Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung mit Lösungsmittel – Gebrauchs- und Fachinformation
Gebrauchsinformation
Gebrauchsinformation: Information für Patienten
Rifoldin® 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung mit Lösungsmittel
Wirkstoff: Rifampicin
Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.
- Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
- Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal.
- Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.
Was in dieser Packungsbeilage steht
1. Was ist Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung und wofür wird es angewendet?
2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung beachten?
3. Wie ist Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung anzuwenden?
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
5. Wie ist Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung aufzubewahren?
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen
1. Was ist Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung und wofür wird es
angewendet?
Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung hat bakterientötende Eigenschaften und wird gegen Infektionen und Krankheiten eingesetzt, die durch verschiedene Mikroorganismen verursacht werden:
- alle Formen der Tuberkulose (zusammen mit mindestens einem weiteren Arzneimittel gegen diese Erkrankung),
- Lepra (zusammen mit mindestens einem weiteren Arzneimittel gegen diese Erkrankung),
- Staphylokokken-Infektionen (zusammen mit einem geeigneten Antibiotikum),
- Infektion, die durch sog. „Brucellen“ hervorgerufen wird (sog. „Brucellose“), zusammen mit einem weiteren Arzneimittel gegen diese Infektion,
- zur Beseitigung von Meningokokken aus dem Nasen-Rachen-Raum bei beschwerdefreien Personen,
- zur Vorbeugung einer Hirnhautentzündung (verursacht durch sog. „Meningokokken“ oder durch das Bakterium Hämophilus influenzae).
2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur
Infusionsbereitung beachten?
Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung darf nicht angewendet werden,
- wenn Sie allergisch gegen Rifampicin, damit verwandte Stoffe (andere Rifamycine) oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,
- wenn Sie unter einer schweren Leberfunktionsstörung, z. B. Gelbsucht, Leberzirrhose, Leberentzündung, leiden,
- wenn Sie gleichzeitig mit Saquinavir/Ritonavir, Cabotegravir, Fostemsavir oder Lenacapavir zur Behandlung von Virusinfektionen, wie HIV, behandelt werden,
- wenn Sie an einer erblichen Stoffwechselstörung leiden, durch die der Aufbau des roten Blutfarbstoffs gestört ist (sog. „Porphyrie“),
- wenn Sie gleichzeitig mit Sofosbuvir einem antiviralen Arzneimittel zur Behandlung von Infektionen mit dem Hepatitis-C-Virus behandelt werden
- wenn Sie gleichzeitig Lurasidon gegen Schizophrenie und bipolare Störungen einnehmen (siehe Abschnitt „Einnahme von Rifoldin zusammen mit anderen Arzneimitteln“)
da Rifampicin die Konzentrationen mehrerer Arzneimittel, einschließlich der oben genannten, im Blut verringern kann.
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Rifoldin 600 mg
Trockensubstanz zur Infusionsbereitung bei Ihnen angewendet wird.
Informieren Sie vor der Behandlung Ihren Arzt,
- wenn Sie eine leichte Funktionsstörung der Leber oder eine chronische Lebererkrankung haben oder regelmäßig viel Alkohol konsumieren oder unterernährt sind. Der Arzt wird Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung dann nur mit Vorsicht anwenden. Außerdem wird er regelmäßige Kontrollen Ihrer Leberfunktion anordnen.
- wenn Sie eine Lungenentzündung hatten (interstitielle Lungenerkrankung/Pneumonitis)
- wenn Sie gleichzeitig Arzneimittel gegen Epilepsie, Beruhigungsmittel, andere Antibiotika oder paracetamolhaltige Schmerzmittel einnehmen, da es zu unter Umständen schwerwiegenden Wechselwirkungen mit Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung kommen kann (siehe auch „Anwendung von Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung zusammen mit anderen Arzneimitteln“).
- wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen wollen. Rifoldin kann die Wirksamkeit anderer Arzneimittel reduzieren.
- wenn Sie zu Blutungen oder Blutergüssen neigen.
Informieren Sie umgehend einen Arzt und beenden Sie die Behandlung,
- wenn es zu einer ausgeprägten Verminderung der Blutplättchen, einer Blutarmut oder einer verlängerten Blutgerinnungszeit kommt,
- wenn ausgeprägte Hautreaktionen mit Blasenbildung, großflächigem Ausschlag, auftreten,
- wenn Sie unter Atemnot leiden oder Asthmaanfälle auftreten,
- wenn es zu einem Nierenversagen kommt,
- wenn ein Schock eintritt (z. B. starker Blutdruckabfall, schwacher Puls, Krämpfe, Kehlkopfschwellung, Atemnot),
Bei Auftreten derartiger Reaktionen ist keine Weiterbehandlung mit dem Wirkstoff Rifampicin mehr möglich.
Informieren Sie Ihren Arzt auch,
- wenn bei der Behandlung leichte Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten (Fieber, Juckreiz, flüchtige Hautrötungen, Nesselausschlag). Wenn diese Beschwerden während einer Unterbrechung der Behandlung verschwinden, kann Ihr Arzt eine Weiterbehandlung einleiten.
- wenn während der Behandlung eine Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenlicht auftritt; in diesem Fall kann eine Beendigung der Behandlung notwendig sein.
- wenn bei Ihnen schwere und anhaltende Durchfälle auftreten. Es könnte sich um eine unter Umständen lebensbedrohliche Darmerkrankung (sog. „pseudomembranöse Kolitis“) handeln, die umgehend behandelt werden muss. Verwenden Sie keine Arzneimittel, die die Darmbewegung hemmen.
- wenn Sie die Behandlung nach kurzer oder längerer Unterbrechung wieder aufnehmen wollen. Ihr Arzt wird mit langsam steigender Dosierung beginnen, um Nebenwirkungen zu vermeiden.
- wenn während der Behandlung gegen Tuberkulose schwere Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten, da solche Reaktionen auch mit möglicher Todesfolge beobachtet wurden (siehe Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).
- Es ist wichtig zu beachten, dass frühe Anzeichen von diesen Überempfindlichkeitsreaktionen wie Fieber, geschwollene Lymphknoten, ein abnormes Blutbild oder Leberbeschwerden vorhanden sein können, auch wenn kein Hautausschlag zu sehen ist. Wenn Sie solche Anzeichen oder Beschwerden beobachten, müssen Sie sofort einen Arzt aufsuchen.
- wenn Symptome, die auf eine Blutgerinnungsstörung hinweisen können, auftreten (ungewöhnliche Blutungen).
Informieren Sie während der Anwendung dieses Arzneimittels sofort Ihren Arzt,
- wenn Ihre Tuberkulosesymptome erneut auftreten oder sich verschlechtern (siehe Abschnitt 4Welche Nebenwirkungen sind möglich?).
- wenn Sie Kurzatmigkeit neu entwickeln oder sich eine bereits bestehende Kurzatmigkeit plötzlich verschlechtert, möglicherweise mit trockenem Husten oder Fieber und Sie nicht auf antibiotische Behandlung reagieren. Diese könnten Anzeichen einer Lungenentzündung sein (interstitielle Lungenerkrankung/Pneumonitis) und durch Ansammlung von Flüssigkeit in den Lungen zu schweren Atemproblemen führen sowie die normale Atmung behindern, was zu lebensbedrohlichen Zuständen führen kann.
Wegen der Möglichkeit von Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Anaphylaxie (siehe Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“), die insbesondere bei einer unterbrochenen Therapie (weniger als 2–3-mal pro Woche) auftreten können, wird Sie Ihr Arzt während der Behandlung genau überwachen.
Vor und in regelmäßigen Abständen während der Behandlung wird Ihr Arzt eine Kontrolle des
Blutbildes sowie der Leberfunktion anordnen.
Um Entzündungen des Sehnervs zu erkennen, sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen
erforderlich.
Informieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn Sie Juckreiz, Schwäche, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Gelbfärbung der Augen oder Haut oder dunklen Urin bemerken. Diese Symptome können auf eine Lebererkrankung hinweisen und sollten ärztlich überwacht werden. Bei Verschlechterung der Laborwerte wird Ihr Arzt die Behandlung so lange unterbrechen, bis sich die Werte normalisiert haben und die Beschwerden abgeklungen sind. Bei neuerlichem Auftreten von Anzeichen einer Leberschädigung wird der Arzt die Anwendung von Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung unverzüglich beenden.
Während der Therapie mit Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung müssen Sie auf Alkoholkonsum verzichten. Alkohol erhöht das Risiko einer Leberentzündung und von Nebenwirkungen auf das Nervensystem.
Wenden Sie während der Behandlung keine paracetamolhaltigen Schmerzmittel an, da diese Kombination zu schweren Leberschäden durch Paracetamol führen kann. Dies gilt auch für rezeptfrei erhältliche Paracetamolpräparate!
Durch die Behandlung mit Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung kann es unter Umständen zu einem Mangel an Vitamin D kommen, den Ihr Arzt bei Bedarf durch eine zusätzliche Vitamin-D-Gabe ausgleichen kann. In diesem Zusammenhang sind bestimmte Laborkontrollen notwendig.
Während der Behandlung sollte eine Schwangerschaft vermieden werden. Da Rifampicin die
Wirksamkeit einer hormonellen Verhütung (die „Pille“) vermindert, wird geraten, zusätzlich auch
nicht hormonelle Verhütungsmethoden anzuwenden. Eine Schwangerschaftsverhütung sollte nach
Ende der Behandlung noch 3 Monate lang weitergeführt werden.
Wenn Sie die Therapie unterbrechen, dürfen Sie sie nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt wieder fortführen. In diesem Fall ist es wichtig, die Behandlung mit zunächst niedriger Dosis zu beginnen und diese schrittweise zu steigern; so können Nebenwirkungen vermieden werden.
Wenn Sie die Behandlung weniger als 2–3-mal pro Woche durchführen, kann es zu grippeähnlichen Beschwerden (sog. „Flu-like-Syndrom“) oder einer unter Umständen schwerwiegenden Überempfindlichkeit kommen; Informationen dazu befinden sich im Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“. Schutz davor bietet meist die konsequente tägliche Behandlung mit Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung.
Speichel, Schweiß, Urin und Tränen können sich durch die intensive rotbraune Farbe von Rifampicin gelb, orange, rot oder braun verfärben. Das betrifft auch weiche Kontaktlinsen, die sich dauerhaft verfärben können.
Anwendung von Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung zusammen mit anderen Arzneimitteln
Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere
Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel
einzunehmen/anzuwenden.
Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung kann die Wirkung anderer Arzneimittel verändern. Ihr Arzt wird daher gegebenenfalls die Dosierung anderer Arzneimittel ändern, um den Behandlungserfolg zu sichern.
Rifoldin darf nicht angewendet werden zusammen mit Arzneimitteln/Wirkstoffen gegen:
- Hepatitis C (Wirkstoffe: z. B. Daclatasvir, Simeprevir, Sofosbuvir, Telaprevir)
- HIV-Infektionen (Wirkstoffe: Zidovudin, Nevirapin, Etravirin, Efavirenz, Nelfinavir, Indinavir, Saquinavir und Ritonavir)
- Virusinfektionen (Wirkstoffe: Cabotegravir, Fostemsavir und Lenacapavir)
- Lurasidon (bei Schizophrenie und bipolaren Störungen): Rifampicin kann die Blutspiegel von Lurasidon senken.
Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung kann die Wirkung folgender Arzneimittel/Wirkstoffe vermindern:
Arzneimittel/Wirkstoffe gegen
- Allergie (Wirkstoff: Fexofenadin)
- Angst und Schlafstörungen (Wirkstoffe: z. B. Diazepam, Zopiclon, Zolpidem, Zaleplon)
- Asthma (Wirkstoff: Theophyllin)
- bakterielle Infektionen (Wirkstoffe: Doxycyclin, Clarithromycin, Chloramphenicol, Fluorchinolone, Telithromycin, Linezolid, Metronidazol)
- (zu hohe) Blutfettwerte, inklusive Cholesterin (Wirkstoffe: Clofibrat, Statine, z. B. Simvastatin) – Blutgerinnungsstörungen (Wirkstoffe: Warfarin, andere Cumarine, Clopidogrel)
- Brustkrebs mit antiöstrogener Wirkung (Wirkstoffe: z. B. Tamoxifen, Toremifen)
- andere Tumorerkrankungen (Wirkstoffe: Irinotecan, Ifosfamid, Imatinib, Bexaroten, Dasatinib) – Depressionen (Wirkstoffe: Amitriptylin, Nortriptylin)
- Endometriose (Wirkstoff: Gestrinon)
- zur Entzugsbehandlung bei Opiatabhängigkeit (Wirkstoff: Methadon)
- Epilepsie (Wirkstoffe: Phenytoin, Lamotrigin)
- Erbrechen bei Krebstherapien (Wirkstoff: z. B. Ondansetron)
- Herzrhythmusstörungen/Herzschwäche/hohen Blutdruck/Herzinfarkt (Wirkstoffe: z. B.
Chinidin, Disopyramid, Mexiletin, Propafenon, Tocainid, Herzglykoside, Digoxin, Digitoxin, Bisoprolol, Metoprolol, Propranolol, möglicherweise auch Alprenolol, Atenolol, Carvedilol, Celiprolol, Talinolol, Enalapril, Losartan, Bunazosin, Calciumkanalblocker, z. B. Diltiazem, Nifedipin, Verapamil, Buspiron, Clopidogrel)
- Harninkontinenz (Wirkstoff: Darifenacin)
- Lepra (Wirkstoff: Dapson)
- Lungenhochdruck (Wirkstoff: Bosentan)
- Magengeschwüre (Wirkstoff: Cimetidin)
- Malaria (Wirkstoffe: Chinin, Chloroquin, Mefloquin)
- Nebenschilddrüsenüberfunktion, sog. „Hyperparathyreoidismus“ (Wirkstoff: Cinacalcet)
- Organabstoßung (Wirkstoffe: z. B. Azathioprin, Ciclosporin, Tacrolimus, Mycophenolat, Everolimus)
- Parasitenerkrankungen (Wurminfektionen, Wirkstoff: Praziquantel; Einzeller, Wirkstoff:
Atovaquon)
- Pilzinfektionen (Wirkstoffe: z. B. Fluconazol, Ketoconazol, Itraconazol bzw. Caspofungin und Terbinafin)
- Rheuma, Allergien, Unterfunktion der Nebennierenrinde (Wirkstoffe: Cortison und verwandte Substanzen: Hydrocortison, Fludrocortison, Prednison, Prednisolon, Methylprednisolon)
- Schilddrüsenunterfunktion (Wirkstoff: Levothyroxin)
- Schizophrenie (Wirkstoff: Aripiprazol)
- Schmerzen (sog. „narkotische Schmerzmittel“, Wirkstoffe: Fentanyl, Morphin, Barbiturate)
- Schwangerschaft (Wirkstoffe: Gestagene, Östrogene, Progestagene)
- seelische Erkrankungen (sog. „Antipsychotika“, Wirkstoffe: z. B. Haloperidol, Risperidon, Clozapin, Quetiapin)
- Vitamin-D-Mangel
- Zuckerkrankheit (Wirkstoffe: Sulfonylharnstoffe, Thiazolidindione [z. B. Rosiglitazon, Pioglitazon], Gliclazid, Repaglinid, Glimepirid, Nateglinid)
- andere Antibiotika (z. B. Cefazolin und andere Cephalosporine)
Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung kann die Wirksamkeit von Arzneimitteln verringern, die die Notwendigkeit zur mechanischen Beatmung hinauszögern (Wirkstoff: Riluzol).
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie schwanger sind und einen
Schwangerschaftsabbruch durch Mifepriston planen oder benötigen.
Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung kann die Wirkung folgender Arzneimittel/Wirkstoffe verstärken:
Arzneimittel gegen
- Bildung von Blutgerinnseln (Wirkstoff: Clopidogrel): Eine kombinierte Behandlung erhöht das Risiko von Blutungen.
Weitere Wechselwirkungen bestehen mit folgenden Arzneimitteln/Wirkstoffen:
- Cotrimoxazol (Wirkstoff gegen Infektionskrankheiten): erhöhtes Risiko einer Leberschädigung.
- Irinotecan (Wirkstoff gegen bestimmte Krebserkrankungen).
- Muskelrelaxanzien (Wirkstoff: Tizanidin): Risiko einer geringeren Wirkung.
- Opiate (z. B. als Beruhigungsmittel, Schmerz- oder Hustenstiller) und Arzneimittel gegen Harndrang (sog. „Anticholinergika“): vermindern unter Umständen die Wirkung von Rifampicin.
- Probenecid (Arzneimittel gegen Gicht): bei gleichzeitiger Gabe erhöhte Rifampicinspiegel im Blut.
- Ropivacain (Arzneimittel zur örtlichen Betäubung): kürzere Wirkung.
- Paracetamol (Schmerzmittel): Wenn Sie Paracetamol und Rifampicin einnehmen, kann dies das Risiko für Leberschäden erhöhen.
- Schmerzmittel aus der Gruppe der sog. „nicht steroidalen Antirheumatika“ (Wirkstoffe:
Celecoxib, Etoricoxib, Diclofenac, Leflunomid).
- Arzneimittel zur Neutralisierung der Magensäure (sog. „Antazida“): Ein zumindest 1-stündiger Abstand zwischen der Anwendung von Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung und diesen Arzneimitteln ist einzuhalten.
- Paraaminosalicylsäure (in bestimmten anderen Arzneimitteln gegen Tuberkulose): Risiko einer geringeren Wirkung von Rifoldin 600 mg Trockensubstanz.
- Isoniazid (in bestimmten anderen Arzneimitteln gegen Tuberkulose): Bei Patienten, die schon vor der Behandlung eine Leberschädigung hatten oder stark unterernährt sind, kann es häufiger und ausgeprägter zu Leberfunktionsstörungen kommen.
- Amlodipin: Bei gleichzeitiger Anwendung kann es zu unterschiedlichen Plasmaspiegeln von Amlodipin kommen.
- andere Antibiotika (z. B. Cefazolin und andere Cephalosporine)
- Dapson: Wenn Sie Dapson (ein Antibiotikum) mit Rifampicin einnehmen, kann dies zu hämatologischer Toxizität einschließlich Verringerung des Knochenmarks und der Blutzellen, sowie zu einer Methämoglobinämie (Abnahme von Sauerstoff im Blut verursacht durch Veränderungen in den roten Blutzellen) führen.
Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung kann die leberschädigende Wirkung des
Narkosemittels Halothan verstärken.
Wechselwirkungen mit Labortests
Mikrobiologische Bestimmungen von Vitamin B12 und Folsäure sind nicht verwertbar. Rifampicin kann eine Leberfunktionsstörung vortäuschen. Der sog. „Bromsulfophthalein-Test“ zur Prüfung der Leberfunktion kann daher während der Behandlung mit Rifoldin nicht angewendet werden.
Rifoldin kann die Ausscheidung von Kontrastmitteln zur Gallenblasenuntersuchung verzögern.
Derartige Untersuchungen sollen daher vor der Anwendung von Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung durchgeführt werden.
Bei bestimmten Nachweisverfahren (sog. „Immunoassays“) von Opiaten im Harn kann Rifoldin
600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung falsch positive Ergebnisse verursachen.
Anwendung von Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol
Täglicher Alkoholkonsum erhöht das Risiko einer Rifampicin-bedingten Leberschädigung sowie von Nebenwirkungen am Nervensystem und kann die Wirkung von Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung vermindern.
Schwangerschaft und Stillzeit
Wenn Sie schwanger sind oder stillen oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie, bevor dieses Arzneimittels bei Ihnen angewendet wird, Ihren Arzt um Rat.
Schwangerschaft
Vor Beginn der Therapie mit Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen und während der Behandlung eine sichere Verhütung durchgeführt werden. Bitte beachten Sie, dass Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung die Wirksamkeit einer hormonellen Schwangerschaftsverhütung (die „Pille“) verringern kann. Es sollte daher zusätzlich auch eine andere Art der Verhütung angewendet werden.
Während der ersten 3 Schwangerschaftsmonate wird der Arzt die Behandlung nur bei unbedingter Notwendigkeit beginnen, da das Risiko von Fehlbildungen des Ungeborenen nicht auszuschließen ist. Bei der Anwendung während der weiteren Schwangerschaft ist Vorsicht geboten, und Ihr Arzt wird das Nutzen-Risiko-Verhältnis mit Sorgfalt abwägen.
Bei Anwendung in den letzten Wochen vor der Geburt kann es zu einer erhöhten Blutungsneigung bei Mutter und Neugeborenem kommen. Deshalb kann der Arzt Vitamin-K-Gaben verordnen.
Stillzeit
Rifampicin tritt in die Muttermilch über. Während der Stillzeit ist daher abzustillen.
Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung kann selten zu Sehstörungen und häufig zu Schwindel führen (siehe Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“). Wenn eine dieser Nebenwirkungen auftritt, können die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt sein.
Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung enthält Natrium
als Natriumformaldehydsulfoxylat und Natriumhydroxid, jedoch weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Durchstechflasche, d. h., es ist nahezu „natriumfrei“.
3. Wie ist Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung anzuwenden?
Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung soll nur dann angewendet werden, wenn die Einnahme (orale Verabreichung) nicht durchführbar oder nicht empfehlenswert ist.
Bitte beachten Sie, dass Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung auch in anderen
Stärken zur Verfügung steht.
Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung wird Ihnen von einem Arzt verabreicht, der die für Sie benötigte Dosis ermittelt.
Die übliche Dosis ist meist vom Gewicht abhängig:
Tuberkulose
Bei der Behandlung der Tuberkulose wird Ihnen Ihr Arzt mindestens noch ein weiteres Arzneimittel gegen Tuberkulose verordnen.
Erwachsene und Jugendliche über 14 Jahre:
8–12 mg Rifampicin/kg Körpergewicht täglich.
Richtdosis:
| Patienten unter 50 kg: | 1x täglich 450 mg Rifampicin. |
| Patienten mit 50 kg oder schwerer: | 1x täglich 600 mg Rifampicin. |
Kinder über 3 Monate und Jugendliche bis 14 Jahre:
15 (10–20) mg Rifampicin/kg Körpergewicht täglich, jedoch maximal 600 mg Rifoldin
Trockensubstanz zur Infusionsbereitung pro Tag.
Für Kinder unter 3 Monaten kann aufgrund fehlender Daten keine Dosierungsempfehlung zur
Behandlung der Tuberkulose ausgesprochen werden.
Im Allgemeinen dauert die Behandlung der Tuberkulose 6–9 Monate, wobei Ihr Arzt das Schema der Behandlung entsprechend Ihren Bedürfnissen anpassen kann.
Wenn sich bei Ihnen unempfindliche Tuberkuloseerreger entwickeln, kann eine längere Behandlung mit anderen Arzneimitteln erforderlich sein.
Behandlung der Tuberkulose bei zusätzlicher HIV-Infektion:
Im Allgemeinen wird der Arzt die Behandlung 9 Monate durchführen.
Lepra
10 mg Rifampicin/kg Körpergewicht täglich.
Richtdosis:
| Patienten unter 50 kg: | 1x täglich 450 mg Rifampicin. |
| Patienten mit 50 kg oder schwerer: | 1x täglich 600 mg Rifampicin. |
Bei der Behandlung von Lepra wird Ihnen Ihr Arzt mindestens noch ein weiteres Arzneimittel gegen diese Erkrankung verordnen.
Staphylokokken-Infektionen durch Erreger, die gegen den Wirkstoff Methicillin unempfindlich (resistent) sind
600–1200 mg Rifampicin täglich, aufgeteilt auf 2–4 Einzeldosen.
Bei der Behandlung dieser Infektion wird Ihnen Ihr Arzt mindestens noch ein weiteres Antibiotikum verordnen.
Schwere Staphylokokken-Infektionen
Erwachsene:
600–1200 mg Rifampicin täglich, verteilt auf 2 Einzeldosen im Abstand von 12 Stunden. Abhängig vom Ausmaß der Infektion und der Schwere der Erkrankung wird Ihr Arzt zusätzliche Arzneimittel verordnen.
Neugeborene, Säuglinge und Kinder unter 1 Jahr:
5–10 mg Rifampicin/kg Körpergewicht zweimal täglich.
Kinder über 1 Jahr:
10 mg Rifampicin/kg Körpergewicht (maximal 600 mg) zweimal täglich.
Bei der Behandlung dieser Infektion wird Ihnen Ihr Arzt mindestens noch ein weiteres Antibiotikum verordnen.
Brucellose
Erwachsene:
600–900 mg Rifampicin einmal täglich abends.
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre:
10–15 mg Rifampicin/kg Körpergewicht/Tag, aufgeteilt auf 1–2 Einzeldosen (maximal 600 mg).
Bei der Behandlung dieser Infektion wird Ihnen Ihr Arzt mindestens noch ein weiteres Antibiotikum verordnen.
Meningokokken-Träger
Erwachsene:
2 Tage lang 2 x täglich 600 mg Rifampicin oder 4 Tage lang 1x täglich 600 mg Rifampicin.
Kinder und Säuglinge über 1 Monat: 2 Tage lang 2x täglich 10 mg Rifampicin/kg Körpergewicht oder 4 Tage lang 1 x täglich 10 mg Rifampicin/kg Körpergewicht.
Die Dosis darf 600 mg/Dosis nicht überschreiten.
Neugeborene unter 1 Monat: 2 Tage lang 2x täglich 5 mg Rifampicin/kg Körpergewicht oder 4 Tage lang 1 x täglich 5 mg Rifampicin/kg Körpergewicht.
Hämophilus-influenzae-Träger
Alle Haushaltsmitglieder (einschließlich Kinder und Säuglinge über 1 Monat):
4 Tage lang 1x täglich 20 mg Rifampicin/kg Körpergewicht, jedoch maximal 600 mg Rifampicin pro Tag.
Neugeborene unter 1 Monat:
4 Tage lang 1x täglich 10 mg Rifampicin/kg Körpergewicht.
Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion
Bei leicht eingeschränkter Leberfunktion kann Ihr Arzt die Rifoldin 600 mg Trockensubstanz-Behandlung gegebenenfalls mit einer niedrigeren Dosis durchführen, wobei er auch eine Kontrolle der Wirkstoffkonzentration im Blut anordnen kann. Bei stark eingeschränkter Leberfunktion darf Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung nicht angewendet werden.
Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
Eine Anpassung der Dosis ist bei diesen Patienten nicht erforderlich, sofern eine normale
Leberfunktion besteht.
Früh- und Neugeborene
Da die Ausscheidung von Rifampicin im Vergleich zu älteren Patienten deutlich verlangsamt ist,
dürfen die angegebenen Dosierungen nicht überschritten werden.
Unterbrechung der Behandlung
Wenn Sie Ihre Behandlung unterbrochen haben und diese nun fortsetzen, wird Ihr Arzt die
Behandlung mit einer niedrigen Dosis einleiten, die Dosierung über ca. 3 Tage steigern und
gegebenenfalls die Nierenfunktion kontrollieren. Erst danach wird er die Behandlung mit der
vorgesehenen Dosierung fortsetzen.
Art der Anwendung
Nur zur intravenösen Anwendung (Infusion) nach Rekonstitution und nicht zur intramuskulären oder subkutanen Anwendung geeignet!
Nur klare Lösungen verwenden. Vermeiden Sie während der Injektion ein Austreten der Injektionslösung in das umgebende Gewebe, welches das Blutgefäß umgibt (Extravasat); lokale Hautreizungen und Entzündungen, hervorgerufen durch Injektion von Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung außerhalb der Blutgefäße während der Infusion, wurden beobachtet. In einem solchen Fall muss die Infusion unterbrochen und an einer anderen Stelle korrekt verabreicht werden.
Dauer der Anwendung
Über die Dauer der Anwendung, welche sich nach Art und Schwere der Infektion richtet, entscheidet Ihr Arzt.
Wenn Sie eine größere Menge von Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung erhalten haben, als Sie sollten
Nach Überdosierungen wurden Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Juckreiz, Kopfschmerzen und zunehmende Schläfrigkeit beobachtet. Bei schwerer Lebererkrankung kann auch Bewusstlosigkeit auftreten. Ein vorübergehendes Ansteigen der Leberenzyme und/oder von Bilirubin ist möglich. Die Intensität einer gelben/orangen/roten/braunen Verfärbung von Haut, Urin, Schweiß, Speichel, Tränen, Zähnen und Stuhl ist vom Ausmaß der Dosis abhängig. Bei Kindern wurden Schwellungen im Bereich der Augen berichtet. In fatalen Fällen traten auch Blutdrucksenkung, Erhöhung der Herzfrequenz, Herzrhythmusstörungen, Krämpfe und Herzstillstand auf. Bei Auftreten dieser Beschwerden muss unverzüglich ein Arzt verständigt werden.
Hinweise für den Arzt befinden sich am Ende dieser Gebrauchsinformation.
Wenn Sie die Anwendung von Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung abbrechen
Auch wenn eine Besserung der Krankheitssymptome oder Beschwerdefreiheit eintritt, darf die Anwendung von Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung keinesfalls ohne ärztliche Anweisung geändert oder abgebrochen werden, um eine eventuelle Verschlechterung bzw. ein Wiederauftreten der Erkrankung zu vermeiden. Auch ein Neubeginn der Behandlung darf nur nach ärztlicher Verordnung erfolgen.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal.
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)
- Fieber
- Schüttelfrost
Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)
- starke Verminderung der Blutplättchen, wodurch ein erhöhtes Risiko einer Blutung und Neigung zu Blutergüssen besteht. Bei Verminderung der Blutplättchen (mit und ohne Hautblutungen) ist die Behandlung sofort und auf Dauer zu beenden.
- Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Fieber, Hautentzündungen)
- Paradoxe Arzneimittelreaktion: Nach einer anfänglichen Besserung während der Behandlung können die Symptome der Tuberkulose erneut auftreten oder neue Symptome auftreten.
Paradoxe Reaktionen wurden bereits 2 Wochen oder auch erst 18 Monate nach Beginn der Behandlung gegen Tuberkulose berichtet. Paradoxe Reaktionen gehen in der Regel mit Fieber, geschwollenen Lymphknoten (Lymphadenitis), Atemnot und Husten einher. Bei Patienten mit paradoxer Arzneimittelreaktion können auch Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust auftreten.
- Appetitlosigkeit
- Übelkeit
- Erbrechen
- Blähungen
- Anstieg der Enzyme AST, ALT, alkalische Phosphatase, -Glutamyltranspeptidase
- Kopfschmerzen
- Schwindel
Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)
- Verminderung bestimmter weißer Blutzellen, erhöht die Anfälligkeit für Infektionen, Fieber
- Durchfall
- Gelbsucht und Lebervergrößerung (meist nur vorübergehend). Gefährdet sind vor allem Patienten mit bereits bestehenden Leberschäden, Alkoholkranke und ältere Menschen.
Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)
- Verminderung bestimmter weißer Blutzellen (Granulozytopenie)
- Störung der Blutgerinnung
- Sehstörungen
- Entzündung des Sehnervs
Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)
- Haut- und Schleimhautschwellungen, auch im Gesichts- und Halsbereich (sog.
„Schmetterlingsflechte“), unter Umständen in Verbindung mit Fieber, Schwächegefühl,
Muskel- und Gelenkschmerzen
- Koordinationsschwierigkeiten, Schwierigkeiten, die Bewegungen aufeinander abzustimmen
- Konzentrationsunfähigkeit
- Müdigkeit
- Schmerzen und Taubheitsgefühl in Armen und Beinen
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
- schwere Darmentzündung (sog. „pseudomembranöse Kolitis“)
- sog. „Influenza“: meist bei nicht täglicher Anwendung (nur 2–3 Dosen pro Woche). Sie äußert sich u. a. mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Schüttelfrost, Ausschlag, Übelkeit, Erbrechen, Knochen- und Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel, Kurzatmigkeit bzw. pfeifender Atmung, Blutdruckabfall und Schock, Blutarmut und plötzlichem Nierenversagen. Die Influenza kann in fast allen Fällen durch Wechsel von der nicht täglichen auf die tägliche Anwendung zum Verschwinden gebracht werden.
- übermäßig stark ablaufende Blutgerinnung und Blutungsneigung (disseminierte intravasale Gerinnung)
- Vermehrung bzw. Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen
- Blutarmut, verminderte Anzahl roter Blutkörperchen, kann zu Blässe, Schwäche und Kurzatmigkeit führen. Ihr Arzt entscheidet, ob ein sofortiger und dauerhafter Abbruch der Behandlung erforderlich ist.
- schwere Überempfindlichkeitsreaktion (anaphylaktische Reaktion)
- Bei Beeinträchtigung der Nebennierenfunktion kann es zu einer unzureichenden Nebennierenfunktion kommen.
- verminderter Appetit
- psychische Störungen
- Gehirnblutungen bis hin zu Todesfällen, wenn die Behandlung mit Rifampicin nach dem Auftreten von Purpura (Einblutungen in die Haut) fortgesetzt wurde
- gelbe, orange, rote, braune Verfärbung von Tränenflüssigkeit (betrifft auch weiche Kontaktlinsen), Zähnen, Harn, Schweiß und Speichel
- Schock
- anfallsweise auftretendes Erröten der Haut, vor allem am Oberkörper und im Gesicht
- Entzündung der Blutgefäße
- Lungenentzündung (interstitielle Lungenerkrankung/Pneumonitis): Informieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn Sie Kurzatmigkeit neu entwickeln oder sich eine bestehende Kurzatmigkeit plötzlich verschlechtert, möglicherweise mit Husten oder Fieber.
- Atemnot, Keuchen, verfärbter Auswurf
- Bauchschmerzen
- Störungen im Verdauungstrakt
- Leberentzündung, Erhöhung der Bilirubinkonzentration im Blut, Gallenstau
- Hautausschlag mit Blasenbildung
- schwere Hauterkrankung und Schleimhautveränderungen mit Störung des Allgemeinbefindens, schmerzhafte Blasenbildung der Haut, besonders im Mund-, Augen- und Genitalbereich
- Arzneimittelexanthem (mit Eosinophilie und systemischen Symptomen [DRESS-Syndrom])
- Hautreaktionen, Juckreiz mit oder ohne Hautausschlag
- Nesselausschlag, allergische Hautentzündung
- Erkrankung der Muskulatur, Muskelschwäche, Knochenschmerzen
- akuter Nierenschaden (sofortiger und endgültiger Therapieabbruch notwendig)
- entzündliche Erkrankung der Nieren, die von Fieber, Hautausschlag und Gelenkschmerzen begleitet sein kann (sofortiger und endgültiger Therapieabbruch notwendig)
- Blutungen nach der Geburt, Blutungen von Fötus und Mutter
- Störungen der Regelblutung bei der Frau
- Stoffwechselerkrankungen, bei denen die Produktion des Blutfarbstoffs gestört ist (Porphyrie) – Flüssigkeitsansammlungen in den Geweben
- Abnahme des Blutdrucks
- erhöhte Kreatininwerte im Blut, erhöhte Leberenzymwerte
- Blutungen
- Vitamin-K-abhängige Gerinnungsstörungen
Meldung von Nebenwirkungen
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische
Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben
sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 Wien
Österreich
Fax: +43 (0) 50 555 36207
Website: www.basg.gv.at/
anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.
5. Wie ist Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung aufzubewahren?
Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.
Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett nach „Verwendbar bis“ angegebenen
Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des
angegebenen Monats.
Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungen
erforderlich. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Nur zur Einmalentnahme. Restmengen sind zu verwerfen.
Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen
Was Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung enthält
- Der Wirkstoff ist: Rifampicin. 1 Durchstechflasche enthält 600 mg Rifampicin.
- Die sonstigen Bestandteile sind:
Durchstechflasche: Natrium Formaldehydsulfoxylat, Natriumhydroxid;
Lösungsmittelampulle: Wasser für Injektionszwecke.
Wie Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung aussieht und Inhalt der Packung
Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung mit Lösungsmittel enthält ein Pulver
(Lyophilisat) und ein Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung.
Die Durchstechflasche beinhaltet rotes Lyophilisat und die Lösungsmittelampulle eine klare Lösung.
Nach Auflösung des Lyophilisats entsteht eine klare, rote Lösung mit einem pH-Wert von 7,8–8,8.
Packung mit 1 bzw. 10 (Bündelpackung) Durchstechflasche(n) mit je 600 mg lyophilisiertem
Rifampicin und 1 (bzw. 10) Lösungsmittelampulle(n) zu (je) 10 ml.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller
Pharmazeutischer Unternehmer:
sanofi-aventis GmbH, Turm A, 29. OG, Wienerbergstraße 11, 1100 Wien, Österreich
Hersteller:
SANOFI S.r.l., Via Valcanello 4, 03012 Anagni (FR), Italien
Z. Nr.: 17370
Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Februar 2026.
Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:
Hinweise zur Handhabung
Zur Vorbereitung der gebrauchsfertigen Lösung wird das in der beigepackten Ampulle enthaltene Lösungsmittel in die Durchstechflasche mit Rifampicin eingebracht und kräftig geschüttelt, um das Antibiotikum vollständig zu lösen. (Die Lösung enthält 60 mg Rifampicin/ml und ist 30 Stunden bei Raumtemperatur haltbar und muss innerhalb dieser Zeit verdünnt und infundiert werden.)
Nach völligem Verschwinden des Schaums wird die Lösung (oder ein Teil der Lösung, äquivalent zur berechneten Menge von Rifampicin, die verabreicht werden soll) in 250 ml oder 500 ml einer 5 %igen Glukoselösung eingebracht, gut vermischt und als Infusion verabreicht.
Es wird empfohlen, die Tropfgeschwindigkeit so einzustellen, dass eine etwa 3 Stunden dauernde Infusion erzielt wird (alternativ kann die berechnete Menge an Rifampicin, die verabreicht werden soll, mit 100 ml Infusionslösung verdünnt und während 30 Minuten infundiert werden). Die 500-ml- und 100-ml-Verdünnungen in Glukoselösung sind 8 Stunden bei Raumtemperatur haltbar und müssen innerhalb dieser Zeit verbraucht werden. Danach kann es zu Ausfällungen kommen.
Hinweis:
Eine 5 %ige Glukoselösung ist die empfohlene Infusionslösung. Falls diese kontraindiziert ist, kann auch 0,9 %ige Natriumchloridlösung verwendet werden (diese Infusionslösung ist 6 Stunden bei Raumtemperatur haltbar).
Die Verwendung anderer Infusionslösungen (außer 5 % Glukoselösung und 0,9 %
Natriumchloridlösung) wird nicht empfohlen.
Lösungen, welche Natriumhydrogencarbonat und/oder Natriumlactat enthalten, sind mit Rifampicin physikalisch inkompatibel und dürfen nicht verwendet werden.
Inkompatibilitäten
Eine physikalische Inkompatibilität (Präzipitat) wurde zwischen unverdünntem (5 mg/ml) bzw.
verdünntem (1 mg/ml in physiologischer NaCl-Lösung) Diltiazemhydrochlorid und Rifampicin (6 mg/ml in physiologischer NaCl-Lösung) bei Verabreichung über eine gemeinsame Kanüle beobachtet.
Das Arzneimittel darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
Therapiemaßnahmen bei Überdosierung
Symptome
Nicht letale akute Überdosierungen bei Erwachsenen wurden für Dosierungen von 9–12 g Rifampicin berichtet. Überdosierungen mit Todesfolge reichten von 14–60 g. Bei Kindern (1–4 Jahre) wurden nicht letale Überdosierungen von 100 mg/kg Körpergewicht (1–2 Dosen) berichtet.
Übelkeit, Erbrechen, abdominale Schmerzen, Juckreiz, Kopfschmerzen und zunehmende Lethargie können bereits kurz nach Anwendung einer Überdosis auftreten. Liegt eine schwere Lebererkrankung vor, kann es zu Bewusstlosigkeit kommen. Eine vorübergehende Erhöhung der Leberenzyme und/oder von Bilirubin kann auftreten. Haut, Harn, Schweiß, Speichel, Tränen, Zähne und der Stuhl des Patienten können sich proportional zur angewendeten Menge Rifampicin gelb, orange, rot oder braun verfärben. Bei pädiatrischen Patienten wurden faziale und periorbitale Ödeme berichtet. Bei einigen tödlich verlaufenden Fällen kam es zu Blutdruckabfall, Sinustachykardie, ventrikulären Arrhythmien, Krämpfen und Herzstillstand.
Therapiemaßnahmen
Im Fall einer Vergiftung sollte bei nicht bewusstseinsgetrübten Patienten sofort Erbrechen oder eine Magenspülung mit Wasser unter Zusatz von reichlich Aktivkohle durchgeführt werden, gefolgt von unterstützenden Maßnahmen, einschließlich des Freihaltens der Atemwege und der Behandlung der auftretenden Symptome. Nach Entleerung des Mageninhalts kann die Verabreichung von Aktivkohle dazu beitragen, verbliebenen Wirkstoff aus dem Gastrointestinaltrakt zu eliminieren. Eine antiemetische Behandlung zur Kontrolle von schwerem Erbrechen bzw. schwerer Übelkeit kann erforderlich sein. Aktive Diurese (unter Kontrolle der Flüssigkeitszufuhr und der Ausscheidung) unterstützt die Exkretion von Rifampicin.
Durch Hämo- und Peritonealdialyse wird keine bedeutsame Minderung der Rifampicin-Serumkonzentrationen erzielt.
Kontrollen der Leberfunktion und des Blutbildes sind notwendig.
Fachinformation
ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Rifoldin 600 mg Trockensubstanz zur Infusionsbereitung mit Lösungsmittel
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
1 Durchstechflasche enthält 600 mg Rifampicin.
Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:
1 Durchstechflasche enthält 10 mg Natrium Formaldehydsulfoxylat und Natriumhydroxid zur pH-Einstellung Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung.
Durchstechflasche: rotes Lyophilisat. Lösungsmittelampulle: klare Lösung.
Nach Auflösung des Lyophilisats entsteht eine klare, rote Lösung; pH-Wert: 7,8–8,8.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
- Tuberkulose: Zur Therapie aller Formen und Stadien der Tuberkulose, deren Erreger gegen Rifampicin empfindlich sind. Gleichzeitig mit Rifampicin soll immer mindestens noch ein weiteres Arzneimittel gegen Tuberkulose gegeben werden.
- Lepra: bei multibazillärer und paucibazillärer Lepra zur Konversion des infektiösen zum nicht infektiösen Zustand. Gleichzeitig mit Rifampicin soll mindestens eine weitere antilepromatöse Substanz verabreicht werden.
- Methicillin-resistente Staphylokokken-Infektionen (MRSA) und schwerwiegende Staphylokokken-Infektionen: In solchen Fällen soll zusätzlich ein geeignetes Antibiotikum verabreicht werden.
- Brucellose: In diesem Fall soll zusätzlich Doxycyclin bzw. bei Kindern unter 8 Jahren Trimethoprim/Sulfamethoxazol verabreicht werden.
- Meningokokken-Träger: Behandlung von asymptomatischen Trägern von N. meningitidis, um die Meningokokken aus dem Nasopharynx zu eliminieren (Rifampicin ist aufgrund einer möglicherweise raschen Resistenzbildung zur Behandlung von Meningokokken-Infektionen nicht geeignet).
- Prophylaxe der Meningokokken-Meningitis: Rifampicin ist aufgrund einer möglicherweise raschen Resistenzbildung zur Behandlung von Meningokokken-Infektionen nicht geeignet.
- Prophylaxe der Hämophilus-influenzae-Meningitis: Behandlung von asymptomatischen Trägern von H. influenzae und als Chemoprophylaxe von exponierten Kindern im Alter von 4 Jahren und jünger.
Rifampicin ist aufgrund einer möglicherweise raschen Resistenzbildung zur Behandlung von
Hämophilus-influenzae-Infektionen nicht geeignet.
Die üblichen und allgemein anerkannten Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von
antimikrobiellen Wirkstoffen sind bei der Anwendung zu berücksichtigen.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dosierung
Rifoldin Trockensubstanz zur Infusionsbereitung ist indiziert, wenn die perorale Verabreichung nicht
durchführbar oder nicht empfehlenswert ist.
Tuberkulose
Bei der Behandlung der Tuberkulose soll immer mindestens noch ein weiteres Arzneimittel gegen
Tuberkulose verabreicht werden.
Erwachsene und Jugendliche über 14 Jahre:
Allgemeine Dosierungsrichtlinien:
8–12 mg Rifampicin/kg Körpergewicht, d. h.,
- Patienten unter 50 kg erhalten 450 mg Rifampicin täglich,
- Patienten mit 50 kg oder schwerer erhalten 600 mg Rifampicin täglich.
Kinder über 3 Monate und Jugendliche bis 14 Jahre:
Dosierung: 15 (10–20) mg/kg Körpergewicht täglich, jedoch maximal 600 mg/Tag.
Für Kinder unter 3 Monaten kann aufgrund fehlender Daten keine Dosierungsempfehlung
ausgesprochen werden.
Kurzzeittherapie
Im Allgemeinen soll die Behandlung 6 (bis 9) Monate lang durchgeführt werden und zumindest 3
Monate lang in der Kultur kein Erreger mehr nachweisbar sein.
Bei Patienten, die nicht zur Compliance veranlasst werden können, kann nach 1–2
Monaten eine intermittierende Therapie mit 600 mg/Tag 2- bis 3-mal wöchentlich unter strenger
ärztlicher Überwachung durchgeführt werden.
Die 6-monatige Behandlung besteht üblicherweise aus einer initialen zwei Monate dauernden Phase
von Rifampicin, Isoniazid und Pyrazinamid. Falls indiziert, ist ein weiteres Arzneimittel gegen
Tuberkulose, z. B. Streptomycin oder Ethambutol, während der ersten 2 Monate zu verabreichen.
In der Weiterführungsphase werden Rifampicin und Isoniazid täglich oder 2- oder 3-mal wöchentlich
unter strenger ärztlicher Überwachung für 4 Monate oder länger angewendet.
Kontaktieren Sie einen medizinischen Experten für Tuberkulose für die Behandlung von
arzneimittelresistenten Organismen.
Die 9-monatige Behandlung besteht üblicherweise aus Rifampicin und Isoniazid. Falls indiziert, ist
eine weitere Substanz, z. B. Ethambutol, während der ersten 2–3 Monate zu verabreichen.
Langzeittherapie
Bei Ausbildung von resistenten Stämmen und bei der Therapie von extrapulmonaler Tuberkulose kann
eine längere Behandlung mit anderen Arzneimitteln erforderlich sein.
Behandlung der Tuberkulose bei zusätzlicher HIV-Infektion
Im Allgemeinen soll die Behandlung 9 Monate lang durchgeführt werden oder zumindest 6 Monate
lang in der Kultur kein Erreger mehr nachweisbar sein.
Lepra
Die empfohlene tägliche Einmaldosis beträgt 10 mg/kg Körpergewicht, d. h., Patienten unter 50 kg
erhalten 450 mg täglich, Patienten mit 50 kg oder schwerer erhalten 600 mg täglich.
Gleichzeitig mit Rifampicin soll mindestens eine weitere antilepromatöse Substanz verabreicht
werden.
Methicillin-resistente Staphylokokken-Infektionen
600–1200 mg täglich, verteilt auf 2–4 Einzeldosen. Gleichzeitig mit Rifampicin soll zusätzlich
mindestens ein anderes Antibiotikum verabreicht werden.
Schwere Staphylokokken-Infektionen
Erwachsene:
600–1200 mg täglich, verteilt auf 2 Einzeldosen im Abstand von 12 Stunden. Gleichzeitig mit
Rifampicin soll zusätzlich ein weiteres Antibiotikum verabreicht werden.
Neugeborene, Säuglinge und Kinder < 1 Jahr:
5–10 mg/kg Körpergewicht zweimal täglich.
Kinder > 1 Jahr:
10 mg/kg Körpergewicht (maximal 600 mg) zweimal täglich.
Bei schweren (jedoch nicht lebensgefährlichen tiefliegenden) Staphylokokken-Infektionen soll
gleichzeitig mit Rifampicin zusätzlich mindestens noch ein anderes Antibiotikum verabreicht werden.
Brucellose
Erwachsene:
Einmal täglich 600–900 mg abends. Gleichzeitig mit Rifampicin soll Doxycyclin über 5–7 Wochen
lang verabreicht werden.
Kinder > 8 Jahre:
10–15 mg/kg Körpergewicht/Tag Rifampicin aufgeteilt in 1 bis 2 Einzeldosen (maximal 600 mg), plus
Doxycyclin.
Kinder < 8 Jahre:
10–15 mg/kg Körpergewicht/Tag Rifampicin aufgeteilt in 1 bis 2 Einzeldosen, plus Trimethoprim und
Sulfamethoxazol.
Meningokokken-Träger
Erwachsene:
Für Erwachsene wird empfohlen, 600 mg Rifampicin zweimal täglich während 2 Tagen (600 mg alle
12 Stunden) oder 600 mg Rifampicin einmal täglich während 4 Tagen zu verabreichen.
Kinder und Säuglinge über 1 Monat: 10 mg/kg Körpergewicht alle 12 Stunden während 2 Tagen oder
alle 24 Stunden während 4 Tagen.
Die Dosis darf 600 mg/Dosis nicht überschreiten.
Neugeborene unter 1 Monat: 5 mg/kg Körpergewicht alle 12 Stunden während 2 Tagen oder alle 24
Stunden während 4 Tagen.
Hämophilus-influenzae-Träger
Für Mitglieder eines Haushaltes, die einer H.-influenzae-Erkrankung ausgesetzt sind und welche mit
einem Kind mit 4 Jahren oder jünger in Kontakt stehen, wird folgende Dosierung empfohlen:
Alle Mitglieder (einschließlich des Kindes) erhalten einmal täglich 20 mg/kg Körpergewicht
Rifampicin (jedoch maximal 600 mg/Tag) während 4 Tagen, Neugeborene (1 Monat) erhalten 10 mg
Rifampicin/kg Körpergewicht/Tag während 4 Tagen.
Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion:
Bei stärker eingeschränkter Leberfunktion ist Rifoldin kontraindiziert. Bei Patienten mit
eingeschränkter Leberfunktion soll eine Tagesdosis von 8 mg Rifampicin/kg Körpergewicht nicht
überschritten werden.
Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion:
Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist keine Dosisanpassung notwendig. Dies gilt auch
für Dialysepatienten.
Ältere Patienten:
Zur Dosierung bei älteren Patienten liegen keine ausreichenden Erfahrungen aus kontrollierten
klinischen Studien vor.
Früh- und Neugeborene:
In dieser Altersgruppe sind wegen der Unreife der Leber Abbau und Ausscheidung von Rifampicin
deutlich verzögert. Mit erhöhten Serumspiegeln im Vergleich zu Erwachsenen und eventuell mit
Kumulation ist zu rechnen. Die angegebene Richtdosis sollte daher nicht überschritten werden.
Dosisanpassung nach einer Therapieunterbrechung:
Der Wiederbeginn der Gabe von Rifoldin nach einer Therapieunterbrechung hat einschleichend zu
erfolgen. Am 1. Tag wird bei Erwachsenen mit 150 mg behandelt, dann auf 300 mg am 2. Tag und auf
450 mg am 3. Tag gesteigert. Ab dem 4. Tag ist die Behandlung in der üblichen Dosierung
fortzusetzen. Kontrolle der Nierenfunktion und eventuell Gabe von Corticoiden sind empfehlenswert.
Hinweise für Dosisanpassung bei anderen Arzneimitteln siehe Abschnitt 4.4.
Art der Anwendung
Nur zur intravenösen Anwendung (Infusion) nach Rekonstitution und nicht zur intramuskulären
oder subkutanen Anwendung geeignet!
Nur klare Lösungen verwenden. Vermeiden Sie während der Injektion Extravasation; lokale
Hautreizungen und Entzündungen, hervorgerufen durch extravaskuläre Infiltration der Infusion,
wurden beobachtet. Im Fall einer Extravasation muss die Infusion unterbrochen und an einer anderen
Stelle korrekt verabreicht werden.
4.3 Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Rifamycine oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile,
- schwere Leberfunktionsstörungen wie Verschlussikterus, Hepatitis, Leberzirrhose,
- Porphyrie (siehe Abschnitt 4.4)
- Rifampicin ist kontraindiziert bei gleichzeitiger Anwendung mit Arzneimitteln, die stark von seinem Potenzial zur Induktion von Arzneimittel-metabolisierenden Enzymen und Transportern betroffen sind, wie z. B.: Lurasidon, Sofosbuvir, antiretrovirale Arzneimittel:
Saquinavir/Ritonavir, Cabotegravir, Fostemsavir und Lenacapavir (siehe Abschnitt 4.5).
Um weitere Informationen über die möglichen Kontraindikationen bei Rifampicin zu erhalten, sind bei
einer gemeinsamen Verabreichung mit anderen Arzneimitteln auch deren Fachinformationen zu
beachten.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Rifoldin darf nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden:
- bei leichten Leberfunktionsstörungen und/oder chronischen Lebererkrankungen bzw. bei Alkoholkranken (strenge Nutzen-Risiko-Abschätzung erforderlich),
- bei leichten Überempfindlichkeitsreaktionen. Nach Rückgang der Symptome infolge einer Unterbrechung der Therapie kann eine Weiterbehandlung erwogen werden.
- bei Wiederaufnahme einer Rifampicin-Behandlung nach kurzer oder längerer Unterbrechung.
Eine hyperergische Sofortreaktion, z. B. mit Schock oder Nierenversagen, kann eintreten. Es
wird empfohlen, bei Wiederbeginn der Therapie eine einschleichende Dosierung zu wählen
(siehe Abschnitt 4.2).
- bei gleichzeitiger Gabe von Antiepileptika, Benzodiazepinen und Paracetamol (siehe Abschnitt 4.5),
- Rifampicin kann eine hepatische Porphyrie (Porphyria cutanea tarda) induzieren. Bei entsprechend veranlagten Personen ist daher Vorsicht geboten.
Warnhinweise
Leber
Rifampicin wurde mit Leberfunktionsstörungen in Verbindung gebracht. Werden Patienten mit
beeinträchtigter Leberfunktion mit Rifoldin behandelt, ist daher eine strikte medizinische
Überwachung notwendig. Die Leberfunktion (insbesondere AST und ALT) muss vor Beginn der
Therapie und während der Behandlung alle 2–4 Wochen überprüft werden. Treten Zeichen eines
Leberzellschadens auf, soll Rifoldin abgesetzt werden.
Bei der Behandlung mit Rifampicin wurden Fälle von leichter bis schwerer Cholestase berichtet. Die
Patienten sollten angewiesen werden, sich unverzüglich mit ihrem Arzt in Verbindung zu setzen, wenn
Symptome wie Juckreiz, Schwäche, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen,
Gelbfärbung der Augen oder Haut oder dunkler Urin auftreten. Wenn die Cholestase bestätigt ist,
sollte Rifoldin abgesetzt werden.
Bei einer Therapie mit Rifampicin lässt sich bei ca. 5–20 % der Patienten ein
Transaminasenanstieg bzw. bereits am Anfang der Therapie eine Hyperbilirubinämie feststellen.
Oft kommt es trotz Fortsetzung der Therapie wieder zur Normalisierung der Werte, daher ist ein einzelner Bericht von mäßig erhöhtem Bilirubin und/oder Transaminasen allein kein Grund, die Therapie abzubrechen. Diese Entscheidung sollte erst nach wiederholter Bestimmung dieser Werte gefällt werden. Dabei ist der zeitliche Verlauf und Schweregrad der Erkrankung im Zusammenhang mit dem klinischen Zustand des Patienten und dem Verlauf der Serumwerte dieser Parameter zu berücksichtigen. Bei Zunahme der Transaminasen über 100 U/l, Anstieg der Bilirubinkonzentration oder entsprechender klinischer Symptomatik ist sofortiges Absetzen der Behandlung geboten, da es zu einer tödlichen Leberdystrophie kommen kann. Nach längerer Pause wird die erneute Gabe von Rifampicin von den meisten Patienten wieder vertragen. Wegen der hepatotoxischen Nebenwirkungen sind unter jeder Therapie mit Rifampicin regelmäßige Bilirubin- und Leberenzymkontrollen notwendig.
Interstitielle Lungenerkrankung (ILD)/Pneumonitis
Es gab Berichte über ILD oder Pneumonitis bei Patienten, die Rifoldin zur Behandlung von
Tuberkulose erhalten (siehe Abschnitt 4.8). ILD/Pneumonitis ist eine potenziell tödliche Erkrankung.
Eine sorgfältige Beurteilung aller Patienten mit akutem Einsetzen und/oder unerklärlicher
Verschlechterung pulmonaler Symptome (Dyspnoe begleitet von trockenem Husten) und Fieber sollte
vorgenommen werden, um die Diagnose von ILD/Pneumonitis zu bestätigen. Bei Diagnose von
ILD/Pneumonitis ist Rifoldin im Falle schwerer Manifestationen dauerhaft abzusetzen (respiratorische
Insuffizienz und akutes respiratorisches Distress-Syndrom) und eine geeignete Behandlung bei Bedarf
zu initiieren.
Immunologische Reaktionen/Anaphylaxie
Wegen der Möglichkeit immunologischer Reaktionen einschließlich Anaphylaxie (siehe
Abschnitt 4.8), die bei intermittierender Therapie (weniger als 2–3-mal pro Woche) auftreten,
sollten die Patienten genau überwacht werden. Sie sollten vor der Unterbrechung des
Dosierungsschemas gewarnt werden, da diese Reaktionen auftreten können.
Ein „Flu-like-Syndrom“ tritt meist 3–6 Monate nach Beginn einer intermittierenden Therapie auf.
Die Symptome treten 1–2 Stunden nach der Rifampicin-Anwendung auf und dauern bis zu 8
Stunden an. Das „Flu-like-Syndrom“ kann in fast allen Fällen durch Wechsel von der
intermittierenden auf die tägliche Gabe zum Verschwinden gebracht werden. Corticoidschutz kann
nützlich sein.
Die Patienten sind über die Risiken eines unbegründeten eigenmächtigen Therapieabbruchs und
vor allem über die Risiken eines Neubeginns der Therapie ohne ärztliche Kontrolle zu informieren.
Paradoxe Arzneimittelreaktion
Nach anfänglicher Besserung der Tuberkulose unter Therapie mit Arzneimitteln zur Behandlung von
Tuberkulose können sich die Symptome wieder verschlechtern. Bei den betroffenen Patienten wurde
eine klinische oder radiologische Verschlechterung bestehender Tuberkuloseläsionen oder die
Entwicklung neuer Läsionen festgestellt. Solche Reaktionen wurden innerhalb der ersten Wochen oder
Monate nach Beginn der Tuberkulose-Therapie beobachtet. Die Kulturen sind in der Regel negativ,
und solche Reaktionen deuten in der Regel nicht auf ein Therapieversagen hin.
Die Ursache für diese paradoxe Reaktion ist noch unklar, aber eine übermäßige Immunreaktion wird
als mögliche Ursache vermutet. Bei Verdacht auf eine paradoxe Reaktion sollte gegebenenfalls eine
symptomatische Therapie zur Unterdrückung der übermäßigen Immunreaktion eingeleitet werden.
Darüber hinaus wird eine Fortsetzung der geplanten Kombinationstherapie gegen Tuberkulose
empfohlen.
Die Patienten sollten angewiesen werden, bei einer Verschlechterung ihrer Symptome unverzüglich
einen Arzt aufzusuchen. Die auftretenden Symptome sind in der Regel spezifisch für die
betroffenen Gewebe. Mögliche allgemeine Symptome sind unter anderem Husten, Fieber,
Müdigkeit, Atemnot, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust oder Schwäche (siehe
Abschnitt 4.8).
DRESS Schwere systemische Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich Todesfälle, wie das DRESS-Syndrom (Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen) wurden während der Behandlung mit einer Antituberkulose-Therapie beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Es ist wichtig zu beachten, dass frühe Manifestationen von Überempfindlichkeit, wie Fieber, Lymphadenopathie oder biologische Abnormitäten (einschließlich Eosinophilie, Leberabnormitäten) vorhanden sein können, auch wenn kein Hautausschlag zu sehen ist. Wenn solche Anzeichen oder Symptome vorhanden sind, muss der Patient angehalten werden, sofort seinen Arzt aufzusuchen.
Rifoldin muss abgesetzt werden, wenn keine alternative Ursache für die Symptome gefunden
werden kann.
Schwere bullöse Reaktionen Es wurden unter Rifampicin Fälle von schweren bullösen Reaktionen, wie das Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxische epidermale Nekrolyse (TEN) und akute generalisierte exanthematöse Pustulose (AGEP), berichtet. Wenn Symptome oder Anzeichen von AGEP, SJS oder TEN auftreten, muss die Behandlung mit Rifampicin sofort beendet werden.
Schwerwiegende Komplikationen
Beim Auftreten schwerwiegender Komplikationen wie Thrombozytopenie, Purpura, hämolytischer
Anämie, Dyspnoe, asthmaartigen Anfällen, Schock und Nierenversagen ist Rifoldin sofort und
endgültig abzusetzen.
Vorsichtsmaßnahmen
Vor der Tuberkulose-Behandlung von Erwachsenen sollen die Leberenzyme (einschließlich
Cholestaseparameter, Bilirubin, Serumkreatinin) sowie das komplette Blutbild (einschließlich der
Thrombozyten) bestimmt werden. Bei Kindern sind diese Untersuchungen dann notwendig, wenn
erschwerende Umstände bekannt sind oder ein klinischer Verdacht darauf besteht.
Während der Behandlung sind zumindest monatliche Kontrollen der genannten Parameter erforderlich
und mit Nebenwirkungen assoziierte Symptome abzuklären (entsprechende Follow-up-Kontrollen,
einschließlich Labortests, sind gegebenenfalls durchzuführen).
Die enzyminduzierenden Eigenschaften von Rifampicin können den Metabolismus endogener Substrate, einschließlich adrenaler Hormone, Schilddrüsenhormone und Vitamin D, erhöhen. Unter einer Behandlung mit Rifampicin kann es daher zu einer Reduktion der Vitamin-D-Serumspiegel kommen. Eine prophylaktische Vitamin-D-Gabe in üblicher Dosierung sollte in Betracht gezogen werden. In diesem Zusammenhang sind dann entsprechende Kontrollen erforderlich (z. B. Calcium-Serumspiegel, Phosphat-Serumspiegel, Überwachung der Nierenfunktion).
Durch Störung der Porphyrinsynthese (Defekt der Uroporphyrinogen-Decarboxylase, Aktivierung
der Uroporphyrinogen-I-Synthetase) kann eine Porphyria cutanea tarda ausgelöst werden, bei der
hinsichtlich der Symptomatik eine Photodermatose im Vordergrund steht. Einzelfallberichte haben
bei Patienten mit Porphyrie die Aktivierung der Delta-Aminolaevulinsäure-Synthetase als Ursache
einer Verschlechterung der Porphyrie assoziiert. In diesen Fällen ist Rifoldin sofort abzusetzen
(siehe Abschnitte 4.3 und 4.8).
Vor Behandlungsbeginn sollen die Patienten darauf hingewiesen werden, dass sich Zähne, Sputum,
Schweiß, Urin und Tränen (daher auch weiche Kontaktlinsen permanent) durch Rifampicin gelb,
orange, rot oder braun verfärben können.
Die Wirkung hepatotoxischer Substanzen kann durch Rifampicin verstärkt werden. Bei Patienten
mit chronischen Lebererkrankungen, Alkoholismus oder Unterernährung muss daher der
therapeutische Nutzen der Behandlung gegen die möglichen Risiken sorgfältig abgewogen werden.
Bei älteren Menschen oder Patienten mit schlechtem Ernährungszustand ist während der Therapie
die Leberfunktion sorgfältig zu überwachen.
Bei Langzeittherapie sind wegen der Gefahr einer Optikusneuritis regelmäßige ophthalmoskopische
Kontrollen erforderlich.
Bei Frauen im gebärfähigen Alter sollten Schwangerschaftstests durchgeführt werden, um eine
Schwangerschaft früh zu erkennen (siehe Abschnitte 4.5 und 4.6). Nach Absetzen der Behandlung
sollte die Kontrazeption 3 Monate lang weitergeführt werden.
Um während der Behandlung mit Rifoldin eine Schwangerschaft sicher zu verhindern, müssen nicht
hormonelle Kontrazeptionsmaßnahmen zusätzlich zu den hormonellen durchgeführt werden (siehe
Abschnitt 4.5).
Bei schweren und anhaltenden Durchfällen ist an eine antibiotikabedingte pseudomembranöse Colitis
zu denken, die lebensbedrohlich sein kann. Daher ist in diesen Fällen Rifoldin sofort abzusetzen und
eine geeignete Therapie (z. B. mit Vancomycin, oral, 4-mal 250 mg) einzuleiten. Peristaltikhemmende
Präparate sind kontraindiziert.
Rifampicin kann eine Vitamin-K-abhängige Koagulopathie (Blutgerinnungsstörung) und schwere Blutungen verursachen (siehe Abschnitte 4.5 und 4.8). Bei Patienten mit besonderem Blutungsrisiko wird eine Überwachung des Auftretens von Koagulopathie empfohlen. Eine ergänzende Vitamin-K-Verabreichung sollte gegebenenfalls in Erwägung gezogen werden (Vitamin-K-Mangel, Hypoprothrombinämie).
Resistenzentwicklung
Um die Entwicklung und die Verbreitung von Mykobakterienstämmen mit Resistenzen gegen
Antituberkulotika, im vorliegenden Fall mit Rifampicin-Resistenz, zu verhindern, ist – wie alle
anderen Antituberkulotika – auch Rifampicin immer mit mindestens einem weiteren
Antibiotikum/Chemotherapeutikum zu kombinieren.
Dosisanpassung von anderen Arzneimitteln
Rifampicin ist ein gut charakterisierter und potenter Induktor von Arzneimittel metabolisierenden
Enzymen und Transportern und könnte daher die gleichzeitige Arzneimittelexposition, Sicherheit und
Wirksamkeit verringern oder erhöhen (siehe Abschnitt 6). Daher sollte den Patienten geraten werden,
ohne ärztlichen Rat keine anderen Arzneimittel einzunehmen.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Durchstechflasche, d. h., es ist
nahezu „natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Induktion von Arzneimittel metabolisierenden Enzymen und Transportern:
Rifampicin ist kontraindiziert bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die stark von seinem
Potenzial zur Induktion von Arzneimittel-metabolisierenden Enzymen und Transportern betroffen
sind, wie z. B.: Lurasidon, Sofosbuvir, antiretrovirale Arzneimittel: Cabotegravir, Fostemsavir und
Lenacapavir.
Rifampicin ist ein gut charakterisierter und potenter Induktor von Arzneimittel-metabolisierenden Enzymen und Transportern. Zu den Enzymen und Transportern, die Berichten zufolge von Rifampicin beeinflusst werden, gehören die Cytochrome P450 (CYP) 1A2, 2B6, 2C8, 2C9, 2C19 und 3A4, UDP-Glucuronyltransferasen (UGT), Sulfotransferasen, Carboxylesterasen und Transporter, einschließlich P-Glykoprotein (P-gp) und Multidrug Resistance-Associated Protein 2 (MRP2). Die meisten Arzneimittel sind Substrate für einen oder mehrere dieser Enzym- oder Transporter-Wege, und diese Wege können gleichzeitig durch Rifampicin induziert werden. Daher kann Rifampicin den Metabolismus beschleunigen und die Aktivität bestimmter gleichzeitig verabreichter Arzneimittel verringern oder die Aktivität eines gleichzeitig verabreichten Prodrugs erhöhen (wenn eine metabolische Aktivierung erforderlich ist) und es hat das Potenzial, klinisch relevante Wechselwirkungen mit vielen Arzneimitteln und über viele Arzneimittelklassen hinweg hervorzurufen (Tabelle 1).
Um optimale therapeutische Blutspiegel aufrechtzuerhalten, müssen die Dosierungen von
Arzneimitteln möglicherweise angepasst werden, wenn die Verabreichung von Rifampicin gleichzeitig
begonnen oder abgesetzt wird.
Die folgende Tabelle enthält Beispiele für den Induktionseffekt von Rifampicin auf die Exposition
ausgewählter Arzneimittel-metabolisierenden Enzymen und Transporter-Substrat-Arzneimittel.
Tabelle 1: Wirkung von Rifampicin auf andere Arzneimittel oder Arzneimittelklassen
| Arzneimittel oder Arzneimittelklasse Antiretrovirale Arzneimittel (z. B. Zidovudin, Saquinavir, Indinavir, N evirapin, Etravirin Efavirenz, Cabotegravir, Fostemsavir und Lenacapavir) | Wechselwirkungen Wirkung von Rifampicin Die gleichzeitige Therapie mit Rifampicin und Saquinavir/Ritonavir ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Die gleichzeitige Therapie mit Rifampicin reduziert die AUC von Protease-Inhibitoren (um 35 – 92 %), was zum Versagen der antiviralen Therapie führt und das Potenzial für Lebertoxizität erhöht. Die gleichzeitige Therapie mit Rifampicin und Cabotegravir, Fostemsavir oder Lenacapavir ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Rifampicin reduziert die Cabotegravir-Exposition (AUC) um 59 %, höchstwahrscheinlich durch Induktion der UGT. Rifampicin reduziert die Fostemsavir-Exposition (AUC) um 82 %, höchstwahrscheinlich durch Induktion von CYP3A4. Rifampicin reduziert die Lenacapavir-Exposition (AUC) um 84 %, höchstwahrscheinlich durch Induktion von CYP 3A4, P-gp und UGT1A1. | |
| Antivirale Hepatitis-C-Arzneimittel (z. B. Daclatasvir, Simeprevir, Sofosbuvir, Telaprevir) Systemische hormonelle Kontrazeptiva einschließ-lich Östrogene und Progestagene Enalapril Antiarrhythmika (z. B. Disopyramid, Mexiletin, Chinidin, Propafenon, Tocainid) Antiöstrogene (z. B. Tamoxifen, Toremifen) Neuroleptika (z. B. Haloperidol, Risperidon, Clozapin, Quetiapin, Aripiprazol) Orale Antikoagulanzien (z. B. Warfarin und andere Cumarine) Antimykotika (z. B. Fluconazol, Itraconazol, Ketoconazol bzw. Caspofungin und Terbinafin) Barbiturate/Benzodiazepine (z. B. Diazepam) Betarezeptorenblocker (z. B. Bisoprolol, Metoprolol, Propranolol, möglicher-weise auch Alprenolol, Atenolol, Carvedilol, Celiprolol, Talinolol) Schlafmittel (Zolpidem, Zopiclon, Zaleplon) Kalziumkanalblocker (z. B. Diltiazem, Nifedipin, Verapamil, Buspiron) Chloramphenicol Clarithromycin Kortikosteroide (z. B. Cortison, Hydrocortison, Fludrocortison, Prednison, Prednisolon, Methylprednisolon) Herzglykoside (z. B. Digitoxin, Digoxin) Clofibrat Dapson Doxycyclin, Linezolid, Metronidazol Fluorochinolone Orale Antidiabetika (Sulfonylharnstoffe, Thiazolidindione [z. B. Rosiglitazon, Pioglitazon], Gliclazid, Repaglinid, Glimepirid, Nateglinid) Immunsuppressiva (z. B. Ciclosporin, Tacrolimus, Mycophenolat, Everolimus, Azathioprin) Levothyroxin Losartan Narkotische Analgetika (z. B. Oxycodon, Fentanyl, Morphin) | Rifampicin reduziert die AUC von antiviralen Hepatitis-C-Arzneimitteln (um 48 – 92 %). Die gleichzeitige Verabreichung ist zu vermeiden bzw. für Sofosbuvir kontraindiziert. Rifampicin reduziert die systemische Verfügbarkeit von oralen Kontrazeptiva. Die Zuverlässigkeit des Kontrazeptivums kann dadurch beeinträchtigt sein und menstruelle Unregelmäßigkeiten sind möglich. Es werden zusätzliche nicht-hormonelle empfängnisverhütende Maßnahmen während der Rifampicin-Behandlung empfohlen. Abnahme der Enalaprilat-Konzentration (aktiver Metabolit von Enalapril). Wenn der klinische Zustand des Patienten darauf hinweist, ist eine Dosisanpassung vorzunehmen. Rifampicin senkt die AUC von Antiarrhythmika (um 25 – 87 %). Ein beschleunigter Wirkungsverlust infolge ist möglich. Myokardiale Überwachung ist angezeigt. Eine Steigerung der Einzeldosis oder einer Verkürzung des Dosierintervalls kann nötig sein. Rifampicin reduziert die AUC von Antiöstrogenen (um 87 %) und bewirkt einen Abfall der Serumspiegel. Die Serumspiegel von Haloperidol können herabgesetzt sein. Eine Dosisanpassung von Haloperidol kann nötig sein. Die Wirksamkeit von Aripiprazol kann durch starke CYP3A4-Induktoren (wie Rifoldin) reduziert werden. Rifampicin reduziert die AUC oraler Antikoagulanzien (um 74 % bei S-Warfarin). Eine Dosisanpassung des Antikoagulans kann erforderlich sein. Eine Überwachung der Quick-Werte ist anzuraten, besonders beim Absetzen der Rifampicin-Therapie, da ein erhöhtes Blutungsrisiko besteht, wenn die möglicherweise zu hohe Antikoagulans-Dosis nicht angepasst wird. Rifampicin reduziert die Antimykotika-AUC (um 23 – 88 %). Die Serumspiegel von Azol-Antimykotika können subtherapeutisch sein. Nach zweiwöchiger wiederholter Anwendung von Rifampicin waren die Talspiegel von Caspofungin 30% niedriger im Vergleich zu Erwachsenen, die Caspofungin allein erhielten. Die metabolische Clearance wird durch Rifampicin beschleunigt (um 60 – 98 %). Rifampicin reduziert die AUC von Betablockern. Die Notwendigkeit einer Dosiserhöhung muss durch initial engmaschige Überwachung der erwünschten klinischen Wirkung der Betablocker eruiert werden. Die Serumspiegel von Schlafmitteln können deutlich reduziert sein. Rifampicin senkt die AUC (um 27 – 82 %). Rifampicin senkt die AUC von Kalziumkanalblockern (um 64 – 93 %). Ein Wirkungsverlust ist möglich. Die Halbwertszeit und der anxiolytische Effekt von Buspiron sind reduziert. Senkung der Serumkonzentration von Chloramphenicol. Reduzierte Plasmakonzentration von Clarithromycin und Zunahme der Konzentration von Clarithromycin-Metaboliten. Herabgesetzte AUC (um 48 – 66 %) und erhöhte Clearance (45 – 91 %) von Prednisolon. Die Wirksamkeit von Kortikosteroiden kann herabgesetzt sein (Achtung: Addison-Krise bei Addison-Krankheit). Der Erfolg der Behandlung kann bei Asthma-Patienten, die Kortikoide benötigen, beeinträchtigt sein. Rifampicin reduziert den Serumspiegel von Herzglykosiden (um 30 – 54 %). Die extrarenale Elimination von Digoxin kann bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion stärker sein. Die Überwachung der Digoxin- und Digitoxin-Serumspiegel wird empfohlen. Rifampicin kann eine Absenkung der Serumspiegel von Clofibrat bewirken. Rifampicin kann die Elimination von Dapson beschleunigen und zu einem Anstieg des Hydroxylaminmetaboliten führen, verantwortlich für unerwünschte Wirkungen einschließlich Methämoglobinämie, hämolytische Anämie, Agranulozytose und Hämolyse. Die Anpassung der Dosis kann für Dapson notwendig sein und eine Überwachung hämatologischer unerwünschter Ereignisse erfordern. Herabgesetzte Verfügbarkeit (z. B. AUC um 50 % bei Doxycyclin reduziert) Rifampicin reduziert die AUC von Fluorochinolonen (Perfloxacin um 35 %, Moxifloxacin um 30 %). Rifampicin reduziert die AUC von oralen Antidiabetika (um 22 – 65 %): Als Ergebnis des beschleunigten Metabolismus kann Rifampicin den blutzuckersenkenden Effekt von Sulfonylharnstoffen herabsetzen. Eine Überwachung der Blutspiegel und möglicherweise eine Neubestimmung der antidiabetischen Dosis werden empfohlen. Rifampicin reduziert die AUC von Immunsuppressiva (um 33 – 60 %). Zum Beispiel das Risiko einer Transplantatabstoßung. Rifampicin kann die Levothyroxin-Serumspiegel senken. Die Serumspiegel von Losartan können reduziert sein (AUC um 35 % und Halbwertszeit um 50 % reduziert, orale Clearance um 44 % erhöht). Rifampicin reduziert die AUC von narkotischen Analgetika (um 28 – 86 %). Die Morphin-Plasmakonzentrationen können durch Rifampicin reduziert werden. Die analgetische Wirkung von Morphin sollte während und | |
| Methadon Praziquantel Mefloquin Chinin Selektive 5-HT3-Rezeptorantagonisten (z. B. Ondansetron) Durch CYP3A4 metabolisierte Statine (z. B. Simvastatin) Telithromycin Theophyllin Trizyklische Antidepressiva (z. B. Nortriptylin) Amlodipin Antirheumatika (Celecoxib, Etoricoxib, Diclofenac, Leflunomid) Atovaquon Isoniazid Bunazosin Cimetidin Cinacalcet Clopidogrel Darifenacin Endothelinrezeptorantagonist en (Bosentan) H 1 -Antihistaminika (Fexofenadin) Lokalanästhetika (Ropivacain) Muskelrelaxanzien (Tizanidin) Paracetamol Vitamin D (siehe Abschnitt 4.4 Warnhinweise) Zytostatika (Ifosfamid, Imatinib, Irinotecan, Bexaroten, Dasatinib) Halothan Mifepriston Lurasidon | nach der Behandlung mit Rifampicin überwacht und die Dosierungen von Morphin angepasst werden. Rifampicin reduziert die orale Bioverfügbarkeit von Methadon von 70 % auf 50 %. Es können während der Rifampicin-Therapie Entzugssymptome auftreten. Rifampicin kann eine Senkung der Serumspiegel von Praziquantel bewirken, möglicherweise auf subtherapeutische Spiegel. Rifampicin kann die Plasmaspiegel von Mefloquin reduzieren. Die Clearance von Chinin ist durch die gleichzeitige Verabreichung von Rifampicin erhöht (um das 6,9-fache mit 600 mg Rifampicin täglich) und die Chinin-Verfügbarkeit (AUC) und die Halbwertszeit sind reduziert. Daraus resultierend ist die Wirksamkeit herabgesetzt. Rifampicin kann eine Absenkung der Serumspiegel von Ondansetron bewirken (AUC und Halbwertszeit von oral verabreichtem Ondansetron um 65 % bzw. 38 % reduziert, orale Bioverfügbarkeit von 60 % auf 40 % reduziert). Rifampicin reduziert die AUC von Simvastatin (um 87 %), die Wirksamkeit kann abgeschwächt sein. Rifampicin reduziert die AUC von Telithromycin um 86 %. Rifampicin reduziert die Verfügbarkeit von Theophyllin (erhöhte Clearance um 40 %, reduzierte AUC um 27 % und reduzierte Halbwertszeit um 30 %). Eine Dosisanpassung kann erforderlich sein. Die Theophyllinspiegel müssen regelmäßig kontrolliert werden, besonders nach Absetzen von Rifampicin. In Einzelfällen wurde eine deutliche Reduktion der Serumspiegel dieser Substanzen während der gleichzeitigen Behandlung mit Rifampicin gefunden. Eine Dosisanpassung des Antidepressivums kann erforderlich sein. Bei gleichzeitiger Anwendung von Rifampicin und Amlodipin kann es zu unterschiedlichen Plasmaspiegeln von Amlodipin kommen. Somit sollte der Blutdruck überwacht und eine Dosisregulierung in Betracht gezogen werden, sowohl während als auch nach der gleichzeitigen Gabe. Herabgesetzte Verfügbarkeit Herabgesetzte Verfügbarkeit Rifampicin fördert die Bildung hepatotoxischer Isoniazid-Metaboliten. Das trifft besonders auf die langsamen Isoniazid-Acetylierer zu. Die gleichzeitige Verabreichung von Rifampicin und Isoniazid kann bei Patienten, deren Leber schon vor der Behandlung beschädigt war, zu häufigeren und schwerwiegenderen Leberfunktionsstörungen führen. Daher ist in solchen Fällen und bei stark unterernährten Patienten besondere Vorsicht und eine entsprechende Überwachung angezeigt. Die Therapie mit Rifampicin bewirkt einen Abfall der Plasmakonzentration und der AUC von Bunazosin. Die Wirksamkeit von Cimetidin kann durch Rifampicin vermindert sein. Eine Dosiserhöhung von Cinacalcet kann bei gleichzeitiger Gabe von Rifampicin notwendig sein. Rifampicin induziert CYP2C19 stark, was sowohl zu einer erhöhten Konzentration des aktiven Metaboliten von Clopidogrel als auch zu einer Hemmung der Blutplättchen führt, was insbesondere das Blutungsrisiko erhöhen kann. Als Vorsichtsmaßnahme sollte von einer gleichzeitigen Anwendung von Clopidogrel und Rifampicin abgeraten werden. Rifampicin erniedrigt wahrscheinlich durch Induktion von CYP3A4 die Plasmakonzentration von Darifenacin. Die Therapie mit Rifampicin führt zu einem Abfall der Serumkonzentration und AUC von Bosentan. Die Therapie mit Rifampicin führt zu einem Abfall der Serumkonzentration und zur erhöhten Clearance von Fexofenadin. Die Therapie mit Rifampicin führt zu einem Abfall der AUC und zur erhöhten Clearance von Ropivacain. Die Therapie mit Rifampicin führt zu einem Abfall der Serumkonzentration von Tizanidin. Die gleichzeitige Anwendung von Paracetamol mit Rifampicin kann das Risiko einer Hepatotoxizität erhöhen. Unter einer Behandlung mit Rifampicin kann es zu einer Reduktion der Vitamin-D-Serumspiegel kommen. Eine prophylaktische Gabe in üblicher Dosierung sollte in Betracht gezogen werden. In diesem Zusammenhang sind dann Kontrollen erforderlich (z. B. Calcium-Serumspiegel, Phosphat-Serumspiegel, Überwachung der Nierenfunktion). Rifampicin bewirkt einen leichten Anstieg der Irinotecan-Clearance und einen Abfall der AUC-Werte für die aktiven Metaboliten. Bei gleichzeitiger Gabe von Rifampicin und Imatinib können der Metabolismus von Imatinib erhöht und die Plasmakonzentrationen von Imatinib signifikant vermindert werden. Während gleichzeitiger Verabreichung von Halothan und Rifampicin ist die Hepatotoxizität erhöht. Wenn eine gemeinsame Verabreichung nicht vermieden werden kann, ist eine engmaschige Überwachung erforderlich. Es konnte gezeigt werden, dass Rifampicin die AUC von Mifepriston um das 6,3-fache und seine Metaboliten 22-Hydroxy-Mifepriston und N-Demethyl-Mifepriston um das 20-fache bzw. das 5,9-fache verringert. Daher kann eine verminderte Wirksamkeit erwartet werden, wenn Mifepriston zusammen mit Rifampicin angewendet wird. Falls eine gleichzeitige Anwendung erforderlich ist, sollte die Dosis von Mifepriston erhöht werden. Es wurde gezeigt, dass 600 mg Rifampicin die Exposition von Lurasidon im Vergleich zur Anwendung von Lurasidon allein deutlich reduziert. Lurasidon darf nicht gleichzeitig mit Rifampicin verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.3). | |
| Tabelle 2: | Wirkung anderer Arzneimittel oder Arzneimittelklassen auf Rifampicin | |
| Arzneimittel oder Arzneimittelklasse Ketoconazol Atovaquon Antazida Cotrimoxazol Probenecid | Wechselwirkungen Wirkung auf Rifampicin Ketoconazol reduziert die Serumkonzentration von Rifampicin. Bei gleichzeitiger Gabe erhöht sich die Rifampicin-Konzentration im Serum. Durch eine gemeinsame Verabreichung mit Antazida kann die Resorption von Rifampicin beeinträchtigt sein. Daher muss darauf geachtet werden, ein Intervall von mindestens 1 Stunde zwischen der Einnahme von Rifampicin und dem Antazidum einzuhalten. Die gleichzeitige Gabe von Cotrimoxazol kann zu einer Verminderung der Rifampicin-Clearance führen, wodurch sich der Rifampicin-Serumspiegel erhöht und das Hepatotoxizitätsrisiko steigt. Die gleichzeitige Gabe von Probenecid und Rifampicin kann zu erhöhten Rifampicin-Serumkonzentrationen führen. |
Die gleichzeitige Verabreichung mit anderen Antibiotika (z. B. Cefazolin und andere Cephalosporine),
die eine Vitamin-K-abhängige Koagulopathie verursachen, sollte vermieden werden. Dies kann zu
schweren Gerinnungsstörungen, eventuell mit tödlichem Ausgang (besonders bei hohen Dosen),
führen.
Wechselwirkungen mit Labortests:
Mikrobiologische Bestimmungen von Vitamin B12 und Folsäure sind bei Vorliegen therapeutischer
Rifampicin-Serumspiegel nicht verwertbar. Daher müssen andere Testsysteme verwendet werden.
Rifampicin kann kompetitiv die Bromsulfophthaleinausscheidung hemmen und damit eine
Leberfunktionsstörung vortäuschen. Der Bromsulfophthaleintest zur Prüfung der exkretorischen
Leberfunktion kann daher während der Therapie mit Rifampicin nicht angewandt werden.
Rifoldin kann die biliäre Ausscheidung von Kontrastmitteln zur Gallenblasenuntersuchung verzögern.
Diese Tests sollen daher vor der morgendlichen Verabreichung von Rifoldin durchgeführt werden.
Rifampicin verursacht falsch positive Ergebnisse im Immunoassay zur Bestimmung von Opiaten im
Urin.
Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln und Getränken:
Täglicher Genuss von Alkohol scheint eine höhere Inzidenz von Rifampicin-induzierter
Hepatotoxizität und einen erhöhten Metabolismus von Rifampicin herbeizuführen.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Rifampicin überwindet die Plazentabarriere und ist im Nabelschnurblut nachweisbar. Vor Beginn
der Therapie muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen und während der Behandlung sowie 3
Monate darüber hinaus, eine sichere Kontrazeption (nicht hormonelle Kontrazeptionsmaßnahmen
zusätzlich zu den hormonellen) durchgeführt werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
Für Rifampicin liegen noch keine kontrollierten Studien an Schwangeren vor, in hohen Dosen
erwies sich Rifampicin an Nagetieren als teratogen. Während des ersten Trimenons darf Rifoldin
nur bei unbedingter Notwendigkeit verordnet werden, da eine Erhöhung des Fehlbildungsrisikos
nicht auszuschließen ist; bei der Anwendung während der weiteren Schwangerschaft ist Vorsicht
geboten und das Nutzen-Risiko-Verhältnis ist mit Bedacht abzuwägen.
Bei Anwendung in den letzten Wochen der Schwangerschaft kann Rifampicin zu einer erhöhten
Blutungsneigung bei Mutter und Neugeborenem führen, weshalb Vitamin-K-Gaben erforderlich
sein können.
Stillzeit
Rifampicin tritt in die Muttermilch über. Bei einer erforderlichen Behandlung während der Stillzeit ist
abzustillen. Rifampicin darf bei stillenden Müttern nur angewendet werden, wenn der zu erwartende
Nutzen für die Patientin das mögliche Risiko für das Neugeborene überwiegt.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
| In Kombination mit Alkohol, sowie durch Nebenwirkungen wie Sehstörungen oder Schwindel können die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden. | |||||||
| 4.8 | Nebenwirkungen | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Die nachfolgenden Informationen basieren auf den Daten aus klinischen Studien und umfangreichen Post-Marketing-Erfahrungen. | |||||||
| Systemorgan-klassen Infektionen und parasitäre Erkrankungen Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems Systemorgan-klassen Erkrankungen des Immunsystems Endokrine Erkrankungen Stoffwechsel- und Ernährungs-störungen Psychiatrische Erkrankungen Erkrankungen des Nervensystems Augenerkran-kungen Gefäß-erkrankungen Systemorgan-klassen Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums Erkrankungen des Gastrointes-tinaltrakts Leber- und Gallenerkran kungen Systemorgan-klassen Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewe bes Skelettmuskulatur -, Bindegewebs- und Knochenerkran-kungen Erkrankungen der Niere und Harnwege Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen Systemorgan-klassen Erkrankungen der Geschlechts-organe und der Brustdrüse Kongenitale, familiäre und genetische Erkrankungen Systemorgan-klassen Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort Systemorgan-klassen Untersuchungen | Sehr häufig (≥ 1/10) Sehr häufig (≥ 1/10) Sehr häufig (≥ 1/10) Sehr häufig (≥ 1/10) Sehr häufig (≥ 1/10) Sehr häufig (≥ 1/10) Fieber, Schüttelf rost Sehr häufig (≥ 1/10) | Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10) Thrombozy-topenie (mit oder ohne Purpura) - meist in Verbindung mit einer inter-mittierenden Behandlung; sie ist jedoch reversibel, wenn Rifoldin abgesetzt wird, sobald eine Purpura auftritt. Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10) Überem-pfindlich-keitsreakti onen (z. B. Fieber, Erythema exsudativu m multiform e) Kopfschmerz en, Schwindel Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10) Appetitlos igkeit, Übelkeit, Erbrechen, Meteorism us Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10) Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10) Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10) Paradoxe Arzneimittelr eaktion (Wiederauftre ten von Symptomen oder Auftreten neuer Symptome der Tuberkulose, körperliche und radiologische Anzeichen bei einem Patienten, der zuvor eine Verbesserung mit einer angemessene n Anti-Tuberkulose-Behandlung gezeigt hatte, wird als paradoxe Reaktion bezeichnet, die diagnostiziert wird, nachdem eine mangelhafte Therapietreue des Patienten, eine Arzneimittelr esistenz, Nebenwirkun gen einer Therapie gegen Tuberkulose und sekundäre bakterielle/m ykotische Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10) Infektionen ausgeschlosse n wurden).* Erhöhung von AST, ALT, alkalischer Phosphatase, -Glutamyl-transpeptidas e (siehe Abschnitt 4.4) | Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) Leukopenie Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) Durchfall Ikterus, Hepatomegal ie Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) | Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000) Granulozy-topenie, Hypopro-thrombinämie Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000) Sehstörun gen, Visus-verlust, Optikusne uritis Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000) Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000) Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000) Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000) Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000) | Sehr selten (< 1/10.000) Sehr selten (< 1/10.000) Lupus-ähnliches Syndrom mit Fieber, Schwächege fühl, Muskel- und Gelenkschm erzen, Nachweis antinukleäre r Antikörper Ataxie, Konzentrati ons-unfähigkeit, Müdigkeit, Schmerzen in den Extremitäte n und Taubheitsge fühl Sehr selten (< 1/10.000) Sehr selten (< 1/10.000) Sehr selten (< 1/10.000) Sehr selten (< 1/10.000) Sehr selten (< 1/10.000) | Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) Pseudomem-branöse Colitis (siehe Abschnitt 4.4), Influenza (= „Flu-like-Syndrom“) Disseminierte intravasale Gerinnung, Eosinophilie, Agranulozytose, hämolytische Anämie, Vitamin-K-abhängige Gerinnungsstöru ngen Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) Anaphylaktische Reaktion Nebennieren-insuffizienz bei Patienten mit beeinträchtigter Nebennieren-funktion Verminderter Appetit Psychosen Zerebrale Blutungen und Todesfälle, wenn Behandlung mit Rifampicin nach Auftreten von Purpura fortgeführt wurde Gelbe, orange, rote, braune Verfärbung der Tränenflüssigkei t und von Kontaktlinsen (siehe Abschnitt 4.4) Schock, Flush, Vaskulitis, Blutung Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) Interstitielle Lungenerkranku ng (einschließlich Pneumonitis), Dyspnoe, Keuchen, verfärbtes Sputum Gastrointestinale Störung, abdominale Beschwerden Zahnverfärbunge n (möglicherweise permanent) Hepatitis, Hyperbilirubinä mie (siehe Abschnitt 4.4), Cholestase Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) Erythema multiforme, akute generalisierte exanthematöse Pustulose (AGEP), Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, Arzneimittel-exanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom) (siehe Abschnitt 4.4); Hautreaktionen, Juckreiz mit oder ohne Hautausschlag, Urtikaria, allergische Dermatitis, Pemphigoid, verfärbter Schweiß Myopathie, Muskel-schwäche, Knochen-schmerzen Akuter Nierenschaden, üblicherweise infolge renaler Tubulusnekrose oder tubulo-interstitieller Nephritis, Chromaturie Blutungen post partum, Blutungen von Fötus und Mutter Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) Störungen des Menstruationszy klus Porphyrie Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) Ödeme Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) Blutdruck-senkung, Erhöhung von Kreatinin im Blut, erhöhte Leberenzym-werte |
- Inzidenz paradoxer Arzneimittelreaktionen: Eine geringere Häufigkeit wurde mit 9,2 % (53/573) (Daten zwischen Oktober 2007 und März 2010) und eine höhere Häufigkeit mit 25 % (19/76) (Daten zwischen 2000 und 2010) angegeben.
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Eine selten auftretende hämolytische Anämie ist als Indikation für einen sofortigen dauerhaften
Therapieabbruch anzusehen.
Eine Thrombozytopenie (mit oder ohne Purpura) kann auftreten – meist in Verbindung mit einer
intermittierenden Behandlung; sie ist reversibel, wenn Rifoldin abgesetzt wird, sobald eine Purpura
auftritt. Wird die Behandlung nach Auftreten einer Purpura fortgesetzt oder wieder aufgenommen,
kann es zu zerebralen Blutungen und zu letalen Folgen kommen.
Erkrankungen des Immunsystems
Bei Mehrfachkombinationstherapien: Selten treten schwere allergische Hautreaktionen (toxische
epidermale Nekrolyse, in Einzelfällen exfoliative Dermatitis) auf, die aber nicht sicher einem
Wirkstoff zugeordnet werden konnten.
Endokrine Erkrankungen
Bei Patienten mit beeinträchtigter Nebennierenfunktion kann es selten zu einer adrenalen Insuffizienz
kommen.
Leber- und Gallenerkrankungen
Ikterus und Hepatomegalie treten gelegentlich (meist nur vorübergehend) auf. Gefährdet sind vor
allem Patienten mit vorbestehenden Leberschäden, alkoholkranke Menschen und ältere Menschen.
Bei der Kombination mit hepatotoxischen Tuberkulostatika wie Protionamid ist ebenfalls Vorsicht
geboten (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
Erkrankung der Nieren und Harnwege
Eine interstitielle Nephritis und Tubulusnekrosen wurden mit nicht bekannter Häufigkeit
beschrieben (in diesen Fällen ist ein sofortiger und endgültiger Therapieabbruch erforderlich). Im
Allgemeinen kommt es nach Absetzen der Therapie zu einer Normalisierung der Nierenfunktion.
Infektionen und parasitäre Erkrankungen
„Flu-like-Syndrom“: Es äußert sich in Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost, Exanthem, Übelkeit,
Erbrechen, Knochen- und Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel, Kurzatmigkeit bzw.
pfeifende Atmung, Blutdruckabfall und Schock, Anaphylaxie, akute hämolytische Anämie, akutes
Nierenversagen (aufgrund akuter Tubulusnekrose oder akuter interstitieller Nephritis) (siehe
Abschnitt 4.4).
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie
ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über
das
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 Wien
Österreich
Fax: +43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/
anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Symptome
Nicht letale akute Überdosierungen bei Erwachsenen wurden für Dosierungen von 9–12 g Rifampicin
berichtet. Überdosierungen mit Todesfolge reichten von 14–60 g. Bei Kindern (1–4 Jahre) wurden
nicht letale Überdosierungen von 100 mg/kg Körpergewicht (1–2 Dosen) berichtet.
Übelkeit, Erbrechen, abdominale Schmerzen, Juckreiz, Kopfschmerzen und zunehmende Lethargie
können bereits kurz nach Einnahme einer Überdosis auftreten. Liegt eine schwere Lebererkrankung
vor, kann es zu Bewusstlosigkeit kommen. Eine vorübergehende Erhöhung der Leberenzyme und/oder
von Bilirubin kann auftreten. Haut, Harn, Schweiß, Speichel, Tränen, Zähne und der Stuhl des
Patienten können sich proportional zur angewendeten Menge Rifampicin gelb, orange, rot oder braun
verfärben. Bei pädiatrischen Patienten wurden faziale und periorbitale Ödeme berichtet. Bei einigen
tödlich verlaufenden Fällen kam es zu Blutdruckabfall, Sinustachykardie, ventrikulären Arrhythmien,
Krämpfen und Herzstillstand.
Therapiemaßnahmen
Im Fall einer Vergiftung sollte bei nicht bewusstseinsgetrübten Patienten sofort Erbrechen oder eine
Magenspülung mit Wasser unter Zusatz von reichlich Aktivkohle durchgeführt werden, gefolgt von
unterstützenden Maßnahmen, einschließlich des Freihaltens der Atemwege und der Behandlung der
auftretenden Symptome. Nach Entleerung des Mageninhalts kann die Verabreichung von Aktivkohle
dazu beitragen, verbliebenen Wirkstoff aus dem Gastrointestinaltrakt zu eliminieren. Eine
antiemetische Behandlung zur Kontrolle von schwerem Erbrechen bzw. schwerer Übelkeit kann
erforderlich sein. Aktive Diurese (unter Kontrolle der Flüssigkeitszufuhr und der Ausscheidung)
unterstützt die Exkretion von Rifampicin.
Durch Hämo- und Peritonealdialyse wird keine bedeutsame Minderung der Rifampicin-Serumkonzentrationen erzielt.
Kontrollen der Leberfunktion und des Blutbildes sind notwendig.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiinfektiva zur systemischen Anwendung, Mittel gegen
Mykobakterien, Mittel zur Behandlung der Tuberkulose, Antibiotika, ATC-Code: J04AB02.
Wirkmechanismus
Rifampicin ist ein halbsynthetisches Antibiotikum aus der Rifamycin-Gruppe mit hauptsächlicher
Wirkung gegen Mykobakterien. Der Wirkungsmechanismus von Rifampicin beruht auf der Bindung
an die bakterielle RNA-Polymerase und somit auf der Hemmung der bakteriellen Proteinsynthese.
Rifampicin blockiert nur die DNA-abhängige RNA-Polymerase in Bakterien, jedoch nicht in
Säugerzellen.
Es werden sowohl intra- als auch extrazellulär gelegene Keime erfasst. Es wirkt am besten im
neutralen oder alkalischen Milieu (meist extrazellulär), weniger gut im sauren Bereich (intrazellulär
oder in käsigem Gewebe).
Der Wirktyp von Rifampicin ist bakterizid bei proliferierenden Keimen mit deutlich weniger Aktivität
bei ruhenden Keimen.
Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik
Rifampicin zeigt gegenüber M. tuberculosis einen konzentrationsabhängigen bakteriziden Effekt. Das
Ausmaß der Bakterizidie hängt im Wesentlichen von dem Quotienten aus AUC (Fläche unter der
Konzentrations-Zeit-Kurve) und der minimalen Hemmkonzentration ab.
Resistenzmechanismen
Meningokokken können gegen Rifampicin primär resistent sein. Rasche Resistenzentwicklung
(Einstufenresistenz) kann durch Monotherapie bei Infektionen, z. B. mit Gonokokken,
Meningokokken, Staphylokokken und auch mit Tuberkuloseerregern, hervorgerufen werden.
Bei M. tuberculosis beispielsweise ist die Rifampicin-Resistenz assoziiert mit dem rpoB-Gen.
Dieses Gen kodiert für die Beta-Untereinheit der bakteriellen RNA-Polymerase. Eine Mutation
dieses Gens führt zur Einschritthochresistenz von M. tuberculosis gegen Rifampicin.
Es besteht eine Parallelresistenz mit Rifabutin und weiteren chemisch verwandten Substanzen,
nicht mit anderen Tuberkulostatika.
In neuerer Zeit finden sich insbesondere in den USA multiresistente Stämme von M. tuberculosis,
die neben Rifampicin auch gegen Isoniazid sowie oft auch weitere Tuberkulostatika resistent sind.
Grenzwerte
Die von EUCAST empfohlenen MHK-Grenzwerte für Rifampicin, die empfindliche von mäßig
empfindlichen Erregern sowie mäßig empfindliche Erreger von resistenten Erregern trennen, sind in
der Tabelle für MHK-Testung (mg/l) dargestellt.
Klinische MHK-Grenzwerte für Rifampicin nach EUCAST
Staphylococcus: S ≤ 0,06 mg/l – R > 0,5 mg/l
Streptococcus: S ≤ 0,06 mg/l – R > 0,5 mg/l
S. pneumoniae: S ≤ 0,06 mg/l – R > 0,5 mg/l
H. influenzae, M. catarrhalis: S ≤ 0,5 mg/l – R > 0,5 mg/l
N. meningitidis: S ≤ 0,25 mg/l – R > 0,25 mg/l1
1Nur zur Prophylaxe. Es wird auf nationale Richtlinien zur Prophylaxe der bakteriellen Meningitis
hingewiesen.
Prävalenz der erworbenen Resistenz
Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im Verlauf der Zeit
variieren. Deshalb sind – insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen – lokale
Informationen über die Resistenzsituation erforderlich. Falls aufgrund der lokalen Resistenzsituation
die Wirksamkeit von Rifampicin infrage gestellt ist, sollte eine Therapieberatung durch Experten
angestrebt werden. Insbesondere bei schwerwiegenden Infektionen oder bei Therapieversagen ist eine
mikrobiologische Diagnose mit dem Nachweis des Erregers und dessen Empfindlichkeit gegenüber
Rifampicin anzustreben.
Tuberkulose
Die Nationale Referenzzentrale für Tuberkulose am AGES-Institut für medizinische Mikrobiologie
und Hygiene, Wien, gibt in ihrem Bericht für Österreich Resistenzraten von 0,0 % im Jahr 2013 für
Tuberkulose monoresistent an. Die Häufigkeit von XDR-Tuberkulose wird mit 2,6 % in 2012, 0,7 %
in 2013 und 0,5 % in 2014 angegeben. Der Anteil der MDR-TB in den Jahren 2012, 2013 und 2014
wird mit 4,3 %, 2,9 % und 4,3 % angegeben.
Nicht tuberkulöse Mykobakterien
Aufgrund der geringen Anzahl von Fällen sind keine Daten zur Überwachung der Resistenzsituation
nicht tuberkulöser Mykobakterien verfügbar.
Basierend auf Empfehlungen der American Thoracic Society (ATS) zur Diagnose, Behandlung und
Prävention nichttuberkulöser, mykobakterieller Erkrankungen sowie auf Fallstudien wird Rifampicin
in der Kombinationstherapie von Infektionen durch folgende nicht tuberkulöse Mykobakterien
eingesetzt:
Mycobacterium avium Komplex
Mycobacterium haemophilum
Mycobacterium kansasii
Mycobacterium malmoense
Mycobacterium marinum
Mycobacterium szulgai
Mycobacterium ulcerans
Mycobacterium xenopi
Mycobacterium genavense
Eine natürliche Resistenz gegen Rifampicin weisen die folgenden nichttuberkulösen Mykobakterien
auf:
Mycobacterium abscessus
Mycobacterium chelonae
Mycobacterium fortuitum
Mycobacterium gordonae
Mycobacterium lentiflavum
Mycobacterium mucogenicum
Mycobacterium simiae
Mycobacterium smegmatis
Mycobacterium terrae (Komplex)
Für Mycobacterium leprae sind aufgrund der geringen Fallzahl keine Angaben zur nationalen
Resistenzsituation verfügbar. Die statistischen Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) belegen
jedoch, dass es sich bei M. leprae um eine gegen Rifampicin üblicherweise empfindliche Spezies
handelt.
Laut Resistenzbericht der AGES für Neisseria meningitidis wurden im Jahr 2014 keine resistenten
Meningokokkenstämme verzeichnet.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Zu Beginn der Therapie beziehungsweise nach einmaliger Anwendung besteht zwischen der oralen
und der intravenösen Anwendung kein Unterschied in den pharmakokinetischen Parametern. Dies
ändert sich nach mehrwöchiger Anwendung. Durch Autoinduktion hepatischer Enzyme steigt die
hepatische Clearance des Rifampicins an, was die Bioverfügbarkeit nach oraler Gabe im Vergleich zur
intravenösen Infusion signifikant vermindert.
Resorption
Rifampicin wird im Magen und im Duodenum schnell und nahezu vollständig resorbiert. Maximale
Serumkonzentrationen in der Größenordnung von 10 µg/ml werden 2–4 Std. nach Einnahme einer
Dosis von 10 mg/kg Körpergewicht auf nüchternen Magen beobachtet. Die gleichzeitige Einnahme
von Mahlzeiten vermindert die Resorption.
Verteilung
Rifampicin weist eine gute Zell- und Gewebepenetration auf, die sich in dem hohen
Verteilungsvolumen von > 1 l/kg widerspiegelt. In der Leber sind bis über 20-fach höhere
Konzentrationen als im Serum zu finden (Nieren bis 5-fach). Muskelgewebe enthält 50–70 % der
Serumkonzentration, Knochen können 10–20 % davon enthalten. Im käsig veränderten Kaverneninhalt
bleiben die Konzentrationen unterhalb der Serumwerte. Geringere Konzentrationen als im Serum
finden sich im Liquor cerebrospinalis (10–85 %) und in der Pleuraflüssigkeit (5–40 %). Die
Proteinbindung für Rifampicin beträgt 70–90 %.
Im Fetalblut kann bis zu einem Drittel der mütterlichen Blutkonzentration nachgewiesen werden, in
der Muttermilch 10–25 %.
Halbwertszeit und Biotransformation
Bei gesunden Probanden beträgt die biologische Halbwertszeit von Rifampicin nach Einmalgabe einer
600-mg-Dosis ungefähr 3 Stunden und nach einer 900-mg-Dosis 5,1 Stunden. Da der enterohepatische
Kreislauf die Halbwertszeit beeinflusst, kann sie bei schweren Leberschäden auf bis zu 8 Stunden
verlängert sein. Die Eliminationshalbwertszeit von Rifampicin nimmt mit der Dauer der Therapie
durch Induktion des eigenen Metabolismus um bis zu 50 % ab. Auch Isoniazid kann die Halbwertszeit
von Rifampicin verkürzen.
Elimination
Die hepatische Clearance von Rifampicin ist abhängig von der Höhe der Dosis, der Häufigkeit der
Verabreichung und dem Leberstatus des Patienten. Die biliäre Ausscheidung übernimmt 70–80 % der
totalen Clearance. Während dieses Prozesses wird Rifampicin deacetyliert, sodass nach 6 Stunden
beinahe die gesamte Substanz als ebenfalls antibakteriell aktives 25-Deacetyl-Rifampicin in der Galle
vorliegt. Die intestinale Reabsorption ist durch die Deacetylierung vermindert und die Elimination
erleichtert.
Kinetik bei speziellen Patientengruppen
Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion
Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion sind die Plasmakonzentrationen erhöht und die
Eliminationshalbwertszeit verlängert. Eine Voraussage über den Anstieg kann aber auf der Basis von
Leberenzymwerten im Serum (z. B. AST, ALT) allein nicht gemacht werden, weshalb eventuell ein
Check der Rifampicin-Serumspiegel empfehlenswert ist.
Bei stärkeren Leberfunktionsstörungen ist Rifampicin kontraindiziert.
Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
Die renale Clearance von Rifampicin bzw. 25-Deacetyl-Rifampicin, die zu gleichen Teilen im Harn
ausgeschieden werden, erreicht ⅛ der glomerulären Filtrationsrate. Funktionsstörungen der Niere
können durch die Aktivität der Leber kompensiert werden und haben bei Dosen bis zu 450 mg keinen
Einfluss auf die Eliminationsgeschwindigkeit. Bei Dosen von 600 mg kann die Halbwertszeit um
40 % ansteigen (Sättigung der hepatischen Metabolisierung). Bei einer Dosierung von 900 mg wurde
bei anurischen Patienten ein Anstieg der Halbwertszeit auf ca. 11 Stunden beschrieben. Selbst bei
stark eingeschränkter Nierenfunktion ist keine Dosisanpassung notwendig.
Durch Hämo- und Peritonealdialyse wird keine bedeutsame Minderung der Rifampicin-Serumkonzentrationen erzielt.
HIV-Patienten
Zur Resorption von Rifampicin bei HIV-Patienten liegen widersprüchliche Befunde vor. Während in
einigen Untersuchungen bei HIV-Patienten deutlich niedrigere Serumspiegel gefunden wurden als bei
Nicht-HIV-Patienten, wurde dieser Effekt in anderen Untersuchungen nicht beobachtet.
CF-Patienten
Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass bei CF-Patienten bei Verabreichung der empfohlenen
Dosierung aufgrund von Malabsorption subtherapeutische Wirkspiegel entstehen. Ein therapeutisches
Drug-Monitoring ist empfehlenswert.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Akute Toxizität
Prüfungen zur akuten Toxizität wurden an Mäusen, Ratten, Kaninchen und Meerschweinchen
durchgeführt und ergaben orale LD50-Werte (885–2.120 mg/kg), die weit über der therapeutischen
Humandosis (8–12 mg/kg) liegen.
Chronische Toxizität
Prüfungen zur chronischen Toxizität an Ratten ergaben bei einer täglichen oralen Applikation von
50 mg/kg bzw. 100 mg/kg über einen Zeitraum von 6 Monaten keine toxischen Wirkungen, bei
200 mg/kg wurde eine leichte Schwellung sowie eine hydropische Degeneration der Leber beobachtet.
Affen zeigten bis zu einer Dosis von 75 mg/kg/Tag keine Nebenwirkungen.
Mutagenität
Daten zur Mutagenität nach Langzeitanwendung am Menschen liegen nicht vor. Rifampicin besitzt
keine mutagene Wirkung in Bakterien, Drosophila melanogaster oder Mäusen. Eine Zunahme von
Chromatidbrüchen wurde bei der Behandlung von Vollblutkulturen mit Rifampicin beobachtet. Eine
erhöhte Frequenz chromosomaler Aberrationen wurde in vitro bei Lymphozyten von Patienten
beobachtet, die eine Kombinationsbehandlung von Rifampicin mit Isoniazid, Pyrazinamid oder
Kombinationen mit Streptomycin erhalten hatten.
Mutagenes und tumorerzeugendes Potenzial
Langzeituntersuchungen über 104 Wochen bei Mäusen und Ratten ergaben eine Zunahme von
Hepatomen bei weiblichen C3Hf-Mäusen. Vergleichbare Untersuchungen bei einem anderen
Mäusestamm und Ratten waren hingegen unauffällig. Beim Menschen sind keine tumorinduzierenden
Wirkungen bekannt. Ausreichende Untersuchungen bezüglich der Induktion von Gen- und
Chromosomenmutationen in Säugerzellen liegen nicht vor.
Reproduktionstoxizität/Teratogenität
Rifampicin passiert die Plazenta, wobei die Konzentration im Fetus etwa 12–33 % der mütterlichen
Blutkonzentration beträgt. Aufgrund einer verzögerten Elimination können in der Amnionflüssigkeit
höhere Konzentrationen als im mütterlichen Blut bestehen. Die Beurteilung des teratogenen Risikos
beim Menschen wird dadurch erschwert, dass Rifampicin zumeist in Kombination mit anderen
Tuberkulostatika eingesetzt wird. Bei Neugeborenen wurden Hypoprothrombinämien oder
Blutungstendenzen beobachtet.
Bei trächtigen Ratten war nach Verabreichung von 100 mg/kg/Tag die Abortrate erhöht. Ratten und
Mäuse zeigten nach Dosen ab 150 mg/kg/Tag Missbildungen des Zentralnervensystems (Spina bifida
und Anenzephalie) bzw. Spina bifida und Gaumenspalten. Bei Kaninchen ergab sich kein Hinweis auf
eine teratogene Wirkung. An Ratten durchgeführte Reproduktionsstudien ergaben keinen Hinweis auf
peri- oder postnatale Toxizität oder Fertilitätsstörungen.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Durchstechflasche: Natrium Formaldehydsulfoxylat, Natriumhydroxid zur pH-Einstellung.
Lösungsmittelampulle: Wasser für Injektionszwecke.
6.2 Inkompatibilitäten
Eine physikalische Inkompatibilität (Präzipitat) wurde zwischen unverdünntem (5 mg/ml) bzw.
verdünntem (1 mg/ml in physiologischer NaCl-Lösung) Diltiazemhydrochlorid und Rifampicin
(6 mg/ml in physiologischer NaCl-Lösung) bei Verabreichung über eine gemeinsame Kanüle
beobachtet.
Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
3 Jahre.
Nur zur Einmalentnahme. Restmengen sind zu verwerfen.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungen
erforderlich. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Packung mit 1 bzw. 10 (Bündelpackung) Durchstechflasche(n) aus farblosem Typ I-Glas,
verschlossen mit einem grauen Butyl-Gummistopfen, mit je 600 mg lyophilisiertem Rifampicin und 1
(bzw. 10) Glasampulle(n) (Typ I) zu (je) 10 ml.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Zur Vorbereitung der gebrauchsfertigen Lösung wird das in der beigepackten Ampulle enthaltene
Lösungsmittel in die Durchstechflasche mit Rifampicin eingebracht und kräftig geschüttelt, um das
Antibiotikum vollständig zu lösen. (Die Lösung enthält 60 mg Rifampicin/ml und ist 30 Stunden bei
Raumtemperatur haltbar und muss innerhalb dieser Zeit verdünnt und infundiert werden.)
Nach völligem Verschwinden des Schaums wird die Lösung (oder ein Teil der Lösung, äquivalent zur
berechneten Menge von Rifampicin, die verabreicht werden soll) in 250 ml oder 500 ml einer 5%igen
Glukoselösung eingebracht, gut vermischt und als Infusion verabreicht.
Es wird empfohlen, die Tropfgeschwindigkeit so einzustellen, dass eine etwa 3 Stunden dauernde Infusion erzielt wird (alternativ kann die berechnete Menge an Rifampicin, die verabreicht werden soll, mit 100 ml Infusionslösung verdünnt und während 30 Minuten infundiert werden). Die 500-ml- und 100-ml-Verdünnungen in Glukoselösung sind 8 Stunden bei Raumtemperatur haltbar und müssen innerhalb dieser Zeit verbraucht werden. Danach kann es zu Ausfällungen kommen.
Hinweis:
Eine 5%ige Glukoselösung ist die empfohlene Infusionslösung. Falls diese kontraindiziert ist, kann
auch 0,9%ige Natriumchloridlösung verwendet werden (diese Infusionslösung ist 6 Stunden bei
Raumtemperatur haltbar).
Die Verwendung anderer Infusionslösungen (außer 5 % Glukoselösung und 0,9 %
Natriumchloridlösung) wird nicht empfohlen.
Lösungen, welche Natriumhydrogencarbonat und/oder Natriumlactat enthalten, sind mit Rifampicin
physikalisch inkompatibel und dürfen nicht verwendet werden.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen
zu beseitigen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
sanofi-aventis GmbH
Turm A, 29. OG, Wienerbergstraße 11
1100 Wien
Österreich
8. ZULASSUNGSNUMMER
17370
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 30. Juni 1983
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 23. März 2011
10. STAND DER INFORMATION
Februar 2026
Rezeptpflicht/Apothekenpflicht
Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten.
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