Metronidazol B. Braun 5 mg/ml Infusionslösung – Gebrauchs- und Fachinformation
Gebrauchsinformation
Gebrauchsinformation: Information für Anwender
Metronidazol B. Braun 5 mg/ml Infusionslösung
Metronidazol
Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.
- Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
- Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt.
- Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.
- Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.
Was in dieser Packungsbeilage steht
1. Was ist Metronidazol B. Braun 5 mg/ml und wofür wird es angewendet?
2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Metronidazol B. Braun 5 mg/ml beachten?
3. Wie ist Metronidazol B. Braun 5 mg/ml anzuwenden?
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
5. Wie ist Metronidazol B. Braun 5 mg/ml aufzubewahren?
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen
1. Was ist Metronidazol B. Braun 5 mg/ml und wofür wird es angewendet?
Metronidazol B. Braun 5 mg/ml gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die als Antibiotika bezeichnet und zur Behandlung schwerer Infektionen mit Bakterien eingesetzt werden, die durch den Wirkstoff Metronidazol abgetötet werden können.
Sie können Metronidazol B. Braun 5 mg/ml zur Behandlung der folgenden Krankheiten
erhalten:
- Infektionen des zentralen Nervensystems (z. B. Eitrige Herde am Gehirn, Hirnhautentzündung)
- Infektionen der Lunge und des Lungenfells (z. B. Lungenentzündung mit Gewebezerfall, Lungenentzündung nach Eindringen von Mageninhalt, eitrige Herde in der Lunge)
- Infektionen des Magen-Darm-Traktes (z. B. Bauchfellentzündung, eitrige Herde in der Leber, Operationen an Dick- und Enddarm, eitrige Erkrankungen des Bauch- und Beckenraumes)
- Infektionen der weiblichen Geschlechtsorgane (z. B. Gebärmutterentzündung, nach Entfernung der Gebärmutter, Kaiserschnitt, bei Fehlgeburt mit Blutvergiftung, Kindbettfieber)
- Infektionen im Hals-Nasen-Ohren- und Zahn-Mund-Kiefer-Bereich (z. B. PLAUT-VINCENT-Angina)
- Entzündung der Herzinnenhaut
- Infektionen an Knochen und Gelenken (z. B. Knochenmarkentzündung)
- Gasbrand
- Blutvergiftung bei Thrombose und Venenentzündung
Falls erforderlich, kann die Behandlung mit anderen Antibiotika ergänzt werden.
Vorbeugend kann Metronidazol B. Braun 5 mg/ml bei Operationen angewendet werden, die mit einem höheren Risiko einer Infektion mit sog. anaeroben Bakterien verbunden sind, vor allem in der Frauenheilkunde oder bei Operationen im Bereich des Magen-Darm-Traktes.
2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Metronidazol B. Braun 5 mg/ml beachten?
Metronidazol B. Braun 5 mg/ml darf nicht angewendet werden,
- wenn Sie allergisch gegen Metronidazol, andere ähnliche Substanzen oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Ihnen Metronidazol B. Braun 5 mg/ml gegeben wird.
Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Metronidazol B. Braun 5 mg/ml ist erforderlich, falls Sie unter folgenden Erkrankungen leiden:
- schweren Leberschäden,
- Störungen der Blutbildung oder
- Erkrankungen von Gehirn, Rückenmark und Nerven Dann wird Ihr Arzt sehr sorgfältig abwägen, ob Sie mit Metronidazol B. Braun 5 mg/ml behandelt werden sollen.
Falls es während der Behandlung zu Krampfanfällen oder anderen Beeinträchtigungen der Nervenfunktionen kommt (z. B. Taubheitsgefühl in den Gliedmaßen), wird Ihre Behandlung unverzüglich überprüft.
Die Behandlung mit Metronidazol B. Braun 5 mg/ml wird in der Regel nicht länger als 10 Tage dauern, nur ausnahmsweise länger, falls dies zwingend erforderlich ist. Eine Behandlung mit Metronidazol wird auch nur dann wiederholt, wenn dies zwingend erforderlich ist. Sie werden in solchen Fällen besonders sorgfältig überwacht.
Eine Störung der Darmflora kann auftreten, vor allem bei längerfristiger Behandlung mit
Metronidazol oder wenn Sie immungeschwächt sind.
Die Behandlung muss sofort abgebrochen oder angepasst werden, wenn Sie schweren Durchfall bekommen, der durch eine schwere Dickdarmkrankheit namens „pseudomembranöse Kolitis“ verursacht sein kann (siehe auch Abschnitt 4).
Fälle mit schwerer Hepatotoxizität/akutem Leberversagen einschließlich Fälle mit tödlichem Ausgang wurden bei Patienten mit Cockayne-Syndrom bei Arzneimitteln beobachtet, die Metronidazol enthalten.
Falls Sie am Cockayne-Syndrom leiden, sollte Ihr Arzt während der Behandlung mit
Metronidazol und im Anschluss an die Behandlung ebenfalls Ihre Leberfunktion häufig
überwachen.
Informieren Sie Ihren Arzt unverzüglich und setzen Sie die Einnahme von Metronidazol ab,
falls Sie folgende Symptome entwickeln:
- Bauchschmerzen, Anorexie, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Unwohlsein, Ermüdung, Gelbsucht, dunklen Urin, hellgrauen oder weißen Stuhl oder Juckreiz.
- Im Zusammenhang mit der Behandlung mit Metronidazol B. Braun 5 mg/ml wurde über schwere Hautreaktionen, einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) und akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), berichtet. Wenden Sie Metronidazol B. Braun 5 mg/ml nicht weiter an und begeben Sie sich sofort in ärztliche Behandlung, wenn Sie eines der Symptome dieser schweren Hautreaktionen bemerken, die in Abschnitt 4 beschrieben werden.
Da Metronidazol bei länger dauernder Anwendung Ihre Blutbildung beeinträchtigen kann (siehe Abschnitt „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“), wird Ihr Blutbild während der Behandlung überwacht.
Anwendung von Metronidazol B. Braun 5 mg/ml zusammen mit anderen Arzneimitteln
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen oder anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen oder angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen oder anzuwenden, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Arzneimittel, die Herzrhythmusstörungen verursachen können Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie Arzneimittel einnehmen oder anwenden, die eine Herzrhythmusstörung verursachen können (eine so genannte QT-Intervall-Verlängerung, die im EKG sichtbar ist), wie bestimmte Antiarrhythmika (Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen wie z. B. Amiodaron) und bestimmte Antibiotika (wie z. B.
Ciprofloxacin). Wenn Sie diese Arzneimittel erhalten, sollte Ihre Herzfunktion überwacht werden. Sie sollten Ihren Arzt aufsuchen, wenn Sie Herzfunktionsanomalien, Schwindel oder Ohnmacht bemerken.
Barbiturate (Wirkstoff in Schlafmitteln)
Die Wirkdauer von Metronidazol wird durch Phenobarbital verkürzt; daher muss ggf. Ihre
Metronidazoldosis erhöht werden.
Busulfan Metronidazol sollte nicht bei Patienten angewendet werden, die mit Busulfan behandelt werden, da sonst mit höherer Wahrscheinlichkeit toxische (schädliche) Wirkungen auftreten können.
Carbamazepin (ein Mittel zur Behandlung der Epilepsie)
Hier ist ebenfalls Vorsicht geboten, weil Metronidazol die Wirkdauer von Carbamazepin
verlängern kann.
Cimetidin (ein Mittel zur Behandlung von Magenerkrankungen)
Cimetidin kann in Einzelfällen die Ausscheidung von Metronidazol beeinträchtigen und
dadurch zu erhöhten Metronidazol-Serumkonzentrationen führen.
Cumarinderivate (Mittel zur Hemmung der Blutgerinnung) Metronidazol kann die hemmende Wirkung der Cumarine auf die Blutgerinnung steigern. Wenn Sie also ein Arzneimittel einnehmen, das die Blutgerinnung hemmt (z. B. Warfarin), könnten Sie während der Behandlung mit Metronidazol eventuell weniger davon benötigen.
Ciclosporin (ein Mittel zur Unterdrückung unerwünschter Immunreaktionen)
Bei gleichzeitiger Gabe von Ciclosporin und Metronidazol kann es zu einem erhöhten
Blutspiegel von Ciclosporin kommen; daher wird Ihr Arzt Ihre Ciclosporindosis ggf.
entsprechend anpassen müssen.
Disulfiram (wird in der Alkohol-Entzugstherapie angewendet) Falls Sie unter einer Behandlung mit Disulfiram stehen, dürfen Sie kein Metronidazol erhalten oder Disulfiram muss abgesetzt werden. Eine Kombination beider Arzneimittel kann zu Verwirrtheitszuständen bis hin zu ernsthaften geistig-seelischen Erkrankungen (Psychosen) führen.
Fluorouracil (ein Anti-Krebsmittel)
Die Tagesdosis Fluorouracil kann reduziert werden müssen, wenn es zusammen mit
Metronidazol verabreicht wird, da Metronidazol zu einer Erhöhung der Blutspiegel von
Fluorouracil führen kann.
Lithium (wird zur Behandlung seelischer Erkrankungen angewendet) Eine Therapie mit Lithiumpräparaten muss während einer Behandlung mit Metronidazol besonders sorgfältig überwacht werden und gegebenenfalls die Dosis des Lithiumpräparats neu angepasst werden.
Mycophenolatmofetil (wird zur Verhinderung der Abstoßung transplantierter Organe angewendet) Seine Wirkung kann durch Metronidazol abgeschwächt werden. Daher wird eine sorgfältige Überwachung der Wirkung des Arzneimittels empfohlen.
Phenytoin (ein Mittel zur Behandlung der Epilepsie) Während einer Therapie mit Phenytoin wird Ihr Arzt Sie nur mit Vorsicht mit Metronidazol behandeln, da einerseits Metronidazol die Wirkdauer von Phenytoin verlängern, andererseits Phenytoin die Wirkung von Metronidazol abschwächen kann.
Tacrolimus (wird zur Unterdrückung unerwünschter Immunreaktionen angewendet)
Ihr Tacrolimus-Blutspiegel und die Nierenfunktion müssen zu Beginn und am Ende einer
Behandlung mit Metronidazol kontrolliert werden.
Anwendung von Metronidazol B. Braun 5 mg/ml zusammen mit Alkohol
Alkohol Sie dürfen während einer Behandlung mit Metronidazol keine alkoholischen Getränke zu sich nehmen, da dies zu Unverträglichkeitsreaktionen wie Schwindel und Erbrechen führen kann.
Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit
Schwangerschaft
Wenn Sie schwanger sind, wird Sie Ihr Arzt nur dann mit Metronidazol behandeln, wenn er dies für absolut notwendig hält.
Stillzeit
Sie sollten während einer Behandlung mit Metronidazol und noch 2 – 3 Tage danach das Stillen unterbrechen, da Metronidazol in die Muttermilch übergeht.
Fortpflanzungsfähigkeit
Tierstudien zeigen nur einen möglichen negativen Einfluss von Metronidazol auf die
männlichen Geschlechtsorgane, wenn hohe Dosen verabreicht wurden, die weit über der
maximal empfohlenen Dosis für den Menschen liegen.
Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Österreich:
Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit
beeinträchtigen.
Sie sollten während einer Behandlung mit Metronidazol nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen, da Metronidazol Ihr Reaktionsvermögen beeinträchtigen kann. Dies ist umso mehr zu Beginn der Behandlung der Fall oder wenn Sie Alkohol getrunken haben.
Metronidazol B. Braun 5 mg/ml enthält Natrium
Dieses Arzneimittel enthält 322 mg Natrium (Hauptbestandteil von Kochsalz/Speisesalz) pro 100 ml. Dies entspricht 16 % der für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.
3. Wie ist Metronidazol B. Braun 5 mg/ml anzuwenden?
Dosierung
Die Dosierung richtet sich nach Art und Schwere Ihrer Erkrankung, Ihrem Alter und Ihrem
Körpergewicht und auch nach dem individuellen Ansprechen auf die Behandlung.
Folgende Dosierungen können empfohlen werden:
Erwachsene und Jugendliche
Behandlung von Infektionen:
Normalerweise erhalten Sie 300 ml des Arzneimittels (entsprechend 1500 mg Metronidazol) am ersten Tag der Behandlung. Ab dem zweiten Tag erhalten Sie 200 ml des Arzneimittels (entsprechend 1000 mg Metronidazol) täglich.
Alternativ können Sie 100 ml des Arzneimittels (entsprechend 500 mg Metronidazol) alle
8 Stunden erhalten. Zu Beginn der Behandlung kann Ihr Arzt Ihnen eine höhere Erstdosis
Metronidazol geben.
In den meisten Fällen dauert eine Behandlung 7 Tage. Nur in Ausnahmefällen kann die
Behandlung über diesen Zeitraum hinaus fortgesetzt werden.
Die gleiche Dosis wird auch bei Patienten mit Nierenerkrankungen angewendet.
Bei Patienten mit Lebererkrankungen werden unter Umständen niedrigere Dosen benötigt.
Wenn Sie mit einer künstlichen Niere behandelt wurden, wird Ihr Arzt Ihre Dosis an den Tagen der Behandlung anpassen.
Vorbeugung vor Infektionen, die nach Operationen auftreten können Wenn es zur Vorbeugung von Infektionen bei Operationen angewendet wird, können Sie 500 mg des Arzneimittels vor der Operation erhalten. Die Dosis wird 8 und 16 Stunden nach der Operation wiederholt.
Anwendung bei Kindern
Bei Kindern wird bezogen auf das Körpergewicht dosiert.
Behandlung von Infektionen
| Alter | Dosierung |
|---|---|
| 8 Wochen bis 12 Jahre | 20 – 30 mg pro kg Körpergewicht und Tag als Einzeldosis oder aufgeteilt in 7,5 mg pro kg Körpergewicht alle 8 Stunden. Die Tagesdosis kann, abhängig von der Schwere der Infektion, auf 40 mg pro kg Körpergewicht erhöht werden. |
| Unter 8 Wochen | 15 mg pro kg Körpergewicht als Einzeldosis täglich oder aufgeteilt in 7,5 mg pro kg Körpergewicht alle 12 Stunden. |
| Bei Neugeborenen mit einem Gestationsalter unter 40 Wochen | Eine Anreicherung von Metronidazol kann während der ersten Lebenswoche auftreten, deshalb wird die Konzentration von Metronidazol im Serum nach ein paar Tagen Therapie überprüft werden |
Die Dauer der Behandlung beträgt in der Regel 7 Tage.
Vorbeugung vor Infektionen, die nach Operationen auftreten können:
| Alter | Dosierung |
|---|---|
| Unter 12 Jahre | 20 – 30 mg/kg Körpergewicht als Einzeldosis 1 – 2 Stunden vor der Operation |
| Neugeborene mit einem Gestationsalter unter 40 Wochen | 10 mg/kg Körpergewicht als Einzeldosis vor der Operation |
Art und Dauer der Anwendung
Metronidazol B. Braun 5 mg/ml wird über einen Tropf direkt in eine Vene verabreicht
(intravenöse Infusion).
Normalerweise dauert die Infusion aus einer Flasche 60 Minuten, mindestens jedoch
20 Minuten.
Eine Verdünnung in einer geeigneten Trägerlösung ist möglich.
Die gesamte Behandlung mit Metronidazol dauert im Allgemeinen 7, höchstens 10 Tage, länger nur, falls zwingend erforderlich (siehe auch Abschnitt „Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Metronidazol B. Braun 5 mg/ml ist erforderlich“).
Wenn Sie gleichzeitig andere Antibiotika erhalten, wird Ihr Arzt Ihnen diese Arzneimittel
getrennt verabreichen.
Wenn Sie eine größere Menge von Metronidazol B. Braun 5 mg/ml angewendet haben, als Sie sollten
Als Anzeichen oder Symptome einer Überdosierung können unerwünschte Nebenwirkungen wie im nächsten Kapitel beschrieben, auftreten.
Ein direkt wirkendes Gegenmittel oder eine spezielle Behandlung massiver Überdosierungen sind nicht bekannt, jedoch kann Metronidazol durch eine Blutwäsche (Dialyse) aus dem Körper entfernt werden.
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Wenden Sie Metronidazol B. Braun 5 mg/ml nicht weiter an und begeben Sie sich sofort in ärztliche Behandlung, wenn Sie eines der folgenden Symptome bemerken:
Selten: kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen
- Schwere anhaltende Durchfälle (möglicherweise ein Symptom einer schweren Darminfektion namens pseudomembranöse Kolitis, siehe unten)
- Schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen bis zum allergischen Schock
Sehr selten: kann bis zu 1 von 10000 Behandelten betreffen
- Die Anzahl der weißen Blutkörperchen und Blutplättchen kann sich während der Behandlung verringern (Granulozytopenie, Agranulozytose, Panzytopenie, Thrombozytopenie). Die regelmäßige Überwachung der Blutzellzahlen ist bei längerer Anwendung erforderlich.
- Hepatitis (Leberentzündung), Gelbsucht, Entzündung der Bauchspeicheldrüse
- Störungen des Gehirns, mangelnde Koordination
Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
- Leichte bis mäßige Überempfindlichkeitsreaktionen, Schwellungen von Gesicht, Mund, Rachen und/oder Zunge (Angioödem)
- Blickkrampf, Schädigung oder Entzündung der Nerven Ihrer Augen
- Reduzierte Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukopenie), schwere Blutarmut (aplastische Anämie)
- Krampfanfälle, Nervenstörungen wie Taubheitsgefühl, Schmerzen, pelziges Gefühl oder Kribbeln an Armen oder Beinen
- Hirnhautentzündung, die nicht durch Bakterien verursacht wird (aseptische Meningitis)
- Akutes Leberversagen bei Patienten mit Cockayne-Syndrom (siehe Abschnitt 2 „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“)
- Hörstörung, Hörverlust
- Ohrgeräusche (Tinnitus)
- Hautausschlag, Blasenbildung, Fieber oder andere Anzeichen und Symptome von Überempfindlichkeitsreaktionen
- Rötliche, nicht erhabene, zielscheibenartige oder kreisförmige Flecken auf dem Rumpf, oft mit Blasenbildung in der Mitte, Abschälen der Haut, Geschwüre im Bereich von Mund, Rachen, Nase, Genitalien und Augen. Vor diesen schweren Hautausschlägen können Fieber und grippeähnliche Symptome auftreten (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse).
- Großflächiger Ausschlag, hohe Körpertemperatur und vergrößerte Lymphknoten (DRESS-Syndrom oder Arzneimittelüberempfindlichkeitssyndrom)
- Roter, schuppiger, großflächiger Ausschlag mit Knoten unter der Haut und Blasen, begleitet von Fieber. Die Symptome treten in der Regel zu Beginn der Behandlung auf (akute generalisierte exanthematische Pustulose).
Andere Nebenwirkungen umfassen
Häufig: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- Superinfektionen mit Hefen und Bakterien
Gelegentlich: kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- Dunkler Urin (aufgrund eines Stoffwechselprodukts von Metronidazol)
Selten: kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen
- Veränderungen des EKG
Sehr selten: kann bis zu 1 von 10000 Behandelten betreffen
- Psychotische Störungen, einschließlich Verwirrtheitszustände, Halluzinationen,
- Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit, Fieber, Seh- und Bewegungsstörungen, Benommenheit, Sprachstörungen, Krämpfe
- Sehstörungen, z. B. Sehen von Doppelbildern, Kurzsichtigkeit
- Leberfunktionsstörungen (z. B. erhöhter Serumspiegel von bestimmten Enzymen und Bilirubin)
- Allergische Hautreaktionen wie Juckreiz, Nesselsucht
- Gelenk- und Muskelschmerzen
Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
- Krankheitsgefühl, Übelkeit, Durchfall, Entzündungen von Zunge oder Mund, Aufstoßen und bitterer Geschmack, metallischer Geschmack, Druck auf dem Magen, pelzige Zunge – Schluckbeschwerden
- Appetitlosigkeit
- Traurige (depressive) Stimmung
- Schläfrigkeit oder Schlaflosigkeit, Muskelzuckungen,
- Rötung und Juckreiz der Haut (Erythema multiforme)
- Venenwandreizung (bis zu entzündeten Venen und Thrombose) nach intravenöser Gabe, Schwächezustand, Fieber
Notfallbehandlung der pseudomembranösen Kolitis Beim Auftreten schwerer anhaltender Durchfälle muss sofort der Arzt informiert werden, da sie durch eine pseudomembranöse Kolitis verursacht sein können, die sofort behandelt werden muss. Ihr Arzt wird dann Metronidazol absetzen und die erforderliche Behandlung durchführen.
Meldung von Nebenwirkungen
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Dies gilt auch für
Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.
Deutschland:
Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und
Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn,
Website: www.bfarm.de anzeigen.
Österreich:
Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen, Traisengasse 5, 1200 WIEN, ÖSTERREICH, Fax: + 43 (0) 50 555 36207, Website:
http://www.basg.gv.at/ anzeigen.
Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.
5. Wie ist Metronidazol B. Braun 5 mg/ml aufzubewahren?
Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.
Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Behältnis und dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.
Flaschen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Dieses Arzneimittel ist nur zur einmaligen Verwendung bestimmt. Nicht benötigte Reste sind zu verwerfen.
Aus mikrobiologischer Sicht sollten Verdünnungen sofort verwendet werden. Falls sie nicht sofort verwendet werden, liegen Lagerungszeiten und -bedingungen in der Verantwortung des Anwenders. Normalerweise sollten Mischungen mit anderen Komponenten nicht länger als 24 Stunden bei 2 °C – 8 °C gelagert werden, falls sie nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen hergestellt wurden.
Nur verwenden, wenn die Lösung klar und ohne sichtbare Partikel ist und die Flasche und der Verschluss unbeschädigt sind.
Deutschland:
Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z. B. nicht über die Toilette oder das Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden Sie unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.
Österreich:
Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen
Was Metronidazol B. Braun 5 mg/ml enthält
- Der Wirkstoff ist: Metronidazol 1 ml Metronidazol B. Braun 5 mg/ml Infusionslösung enthält 5 mg Metronidazol.
1 Polyethylenflasche zu 100 ml enthält 500 mg Metronidazol.
- Die sonstigen Bestandteile sind: Natriumchlorid, Natriummonohydrogenphosphat-Dodecahydrat (Ph.Eur.), Citronensäure-Monohydrat, Wasser für Injektionszwecke
Wie Metronidazol B. Braun 5 mg/ml aussieht und Inhalt der Packung
Metronidazol B. Braun 5 mg/ml ist eine klare, farblose oder schwach gelbliche Lösung.
Metronidazol B. Braun 5 mg/ml ist in Polyethylenflaschen zu 100 ml erhältlich.
Die Lösung ist in Packungen von 10 oder 20 Flaschen verfügbar.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Pharmazeutischer Unternehmer
B. Braun Melsungen AG
Carl-Braun-Straße 1
34212 Melsungen
Deutschland
Postanschrift
B. Braun Melsungen AG
34209 Melsungen
Deutschland
Telefon: +49-5661-71-0
Fax: +49-5661-71-4567
Hersteller
B. Braun Melsungen AG
Carl-Braun-Straße 1
34212 Melsungen
Deutschland
B. Braun Medical, S. A.
Carretera de Terrassa 121
08191 Rubí, Barcelona, Spanien
Österreich: Z.Nr.: 1-28140
Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:
| Belgien | Metronidazole B. Braun 5 mg/ml |
| Dänemark | Metronidazol B. Braun 5 mg/ml |
| Deutschland | Metronidazol B. Braun 5 mg/ml Infusionslösung |
| Estland | Metronidazole B. Braun 5 mg/ml |
| Italien | Metronidazolo B. Braun 5 mg/ml |
| Lettland | Metronidazole B. Braun 5 mg/ml |
| Litauen | Metronidazole B. Braun 5 mg/ml infuzinis tirpalas |
| Österreich | Metronidazol B. Braun 5 mg/ml Infusionslösung |
| Polen | Metronidazole B. Braun |
| Slowakei | Metronidazol B. Braun 5 mg/ml |
| Zypern | Metronidazole B. Braun 5 mg/ml |
Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im März 2025.
Fachinformation
ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Metronidazol B. Braun 5 mg/ml Infusionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
1 ml Lösung enthält 5 mg Metronidazol.
100 ml Lösung enthalten 500 mg Metronidazol.
Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:
1 ml Lösung enthält 0,14 mmol (oder 3,22 mg) Natrium.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Elektrolytgehalte in 100 ml:
| Natrium | 14 mmol |
| Chlorid | 13 mmol |
3. DARREICHUNGSFORM
Infusionslösung
klare, farblose bis schwach gelbliche wässrige Lösung
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Behandlung und Vorbeugung von Infektionen, die durch Metronidazol-empfindliche Keime
hervorgerufen werden (hauptsächlich anaerobe Bakterien).
Metronidazol wird angewendet bei Erwachsenen und Kindern für die folgenden Indikationen:
- Infektionen des zentralen Nervensystems (z. B. Gehirnabszess, Meningitis)
- Infektionen von Lunge und Pleura (z. B. nekrotisierende Lungenentzündung, Aspirationspneumonie, Lungenabszess)
- Endokarditis
- Infektionen des Gastrointestinaltraktes und im abdominellen Bereich (z. B. Peritonitis, Leberabszess, Infektionen nach Kolo-Rektaloperationen, eitrige Erkrankungen des Bauch- und Beckenraumes) – Gynäkologische Infektionen, (z. B. Endometritis, nach Hysterektomie oder Kaiserschnitt, Kindbettfieber, septischem Abort)
- Infektionen im HNO- und Zahn-Mund-Kiefer-Bereich (z. B. Plaut-Vincent-Angina)
- Infektionen an Knochen und Gelenken (z. B. Osteomyelitis)
- Gasbrand
- Septikämie bei Thrombophlebitis
Bei Mischinfektionen mit aeroben und anaeroben Erregern müssen zur Bekämpfung aerober Infektionen geeignete Antibiotika zusätzlich zu Metronidazol B. Braun 5 mg/ml verabreicht werden.
Die prophylaktische Anwendung empfiehlt sich bei operativen Eingriffen, die mit einem hohen Risiko einer Anaerobier-Infektion verbunden sind (gynäkologische und intraabdominale Operationen).
Die offiziellen Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antibakteriellen Wirkstoffen sind zu berücksichtigen.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Dosierung richtet sich nach dem individuellen Ansprechen des Patienten auf die Therapie, dem Alter und dem Körpergewicht und der Art und Schwere der Erkrankung.
Folgende Dosierungsrichtlinien können empfohlen werden:
Erwachsene und Jugendliche
Behandlung anaerober Infektionen
Normalerweise wird eine Einzeldosis von 1500 mg (300 ml) am ersten Tag der Behandlung
verabreicht, gefolgt von 1000 mg (200 ml) als Einzeldosis an den folgenden Tagen.
Alternativ können 500 mg (100 ml) alle 8 Stunden verabreicht werden. Falls aus medizinischen Gründen erforderlich, können zu Beginn der Behandlung 15 mg/kg Körpergewicht (KG) verabreicht werden.
Die Dauer der Anwendung richtet sich nach dem Behandlungserfolg. In den meisten Fällen ist eine Behandlung über 7 Tage ausreichend. Falls aus medizinischen Gründen erforderlich, kann die Behandlung über diesen Zeitraum hinaus fortgesetzt werden (siehe auch Abschnitt 4.4).
Prophylaxe gegen durch anaerobe Bakterien verursachte postoperative Infektionen
Bis spätestens ca. 1 Stunde vor Operationsbeginn 500 mg. Die Dosis wird nach 8 und 16 Stunden
wiederholt.
Kinder und Jugendliche
Behandlung anaerober Infektionen
- Kinder > 8 Wochen bis 12 Jahre alt:
Die übliche Tagesdosis beträgt 20 – 30 mg pro kg Körpergewicht und Tag als Einzeldosis oder aufgeteilt in 7,5 mg pro kg Körpergewicht alle 8 Stunden. Die Tagesdosis kann, abhängig von der Schwere der Infektion, auf 40 mg pro kg Körpergewicht erhöht werden.
- Kinder < 8 Wochen alt:
15 mg pro kg Körpergewicht als Einzeldosis täglich oder aufgeteilt in 7,5 mg pro kg
Körpergewicht alle 12 Stunden.
- Bei Neugeborenen mit einem Gestationsalter < 40 Wochen:
Eine Akkumulation von Metronidazol kann während der ersten Lebenswoche auftreten, deshalb sollten die Konzentrationen von Metronidazol im Serum vorzugsweise nach ein paar Tagen Therapie überwacht werden.
Die Dauer der Behandlung beträgt in der Regel 7 Tage.
Prophylaxe gegen durch anaerobe Bakterien verursachte postoperative Infektionen:
- Kinder < 12 Jahre:
20 – 30 mg/kg KG als Einzeldosis 1 – 2 Stunden vor der Operation
- Neugeborene mit einem Gestationsalter < 40 Wochen:
10 mg/kg KG als Einzeldosis vor der Operation
Patienten mit Niereninsuffizienz
Eine Dosisreduktion ist nicht erforderlich, siehe Abschnitt 5.2.
Bei Patienten unter Hämodialyse sollte die herkömmliche Dosis Metronidazol an Dialysetagen nach der Hämodialyse eingeplant werden, um den Verlust von Metronidazol während des Verfahrens zu kompensieren.
Patienten mit Leberinsuffizienz
Da bei schwerer Leberinsuffizienz die Serum-Halbwertzeit verlängert und die Plasmaclearance
verzögert ist, benötigen Patienten mit schweren Lebererkrankungen niedrigere Dosen (siehe
Abschnitt 5.2).
Art der Anwendung
Intravenöse Anwendung.
Der Inhalt einer Flasche sollte langsam, d. h. maximal 100 ml über nicht weniger als 20 Minuten, in der Regel jedoch über 1 Stunde, intravenös infundiert werden.
Metronidazol B. Braun 5 mg/ml kann auch vor der Anwendung in isotoner Kochsalzlösung oder
5%iger Glucoselösung verdünnt werden.
Gleichzeitig verordnete Antibiotika müssen getrennt verabreicht werden.
4.3 Gegenanzeigen
Überempfindlichkeit gegen Metronidazol oder andere Nitroimidazol-Derivate oder einen der in
Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Bei Patienten mit schweren Leberschäden und Störungen der Blutbildung (wie Granulozytopenie) sollte Metronidazol nur angewendet werden, wenn der erwartete Nutzen die möglichen Risiken eindeutig überwiegt.
Wegen der Gefahr einer Verschlimmerung sollte Metronidazol auch bei Patienten mit aktiven oder schweren chronischen Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems nur verabreicht werden, wenn der erwartete Nutzen die möglichen Risiken eindeutig überwiegt.
Über das Auftreten von Krampfanfällen, Myoklonie und peripherer Neuropathie, die sich hauptsächlich in Form von Taubheit und Parästhesien der Extremitäten äußert, wurden bei Patienten, die mit Metronidazol behandelt wurden, berichtet. Falls Anzeichen neurologischer Störungen auftreten, ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis in Bezug auf eine Fortsetzung der Behandlung unverzüglich zu überprüfen. Siehe auch Abschnitt 4.8.
Im Falle schwerer Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. anaphylaktischer Schock: siehe auch Abschnitt 4.8) ist die Behandlung mit Metronidazol B. Braun 5 mg/ml unverzüglich abzubrechen, und übliche Maßnahmen der Notfallbehandlung sind durch entsprechend qualifiziertes medizinisches Fachpersonal einzuleiten.
Schwere anhaltende Durchfälle, die während der Behandlung oder in den nachfolgenden Wochen auftreten, können durch pseudomembranöse Kolitis verursacht sein (in den meisten Fällen durch Clostridioides difficile), siehe Abschnitt 4.8. Diese durch die antibiotische Therapie bedingte Darmerkrankung kann lebensbedrohlich sein und erfordert unverzüglich eine geeignete Behandlung. Arzneimittel, die die Peristaltik hemmen, dürfen nicht verabreicht werden.
Die Behandlung mit Metronidazol B. Braun 5 mg/ml oder einem anderen nitro-imidazolhaltigem Arzneimittel darf in der Regel 10 Tage nicht überschreiten. Diese Frist darf nur in Einzelfällen bei besonders strenger Indikationsstellung überschritten werden. Dabei ist eine angemessene Überwachung des Patienten (klinische Überwachung und Laborkontrollen) erforderlich. Die Behandlung sollte nur in begründeten Einzelfällen wiederholt werden. Diese Beschränkungen sind erforderlich, weil sich eine Schädigung menschlicher Keimzellen nicht ausschließen lässt und weil in tierexperimentellen Studien eine Zunahme von bestimmten Tumoren gesehen wurde.
Störungen der normalen Flora (Überwucherung mit Pilzen/Bakterien) und möglicherweise Superinfektionen können auftreten, vor allem bei längerfristiger Behandlung mit Metronidazol oder bei immungeschwächten Patienten.
Schwere Hautreaktionen (SCARs) einschließlich toxische epidermale Nekrolyse (TEN), Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) und akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP) wurden im Zusammenhang mit der Anwendung von Metronidazol berichtet. Die Symptome können schwerwiegend und potenziell lebensbedrohlich sein. Wenn sich Symptome oder Anzeichen von SCARs entwickeln, ist Metronidazol unverzüglich abzusetzen und eine angemessene Behandlung einzuleiten.
Längerfristige Therapie kann zu Knochenmarksdepression und damit zur Störung der Blutbildung führen. Auswirkungen siehe Abschnitt 4.8.
Daher ist das Blutbild während länger dauernder Therapie sorgfältig zu überwachen.
Hepatotoxizität bei Patienten mit Cockayne-Syndrom
Fälle mit schwerer Hepatotoxizität/akutem Leberversagen einschließlich Fälle mit tödlichem Ausgang und einem sehr schnellen Einsetzen nach der Behandlungseinleitung bei Patienten mit Cockayne-Syndrom wurden bei Arzneimitteln beobachtet, die Metronidazol für die systemische Anwendung enthalten. Bei dieser Population sollte Metronidazol nicht angewendet werden, es sei denn, dass der Nutzen das Risiko überwiegt und keine alternative Behandlung zur Verfügung steht.
Vor dem Therapiebeginn sowie während und im Anschluss an die Behandlung müssen Leberfunktionstests durchgeführt werden, bis sich die Leberfunktion wieder im normalen Bereich befindet bzw. bis die Ausgangswerte wieder erreicht sind. Falls die Leberwerte während der Behandlung deutlich erhöht sind, sollte das Arzneimittel abgesetzt werden.
Patienten mit dem Cockayne-Syndrom sollten angewiesen werden, Symptome für eine potenzielle Leberschädigung unverzüglich ihrem Arzt zu melden und die Einnahme von Metronidazol zu beenden (siehe Abschnitt 4.8).
Besondere Warnhinweise/Vorsichtsmaßnahmen hinsichtlich sonstiger Bestandteile
Dieses Arzneimittel enthält 322 mg Natrium pro 100 ml, entsprechend 16 % der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.
Störung von Labortests
Metronidazol stört die enzymatisch-spektrophotometrische Bestimmung von Aspartat-Aminotransferase (AST), Alanin-Aminotransferase (ALT), Lactatdehydrogenase (LDH), Triglyceriden und Glucose-Hexokinase, was zu verringerten Werten (ggf. bis auf null) führt.
Metronidazol zeigt eine starke Absorption im Bereich der Wellenlänge, bei der NADH bestimmt wird. Dadurch können bei Anwendung von „continuous-flow“-Verfahren, die auf der Bestimmung der NADH-Abnahme am Endpunkt basieren, erhöhte Leberenzym-Konzentrationen maskiert sein. Über ungewöhnlich niedrige Leberenzymwerte, einschließlich Nullwerte, wurde berichtet.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern Eine Verlängerung des QT-Intervalls wurde beobachtet, insbesondere wenn Metronidazol zusammen mit Arzneimitteln verabreicht wird, die das QT-Intervall verlängern können. Verlängerung des QT-Intervalls und Torsade de pointes wurden im Zusammenhang mit der gleichzeitigen Verabreichung von Metronidazol und Amiodaron bzw. Ciprofloxacin beobachtet. Es ist daher ratsam, im EKG das QT-Intervall zu überwachen, wenn Amiodaron bzw. Ciprofloxacin zusammen mit Metronidazol verabreicht wird. Ambulante Patienten sind anzuweisen, unverzüglich einen Arzt aufzusuchen, sobald sie Anzeichen für Torsade de pointes bemerken wie Benommenheit, Palpitationen oder Synkopen. Barbiturate Phenobarbital kann den Abbau von Metronidazol in der Leber steigern. Die Plasma-Halbwertzeit von Metronidazol wird dadurch auf 3 Stunden verkürzt.
Busulfan Gleichzeitig verabreichtes Metronidazol kann die Plasmakonzentration von Busulfan signifikant erhöhen. Der Mechanismus der Wechselwirkung wurde bisher nicht beschrieben. Aufgrund des hohen toxischen Potentials und von Todesfällen, die mit erhöhten Plasmaspiegeln von Busulfan im Zusammenhang stehen, ist die gleichzeitige Anwendung von Metronidazol und Busulfan zu vermeiden.
Carbamazepin Metronidazol kann die Verstoffwechselung von Carbamazepin hemmen und führt infolgedessen zu einem Anstieg der Carbamazepin-Plasmakonzentration.
Cimetidin
Cimetidin kann in Einzelfällen die Elimination von Metronidazol beeinträchtigen und dadurch zu
erhöhten Metronidazol-Serumkonzentrationen führen.
Cumarinderivate Gleichzeitig verabreichtes Metronidazol hemmt den Abbau von Cumarinderivaten in der Leber und kann dadurch deren gerinnungshemmende Wirkung beträchtlich verstärken. Daher kann das Blutungsrisiko erhöht sein und eine Anpassung der Antikoagulanziendosis erforderlich werden.
Ciclosporin Bei einer gleichzeitigen Therapie mit Ciclosporin und Metronidazol besteht das Risiko für einen Anstieg der Serumkonzentration von Ciclosporin. Häufige Kontrollen der Ciclosporin-Serumkonzentration und des Serum-Kreatinins sind erforderlich.
Disulfiram
Die gleichzeitige Gabe von Disulfiram kann zu Verwirrtheitszuständen bis hin zu psychotischen
Zuständen führen. Eine Kombination beider Arzneimittel ist daher zu vermeiden.
Fluorouracil
Metronidazol hemmt die Metabolisierung von gleichzeitig verabreichtem Fluorouracil; die
Plasmakonzentration von Fluorouracil wird dadurch erhöht.
Lithium Bei gleichzeitiger Gabe von Metronidazol mit Lithium-Salzen ist Vorsicht geboten, weil ein Anstieg der Lithiumkonzentrationen im Serum beobachtet wurde.
Mycophenolatmofetil Substanzen, die die gastrointestinale Flora verändern (z. B. Antibiotika), können die orale Bioverfügbarkeit von Mycophenolsäureprodukten vermindern. Engmaschige klinische Überwachung und Laborkontrollen in Bezug auf eine Verminderung des immunsuppressiven Effekts der Mycophenolsäure werden während einer gleichzeitigen Behandlung mit Antiinfektiva empfohlen.
Phenytoin Metronidazol hemmt die Verstoffwechselung von gleichzeitig verabreichtem Phenytoin, wodurch die Plasmakonzentration von Phenytoin erhöht wird. Andererseits vermindert gleichzeitig verabreichtes Phenytoin die Wirksamkeit von Metronidazol.
Tacrolimus Gleichzeitige Verabreichung mit Metronidazol kann zu einem Anstieg des Tacrolimus-Blutspiegels führen. Vermutet wird eine Hemmung der hepatischen Metabolisierung von Tacrolimus über CYP-450 3A4. Der Tacrolimus-Blutspiegel und die Nierenfunktion sind daher häufig zu kontrollieren und die Dosierung entsprechend anzupassen, insbesondere zu Beginn und am Ende einer Behandlung mit Metronidazol bei Patienten, die auf ihre Tacrolimus-Medikation stabil eingestellt sind.
Sonstige Wechselwirkungen
Alkohol
Gleichzeitiger Alkoholkonsum ist zu vermeiden, da sonst Unverträglichkeiten mit Schwindel und
Erbrechen auftreten können (Disulfiram-ähnliche Wirkung).
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Die Sicherheit von Metronidazol bei Anwendung während der Schwangerschaft wurde bisher nicht hinreichend nachgewiesen. Insbesondere gibt es widersprüchliche Berichte zur Anwendung während der Frühschwangerschaft. In einigen Studien wurde eine erhöhte Missbildungsrate gesehen. In Tierversuchen zeigte Metronidazol keine teratogenen Effekte (siehe Abschnitt 5.3).
Metronidazol B. Braun 5 mg/ml sollte während des ersten Trimenons der Schwangerschaft nur bei schweren lebensbedrohlichen Infektionen eingesetzt werden, falls eine sicherere Alternative nicht verfügbar ist. Während des zweiten und dritten Trimenons sollte Metronidazol B. Braun 5 mg/ml zur Behandlung anderer Infektionen ebenfalls nur angewendet werden, wenn der erwartete Nutzen die möglichen Risiken eindeutig überwiegt.
Stillzeit
Da Metronidazol in die Muttermilch übergeht, sollte bei einer Behandlung während der Stillzeit das Stillen unterbrochen werden. Auch nach Behandlungsende sollte aufgrund der langen Halbwertzeit des Metronidazols für mindestens 2 – 3 weitere Tage nicht gestillt werden.
Fertilität
Tierexperimentelle Studien zeigen nur einen möglichen negativen Einfluss von Metronidazol auf das männliche Fortpflanzungssystem, wenn hohe Dosen, die weit über der maximal für den Menschen empfohlenen Dosis liegen, verabreicht wurden.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Metronidazol kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass z. B. die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt noch in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn und im Zusammenwirken mit Alkohol.
4.8 Nebenwirkungen
Nebenwirkungen treten hauptsächlich bei hohen Dosierungen oder längerfristiger Behandlung auf. Die am häufigsten zu beobachtenden Nebenwirkungen umfassen Übelkeit, abnorme Geschmacksempfindungen und das Risiko der Entwicklung von Neuropathien während längerfristiger Anwendung.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:
Sehr häufig: ≥ 1/10
Häufig: ≥ 1/100, < 1/10
Gelegentlich: ≥ 1/1 000, < 1/100
Selten: ≥ 1/10 000, < 1/1 000
Sehr selten: < 1/10 000
Nicht bekannt: (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Infektionen und parasitäre Erkrankungen Häufig: Superinfektionen mit Pilzen und Bakterien Selten: Pseudomembranöse Kolitis, die während oder nach der Therapie auftreten kann und sich als schwerer persistierender Durchfall manifestiert. Einzelheiten zur Notfallbehandlung finden Sie in Abschnitt 4.4.
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems Sehr selten: Während der Therapie kann es zu einer Verminderung der Zahl der weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen kommen (Granulozytopenie, Agranulozytose, Panzytopenie und Thrombozytopenie). Siehe Abschnitt 4.4.
Nicht bekannt: Leukopenie, aplastische Anämie
Bei längerfristiger Anwendung ist das Blutbild regelmäßig zu überwachen.
Erkrankungen des Immunsystems Selten: Schwere akute systemische Überempfindlichkeitsreaktionen: Anaphylaxie, bis hin zum anaphylaktischen Schock.
Nicht bekannt: Leichte bis mittelschwere Überempfindlichkeitsreaktionen, z. B. Hautreaktionen (siehe „Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes“ weiter unten), Angioödem.
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Nicht bekannt: Anorexia
Psychiatrische Erkrankungen
Sehr selten: Psychotische Störungen, einschließlich Verwirrtheitszustände, Halluzinationen
Nicht bekannt: Depression
Erkrankungen des Nervensystems Sehr selten: Enzephalopathie, Kopfschmerzen, Fieber, Benommenheit, Schwindel, Störungen von Sicht und Bewegung, Schwindel, Ataxie, Dysarthrie, Krämpfe.
Nicht bekannt: Schläfrigkeit oder Schlaflosigkeit, Myoklonie, Krampfanfälle, periphere Neuropathie, die sich als Missempfindungen, Tinnitus, Hörstörung, Hörverlust (einschließlich eines sensorineuralen Hörverlusts), Schmerzen, pelziges Gefühl und Kribbeln in den Extremitäten manifestiert.
Aseptische Meningitis Wenn Krampfanfälle oder Anzeichen einer peripheren Neuropathie oder Enzephalopathie auftreten, sollte der behandelnde Arzt sofort informiert werden. Siehe Abschnitt 4.4.
Augenerkrankungen
Sehr selten: Sehstörungen, z. B. Doppeltsehen, Kurzsichtigkeit.
Nicht bekannt: Blickkrampf, Optikusneuropathie/Optikusneuritis
Herzerkrankungen
Selten: EKG-Veränderungen wie eine Abflachung der T-Welle.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Nicht bekannt: Erbrechen, Übelkeit, Durchfall, Glossitis und Stomatitis, Aufstoßen mit bitterer Geschmacksempfindung, metallischer Geschmack, Magendrücken, metallischer Geschmack, belegte Zunge.
Dysphagie (verursacht durch zentralnervöse Wirkungen von Metronidazol).
Sehr selten: Pankreatitis
Leber- und Gallenerkrankungen
Sehr selten: Abnorme Werte von Leberenzymen und Bilirubin
Hepatitis, Gelbsucht
Fälle mit schwerer irreversibler Hepatotoxizität/akutem Leberversagen einschließlich Fälle mit
tödlichem Ausgang und einem sehr schnellen Einsetzen nach der Einleitung der systemischen
Anwendung von Metronidazol wurden bei Patienten mit Cockayne-Syndrom beobachtet (siehe
Abschnitt 4.4).
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes Sehr selten: Allergische Hautreaktionen, z. B. Pruritus, Urtikaria Nicht bekannt: Erythema multiforme, toxische epidermale Nekrolyse (TEN), Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP) (siehe Abschnitt 4.4)
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Sehr selten: Arthralgie, Myalgie
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Gelegentlich: Auftreten von dunklem Urin (bedingt durch ein Stoffwechselprodukt des
Metronidazols)
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Nicht bekannt: Reizungen der Venenwand (bis zur Thrombophlebitis) nach intravenöser
Anwendung, Schwächegefühl, Fieber
Kinder und Jugendliche
Häufigkeit, Art und Schwere von Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen sind die gleichen wie bei Erwachsenen.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen Traisengasse 5 1200 WIEN ÖSTERREICH Fax: + 43 (0) 50 555 36207 Website: http://www.basg.gv.at anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Symptome
Als Zeichen und Symptome können die in Abschnitt 4.8 beschriebenen Nebenwirkungen auftreten.
Behandlung Eine spezifische Behandlung massiver Überdosierungen oder ein spezifisches Gegenmittel sind nicht bekannt. Falls nötig, kann Metronidazol durch Hämodialyse wirksam eliminiert werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
| Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Antibiotika – Imidazol-Derivate ATC-Code: | J01XD01 |
Wirkmechanismus
Metronidazol selbst ist unwirksam. Es ist eine stabile Verbindung, die fähig ist, in Mikroorganismen einzudringen. Unter anaeroben Bedingungen werden Nitrosoradikale, die auf die DNA wirken, aus Metronidazol durch die mikrobielle Pyruvat-Ferredoxin-Oxidoreduktase gebildet, wobei eine Oxidation von Ferredoxin und Flavodoxin stattfindet. Nitrosoradikale bilden Addukte mit Basenpaaren der DNA, was zu einem Bruch der DNA-Kette und nachfolgend zum Zelltod führt.
PK/PD-Beziehung
Die Wirksamkeit von Metronidazol hängt hauptsächlich vom Quotienten aus der maximalen
Serumkonzentration (Cmax) und der minimalen Hemmkonzentration (MHK) ab, die für den
betreffenden Mikroorganismus relevant ist.
Mechanismus der Resistenzentwicklung
Der Mechanismus der Resistenzbildung gegen Metronidazol ist bisher nur teilweise bekannt.
Bei H. pylori wird eine Resistenz gegen Metronidazol durch Mutationen eines Gens verursacht, das die NADPH-Nitroreduktase kodiert. Diese Mutationen führen zu einem Austausch von Aminosäuren, wodurch das Enzym inaktiviert wird. Damit findet der Schritt der Aktivierung von Metronidazol zum aktiven Nitrosoradikal nicht statt.
Stämme von Bacteroides, die resistent gegen Metronidazol sind, besitzen Nitroimidazol-Reduktasen-kodierende Gene, die Nitroimidazole zu Aminoimidazolen umwandeln. Daher wird die Bildung der antibakteriell wirksamen Nitrosogruppe gehemmt.
Es besteht eine vollständige Kreuzresistenz zwischen Metronidazol und den anderen
Nitroimidazolderivaten (Tinidazol, Ornidazol, Nimorazol).
Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann je nach Region und Zeit variieren. Daher sollten vor allem für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen spezifische lokale Informationen über die Resistenz vorhanden sein. Besteht Zweifel an der Wirksamkeit von Metronidazol aufgrund der lokalen Resistenzsituation, sollte Expertenrat eingeholt werden.
Insbesondere bei schweren Infektionen oder dem Versagen der Behandlung ist eine mikrobiologische Diagnostik einschließlich der Bestimmung der Arten der Mikroorganismen und ihrer Anfälligkeit gegenüber Metronidazol erforderlich.
Grenzwerte der Empfindlichkeitstestung Die Interpretationskriterien für die Empfindlichkeitstestung anhand der Bestimmung der MHK (minimalen Hemmkonzentration) wurden vom European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing (EUCAST) für Metronidazol festgelegt und sind hier aufgeführt:
https://www.ema.europa.eu/documents/other/minimum-inhibitory-concentration-mic-breakpoints_en.xlsx
Liste der empfindlichen und resistenten Mikroorganismen Quelle: Zentralstelle für die Auswertung von Resistenzdaten (Z.A.R.S.) bei systemisch wirkenden Antibiotika, Deutschland, Mai 2024:
Üblicherweise empfindliche Spezies Anaerobe Mikroorganismen
Bacteroides fragilis
Clostridioides difficile
Clostridium perfringens°Δ
Gardnerella vaginalis°
Fusobacterium spp.°
Peptoniphilus spp.°
Peptostreptococcus spp.°
Porphyromonas spp.°
Prevotella spp.°
Veillonella spp.°
Andere Microorganismen
Entamoeba histolytica°
Giardia lamblia°
Trichomonas vaginalis°
Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen können Aerobe Gram-negative Mikroorganismen
Helicobacter pylori1
Von Natur aus resistente Spezies
Alle obligat aeroben Bakterien
Gram-positive Mikroorganismen
Enterococcus spp.
Staphylococcus spp.
Streptococcus spp.
Gram-negative Mikroorganismen
Enterobacterales
Haemophilus spp.
° Bei Veröffentlichung der Tabellen lagen keine aktuellen Daten vor. In der Primärliteratur, Standardwerken und Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit der jeweiligen Stämme ausgegangen.
1 Die Resistenzrate bei Patienten, die zuvor nur einmal behandelt wurden, liegt bei ≥ 50 %. Δ Nur bei Penicillin-Allergie
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Resorption
Da Metronidazol B. Braun 5 mg/ml intravenös infundiert wird, beträgt die Bioverfügbarkeit 100 %.
Verteilung
Metronidazol verteilt sich nach Injektion umfassend in den Körpergeweben. Metronidazol erscheint in den meisten Geweben und Körperflüssigkeiten wie Galle, Knochen, Hirnabszessen, Liquor, Leber, Speichel, Sperma und Scheidensekret und erreicht dabei ähnliche Konzentrationen wie im Blutplasma. Es passiert auch die Plazentaschranke und erscheint in der Muttermilch in gleicher Konzentration wie im Serum. Die Eiweißbindung liegt unter 20 %, das scheinbare Verteilungsvolumen bei 36 Liter.
Biotransformation
Metronidazol wird in der Leber durch Seitenkettenoxidation und Glucuronidierung verstoffwechselt. Die Metaboliten umfassen ein saures Oxidationsprodukt, ein Hydroxy-Derivat und ein Glucuronid. Der Hauptmetabolit im Serum ist der Hydroxymetabolit, der Hauptmetabolit im Urin ist der saure Metabolit.
Elimination
Ca. 80 % der Substanz werden über die Niere ausgeschieden, wobei der nicht metabolisierte Anteil weniger als 10 % ausmacht. Geringe Mengen werden auch über die Leber ausgeschieden. Die Eliminations-Halbwertzeit beträgt 8 (6 – 10) Stunden.
Kinder und Jugendliche
Siehe Abschnitt 4.2.
Pharmakokinetik bei bestimmten Patientengruppen Niereninsuffizienz verlängert die Ausscheidung nur unwesentlich. Bei schwerer Leberinsuffizienz ist mit verzögerter Plasmaclearance und einer verlängerten Serum-Halbwertzeit (bis zu 30 Std.) zu rechnen.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Toxizität bei einmaliger Verabreichung
Die niedrigste veröffentlichte toxische Dosis für intravenös verabreichtes Metronidazol wurde als
30 mg/kg KG angegeben.
Toxizität bei wiederholter Verabreichung Bei Hunden äußerten sich toxische Effekte nach wiederholter Verabreichung in Form von Ataxie und Tremor. In Untersuchungen an Affen wurde nach Verabreichung über ein Jahr eine dosisabhängige Zunahme von hepatozellulärer Degeneration nachgewiesen.
Mutagenes und tumorigenes Potential Metronidazol hat nach Nitroreduktion eine mutagene Wirkung auf Bakterien. Methodisch valide Untersuchungen ergaben jedoch keine Hinweise auf eine mutagene Wirkung an Säugetierzellen in vitro und in vivo. Untersuchungen an Lymphozyten von Patienten, die mit Metronidazol behandelt wurden, ergaben keinen relevanten Hinweis auf DNA-schädigende Wirkungen.
Es gibt Hinweise auf tumorerzeugende Wirkungen bei Ratten und Mäusen. Insbesondere wurde bei Mäusen eine erhöhte Inzidenz von Lungentumoren nach oraler Verabreichung gesehen. Dies scheint jedoch nicht auf einer genotoxischen Wirkung zu beruhen, da bei transgenen Mäusen nach hohen Metronidazoldosen keine erhöhten Mutationsraten in verschiedenen Organen einschließlich der Lunge gefunden wurden.
Reproduktionstoxizität
In Untersuchungen mit Ratten und Kaninchen wurden keine teratogenen oder anderen
embryotoxischen Effekte beobachtet.
Nach wiederholter Verabreichung von Metronidazol an Ratten über 26-80 Wochen wurden Hoden- und Prostatadystrophien beobachtet, jedoch nur nach hohen Dosen.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
| Natriumchlorid, Natriummonohydrogenphosphat-Dodecahydrat (Ph.Eur.), Citronensäure-Monohydrat, Wasser für Injektionszwecke | |
| 6.2 | Inkompatibilitäten |
|---|---|
| Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt Arzneimitteln gemischt werden | 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen. |
| 6.3 | Dauer der Haltbarkeit |
| ● | im ungeöffneten Originalbehältnis 3 Jahre |
| ● | nach Anbruch des Behältnisses Unverbrauchte Reste sind zu verwerfen und nicht für spätere Verwendung aufzubewahren. |
| ● | nach vorschriftsmäßiger Verdünnung Aus mikrobiologischer Sicht sollten Verdünnungen sofort verwendet werden. Falls sie nicht sofort verwendet werden, liegen Lagerungszeiten und -bedingungen in der Verantwortung des Anwenders. Normalerweise sollten Mischungen mit anderen Komponenten nicht länger als 24 Stunden bei 2 °C – 8 °C gelagert werden, falls sie nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen hergestellt wurden. |
| 6.4 | Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung |
| Das Behältnis im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Lagerungsbedingungen des verdünnten Arzneimittels siehe Abschnitt 6.3. 6.5 | Art und Inhalt des Behältnisses |
| Das Arzneimittel ist erhältlich in: ● | Flaschen aus Polyethylen niedriger Dichte, Inhalt 100 ml, verfügbar in Packungen zu 10 × 100 ml und 20 × 100 ml |
| Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht. | |
| 6.6 | Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung |
Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.
Sonstige Hinweise zur Handhabung
Nur zur einmaligen Anwendung. Das Behältnis und etwaige Restmengen müssen nach Gebrauch
verworfen werden.
Das Arzneimittel kann in isotoner Kochsalzlösung oder 5%iger Glucoselösung verdünnt werden.
Dabei sind aseptische Bedingungen einzuhalten.
Nur zu verwenden, wenn die Lösung klar und farblos oder leicht gelblich ist und das Behältnis und der Verschluss unversehrt sind.
7. INHABER DER ZULASSUNG
B. Braun Melsungen AG
Carl-Braun-Straße 1
34212 Melsungen
Deutschland
Postanschrift
B. Braun Melsungen AG
34209 Melsungen
Deutschland
Telefon: +49-5661-71-0
Fax: +49-5661-71-4567
8. ZULASSUNGSNUMMER
Z.Nr.: 1-28140
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 02. April 2009
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 26. August 2013
10. STAND DER INFORMATION
März 2025
REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT
Rezept- und apothekenpflichtig.
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