Beistellbett, In-Bed-Sleeper, Wiegen, Wippen, Autositz, Trage, Reisebett – jedes Produkt einzeln danach beurteilt, ob ein Baby darin schlafen darf und unter welchen Bedingungen.

Wichtiger Hinweis

Ein Baby, das nicht atmet, nicht aufwacht, schlaff oder blau beziehungsweise grau wirkt oder krampft, ist ein Notfall. Sofort den örtlichen Notruf wählen, Anweisungen befolgen und mit Wiederbelebung beginnen, wenn keine normale Atmung besteht. Nicht selbst fahren, wenn das Kind instabil ist.

Sicherer Schlaf senkt das Risiko schlafbezogener Todesfälle deutlich, kann aber keine absolute Garantie geben. Eltern tragen keine Schuld, wenn trotz sorgfältiger Vorsorge ein plötzlicher Todesfall eintritt. Empfehlungen sollen konkrete Gefahren reduzieren, nicht Angst vor jedem Schlaf erzeugen.

Die Kernregel für jeden Schlaf lautet: Baby in Rückenlage, auf einer festen ebenen Matratze, in einem leeren eigenen Kinderbett im Zimmer der Eltern, rauchfrei und ohne Überwärmung. Sofa, Sessel, weiche Erwachsenenmatratze, Nestchen, Kissen, lose Decken und beschwerte Schlafprodukte sind keine sicheren Schlafplätze.

33 Beschwerte Schlafprodukte

Beschwerte Schlafsäcke, Decken und Puckhilfen enthalten Gewichte auf Brust oder Körper und versprechen ruhigeren Schlaf. AAP und CPSC raten davon ab. Für einen Nutzen fehlen belastbare Belege, während zusätzlicher Druck Atmung, Aufwachen und selbstständige Bewegung beeinträchtigen kann.

Auch ein scheinbar kleines Gewicht ist relativ zum Körper eines Säuglings erheblich. „Beruhigt wie eine Hand“ ist eine Werbeaussage, keine Sicherheitsprüfung. Selbst medizinische Gewichtsdecken für andere Altersgruppen lassen sich nicht auf Babys übertragen.

Ein bereits gekauftes Produkt wird nicht im Schlaf verwendet und nicht weiterverkauft, wenn eine Warnung oder ein Rückruf besteht. Produkt- und Rückrufdatenbanken werden geprüft. Ein unbeschwerter passender Schlafsack ist die sichere Alternative.

34 Beistellbett richtig montieren

Ein Beistellbett verbindet Nähe mit eigener Schlafoberfläche. Es muss ausdrücklich für diese Nutzung vorgesehen, mit dem Erwachsenenbett kompatibel und genau nach Anleitung befestigt sein. Matratzen liegen auf passender Höhe; zwischen ihnen darf kein Spalt entstehen, in den Kopf oder Körper geraten kann.

Improvisierte Kabelbinder, Bretter, Kissen oder gerollte Decken ersetzen die Herstellerbefestigung nicht. Das Beistellbett steht stabil, auch wenn sich ein Erwachsener im Bett bewegt. Bettdecken und Kissen der Eltern dürfen nicht in den Babybereich ragen.

Sobald das Kind sich hochzieht, aufsetzt oder die Gewichts- beziehungsweise Altersgrenze erreicht, wird die Konfiguration angepasst. Gebrauchte Modelle werden auf Vollständigkeit und Rückruf geprüft.

35 In-Bed-Sleeper und Schlafschalen im Elternbett

Schlafschalen, Trennkörbe und gepolsterte Einsätze sollen im Erwachsenenbett einen eigenen Bereich schaffen. Sie beseitigen jedoch weiche Matratze, Bettzeug, Absturz- und Einklemmgefahren nicht zuverlässig. Manche haben selbst gepolsterte Seiten oder sind nicht als Säuglingsbett geprüft.

Ein Produkt im Elternbett ist nicht dasselbe wie ein Beistellbett mit eigener normgerechter Unterlage. Sicherheitsbehauptungen werden anhand der konkreten Zulassung im jeweiligen Land geprüft, nicht anhand von Bewertungen oder Influencer-Videos.

Die AAP kann aufgrund begrenzter Evidenz nicht alle In-Bed-Sleeper empfehlen. Eine separate zugelassene Schlafstätte neben dem Bett bleibt die klarste sichere Lösung.

36 Bedsharing: offen und ohne Beschämung beraten

Manche Familien teilen bewusst das Bett, andere schlafen beim Stillen unbeabsichtigt ein. Wird aus Angst vor Kritik darüber geschwiegen, fehlen entscheidende Sicherheitsinformationen. Beratung fragt wertfrei nach tatsächlicher Situation, nicht nur nach dem geplanten Schlafplatz.

Die sicherste Empfehlung bleibt ein eigenes festes Bett im selben Zimmer. Gleichzeitig wird erklärt, dass Sofa und Sessel besonders gefährlich sind und welche Faktoren gemeinsames Bett nochmals deutlich riskanter machen. Ein vorbereiteter Plan für extreme Müdigkeit ist realistischer als das Versprechen, nie einzuschlafen.

Schadensminderung bedeutet nicht, Bedsharing als gleich sicher zu erklären. Sie erkennt menschliche Müdigkeit an und reduziert vermeidbare zusätzliche Risiken.

37 Bedsharing und Rauchen

Wenn eine Mutter, ein Partner oder eine andere im Bett schlafende Person raucht, soll das Baby die Matratze nicht teilen – auch wenn nie im Schlafzimmer geraucht wird. Pränatale und nachgeburtliche Rauchbelastung verstärken das Risiko, und Rückstände bleiben an Kleidung und Körper.

Das gilt auch für gelegentliches Rauchen. Ein offenes Fenster oder Duschen macht die Kombination nicht sicher. Das Baby erhält ein eigenes Bett im selben Raum, und Rauchstopp-Unterstützung wird angeboten.

E-Zigaretten und erhitzte Tabakprodukte sind kein Grund, die Empfehlung aufzuheben. Nikotinexposition und veränderte Wachheit bleiben relevant, während Langzeitdaten begrenzt sind.

38 Bedsharing nach Alkohol oder sedierenden Substanzen

Nach Alkohol, Cannabis, Opioiden, Benzodiazepinen, Schlafmitteln oder anderen schläfrig machenden Substanzen darf niemand mit dem Baby auf derselben Fläche schlafen. Die Person wacht schlechter auf, verändert ihre Lage unbemerkt und reagiert langsamer auf das Kind.

Eine feste „sichere“ Alkoholmenge lässt sich für Bedsharing nicht angeben. Wirkung hängt von Körper, Müdigkeit, Essen, Zeit und Kombinationen ab. Auch die Person neben der stillenden Mutter kann das Baby überdecken.

Vor Einnahme werden Babybett und nüchterne Betreuung organisiert. Medizinisch notwendige Arzneimittel werden mit Arzt oder Apotheke besprochen, nicht aus Angst ausgelassen. Der sichere Schlafplatz bleibt unabhängig von Stillfähigkeit und Medikamentenverträglichkeit.

39 Bedsharing bei Frühgeburt oder niedrigem Geburtsgewicht

Frühgeborene vor 37 Schwangerschaftswochen und Babys mit Geburtsgewicht unter 2.500 Gramm haben ein höheres SIDS-Risiko und sind auf weichen gemeinsamen Schlafoberflächen besonders verletzlich. Britische und andere Empfehlungen raten deshalb ausdrücklich gegen Bedsharing in dieser Gruppe.

Das Risiko bleibt nicht nur während der Neonatologie bestehen. Nach Entlassung wird eine feste separate Schlafstätte direkt neben dem Elternbett vorbereitet. Känguru-Hautkontakt ist wach und begleitet wertvoll, aber eine erschöpfte Betreuungsperson darf dabei nicht einschlafen.

Individuelle Klinikempfehlungen zu korrigiertem Alter, Sauerstoff und Monitor ändern die Grundregeln nur, wenn das Behandlungsteam dies ausdrücklich anweist.

40 Geschwister und Haustiere im Bett

Ein Säugling teilt die Schlafoberfläche nicht mit Geschwistern oder Haustieren. Kinder bewegen sich im Schlaf unvorhersehbar und können Warnzeichen nicht zuverlässig erkennen. Tiere können sich an Wärmequellen legen, Atemwege verdecken oder das Baby verletzen.

Bei Mehrlingen erhält idealerweise jedes Baby eine eigene zugelassene Schlafstätte. Klinikpraktiken des gemeinsamen Cotting unter Überwachung sind nicht automatisch für zu Hause gedacht. Regionale Empfehlungen und Platzverhältnisse werden vor Entlassung besprochen.

Haustiere bleiben auch dann außerhalb des Babybetts, wenn sie als ruhig gelten. Ein geschlossenes oder klar abgetrenntes Schlafzimmer verhindert unbeobachteten Zugang.

41 Wasserbett, Sofa-Topper und sehr weiche Matratzen

Wasserbetten, Luftmatratzen, Memory-Schaumtopper und stark einsinkende Matratzen sind keine Säuglingsschlafplätze. Das Gesicht kann in Material oder Erwachsenen-Körper einsinken, und die Oberfläche bildet Mulden. Luftmatratzen verlieren zudem Druck und schaffen Falten.

„Fest für Erwachsene“ kann für ein Baby trotzdem zu weich sein. Eine zugelassene Kinderbettmatratze ist auf Säuglingsgewicht und Passform ausgelegt. Zusätzliche Komfortauflagen werden nicht ergänzt.

Auch ein Hotelbett wird durch Entfernen der Kissen nicht automatisch zum sicheren Babybett. Eine Reise-Schlafstätte wird vorher organisiert. Improvisation in der Nacht ist ein häufiges Risikomoment.

42 Hängematten und federnde Wiegen

Babyhängematten und manche Federwiegen krümmen den Körper und sind nicht eben. Das Kinn kann auf die Brust sinken, besonders bei jungen oder frühgeborenen Babys. Seitenmaterial kann das Gesicht umschließen. Nicht jedes beruhigende Produkt ist für unbeaufsichtigten Schlaf zugelassen.

Eine medizinisch verwendete Hängematte unter Kliniküberwachung ist nicht mit häuslicher Nutzung gleichzusetzen. Eltern prüfen ausdrücklich, ob das konkrete Modell nach lokalem Standard als Schlafstätte geeignet ist; allgemeine Begriffe wie „ergonomisch“ reichen nicht.

Schläft das Baby in einer nicht zugelassenen Wiege ein, wird es auf eine feste ebene Schlafunterlage umgelegt. Motoren, Federn und Schnüre bleiben außerhalb der Reichweite.

43 Elektrische Wiegen und Smart-Bassinets

Smart-Bassinets bewegen sich, erzeugen Geräusche oder reagieren auf Weinen. Sie können Familien entlasten, ersetzen aber keine sichere Grundkonstruktion. Matratze, Neigung, Befestigung, Gewichtsgrenze und mitgelieferter Schlafsack müssen dem zugelassenen System entsprechen.

Zusätzliche Gurte oder Fixierungen dürfen Atmung und Hüfte nicht beeinträchtigen. Veränderungen der Herstelleranleitung, fremde Schlafsäcke und nachträglich gepolsterte Einlagen können die geprüfte Konfiguration aufheben. Rückrufe und Sicherheitswarnungen werden regelmäßig geprüft.

Ein Smart-Gerät verhindert SIDS nicht. Fällt Strom oder Sensorik aus, muss der Schlafplatz auch ohne Technik sicher bleiben. Das Baby wird nicht länger in einer Größe fixiert, die es motorisch überschritten hat.

44 Schaukeln, Wippen und Rocker

Wippen, Schaukeln und Rocker sind für wache beaufsichtigte Nutzung gedacht, sofern der Hersteller dies erlaubt. Die halbsitzende Position kann den Kopf nach vorne fallen lassen und Atemwege abknicken. Einschlafen darin ist kein sicherer regulärer Schlaf.

Schläft das Baby ein, wird es möglichst bald auf den Rücken in sein Bett gelegt. Gurte verhindern Sturz, aber nicht jede lagebedingte Atembehinderung. Zusätzliche Decken und Kissen erhöhen Gefahr.

Mehrere geneigte Schlafprodukte wurden nach Todesfällen zurückgerufen. Gebrauchte Geräte werden anhand Modellnummer geprüft. Ein Produkt bleibt gefährlich, auch wenn das eigene Kind darin bisher problemlos schlief.

45 Babywippe auf erhöhten Flächen

Eine Wippe steht immer auf dem Boden, niemals auf Tisch, Kücheninsel, Sofa oder Bett. Bewegung des Babys kann das Produkt zum Rand wandern lassen; ein Sturz ist möglich, auch wenn das Kind noch nicht rollt. Weiche Unterlagen verändern Stabilität und Neigung.

Das Baby bleibt korrekt angeschnallt und wird beaufsichtigt. Die Wippe dient nicht als Ersatzbett und nicht als sicherer Platz für eine ganze Nacht. Haustiere und Geschwister können das Gerät umstoßen.

Wer im Haushalt einen sicheren Ablegeort braucht, nutzt ein zugelassenes Laufgitter, Babybett oder eine feste freie Bodenfläche im Wachzustand. „Nur kurz“ ist kein verlässliches Sicherheitskonzept auf Höhe.

46 Kinderwagen und Kinderwagenaufsatz

Ein vollständig flacher, fester Kinderwagenaufsatz kann je nach Norm und Hersteller als Schlafmöglichkeit geeignet sein. Sitzteile und Sportsitze sind dagegen oft geneigt und werden nach Ankunft nicht als dauerhafter Schlafplatz genutzt. Gurte bleiben korrekt geschlossen.

Keine Decke wird über den Wagen gehängt. Sie behindert Luftzirkulation, staut Wärme und nimmt den Blick aufs Baby. Sonnenverdeck, Schatten und geeignete Kleidung sind sicherer. Taschen hängen nicht so am Griff, dass der Wagen kippt.

Zu Hause kommt das Baby für längeren unbeaufsichtigten Schlaf in sein Bett. Der Hersteller legt fest, ob und wie der Aufsatz auf einem Standgestell verwendet werden darf.

47 Autositz: sicher im Auto, nicht als Bett

Im fahrenden Auto schützt eine korrekt montierte rückwärtsgerichtete Babyschale. Außerhalb des Fahrzeugs ist sie keine allgemeine Schlafstätte. Die geneigte Sitzposition kann besonders bei Neugeborenen und Frühgeborenen den Kopf nach vorn sinken lassen.

Nach Ankunft wird ein schlafendes Baby auf eine feste ebene Fläche umgelegt. Die Schale bleibt nicht auf weichem Bett oder Tisch stehen und wird nicht mit Decken gepolstert. Gurte sitzen nach Herstellerangabe; dicke Jacken unter Gurten beeinträchtigen Rückhalt.

Lange Fahrten brauchen regelmäßige Pausen. Für sehr kleine oder medizinisch belastete Babys kann vor Entlassung ein Car-Seat-Tolerance-Test beziehungsweise individueller Transportplan nötig sein.

48 Wie lange darf ein Baby in der Babyschale bleiben?

Es gibt keine für jedes Baby exakt belegte universelle Minutengrenze. Häufig genannte „Zwei-Stunden-Regeln“ sind praktische Obergrenzen, nicht Freibriefe. Neugeborene, Frühgeborene und Babys mit Atemproblemen können schon früher belastet sein.

Fahrten werden möglichst kurz geplant, mit Pausen zum Herausnehmen, Füttern und Lagewechsel. Ein Erwachsener beobachtet das Baby, wenn möglich. Der Kopf darf nicht dauerhaft nach vorne auf die Brust fallen; Gesicht und Hautfarbe bleiben sichtbar.

Zu Hause wird die Schale nicht auf das Kinderwagengestell geklickt, um den Schlaf stundenlang fortzusetzen. Sicherheit im Unfall und Sicherheit beim Schlaf sind unterschiedliche Funktionen.

49 Tragetuch und Babytrage

In einer Trage bleibt das Gesicht jederzeit sichtbar und frei, der Kopf nahe genug zum Küssen und das Kinn von der Brust abgehoben. Rücken und Nacken werden altersgerecht gestützt. Stoff bedeckt weder Nase noch Mund.

Ein schlafendes Baby wird engmaschig beobachtet. Die Trage ist kein unbeaufsichtigter Schlafplatz, und die tragende Person schläft nicht mit dem Baby am Körper. Füttern in der Trage kann Atemwege gefährden; das Baby wird dafür herausgenommen.

Frühgeborene und Babys mit niedrigem Gewicht benötigen individuelle Beratung, weil handelsübliche Tragen oft erst ab bestimmter Größe passen. Der TICKS-Merksatz fasst die wichtigsten Positionierungsregeln zusammen.

50 Stillkissen und Lagerungskissen

Stillkissen unterstützen beim wachen Füttern, sind aber weich und halbkreisförmig. Ein Baby kann mit Gesicht oder Hals hineinrutschen und ersticken. Es schläft weder allein noch neben einem schlafenden Erwachsenen auf oder zwischen Stillkissen.

Nach dem Füttern wird das Kissen aus dem Bett und vom Sofa entfernt. Auch U-förmige „Lounger“ und angebliche Refluxkissen sind keine Schlafplätze. Aufsicht durch eine schlafende Person ist keine Aufsicht.

Für wache Bodenzeit wird eine feste Decke auf dem Boden genutzt, solange das Baby beaufsichtigt ist. Wird es schläfrig, wechselt es ins Babybett.

51 Säuglingsliegen und Babylounger

Lounger sind gepolsterte Auflagen mit erhöhten Seiten. Sie wirken bequem, können aber Gesicht und Atemwege umschließen, wenn das Baby rutscht oder sich dreht. Mehrere Behörden warnen vor Nutzung zum Schlafen, besonders auf Bett, Sofa oder Tisch.

„Nur unter Aufsicht“ ist schwer umzusetzen, weil Atembehinderung leise und plötzlich sein kann. Ein schlafendes Baby wird auf einen zugelassenen festen flachen Platz gelegt. Das Produkt wird nicht ins Kinderbett gelegt.

Prüfsiegel müssen zum vorgesehenen Einsatzzweck passen. Ein Textiletikett oder eine allgemeine Schadstoffprüfung sagt nichts über Schlafsicherheit und Einklemmgeometrie aus.

52 Babyboxen und Pappbetten

Babybox-Programme wurden mit Unterstützung für Familien und sicherem Schlaf beworben. Die Box allein verhindert jedoch keinen SIDS-Todesfall. Sicherheit hängt von Festigkeit, passender Matratze, Belüftung, Stabilität, Normen und korrektem Aufstellen ab.

Eine improvisierte Versandkiste ist kein Babybett. Wenn eine geprüfte Babybox regional angeboten wird, gelten Gewichts-, Alters- und Aufstellhinweise. Sie steht auf dem Boden, trocken, frei von Schnüren und Haustieren.

Wichtiger als der Produktname sind die unveränderten Regeln: Rückenlage, freie Fläche, kein Rauch und keine Überwärmung. Unterstützungsprogramme können zusätzlich Schlafsack, Beratung und Zugang zu einer normgerechten Schlafstätte bieten.

53 Reisebett

Ein Reisebett ist sicher, wenn es vollständig eingerastet, unbeschädigt und für Alter sowie Gewicht zugelassen ist. Verwendet wird nur die dafür vorgesehene feste dünne Matratze. Eine zusätzliche weiche Matratze kann gefährliche Spalten an den Seiten bilden.

Aufbau wird vor der Reise geübt; fehlende Teile werden nicht improvisiert. Das Bett steht nicht an Vorhangschnüren, Heizkörpern, Fenstern oder Möbeln, die als Kletterhilfe dienen. Netzwände bleiben frei.

Hotels stellen nicht immer aktuelle oder passend montierte Betten bereit. Familien prüfen das konkrete Modell selbst und haben wenn möglich eine verlässliche Alternative. Der erste Urlaubsabend ist kein guter Zeitpunkt für Produktlernen im Halbdunkel.

54 Schlafen bei Großeltern und Betreuungspersonen

Jede Betreuungsperson wendet dieselben Regeln bei jedem Nickerchen an. Ältere Empfehlungen wie Bauchlage, Lammfell oder dicke Decke werden freundlich, aber klar aktualisiert. Eine kurze schriftliche Checkliste am Bett verhindert Missverständnisse.

Das gebrauchte Familienbett von früher kann beschädigte Gitter, zu große Abstände, fehlende Teile oder eine weiche alte Matratze haben. Nostalgie ersetzt keine Sicherheitsprüfung. Rückrufe und aktuelle Normen werden kontrolliert.

Eltern bringen Schlafsack und gegebenenfalls Reisebett mit. Betreuungspersonen bestätigen, dass sie nicht auf Sofa oder Sessel mit dem Baby einschlafen und Substanz- sowie Rauchregeln kennen.

55 Schlaf in der Kinderbetreuung

Krippe, Tagespflege und Babysitter erhalten klare Information zu Rückenlage, eigenem Bett und medizinischen Ausnahmen. Ein Baby wird nicht wegen „besserem Schlaf“ auf den Bauch gelegt. Jede Schlafstätte ist frei, fest und dem Kind zugeordnet.

Betreuungseinrichtungen brauchen regelmäßige Sichtkontrollen, dokumentierte Schlafregeln und geschultes Personal für Notfälle. Ketten, Lätzchen, Kapuzen und lose Kuscheltiere werden abgelegt. Raumtemperatur und Kleidung passen zusammen.

Eine Ausnahmeposition wird nur mit schriftlicher medizinischer Begründung umgesetzt. Eltern und Einrichtung vereinbaren vorab, wie mit Einschlafen in Wippe oder Kinderwagen umgegangen wird und wer bei Auffälligkeiten informiert wird.

56 Produktnormen und Online-Marketing

Ein Produkt darf als „Babyprodukt“ verkauft werden, ohne für unbeaufsichtigten Schlaf zugelassen zu sein. Begriffe wie „anti-SIDS“, „atmungsaktiv“, „orthopädisch“ und „100 Prozent sicher“ sind Warnsignale für überzogene Werbung. Kein Produkt kann SIDS garantiert verhindern.

Eltern prüfen Hersteller, Modellnummer, bestimmungsgemäßen Gebrauch, lokale Norm und Rückrufe. Importware über Marktplätze kann Kennzeichnungen tragen, die nicht verifizierbar sind. Bewertungen beschreiben Komfort, nicht seltene tödliche Risiken.

Im Zweifel wird das Produkt nicht als Schlafplatz genutzt. Bett, Wiege, Reisebett oder Beistellbett mit klarer Zulassung sind einfacher zu beurteilen als multifunktionale Lounger.

57 Rückrufe und gebrauchte Schlafprodukte

Vor Kauf oder Übernahme wird die Modellnummer in der nationalen Rückrufdatenbank gesucht. Besonders geneigte Sleeper, Wiegen, Schaukeln, Bettumrandungen und Lounger waren Gegenstand schwerer Warnungen. Ein Rückruf bleibt gültig, auch wenn das Produkt weiter online angeboten wird.

Fehlende Schrauben, nachgebaute Matratzen und Reparaturen verändern Sicherheit. Anleitungen werden direkt beim Hersteller beschafft. Ein zurückgerufenes Produkt wird nach behördlicher Vorgabe unbrauchbar gemacht oder zurückgegeben, nicht verschenkt.

Gebrauchtkauf kann nachhaltig sein, wenn Alter, Norm, Vollständigkeit und Hygiene stimmen. Eine durchgelegene oder nicht passende Matratze wird ersetzt – ausschließlich durch das vorgesehene Modell.

Alle Kapitel dieses Ratgebers

  1. 1. Was SIDS ist Abschnitt 1–5 · 5
  2. 2. Die Grundregeln Abschnitt 6–19 · 14
  3. 3. Rauch, Alkohol und riskante Schlaforte Abschnitt 20–32 · 13
  4. 4. Schlafprodukte im Überblick Abschnitt 33–57 · 25
  5. 5. Überwachungsgeräte Abschnitt 58–65 · 8
  6. 6. Atmung, Apnoe und Warnzeichen Abschnitt 66–72 · 7
  7. 7. Besondere Babys Abschnitt 73–89 · 17
  8. 8. Risikofaktoren verstehen Abschnitt 90–119 · 30
  9. 9. Bett, Matratze und Schlafkleidung Abschnitt 120–141 · 22
  10. 10. Wohnsituation und Familie Abschnitt 142–149 · 8
  11. 11. Wie Babys schlafen Abschnitt 150–165 · 16
  12. 12. Erschöpfung und Unterstützung Abschnitt 166–179 · 14
  13. 13. Warum Leitlinien abweichen Abschnitt 180–187 · 8
  14. 14. Mythen Abschnitt 188–209 · 22
  15. 15. Wenn ein Kind stirbt Abschnitt 210–223 · 14
  16. 16. Trauer und danach Abschnitt 224–239 · 16
  17. 17. Wie Wissen entsteht Abschnitt 240–269 · 30
  18. 18. Entscheidungshilfen Abschnitt 270–291 · 22
  19. 19. Der tägliche Check Abschnitt 292–299 · 8