Gebrauchsinformation

Gebrauchsinformation: Information für Anwender Metronidazol Hikma 5 mg/ml Infusionslösung

Wirkstoff: Metronidazol

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

  • Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
  • Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.
  • Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.
  • Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Metronidazol Hikma und wofür wird es angewendet?
2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Metronidazol Hikma beachten?
3. Wie ist Metronidazol Hikma anzuwenden?
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
5. Wie ist Metronidazol Hikma aufzubewahren?
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Metronidazol Hikma und wofür wird es angewendet?

Metronidazol Hikma gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die als Antibiotika bezeichnet und zur Behandlung schwerer Infektionen mit Bakterien eingesetzt werden, die durch den Wirkstoff Metronidazol abgetötet werden können.

Sie können Metronidazol Hikma zur Behandlung der folgenden Krankheiten erhalten:

  • Infektionen des Blutes, des Gehirns, der Lunge, der Knochen, des Genitaltraktes, des Beckenbereichs und des Magens

Falls erforderlich, kann die Behandlung mit anderen Antibiotika ergänzt werden.

Vorbeugend kann Metronidazol Hikma bei Operationen angewendet werden, die mit dem Risiko einer Infektion mit sog. anaeroben Bakterien verbunden sind, vor allem in der Frauenheilkunde oder bei Operationen im Bereich des Magen-Darm-Traktes.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Metronidazol Hikma beachten?

Metronidazol Hikma darf nicht angewendet werden,

  • wenn Sie allergisch gegen den Wirkstoff, andere ähnliche Substanzen oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal
bevor Metronidazol Hikma bei Ihnen angewendet wird, falls Sie unter folgenden
Erkrankungen leiden:

  • schweren Leberschäden,
  • Störungen der Blutbildung oder
  • Erkrankungen von Gehirn, Rückenmark oder Nerven

Dann wird Ihr Arzt sehr sorgfältig abwägen, ob Metronidazol Hikma bei Ihnen
angewendet werden darf.

Falls es während der Anwendung zu Krampfanfällen oder anderen Beeinträchtigungen der Nervenfunktionen kommt (z.B. Taubheitsgefühl in den Gliedmaßen), wird Ihre Behandlung unverzüglich angepasst.

Die Behandlung muss sofort abgebrochen oder angepasst werden, wenn Sie schweren
Durchfall bekommen, der durch eine schwere Dickdarmkrankheit namens
„pseudomembranöse Kolitis“ verursacht sein kann (siehe auch Abschnitt 4).

Da Metronidazol bei länger dauernder Anwendung Ihre Blutbildung beeinträchtigen kann (siehe Abschnitt „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“), wird Ihr Blutbild während der Behandlung überwacht.

Wenn Sie dieses Arzneimittel erhalten, kann sich Ihr Urin dunkel verfärben.

Fälle mit schwerer Hepatotoxizität/akutem Leberversagen einschließlich Fälle mit
tödlichem Ausgang wurden bei Patienten mit Cockayne-Syndrom bei Arzneimitteln
beobachtet, die Metronidazol enthalten.

Falls Sie am Cockayne-Syndrom leiden, muss Ihr Arzt während der Behandlung mit Metronidazol und im Anschluss an die Behandlung ebenfalls Ihre Leberfunktion häufig überwachen.

Informieren Sie Ihren Arzt unverzüglich und beenden Sie die Anwendung von
Metronidazol, falls Sie folgende Symptome entwickeln:

  • Bauchschmerzen, Anorexie, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Unwohlsein, Ermüdung, Gelbsucht, dunklen Urin, hellgrauen oder weißen Stuhl oder Juckreiz.

Die Behandlung mit Metronidazol Hikma darf in der Regel nicht länger als 10 Tage dauern und wird nur ausnahmsweise verlängert, falls dies zwingend erforderlich ist. Eine Behandlung mit Metronidazol wird auch nur dann wiederholt, wenn dies zwingend erforderlich ist. Sie werden in solchen Fällen besonders sorgfältig überwacht.

Anwendung von Metronidazol Hikma zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen oder anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen oder angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen oder anzuwenden.

Amiodaron (zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen)

Wenn Sie dieses Arzneimittel erhalten, muss Ihre Herzfunktion überwacht werden. Sie müssen Ihren Arzt aufsuchen, wenn Sie Herzfunktionsanomalien, Schwindel oder Ohnmacht bemerken.

Barbiturate (Wirkstoff in Schlafmitteln)

Die Wirkdauer von Metronidazol wird durch Phenobarbital verkürzt; daher muss ggf.

Ihre Metronidazol-Dosis erhöht werden.

Busulfan

Metronidazol darf nicht bei Patienten angewendet werden, die mit Busulfan behandelt werden, da sonst mit höherer Wahrscheinlichkeit toxische Wirkungen auftreten können.

Carbamazepin (ein Mittel zur Behandlung der Epilepsie)

Hier ist ebenfalls Vorsicht geboten, weil Metronidazol die Wirkdauer von Carbamazepin verlängern kann.

Cimetidin (ein Mittel zur Behandlung von Magenerkrankungen)

Cimetidin kann in Einzelfällen die Ausscheidung von Metronidazol beeinträchtigen und dadurch zu erhöhten Metronidazol-Serumkonzentrationen führen.

Cumarinderivate (Mittel zur Hemmung der Blutgerinnung)

Metronidazol kann die hemmende Wirkung der Cumarine auf die Blutgerinnung steigern. Wenn Sie also ein Arzneimittel einnehmen, das die Blutgerinnung hemmt (z. B.

Warfarin), könnten Sie während der Behandlung mit Metronidazol eventuell weniger
davon benötigen.

Ciclosporin (ein Mittel zur Unterdrückung unerwünschter Immunreaktionen)

Bei gleichzeitiger Gabe von Ciclosporin und Metronidazol kann es zu einem erhöhten Blutspiegel von Ciclosporin kommen; daher wird Ihr Arzt Ihre Ciclosporindosis ggf.

entsprechend anpassen müssen.

Disulfiram (wird in der Alkohol-Entzugstherapie angewendet)

Falls Sie unter einer Behandlung mit Disulfiram stehen, dürfen Sie kein Metronidazol erhalten oder Disulfiram muss abgesetzt werden. Eine Kombination beider Arzneimittel kann zu Verwirrtheitszuständen bis hin zu ernsthaften geistig-seelischen Erkrankungen (Psychosen) führen.

Dieses Arzneimittel enthält Alkohol

Bitte beachten Sie den Abschnitt " Anwendung von Metronidazol Hikma zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol“.

Fluorouracil (ein Anti-Krebsmittel)

Die Tagesdosis Fluorouracil kann reduziert werden müssen, wenn es zusammen mit Metronidazol verabreicht wird, da Metronidazol zu einer Erhöhung der Blutspiegel von Fluorouracil führen kann.

Lithium (wird zur Behandlung seelischer Erkrankungen angewendet)

Eine Therapie mit Lithiumpräparaten muss während einer Behandlung mit Metronidazol besonders sorgfältig überwacht werden und gegebenenfalls die Dosis des Lithiumpräparats neu angepasst werden. Die Behandlung mit Lithium ist vor der Verabreichung von Metronidazol zu reduzieren oder abzubrechen.

Mycophenolatmofetil (wird zur Verhinderung der Abstoßung transplantierter Organe angewendet)

Die Wirkung kann durch Metronidazol abgeschwächt werden. Daher wird eine
sorgfältige Überwachung der Wirkung des Arzneimittels empfohlen.

Phenytoin (ein Mittel zur Behandlung der Epilepsie)

Während einer Therapie mit Phenytoin wird Ihr Arzt nur mit Vorsicht Metronidazol
anwenden, da einerseits Metronidazol die Wirkdauer von Phenytoin verlängern,
andererseits Phenytoin die Wirkung von Metronidazol abschwächen kann.

Tacrolimus (wird zur Unterdrückung unerwünschter Immunreaktionen angewendet)

Ihr Tacrolimus-Blutspiegel und die Nierenfunktion müssen zu Beginn und am Ende einer Behandlung mit Metronidazol kontrolliert werden.

Anwendung von Metronidazol Hikma zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Sie dürfen keine alkoholischen Getränke oder Medikamente, die Alkohol enthalten, zu sich nehmen, während Metronidazol bei Ihnen angewendet wird und bis zu 48 Stunden danach, da dies zu Unverträglichkeitsreaktionen wie Schwindel und Erbrechen führen kann.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Fortpflanzungsfähigkeit

Tierstudien zeigen nur einen möglichen negativen Einfluss von Metronidazol auf die männlichen Geschlechtsorgane, wenn hohe Dosen verabreicht wurden, die weit über der maximal empfohlenen Dosis für den Menschen liegen.

Schwangerschaft

Wenn Sie schwanger sind, wird Ihr Arzt nur dann Metronidazol bei Ihnen anwenden,
wenn er dies für absolut notwendig hält.

Stillzeit

Sie müssen während einer Behandlung mit Metronidazol und noch 2 – 3 Tage danach das Stillen unterbrechen, da Metronidazol in die Muttermilch übergeht.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und
Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen.

Während bei Ihnen Metronidazol Hikma angewendet wird, können Sie sich schläfrig, schwindelig oder verwirrt fühlen, können Dinge sehen oder hören, die nicht da sind (Halluzinationen), und es können Anfälle (Krämpfe) oder vorübergehende Sehprobleme (wie verschwommen Sehen oder doppelt Sehen) auftreten. Wenn dies geschieht, fahren Sie nicht oder benutzen Sie keine Maschinen oder Werkzeuge.

Metronidazol Hikma enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält 322 mg Natrium (Hauptbestandteil von Kochsalz/Speisesalz) in 100 ml. Dies entspricht 16,1 % der für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.

3. Wie ist Metronidazol Hikma anzuwenden?

Dosierung

Die Dosierung richtet sich nach Art und Schwere Ihrer Erkrankung, Ihrem Alter und Ihrem Körpergewicht und auch nach dem individuellen Ansprechen auf die Behandlung.

Folgende Dosierungen können empfohlen werden:

Erwachsene und Jugendliche

Behandlung von Infektionen:

Erwachsene

Sie erhalten 100 ml des Arzneimittels (500 mg Metronidazol) alle 8 Stunden.

In den meisten Fällen dauert eine Behandlung 7 Tage. Nur in Ausnahmefällen kann die Behandlung über diesen Zeitraum hinaus fortgesetzt werden, wenngleich eine Dauer von 10 Tagen normalerweise nicht überschritten werden soll.

Die gleiche Dosis wird auch bei Patienten mit Nierenerkrankungen angewendet.

Bei Patienten mit Lebererkrankungen werden unter Umständen niedrigere Dosen
benötigt.

Wenn Sie mit einer künstlichen Niere behandelt wurden, wird Ihr Arzt Ihre Infusion nach der Dialyse planen. Es ist keine routinemäßige Dosisanpassung erforderlich.

Vorbeugung vor Infektionen, die nach Operationen auftreten können Wenn es zur Vorbeugung von Infektionen bei Operationen angewendet wird, können Sie 500 mg des Arzneimittels vor der Operation erhalten. Die Dosis wird 8 und 16 Stunden nach der Operation wiederholt.

Ältere Patienten

Ihr Arzt wird bei Ihnen dieses Arzneimittel nur mit besonderer Vorsicht anwenden.

Anwendung bei Kindern

Bei Kindern wird bezogen auf das Körpergewicht dosiert.

Behandlung von Infektionen

Alter 8 Wochen bis 12 Jahre Unter 8 Wochen Bei Neugeborenen mit einem Gestationsalter unter 40 Wochen Die Dauer der Behandlung beträgt in der Regel 7 Tage.20 – 30 mg Metronidazol pro kg Körpergewicht und Tag als Einzeldosis oder aufgeteilt in 7,5 mg Metronidazol pro kg Körpergewicht alle 8 Stunden Die Tagesdosis kann, abhängig von der Schwere der Infektion, auf 40 mg Metronidazol pro kg Körpergewicht erhöht werden 15 mg Metronidazol pro kg Körpergewicht als Einzeldosis täglich oder aufgeteilt in 7,5 mg pro kg Körpergewicht alle 12 Stunden Eine Anreicherung von Metronidazol kann während der ersten Lebenswoche auftreten, deshalb wird die Konzentration von Metronidazol im Serum nach ein paar Tagen Therapie überprüft.Dosierung...
Vorbeugung vor Infektionen, die nach Operationen auftreten können:
Alter Unter 12 Jahren Neugeborene mit20 – 30 mg Metronidazol pro kg Körpergewicht als Einzeldosis 1 – 2 Stunden vor der Operation 10 mg Metronidazol pro kg Körpergewicht als Einzeldosis vor der OperationDosierung

einem
Gestationsalter
unter 40 Wochen

Art und Dauer der Anwendung

Metronidazol Hikma wird über einen Tropf direkt in eine Vene verabreicht (intravenöse Infusion).

Normalerweise dauert die Infusion aus einer Flasche 60 Minuten, mindestens jedoch 20 Minuten.

Die gesamte Behandlung mit Metronidazol dauert im allgemeinen 7, höchstens 10 Tage, länger nur, falls zwingend erforderlich (siehe auch Abschnitt „Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Metronidazol Hikma ist erforderlich“).

Wenn Sie gleichzeitig andere Antibiotika erhalten, wird Ihr Arzt Ihnen diese Arzneimittel getrennt verabreichen.

Wenn Sie eine größere Menge von Metronidazol Hikma angewendet haben, als Sie sollten

Unerwünschte Wirkungen, wie im nächsten Abschnitt beschrieben, können als Anzeichen oder Symptome einer Überdosierung auftreten. Einzelne orale Dosen von Metronidazol, bis zu 12 g wurden bei Selbstmordversuchen und versehentlichen Überdosierungen berichtet.

Die Symptome waren auf Erbrechen, Ataxie und leichte Desorientierung beschränkt.

Ein direkt wirkendes Gegenmittel oder eine spezielle Behandlung massiver Überdosierungen sind nicht bekannt, jedoch kann Metronidazol durch eine Blutwäsche (Dialyse) aus dem Körper entfernt werden.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Nebenwirkungen treten eher bei hohen Dosierungen oder längerfristiger Anwendung auf.

Wenn Sie eine der nachfolgenden Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt:

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

  • Schwere anhaltende Durchfälle (möglicherweise ein Symptom einer schweren Darminfektion namens pseudomembranöse Kolitis, siehe unten)
  • Schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen bis zum allergischen Schock

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

  • Die Anzahl der weißen Blutkörperchen und Blutplättchen kann sich während der Behandlung verringern (Granulozytopenie, Agranulozytose, Panzytopenie, Thrombozytopenie).
  • Hepatitis (Leberentzündung), Gelbsucht, Entzündung der Bauchspeicheldrüse
  • Störungen des Gehirns, mangelnde Koordination
  • Hirnhautentzündung, die nicht durch Bakterien verursacht wird (aseptische Meningitis)
  • Schwerer entzündlicher Ausschlag auf Schleimhäuten und Haut mit Fieber, Rötung und Blasenbildung, in sehr seltenen Fällen bis hin zur Hautablösung über ausgedehnte Bereiche (Stevens-Johnson-Syndrom)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

  • Leichte bis mäßige Überempfindlichkeitsreaktionen, Schwellungen von Gesicht, Mund, Rachen und/oder Zunge (Angioödem)
  • Blickkrampf, Schädigung oder Entzündung der Nerven Ihrer Augen
  • Reduzierte Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukopenie), schwere Blutarmut (aplastische Anämie)
  • Krampfanfälle, Nervenstörungen wie Taubheitsgefühl, Schmerzen, pelziges Gefühl oder Kribbeln an Armen oder Beinen
  • Toxische epidermale Nekrolyse

Andere Nebenwirkungen umfassen

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

  • Infektionen mit Hefen (z. B. im Genitalbereich)

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

  • Dunkler Urin (aufgrund eines Stoffwechselprodukts von Metronidazol)

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

  • Veränderungen des EKGs

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

  • Psychotische Störungen, einschließlich Verwirrtheitszustände, Halluzinationen
  • Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit, Fieber, Seh- und Bewegungsstörungen, Benommenheit, Sprachstörungen, Krämpfe
  • Sehstörungen, z. B. Sehen von Doppelbildern, Kurzsichtigkeit
  • Leberfunktionsstörungen (z. B. erhöhter Serumspiegel von bestimmten Enzymen und Bilirubin)
  • Allergische Hautreaktionen wie Juckreiz, Nesselsucht
  • Gelenk-und Muskelschmerzen

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

  • Krankheitsgefühl, Übelkeit, Durchfall, Entzündungen von Zunge oder Mund, Aufstoßen und bitterer Geschmack, metallischer Geschmack, Druck auf dem Magen, pelzige Zunge
  • Schluckbeschwerden
  • Appetitlosigkeit
  • Traurige (depressive) Stimmung
  • Schläfrigkeit oder Schlaflosigkeit, Muskelzuckungen
  • Rötung und Juckreiz der Haut (Erythema multiforme)
  • Venenwandreizung (bis zu entzündeten Venen und Thrombose) nach intravenöser Gabe, Schwächezustand, Fieber
  • Akutes Leberversagen bei Patienten mit Cockayne-Syndrom (siehe Abschnitt 2 "Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen")

Notfallbehandlung der pseudomembranösen Kolitis Beim Auftreten schwerer anhaltender Durchfälle muss sofort der Arzt informiert werden, da sie durch eine pseudomembranöse Kolitis verursacht sein können, die sofort behandelt werden muss. Ihr Arzt wird dann Metronidazol absetzen und die erforderliche Behandlung durchführen.

Wenn irgendeine der Nebenwirkungen schwerwiegend wird oder wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das
medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser
Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das
nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen,
Traisengasse 5,
1200 WIEN,
ÖSTERREICH,
Fax: + 43 (0) 50 555 36207,
Website: http://www.basg.gv.at/.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Metronidazol Hikma aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und Umkarton nach „verwendbar bis” angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht über 25° C lagern.

Nicht kühlen.

Beutel in der Originalverpackung (Aluminium-Umverpackung) aufbewahren, um den
Inhalt vor Licht zu schützen.

Nach dem ersten Öffnen sofort verwenden.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Metronidazol Hikma enthält

Der Wirkstoff ist Metronidazol.

Jeder Beutel mit 100 ml Infusionslösung enthält 500 mg Metronidazol.

Jeder ml Infusionslösung enthält 5 mg Metronidazol.

Sonstige Bestandteile: Natriumchlorid, wasserfreies Dinatriumphosphat, wasserfreie
Zitronensäure, Wasser für Injektionszwecke.

Wie Metronidazol Hikma aussieht und Inhalt der Packung

Metronidazol Hikma ist eine klare, farblose bis schwach gelbliche wässrige
Infusionslösung.

Metronidazol Hikma ist verpackt in Polypropylenbeutel mit einem twist-off Port, der 100 ml Lösung enthält, in einer Aluminium-Umverpackung.

Dieses Arzneimittel wird in Einzelpackungen oder Packungen mit 10 Beuteln in den
Verkehr gebracht.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

Hikma Farmacêutica (Portugal) S.A.

Estrada do Rio da Mó, nº8, 8A e 8B
Fervença
2705-906 Terrugem SNT
Portugal

Mitvertrieb

Hikma Pharma GmbH
Lochhamer Str. 13
82152 Martinsried
Deutschland

Hersteller

Hikma Farmacêutica (Portugal) S.A.

Estrada do Rio da Mó 8, 8A - 8B
Fervença
2705-906 Terrugem SNT
Portugal

Zul. Nr.: 137825

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen

Österreich:Metronidazol Hikma 5 mg /ml Infusionslösung
Niederlande:Metronidazole Hikma 5 mg/ ml oplossing voor infusie
Portugal:Metronidazol Hikma
Vereinigtes Königreich:Metronidazole 5 mg/ ml solution for infusion

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im 03.2023.

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Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Dosierung und Art der Anwendung

Die Dosierung richtet sich nach dem individuellen Ansprechen des Patienten auf die
Therapie, dem Alter und dem Körpergewicht sowie Art und Schwere der Erkrankung.

Folgende Dosierungsrichtlinien sind zu beachten:

Erwachsene und Jugendliche:

Behandlung anaerober Infektionen 500 mg (100 ml) alle 8 Stunden. Alternativ können auch 1000 mg – 1500 mg als tägliche Einzeldosis gegeben werden.

Die Dauer der Anwendung richtet sich nach dem Behandlungserfolg. In den meisten Fällen ist eine Behandlung über 7 Tage ausreichend. Falls aus medizinischen Gründen erforderlich, kann die Behandlung über diesen Zeitraum hinaus fortgesetzt werden, wobei eine Behandlungsdauer von 10 Tagen normalerweise nicht überschritten werden soll (siehe auch Abschnitt 4.4).

Prophylaxe gegen postoperative Infektionen verursacht durch anaerobe Bakterien:

500 mg bis spätestens ca. 1 Stunde vor Operationsbeginn. Diese Dosis wird nach 8 und 16 Stunden wiederholt.

Ältere Patienten:

Vorsicht ist geboten bei der Anwendung in älteren Patienten vor allem bei hohen Dosen, obwohl nur begrenzte Informationen zur Anpassung der Dosis verfügbar sind.

Kinder und Jugendliche

Behandlung anaerober Infektionen

Kinder > 8 Wochen bis 12 Jahre alt:

Die übliche Tagesdosis beträgt 20 – 30 mg pro kg Körpergewicht und Tag als Einzeldosis oder aufgeteilt in 7,5 mg pro kg Körpergewicht alle 8 Stunden. Die Tagesdosis kann, abhängig von der Schwere der Infektion, auf 40 mg pro kg Körpergewicht erhöht werden.

Kinder < 8 Wochen alt:

15 mg pro kg Körpergewicht als Einzeldosis täglich oder aufgeteilt in 7,5 mg pro kg
Körpergewicht alle 12 Stunden.

Bei Neugeborenen mit einem Gestationsalter < 40 Wochen Eine Akkumulation von Metronidazol kann während der ersten Lebenswoche auftreten, deshalb sollen die Konzentrationen von Metronidazol im Serum vorzugsweise nach ein paar Tagen Therapie überwacht werden.

Die Dauer der Behandlung beträgt in der Regel 7 Tage.

Prophylaxe gegen postoperative Infektionen verursacht durch anaerobe Bakterien:

Kinder < 12 Jahre:

20 – 30 mg/kg Körpergewicht als Einzeldosis 1 – 2 Stunden vor der Operation
Neugeborene mit einem Gestationsalter < 40 Wochen:

10 mg/kg Körpergewicht als Einzeldosis vor der Operation

Patienten mit Niereninsuffizienz

Zu dieser Patientengruppe stehen nur begrenzte Daten zur Verfügung. Diese Daten deuten nicht darauf hin, dass eine Dosisreduktion erforderlich ist (siehe Abschnitt 5.2.) Bei Patienten unter Hämodialyse muss die herkömmliche Dosis Metronidazol an Dialysetagen nach der Hämodialyse eingeplant werden, um den Verlust von Metronidazol während des Verfahrens zu kompensieren.

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz, die sich einer intermittierenden Peritonealdialyse (IDP) oder einer kontinuierlichen ambulanten Peritonealdialyse (CAPD) unterziehen, ist keine routinemäßige Dosisanpassung erforderlich.

Patienten mit Leberinsuffizienz
Da bei schwerer Leberinsuffizienz die Serum-Halbwertzeit verlängert und die
Plasmaclearance verzögert ist, benötigen Patienten mit schweren Lebererkrankungen
niedrigere Dosen (siehe Abschnitt 5.2).

Bei Patienten mit hepatischer Enzephalopathie muss die Tagesdosis auf ein Drittel
reduziert und einmal täglich verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.4).

Art der Anwendung

Intravenöse Anwendung.

Der Inhalt der Flasche ist langsam i.v. zu infundieren, d.h. maximal 100 ml über
mindestens 20 Minuten, normalerweise über eine Stunde.

Gleichzeitig verschriebene Antibiotika sind gesondert zu verabreichen.

Fachinformation

FACHINFORMATION

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Metronidazol Hikma 5 mg/ml Infusionslösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jeder Beutel mit 100 ml Infusionslösung enthält 500 mg Metronidazol.

Jeder ml Infusionslösung enthält 5 mg Metronidazol.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Jeder ml Infusionslösung enthält 3,22 mg Natriumchlorid (entspricht 0,14 mmol Natrium) 100 ml Infusionslösung enthält 322 mg Natriumchlorid (entspricht 14 mmol Natrium)

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Infusionslösung
Klare, farblose bis schwach gelbliche wässrige Lösung

pH: 4,5 – 7,0
Osmolalität: 275 – 335 mOsmol/Kg

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Metronidazol Hikma 5 mg/ml Infusionslösung ist bei Erwachsenen und Kindern zur Prophylaxe und Behandlung von Infektionen indiziert, bei denen empfindliche anaerobe Mikroorganismen festgestellt wurden oder vermutet werden (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).

1. Die Prophylaxe von postoperativen Infektionen, bei denen anaerobe Bakterien als ursächliche Pathogene (gynäkologische und intraabdominale Operationen) zu erwarten sind

2. Die Behandlung von Peritonitis, Hirnabszess, nekrotisierender Pneumonie, Osteomyelitis, puerperaler Sepsis, Beckenabszess und postoperativen Wundinfektionen, aus denen pathogene Anaerobier isoliert wurden.

Behandlung von Patienten mit Bakteriämie, die in Verbindung mit einer der oben
genannten Infektionen auftritt.

Bei einer gemischten aeroben und anaeroben Infektion sind zusätzlich zu Metronidazol Hikma 5 mg/ml Antibiotika anzuwenden, die für die Behandlung der aeroben Infektion geeignet sind.

Eine prophylaktische Anwendung ist immer vor Operationen mit einem hohen Risiko anaerober Infektionen (gynäkologische und intraabdominale Operationen) angezeigt.

Die offiziellen Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antibakteriellen
Wirkstoffen sind zu berücksichtigen.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Die Dosierung richtet sich nach dem individuellen Ansprechen des Patienten auf die Therapie sowie Art und Schwere der Erkrankung, dem Alter und dem Körpergewicht.

Folgende Dosierungsrichtlinien sind zu beachten:

Erwachsene und Jugendliche:

Behandlung anaerober Infektionen 500 mg (100 ml) alle 8 Stunden. Alternativ können auch 1000 mg – 1500 mg als tägliche Einzeldosis gegeben werden.

Die Dauer der Anwendung richtet sich nach dem Behandlungserfolg. In den meisten Fällen ist eine Behandlung über 7 Tage ausreichend. Falls aus medizinischen Gründen erforderlich, kann die Behandlung über diesen Zeitraum hinaus fortgesetzt werden, wobei eine Behandlungsdauer von 10 Tagen normalerweise nicht überschritten werden soll (siehe auch Abschnitt 4.4).

Prophylaxe gegen postoperative Infektionen verursacht durch anaerobe Bakterien:

500 mg bis spätestens ca. 1 Stunde vor Operationsbeginn. Diese Dosis wird nach 8 und 16 Stunden wiederholt.

Ältere Patienten:

Vorsicht ist geboten bei der Anwendung in älteren Patienten vor allem bei hohen Dosen, obwohl begrenzte Informationen zur Anpassung der Dosis verfügbar sind.

Kinder und Jugendliche

Behandlung anaerober Infektionen

  • Kinder > 8 Wochen bis 12 Jahre alt:

Die übliche Tagesdosis beträgt 20 – 30 mg pro kg Körpergewicht und Tag als Einzeldosis oder aufgeteilt in 7,5 mg pro kg Körpergewicht alle 8 Stunden. Die Tagesdosis kann, abhängig von der Schwere der Infektion, auf 40 mg pro kg Körpergewicht erhöht werden.

  • Kinder < 8 Wochen alt:

15 mg pro kg Körpergewicht als Einzeldosis täglich oder aufgeteilt in 7,5 mg pro kg Körpergewicht alle 12 Stunden.

  • Bei Neugeborenen mit einem Gestationsalter < 40 Wochen Eine Akkumulation von Metronidazol kann während der ersten Lebenswoche auftreten, deshalb ist die Konzentrationen von Metronidazol im Serum vorzugsweise nach ein paar Tagen Therapie zu überwachen.

Die Dauer der Behandlung beträgt in der Regel 7 Tage.

Prophylaxe gegen postoperative Infektionen verursacht durch anaerobe Bakterien:

  • Kinder < 12 Jahre:

20 – 30 mg/kg Körpergewicht als Einzeldosis 1 – 2 Stunden vor der Operation • Neugeborene mit einem Gestationsalter < 40 Wochen:

10 mg/kg Körpergewicht als Einzeldosis vor der Operation

Patienten mit Niereninsuffizienz

Für diese Patientengruppe stehen nur begrenzte Daten zur Verfügung. Diese Daten deuten nicht darauf hin, dass eine Dosisreduktion erforderlich ist (siehe Abschnitt 5.2.)

Bei Patienten unter Hämodialyse ist die herkömmliche Dosis Metronidazol an
Dialysetagen nach der Hämodialyse einzuplanen, um den Verlust von Metronidazol
während des Verfahrens zu kompensieren.

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz, die sich einer intermittierenden Peritonealdialyse (IDP) oder einer kontinuierlichen ambulanten Peritonealdialyse (CAPD) unterziehen, ist keine routinemäßige Dosisanpassung erforderlich.

Patienten mit Leberinsuffizienz
Da bei schwerer Leberinsuffizienz die Serum-Halbwertzeit verlängert und die
Plasmaclearance verzögert ist, benötigen Patienten mit schweren Lebererkrankungen
niedrigere Dosen (siehe Abschnitt 5.2).

Bei Patienten mit hepatischer Enzephalopathie ist die Tagesdosis auf ein Drittel zu
reduzieren und einmal täglich zu verabreichen (siehe Abschnitt 4.4).

Art der Anwendung

Intravenöse Anwendung.

Der Inhalt der Flasche muss langsam i.v. infundiert werden, d.h. 100 ml über mindestens 20 Minuten, normalerweise über eine Stunde.

Gleichzeitig verschriebene Antibiotika sind gesondert zu verabreichen.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Metronidazol oder andere Nitroimidazol-
Derivate oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Regelmäßige klinische Überwachung und Laboruntersuchungen (einschließlich großem Blutbild) werden in Fällen von hochdosierter oder längerer Behandlung, im Falle von Vorläufern der Blutdyskrasie, bei schwerer Infektion und bei schwerer Leberinsuffizienz empfohlen.

Bei Patienten mit schweren Leberschäden und Störungen der Blutbildung (wie
Granulozytopenie) sollte Metronidazol nur angewendet werden, wenn der erwartete
Nutzen die möglichen Risiken eindeutig überwiegt.

Metronidazol wird hauptsächlich in der Leber durch Oxidation verstoffwechselt. Bei fortgeschrittener Leberinsuffizienz kann eine substantielle Beeinträchtigung der Clearance von Metronidazol auftreten. Bei Patienten mit hepatischer Enzelopathie kann es zu einer starken Akkumulation von Metronidazol kommen, und die hohen Plasmakonzentrationen von Metronidazol können zur Symptomatik der Enzelopathie beitragen. Daher sollte Metronidazol Patienten mit einer beeinträchtigten Leberfunktion mit Vorsicht verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.2).

Wegen der Gefahr einer Verschlimmerung sollte Metronidazol auch bei Patienten mit aktiven oder schweren chronischen Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems nur verabreicht werden, wenn der erwartete Nutzen die möglichen Risiken eindeutig überwiegt.

Über das Auftreten von Krampfanfällen, Myoklonie und peripherer Neuropathie, die sich hauptsächlich in Form von Taubheit und Parästhesien der Extremitäten äußert, wurden bei Patienten, die mit Metronidazol behandelt wurden, berichtet. Falls Anzeichen neurologischer Störungen auftreten, ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis in Bezug auf eine Fortsetzung der Behandlung unverzüglich zu überprüfen. Siehe auch Abschnitt 4.8.

Im Falle schwerer Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. anaphylaktischer Schock: siehe auch Ab- schnitt 4.8.) ist die Behandlung mit Metronidazol 5 mg/ml Infusionslösung unverzüglich abzubrechen, und übliche Maßnahmen der Notfallbehandlung sind durch entsprechend qualifiziertes medizinisches Fachpersonal einzuleiten.

Schwere anhaltende Durchfälle, die während der Behandlung oder in den nachfolgenden Wochen auftreten, können durch pseudomembranöse Kolitis verursacht sein (in den meisten Fällen durch Clostridium difficile), siehe Abschnitt 4.8. Diese durch die antibiotische Therapie bedingte Darmerkrankung kann lebensbedrohlich sein und erfordert unverzüglich eine geeignete Behandlung. Arzneimittel, die die Peristaltik hemmen, dürfen nicht verabreicht werden.

Die Behandlung mit Metronidazol oder einem anderen nitroimidazolhaltigem Arzneimittel darf in der Regel 10 Tage nicht überschreiten. Diese Frist darf nur in Einzelfällen, bei besonders strenger Indikationsstellung, überschritten werden. Dabei ist eine angemessene Überwachung des Patienten (klinische Überwachung und Laborkontrollen) erforderlich. Die Behandlung sollte nur in begründeten Einzelfällen wiederholt werden. Diese Beschränkungen sind erforderlich, weil sich eine Schädigung menschlicher Keimzellen nicht ausschließen lässt und weil in tierexperimentellen Studien eine Zunahme von bestimmten Tumoren gesehen wurde.

Längerfristige Therapie kann zu Knochenmarksdepression und damit zur Störung der Blutbildung führen. Auswirkungen siehe Abschnitt 4.8. Daher ist das Blutbild während länger dauernder Therapie sorgfältig zu überwachen

Dieses Arzneimittel enthält 322 mg Natrium in 100 ml, entsprechend 16,1 % der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.

Störung von Labortests Metronidazol stört die enzymatisch-spektrophotometrische Bestimmung von Aspartat-Aminotransferase (AST), Alanin-Aminotransferase (ALT), Lactatdehydrogenase (LDH), Triglyceriden und Glucose-Hexokinase, was zu verringerten Werten (ggf. bis auf null) führt.

Metronidazol zeigt eine starke Absorption im Bereich der Wellenlänge, bei der Nicotinamidadenindinukleotid (NADH) bestimmt wird. Dadurch können bei Anwendung von „continuous-flow“-Verfahren, die auf der Bestimmung der NADH-Abnahme am Endpunkt basieren, erhöhte Leberenzym-Konzentrationen maskiert sein. Über ungewöhnlich niedrige Leberenzymwerte, einschließlich Nullwerte, wurde berichtet.

Patienten sollten gewarnt werden, dass Metronidazol den Urin dunkel färben kann.

Hepatotoxizität bei Patienten mit Cockayne-Syndrom Fälle mit schwerer Hepatotoxizität/akutem Leberversagen einschließlich Fälle mit tödlichem Ausgang und einem sehr schnellen Einsetzen nach der Behandlungseinleitung bei Patienten mit Cockayne-Syndrom wurden bei Arzneimitteln beobachtet, die Metronidazol für die systemische Anwendung enthalten. Bei dieser Patientengruppe sollte Metronidazol nicht verwendet werden, es sei denn, der Nutzen wird als größer als das Risiko angesehen und es steht keine alternative Behandlung zur Verfügung. Vor dem Therapiebeginn sowie während und im Anschluss an die Behandlung müssen Leberfunktionstests durchgeführt werden, bis sich die Leberfunktion wieder im normalen Bereich befindet bzw. bis die Ausgangswerte wieder erreicht sind. Falls die Leberwerte während der Behandlung deutlich erhöht sind, sollte das Arzneimittel abgesetzt werden.

Patienten mit dem Cockayne-Syndrom sollten angewiesen werden, Symptome für eine potenzielle Leberschädigung unverzüglich ihrem Arzt zu melden und die Einnahme von Metronidazol zu beenden (siehe Abschnitt 4.8).

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Amiodaron Verlängerung des QT-Intervalls und Torsade de pointes wurden im Zusammenhang mit der gleichzeitige Verabreichung von Metronidazol und Amiodaron beobachtet. Es ist daher ratsam, im EKG das QT-Intervall zu überwachen, wenn Amiodaron zusammen mit Metronidazol verabreicht wird. Ambulante Patienten sind anzuweisen, unverzüglich einen Arzt aufzusuchen, sobald sie Anzeichen für Torsade de pointes bemerken wie Benommenheit, Palpitationen oder Synkopen.

Barbiturate
Phenobarbital kann den Abbau von Metronidazol in der Leber steigern. Die Plasma-
Halbwertzeit von Metronidazol wird dadurch auf 3 Stunden verkürzt.

Busulfan Gleichzeitig verabreichtes Metronidazol kann die Plasmakonzentration von Busulfan signifikant erhöhen. Der Mechanismus der Wechselwirkung wurde bisher nicht beschrieben. Aufgrund des hohen toxischen Potentials und von Todesfällen, die mit erhöhten Plasmaspiegeln von Busulfan im Zusammenhang stehen, ist die gleichzeitige Anwendung von Metronidazol und Busulfan zu vermeiden.

Carbamazepin
Metronidazol kann die Verstoffwechselung von Carbamazepin hemmen und führt
infolgedessen zu einem Anstieg der Carbamazepin-Plasmakonzentration.

Cimetidin Cimetidin kann in Einzelfällen die Elimination von Metronidazol beeinträchtigen und dadurch zu erhöhten Metronidazol-Serumkonzentrationen führen.

Cumarinderivate Gleichzeitig verabreichtes Metronidazol hemmt den Abbau von Cumarinderivaten in der Leber und kann dadurch deren gerinnungshemmende Wirkung beträchtlich verstärken. Daher kann das Blutungsrisiko erhöht sein und eine Anpassung der Antikoagulanziendosis erforderlich werden.

Ciclosporin Bei einer gleichzeitigen Therapie mit Ciclosporin und Metronidazol besteht das Risiko für einen Anstieg der Serumkonzentration von Ciclosporin. Häufige Kontrollen der Ciclosporin- Serumkonzentration und des Serum-Kreatinins sind erforderlich.

Disulfiram
Die gleichzeitige Gabe von Disulfiram kann zu Verwirrtheitszuständen bis hin zu
psychotischen Zuständen führen. Eine Kombination beider Arzneimittel ist daher zu
vermeiden.

Fluorouracil Metronidazol hemmt die Metabolisierung von gleichzeitig verabreichtem Fluorouracil; die Plasmakonzentration von Fluorouracil wird dadurch erhöht.

Lithium Bei gleichzeitiger Gabe von Metronidazol mit Lithium-Salzen ist Vorsicht geboten, weil ein Anstieg der Lithiumkonzentrationen im Serum beobachtet wurde. Die Lithiumbehandlung sollte vor der Verabreichung von Metronidazol reduziert oder abgesetzt werden. Die Plasmakonzentrationen von Lithium, Kreatinin und Elektrolyten sollten bei Patienten unter Behandlung mit Lithium überwacht werden, während sie Metronidazol erhalten.

Mycophenolatmofetil Substanzen, die die gastrointestinale Flora verändern (z. B. Antibiotika), können die orale Bioverfügbarkeit von Mycophenolsäureprodukten vermindern. Engmaschige klinische Überwachung und Laborkontrollen in Bezug auf eine Verminderung des immunsuppresiven Effekts der Mycophenolsäure werden während einer gleichzeitigen Behandlung mit Antiinfektiva empfohlen.

Phenytoin Metronidazol hemmt die Verstoffwechselung von gleichzeitig verabreichtem Phenytoin, wodurch die Plasmakonzentration von Phenytoin erhöht wird. Andererseits vermindert gleichzeitig verabreichtes Phenytoin die Wirksamkeit von Metronidazol.

Tacrolimus Gleichzeitige Verabreichung mit Metronidazol kann zu einem Anstieg des Tacrolimus-Blutspiegels führen. Vermutet wird eine Hemmung der hepatischen Metabolisierung von Tacrolimus über CYP- 450 3A4. Der Tacrolimus-Blutspiegel und die Nierenfunktion sind daher häufig zu kontrollieren und die Dosierung entsprechend anzupassen, insbesondere zu Beginn und am Ende einer Behandlung mit Metronidazol bei Patienten, die auf ihre Tacrolimus-Medikation stabil eingestellt sind.

Sonstige Wechselwirkungen

Alkohol
Gleichzeitiger Alkoholkonsum ist zu vermeiden, da sonst Unverträglichkeiten mit
Schwindel und Erbrechen auftreten können (Disulfiram-ähnliche Wirkung).

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Die Sicherheit von Metronidazol bei Anwendung während der Schwangerschaft wurde bisher nicht hinreichend nachgewiesen. Insbesondere gibt es widersprüchliche Berichte zur Anwendung während der Frühschwangerschaft. In einigen Studien wurde eine erhöhte Missbildungsrate gesehen. In Tierversuchen zeigte Metronidaol keine teratogenen Effekte (siehe Abschnitt 5.3).

Metronidazol 5 mg/ml Infusionslösung darf während des ersten Trimenons der Schwangerschaft nur bei schweren lebensbedrohlichen Infektionen eingesetzt werden, falls eine sicherere Alternative nicht verfügbar ist. Während des zweiten und dritten Trimenons darf Metronidazol 5 mg/ml Infusionslösung zur Behandlung anderer Infektionen ebenfalls nur angewendet werden, wenn der erwartete Nutzen die möglichen Risiken eindeutig überwiegt.

Stillzeit

Da Metronidazol in die Muttermilch übergeht, ist bei einer Behandlung während der Stillzeit das Stillen zu unterbrechen. Auch nach Behandlungsende darf aufgrund der langen Halbwertzeit des Metronindazols für mindestens 2 – 3 weitere Tage nicht gestillt werden.

Fertilität

Tierexperimentelle Studien zeigen nur einen möglichen negativen Einfluss von Metronidazol auf das männliche Fortpflanzungssystem, wenn hohe Dosen, die weit über der maximal für den Menschen empfohlenen Dosis liegen, verabreicht wurden.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Patienten müssen vor der Möglichkeit des Auftretens von Schläfrigkeit, Schwindel, Verwirrung, Halluzinationen, Krämpfe oder vorübergehenden Sehstörungen gewarnt werden und es muss ihnen geraten werden, nicht zu fahren oder Maschinen zu bedienen, wenn diese Symptome auftreten.

4.8 Nebenwirkungen

Nebenwirkungen treten hauptsächlich bei hohen Dosierungen oder längerfristiger
Behandlung auf. Die am häufigsten zu beobachtenden Nebenwirklungen umfassen
Übelkeit, abnorme Geschmacksempfindungen und das Risiko der Entwicklung von
Neuropathien während längerfristiger Anwendung.

Für die folgende List für die Beschreibung der Häufigkeit von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig: (≥ 1/10)
Häufig: ( ≥ 1/100, < 1/10)
Gelegentlich: (≥ 1/1.000, <
1/100) Selten: (≥ 1/10.000,
< 1/1.000)
Sehr selten: (< 1/10.000)
Nicht bekannt: (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Systemorgan klasse (MedDRA) Infektionen und parasitäre Erkrankunge nHäufig Superinfe ktionen mit Candida (z. B. genitale Infektion en)Selten Pseudomembranös e Kolitis, die während oder nach der Therapie auftreten kann und sich als schwerer persistierender Durchfall manifestiert. Einzelheiten zur Notfallbehandlung finden Sie in Abschnitt 4.4.Sehr seltenNicht bekannt
Erkrankunge n des Blutes und des Lymphsyste msGranulozyto penie, Agranulozyt ose, Thrombozyt openie, Panzytopenie. Siehe Abschnitt 4.4.Leukopenie, aplastische Anämie
Erkrankunge n des Immunsyste msSchwere akute systemische Überempfindlichke itsreaktionen: Anaphylaxie, bis hin zum anaphylaktischen Schock. (Siehe Abschnitt 4.4.)Leichte bis mittelschwere Überempfindlichke itsreaktionen, z. B. Hautreaktionen (siehe „Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewe bes“ weiter unten), Angioödem.
Stoffwechsel- und Ernährungsst örungenAnorexie
Psychiatrisch e Erkrankunge n Erkrankunge n des Nervensyste msPsychotische Störungen, einschließlic h Verwirrtheits zustände, Halluzinatio nen Enzephalopa thie, Fieber Kopfschmerz en, Störungen von Sicht und Bewegung, Ataxie, Dysarthrie, Schwindel, Benommenh eit, Krämpfe.Depression Schläfrigkeit oder Schlaflosigkeit, Myoklonie, Krampfanfälle, periphere Neuropathie, die sich als Missempfindungen, Schmerzen, pelziges Gefühl und Kribbeln in den Extremitäten manifestiert. Aseptische Meningitis Wenn Krampfanfälle oder Anzeichen einer peripheren Neuropathie oder Enzephalopathie auftreten, sollte der behandelnde Arzt sofort informiert werden. Siehe Abschnitt 4.4.
Augenerkran kungen Herzerkrank ungenEKG-Veränderungen wie eine Abflachung der T-Welle.Sehstörunge n, z. B Doppeltsehe n, Kurzsichtigk eitOkuläre Krise, Optikusneuropathi e/ Neuritis (Einzelfälle)
Erkrankunge n des Gastrointesti naltraktsErbrechen, Übelkeit, Durchfall, Glossitis und Stomatitis, Aufstoßen mit bitterer Ge-schmacksempfindu ng, Magendrücken, metallischer Ge-schmack, belegte Zunge. Dysphagie (verursacht durch zentralnervöse Wirkungen von Metronidazol).
Leber- und Gallenerkran kungenAbnorme Werte von Leberenzym en und Bilirubin Hepatitis, Gelbsucht, Pankreatitis
Erkrankunge n der Haut und des Unterhautzell gewebesAllergische Hautreaktion en, z. B. Pruritus, Urtikaria Stevens-Johnson SyndromToxische epidermale Nekrolyse Erythema multiforme
Skelettmusku latur-, Bindegewebs- und Knochenerkr ankungenMyalgie, Arthralgie
Erkrankunge n der Nieren und HarnwegeAuftreten von dunklem Urin (bedingt durch ein Stoffwechsel produkt des Metronidazol s)
Allgemeine Erkrankunge n und Beschwerden am Verabreichu ngsortReizungen der Venenwand (bis zur Thrombophlebitis) nach intravenöser Anwendung, Schwächegefühl, Fieber

Fälle von schwerer irreversibler Hepatotoxizität/akutem Leberversagen, einschließlich Fällen mit tödlichem Ausgang, die sehr schnell nach Beginn der systemischen Anwendung von Metronidazol auftraten, sind bei Patienten mit Cockayne-Syndrom

berichtet worden (siehe Abschnitt 4.4).

Kinder und Jugendliche

Häufigkeit, Art und Schwere von Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen sind die gleichen wie bei Erwachsenen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/

4.9 Überdosierung

Symptome

Als Zeichen und Symptome können die in Abschnitt 4.8 beschriebenen Nebenwirkungen auftreten.

Orale Einzeldosen von Metronidazol bis zu 12g wurden bei Selbstmordversuchen und versehentlichen Überdosierungen berichtet. Die Symptome beschränkten sich auf Erbrechen, Ataxie und leichte Desorientierung.

Behandlung

Eine spezifische Behandlung massiver Überdosierungen oder ein spezifisches
Gegenmittel sind nicht bekannt. Falls nötig, kann Metronidazol durch Hämodialyse
wirksam eliminiert werden.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Antibiotika – Imidazol-Derivate, ATC-Code: J01XD01

Wirkmechanismus

Metronidazol selbst ist unwirksam. Es ist eine stabile Verbindung, die fähig ist, in Mikroorganismen einzudringen. Unter anaeroben Bedingungen werden Nitrosoradikale, die auf die DNA wirken, aus Metronidazol durch die mikrobielle Pyruvat-Ferredoxin-Oxidoreduktase gebildet, wobei eine Oxidation von Ferredoxin und Flavodoxin stattfindet. Nitrosoradikale bilden Addukte mit Basenpaaren der DNA, was zu einem Bruch der DNA-Kette und nachfolgend zum Zelltod führt.

PK/PD-Beziehung

Metronidazol wirkt konzentrationsabhängig. Die Wirksamkeit von Metronidazol hängt hauptsächlich vom Quotienten aus der maximalen Serumkonzentration (Cmax) und der minimalen Hemmkonzentration (MHK) ab, die für den betreffenden Mikroorganismus relevant ist.

Breakpoints (Grenzwerte)

Für die Prüfung von Metronidazol werden übliche Verdünnungsreihen angelegt. Die folgenden mini- malen Hemmkonzentrationen wurden festgelegt, um empfindliche von resistenten Mikroorganismen zu unterscheiden:

EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing, Version 7.1, March 2017) Breakpoints trennen empfindliche (S) von resistenten Organismen (R) wie folgt:

Erregerempfindlichresistenten
Clostridium difficile 1≤ 2 mg/l> 2 mg/l
andere Gram-positive Anaerobier≤ 4 mg> 4 mg/l
Gram-negative Anaerobier≤ 4 mg> 4 mg/l

1 Die Breakpoints basieren auf epidemiologischen Cut-off-Werten (ECOFFs), die
Wildtyp-Isolate von denen mit reduzierter Empfindlichkeit unterscheiden.

Liste der empfindlichen und resistenten Mikroorganismen

Üblicherweise empfindliche Spezies Anaerobe Mikroorganismen

Clostridium difficile°
Clostridium perfringens°∆
Fusobacterium spp.°
Peptoniphilus spp.°
Peptostreptococcus spp.°
Porphyromonas spp.°
Prevotella spp.

Veillonella spp.°

Andere Microorganismen

Entamoeba histolytica°
Gardnerella vaginalis
Giardia lamblia°
Trichomonas vaginalis°

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem darstellen können Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Helicobacter pylori

Anaerobe Mikroorganismen

Bacteroides fragilis

Von Natur aus resistente Spezies

Alle obligat aeroben Bakterien

Gram-positive Mikroorganismen

Enterococcus spp.

Staphylococcus spp.

Streptococcus spp.

Gram-negative Mikroorganismen

Enterobacteriaceae
Haemophilus spp.

° Bei Veröffentlichung der Tabellen lagen keine aktuellen Daten vor. In der
Primärliteratur, Standardwerken und Therapieempfehlungen wird von einer
Empfindlichkeit der jeweiligen Stämme ausgegangen.

Δ Nur bei Penicillin-Allergie

Mechanismus der Resistenzentwicklung gegen Metronidazol

Der Mechanismus der Resistenzbildung gegen Metronidazol ist bisher nur teilweise bekannt. Stämme von Bacteroides, die resistent gegen Metronidazol sind, besitzen Nitroimidazol-Reduktasen- kodierende Gene, die Nitroimidazole zu Aminoimidazolen umwandeln. Daher wird die Bildung der antibakteriell wirksamen Nitrosogruppe gehemmt.

Es besteht eine vollständige Kreuzresistenz zwischen Metronidazol und den anderen Nitroimidazolderivaten (Tinidazol, Ornidazol, Nimorazol).

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann je nach Region und Zeit variieren. Daher sollten vor allem für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen spezifische lokale Informationen über die Resistenz vorhanden sein. Besteht Zweifel an der Wirksamkeit von Metronidazol aufgrund der lokalen Resistenzsituation, sollte Expertenrat eingeholt werden. Insbesondere bei schweren Infektionen oder dem Versagen der Behandlung ist eine mikrobiologische Diagnostik einschließlich der Bestimmung der Arten der Mikroorganismen und ihrer Anfälligkeit gegenüber Metronidazol erforderlich.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption:

Metronidazol wird leicht aus dem Magen-Darm-Trakt absorbiert und die orale Bioverfügbarkeit beträgt > 90%. Infolgedessen führt die gleiche mg Dosis zu einer ähnlichen Exposition (AUC) beim Wechsel zwischen intravenöser und oraler Dosierung.

Metronidazol 5 mg/ml wird mittels intravenöser Infusion verabreicht. Daher beträgt die Bioverfügbarkeit 100 %.

Verteilung:

Metronidazol verteilt sich nach Injektion umfassend in den Körpergeweben. Es passiert auch die Plazentaschranke und erscheint in der Muttermilch in gleicher Konzentration wie im Serum. Die Eiweißbindung liegt unter 20 %, das scheinbare Verteilungsvolumen bei 36 Liter.

Metronidazol erscheint in den meisten Geweben und Körperflüssigkeiten wie Galle,
Knochen, Hirnabszessen, Liquor, Leber, Speichel, Sperma und Scheidensekret und
erreicht dabei ähnliche Konzentrationen wie im Blutplasma.

Biotransformation:

Metronidazol wird in der Leber durch Seitenkettenoxidation und Glucuronidierung verstoffwechselt. Die Metaboliten umfassen ein saures Oxidationsprodukt, ein Hydroxy-Derivat und ein Glucuronid. Der Hauptmetabolit im Serum ist der Hydroxymetabolit, der Hauptmetabolit im Urin ist der saure Metabolit.

Elimination:

Ca. 80 % der Substanz werden über die Niere ausgeschieden, wobei der nicht metabolisierte Anteil weniger als 10 % ausmacht. Geringe Mengen werden auch über die Leber ausgeschieden. Die Eliminations-Halbwertzeit beträgt 8 (6 – 10) Stunden.

Merkmale in speziellen Patientengruppen:

Niereninsuffizienz verzögert die Ausscheidung nur in einem unerheblichen Maß. Die Eliminationshalbwertszeit von Metronidazol bleibt bei Nierenversagens unverändert, allerdings scheiden diese Patienten die Metaboliten von Metronidazol nicht aus. Die klinische Bedeutung ist derzeit nicht bekannt.

Eine verzögerte Plasma-Clearance und eine verlängerte Serum-Halbwertszeit (bis zu 30 h) sind bei schweren Lebererkrankungen zu erwarten.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Toxizität bei wiederholter Verabreichung

Bei Hunden äußerten sich toxische Effekte nach wiederholter Verabreichung in Form von Ataxie und Tremor. In Untersuchungen an Affen wurde nach Verabreichung über 12 Monate eine dosisabhängige Zunahme von hepatozellulärer Degeneration nachgewiesen.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Metronidazol hat nach Nitroreduktion eine mutagene Wirkung auf Bakterien, jedoch ergaben sich keine Hinweise auf eine mutagene Wirkung an Säugetierzellen in vitro und in vivo. Zusätzlich ergaben Untersuchungen an Lymphozyten von Patienten, die mit Metronidazol behandelt wurden, keinen relevanten Hinweis auf DNA-schädigende Wirkungen.

Es gibt Hinweise auf tumorerzeugende Wirkungen bei Ratten und Mäusen. Insbesondere wurde bei Mäusen eine erhöhte Inzidenz von Lungentumoren nach oraler Verabreichung (des 3,1-fachen der maximal empfohlenen Dosis beim Menschen für Metronidazol von 1.500 mg /Tag) gesehen. Dies scheint jedoch nicht auf einer genotoxischen Wirkung zu beruhen, da bei transgenen Mäusen nach hohen Metronidazoldosen keine erhöhten Mutationsraten in verschiedenen Organen einschließlich der Lunge gefunden wurden.

Reproduktionstoxizität

In Untersuchungen mit Ratten und Kaninchen wurden keine teratogenen oder anderen embryotoxischen Effekte beobachtet.

Nach wiederholter Verabreichung von Metronidazol an Ratten über 26-80 Wochen wurden Hoden- und Prostatadystrophien beobachtet, jedoch nur nach hohen Dosen (des 14,2 bis 28,5-fachen der maximal empfohlenen Dosis beim Menschen für Metronidazol von 1.500 mg /Tag).

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumchlorid
wasserfreies Dinatriumphosphat
wasserfreie Zitronensäure
Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

Polypropylen-Beutel: 2 Jahre
Nach dem ersten Öffnen sofort verwenden.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25° C lagern.

Nicht kühlen.

Beutel in der Originalverpackung (Aluminium-Umverpackung) aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Polypropylenbeutel mit einem polypropylen twist-off Port und einem Inhalt von 100 ml Lösung in einer Aluminium-Umverpackung, verpackt in Kartons die 1 oder 10 Beutel enthalten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Nur zur einmaligen Anwendung. Unbenutzte Lösung muss verworfen werden.

Nicht verwenden, wenn die Lösung sichtbare Partikel enthält, oder trüb ist.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen
Anforderungen zu beseitigen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Hikma Farmacêutica (Portugal), S.A.

Estrada do Rio da Mó 8, 8A - 8B - Fervença
2705-906 Terrugem SNT
Portugal

Mitvertrieb

Hikma Pharma GmbH
Lochhamer Str. 13
82152 Martinsried
Deutschland

8. ZULASSUNGSNUMMER

Zul. Nr.: 137825

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 17. August 2017

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 28. Juli 2022

10. STAND DER INFORMATION

03.2023

REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig