Gebrauchsinformation

PACKUNGSBEILAGE Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Metronidazol BRADEX 5 mg/ml Infusionslösung

Metronidazol

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie dieses Arzneimittel erhalten, denn sie enthält wichtige Informationen.

  • Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
  • Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.
  • Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.
  • Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Ihren Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Metronidazole BRADEX und wofür wird es angewendet?
2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Metronidazole BRADEX beachten?
3. Wie ist Metronidazole BRADEX anzuwenden?
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
5. Wie ist Metronidazole BRADEX aufzubewahren?
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Metronidazole BRADEX und wofür wird es angewendet?

Metronidazole BRADEX gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die als Antibiotika bezeichnet und zur Behandlung schwerer Infektionen mit Bakterien eingesetzt werden, die durch den Wirkstoff Metronidazol abgetötet werden können.

Sie können Metronidazole BRADEX zur Behandlung der folgenden Krankheiten erhalten:

  • Blutvergiftung, Hirnhautentzündung, Infektionen der Lunge, an Knochen, der Geschlechtsorgane, des Beckenbereichs, der Leber, Infektionen des Magen- und Darmtrakts Gegebenenfalls kann Ihre Behandlung durch andere Antibiotika ergänzt werden. Vorbeugend kann Metronidazole BRADEX bei Operationen angewendet werden, die mit einem höheren Risiko einer Infektion mit sog. anaeroben Bakterien verbunden sind, vor allem in der Frauenheilkunde oder bei Operationen im Bereich des Magen-Darm-Traktes.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Metronidazole BRADEX beachten ?

Metronidazole BRADEX darf nicht angewendet werden

  • wenn Sie allergisch gegen Metronidazol, andere ähnliche Substanzen oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal vor der
Verabreichung von Metronidazole BRADEX, falls Sie unter folgenden Erkrankungen leiden:

  • schweren Leberschäden
  • Störungen der Blutbildung oder
  • Erkrankungen von Gehirn, Rückenmark und Nerven

Dann wird Ihr Arzt sehr sorgfältig abwägen, ob Sie mit Metronidazole BRADEX behandelt werden sollen.

Falls es während der Behandlung zu Krampfanfällen oder anderen Beeinträchtigungen der
Nervenfunktionen kommt (z.B. Taubheitsgefühl in den Gliedmaßen), wird Ihre Behandlung
unverzüglich überprüft.

Die Behandlung muss sofort abgebrochen oder angepasst werden, wenn Sie schweren Durchfall bekommen, der durch eine schwere Dickdarmkrankheit namens „pseudomembranöse Kolitis“ verursacht sein kann (siehe auch Abschnitt 4). Da Metronidazol bei länger dauernder Anwendung Ihre Blutbildung beeinträchtigen kann (sieh Abschnitt „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“), wird Ihr Blutbild während der Behandlung überwacht.

Wenn Sie dieses Arzneimittel erhalten, kann Ihr Urin eine dunkle Färbung aufweisen.

Fälle mit schwerer Hepatotoxizität / akutem Leberversagen, einschließlich Fälle mit tödlichem
Ausgang wurden bei Patienten mit Cockayne-Syndrom bei Arzneimitteln beobachtet, die
Metronidazol enthalten.

Falls Sie am Cockayne-Syndrom leiden, soll Ihr Arzt während der Behandlung mit Metronidazol und im Anschluss an die Behandlung Ihre Leberfunktion häufig überwachen.

Informieren Sie Ihren Arzt unverzüglich und setzen Sie die Einnahme von Metronidazol ab, falls Sie folgende Symptome entwickeln:

  • Bauchschmerzen, Anorexie, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Unwohlsein, Ermüdung, Gelbsucht, dunklen Urin, hellgrauen oder weißen Stuhl oder Juckreiz.

Die Behandlung mit Metronidazole BRADEX wird in der Regel nicht länger als 10 Tage dauern, nur ausnahmsweise länger, falls dies zwingend erforderlich ist. Eine Behandlung mit Metronidazol wird auch nur dann wiederholt, wenn dies zwingend erforderlich ist. Sie werden in solchen Fällen besonders sorgfältig überwacht.

Anwendung von Metronidazole BRADEX zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen oder anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen oder angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen oder anzuwenden.

Amiodaron (zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen) Wenn Sie dieses Arzneimittel erhalten, soll Ihre Herzfunktion überwacht werden. Sie sollen Ihren Arzt aufsuchen, wenn Sie Herzfunktionsanomalien, Schwindel oder Ohnmacht bemerken.

Barbiturate (Wirkstoff in Schlafmitteln)
Die Wirkdauer von Metronidazol wird durch Phenobarbital verkürzt; daher muss ggf. Ihre
Metronidazoldosis erhöht werden.

Arzneimittel zur Empfängnisverhütung
Es könnte sein, dass Ihre Empfängnisverhütung weniger sicher wird, während Sie Metronidazol
erhalten.

Busulfan
Metronidazol soll nicht bei Patienten angewendet werden, die mit Busulfan behandelt werden, da
sonst mit höherer Wahrscheinlichkeit toxische (schädliche) Wirkungen auftreten können.

Carbamazepin (ein Mittel zur Behandlung der Epilepsie) Hier ist ebenfalls Vorsicht geboten, weil Metronidazol die Wirkdauer von Carbamazepin verlängern kann.

Cimetidin (ein Mittel zur Behandlung von Magenerkrankungen) Cimetidin kann in Einzelfällen die Ausscheidung von Metronidazol beeinträchtigen und dadurch zu erhöhten Metronidazol-Serumkonzentrationen führen.

Cumarinderivate (Mittel zur Hemmung der Blutgerinnung) Metronidazol kann die hemmende Wirkung der Cumarine auf die Blutgerinnung steigern. Wenn Sie also ein Arzneimittel einnehmen, das die Blutgerinnung hemmt (z. B. Warfarin), könnten Sie während der Behandlung mit Metronidazol eventuell weniger davon benötigen.

Ciclosporin (ein Mittel zur Unterdrückung unerwünschter Immunreaktionen) Bei gleichzeitiger Gabe von Ciclosporin und Metronidazol kann es zu einem erhöhten Blutspiegel von Ciclosporin kommen; daher wird Ihr Arzt Ihre Ciclosporindosis ggf. entsprechend anpassen müssen.

Disulfiram (wird in der Alkohol-Entzugstherapie angewendet) Falls Sie unter einer Behandlung mit Disulfiram stehen, dürfen Sie kein Metronidazol erhalten oder Disulfiram muss abgesetzt werden. Eine Kombination beider Arzneimittel kann zu Verwirrtheitszuständen bis hin zu ernsthaften geistig-seelischen Erkrankungen (Psychosen) führen.

Alkoholhaltige Arzneimittel
Siehe Abschnitt „Anwendung von Metronidazole BRADEX zusammen mit Nahrungsmitteln,
Getränken und Alkohol“.

Fluorouracil (ein Anti-Krebsmittel) Die Tagesdosis Fluorouracil muss unter Umständen reduziert werden, wenn es zusammen mit Metronidazol verabreicht wird, da Metronidazol zu einer Erhöhung der Blutspiegel von Fluorouracil führen kann.

Lithium (wird zur Behandlung seelischer Erkrankungen angewendet) Eine Therapie mit Lithiumpräparaten muss während einer Behandlung mit Metronidazol besonders sorgfältig überwacht werden und gegebenenfalls die Dosis des Lithiumpräparats neu angepasst werden. Vor der Verabreichung von Metronidazol soll die Lithiumbehandlung ausgeschlichen oder abgesetzt werden.

Mycophenolat-Mofetil (wird zur Verhinderung der Abstoßung transplantierter Organe angewendet) Seine Wirkung kann durch Metronidazol abgeschwächt werden. Daher wird eine sorgfältige Überwachung der Wirkung des Arzneimittels empfohlen.

Phenytoin (ein Mittel zur Behandlung der Epilepsie)
Während einer Therapie mit Phenytoin wird Ihr Arzt Sie nur mit Vorsicht mit Metronidazol
behandeln, da einerseits Metronidazol die Wirkdauer von Phenytoin verlängern, andererseits
Phenytoin die Wirkung von Metronidazol abschwächen kann.

Tacrolimus (wird zur Unterdrückung unerwünschter Immunreaktionen angewendet) Ihr Tacrolimus-Blutspiegel und die Nierenfunktion müssen zu Beginn und am Ende einer Behandlung mit Metronidazol kontrolliert werden.

Anwendung von Metronidazole BRADEX zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und

Alkohol

Alkohol
Sie dürfen während einer Behandlung mit Metronidazol bzw. in den darauffolgenden 48 Stunden
keine alkoholischen Getränke oder Alkohol enthaltende Arzneimittel zu sich nehmen, da dies zu
Unverträglichkeitsreaktionen wie Schwindel und Erbrechen führen kann.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Fruchtbarkeit Tierstudien zeigen nur einen möglichen negativen Einfluss von Metronidazol auf die männlichen Geschlechtsorgane, wenn hohe Dosen verabreicht wurden, die weit über der maximal empfohlenen Dosis für den Menschen liegen.

Empfängnisverhütung bei Männern und Frauen Wenn Sie eine Antibabypille einnehmen, lesen Sie den Abschnitt „Anwendung von Metronidazole BRADEX mit anderen Arzneimitteln“.

Schwangerschaft

Wenn Sie schwanger sind, wird Sie Ihr Arzt nur dann mit Metronidazol behandeln, wenn er dies für absolut notwendig hält.

Stillzeit

Unterbrechen Sie während einer Behandlung mit Metronidazol und noch 2 – 3 Tage danach das
Stillen, da Metronidazol in die Muttermilch übergeht.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Es kann sein, dass Sie sich bei der Behandlung mit Metronidazole BRADEX schläfrig, schwindlig, verwirrt fühlen, Dinge sehen oder hören, die es in Wirklichkeit nicht gibt (Halluzinationen) oder Anfälle (Krampfanfälle) oder vorübergehende Sehprobleme (wie verschwommenes oder Doppeltsehen) haben. In einem solchen Fall dürfen Sie nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen.

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen.

Metronidazole BRADEX enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält 310.58 mg Natrium (Hauptbestandteil von Koch- oder Tafelsalz) pro 100 ml. Dies entspricht 15.5% der für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.

3. Wie ist Metronidazole BRADEX anzuwenden?

Dosierung

Die Dosierung richtet sich nach Art und Schwere Ihrer Erkrankung, Ihrem Alter und Ihrem
Körpergewicht und auch nach dem individuellen Ansprechen auf die Behandlung.

Folgende Dosierungen werden in der Regel empfohlen:

Erwachsene und Jugendliche

Behandlung von Amöbiasis

1,50 g pro Tag (500 mg drei Mal täglich in intravenöser Infusion).

Behandlung von Infektionen
Erwachsene

Sie erhalten 100 ml des Arzneimittels (500 mg Metronidazol) alle 8 Stunden.

In den meisten Fällen dauert eine Behandlung 7 Tage. Nur in Ausnahmefällen kann die Behandlung über diesen Zeitraum hinaus fortgesetzt werden, wobei jedoch eine Dauer von 10 Tagen in der Regel nicht überschritten werden sollte.

Die gleiche Dosis wird auch bei Patienten mit Nierenerkrankungen angewendet.

Bei Patienten mit Lebererkrankungen werden unter Umständen niedrigere Dosen benötigt.

Wenn Sie mit einer künstlichen Niere behandelt wurden, setzt Ihr Arzt Ihre Infusion nach Abschluss der Dialyse an. In einem solchen Fall ist keine routinemäßige Dosisanpassung erforderlich.

Vorbeugung von Infektionen, die nach Operationen auftreten können Wenn das Arzneimittel zur Vorbeugung von Infektionen bei Operationen angewendet wird, können Sie 500 mg davon vor der Operation erhalten. Die Dosis wird 8 und 16 Stunden nach der Operation wiederholt.

Anwendung bei älteren Menschen

Ihr Arzt wird Ihnen das Arzneimittel mit besonderer Vorsicht verabreichen.

Anwendung bei Kindern

Bei Kindern wird bezogen auf das Körpergewicht dosiert.

Behandlung von Amöbiasis 35 bis 50 mg/kg/Tag intravenös, aufgeteilt in 3 Dosen während einer Dauer von 5 bis 10 Tagen. Dabei darf eine Höchstdosis von 2400 mg/Tag nicht überschritten werden.

Behandlung von Infektionen

AlterDosierung
8 Wochen bis 12 Jahre20 – 30 mg Metronidazol pro kg Körpergewicht und Tag als Einzeldosis oder aufgeteilt in 7,5 mg Metronidazol pro kg Körpergewicht alle 8 Stunden.
Die Tagesdosis kann bei schweren Infektionen auf 40 mg Metronidazol pro kg Körpergewicht erhöht werden.
Unter 8 Wochen15 mg Metronidazol pro kg Körpergewicht als Einzeldosis täglich oder aufgeteilt in 7,5 mg pro kg Körpergewicht alle 12 Stunden.
Bei Neugeborenen mit einem Gestationsalter (Schwangerschaftsdauer) unter 40 WochenEine Anreicherung von Metronidazol kann während der ersten Lebenswoche auftreten, deshalb wird die Konzentration von Metronidazol im Serum nach ein paar Tagen Therapie überprüft werden.

Die Dauer der Behandlung beträgt in der Regel 7 Tage.

Vorbeugung vor Infektionen, die nach Operationen auftreten können:

AlterDosierung
Unter 12 Jahre20 – 30 mg Metronidazol/kg Körpergewicht als Einzeldosis 1 – 2 Stunden vor der Operation
Neugeborene mit einem Gestationsalter (Schwangerschaftsdauer) unter 40 Wochen10 mg Metronidazol/kg Körpergewicht als Einzeldosis vor der Operation

Art und Dauer der Anwendung

Metronidazol BRADEX wird über einen Tropf direkt in eine Vene verabreicht (intravenöse Infusion). Normalerweise dauert die Infusion aus einer Flasche 60 Minuten, mindestens jedoch 20 Minuten.

Die gesamte Behandlung mit Metronidazol dauert im Allgemeinen 7 Tage und darf 10 Tage nicht überschreiten, außer dies ist zwingend erforderlich (siehe auch Abschnitt „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“). Wenn Sie gleichzeitig andere Antibiotika erhalten, wird Ihr Arzt Ihnen diese Arzneimittel getrennt verabreichen.

Wenn Sie eine größere Menge von Metronidazole BRADEX erhalten haben, als Sie sollten:

Als Anzeichen oder Symptome einer Überdosierung können unerwünschte Nebenwirkungen wie im folgenden Abschnitt beschrieben, auftreten.

Im Zusammenhang mit Selbstmordversuchen und versehentlichen Überdosierungen wurden orale
Einzeldosen von bis zu 12 g beobachtet.

Die dabei beobachteten Symptome waren auf Erbrechen, Koordinationsstörungen und leichte
Verwirrung beschränkt.

Ein direkt wirkendes Gegenmittel oder eine spezielle Behandlung massiver Überdosierungen sind nicht bekannt, jedoch kann Metronidazol durch eine Blutwäsche (Dialyse) aus dem Körper entfernt werden.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Nebenwirkungen treten in den meisten Fällen bei hohen Dosierungen und längerer Anwendung auf.

Verständigen Sie sofort einen Arzt, wenn Sie eine der folgenden Nebenwirkungen beobachten:

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

  • Schwere anhaltende Durchfälle (möglicherweise ein Symptom einer schweren Darminfektion namens pseudomembranöse Kolitis, siehe Abschnitt „Notfallbehandlung der pseudomembranösen Enterokolitis“)
  • Schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen bis zum allergischen Schock

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):

  • Die Anzahl der weißen Blutkörperchen und Blutplättchen kann sich während der Behandlung verringern (Granulozytopenie, Agranulozytose, Panzytopenie, Thrombozytopenie)
  • Hepatitis (Leberentzündung), Gelbsucht, Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Störungen des Gehirns, mangelnde Koordination
  • Nicht durch Bakterien verursachte Hirnhautentzündung (aseptische Meningitis)
  • Schwerer entzündlicher Ausschlag auf Schleimhäuten und Haut mit Fieber, Rötung und Blasenbildung, der in extrem seltenen Fällen bis zu einer weitreichenden Hautablösung (Stevens-Johnson Syndrom) reichen kann

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

  • Leichte bis mäßige Überempfindlichkeitsreaktionen, Schwellungen von Gesicht, Mund, Rachen und/oder Zunge (Angioödem)
  • Blickkrampf, Schädigung oder Entzündung der Nerven Ihrer Augen
  • Reduzierte Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukopenie), schwere Blutarmut (aplastische Anämie)
  • Krampfanfälle, Nervenstörungen wie Taubheitsgefühl, Schmerzen, pelziges Gefühl oder Kribbeln an Armen oder Beinen
  • Toxische epidermale Nekrolyse Akutes Leberversagen bei Patienten mit Cockayne-Syndrom (siehe Abschnitt 2 „ Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“)

Andere Nebenwirkungen umfassen

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

  • Infektionen mit Hefen (z.B. im Genitalbereich)

Gelegentlich (kann bis zu1 von 100 Behandelten betreffen):

  • Dunkler Urin (aufgrund eines Stoffwechselprodukts von Metronidazol)

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

  • Veränderungen des EKG

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):

  • Psychotische Störungen, einschließlich Verwirrtheitszustände, Halluzinationen
  • Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit, Fieber, Seh- und Bewegungsstörungen, Benommenheit, Sprachstörungen, Krämpfe
  • Sehstörungen, z.B. Sehen von Doppelbildern, Kurzsichtigkeit
  • Leberfunktionsstörungen (z.B. erhöhter Serumspiegel von bestimmten Enzymen und Bilirubin) • Allergische Hautreaktionen wie Juckreiz, Nesselsucht
  • Gelenk- und Muskelschmerzen

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

  • Krankheitsgefühl, Übelkeit, Durchfall, Entzündungen von Zunge oder Mund, Aufstoßen und bitterer Geschmack, metallischer Geschmack, Druck auf dem Magen, pelzige Zunge
  • Schwierigkeiten beim Schlucken
  • Anorexie
  • Traurige (depressive) Stimmung
  • Schläfrigkeit oder Schlaflosigkeit, Muskelzuckungen
  • Rötung und Juckreiz der Haut (Erythema multiforme)
  • Venenwandreizung (bis zu entzündeten Venen und Thrombose) nach intravenöser Gabe, Schwächezustand, Fieber

Notfallbehandlung der pseudomembranösen Enterokolitis.

Beim Auftreten schwerer anhaltender Durchfälle muss sofort der Arzt informiert werden, da sie durch eine pseudomembranöse Kolitis verursacht sein können, eine schwerwiegende Erkrankung, die sofort behandelt werden muss. Ihr Arzt wird dann Metronidazol absetzen und die erforderliche Behandlung durchführen.

Wenn eine beliebige Nebenwirkung ein schwerwiegendes Ausmaß annimmt oder wenn Sie nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführte Nebenwirkungen bemerken, verständigen Sie bitte Ihren Arzt.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Metronidazol BRADEX aufzubewahren?

  • Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.
  • Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Behältnis und dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.
  • Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Dieses Arzneimittel soll nach der ersten Öffnung sofort verwendet werden. Nur zur einmaligen
Anwendung.

Dieses Arzneimittel nicht verwenden, wenn das Behältnis beschädigt oder die Lösung nicht klar ist.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Metronidazol BRADEX enthält

  • Der Wirkstoff ist Metronidazol. Jede Flasche Infusionslösung enthält 500 mg Metronidazol.

1 ml Infusionslösung enthält 5 mg Metronidazol.

  • Die sonstigen Bestandteile sind: Natriummonohydrogenphosphat-Dodecahydrat, Citronensäure-Monohydrat, Natriumchlorid und Wasser für Injektionszwecke.

Wie Metronidazol BRADEX aussieht und Inhalt der Packung

Dieses Arzneimittel ist eine klare, fast farblose bis schwach gelbliche Lösung für Injektionszwecke in einer nach der Blow-Fill-Seal-Technologie abgefüllten 100 ml Polypropylenflasche, die mit geformter Plastikkappe mit einer Gummidichtung und einem Zugring oder mit einer Plastikkappe mit Twin-Ports versiegelt ist.

Metronidazol BRADEX ist in Packungen mit 10, 20 oder 24 Flaschen erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer:

BRADEX S.A.

27 Asklipiou,
145 68 Kryoneri
Griechenland
T: +30 2106221801, +30 2106220323,
F: +30 2106221802

Hersteller:

DEMO S.A. PHARMACEUTICAL INDUSTRY,
21st km National Road Athens-Lamia,
14568 Krioneri, Attiki, Griechenland,

T: +30 210 8161802,F: +30 2108161587.
Z.Nr.: 138762
Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) und im Vereinigten Königreich (Nordirland) unter folgenden Bezeichnungen zugelassen: Niederlande:Metronidazol Noridem 5 mg/ml, oplossing voor infusie
Frankreich: Belgien:METRONIDAZOLE NORIDEM 500 mg/100 ml, solution pour perfusion Metronidazole Noridem 500 mg/100 ml, oplossing voor infusie Metronidazole Noridem 500 mg/100 ml, solution pour perfusion Metronidazole Noridem 500 mg/100 ml, Infusionslösung
Luxemburg:METRONIDAZOLE NORIDEM 500 mg/100 ml, solution pour perfusion
Vereinigtes Königreich (Nordirland): Österreich: Slowenien:Metronidazole 500 mg/100 mL Solution for infusion Metronidazol BRADEX 5 mg/ml Infusionslösung Metronidazol Noridem Enterprises 5 mg/ml raztopina za infundiranje
Kroatien: Slowakei: Tschechische Republik: Ungarn:Metronidazol Noridem 5 mg/ml otopina za infuziju Metronidazole Noridem 5 mg/ml infúzny roztok Metronidazole Noridem Metronidazol Noridem 5 mg / ml oldatos infúzió

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im 11/2023.

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Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Dosierung wird an das individuelle Körpergewicht und Alter des Patienten, sein Ansprechen auf die Behandlung und die Art und Schwere der Erkrankung angepasst.

Dabei sollten die nachstehenden Dosierungsrichtlinien eingehalten werden:

Jugendliche und Erwachsene:

Amöbiasis

1,50 g pro Tag (500 mg drei Mal täglich per intravenöser Infusion).

Bei hepatischer Amöbiasis im Abszess-Stadium muss der Abszess während der Metronidazol-Behandlung entfernt werden. Behandlungsdauer 5-10 Tage

Behandlung anaeorober Infektionen

500 mg (100 ml) alle 8 Stunden. Alternativ können 1000 mg – 1500 mg täglich in einer Einzeldosis verabreicht werden.

Die Behandlungsdauer ist von der Wirkung der Behandlung abhängig. In den meisten Fällen ist eine 7tägige Behandlung ausreichend. Falls klinisch indiziert kann die Behandlung darüber hinaus fortgesetzt werden, sie sollte in der Regel jedoch nicht mehr als 10 Tage andauern.

Prophylaxe postoperativer Infektionen durch anaerobe Bakterien

500 mg bei einer abgeschlossenen Verabreichung ca. eine Stunde vor der Operation. Nach 8 bis 16 Stunden wird die gleiche Dosis neuerlich verabreicht.

Ältere Menschen:

Bei älteren Menschen wird insbesondere im Hinblick auf höhere Dosierungen zur Vorsicht geraten, wenn auch nur wenige Informationen zu notwendigen Dosisanpassungen vorliegen.

Kinder

Amöbiasis

35 bis 50 mg/kg/Tag intravenös, aufgeteilt in 3 Verabreichungen während einer Dauer von 5 bis 10 Tagen. Die Höchstdosis von 2400mg/Tag darf nicht überschritten werden.

Bei hepatischer Amöbiasis im Abszess-Stadium muss der Abszess während der
Metronidazolbehandlung entfernt werden.

Behandlung anaerober Infektionen

Kinder mit einem Alter über 8 Wochen bis 12 Jahren:

Die gewöhnliche Tagesdosis liegt bei 20 – 30 mg pro kg Körpergewicht pro Tag in einer Einzeldosis oder aufgeteilt in 7,5 mg pro kg Körpergewicht alle 8 Stunden. Die tägliche Dosis kann je nach Schwere der Infektion auf 40 mg pro kg Körpergewicht angehoben werden.

Neugeborene und Säuglinge mit einem Alter unter 8 Wochen:

15 mg pro kg Körpergewicht in einer Einzeldosis oder aufgeteilt in 7,5 mg pro kg Körpergewicht alle 12 Stunden.

Bei Neugeborenen mit einem Gestationsalter unter 40 Wochen kann eine Akkumulation von Metronidazol während der ersten Lebenswoche auftreten; aus diesem Grunde soll der Serumspiegel von Metronidazol nach einigen Behandlungstagen überprüft werden.

Die Behandlungsdauer liegt in der Regel bei 7 Tagen.

Prophylaxe postoperativer Infektionen durch anaerobe Bakterien:

Kinder im Alter unter 12 Jahren:

20 – 30 mg/kg Körpergewicht in einer Einzeldosis 1 – 2 Stunden vor der Operation
Neugeborene mit einem Gestationsalter unter 40 Wochen:

10 mg/kg Körpergewicht in einer Einzeldosis vor der Operation

Patienten mit Niereninsuffizienz

Für diese Patientenpopulation liegen nur wenige Informationen vor. Die zur Verfügung stehenden Daten weisen jedoch nicht auf die Notwendigkeit einer Dosisreduzierung hin.

Bei Hämodialysepatienten soll die übliche Metronidazoldosis an Dialysetagen nach der Hämodialyse verabreicht werden, um das Ausscheiden von Metronidazol während des Verfahrens auszugleichen. Bei niereninsuffizienten Patienten mit intermittierender Peritonealdialyse (IPD) oder kontinuierlicher ambulanter Peritonealdialyse (CAPD) ist keine routinemäßige Dosisanpassung erforderlich.

Patienten mit Leberinsuffizienz

Da die Serumhalbwertszeit und die Plasmaclearance bei schwerer Leberinsuffizienz verlängert sind, erfordern Patienten mit schweren Lebererkrankungen geringere Dosierungen.

Bei Patienten mit hepatischer Enzephalopathie soll die tägliche Dosis auf ein Drittel reduziert und kann einmal täglich verabreicht werden.

Art der Verabreichung

Intravenöse Anwendung.

Der Inhalt der Flasche soll langsam intravenös verabreicht werden, d.h. höchstens 100 ml über
mindestens 20 Minuten, in der Regel jedoch über eine Stunde.

Gleichzeitig verordnete Arzneimittel müssen getrennt verabreicht werden.

Fachinformation

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Metronidazol BRADEX 5 mg/ml Infusionslösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

100 ml Infusionslösung enthalten 500 mg Metronidazol.

Jeder ml Infusionslösung enthält 5 mg Metronidazol.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Dieses Arzneimittel enthält 13,51 mmol (oder 310,58 mg) Natrium pro 100 ml.

Jeder ml Infusionslösung enthält 0,14 mmol (3,11 mg) Natrium.

Dies ist bei Patienten mit kontrollierter Natriumdiät zu berücksichtigen.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Infusionslösung
Klare, frei von sichtbaren Partikeln, farblose bis schwach gelbliche wässrige Lösung

pH: 4,5 – 6,0
Osmolalität: 270 – 310 mOsmol/Kg

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Metronidazol BRADEX 5 mg/l Infusionslösung ist bei Erwachsenen und Kindern zur Prophylaxe und Behandlung von Infektionen indiziert, bei denen empfindliche anaerobe Mikroorganismen festgestellt wurden oder vermutet werden (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).

  • Die Prophylaxe von postoperativen Infektionen, bei denen anaerobe Bakterien als ursächliche Pathogene (gynäkologische und intraabdominale Operationen) zu erwarten sind
  • Die Behandlung von Peritonitis, Hirnabszess, nekrotisierender Pneumonie, Osteomyelitis, puerperaler Sepsis, Beckenabszess und postoperativen Wundinfektionen, aus denen pathogene Anaerobier isoliert wurden.

Behandlung von Patienten mit Bakteriämie, die in Verbindung mit einer der oben
genannten Infektionen auftritt.

Bei einer gemischten aeroben und anaeroben Infektion sind zusätzlich zu Metronidazol BRADEX Antibiotika anzuwenden, die für die Behandlung der aeroben Infektion geeignet sind.

Eine prophylaktische Anwendung ist immer vor Operationen mit einem hohen Risiko
anaerober Infektionen (gynäkologische und intraabdominale Operationen) angezeigt.

  • Schwere intestinale und hepatische Amöbiasis

Die offiziellen Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antibakteriellen
Wirkstoffen sind zu berücksichtigen.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Dosierung richtet sich nach dem individuellen Ansprechen des Patienten auf die
Therapie, dem Alter und dem Körpergewicht sowie Art und Schwere der Erkrankung.

Folgende Dosierungsrichtlinien sind zu beachten:

Erwachsene und Jugendliche:

Amöbiasis

1,50 g pro Tag (500 mg 3-mal täglich, intravenöse Infusion).

Bei hepatischer Amöbiasis muss im Abszess-Stadium der Abszess begleitend mit einer Metronidazol-Behandlung ausgeräumt werden.

Dauer der Behandlung: 5 – 10 Tage

Behandlung anaerober Infektionen

500 mg (100 ml) alle 8 Stunden. Alternativ können auch 1000 mg – 1500 mg als tägliche Einzeldosis gegeben werden.

Die Dauer der Anwendung richtet sich nach dem Behandlungserfolg. In den meisten Fällen ist eine Behandlung über 7 Tage ausreichend. Falls aus medizinischen Gründen erforderlich, kann die Behandlung über diesen Zeitraum hinaus fortgesetzt werden, wobei eine Behandlungsdauer von 10 Tagen normalerweise nicht überschritten werden soll (siehe auch Abschnitt 4.4).

Prophylaxe gegen postoperative Infektionen verursacht durch anaerobe Bakterien:

500 mg mit abgeschlossener Verabreichung bis spätestens ca. 1 Stunde vor
Operationsbeginn. Diese Dosis wird nach 8 und 16 Stunden wiederholt.

Ältere Patienten:

Vorsicht ist geboten bei der Anwendung in älteren Patienten vor allem bei hohen Dosen, obwohl begrenzte Informationen zur Anpassung der Dosis verfügbar sind.

Kinder und Jugendliche

Amöbiasis

35 – 50 mg/kg Körpergewicht/Tag intravenös verabreicht, aufgeteilt in 3 Dosen über 5 -10 Tage. Eine maximale Gesamtdosis von 2400 mg/Tag darf nicht überschritten werden.

Bei hepatischer Amöbiasis muss im Abszess-Stadium der Abszess begleitend mit einer Metronidazol-Behandlung ausgeräumt werden.

Behandlung anaerober Infektionen

  • Säuglinge, Kleinkinder und Kinder (8 Wochen bis 12 Jahre):

Die übliche Tagesdosis beträgt 20 – 30 mg pro kg Körpergewicht und Tag als
Einzeldosis oder aufgeteilt in 7,5 mg pro kg Körpergewicht alle 8 Stunden. Die
Tagesdosis kann, abhängig von der Schwere der Infektion, auf 40 mg pro kg
Körpergewicht erhöht werden.

  • Neugeborene und Säuglinge (unter 8 Wochen):

15 mg pro kg Körpergewicht als Einzeldosis täglich oder aufgeteilt in 7,5 mg pro kg
Körpergewicht alle 12 Stunden.

  • Bei Neugeborenen mit einem Gestationsalter unter 40 Wochen kann eine Akkumulation von Metronidazol während der ersten Lebenswoche auftreten, deshalb ist die Konzentrationen von Metronidazol im Serum vorzugsweise nach ein paar Tagen Therapie zu überwachen.

Die Dauer der Behandlung beträgt in der Regel 7 Tage.

Prophylaxe gegen postoperative Infektionen verursacht durch anaerobe Bakterien:

  • Kinder unter 12 Jahren:

20 – 30 mg/kg Körpergewicht als Einzeldosis 1 – 2 Stunden vor der Operation

  • Neugeborene mit einem Gestationsalter unter 40 Wochen:

10 mg/kg Körpergewicht als Einzeldosis vor der Operation

Patienten mit Niereninsuffizienz Für diese Patientengruppe stehen nur begrenzte Daten zur Verfügung. Diese Daten deuten nicht darauf hin, dass eine Dosisreduktion erforderlich ist (siehe Abschnitt 5.2.)

Bei Patienten unter Hämodialyse ist die herkömmliche Dosis Metronidazol an
Dialysetagen nach der Hämodialyse einzuplanen, um den Verlust von Metronidazol
während des Verfahrens zu kompensieren.

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz, die sich einer intermittierenden Peritonealdialyse (IDP) oder einer kontinuierlichen ambulanten Peritonealdialyse (CAPD) unterziehen, ist keine routinemäßige Dosisanpassung erforderlich.

Patienten mit Leberinsuffizienz

Da bei schwerer Leberinsuffizienz die Serum-Halbwertzeit verlängert und die
Plasmaclearance verzögert ist, benötigen Patienten mit schweren Lebererkrankungen
niedrigere Dosen (siehe Abschnitt 5.2).

Bei Patienten mit hepatischer Enzephalopathie ist die Tagesdosis auf ein Drittel zu
reduzieren und einmal täglich zu verabreichen (siehe Abschnitt 4.4).

Art der Anwendung

Intravenöse Anwendung.

Der Inhalt der Flasche muss langsam i.v. infundiert werden, d.h. 100 ml über mindestens 20 Minuten, normalerweise über eine Stunde.

Gleichzeitig verschriebene Antibiotika sind gesondert zu verabreichen.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Metronidazol oder andere Nitroimidazol-Derivate oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Regelmäßige klinische Überwachung und Laboruntersuchungen (einschließlich großem Blutbild) werden in Fällen von hochdosierter oder längerer Behandlung, im Falle von Vorläufern der Blutdyskrasie, bei schwerer Infektion und bei schwerer Leberinsuffizienz empfohlen.

Bei Patienten mit schweren Leberschäden und Störungen der Blutbildung (wie
Granulozytopenie) soll Metronidazol nur angewendet werden, wenn der erwartete
Nutzen die möglichen Risiken eindeutig überwiegt.

Metronidazol wird hauptsächlich in der Leber durch Oxidation verstoffwechselt. Bei fortgeschrittener Leberinsuffizienz kann eine substantielle Beeinträchtigung der Clearance von Metronidazol auftreten. Bei Patienten mit hepatischer Enzelopathie kann es zu einer starken Akkumulation von Metronidazol kommen, und die hohen Plasmakonzentrationen von Metronidazol können zur Symptomatik der Enzelopathie beitragen. Daher soll Metronidazol Patienten mit einer beeinträchtigten Leberfunktion mit Vorsicht verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.2).

Wegen der Gefahr einer Verschlimmerung soll Metronidazol auch bei Patienten mit
aktiven oder schweren chronischen Erkrankungen des zentralen und peripheren
Nervensystems nur verabreicht werden, wenn der erwartete Nutzen die möglichen
Risiken eindeutig überwiegt.

Über das Auftreten von Krampfanfällen, Myoklonie und peripherer Neuropathie, die sich hauptsächlich in Form von Taubheit und Parästhesien der Extremitäten äußert, wurden bei Patienten, die mit Metronidazol behandelt wurden, berichtet. Falls Anzeichen neurologischer Störungen auftreten, ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis in Bezug auf eine Fortsetzung der Behandlung unverzüglich zu überprüfen. Siehe auch Abschnitt 4.8.

Im Falle schwerer Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. anaphylaktischer Schock: siehe auch Ab- schnitt 4.8.) ist die Behandlung mit Metronidazol BRADEX 5 mg/ml Infusionslösung unverzüglich abzubrechen, und übliche Maßnahmen der Notfallbehandlung sind durch entsprechend qualifiziertes medizinisches Fachpersonal einzuleiten.

Schwere anhaltende Durchfälle, die während der Behandlung oder in den nachfolgenden Wochen auftreten, können durch pseudomembranöse Kolitis verursacht sein (in den meisten Fällen durch Clostridioides difficile), siehe Abschnitt 4.8. Diese durch die antibiotische Therapie bedingte Darmerkrankung kann lebensbedrohlich sein und erfordert unverzüglich eine geeignete Behandlung. Arzneimittel, die die Peristaltik hemmen, dürfen nicht verabreicht werden.

Die Behandlung mit Metronidazol oder einem anderen nitroimidazolhaltigem Arzneimittel darf in der Regel 10 Tage nicht überschreiten. Diese Frist darf nur in Einzelfällen, bei besonders strenger Indikationsstellung, überschritten werden. Dabei ist eine angemessene Überwachung des Patienten (klinische Überwachung und Laborkontrollen) erforderlich. Die Behandlung soll nur in begründeten Einzelfällen wiederholt werden. Diese Beschränkungen sind erforderlich, weil sich eine Schädigung menschlicher Keimzellen nicht ausschließen lässt und weil in tierexperimentellen Studien eine Zunahme von bestimmten Tumoren gesehen wurde.

Längerfristige Therapie kann zu Knochenmarksdepression und damit zur Störung der Blutbildung führen. Auswirkungen siehe Abschnitt 4.8. Daher ist das Blutbild während länger dauernder Therapie sorgfältig zu überwachen

Dieses Arzneimittel enthält 310,58 mg Natrium pro 100 ml, entsprechend 15,5 % der

von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen
Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2g.

Störung von Labortests Metronidazol stört die enzymatisch-spektrophotometrische Bestimmung von Aspartat-Aminotransferase (AST), Alanin-Aminotransferase (ALT), Lactatdehydrogenase (LDH), Triglyceriden und Glucose-Hexokinase, was zu verringerten Werten (ggf. bis auf null) führt.

Metronidazol zeigt eine starke Absorption im Bereich der Wellenlänge, bei der Nicotinamidadenindinukleotid (NADH) bestimmt wird. Dadurch können bei Anwendung von „continuous-flow“-Verfahren, die auf der Bestimmung der NADH-Abnahme am Endpunkt basieren, erhöhte Leberenzym-Konzentrationen maskiert sein. Über ungewöhnlich niedrige Leberenzymwerte, einschließlich Nullwerte, wurde berichtet.

Patienten sollen gewarnt werden, dass Metronidazol den Urin dunkel färben kann.

Hepatotoxizität bei Patienten mit Cockayne-Syndrom

Fälle mit schwerer Hepatotoxizität/akutem Leberversagen einschließlich Fälle mit tödlichem Ausgang und einem sehr schnellen Einsetzen nach der Behandlungseinleitung bei Patienten mit Cockayne-Syndrom wurden bei Arzneimitteln beobachtet, die Metronidazol für die systemische Anwendung enthalten. Bei dieser Patientengruppe soll Metronidazol nicht angewendet werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt das Risiko und dann verwendet werden, falls keine alternative Behandlung zur Verfügung steht. Vor dem Therapiebeginn sowie während und im Anschluss an die Behandlung müssen Leberfunktionstests durchgeführt werden, bis sich die Leberfunktion wieder im normalen Bereich befindet bzw. bis die Ausgangswerte wieder erreicht sind. Falls die Leberwerte während der Behandlung deutlich erhöht sind, soll das Arzneimittel abgesetzt werden.

Patienten mit dem Cockayne-Syndrom sollen angewiesen werden, Symptome für eine potenzielle Leberschädigung unverzüglich ihrem Arzt zu melden und die Einnahme von Metronidazol zu beenden (siehe Abschnitt 4.8).

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Amiodaron Verlängerung des QT-Intervalls und Torsade-de-pointes wurden im Zusammenhang mit der gleichzeitige Verabreichung von Metronidazol und Amiodaron beobachtet. Es ist daher ratsam, im EKG das QT-Intervall zu überwachen, wenn Amiodaron zusammen mit Metronidazol verabreicht wird. Ambulante Patienten sind anzuweisen, unverzüglich einen Arzt aufzusuchen, sobald sie Anzeichen für Torsade de pointes bemerken wie Benommenheit, Palpitationen oder Synkopen.

Barbiturate Phenobarbital kann den Abbau von Metronidazol in der Leber steigern. Die Plasma-Halbwertzeit von Metronidazol wird dadurch auf 3 Stunden verkürzt.

Busulfan
Gleichzeitig verabreichtes Metronidazol kann die Plasmakonzentration von Busulfan
signifikant erhöhen. Der Mechanismus der Wechselwirkung wurde bisher nicht
beschrieben. Aufgrund des hohen toxischen Potentials und von Todesfällen, die mit
erhöhten Plasmaspiegeln von Busulfan im Zusammenhang stehen, ist die gleichzeitige
Anwendung von Metronidazol und Busulfan zu vermeiden.

Carbamazepin
Metronidazol kann die Verstoffwechselung von Carbamazepin hemmen und führt
infolgedessen zu einem Anstieg der Carbamazepin-Plasmakonzentration.

Cimetidin
Cimetidin kann in Einzelfällen die Elimination von Metronidazol beeinträchtigen und
dadurch zu erhöhten Metronidazol-Serumkonzentrationen führen.

Arzneimittel zur Empfängnisverhütung In einigen Ausnahmefällen können einige Antibiotika die Wirksamkeit von Kontrazeptiva vermindern und zwar infolge einer Hemmung der bakteriellen Hydrolyse von Steroidkonjugaten und somit einer Verminderung der Wiederaufnahme der unkonjugierten Steroide im Darm. Dadurch fallen die Plasmaspiegel der wirksamen Steroide ab. Diese ungewöhnliche Wechselwirkung kann bei Frauen mit einer hohen Ausscheidung von Steroidkonjugaten in der Galle auftreten.

Es liegen Fallberichte eines Versagens oraler Kontrazeptiva im Zusammenhang mit
verschiedenen Antibiotika vor, z. B. Ampicillin, Amoxicillin, Tetrazykline sowie auch
Metronidazol.

Cumarinderivate Gleichzeitig verabreichtes Metronidazol hemmt den Abbau von Cumarinderivaten in der Leber und kann dadurch deren gerinnungshemmende Wirkung beträchtlich verstärken.

Daher kann das Blutungsrisiko erhöht sein und eine Anpassung der
Antikoagulanziendosis erforderlich werden.

Ciclosporin
Bei einer gleichzeitigen Therapie mit Ciclosporin und Metronidazol besteht das Risiko
für einen Anstieg der Serumkonzentration von Ciclosporin. Häufige Kontrollen der
Ciclosporin- Serumkonzentration und des Serum-Kreatinins sind erforderlich.

Disulfiram
Die gleichzeitige Gabe von Disulfiram kann zu Verwirrtheitszuständen bis hin zu
psychotischen Zuständen führen. Eine Kombination beider Arzneimittel ist daher zu
vermeiden.

Fluorouracil Metronidazol hemmt die Metabolisierung von gleichzeitig verabreichtem Fluorouracil; die Plasmakonzentration von Fluorouracil wird dadurch erhöht.

Lithium Bei gleichzeitiger Gabe von Metronidazol mit Lithium-Salzen ist Vorsicht geboten, weil ein Anstieg der Lithiumkonzentrationen im Serum beobachtet wurde. Die Lithiumbehandlung soll vor der Verabreichung von Metronidazol reduziert oder abgesetzt werden. Die Plasmakonzentrationen von Lithium, Kreatinin und Elektrolyten sollen bei Patienten unter Behandlung mit Lithium überwacht werden, während sie Metronidazol erhalten.

Mycophenolatmofetil Substanzen, die die gastrointestinale Flora verändern (z. B. Antibiotika), können die orale Bioverfügbarkeit von Mycophenolsäureprodukten vermindern. Engmaschige klinische Überwachung und Laborkontrollen in Bezug auf eine Verminderung des immunsuppresiven Effekts der Mycophenolsäure werden während einer gleichzeitigen Behandlung mit Antiinfektiva empfohlen.

Phenytoin Metronidazol hemmt die Verstoffwechselung von gleichzeitig verabreichtem Phenytoin, wodurch die Plasmakonzentration von Phenytoin erhöht wird. Andererseits vermindert gleichzeitig verabreichtes Phenytoin die Wirksamkeit von Metronidazol.

Tacrolimus Gleichzeitige Verabreichung mit Metronidazol kann zu einem Anstieg des Tacrolimus-Blutspiegels führen. Vermutet wird eine Hemmung der hepatischen Metabolisierung von Tacrolimus über CYP- 450 3A4. Der Tacrolimus-Blutspiegel und die Nierenfunktion sind daher häufig zu kontrollieren und die Dosierung entsprechend anzupassen, insbesondere zu Beginn und am Ende einer Behandlung mit Metronidazol bei Patienten, die auf ihre Tacrolimus-Medikation stabil eingestellt sind.

Sonstige Wechselwirkungen
Alkohol
Gleichzeitiger Alkoholkonsum ist zu vermeiden, da sonst Unverträglichkeiten mit
Schwindel und Erbrechen auftreten können (Disulfiram-ähnliche Wirkung).

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Empfängnisverhütung bei Männern und Frauen
Siehe Abschnitt 4.5 „Arzneimittel zur Empfängnisverhütung“

Schwangerschaft

Die Sicherheit von Metronidazol bei Anwendung während der Schwangerschaft wurde bisher nicht hinreichend nachgewiesen. Insbesondere gibt es widersprüchliche Berichte zur Anwendung während der Frühschwangerschaft. In einigen Studien wurde eine erhöhte Missbildungsrate gesehen. In Tierversuchen zeigte Metronidaol keine teratogenen Effekte (siehe Abschnitt 5.3).

Metronidazol BRADEX 5 mg/ml Infusionslösung darf während des ersten Trimenons der Schwangerschaft nur bei schweren lebensbedrohlichen Infektionen eingesetzt werden, falls eine sicherere Alternative nicht verfügbar ist. Während des zweiten und dritten Trimenons darf Metronidazol BRADEX 5 mg/ml Infusionslösung zur Behandlung anderer Infektionen ebenfalls nur angewendet werden, wenn der erwartete Nutzen die möglichen Risiken eindeutig überwiegt.

Stillzeit

Da Metronidazol in die Muttermilch übergeht, ist bei einer Behandlung während der Stillzeit das Stillen zu unterbrechen. Auch nach Behandlungsende darf aufgrund der langen Halbwertzeit von Metronindazol für mindestens 2 – 3 weitere Tage nicht gestillt werden.

Fertilität

Tierexperimentelle Studien zeigen nur einen möglichen negativen Einfluss von Metronidazol auf das männliche Fortpflanzungssystem, wenn hohe Dosen, die weit über der maximal für den Menschen empfohlenen Dosis liegen, verabreicht wurden.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Patienten müssen vor der Möglichkeit des Auftretens von Schläfrigkeit, Schwindel, Verwirrung, Halluzinationen, Krämpfe oder vorübergehenden Sehstörungen gewarnt werden und es muss ihnen geraten werden, kein Fahrzeug zu lenken oder keine Maschinen zu bedienen, wenn diese Symptome auftreten.

4.8 Nebenwirkungen

Nebenwirkungen treten hauptsächlich bei hohen Dosierungen oder längerfristiger
Behandlung auf. Die am häufigsten zu beobachtenden Nebenwirklungen umfassen
Übelkeit, abnorme Geschmacksempfindungen und das Risiko der Entwicklung von
Neuropathien während längerfristiger Anwendung.

Für die folgende List für die Beschreibung der Häufigkeit von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig: (≥ 1/10), Häufig: ( ≥ 1/100, < 1/10), Gelegentlich: (≥ 1/1.000, < 1/100), Selten: (≥ 1/10.000, < 1/1.000), Sehr selten: (< 1/10.000), Nicht bekannt: (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Systemorgank lasse (MedDRA)HäufigSeltenSehr seltenNicht bekannt
Infektionen und parasitäre Erkrankungen Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems Erkrankungen des Immunsystems Stoffwechsel- undSuperinfe ktionen mit Candida (z. B. genitale Infektione n)Pseudomembr anöse Kolitis, die während oder nach der Therapie auftreten kann und sich als schwerer persistierende r Durchfall manifestiert. Einzelheiten zur Notfallbehan dlung finden Sie in Abschnitt 4.4. Schwere akute systemische Überempfindli chkei tsreaktionen: Anaphylaxie, bis hin zum anaphylaktisc hen Schock. (Siehe Abschnitt 4.4.)Granulozytop enie, Agranulozytose, Thrombozyto penie, Panzytopenie. Siehe Abschnitt 4.4.Leukopenie, aplastische Anämie Leichte bis mittelschwere Überempfindlichkei tsreaktionen, z. B. Hautreaktionen (siehe „Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgeweb es“ weiter unten), Angioödem. Anorexie

Ernährungsst örungen

Psychiatrische ErkrankungenPsychotische Störungen, einschließlich Verwirrtheits zustände, HalluzinationDepression
Erkrankungen des Nervensystems Augenerkran kungenEnzephalopat hie, Fieber Kopfschmerz en, Störungen von Sicht und Bewegung, Ataxie, Dysarthrie, Schwindel, Benommenhe it, Krämpfe. Sehstörungen, z. B Doppeltsehen, KurzsichtigkeitSchläfrigkeit oder Schlaflosigkeit, Myoklonie, Krampfanfälle, periphere Neuropathie, die sich als Missempfindungen, Schmerzen, pelziges Gefühl und Kribbeln in den Extremitäten manifestiert. Aseptische Meningitis Wenn Krampfanfälle oder Anzeichen einer peripheren Neuropathie oder Enzephalopathie auftreten, soll der behandelnde Arzt sofort informiert werden. Siehe Abschnitt 4.4. Okuläre Krise, Optikusneuropathie / Neuritis (Einzelfälle)
Herzerkrank ungenEKG-Veränderungen wie eine Abflachung der T-Welle.
Erkrankungen des Gastrointestin altraktsErbrechen, Übelkeit, Durchfall, Glossitis und Stomatitis, Aufstoßen mit bitterer Ge-schmacksempfindu ng, Magendrücken, metallischer Ge-schmack, belegte Zunge. Dysphagie (verursacht durch zentralnervöse Wirkungen von Metronidazol).
Leber- und Gallenerkran kungenAbnorme Werte von Leberenzyme n und Bilirubin Hepatitis, Gelbsucht, Pankreatitis
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgeweb esAllergische Hautreaktion en, z. B. Pruritus, Urtikaria Stevens-Johnson SyndromToxische epidermale Nekrolyse Erythema multiforme
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs-undMyalgie, Arthralgie

Knochenerkrankung en

Erkrankungen der Nieren und HarnwegeAuftreten von dunklem Urin (bedingt durch ein Stoffwechsel produkt des Metronidazol s)
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerdenam VerabreichungsortReizungen der Venenwand (bis zur Thrombophlebitis) nach intravenöser Anwendung, Schwächegefühl, Fieber

Bei Patienten mit Cockayne-Syndrom wurden kurz nach Beginn der systemischen Anwendung von Metronidazol Fälle von schwerer irreversibler Hepatotoxizität/akutem Leberversagen, einschließlich Fällen mit tödlichem Ausgang berichtet (siehe Abschnitt 4.4).

Kinder und Jugendliche

Häufigkeit, Art und Schwere von Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen sind
die gleichen wie bei Erwachsenen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/

4.9 Überdosierung

Symptome

Als Zeichen und Symptome können die in Abschnitt 4.8 beschriebenen Nebenwirkungen auftreten.

Orale Einzeldosen von Metronidazol bis zu 12g wurden bei Selbstmordversuchen und
versehentlichen Überdosierungen berichtet. Die Symptome beschränkten sich auf
Erbrechen, Ataxie und leichte Desorientierung.

Behandlung

Eine spezifische Behandlung massiver Überdosierungen oder ein spezifisches
Gegenmittel sind nicht bekannt. Falls nötig, kann Metronidazol durch Hämodialyse
wirksam eliminiert werden.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Antibiotika, Imidazol-Derivate,

ATC-Code: J01XD01

Wirkmechanismus

Metronidazol selbst ist unwirksam. Es ist eine stabile Verbindung, die fähig ist, in Mikroorganismen einzudringen. Unter anaeroben Bedingungen werden Nitrosoradikale, die auf die DNA wirken, aus Metronidazol durch die mikrobielle Pyruvat-Ferredoxin-Oxidoreduktase gebildet, wobei eine Oxidation von Ferredoxin und Flavodoxin stattfindet. Nitrosoradikale bilden Addukte mit Basenpaaren der DNA, was zu einem Bruch der DNA-Kette und nachfolgend zum Zelltod führt.

PK/PD-Beziehung

Metronidazol wirkt konzentrationsabhängig. Die Wirksamkeit von Metronidazol hängt hauptsächlich vom Quotienten aus der maximalen Serumkonzentration (Cmax) und der minimalen Hemmkonzentration (MHK) ab, die für den betreffenden Mikroorganismus relevant ist.

Breakpoints (Grenzwerte)

Für die Prüfung von Metronidazol werden übliche Verdünnungsreihen angelegt. Die folgenden mini- malen Hemmkonzentrationen wurden festgelegt, um empfindliche von resistenten Mikroorganismen zu unterscheiden:

EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing, Version 13.1, June 2023) Breakpoints trennen empfindliche (S) von resistenten Organismen (R) wie folgt:

Erreger Bacteroides spp. Prevotella spp. Fusobacterium necrophorum Clostridium perfringens Clostridioides difficile 1empfindlich ≤ 4 mg/l ≤ 4 mg/l ≤ 0.5 mg/l ≤ 4 mg/l ≤ 2 mg/lresistenten > 4 mg/l > 4 mg/l > 0.5 mg/l > 4 mg/l > 2 mg/l
Helicobacter pylori≤ 8 mg/l> 8 mg/l

1 Die Breakpoints basieren auf epidemiologischen Cut-off-Werten (ECOFFs), die
Wildtyp-Isolate von denen mit reduzierter Empfindlichkeit unterscheiden.

Liste der empfindlichen und resistenten Mikroorganismen

Üblicherweise empfindliche Spezies Anaerobe Mikroorganismen

Clostridioides difficile°
Clostridium perfringens°∆
Fusobacterium spp.°
Peptoniphilus spp.°
Peptostreptococcus spp.°
Porphyromonas spp.°
Prevotella spp.

Veillonella spp.°
Bacteroides fagilis

Andere Microorganismen

Entamoeba histolytica°
Gardnerella vaginalis°
Giardia lamblia°
Trichomonas vaginalis°

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem darstellen können Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Helicobacter pylori

Anaerobe Mikroorganismen

Von Natur aus resistente Spezies

Alle obligat aeroben Bakterien

Gram-positive Mikroorganismen

Enterococcus spp.

Staphylococcus spp.

Streptococcus spp.

Gram-negative Mikroorganismen

Enterobacteriaceae
Haemophilus spp.

° Bei Veröffentlichung der Tabellen lagen keine aktuellen Daten vor. In der
Primärliteratur, Standardwerken und Therapieempfehlungen wird von einer
Empfindlichkeit der jeweiligen Stämme ausgegangen.

Δ Nur bei Penicillin-Allergie

Mechanismus der Resistenzentwicklung gegen Metronidazol

Der Mechanismus der Resistenzbildung gegen Metronidazol ist bisher nur teilweise
bekannt. Stämme von Bacteroides, die resistent gegen Metronidazol sind, besitzen
Nitroimidazol-Reduktasen- kodierende Gene, die Nitroimidazole zu Aminoimidazolen
umwandeln. Daher wird die Bildung der antibakteriell wirksamen Nitrosogruppe
gehemmt.

Es besteht eine vollständige Kreuzresistenz zwischen Metronidazol und den anderen
Nitroimidazolderivaten (Tinidazol, Ornidazol, Nimorazol).

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann je nach Region und Zeit variieren. Daher sollen vor allem für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen spezifische lokale Informationen über die Resistenz vorhanden sein. Besteht Zweifel an der Wirksamkeit von Metronidazol aufgrund der lokalen Resistenzsituation, soll Expertenrat eingeholt werden. Insbesondere bei schweren Infektionen oder dem Versagen der Behandlung ist eine mikrobiologische Diagnostik einschließlich der Bestimmung der Arten der Mikroorganismen und ihrer Anfälligkeit gegenüber Metronidazol erforderlich.

5.2 Pharmakokinetische Resorption:

Metronidazol wird leicht aus dem Magen-Darm-Trakt absorbiert und die orale Bioverfügbarkeit beträgt > 90%. Infolgedessen führt die gleiche mg Dosis zu einer ähnlichen Exposition (AUC) beim Wechsel zwischen intravenöser und oraler Dosierung.

Metronidazol BRADEX 5 mg/ml Infusionslösung wird mittels intravenöser Infusion
verabreicht. Daher beträgt die Bioverfügbarkeit 100 %.

Verteilung:

  • Die intravenöse Injektion von 500 mg Metronidazol führt, nach einer einzelnen Infusion, zu einem mittleren Maximum von 18 µg pro ml am Ende einer 20-minütigen Infusion.
  • Wiederholte Anwendung alle 8 Stunden führt zu einem identischen mittleren Maximum.
  • Anwendung alle 12 Stunden führt zu einem mittleren Maximum von 13 µg pro ml.
  • Die Plasmahalbwertzeit beträgt 8 bis10 Stunden.
  • Die Plasmaproteinbindung ist niedrig: weniger als 10 Prozent.
  • Die Diffusion ist schnell und umfangreich in: Lunge, Nieren, Leber, Haut, Galle, Zerebrospinalflüssigkeit, Speichel, Samenflüssigkeit, Vaginalsekret.

Metronidazol durchdringt die Plazentabarriere und geht in die Muttermilch über.

Biotransformation:

Es werden zwei nicht-konjugierte Metaboliten produziert, die eine antibakterielle Aktivität aufweisen (10-30 Prozent).

Metronidazol wird in der Leber durch Seitenkettenoxidation und Glucuronidierung verstoffwechselt. Die Metaboliten umfassen ein saures Oxidationsprodukt, ein Hydroxy-Derivat und ein Glucuronid. Der Hauptmetabolit im Serum ist der Hydroxymetabolit, der Hauptmetabolit im Urin ist der saure Metabolit.

Der Metabolismus erfolgt überwiegend über mikrosomale Cytochrom-P 450-Oxidase in der Leber.

Elimination:

Ca. 80 % der Substanz werden über die Niere ausgeschieden, wobei der nicht metabolisierte Anteil weniger als 10 % ausmacht. Geringe Mengen werden auch über die Leber ausgeschieden. Die Eliminations-Halbwertzeit beträgt 8 (6 – 10) Stunden.

Merkmale in speziellen Patientengruppen:

Niereninsuffizienz verzögert die Ausscheidung nur in einem unerheblichen Maß. Die
Eliminationshalbwertszeit von Metronidazol bleibt bei Nierenversagens unverändert,
allerdings scheiden diese Patienten die Metaboliten von Metronidazol nicht aus. Die
klinische Bedeutung ist derzeit nicht bekannt.

Eine verzögerte Plasma-Clearance und eine verlängerte Serum-Halbwertszeit (bis zu 30 h) sind bei schweren Lebererkrankungen zu erwarten.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Toxizität bei wiederholter Verabreichung

Bei Hunden äußerten sich toxische Effekte nach wiederholter Verabreichung in Form von Ataxie und Tremor. In Untersuchungen an Affen wurde nach Verabreichung über 12 Monate eine dosisabhängige Zunahme von hepatozellulärer Degeneration nachgewiesen.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Metronidazol hat nach Nitroreduktion eine mutagene Wirkung auf Bakterien, jedoch ergaben sich keine Hinweise auf eine mutagene Wirkung an Säugetierzellen in vitro und in vivo. Zusätzlich ergaben Untersuchungen an Lymphozyten von Patienten, die mit Metronidazol behandelt wurden, keinen relevanten Hinweis auf DNA-schädigende Wirkungen.

Es gibt Hinweise auf tumorerzeugende Wirkungen bei Ratten und Mäusen. Insbesondere wurde bei Mäusen eine erhöhte Inzidenz von Lungentumoren nach oraler Verabreichung (des 3,1-fachen der maximal empfohlenen Dosis beim Menschen für Metronidazol von 1.500 mg /Tag) gesehen. Dies scheint jedoch nicht auf einer genotoxischen Wirkung zu beruhen, da bei transgenen Mäusen nach hohen Metronidazoldosen keine erhöhten Mutationsraten in verschiedenen Organen einschließlich der Lunge gefunden wurden.

Reproduktionstoxizität

In Untersuchungen mit Ratten und Kaninchen wurden keine teratogenen oder anderen
embryotoxischen Effekte beobachtet.

Nach wiederholter Verabreichung von Metronidazol an Ratten über 26-80 Wochen wurden Hoden- und Prostatadystrophien beobachtet, jedoch nur nach hohen Dosen (des 14,2 bis 28,5-fachen der maximal empfohlenen Dosis beim Menschen für Metronidazol von 1.500 mg /Tag).

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Natriummonohydrogenphosphat-Dodecahydrat
Citronensäure-Monohydrat
Natriumchlorid
Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

36 Monate.

Nach dem ersten Öffnen sofort verwenden.

Vom mikrobiologischen Standpunkt aus, soll das Produkt sofort verwendet werden. Falls es nicht sofort verwendet wird, liegt die Verantwortung für die Lagerzeit und Lagerbedingungen während des Gebrauchs beim Anwender und soll normalerweise 24 Stunden bei 2-8°C nicht überschreiten, sofern nicht unter kontrollierten und validierten Bedingungen verdünnt wurde

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

100 ml –Polypropylenflaschen (Blow-Fill-Seal) mit einer geformten Plastikkappe mit einer Gummidichtung und einem Zugring oder mit einer Plastikkappe mit eingebetteten Elastomeren (Twin-Ports).

Packungsgrößen mit 10, 20 oder 24 Flaschen.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Nur zur einmaligen Anwendung. Unbenutzte Lösung muss verworfen werden.

Nur unversehrte Behälter verwenden.

Nicht verwenden, wenn die Lösung sichtbare Partikel enthält, oder trüb ist.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen
Anforderungen zu beseitigen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

BRADEX S.A.

27 Asklipiou,
145 68 Kryoneri
Griechenland
T.: +30 2106221801, +30 2106220323,
F: +30 2106221802

8. ZULASSUNGSNUMMER

Z.Nr.: 138762

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 08/03/2019

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 28/06/2023

10. STAND DER INFORMATION

27/11/2023

REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig.