzw. Vergrößerung der Brust beim Mann
  • Erhöhung des Blutzuckerspiegels
  • Fieber
  • Blutdruckveränderungen mit Schwindel, Übersäuerung des Blutes
  • schwere Überempfindlichkeitsreaktionen, Haut- und Schleimhautschwellungen, Schmetterlingsflechte (sogenannter „Lupus erythematodes“)
  • Reizbarkeit, Ängstlichkeit, Konzentrationsschwäche, Depression, psychische Störungen
  • Mangel an Vitamen B6
  • Blutungen
  • Vitamin-K-abhängige Gerinnungsstörungen
  • Kleinhirnsyndrom einschließlich: schlechter Bewegungskoordination, Gleichgewichtsstörungen, Sprechstörungen, unwillkürlicher Augenbewegungen

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 Wien
Österreich
Fax: +43 (0) 50 555 36207
Website: www.basg.gv.at/

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Rifoldin mit INH aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton nach „Verwendbar bis“ angegebenen
Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des
angegebenen Monats.

Nicht über 25 °C lagern.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Rifoldin 300 mg mit INH enthält

  • Die Wirkstoffe sind: Rifampicin und Isoniazid.
  • 1 überzogene Tablette enthält 300 mg Rifampicin und 150 mg Isoniazid.
  • Die sonstigen Bestandteile sind:

Tablettenkern:

Calciumstearat, Natriumcarboxymethylcellulose, Natriumlaurylsulfat, mikrokristalline Cellulose,
Magnesiumstearat;

Tablettenhülle:

Gelatine, Magnesiumcarbonat, Gummi Arabicum, Povidon, Talkum, Saccharose, Kaolin,
Siliciumdioxid, Gelborange S (E 110), Titandioxid (E 171), Carnaubawachs.

Wie Rifoldin 300 mg mit INH aussieht und Inhalt der Packung

Rifoldin 300 mg mit INH Dragees sind orangefarbene, längliche, überzogene Tabletten in einem
Blisterstreifen.

Packungsgröße: 30 Dragees.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

sanofi-aventis GmbH, Turm A, 29. OG, Wienerbergstraße 11, 1100 Wien, Österreich

Hersteller

SANOFI S.r.l., Via Valcanello 4, 03012 ANAGNI (FR), Italien

Z. Nr.: 16028

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Februar 2026.

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Therapiemaßnahmen bei Überdosierung

Im Fall einer Vergiftung sollte bei nicht bewusstseinsgetrübten Patienten sofort Erbrechen oder eine Magenspülung mit Wasser unter Zusatz von reichlich Aktivkohle durchgeführt werden, gefolgt von unterstützenden Maßnahmen, einschließlich des Freihaltens der Atemwege und der Behandlung der auftretenden Symptome. Da diese vor allem durch Isoniazid bedingt sein können, sollte auch Pyridoxin (Vitamin B6) parenteral verabreicht werden. Publizierte Empfehlungen reichen von 5–12 g Pyridoxin (Cave: Pyridoxin in Mengen über 10 g kann eine periphere Polyneuropathie auslösen). Bei Patienten, deren Krämpfe mit Pyridoxin nicht beherrschbar sind, ist eine antikonvulsive Behandlung angezeigt. Zur Kontrolle der metabolischen Azidose kann Natriumbicarbonat verabreicht werden.

Durch Hämo- und Peritonealdialyse wird keine bedeutsame Minderung der Rifampicin-Serumkonzentrationen erzielt, jedoch kann der Isoniazidspiegel damit gesenkt werden.

Kontrollen der Leberfunktion und des Blutbildes sind notwendig.

Fachinformation

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Rifoldin® 300 mg mit INH Dragees

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 überzogene Tablette enthält 300 mg Rifampicin und 150 mg Isoniazid.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

180,90 mg Saccharose, 1,37 mg Gelborange S (E 110) und Spuren an Natrium pro Dragee

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Überzogene Tablette.

Orange-farbene, längliche Tabletten.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Zur Therapie aller Formen und Stadien der Tuberkulose, deren Erreger gegen Rifampicin und
Isoniazid empfindlich sind.

Zu Beginn der Tuberkulosebehandlung sollte zusätzlich ein weiteres Tuberkulosemittel verabreicht
werden.

Die üblichen und allgemein anerkannten Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von
antimikrobiellen Wirkstoffen sind bei der Anwendung zu berücksichtigen.

Rifoldin 300 mg mit INH Dragees werden angewendet bei Erwachsenen und Jugendlichen über 14
Jahre.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Erwachsene und Jugendliche über 14 Jahre:

Allgemeine Dosierungsrichtlinien:

8–12 mg Rifampicin/kg Körpergewicht, d. h.,

  • Patienten unter 50 kg erhalten 1-mal täglich 450 mg Rifampicin und 300 mg Isoniazid (dafür stehen Rifoldin 150 mg mit INH Dragees zur Verfügung);
  • Patienten mit 50 kg oder schwerer erhalten 1-mal täglich 600 mg Rifampicin und 300 mg Isoniazid (1-mal täglich 2 Rifoldin 300 mg mit INH Dragees).

Im Allgemeinen soll die Behandlung 6 Monate lang durchgeführt werden und zumindest 3 Monate
lang in der Kultur kein Erreger mehr nachweisbar sein.

Bei Patienten mit arzneimittelresistenten Organismen oder extrapulmonaler Tuberkulose kann eine
längere Behandlung mit anderen Regimen erforderlich sein.

Behandlung der Tuberkulose mit zusätzlicher HIV-Infektion:

Im Allgemeinen soll die Behandlung 9 Monate lang durchgeführt werden oder zumindest 6 Monate
lang in der Kultur kein Erreger mehr nachweisbar sein.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion:

Bei Lebererkrankungen kann es zur Verlängerung der Halbwertszeit von Isoniazid kommen.

Bei stärker eingeschränkter Leberfunktion ist Rifoldin kontraindiziert.

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion soll eine Tagesdosis von 8 mg Rifampicin/kg
Körpergewicht nicht überschritten werden. Zugleich wird eine Dosisreduktion auf 100-200 mg
Isoniazid/Tag empfohlen (siehe auch Abschnitt 4.3).

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion:

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist keine Dosisanpassung notwendig. Dies gilt auch
für Dialysepatienten.

Allerdings wird bei langsamen Acetylierern (siehe Abschnitt 5.2) eine Dosisreduktion auf 100–200
mg Isoniazid pro Tag empfohlen, da die Isoniazid-Metaboliten renal ausgeschieden werden und bei
schweren Nierenschäden mit verminderter Clearance eine Anreicherung der lebertoxischen
Metaboliten möglich ist. Eine Überwachung der Isoniazid-Serumspiegel wird empfohlen. Die
Talspiegel sollen 24 Std. nach der letzten Applikation, also vor der nächsten Dosis, unter 1 mg/l
liegen.

Da Isoniazid durch Hämodialyse (73% innerhalb von 5 Stunden) und durch Peritonealdialyse
entfernt werden kann, sollen Dialysepatienten Rifoldin mit INH nach Ende der Dialyse einnehmen.

Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren:

Rifoldin 300 mg mit INH Dragees werden nicht für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen
unter 14 Jahren empfohlen.

Ältere Patienten:

Zur Dosierung bei älteren Patienten liegen keine ausreichenden Erfahrungen aus kontrollierten
klinischen Studien vor.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Um eine ungestörte Resorption zu gewährleisten sollen Rifoldin mit INH Dragees auf nüchternen
Magen mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. 1 Glas Wasser) mindestens eine halbe Stunde vor oder 2
Stunden nach einer Mahlzeit eingenommen werden. Bei eventueller Magenunverträglichkeit kann
die Gabe auch nach einer leichten Mahlzeit erfolgen, ohne dass dadurch die Wirksamkeit
wesentlich beeinträchtigt wird.

Die gleichzeitige Verabreichung von Pyridoxin (B6) wird bei älteren und unterernährten Personen und
bei solchen, die eine Prädisposition für eine Neuropathie (z. B. Diabetiker) aufweisen, sowie bei
Jugendlichen empfohlen (siehe auch Abschnitt 4.4).

Antazida können die Resorption von Rifampicin verringern. Rifoldin mit INH ist daher zumindest 2
Stunden vor der Anwendung eines Antazidums einzunehmen.

Opiate, Anticholinergika und bentonithaltige PAS-Präparate vermindern die Bioverfügbarkeit von
gleichzeitig oral verabreichtem Rifampicin, daher muss Rifoldin mit INH zumindest 4 Stunden vor
diesen Präparaten verabreicht werden.

4.3 Gegenanzeigen

-------Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe, andere Rifamycine oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile, schwere Leberfunktionsstörungen wie Verschluss-Ikterus, Hepatitis, Leberzirrhose Polyneuropathien Störungen der Hämostase und Hämatopoese Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren Porphyrie (siehe Abschnitt 4.4) Rifampicin ist kontraindiziert bei gleichzeitiger Anwendung mit Arzneimitteln, die stark von seinem Potenzial zur Induktion von Arzneimittel-metabolisierenden Enzymen und Transportern betroffen sind, wie z. B.: Lurasidon, Sofosbuvir, antiretrovirale Arzneimittel: Saquinavir/Ritonavir, Cabotegravir, Fostemsavir und Lenacapavir (siehe Abschnitt 4.5).
Um weitere Informationen über die möglichen Kontraindikationen bei Rifampicin zu erhalten, sind bei einer gemeinsamen Verabreichung mit anderen Arzneimitteln auch deren Fachinformationen zu beachten.
4.4Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Rifoldin mit INH darf nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden:–bei leichten Leberfunktionsstörungen und/oder chronischen Lebererkrankungen bzw. bei Alkoholkranken (strenge Nutzen-Risiko-Abschätzung erforderlich),
–wenn bei früherer Behandlung (mit Isoniazid) bereits eine passagere Erhöhung der Leberwerte aufgetreten ist,
–bei leichten Überempfindlichkeitsreaktionen. Nach Rückgang der Symptome infolge einer Unterbrechung der Therapie kann eine Weiterbehandlung möglich sein,
–bei Wiederaufnahme einer Rifampicin-Behandlung nach kurzer oder längerer Unterbrechung. Eine hyperergische Sofortreaktion, z. B. mit Schock oder Nierenversagen, kann eintreten. Es wird empfohlen, bei Wiederbeginn der Therapie eine einschleichende Dosierung durchzuführen.
–bei Patienten im fortgeschrittenen Lebensalter, mit schweren Nierenschäden, neurologischen oder psychiatrischen Erkrankungen wegen eines erhöhten Risikos für Krampfanfälle und Psychosen, bei Diabetikern und bei Alkoholabusus, da die Nebenwirkungsrate mit zunehmendem Lebensalter und bei vorbestehender Disposition zu den für Isoniazid bekannten Nebenwirkungen (siehe Abschnitt 4.8) steigt.
–bei gleichzeitiger Gabe von Antiepileptika, Benzodiazepinen und Paracetamol (siehe Abschnitt 4.5),
–Rifampicin kann eine hepatische Porphyrie (Porphyria cutanea tarda) induzieren. Bei entsprechend veranlagten Personen ist daher Vorsicht geboten.

Warnhinweise

Leber
Rifoldin mit INH ist eine Kombination von Rifampicin und Isoniazid, die beide mit
Leberfunktionsstörungen in Verbindung gebracht wurden. Werden Patienten mit beeinträchtigter
Leberfunktion mit Rifoldin mit INH behandelt, ist daher eine strikte medizinische Überwachung
notwendig. Die Leberfunktion (insbesondere AST und ALT) sollte vor Beginn der Therapie und
während der Behandlung alle 4 Wochen überprüft werden. Treten Zeichen eines Leberzellschadens
auf, sollte Rifoldin mit INH abgesetzt werden.

Bei der Behandlung mit Rifampicin wurden Fälle von leichter bis schwerer Cholestase berichtet. Die
Patienten sollten angewiesen werden, sich unverzüglich mit ihrem Arzt in Verbindung zu setzen, wenn
Symptome wie Juckreiz, Schwäche, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen,
Gelbfärbung der Augen oder Haut oder dunkler Urin auftreten. Wenn die Cholestase bestätigt ist,
sollte Rifoldin 300 mg mit INH Dragees abgesetzt werden.

Rifampicin:

Bei einer Therapie mit Rifampicin lässt sich in etwa 5-20 % ein Transaminasenanstieg feststellen.

Oft kommt es trotz Fortsetzung der Therapie wieder zur Normalisierung der Werte, daher ist ein
einzelner Bericht von mäßig erhöhtem Bilirubin und/oder Transaminasen allein kein Grund, die
Therapie abzubrechen. Diese Entscheidung sollte erst nach wiederholter Bestimmung dieser Werte
gefällt werden. Dabei ist der zeitliche Verlauf und Schweregrad der Erkrankung im
Zusammenhang mit dem klinischen Zustand des Patienten zu berücksichtigen. Bei Zunahme der
Transaminasen über 100 U/l, Anstieg der Bilirubinkonzentration oder entsprechender klinischer
Symptomatik ist sofortiges Absetzen der Behandlung geboten, da es zu einer tödlichen
Leberdystrophie kommen kann. Nach längerer Pause wird die erneute Gabe von Rifampicin von
den meisten Patienten wieder vertragen. Wegen der hepatotoxischen Nebenwirkungen sind unter
jeder Therapie mit Rifampicin regelmäßige Bilirubin- und Leberenzymkontrollen notwendig.

Interstitielle Lungenerkrankung (ILD)/Pneumonitis
Es gab Berichte über ILD oder Pneumonitis bei Patienten, die Rifampicin zur Behandlung von
Tuberkulose erhalten (siehe Abschnitt 4.8). ILD/Pneumonitis ist eine potenziell tödliche Erkrankung.

Eine sorgfältige Beurteilung aller Patienten mit akutem Einsetzen und/oder unerklärlicher
Verschlechterung pulmonaler Symptome (Dyspnoe begleitet von trockenem Husten) und Fieber sollte
vorgenommen werden, um die Diagnose von ILD/Pneumonitis zu bestätigen. Bei Diagnose von
ILD/Pneumonitis ist Rifampicin im Falle schwerer Manifestationen dauerhaft abzusetzen
(respiratorische Insuffizienz und akutes respiratorisches Distress-Syndrom) und eine geeignete
Behandlung bei Bedarf zu initiieren.

Immunologische Reaktionen/Anaphylaxie
Wegen der Möglichkeit immunologischer Reaktionen einschließlich Anaphylaxie (siehe Abschnitt
4.8), die bei intermittierender Therapie (weniger als 2–3-mal pro Woche) auftreten, sollten die
Patienten mit diesem Behandlungsregime genau überwacht und angewiesen werden, bei Auftreten
derartiger Beschwerden sofort einen Arzt zu verständigen. Sie sollten vor der Unterbrechung des
Dosierungsschemas gewarnt werden, da diese Reaktionen auftreten können.

Ein „Flu-like-Syndrom“ tritt meist 3–6 Monate nach Beginn einer intermittierenden Therapie auf.

Die Symptome treten 1–2 Stunden nach der Rifampicin-Anwendung auf und dauern bis zu 8
Stunden an. Das „Flu-like-Syndrom" kann in fast allen Fällen durch Wechsel von der
intermittierenden auf die tägliche Gabe zum Verschwinden gebracht werden. Corticoidschutz kann
nützlich sein.

Die Patienten sind auch über die Risiken eines unbegründeten eigenmächtigen Therapieabbruchs
und vor allem über die Risiken eines Neubeginns der Therapie ohne ärztliche Kontrolle zu
informieren.

Paradoxe Arzneimittelreaktion
Nach anfänglicher Besserung der Tuberkulose unter Therapie mit Arzneimitteln zur Behandlung von
Tuberkulose können sich die Symptome wieder verschlechtern. Bei den betroffenen Patienten wurde
eine klinische oder radiologische Verschlechterung bestehender Tuberkuloseläsionen oder die
Entwicklung neuer Läsionen festgestellt. Solche Reaktionen wurden innerhalb der ersten Wochen oder
Monate nach Beginn der Tuberkulose-Therapie beobachtet. Die Kulturen sind in der Regel negativ,
und solche Reaktionen deuten in der Regel nicht auf ein Therapieversagen hin.

Die Ursache für diese paradoxe Reaktion ist noch unklar, aber eine übermäßige Immunreaktion wird
als mögliche Ursache vermutet. Bei Verdacht auf eine paradoxe Reaktion sollte gegebenenfalls eine
symptomatische Therapie zur Unterdrückung der übermäßigen Immunreaktion eingeleitet werden.

Darüber hinaus wird eine Fortsetzung der geplanten Kombinationstherapie gegen Tuberkulose
empfohlen.

Die Patienten sollten angewiesen werden, bei einer Verschlechterung ihrer Symptome unverzüglich
einen Arzt aufzusuchen. Die auftretenden Symptome sind in der Regel spezifisch für die betroffenen
Gewebe. Mögliche allgemeine Symptome sind unter anderem Husten, Fieber, Müdigkeit, Atemnot,
Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust oder Schwäche (siehe Abschnitt 4.8).

DRESS Schwere systemische Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich Todesfälle, wie das DRESS-Syndrom (Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen) wurden während der Behandlung mit einer Antituberkulose-Therapie beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Es ist wichtig zu beachten, dass frühe Manifestationen von Überempfindlichkeit, wie Fieber, Lymphadenopathie oder biologische Abnormitäten (einschließlich Eosinophilie, Leberabnormitäten) vorhanden sein können, auch wenn kein Hautausschlag zu sehen ist. Wenn solche Anzeichen oder Symptome vorhanden sind, muss der Patient angehalten werden, sofort seinen Arzt aufzusuchen.

Rifoldin muss abgesetzt werden, wenn keine alternative Ursache für die Symptome gefunden
werden kann.

Schwere bullöse Reaktionen Es wurden unter Rifampicin Fälle von schweren bullösen Reaktionen, wie das Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxische epidermale Nekrolyse (TEN) und akute generalisierte exanthematöse Pustulose (AGEP), berichtet. Wenn Symptome oder Anzeichen von AGEP, SJS oder TEN auftreten, muss die Behandlung mit Rifampicin sofort beendet werden.

Schwerwiegende Komplikationen
Beim Auftreten schwerwiegender Komplikationen wie Thrombozytopenie, Purpura, hämolytischer
Anämie, Dyspnoe, asthmaartigen Anfällen, Schock und Nierenversagen ist Rifoldin mit INH sofort
und endgültig abzusetzen.

Vorsichtsmaßnahmen

Vor der Tuberkulose-Behandlung von Erwachsenen sollen die Leberenzyme (einschließlich
Cholestaseparameter, Bilirubin, Serumkreatinin) sowie das komplette Blutbild (einschließlich der
Thrombozyten) bestimmt werden. Bei Kindern sind diese Untersuchungen dann notwendig, wenn
erschwerende Umstände bekannt sind oder ein klinischer Verdacht darauf besteht.

Während der Behandlung sind zumindest monatliche Kontrollen der genannten Parameter erforderlich
und mit Nebenwirkungen assoziierte Symptome abzuklären (entsprechende Follow-up-Kontrollen,
einschließlich Labortests, sind gegebenenfalls durchzuführen).

Die enzyminduzierenden Eigenschaften von Rifampicin können den Metabolismus endogener Substrate, einschließlich adrenaler Hormone, Schilddrüsenhormone und Vitamin D, erhöhen. Unter einer Behandlung mit Rifampicin kann es daher zu einer Reduktion der Vitamin-D-Serumspiegel kommen. Eine prophylaktische Vitamin-D-Gabe in üblicher Dosierung sollte in Betracht gezogen werden. In diesem Zusammenhang sind dann entsprechende Kontrollen erforderlich (z. B. Calcium-Serumspiegel, Phosphat-Serumspiegel, Überwachung der Nierenfunktion).

Durch Störung der Porphyrinsynthese (Defekt der Uroporphyrinogen-Decarboxylase, Aktivierung
der Uroporphyrinogen-I-Synthetase) kann eine Porphyria cutanea tarda ausgelöst werden, bei der
hinsichtlich der Symptomatik eine Photodermatose im Vordergrund steht. Einzelfallberichte haben
bei Patienten mit Porphyrie die Aktivierung der Delta-Aminolaevulinsäure-Synthetase als Ursache
einer Verschlechterung der Porphyrie assoziiert. In diesen Fällen ist Rifoldin sofort abzusetzen
(siehe Abschnitte 4.3 und 4.8).

Vor Behandlungsbeginn sollen die Patienten darauf hingewiesen werden, dass sich Zähne, Sputum,
Schweiß, Urin und Tränen (daher auch weiche Kontaktlinsen permanent) durch Rifampicin gelb,
orange, rot oder braun verfärben können.

Die Wirkung hepatotoxischer Substanzen kann durch Rifampicin verstärkt werden. Bei Patienten
mit chronischen Lebererkrankungen, Alkoholismus oder Unterernährung muss daher der
therapeutische Nutzen der Behandlung gegen die möglichen Risiken sorgfältig abgewogen werden.

Isoniazid:

Die Anwendung von Isoniazid muss bei Patienten mit chronischer Lebererkrankung oder schwerer
Beeinträchtigung der Nierenfunktion sorgfältig überwacht werden.

Vorsicht bei der Behandlung mit Isoniazid ist wegen des Risikos einer schweren, u. U. tödlich
verlaufenden Hepatitis geboten. Die Frequenz einer Isoniazid-assoziierten Hepatitis nimmt mit dem
Alter zu (20–43 Jahre: ca. 3/1000 Patienten, 34–49 Jahre: ca. 12/1000, 50–64 Jahre: ca. 23/1000).

Daher sollte bei prädisponierten Personen bereits vor Behandlungsbeginn eine Transaminasen-Bestimmung erfolgen, die während der Behandlung in monatlichen Abständen wiederholt wird.

Eine Befragung der Patienten zu Prodromalzeichen einer Hepatitis (z. B. Schwächegefühl,
Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen) wird empfohlen. Die Patienten sollten angewiesen werden,
sich bei Auftreten solcher Symptome unverzüglich an den Arzt zu wenden. Bei leichter Erhöhung
der Transaminasen ist die Überwachung zu intensivieren. Der Beginn fällt meist in die ersten
Behandlungsmonate, ohne darauf beschränkt zu sein. In der Regel kommt es unter fortgesetzter
Therapie zur Rückbildung, steigende Werte zeigen jedoch eine progrediente Leberschädigung an.

Bei Hinweisen darauf ist Rifoldin mit INH sofort abzusetzen. Ist eine weitere Behandlung
erforderlich, darf diese erst nach dem vollständigen Abklingen der Symptomatik und
Normalisierung aller Parameter erneut begonnen werden. Bei Wiederauftreten von Anzeichen einer
Leberschädigung muss die Anwendung unverzüglich beendet werden.

Während der Therapie muss auf die Aufnahme von Alkohol verzichtet werden, da Alkohol in
Verbindung mit einer Isoniazidtherapie das Risiko einer Isoniazid-Hepatitis vergrößert.

Im Zusammenhang mit der Anwendung von Isoniazid wurden Fälle schwerer Hautreaktionen,
einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom und toxischer epidermaler Nekrolyse berichtet, wovon
einige mit letalem Ausgang waren (siehe Abschnitt 4.8). Die Patienten müssen auf die Anzeichen
und Symptome hingewiesen werden und sorgfältig in Hinblick auf Hautreaktionen überwacht
werden. Wenn Anzeichen oder Symptome eines Stevens-Johnson-Syndroms oder einer toxischen
epidermalen Nekrolyse (z. B. ein rasch fortschreitender Hautausschlag, oft mit Blasenbildung oder
Schleimhautläsionen) auftreten, muss der Patient angewiesen werden, unverzüglich den Arzt
aufzusuchen. Isoniazid muss dauerhaft abgesetzt werden, wenn keine alternative Ursache für die
Symptome gefunden werden kann.

Isoniazid greift in den körpereigenen Vitamin-B6-Stoffwechsel ein. Bevorzugt bei Patienten, bei
denen ein Vitamin-B6-Mangel vorliegt oder zu erwarten ist (ältere Patienten, Patienten mit
schlechtem Ernährungszustand, Patienten mit Prädisposition zu Neuropathie (z. B. Diabetiker))
oder bei denen ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Isoniazid-Neuritis besteht, sollte
Rifoldin mit IHN zur Prophylaxe und zur Therapie eines Vitamin-B6-Mangels mit Pyridoxin
kombiniert werden.

Ein Kleinhirnsyndrom (einschließlich zerebellarer Ataxie, Dysdiadochokinese, Sprechstörungen,
Gleichgewichtsstörungen, Nystagmus, Dysmetrie) wurde unter der Anwendung von Isoniazid
hauptsächlich bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

Eine Rückbildung der Symptome des Kleinhirnsyndrom wurde nach Absetzen der Behandlung mit
oder ohne Verabreichung einer Korrekturbehandlung beobachtet. Daher legt das medizinische
Fachpersonal fest, ob eine Dosisunterbrechung und/oder Dosisreduktion von Isoniazid erforderlich ist.

Bei älteren Menschen oder Patienten mit schlechtem Ernährungszustand ist während der Therapie
die Leberfunktion sorgfältig zu überwachen.

Bei Langzeittherapie sind wegen der Gefahr einer Optikusneuritis regelmäßige ophthalmoskopische
Kontrollen erforderlich.

Bei Frauen im gebärfähigen Alter sollten Schwangerschaftstests durchgeführt werden, um eine
Schwangerschaft früh zu erkennen (siehe Abschnitt 4.5 und 4.6). Nach Absetzen der Behandlung
sollte die Kontrazeption 3 Monate lang weitergeführt werden. Um während der Behandlung mit
Rifoldin eine Schwangerschaft sicher zu verhindern, müssen nicht hormonelle
Kontrazeptionsmaßnahmen zusätzlich zu den hormonellen durchgeführt werden (siehe Abschnitt 4.5).

Bei schweren und anhaltenden Durchfällen ist an eine antibiotikabedingte pseudomembranöse Colitis
zu denken, die lebensbedrohlich sein kann. Daher ist in diesen Fällen Rifoldin mit INH sofort
abzusetzen und eine geeignete Therapie (z. B. mit Vancomycin, oral, 4-mal 250 mg) einzuleiten.

Peristaltikhemmende Präparate sind kontraindiziert.

Rifampicin kann eine Vitamin-K-abhängige Koagulopathie (Blutgerinnungsstörung) und schwere Blutungen verursachen (siehe Abschnitte 4.5 und 4.8). Bei Patienten mit besonderem Blutungsrisiko wird eine Überwachung des Auftretens von Koagulopathie empfohlen. Eine ergänzende Vitamin-K-Verabreichung sollte gegebenenfalls in Erwägung gezogen werden (Vitamin-K-Mangel, Hypoprothrombinämie).

Dosisanpassung von anderen Arzneimitteln
Rifampicin ist ein gut charakterisierter und potenter Induktor von Arzneimittel metabolisierenden
Enzymen und Transportern und könnte daher die gleichzeitige Arzneimittelexposition, Sicherheit und
Wirksamkeit verringern oder erhöhen (siehe Abschnitt 6). Daher sollte den Patienten geraten werden,
ohne ärztlichen Rat keine anderen Arzneimittel einzunehmen.

Opiate, Anticholinergika und bentonithaltige PAS-Präparate vermindern die Bioverfügbarkeit von
gleichzeitig oral verabreichtem Rifampicin. Daher muss Rifoldin zumindest 4 Stunden vor diesen
Arzneimitteln eingenommen werden.

Weitere Hinweise:

Ein Rifoldin 300 mg mit INH Dragee enthält 180,90 mg Saccharose. Patienten mit der seltenen

hereditären Fructose-Intoleranz, einer Glucose-Galactose-Malabsorption oder einer Sucrase-Isomaltase-Insuffizienz sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dragee, d. h., es ist nahezu
„natriumfrei“.

Dieses Arzneimittel enthält Gelborange S (E 110), was allergische Reaktionen hervorrufen kann.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Induktion von Arzneimittel metabolisierenden Enzymen und Transportern:

Rifampicin ist kontraindiziert bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die stark von seinem
Potenzial zur Induktion von Arzneimittel-metabolisierenden Enzymen und Transportern betroffen
sind, wie z. B.: Lurasidon, Sofosbuvir, antiretrovirale Arzneimittel: Cabotegravir, Fostemsavir und
Lenacapavir.

Rifampicin ist ein gut charakterisierter und potenter Induktor von Arzneimittel-metabolisierenden Enzymen und Transportern. Zu den Enzymen und Transportern, die Berichten zufolge von Rifampicin beeinflusst werden, gehören die Cytochrome P450 (CYP) 1A2, 2B6, 2C8, 2C9, 2C19 und 3A4, UDP-Glucuronyltransferasen (UGT), Sulfotransferasen, Carboxylesterasen und Transporter, einschließlich P-Glykoprotein (P-gp) und Multidrug Resistance-Associated Protein 2 (MRP2). Die meisten Arzneimittel sind Substrate für einen oder mehrere dieser Enzym- oder Transporter-Wege, und diese Wege können gleichzeitig durch Rifampicin induziert werden. Daher kann Rifampicin den Metabolismus beschleunigen und die Aktivität bestimmter gleichzeitig verabreichter Arzneimittel verringern oder die Aktivität eines gleichzeitig verabreichten Prodrugs erhöhen (wenn eine metabolische Aktivierung erforderlich ist) und es hat das Potenzial, klinisch relevante Wechselwirkungen mit vielen Arzneimitteln und über viele Arzneimittelklassen hinweg hervorzurufen (Tabelle 1).

Um optimale therapeutische Blutspiegel aufrechtzuerhalten, müssen die Dosierungen von
Arzneimitteln möglicherweise angepasst werden, wenn die Verabreichung von Rifampicin gleichzeitig
begonnen oder abgesetzt wird.

Die folgende Tabelle enthält Beispiele für den Induktionseffekt von Rifampicin auf die Exposition
ausgewählter Arzneimittel-metabolisierenden Enzymen und Transporter-Substrat-Arzneimittel.

Tabelle 1: Wirkung von Rifampicin auf andere Arzneimittel oder Arzneimittelklassen

Arzneimittel oder Arzneimittelklasse Antiretrovirale Arzneimittel (z. B. Zidovudin, Saquinavir, Indinavir, N evirapin, Etravirin Efavirenz, Cabotegravir, Fostemsavir und Lenacapavir)Wechselwirkungen Wirkung von Rifampicin Die gleichzeitige Therapie mit Rifampicin und Saquinavir/Ritonavir ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Die gleichzeitige Therapie mit Rifampicin reduziert die AUC von Protease-Inhibitoren (um 35-92 %), was zum Versagen der antiviralen Therapie führt und das Potenzial für Lebertoxizität erhöht. Die gleichzeitige Therapie mit Rifampicin und Cabotegravir, Fostemsavir oder Lenacapavir ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Rifampicin reduziert die Cabotegravir-Exposition (AUC) um 59 %, höchstwahrscheinlich durch Induktion der UGT. Rifampicin reduziert die Fostemsavir-Exposition (AUC) um 82 %, höchstwahrscheinlich durch Induktion von CYP3A4. Rifampicin reduziert die Lenacapavir-Exposition (AUC) um 84 %, höchstwahrscheinlich durch Induktion von CYP 3A4, UGT1A1 und P-gp.
Antivirale Hepatitis-C-Arzneimittel (z. B. Daclatasvir, Simeprevir, Sofosbuvir, Telaprevir) Systemische hormonelle Kontrazeptiva einschließ-lich Östrogene und Progestagene Enalapril Antiarrhythmika (z. B. Disopyramid, Mexiletin, Chinidin, Propafenon, Tocainid) Antiöstrogene (z. B. Tamoxifen, Toremifen) Neuroleptika (z. B. Haloperidol, Risperidon, Clozapin, Quetiapin, Aripiprazol) Orale Antikoagulanzien (z. B. Warfarin und andere Cumarine) Antimykotika (z. B. Fluconazol, Itraconazol, Ketoconazol bzw. Caspofungin und Terbinafin) Barbiturate / Benzodiazepine (z. B. Diazepam) Betarezeptorenblocker (z. B. Bisoprolol, Metoprolol, Propranolol, möglicher-weise auch Alprenolol, Atenolol, Carvedilol, Celiprolol, Talinolol) Schlafmittel (Zolpidem, Zopiclon, Zaleplon) Kalziumkanalblocker (z. B. Diltiazem, Nifedipin, Verapamil, Buspiron) Chloramphenicol Clarithromycin Kortikosteroide (z. B. Cortison, Hydrocortison, Fludrocortison, Prednison, Prednisolon, Methylprednisolon) Herzglykoside (z. B. Digitoxin, Digoxin) Clofibrat Dapson Doxycyclin, Linezolid, Metronidazol Fluorochinolone Orale Antidiabetika (Sulfonylharnstoffe, Thiazolidindione [z. B. Rosiglitazon, Pioglitazon], Gliclazid, Repaglinid, Glimepirid, Nateglinid) Immunsuppressiva (z. B. Ciclosporin, Tacrolimus, Mycophenolat, Everolimus, Azathioprin) Levothyroxin Losartan Narkotische Analgetika (z. B. Oxycodon, Fentanyl, Morphin) Methadon Praziquantel Mefloquin Chinin Selektive 5-HT3-Rezeptorantagonisten (z. B. Ondansetron) Durch CYP3A4 metabolisierte Statine (z. B. Simvastatin) Telithromycin Theophyllin Trizyklische Antidepressiva (z. B. Nortriptylin) Amlodipin Antirheumatika (Celecoxib, Etoricoxib, Diclofenac, Leflunomid) Atovaquon Isoniazid Bunazosin Cimetidin Cinacalcet Clopidogrel Darifenacin Endothelinrezeptorantagonist en (Bosentan) H 1 -Antihistaminika (Fexofenadin) Lokalanästhetika (Ropivacain) Muskelrelaxanzien (Tizanidin) Paracetamol Vitamin D (siehe Abschnitt 4.4 Warnhinweise) Zytostatika (Ifosfamid, Imatinib, Irinotecan, Bexaroten, Dasatinib) Halothan Mifepriston LurasidonRifampicin reduziert die AUC von antiviralen Hepatitis-C-Arzneimitteln (um 48 – 92 %). Die gleichzeitige Verabreichung ist zu vermeiden bzw. für Sofosbuvir kontraindiziert. Rifampicin reduziert die systemische Verfügbarkeit von oralen Kontrazeptiva. Die Zuverlässigkeit des Kontrazeptivums kann dadurch beeinträchtigt sein und menstruelle Unregelmäßigkeiten sind möglich. Es werden zusätzliche nicht-hormonelle empfängnisverhütende Maßnahmen während der Rifampicin-Behandlung empfohlen. Abnahme der Enalaprilat-Konzentration (aktiver Metabolit von Enalapril). Wenn der klinische Zustand des Patienten darauf hinweist, ist eine Dosisanpassung vorzunehmen. Rifampicin senkt die AUC von Antiarrhythmika (um 25-87 %). Ein beschleunigter Wirkungsverlust infolge ist möglich. Myokardiale Überwachung ist angezeigt. Eine Steigerung der Einzeldosis oder einer Verkürzung des Dosierintervalls kann nötig sein. Rifampicin reduziert die AUC von Antiöstrogenen (um 87 %) und bewirkt einen Abfall der Serumspiegel. Die Serumspiegel von Haloperidol können herabgesetzt sein. Eine Dosisanpassung von Haloperidol kann nötig sein. Die Wirksamkeit von Aripiprazol kann durch starke CYP3A4-Induktoren (wie Rifoldin) reduziert werden. Rifampicin reduziert die AUC oraler Antikoagulanzien (um 74 % bei S-Warfarin). Eine Dosisanpassung des Antikoagulantiums kann erforderlich sein. Eine Überwachung der Quick-Werte ist anzuraten, besonders beim Absetzen der Rifampicin-Therapie, da ein erhöhtes Blutungsrisiko besteht, wenn die möglicherweise zu hohe Antikoagulans-Dosis nicht angepasst wird. Rifampicin reduziert die Antimykotika-AUC (um 23 – 88 %). Die Serumspiegel von Azol-Antimykotika können subtherapeutisch sein. Nach zweiwöchiger wiederholter Anwendung von Rifampicin waren die Talspiegel von Caspofungin 30% niedriger im Vergleich zu Erwachsenen, die Caspofungin allein erhielten. Die metabolische Clearance wird durch Rifampicin beschleunigt (um 60 – 98 %). Rifampicin reduziert die AUC von Betablockern. Die Notwendigkeit einer Dosiserhöhung muss durch initial engmaschige Überwachung der erwünschten klinischen Wirkung der Betablocker eruiert werden. Die Serumspiegel von Schlafmitteln können deutlich reduziert sein. Rifampicin senkt die AUC (um 27 – 82 %). Rifampicin senkt die AUC von Kalziumkanalblockern (um 64 – 93 %). Ein Wirkungsverlust ist möglich. Die Halbwertszeit und der anxiolytische Effekt von Buspiron sind reduziert. Senkung der Serumkonzentration von Chloramphenicol. Reduzierte Plasmakonzentration von Clarithromycin und Zunahme der Konzentration von Clarithromycin-Metaboliten. Herabgesetzte AUC (um 48 – 66 %) und erhöhte Clearance (45 – 91 %) von Prednisolon. Die Wirksamkeit von Kortikosteroiden kann herabgesetzt sein (Achtung: Addison-Krise bei Addison-Krankheit). Der Erfolg der Behandlung kann bei Asthma-Patienten, die Kortikoide benötigen, beeinträchtigt sein. Rifampicin reduziert den Serumspiegel von Herzglykosiden (um 30 – 54 %). Die extrarenale Elimination von Digoxin kann bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion stärker sein. Die Überwachung der Digoxin- und Digitoxin-Serumspiegel wird empfohlen. Rifampicin kann eine Absenkung der Serumspiegel von Clofibrat bewirken. Rifampicin kann die Elimination von Dapson beschleunigen und zu einem Anstieg des Hydroxylaminmetaboliten führen, verantwortlich für unerwünschte Wirkungen einschließlich Methämoglobinämie, hämolytische Anämie, Agranulozytose und Hämolyse. Die Anpassung der Dosis kann für Dapson notwendig sein und eine Überwachung hämatologischer unerwünschter Ereignisse erfordern. Herabgesetzte Verfügbarkeit (z. B. AUC um 50 % bei Doxycyclin reduziert). Rifampicin reduziert die AUC von Fluorochinolonen (Perfloxacin um 35 %, Moxifloxacin um 30 %). Rifampicin reduziert die AUC von oralen Antidiabetika (um 22 – 65 %): Als Ergebnis des beschleunigten Metabolismus kann Rifampicin den blutzuckersenkenden Effekt von Sulfonylharnstoffen herabsetzen. Eine Überwachung der Blutspiegel und möglicherweise eine Neubestimmung der antidiabetischen Dosis werden empfohlen. Rifampicin reduziert die AUC von Immunsuppressiva (um 33 – 60 %). Zum Beispiel das Risiko einer Transplantatabstoßung. Rifampicin kann die Levothyroxin-Serumspiegel senken. Die Serumspiegel von Losartan können reduziert sein (AUC um 35 % und Halbwertszeit um 50 % reduziert, orale Clearance um 44 % erhöht). Rifampicin reduziert die AUC von narkotischen Analgetika (um 28 – 86 %). Die Morphin-Plasmakonzentrationen können durch Rifampicin reduziert werden. Die analgetische Wirkung von Morphin sollte während und nach der Behandlung mit Rifampicin überwacht und die Dosierungen von Morphin angepasst werden. Rifampicin reduziert die orale Bioverfügbarkeit von Methadon von 70 % auf 50 %. Es können während der Rifampicin-Therapie Entzugssymptome auftreten. Rifampicin kann eine Senkung der Serumspiegel von Praziquantel bewirken, möglicherweise auf subtherapeutische Spiegel. Rifampicin kann die Plasmaspiegel von Mefloquin reduzieren. Die Clearance von Chinin ist durch die gleichzeitige Verabreichung von Rifampicin erhöht (um das 6,9-fache mit 600 mg Rifampicin täglich) und die Chinin-Verfügbarkeit (AUC) und die Halbwertszeit sind reduziert. Daraus resultierend ist die Wirksamkeit herabgesetzt. Rifampicin kann eine Absenkung der Serumspiegel von Ondansetron bewirken. (AUC und Halbwertszeit von oral verabreichtem Ondansetron um 65 % bzw. 38 % reduziert, orale Bioverfügbarkeit von 60 % auf 40 % reduziert.) Rifampicin reduziert die AUC von Simvastatin (um 87 %), die Wirksamkeit kann abgeschwächt sein. Rifampicin reduziert die AUC von Telithromycin um 86 %. Rifampicin reduziert die Verfügbarkeit von Theophyllin (erhöhte Clearance um 40 %, reduzierte AUC um 27 % und reduzierte Halbwertszeit um 30 %). Eine Dosisanpassung kann erforderlich sein. Die Theophyllinspiegel müssen regelmäßig kontrolliert werden, besonders nach Absetzen von Rifampicin. In Einzelfällen wurde eine deutliche Reduktion der Serumspiegel dieser Substanzen während der gleichzeitigen Behandlung mit Rifampicin gefunden. Eine Dosisanpassung des Antidepressivums kann erforderlich sein. Bei gleichzeitiger Anwendung von Rifampicin und Amlodipin kann es zu unterschiedlichen Plasmaspiegeln von Amlodipin kommen. Somit sollte der Blutdruck überwacht und eine Dosisregulierung in Betracht gezogen werden, sowohl während als auch nach der gleichzeitigen Gabe. Herabgesetzte Verfügbarkeit Herabgesetzte Verfügbarkeit Rifampicin fördert die Bildung hepatotoxischer Isoniazid-Metaboliten. Das trifft besonders auf die langsamen Isoniazid-Acetylierer zu. Die gleichzeitige Verabreichung von Rifampicin und Isoniazid kann bei Patienten, deren Leber schon vor der Behandlung beschädigt war, zu häufigeren und schwerwiegenderen Leberfunktionsstörungen führen. Daher ist in solchen Fällen und bei stark unterernährten Patienten besondere Vorsicht und eine entsprechende Überwachung angezeigt. Die Therapie mit Rifampicin bewirkt einen Abfall der Plasmakonzentration und der AUC von Bunazosin. Die Wirksamkeit von Cimetidin kann durch Rifampicin vermindert sein. Eine Dosiserhöhung von Cinacalcet kann bei gleichzeitiger Gabe von Rifampicin notwendig sein. Rifampicin induziert CYP2C19 stark, was sowohl zu einer erhöhten Konzentration des aktiven Metaboliten von Clopidogrel als auch zu einer Hemmung der Blutplättchen führt, was insbesondere das Blutungsrisiko erhöhen kann. Als Vorsichtsmaßnahme sollte von einer gleichzeitigen Anwendung von Clopidogrel und Rifampicin abgeraten werden. Rifampicin erniedrigt wahrscheinlich durch Induktion von CYP3A4 die Plasmakonzentration von Darifenacin. Die Therapie mit Rifampicin führt zu einem Abfall der Serumkonzentration und AUC von Bosentan. Die Therapie mit Rifampicin führt zu einem Abfall der Serumkonzentration und zur erhöhten Clearance von Fexofenadin. Die Therapie mit Rifampicin führt zu einem Abfall der AUC und zur erhöhten Clearance von Ropivacain. Die Therapie mit Rifampicin führt zu einem Abfall der Serumkonzentration von Tizanidin. Die gleichzeitige Anwendung von Paracetamol mit Rifampicin kann das Risiko einer Hepatotoxizität erhöhen. Unter einer Behandlung mit Rifampicin kann es zu einer Reduktion der Vitamin-D-Serumspiegel kommen. Eine prophylaktische Gabe in üblicher Dosierung sollte in Betracht gezogen werden. In diesem Zusammenhang sind dann Kontrollen erforderlich (z. B. Calcium-Serumspiegel, Phosphat-Serumspiegel, Überwachung der Nierenfunktion). Rifampicin bewirkt einen leichten Anstieg der Irinotecan-Clearance und einen Abfall der AUC-Werte für die aktiven Metaboliten. Bei gleichzeitiger Gabe von Rifampicin und Imatinib können der Metabolismus von Imatinib erhöht und die Plasmakonzentrationen von Imatinib signifikant vermindert werden. Während gleichzeitiger Verabreichung von Halothan und Rifampicin ist die Hepatotoxizität erhöht. Wenn eine gemeinsame Verabreichung nicht vermieden werden kann, ist eine engmaschige Überwachung erforderlich. Es konnte gezeigt werden, dass Rifampicin die AUC von Mifepriston um das 6,3-fache und seine Metaboliten 22-Hydroxy-Mifepriston und N-Demethyl-Mifepriston um das 20-fache bzw. das 5,9-fache verringert. Daher kann eine verminderte Wirksamkeit erwartet werden, wenn Mifepriston zusammen mit Rifampicin angewendet wird. Falls eine gleichzeitige Anwendung erforderlich ist, sollte die Dosis von Mifepriston erhöht werden. Es wurde gezeigt, dass 600 mg Rifampicin die Exposition von Lurasidon im Vergleich zur Anwendung von Lurasidon allein deutlich reduziert. Lurasidon darf nicht gleichzeitig mit Rifampicin verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.3).
Tabelle 2:Wirkung anderer Arzneimittel oder Arzneimittelklassen auf Rifampicin
Arzneimittel oder Arzneimittelklasse Ketoconazol Atovaquon Antazida Cotrimoxazol ProbenecidWechselwirkungen Wirkung auf Rifampicin Ketoconazol reduziert die Serumkonzentration von Rifampicin. Bei gleichzeitiger Gabe erhöht sich die Rifampicin-Konzentration im Serum. Durch eine gemeinsame Verabreichung mit Antazida kann die Resorption von Rifampicin beeinträchtigt sein. Daher muss darauf geachtet werden, ein Intervall von mindestens 1 Stunde zwischen der Einnahme von Rifampicin und dem Antazidum einzuhalten. Die gleichzeitige Gabe von Cotrimoxazol kann zu einer Verminderung der Rifampicin-Clearance führen, wodurch sich der Rifampicin-Serumspiegel erhöht und das Hepatotoxizitätsrisiko steigt. Die gleichzeitige Gabe von Probenecid und Rifampicin kann zu erhöhten Rifampicin-Serumkonzentrationen führen.

Die gleichzeitige Verabreichung mit anderen Antibiotika (z. B. Cefazolin und andere Cephalosporine),
die eine Vitamin-K-abhängige Koagulopathie verursachen, sollte vermieden werden. Dies kann zu
schweren Gerinnungsstörungen, eventuell mit tödlichem Ausgang (besonders bei hohen Dosen),
führen.

Wechselwirkungen mit Labortests:

Mikrobiologische Bestimmungen von Vitamin B12 und Folsäure sind bei Vorliegen therapeutischer
Rifampicin-Serumspiegel nicht verwertbar. Daher müssen andere Testsysteme verwendet werden.

Rifampicin kann kompetitiv die Bromsulfophthaleinausscheidung hemmen und damit eine
Leberfunktionsstörung vortäuschen. Der Bromsulfophthaleintest zur Prüfung der exkretorischen
Leberfunktion kann daher während der Therapie mit Rifampicin nicht angewandt werden.

Rifoldin kann die biliäre Ausscheidung von Kontrastmitteln zur Gallenblasenuntersuchung verzögern.

Diese Tests sollen daher vor der morgendlichen Verabreichung von Rifoldin durchgeführt werden.

Rifampicin verursacht falsch positive Ergebnisse im Immunoassay zur Bestimmung von Opiaten im
Urin.

Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln und Getränken:

Täglicher Genuss von Alkohol scheint eine höhere Inzidenz von Rifampicin-induzierter
Hepatotoxizität und einen erhöhten Metabolismus von Rifampicin herbeizuführen.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Rifampicin überwindet die Plazentabarriere und ist im Nabelschnurblut nachweisbar. Vor Beginn
der Therapie muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen und während der Behandlung sowie 3
Monate darüber hinaus, eine sichere Kontrazeption (nicht hormonelle Kontrazeptionsmaßnahmen
zusätzlich zu den hormonellen) durchgeführt werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

Für Rifampicin liegen noch keine kontrollierten Studien an Schwangeren vor, in hohen Dosen
erwies sich Rifampicin an Nagetieren als teratogen. Während des ersten Trimenons darf Rifoldin
mit INH nur bei unbedingter Notwendigkeit verordnet werden, da eine Erhöhung des
Fehlbildungsrisikos nicht auszuschließen ist, bei der Anwendung während der weiteren
Schwangerschaft ist Vorsicht geboten und das Nutzen-Risiko-Verhältnis ist mit Bedacht
abzuwägen. Wegen der in einzelnen Fällen aufgetretenen Enzephalopathien sind isoniazid-haltige
Arzneimittel in der Schwangerschaft nur zusammen mit Vitamin B6 zu geben.

Bei Anwendung in den letzten Wochen der Schwangerschaft kann Rifampicin zu einer erhöhten
Blutungsneigung bei Mutter und Neugeborenem führen, weshalb Vitamin-K-Gaben erforderlich
sein können.

Isoniazid passiert die Plazenta. Daten über eine begrenzte Anzahl von Schwangeren lassen nicht
auf schädigende Wirkungen von Isoniazid in therapeutischer Dosierung auf die Schwangerschaft
oder die Gesundheit des Fetus/Neugeborenen schließen.

Stillzeit

Rifampicin und Isoniazid treten in die Muttermilch über. Bei einer erforderlichen Behandlung
während der Stillzeit ist abzustillen (siehe Abschnitt 5.3).

Rifampicin darf bei stillenden Müttern nur angewendet werden, wenn der zu erwartende Nutzen für
die Patientin das mögliche Risiko für das Neugeborene überwiegt.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

In Kombination mit Alkohol, sowie durch Nebenwirkungen wie Sehstörungen oder Schwindel können die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden.
4.8Nebenwirkungen
Die nachfolgenden Informationen basieren auf den Daten aus klinischen Studien und umfangreichen Post-Marketing-Erfahrungen. Nebenwirkungen die aufRifampicinzurückzuführen sind:
Systemorgan-klassen Infektionen und parasitäre Erkrankungen Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystem s Erkrankungen des Immunsystem s Endokrine Erkrankungen Stoffwechsel- und Ernährungs-störungen Psychiatrische Erkrankungen Systemorgan-klassen Erkrankungen des Nervensystem s Augenerkran-kungen Gefäß-erkrankungen Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums Erkrankungen des Gastrointestin altrakts Leber- und Gallenerkran-kungen Systemorgan-klassen Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellg ewebes Skelettmuskul atur-, Bindegewebs- und Knochenerkra nkungen Erkrankungen der Niere und Harnwege Systemorgan-klassen Schwangersch aft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen Erkrankungen der Geschlechts-organe und der Brustdrüse Kongenitale, familiäre und genetische Erkrankungen Systemorgan-klassen Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichung sort Systemorgan-klassen Untersuchung enSehr häufig (≥ 1/10) Sehr häufig (≥ 1/10) Sehr häufig (≥ 1/10) Sehr häufig (≥ 1/10) Sehr häufig (≥ 1/10) Fieber, Schüttelfr ost Sehr häufig (≥ 1/10)Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10) Thrombozy-topenie (mit oder ohne Purpura) - meist in Verbindung mit einer inter-mittierenden Behandlung; sie ist jedoch reversibel, wenn Rifoldin abgesetzt wird, sobald eine Purpura auftritt. Überem-pfindlich-keitsreaktio nen (z. B. Fieber, Erythema exsudativu m multiforme) Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10) Kopfschmerze n, Schwindel Appetitlosi gkeit, Übelkeit, Erbrechen, Meteorismu s Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10) Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10) Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10) Paradoxe Arzneimittelre aktion (Wiederauftret en von Symptomen oder Auftreten neuer Symptome der Tuberkulose, körperliche und radiologische Anzeichen bei einem Patienten, der zuvor eine Verbesserung mit einer angemessenen Anti-Tuberkulose-Behandlung gezeigt hatte, wird als paradoxe Reaktion bezeichnet, die diagnostiziert wird, nachdem eine mangelhafte Therapietreue des Patienten, eine Arzneimittelre sistenz, Nebenwirkung en einer Therapie gegen Tuberkulose und sekundäre bakterielle/my kotische Infektionen ausgeschlossen wurden).* Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10) Erhöhung von AST, ALT, alkalischer Phosphatase,  -Glutamyl-transpeptidase (siehe Abschnitt 4.4)Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) Leukopenie Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) Durchfall Ikterus, Hepatomegalie Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000) Granulozy-topenie, Hypopro-thrombinämie Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000) Sehstörung en, Visus-verlust, Optikusne uritis Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000) Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000) Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000) Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)Sehr selten (< 1/10.000) Lupus-ähnliches Syndrom mit Fieber, Schwächege fühl, Muskel- und Gelenkschm erzen, Nachweis antinukleäre r Antikörper Sehr selten (< 1/10.000) Ataxie, Konzentrati ons-unfähigkeit, Müdigkeit, Schmerzen in den Extremitäte n und Taubheitsge fühl Sehr selten (< 1/10.000) Sehr selten (< 1/10.000) Sehr selten (< 1/10.000) Sehr selten (< 1/10.000)Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) Pseudomem-branöse Colitis (siehe Abschnitt 4.4), Influenza (= „Flu-like-Syndrom“) Disseminierte intravasale Gerinnung, Eosinophilie, Agranulozytose, hämolytische Anämie, Vitamin-K-abhängige Gerinnungsstöru ngen Anaphylaktische Reaktion Nebennieren-insuffizienz bei Patienten mit beeinträchtigter Nebennieren-funktion Verminderter Appetit Psychosen Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) Zerebrale Blutungen und Todesfälle, wenn Behandlung mit Rifampicin nach Auftreten von Purpura fortgeführt wurde gelbe, orange, rote, braune Verfärbung der Tränenflüssigkeit und von Kontaktlinsen (siehe Abschnitt 4.4) Schock, Flush, Vaskulitis Interstitielle Lungenerkranku ng (einschließlich Pneumonitis), Dyspnoe, Keuchen, verfärbtes Sputum Gastrointestinale Störung, abdominale Beschwerden Zahnverfärbunge n (möglicherweise permanent) Hepatitis, Hyperbilirubinä mie (siehe Abschnitt 4.4), Cholestase Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) Erythema multiforme, akute generalisierte exanthematöse Pustulose (AGEP), Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, Arzneimittel-exanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom) (siehe Abschnitt 4.4); Hautreaktionen, Juckreiz mit oder ohne Hautausschlag, Urtikaria, allergische Dermatitis, Pemphigoid, verfärbter Schweiß Myopathie, Muskelschwäche, Knochen-schmerzen Akuter Nierenschaden, üblicherweise infolge renaler Tubulusnekrose oder tubulo-interstitieller Nephritis, Chromaturie Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) Blutungen post partum, Blutungen von Fötus und Mutter Störungen des Menstruationszy klus Porphyrie Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) Ödeme Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) Blutdruck-senkung, Erhöhung von Kreatinin im Blut, erhöhte Leberenzym-werte
  • Inzidenz paradoxer Arzneimittelreaktionen: Eine geringere Häufigkeit wurde mit 9,2 % (53/573) (Daten zwischen Oktober 2007 und März 2010) und eine höhere Häufigkeit mit 25 % (19/76) (Daten zwischen 2000 und 2010) angegeben.

Nebenwirkungen, die auf Isoniazid zurückzuführen sind:

Die Nebenwirkungen einer Isoniazid-Therapie betreffen das Nervensystem, den Gastrointestinaltrakt,
das endokrine System, das Herz-Kreislauf-System, das Knochenmark, den Bewegungsapparat und
allergische Reaktionen. Sie treten überwiegend alters- und dosisabhängig auf und finden sich häufiger
bei "Langsam-Acetylierern".

SystemorganSehrHäufigGelegentlichSeltenSehr seltenNicht bekannt
klassen Herzerkranku ngenhäufig (≥ 1/10)(≥ 1/100 bis < 1/10)(≥ 1/1.000 bis < 1/100)(≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)(< 1/10.000)(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) Herzrhythmusstö rungen
SystemorganSehrHäufigGelegentlichSeltenSehr seltenNicht bekannt
klassen Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystem shäufig (≥ 1/10)(≥ 1/100 bis < 1/10)(≥ 1/1.000 bis < 1/100)(≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)(< 1/10.000)(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) Eosinophilie, Knochenmar ksdepression (z. B. Granulozytop enie, Thrombozyto penie, Agranulozyto se). Anämie (einschließlic h aplastische Anämie), Pyridoxinma ngel-Anämie, Auftreten einer hämorrhagisc hen Diathese durch Vasculitiden, Immunthrom bopenien und humorale Gerinnungsst örungen. Panmyelopat hie
SystemorganSehrHäufigGelegentlichSeltenSehr seltenNicht bekannt
klassen Erkrankungen des Nervensystem s Augenerkrank ungen Gefäßerkrank ungen Erkrankungen des Gastrointestin altrakts Erkrankungen der Nieren und Harnwegehäufig (≥ 1/10)(≥ 1/100 bis < 1/10) periphere Polyneurop athie mit Parästhesie n, Sensibilität sstörungen. Kopfschme rzen, Schwindel, Muskelzitte rn, in hohen Dosen Krampfanf älle (bei Patienten mit Epilepsie können Anfälle möglicherw eise häufiger auftreten) Durchfall, Verstopfung(≥ 1/1.000 bis < 1/100)(≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)(< 1/10.000) toxische Encephalop athie, Atrophie; Gedächtniss törung; toxische Psychosen; Optikusneur itis;(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) Kleinhirnsyn drom einschließlich zerebellarer Ataxie, Dysdiadocho kinese, Gleichgewich tsstörungen, Nystagmus, Sprechstörun gen, Dysmetrie (siehe Abschnitt 4.4). Vaskulitis Pankreatitis, Nausea, Erbrechen, epigastrische Schmerzen Meist reversible Glomerulonephri tis
SystemorganSehrHäufigGelegentlichSeltenSehr seltenNicht bekannt
klassen Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellg ewebes Skelettmuskul atur-, Bindegewebs- und Knochenerkra nkungen Endokrine Erkrankungenhäufig (≥ 1/10)(≥ 1/100 bis < 1/10)(≥ 1/1.000 bis < 1/100)(≥ 1/10.000 bis < 1/1.000) Toxische epidermale Nekrolyse, Arzneimittele xanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen(< 1/10.000)(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) Exantheme u.a. akneiform (besonders bei jüngeren Patienten), exfoliative Dermatitis, Stevens-Johnson-Syndrom, Photosensitivität, Alopezie Rheumatoide Symptome, Rhabdomyolyse; systemischer Lupus Erythematodes ähnliches Syndrom; Meist reversible Überfunktion von Nebennierenr inde (Cushing-Syndrom) und Hypophysenv orderlappen mit Menstruation sstörungen bei der Frau bzw. gonadotropen Störungen/Gy näkomastie beim Mann. Hyperglykäm ie
SystemorganSehrHäufigGelegentlichSeltenSehr seltenNicht bekannt
klassen Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichung sort Erkrankungen des Immunsystem s Stoffwechsel- und Ernährungsstö rungen Leber- und Gallenerkrank ungen Psychiatrische Erkrankungenhäufig (≥ 1/10) Transami nasenanst ieg(≥ 1/100 bis < 1/10)(≥ 1/1.000 bis < 1/100) Hepatitis (siehe Abschnitt 4.4.)(≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)(< 1/10.000)(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) Fieber, Blutdruck-Dysregulatio n mit Schwindel, metabolische Azidose Anaphylaktische Reaktionen, Angioödem, Lupus erythematodes Pellagra Reizbarkeit, Ängstlichkeit, Konzentratio nsschwäche, Depression, Psychosen (maniform, kataton oder paranoid)

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie
ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über
das

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 Wien
Österreich
Fax: +43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/

anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Es stehen nur wenige Informationen zur Überdosierung bei einer Kombinationstherapie mit
Rifampicin/Isoniazid zur Verfügung.

Symptome einer Überdosierung mit Rifampicin:

Nicht-letale akute Überdosierung bei Erwachsenen wurden für Dosierungen von 9–12 g Rifampicin
berichtet. Überdosierungen mit Todesfolge bei Erwachsenen reichten von 14–60 g.

Übelkeit, Erbrechen, abdominale Schmerzen, Juckreiz, Kopfschmerzen und zunehmende Lethargie
können bereits kurz nach Einnahme einer Überdosis auftreten. Liegt eine schwere Lebererkrankung
vor, kann es zu Bewusstlosigkeit kommen. Eine vorübergehende Erhöhung der Leberenzyme und/oder
von Bilirubin kann auftreten. Haut, Harn, Schweiß, Speichel, Tränen, Zähne und der Stuhl des
Patienten können sich proportional zur angewendeten Menge Rifampicin gelb, orange, rot oder braun
verfärben. Bei pädiatrischen Patienten wurden faziale und periorbitale Ödeme berichtet. Bei einigen
tödlich verlaufenden Fällen kam es zu Blutdruckabfall, Sinustachykardie, ventrikulären Arrhythmien,
Krämpfen und Herzstillstand.

Symptome einer Überdosierung mit Isoniazid:

Mengen von 30-45 mg/kg Körpergewicht gelten als potenziell toxisch, Mengen von 80-150 mg/kg als
sicher toxisch. Symptome einer leichten Überdosierung treten 30 Minuten bis 3 Stunden nach
Einnahme auf. Sie können Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, verwaschene Sprache, verschwommenes
Sehen und optische Wahrnehmungsveränderungen umfassen. Bei massiver Überdosierung kann es zu
Atemnot und ZNS-Depression mit raschem Fortschreiten von Stupor zu tiefem Koma kommen,
zusammen mit schwer beherrschbaren Krämpfen. Schwere metabolische Azidose,
Azetonkörperausscheidung im Urin und Hyperglykämie sind typische Laborbefunde.

Therapiemaßnahmen bei Überdosierung
Im Fall einer Vergiftung sollte bei nicht bewusstseinsgetrübten Patienten sofort Erbrechen oder eine
Magenspülung mit Wasser unter Zusatz von reichlich Aktivkohle durchgeführt werden, gefolgt von
unterstützenden Maßnahmen, einschließlich des Freihaltens der Atemwege und der Behandlung der
auftretenden Symptome. Da diese vor allem durch Isoniazid bedingt sein können, sollte auch
Pyridoxin (Vitamin B6) parenteral verabreicht werden. Publizierte Empfehlungen reichen von 5-12 g
Pyridoxin (Cave: Pyridoxin in Mengen über 10 g kann eine periphere Polyneuropathie auslösen). Bei
Patienten, deren Krämpfe mit Pyridoxin nicht beherrschbar sind, ist eine antikonvulsive Behandlung
angezeigt. Zur Kontrolle der metabolischen Azidose kann Natriumbikarbonat verabreicht werden.

Durch Hämo- und Peritonealdialyse wird keine bedeutsame Minderung der Rifampicin-Serumkonzentrationen erzielt, jedoch kann der Isoniazidspiegel damit gesenkt werden.

Kontrollen der Leberfunktion und des Blutbildes sind notwendig.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antimykobakterielle Wirkstoffe; Wirkstoffkombinationen zur

Behandlung der Tuberkulose. ATC-Code: J04AM02.

Wirkmechanismus

Rifampicin hemmt die Aktivität der DNA-abhängigen RNA-Polymerase in empfindlichen Zellen.

Dadurch wird die bakterielle Proteinsynthese gehemmt. Rifampicin ist besonders wirksam gegen schnell wachsende extrazelluläre Organismen, hat aber auch eine intrazelluläre bakterizide Wirkung und ist gegen langsam und intermittierend wachsende M. tuberculosis wirksam. In-vitro wirkt Rifamicin auch gegen Mycobacterium avium Complex, M. kansasii und M. leprae. Rifampicin ist in-vitro gegen zahlreiche gram-positive und gram-negative Erreger wirksam. Sowohl Penicillase-bildende Stämme als auch Stämme, die keine Penicillase bilden sowie Betalaktam-resistente Staphylokokken sind gegenüber Rifampicin empfindlich.

Resistenzmechanismen
Meningokokken können gegen Rifampicin primär resistent sein. Rasche Resistenzentwicklung
(Einstufenresistenz) kann durch Monotherapie bei Infektionen, z. B. mit Gonokokken,
Meningokokken, Staphylokokken und auch mit Tuberkuloseerregern, hervorgerufen werden.

Bei M. tuberculosis beispielsweise ist die Rifampicin-Resistenz assoziiert mit dem rpoB-Gen. Dieses
Gen kodiert für die Beta-Untereinheit der bakteriellen RNA-Polymerase. Eine Mutation dieses Gens
führt zur Einschritthochresistenz von M. tuberculosis gegen Rifampicin.

Es besteht eine Parallelresistenz mit Rifabutin und weiteren chemisch verwandten Substanzen, nicht
mit anderen Tuberkulostatika.

In neuerer Zeit finden sich insbesondere in den USA multiresistente Stämme von M. tuberculosis, die
neben Rifampicin auch gegen Isoniazid sowie oft auch weitere Tuberkulostatika resistent sind.

Isoniazid hemmt die bakterielle Nikotinamid-Adenin-Dinucleotid-Synthese sowie die bakterielle
Mykolsäuresynthese. Isoniazid wirkt besonders auf proliferierende extrazelluläre Keime und auch auf
intrazelluläre Organismen bakterizid.

Kombiniert weisen Rifampicin und Isoniazid einen Synergismus in den bakterizid-sterilisierenden
Wirkungsmechanismen gegenüber allen Fraktionen der Mykobakterienpopulationen auf. Dabei
werden sowohl schnell als auch langsam proliferierende sowie ruhende Keime erfasst.

Pharmakokinetische Studien an gesunden Probanden haben gezeigt, dass die Bioverfügbarkeit beider
Wirkstoffe von Rifoldin mit INH mit jener der einzeln verabreichten Substanzen vergleichbar ist.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Rifampicin

Resorption

Rifampicin wird im Magen und im Duodenum schnell und nahezu vollständig resorbiert. Maximale
Serumkonzentrationen in der Größenordnung von 10 µg/ml werden 2–4 Std. nach Einnahme einer
Dosis von 10 mg/kg Körpergewicht auf nüchternen Magen beobachtet. Die gleichzeitige Einnahme
von Mahlzeiten vermindert die Resorption.

Verteilung

Rifampicin weist eine gute Zell- und Gewebepenetration auf, die sich in dem hohen
Verteilungsvolumen von > 1l/kg widerspiegelt. In der Leber sind bis über 20-fach höhere
Konzentrationen als im Serum zu finden (Nieren bis 5-fach). Muskelgewebe enthält 50–70 % der
Serumkonzentration, Knochen können 10–20 % davon enthalten. Im käsig veränderten Kaverneninhalt
bleiben die Konzentrationen unterhalb der Serumwerte. Geringere Konzentrationen als im Serum
finden sich im Liquor cerebrospinalis (10–85 %) und in der Pleuraflüssigkeit (5–40 %). Die
Proteinbindung für Rifampicin beträgt 70–90 %.

Im Fetalblut kann bis zu einem Drittel der mütterlichen Blutkonzentration nachgewiesen werden, in
der Muttermilch 10–25 %.

Halbwertszeit und Biotransformation
Bei gesunden Probanden beträgt die biologische Halbwertszeit von Rifampicin nach Einmalgabe einer
600-mg-Dosis ungefähr 3 Stunden und nach einer 900-mg-Dosis 5,1 Stunden. Da der enterohepatische
Kreislauf die Halbwertszeit beeinflusst, kann sie bei schweren Leberschäden auf bis zu 8 Stunden
verlängert sein. Die Eliminationshalbwertszeit von Rifampicin nimmt mit der Dauer der Therapie
durch Induktion des eigenen Metabolismus um bis zu 50 % ab. Auch Isoniazid kann die Halbwertszeit
von Rifampicin verkürzen.

Elimination

Die hepatische Clearance von Rifampicin ist abhängig von der Höhe der Dosis, der Häufigkeit der
Verabreichung und dem Leberstatus des Patienten. Die biliäre Ausscheidung übernimmt 70-80 % der
totalen Clearance. Während dieses Prozesses wird Rifampicin deacetyliert, sodass nach 6 Stunden
beinahe die gesamte Substanz als ebenfalls antibakteriell aktives 25-Deacetyl-Rifampicin in der Galle
vorliegt. Die intestinale Reabsorption ist durch die Deacetylierung vermindert und die Elimination
erleichtert.

Kinetik bei speziellen Patientengruppen
Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion
Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion sind die Plasmakonzentrationen erhöht und die
Eliminationshalbwertszeit verlängert. Eine Voraussage über den Anstieg kann aber auf der Basis von
Leberenzymwerten im Serum (z. B. AST, ALT) allein nicht gemacht werden, weshalb eventuell ein
Check der Rifampicin-Serumspiegel empfehlenswert ist.

Bei stärkeren Leberfunktionsstörungen ist Rifampicin kontraindiziert

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
Die renale Clearance von Rifampicin bzw. 25-Deacetyl-Rifampicin, die zu gleichen Teilen im Harn
ausgeschieden werden, erreicht 1/8 der glomerulären Filtrationsrate. Funktionsstörungen der Niere
können durch die Aktivität der Leber kompensiert werden und haben bei Dosen bis zu 450 mg keinen
Einfluss auf die Eliminationsgeschwindigkeit. Bei Dosen von 600 mg kann die Halbwertszeit um 40
% ansteigen (Sättigung der hepatischen Metabolisierung). Bei einer Dosierung von 900 mg wurde bei
anurischen Patienten ein Anstieg der Halbwertszeit auf ca. 11 Stunden beschrieben. Selbst bei stark
eingeschränkter Nierenfunktion ist keine Dosisanpassung notwendig.

Durch Hämo- und Peritonealdialyse wird keine bedeutsame Minderung der Rifampicin-Serumkonzentrationen erzielt.

HIV-Patienten
Zur Resorption von Rifampicin bei HIV-Patienten liegen widersprüchliche Befunde vor. Während in
einigen Untersuchungen bei HIV-Patienten deutlich niedrigere Serumspiegel gefunden wurden als bei
Nicht-HIV-Patienten, wurde dieser Effekt in anderen Untersuchungen nicht beobachtet.

CF-Patienten
Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass bei CF-Patienten bei Verabreichung der empfohlenen
Dosierung aufgrund von Malabsorption subtherapeutische Wirkspiegel entstehen. Ein therapeutisches
Drug-Monitoring ist empfehlenswert.

Isoniazid

Resorption

Maximale Plasmakonzentrationen werden 1–2 Stunden nach oraler Gabe gemessen. Die gleichzeitige
Einnahme von Mahlzeiten vermindert die Resorption.

Verteilung

Isoniazid wird kaum an Plasmaproteine gebunden und diffundiert in alle Körperflüssigkeiten (z. B.

cerebrospinale, pleurale), Gewebe, Organe und Exkrete (Speichel, Sputum, Faeces). Isoniazid passiert
auch die Plazentaschranke und tritt in die Muttermilch über (Konzentrationen ähnlich wie im Plasma).

Metabolismus

Isoniazid wird in der Leber durch Acetylierung und Dehydrazinisierung inaktiviert. Die
Acetylierungsrate ist genetisch bestimmt. Die Mehrheit der Asiaten sind “schnelle Acetylierer”, ca. 50
% der Europäer und der afrikanischen Bevölkerung sind “langsame Acetylierer”. Die entsprechenden
Plasma-Eliminationshalbwertszeiten betragen 1,0–1,5 Stunden, bzw. 3–5 Stunden.

Elimination

Isoniazid unterliegt der glomerulären Filtration und tubulären Rückresorption. Es wird in metabolisierter, biologisch inaktiver Form über die Nieren ausgeschieden. Innerhalb von 24 Stunden werden 50 – 70 % einer Dosis als inaktive Metaboliten eliminiert. Der Anteil der ausgeschiedenen biologisch aktiven Substanz liegt bei den Schnell-Acetylierern bei 10 % und bei den Langsam-Acetylierern bei 25-30 %.

Kinetik bei speziellen Patientengruppen
Beeinträchtigte Leberfunktion oder schwere renale Insuffizienz können die Ausscheidung verzögern.

Hohe Dosen von Isoniazid können gelegentlich zu Pyridoxin-(Vitamin-B6)-Mangel führen;

dies beruht wahrscheinlich auf der Kompetition mit Pyridoxinphosphat um das Enzym
Apotryptophanase.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Rifampicin
Prüfungen zur akuten Toxizität wurden an Mäusen, Ratten, Kaninchen und Meerschweinchen
durchgeführt und ergaben orale LD50-Werte (885-2120 mg/kg), die weit über der therapeutischen
Humandosis (8-12 mg/kg) liegen.

Isoniazid
Im Rahmen der akuten Toxizitätsstudien wurden bei Mäusen nach oraler Gabe LD50-Werte von 200
mg/kg ermittelt.

Chronische Toxizität

Rifampicin
Prüfungen zur chronischen Toxizität an Ratten ergaben bei einer täglichen oralen Applikation von 50
mg/kg bzw. 100 mg/kg über einen Zeitraum von 6 Monaten keine toxischen Wirkungen, bei 200
mg/kg wurde eine leichte Schwellung sowie eine hydropische Degeneration der Leber beobachtet.

Affen zeigten bis zu einer Dosis von 75 mg/kg/Tag keine Nebenwirkungen.

Isoniazid
Bei Ratten wurden nach 3-wöchiger Applikation von 150 mg/kg/Tag fettartige degenerative
Veränderungen in Leber und Nieren gefunden.

Mutagenität

Rifampicin
Daten zur Mutagenität nach Langzeitanwendung am Menschen liegen nicht vor. Rifampicin besitzt
keine mutagene Wirkung in Bakterien, Drosophila melanogaster oder Mäusen. Eine Zunahme von
Chromatidbrüchen wurde bei der Behandlung von Vollblutkulturen mit Rifampicin beobachtet. Eine
erhöhte Frequenz chromosomaler Aberrationen wurde in vitro bei Lymphozyten von Patienten
beobachtet, die eine Kombinationsbehandlung von Rifampicin mit Isoniazid, Pyrazinamid oder
Kombinationen mit Streptomycin erhalten hatten.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potenzial

Rifampicin
Langzeituntersuchungen über 104 Wochen bei Mäusen und Ratten ergaben eine Zunahme von
Hepatomen bei weiblichen C3Hf-Mäusen. Vergleichbare Untersuchungen bei einem anderen
Mäusestamm und Ratten waren hingegen unauffällig. Beim Menschen sind keine tumorinduzierenden
Wirkungen bekannt. Ausreichende Untersuchungen bezüglich der Induktion von Gen- und
Chromosomenmutationen in Säugerzellen liegen nicht vor.

Isoniazid
Isoniazid kann in bestimmten Zellkulturen den Nukleinsäurestoffwechsel und die DNA-Struktur
beeinflussen. Unter therapeutischen Bedingungen der antituberkulösen Chemotherapie mit Isoniazid
konnten aber keine chromosomalen Veränderungen in Humanlymphozyten festgestellt werden. Bisher
ergaben sich auch keine Hinweise auf eine kanzerogene Wirkung der Substanz beim Menschen.

Ausschließlich bei einigen Mäusestämmen wurde die Induktion von Lungentumoren berichtet.

Reproduktionstoxizität/Teratogenität

Rifampicin
Rifampicin passiert die Plazenta, wobei die Konzentration im Fetus etwa 12-33 % der mütterlichen
Blutkonzentration beträgt. Aufgrund einer verzögerten Elimination können in der Amnionflüssigkeit
höhere Konzentrationen als im mütterlichen Blut bestehen. Die Beurteilung des teratogenen Risikos
beim Menschen wird dadurch erschwert, dass Rifampicin zumeist in Kombination mit anderen
Tuberkulostatika eingesetzt wird. Bei Neugeborenen wurden Hypoprothrombinämien oder
Blutungstendenzen beobachtet.

Bei trächtigen Ratten war nach Verabreichung von 100 mg/kg/Tag die Abortrate erhöht. Ratten und
Mäuse zeigten nach Dosen ab 150 mg/kg/Tag Missbildungen des Zentralnervensystems (Spina bifida
und Anenzephalie) bzw. Spina bifida und Gaumenspalten. Bei Kaninchen ergab sich kein Hinweis auf
eine teratogene Wirkung. An Ratten durchgeführte Reproduktionsstudien ergaben keinen Hinweis auf
peri- oder postnatale Toxizität oder Fertilitätsstörungen.

Isoniazid
Teratogene Einflüsse von Isoniazid sind bisher nicht beobachtet worden.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Calciumstearat, Natriumcarboxymethlycellulose, Natriumlaurylsulfat, mikrokristalline Cellulose,
Magnesiumstearat.

Tablettenhülle:

Gelatine, Magnesiumcarbonat, Gummi arabicum, Povidon, Talcum, Saccharose, Kaolin,
Siliciumdioxid, Gelborange S (E 110), Titandioxid (E 171), Carnaubawachs.

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25° C lagern.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/Aluminiumblisterpackung mit 30 Tabletten.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

sanofi-aventis GmbH
Turm A, 29. OG, Wienerbergstraße 11
1100 Wien
Österreich

8. ZULASSUNGSNUMMER

16028

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 14. April 1977

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 08. September 2010

10. STAND DER INFORMATION

Februar 2026

Rezeptpflicht/Apothekenpflicht

Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten.