Gebrauchsinformation

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR ANWENDER

ORALAIR 300 IR Sublingualtabletten

Zur Anwendung bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 5 Jahren

Wirkstoff:

Gräserpollenallergenextrakt aus:

Gewöhnlichem Knäuelgras (Dactylis glomerata L.), Gewöhnlichem Ruchgras (Anthoxanthum odoratum L.), Deutschem Weidelgras (Lolium perenne L.), Wiesen-Rispengras (Poa pratensis L.) und Wiesen-Lieschgras (Phleum pratense L.)

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses
Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

  • Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
  • Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
  • Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.
  • Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist ORALAIR und wofür wird es angewendet?
2. Was sollten Sie vor der Einnahme von ORALAIR beachten?
3. Wie ist ORALAIR einzunehmen?
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
5. Wie ist ORALAIR aufzubewahren?
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist ORALAIR und wofür wird es angewendet?

ORALAIR enthält einen Allergenextrakt. Die Behandlung mit ORALAIR soll die immunologische Verträglichkeit gegenüber Gräserpollen erhöhen und damit die Allergiesymptome reduzieren.

ORALAIR wird bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 5 Jahren zur Behandlung der Gräserpollen-Allergie angewendet, die sich durch Schnupfen (Niesen, laufende Nase, juckende Nase, verstopfte Nase) mit oder ohne Bindehautentzündung (juckende und tränende Augen) bemerkbar macht.

Vor Beginn der Behandlung wird Ihre Allergie von einem Arzt mit entsprechender Ausbildung und Erfahrung in Allergieerkrankungen durch geeignete Haut- und/oder Bluttests diagnostiziert.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von ORALAIR beachten?

ORALAIR darf nicht eingenommen werden, wenn

  • Sie allergisch gegen einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,
  • Sie an schwerem und/oder instabilem Asthma leiden oder Sie innerhalb der letzten 3 Monate eine deutliche Verschlimmerung Ihres Asthmas hatten,
  • Ihre Einsekundenkapazität (FEV1), also die größtmögliche Menge an Luft, die Sie innerhalb von einer Sekunde mit größtmöglicher Kraft ausatmen können, nach Einschätzung Ihres Arztes unter 80 % liegt,
  • Sie eine Krankheit haben, die das Immunsystem beeinträchtigt, Sie Arzneimittel einnehmen, die das Immunsystem unterdrücken oder Sie Krebs haben,
  • Sie Mundgeschwüre oder Mundinfektionen haben. Ihr Arzt kann Ihnen empfehlen, den Beginn der Behandlung zu verschieben oder die Behandlung abzubrechen, bis Ihr Mund geheilt ist.

Nehmen Sie ORALAIR nicht ein, wenn Sie schwanger sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie ORALAIR einnehmen, wenn:

  • bei Ihnen schwere allergische Symptome auftreten, wie z.B. Schluck- oder Atembeschwerden, Veränderungen der Stimme, Hypotonie (niedriger Blutdruck) oder das Gefühl eines Kloßes im Hals. Brechen Sie die Behandlung ab und wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt.
  • Sie bereits eine schwere allergische Reaktion auf ein Arzneimittel mit Allergenextrakten erlitten haben.
  • sich Ihre Asthmasymptome im Vergleich zum Normalzustand merklich verschlimmern. Brechen Sie die Behandlung ab und wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt.
  • Sie eine Herz-Kreislauf-Erkrankung haben.
  • Sie Beta-Blocker einnehmen (Wirkstoffe, die häufig bei Herzerkrankungen und hohem Blutdruck verschrieben werden, aber auch in einigen Augentropfen und -salben enthalten sind).
  • Sie wegen Depressionen behandelt werden (Wirkstoffe wie trizyklischen Antidepressiva oder Monoaminooxidase (MAO)-Hemmer) oder wegen der Parkinson-Krankheit (Wirkstoffe wie mit Catechol-O-Methyltransferase (COMT)-Hemmer).
  • Sie im Mund operiert oder ein Zahn gezogen werden muss. Sie sollten die Behandlung mit ORALAIR bis zur Heilung vorübergehend unterbrechen.
  • Sie anhaltendes Sodbrennen oder Schluckbeschwerden haben. Sie sollten Ihren Arzt kontaktieren.
  • Sie eine abgeklungene Autoimmunerkrankung haben.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über:

  • jede Erkrankung, die Sie in letzter Zeit hatten,
  • persönliche oder familiäre Vorgeschichte mit einer Krankheit, die Ihr Immunsystem beeinträchtigen könnte,
  • Ihre allergische Erkrankung, wenn sie sich in letzter Zeit verschlimmert hat.

Wenn Sie Arzneimittel zur Regulierung und/oder Linderung von Asthma einnehmen, sollten Sie Ihre Asthmabehandlung nicht ohne den Rat Ihres Arztes unterbrechen, da dies die Asthmasymptome verschlimmern kann. Wenn Sie an Asthma und einer Atemwegsinfektion leiden, müssen Sie den Beginn der Behandlung mit ORALAIR verschieben, bis Ihre Infektion abgeklungen ist.

Während der Behandlung ist mit leichten bis mittelschweren lokalen allergischen Reaktionen zu rechnen. Wenn diese Reaktionen schwerwiegend sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um zu erfahren, ob Sie antiallergische Arzneimittel wie Antihistaminika benötigen.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

ORALAIR wird zur Behandlung von allergischem Schnupfen durch Gräserpollen mit oder ohne Bindehautentzündung bei Jugendlichen und Kindern ab 5 Jahren angewendet. ORALAIR ist nicht für die Anwendung bei Kindern unter 5 Jahren bestimmt.

Einnahme von ORALAIR zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen, auch wenn es sich um nicht rezeptpflichtige Arzneimittel handelt.

Informieren Sie Ihren Arzt insbesondere darüber, wenn Sie bestimmte Arzneimittel gegen
Depressionen einnehmen (trizyklische Antidepressiva und Monoaminooxidase (MAO-) Hemmer).

Wenn Sie andere Arzneimittel gegen Allergien einnehmen, wie z. B. Antihistaminika, Asthmamittel oder Steroide oder ein Arzneimittel, das eine Substanz namens Immunglobulin E (IgE) blockiert, z. B. Omalizumab, besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Sie diese weiterhin einnehmen sollen. Wenn Sie die Einnahme dieser Allergiemedikamente beenden, können während der Behandlung mit ORALAIR mehr Nebenwirkungen auftreten. Die symptomatische Behandlung (z.B. mit Antihistaminika und/oder nasalen Kortikosteroiden) kann zusammen mit ORALAIR erfolgen.

Sprechen Sie vor der Einnahme von ORALAIR mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie einen Beta-Blocker einnehmen (d.h. eine Gruppe von Arzneimitteln, die oft zur Behandlung von Herzkrankheiten und hohem Blutdruck verschrieben wird, aber auch in einigen Augentropfen und -salben enthalten ist), da dieses Arzneimittel die Wirksamkeit von Adrenalin zur Behandlung von schwerwiegenden systemischen Reaktionen verringern kann.

ORALAIR mit Nahrung und Getränken

Es soll nach der Einnahme dieses Arzneimittels 5 Minuten lang nichts gegessen und getrunken
werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Wenn Sie schwanger sind oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Es gibt keine Erfahrungen mit der Anwendung von ORALAIR während der Schwangerschaft. Sie
sollten deshalb eine Immuntherapie nicht beginnen, wenn Sie schwanger sind.

Wenn Sie dieses Arzneimittel bereits einnehmen und schwanger werden, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt darüber, ob eine Fortsetzung der Therapie angebracht ist.

Stillzeit

Wenn Sie stillen, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Beginnen Sie keine Immuntherapie, wenn Sie stillen.

Über die Anwendung von ORALAIR während der Stillzeit liegen keine Erfahrungen vor.

Auswirkungen auf Kinder, die während der Behandlung gestillt werden, sind nicht zu erwarten. Wenn Sie während der Behandlung stillen möchten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob eine Fortsetzung der Behandlung für Sie angebracht ist.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Nach der Einnahme von ORALAIR wurde kein Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit oder die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beobachtet.

ORALAIR enthält Lactose

Bitte nehmen Sie dieses Arzneimittel erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

ORALAIR enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Dosis, d. h. es ist nahezu „natriumfrei“.

3. Wie ist ORALAIR einzunehmen?

Nehmen Sie ORALAIR immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

ORALAIR wird von Ärzten mit entsprechender Ausbildung und Erfahrung in der Behandlung von Allergien verschrieben. Bei der Verschreibung für Kinder hat der Arzt entsprechende Erfahrung in der Behandlung von Kindern.

Dosierung

Die Behandlung besteht aus einer Einleitungsphase (einschließlich einer Dosissteigerung über 3 Tage) und einer Fortsetzungsphase. ORALAIR 300 IR ist nur für die Fortsetzungsbehandlung bestimmt.

Nehmen Sie 1 Tablette 300 IR einmal täglich.

Art der Anwendung

Die erste Dosis von ORALAIR sollte unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden. Sie sollten nach der Einnahme der ersten Dosis mindestens eine halbe Stunde lang unter ärztlicher Beobachtung bleiben. Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme, um Ihre Empfindlichkeit gegenüber dem Arzneimittel zu überwachen. Außerdem haben Sie so die Möglichkeit, mögliche Nebenwirkungen mit Ihrem Arzt zu besprechen.

Behalten Sie die Tablette unter der Zunge (mindestens 1 Minute lang), bis sie sich vollständig
aufgelöst hat, bevor Sie sie herunterschlucken. Es wird empfohlen, die Tabletten tagsüber
einzunehmen. Der Mund sollte bei der Einnahme leer sein. Essen und trinken Sie mindestens 5
Minuten lang nichts.

Dauer der Anwendung

Nehmen Sie diese Tabletten immer genau nach Anweisung Ihres Arztes bis zum Ende der Behandlung ein.

Beginnen Sie ungefähr 4 Monate vor Anfang der Pollensaison mit der Behandlung und setzen Sie
diese bis zum Ende der Pollensaison fort.

Es liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von ORALAIR bei Patienten, die älter als 65 Jahre sind, vor.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Es liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von ORALAIR bei Kindern unter 5 Jahren vor.

Es liegen keine Erfahrungen zur Anwendung bei Kindern über mehr als eine Pollensaison vor.

Die Dosierung bei Jugendlichen und Kindern ab 5 Jahren entspricht derjenigen, die bei Erwachsenen angewendet wird.

Wenn Sie eine größere Menge von ORALAIR eingenommen haben, als Sie sollten

Falls Sie mehr ORALAIR eingenommen haben, als Sie sollten, kann es zu allergischen Reaktionen einschließlich örtlicher Beschwerden in Mund und Hals kommen. Wenn bei Ihnen schwere Reaktionen auftreten, suchen Sie umgehend Ihren Arzt auf.

Wenn Sie die Einnahme von ORALAIR vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Sollten Sie die Einnahme von ORALAIR für weniger als eine Woche unterbrochen haben, können Sie die Behandlung unmittelbar wieder aufnehmen.

Wenn Sie die Behandlung für mehr als 7 Tage unterbrochen haben, fragen Sie bitte Ihren Arzt, wie Sie die Behandlung wieder aufnehmen sollen.

Wenn Sie die Einnahme von ORALAIR abbrechen

Wenn Sie die Einnahme von ORALAIR nicht bis zum Ende fortsetzen, hält die Wirkung der
Behandlung möglicherweise nicht an.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem
auftreten müssen.

Während der Behandlung mit ORALAIR werden Sie Substanzen ausgesetzt, die Reaktionen am Applikationsort und/oder Symptome auslösen können, die den ganzen Körper betreffen können. Sie können mit Reaktionen am Applikationsort (z.B. Juckreiz im Mundraum und Reizungen im Rachenraum) rechnen. Diese Reaktionen setzen normalerweise zu Beginn der Behandlung ein, sind vorübergehend und lassen normalerweise mit der Zeit nach.

Beenden Sie die Einnahme von ORALAIR und wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt oder an ein Krankenhaus, wenn bei Ihnen folgende Symptome auftreten:

  • schnelles Anschwellen von Gesicht, Mund, Rachen oder Haut
  • Schwierigkeiten beim Schlucken
  • Schwierigkeiten beim Atmen
  • Veränderungen der Stimme
  • Hypotonie (niedriger Blutdruck)
  • Völlegefühl in der Kehle (wie eine Schwellung)
  • Nesselsucht und Juckreiz auf der Haut

Die Behandlung sollte nur nach Anweisung des Arztes wieder aufgenommen werden.

Andere mögliche Nebenwirkungen sind

Sehr häufig (mehr als 1 Behandelter von 10):

  • Juckreiz im Mund
  • Reizung des Rachens
  • Kopfschmerzen

Häufig (1 bis 10 Behandelte von 100):

  • Entzündung der Augen, juckende und/oder wässrige Augen
  • juckende Ohren
  • Rhinitis (verstopfte Nase, Nasenlaufen, Niesen, Nasenjucken, Nasenbeschwerden), Verstopfung der Nebenhöhlen
  • Schwellung oder Juckreiz der Lippen oder Zunge, Schmerzen der Zunge
  • Beschwerden im Mundraum (z.B. Trockenheit, Kribbeln, Taubheitsgefühl, Entzündung, Schmerzen, Blasenbildung oder Schwellungen)
  • Halsbeschwerden (z.B. Trockenheit, Unbehagen, Schmerzen, Blasenbildung oder Schwellungen), Heiserkeit, Schluckbeschwerden
  • Entzündungen von Mund, Nase und Hals
  • Asthma, Atembeschwerden
  • Husten
  • Beschwerden im Brustkorb
  • Sodbrennen, Magenbeschwerden, Magenschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Übelkeit
  • anhaltende Hautbeschwerden wie Trockenheit, Rötungen und Juckreiz, Nesselsucht, Juckreiz

Gelegentlich (1 bis 10 Behandelte von 1.000):

  • Schwellung der Augen, Augenrötung, trockenes Auge
  • Ohreninfektion, Schwindel, Ohrenbeschwerden
  • Geschwüre im Mundraum oder der Zunge, Schwellungen des Gaumens, Entzündungen von Zahnfleisch oder Lippen oder Zunge
  • Vergrößerung der Speicheldrüsen, übermäßige Speichelproduktion
  • Veränderungen des Geschmacksinns, Aufstoßen
  • Taubheits-, Enge- und/oder Fremdkörpergefühl im Hals
  • Keuchen
  • allergische Reaktion mit Schwellungen von Gesicht und Hals, Überempfindlichkeit
  • geschwollene Lymphknoten
  • Ausschlag, Akne, Fieberbläschen, Hautverletzung durch Kratzen
  • Depressionen, Müdigkeit, Schläfrigkeit
  • grippeähnliche Symptome

Selten (1 bis 10 Behandelte von 10.000):

  • Schwellungen im Gesicht, Hitzegefühl
  • Angst
  • Zunahme der eosinophilen Blutkörperchen

Häufigkeit nicht bekannt (auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Es wurde zusätzlich über Entzündungen der Speiseröhre berichtet.

Die Anzahl der Nebenwirkungen bei Erwachsenen, die in einer klinischen Studie über drei aufeinander folgende Gräserpollen-Saisons mit ORALAIR behandelt wurden, nahm im zweiten und dritten Jahr ab.

Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen

Die folgenden Nebenwirkungen waren bei Kindern und Jugendlichen, die ORALAIR erhielten, häufiger als bei Erwachsenen: Husten, Entzündungen von Nase und Hals, Ödem im Mundraum (sehr häufig), orales Allergiesyndrom, Entzündung der Lippen, Fremdkörpergefühl im Hals, Entzündung der Zunge, Beschwerden des Ohres (häufig).

Darüber hinaus wurden auch die folgenden Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen
beobachtet: Bronchitis, Tonsillitis (häufig), Schmerzen des Brustkorbs (gelegentlich).

Weitere Nebenwirkungen bei der Anwendung bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern

(Anwendungsbeobachtung; Häufigkeit unbekannt):

Verschlimmerung von Asthma, systemische allergische Reaktion.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt anzeigen über:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Institut Pharmakovigilanz
Traisengasse 5
1200 WIEN
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist ORALAIR aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton nach „Verwendbar bis“ bzw. nach dem auf der Blisterpackung nach „EXP“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungen
erforderlich.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der packung und weitere Informationen

Was ORALAIR enthält

  • Der Wirkstoff ist ein Gräserpollenallergenextrakt aus: Gemeinem Knäuelgras (Dactylis glomerata L.), Gewöhnlichem Ruchgras (Anthoxanthum odoratum L.), Deutschem Weidelgras (Lolium perenne L.), Wiesen-Rispengras (Poa pratensis L.) und Wiesen-Lieschgras (Phleum pratense L.). Eine Sublingualtablette enthält 300 IR.

Der Reaktivitätsindex (IR) gibt die Aktivität an und wird mit einem Hauttest an sensibilisierten
Patienten bestimmt.

  • Die sonstigen Bestandteile sind Mannitol (E421, Ph.Eur.), mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium, hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat und Lactose-Monohydrat.

Wie ORALAIR aussieht und Inhalt der Packung

Ein Blister mit 30 Sublingualtabletten zu 300 IR.

Die Tabletten sind leicht gesprenkelt, weiß bis beigefarben mit Prägung „300“ auf beiden Seiten.

Die Tabletten sind in Blistern (Alu/Alu), die mit einem Film (Polyamid/Aluminium/ Polyvinylchlorid) überzogen sind, erhältlich..

Packungsgröße: 30 und 90 Sublingualtabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

STALLERGENES
6 rue Alexis de Tocqueville, 92160 ANTONY, Frankreich
Tel. +33 (0) 1 55 59 20 00
Fax +33 (0) 1 55 59 21 68

Z. Nr.: 2 – 00362

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Österreich Belgien, Estland, Deutschland, Irland, Italien, Lettland, Luxemburg, Niederlande, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei Bulgarien, Tschechische Republik Dänemark, Finnland, Norwegen, SchwedenOralair 300 IR Sublingualtabletten Oralair 300 IR ORALAIR 300 IR Aitgrys
FrankreichOralair 300 IR comprimé sublingual
KroatienOralair 300 IR sublingvalne tablete
LitauenORALAIR 300IR poliežuvinès tabletès
SlowenienOralair 300IR podjezične tablete
SpanienORALAIR 300 IR comprimidos sublinguales
UngarnOralair 300 IR nyelvalatti tabletta

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Dezember 2023

Fachinformation

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

ORALAIR 100 IR + 300 IR Sublingualtabletten

ORALAIR 300 IR Sublingualtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Gräserpollenallergenextrakt aus: Gewöhnlichem Knäuelgras (Dactylis glomerata L.), Gewöhnlichem Ruchgras (Anthoxanthum odoratum L.), Deutschem Weidelgras (Lolium perenne L.), Wiesen-Rispengras (Poa pratensis L.) und Wiesen-Lieschgras (Phleum pratense L.)………………. 100 IR* oder 300 IR* pro Sublingualtablette.

  • IR (Reaktivitätsindex): Die Einheit IR wurde zur Messung der Allergenität eines Allergenextraktes festgelegt. Der Allergenextrakt enthält 100 IR/ml, wenn im Haut-Pricktest mit einer Stallerpoint®-

Nadel bei 30 gegen dieses Allergen sensibilisierten Patienten eine Quaddel von 7 mm Durchmesser (geometrisches Mittel) induziert wird. Die Hautreaktivität dieser Patienten wird gleichzeitig mit 9 %igem Codeinphosphat oder 10 mg/ml Histamindihydrochlorid als Positivkontrolle gezeigt. Die von Stallergenes verwendete IR-Einheit ist nicht vergleichbar mit den Einheiten, die von anderen Allergenherstellern angegeben werden.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Eine Sublingualtablette 100 IR enthält 83,1 – 83,6 mg Lactose-Monohydrat.

Eine Sublingualtablette 300 IR enthält 81,7 – 83,2 mg Lactose-Monohydrat.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Sublingualtablette.

Die Tabletten 100 IR sind leicht gesprenkelt, weiß bis beigefarben mit der Prägung „100“ auf beiden Seiten.

Die Tabletten 300 IR sind leicht gesprenkelt, weiß bis beigefarben mit der Prägung „300“ auf beiden Seiten.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Behandlung der durch Gräserpollen ausgelösten allergischen Rhinitis mit oder ohne Konjunktivitis bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern (ab 5 Jahren) mit klinisch relevanten Symptomen, die durch einen positiven Hauttest und/oder einen positiven Titer des spezifischen IgE gegen einen der Gräserpollen der homologen Gruppe der Pooideae-Gräser1 bestätigt wurde.

1 Homologe Gruppe der Pooideae-Gräser (gemäßigte Klimazone): Phleum pratense (Wiesenlieschgras), Anthoxanthum odoratum (gewöhnliches Ruchgras), Avena sativa (Hafer), Dactylis glomerata (Wiesenknäuelgras), Festuca spp. (Wiesenschwingel), Holcus lanatus (wolliges Honiggras), Hordeum vulgare (Gerste), Lolium perenne (Deutsches Weidelgras), Poa pratensis (Wiesenrispengras), Secale cereale (Roggen), Triticum aestivum (Weizen).

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Die Therapie mit ORALAIR sollte nur von Ärzten mit entsprechender Ausbildung und Erfahrung in der Therapie allergischer Erkrankungen verschrieben und eingeleitet werden. Bei der Therapie von Kindern sollten die Ärzte über entsprechende Ausbildung und Erfahrung bei Kindern verfügen.

Die erste Tablette ist unter ärztlicher Aufsicht einzunehmen und der Patient ca. 30 Minuten zu
überwachen.

Dosierung

Die Behandlung setzt sich aus einer Einleitungsbehandlung (einschließlich einer Dosiserhöhung über 3 Tage) und einer Fortsetzungsbehandlung zusammen.

Einleitungsbehandlung

Die Dosis von ORALAIR soll über einen Zeitraum von drei Tagen erhöht werden, um die Dosierung für die Fortsetzungsbehandlung zu erreichen, und zwar nach dem folgenden Schema:

Tag 1 1 Tablette 100 IR
Tag 2 2 Tabletten 100 IR gleichzeitig
Tag 3 1 Tablette 300 IR

Der Zeitraum der Dosis-Steigerung kann verlängert werden, wenn der Arzt dies – je nach Zustand des Patienten – für erforderlich hält.

Fortsetzungsbehandlung

Die Dosis für Erwachsene, Jugendliche und Kinder beträgt 300 IR täglich.

Die Fortsetzungsbehandlung soll mit einer ORALAIR 300 IR Sublingualtablette pro Tag bis zum
Ende der Pollensaison fortgeführt werden.

Die Behandlung sollte etwa 4 Monate vor dem erwarteten Anfang der Pollensaison begonnen und bis zum Ende der Pollensaison fortgeführt werden.

Dauer der Behandlung

In den internationalen Behandlungsleitlinien wird für die Allergenimmuntherapie (AIT) eine
Behandlungsdauer von mindestens 3 Jahren angegeben, um eine langfristige Wirksamkeit nach
Absetzen der Behandlung zu erreichen.

Tritt während der ersten Pollensaison keine relevante Besserung der Symptome ein, besteht keine
Indikation, die Therapie fortzusetzen.

Wenn die Behandlung für weniger als 7 Tage unterbrochen wurde, kann sie im Allgemeinen
fortgesetzt werden. Falls die Behandlung für einen Zeitraum von länger als 7 Tagen unterbrochen
wurde, sollte sie unter ärztlicher Aufsicht fortgesetzt werden.

Besondere Patientengruppen

Klinische Erfahrungen zur Immuntherapie mit ORALAIR bei Patienten, die älter als 65 Jahre sind, liegen nicht vor.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von ORALAIR bei Kindern unter 5 Jahren ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten zur Behandlung von Kindern mit ORALAIR über eine Pollensaison hinaus vor.

Die bei Jugendlichen und Kindern ab 5 Jahren anzuwendende Dosierung entspricht derjenigen, die bei Erwachsenen angewendet wird.

Art der Anwendung

Die Tabletten sind bis zur vollständigen Auflösung unter der Zunge zu behalten (mindestens 1 Minute lang), bevor sie heruntergeschluckt werden.

Es wird empfohlen, die Tabletten tagsüber einzunehmen. Der Mund sollte bei der Einnahme leer sein. In den folgenden 5 Minuten sollten keine Speisen und Getränke eingenommen werden.

4.3 Gegenanzeigen

• • • • •Überempfindlichkeit gegen einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile Schweres unkontrolliertes oder instabiles Asthma (FEV 1 < 80 % des Vorhersagewertes) oder eine schwere Asthma-Exazerbation innerhalb der letzten 3 Monate Patienten mit aktiven oder schlecht kontrollierten Autoimmunerkrankungen, Immundefekten, Immundefiziten, Immunsuppression oder bösartigen neoplastischen Erkrankungen mit aktueller Krankheitsrelevanz Schwere orale Entzündungen (z. B. oraler Lichen planus, orale Ulzerationen oder orale Mykose) Die Einleitung einer Allergen-Immuntherapie während der Schwangerschaft ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.6)
4.4Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Schwere allergische Reaktionen

Wie bei jeder Allergen-Immuntherapie können schwere allergische Reaktionen, einschließlich schwerer laryngopharyngealer Störungen oder systemischer allergischer Reaktionen (d.h. akuter Ausbruch einer Krankheit mit Beteiligung der Haut, der Schleimhäute oder von beiden, Beeinträchtigung der Atemwege, anhaltende gastrointestinale Symptome oder Blutdruckabfall und/oder damit verbundene Symptome) auftreten. Informieren Sie die Patienten über diese damit verbundenen Anzeichen und Symptome und veranlassen Sie sie, sofort einen Arzt aufzusuchen und die Therapie abzubrechen, falls diese auftreten. Die Behandlung sollte nur auf Anweisung eines Arztes wieder aufgenommen werden.

Frühere systemische allergische Reaktion auf eine Allergen-Immuntherapie

Die Einleitung der Behandlung mit ORALAIR bei Patienten, die zuvor eine systemische allergische Reaktion auf eine frühere Allergen-Immuntherapie gezeigt haben, sollte sorgfältig abgewogen werden, und es sollten Maßnahmen zur Behandlung möglicher Reaktionen zur Verfügung stehen.

Asthma

Asthma ist ein bekannter Risikofaktor für schwere systemische allergische Reaktionen. Der
Asthmastatus sollte vor Beginn der Therapie sorgfältig geprüft werden (siehe Abschnitt 4.3).

Patienten mit begleitendem Asthma sollten zu Beginn und während der gesamten Dauer der Behandlung mit ORALAIR kontrolliert werden. Ein abruptes Absetzen der Asthmakontrollmedikation nach Beginn der Behandlung mit ORALAIR wird nicht empfohlen.

Patienten mit Begleitasthma sollten darüber informiert werden, dass sie bei einer plötzlichen
Verschlechterung ihres Asthmas sofort einen Arzt aufsuchen müssen.

Bei Patienten mit Asthma, die an einer akuten Atemwegsinfektion leiden, ist der Beginn der
Behandlung mit ORALAIR zu verschieben, bis die Infektion abgeklungen ist.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann ein erhöhtes Risiko für systemische allergische Reaktionen bestehen. Dies sollte vor der Einnahme von ORALAIR berücksichtigt werden.

Beta-Blocker

Bei Patienten, die Beta-Blocker anwenden, kann es vorkommen, dass sie auf die übliche Adrenalin-Dosis, die für die Behandlung von schwerwiegenden systemischen Reaktionen einschließlich Anaphylaxie eingesetzt wird, nicht ansprechen. Beta-Blocker wirken spezifisch der herz-stimulierenden und bronchodilatierenden Wirkung von Adrenalin entgegen.

MAO-Hemmer, trizyklische Antidepressiva und COMT-Hemmer

Eine Allergen-Immuntherapie bei Patienten, die mit Monoaminoxidase (MAO)-Hemmern,
trizyklischen Antidepressiva oder Katechol-O-Methyltransferase (COMT)-Hemmern behandelt
werden, sollte sorgfältig abgewogen werden, da diese Behandlungen die Wirkung von Adrenalin
verstärken könnten.

Leichte bis mittelschwere lokale allergische Reaktionen

Die Behandlung besteht in der Exposition gegenüber Allergenen, gegen die der Patient allergisch ist. Daher sind leichte oder mäßige lokale allergische Reaktionen im Mund-Rachen-Raum (z. B. oraler Juckreiz, Reizung des Rachens, Juckreiz im Ohr) zu erwarten. Wenn der Patient signifikante Reaktionen an der Applikationsstelle zeigt, kann eine symptomatische Behandlung (z.B.

Antihistaminika) in Betracht gezogen werden.

Orale Läsionen

Im Falle eines chirurgischen Eingriffs in der Mundhöhle, einschließlich Zahnextraktionen, sollte der Beginn der Behandlung mit ORALAIR verschoben und die laufende Behandlung bis zur vollständigen Heilung der Mundhöhle unterbrochen werden.

Eosinophile Ösophagitis

In Zusammenhang mit ORALAIR wurde über eosinophile Ösophagitis berichtet. Wenn während der Behandlung mit ORALAIR schwere oder persistierende gastroösophageale Symptome, einschließlich Dysphagie oder Brustschmerzen, auftreten, muss die Behandlung mit ORALAIR unterbrochen und der Patient von seinem Arzt untersucht werden. Die Behandlung darf nur auf Anweisung des Arztes fortgesetzt werden.

Autoimmunkrankheiten in Remission

Bei Patienten mit einer Autoimmunerkrankung in Remission sollte ORALAIR nur mit Vorsicht
verschrieben werden.

Lactose

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lapp-Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Natrium Dieses Arzneimittel enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Dosis, d. h. es ist nahezu „natriumfrei“.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine Studien zu Wechselwirkungen durchgeführt.

Aus klinischen Studien mit ORALAIR, in denen die Patienten zur Behandlung allergischer Symptome Arzneimittel nehmen durften (Antihistaminika, Steroide), wurden keine Wechselwirkungen berichtet.

Es liegen keine Daten über die möglichen Risiken einer gleichzeitigen Immuntherapie mit anderen Allergenen während der Therapie mit ORALAIR vor.

Die gleichzeitige Behandlung mit symptomatischen antiallergischen Arzneimitteln oder Anti-IgE-Arzneimitteln, z.B. Omalizumab, kann die Toleranz des Patienten gegenüber der Immuntherapie erhöhen. Dies sollte beim Absetzen solcher Arzneimittel berücksichtigt werden.

Klinische Erfahrungen hinsichtlich einer gleichzeitigen Impfung während der Therapie mit ORALAIR liegen nicht vor. Nach einer ärztlichen Beurteilung des Allgemeinzustandes des Patienten kann eine Impfung ohne Unterbrechung der Therapie mit ORALAIR erfolgen.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine klinischen Erfahrungen mit der Anwendung von ORALAIR bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3).

Die Behandlung mit ORALAIR darf wegen des möglichen Risikos schwerwiegender systemischer allergischer Reaktionen (anaphylaktische Reaktionen) nicht während der Schwangerschaft begonnen werden (siehe Abschnitt 4.3). Tritt eine Schwangerschaft während der Behandlung ein, kann die Anwendung von ORALAIR, falls erforderlich, fortgesetzt werden, allerdings unter engmaschiger Überwachung.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob der 5-Gräser-Pollenallergenextrakt in die Muttermilch übergeht.

Als Vorsichtsmaßnahme soll die Einleitung einer Immuntherapie mit Allergenen während der Stillzeit vermieden werden.

Da jedoch die systemische Exposition der stillenden Patientin gegenüber dem Wirkstoff von ORALAIR vernachlässigbar ist, kann die Anwendung von ORALAIR während der Stillzeit in Betracht gezogen werden. Dabei ist sowohl der Nutzen der Therapie für die Frau als auch der Nutzen des Stillens für das Kind zu berücksichtigen.

Fertilität

Es liegen keine Daten zu möglichen Auswirkungen auf die Fertilität bei Menschen vor.

Es wurden mit dem Wirkstoff von ORALAIR keine Studien zur Fertilität bei Tieren durchgeführt. Jedoch konnte bei der histopathologischen Untersuchung des männlichen und weiblichen Fortpflanzungssystems im Rahmen der Bestimmung der Toxizität bei wiederholter Gabe keine schädigende Wirkung des 5-Gräser-Pollenallergenextrakts beobachtet werden.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

ORALAIR hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Während der Behandlung mit ORALAIR werden die Patienten Allergenen ausgesetzt, die Reaktionen am Applikationsort und/oder systemische allergische Reaktionen auslösen können.

Daher kann in dieser Zeit mit Reaktionen am Applikationsort (z. B. oraler Pruritus und
Rachenreizung) gerechnet werden.

Wenn ein Patient Reaktionen am Applikationsort erfährt, kann die Behandlung mit Arzneimitteln, die die Symptome lindern, in Erwägung gezogen werden (z. B. Antihistaminika).

Tabelle der Nebenwirkungen

Während klinischer Prüfungen wurden insgesamt 1038 Erwachsene und 154 pädiatrische Patienten mit allergischer Rhinokonjunktivitis, ausgelöst durch Gräserpollen, in placebo-kontrollierten klinischen Studien mit ORALAIR 300 IR einmal täglich behandelt. Die bei diesen Patienten beobachteten Nebenwirkungen sind in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst.

Die Mehrzahl der Nebenwirkungen, die zu einem vorzeitigen Ausscheiden aus der Studie führten,
waren Reaktionen am Applikationsort. Diese Nebenwirkungen waren leicht oder mäßig stark
ausgeprägt und nicht schwerwiegend.

Tabellarische Zusammenfassung der Nebenwirkungen nach Organsystem und Häufigkeit [Sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100); selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000)]. Innerhalb der jeweiligen Häufigkeitskategorie werden die Nebenwirkungen mit abnehmenden Schweregrad genannt. Die im Rahmen der Anwendungsbeobachtung gemeldeten Nebenwirkungen sind in der nachstehenden Tabelle mit der Häufigkeit „nicht bekannt“ angegeben.

Systemorganklasse / Häufigkeit/ Nebenwirkung Infektionen und parasitäre Erkrankungen

GelegentlichHäufigNasopharyngitis, Rhinitis Oraler Herpes, Otitis
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsGelegentlichLymphadenopathie

Erkrankungen des Immunsystems

Nicht bekanntGelegentlichÜberempfindlichkeit, orales Allergiesyndrom Anaphylaktische Reaktion
Psychiatrische ErkrankungenGelegentlichDepressionen
Erkrankungen des NervensystemsSehr häufig GelegentlichSeltenKopfschmerz Schwindelgefühl, Geschmacksstörung, Somnolenz Angst
AugenerkrankungenGelegentlichHäufigKonjunktivitis, Augenjucken, verstärkte Tränensekretion Augenödem, okuläre Hyperämie, trockenes Auge
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths Gefäßerkrankungen Selten HitzegefühlGelegentlichHäufigOhrenjucken Ohrenbeschwerden
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsSehr häufig GelegentlichHäufigRachenreizung Pharynxödem, Asthma, Dyspnoe, Husten, Dysphonie, allergische Rhinitis (Nasenverstopfung, Niesen, Rhinorrhoe, Beschwerden an der Nase), Sinus Sekretstau Kehlkopfödem, Giemen, Engegefühl des Halses, pharyngeale Hypästhesie
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsSehr häufig Häufig Gelegentlich Nicht bekanntOraler Pruritus Mundödem, Zungenödem, Lippenödem, Bläschen im Mund-Rachenraum, Stomatitis, Diarrhoe, Erbrechen, Abdominalschmerz, Dyspepsie, Dysphagie, Übelkeit, Glossodynie, Hypästhesie oral, Parästhesie oral, Schmerzen im Oropharynx, Beschwerden im Oropharynx, orale Beschwerden, Juckreiz der Zunge, Lippenpruritus, Mundtrockenheit, Halstrockenheit Gaumenödem, Gastritis, gastro-ösophagealer Reflux, Mundulzeration, ösophageale Schmerzen, Mundschmerzen, Cheilitis, Aufstoßen, Gingivitis, Glossitis, schmerzhaftes Schlucken, Erkrankung des Mundraumes, Vergrößerung der Speicheldrüse, Hypersalivation, Erkrankung der Zunge Eosinophile Ösophagitis
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesHäufig Gelegentlich SeltenUrtikaria, atopische Dermatitis, Pruritus, Angioödem, Ausschlag, Akne Gesichtsödem
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortHäufig GelegentlichBrustkorbbeschwerden Gefühl eines Knotens in der Kehle, Asthenie, grippeähnliche Erkrankung
UntersuchungenSeltenEosinophilenzahl erhöht
Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte KomplikationenGelegentlichExkoriation

Im Vergleich zu den Nebenwirkungen, die im Rahmen einer erstmaligen Behandlung beobachtet
wurden, berichteten Erwachsene, die in einer klinischen Studie über drei aufeinander folgende
Gräserpollen-Saisons mit ORALAIR behandelt wurden, während der zweiten und dritten
Behandlungsphase über weniger Varianten und geringere Häufigkeiten von Nebenwirkungen.

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Während der Behandlung mit ORALAIR werden Patienten Allergenen ausgesetzt, die Reaktionen am Verabreichungsort und/oder systemische allergische Symptome verursachen können.

Reaktionen am Verabreichungsort (z.B. oraler Pruritus und Rachenreizung) können deshalb während des Behandlungszeitraumes erwartet werden. Wenn bei einem Patienten Reaktionen am Verabreichungsort auftreten, kann eine Behandlung der Symptome in Betracht gezogen werden (z.B. mit Antihistaminen).

Wie bei jeder Allergenimmuntherapie können allergische Reaktionen einschließlich schwerer laryngo-pharyngealer oder anaphylaktischer Reaktionen auftreten (d.h. akuter Beginn einer Krankheit unter Beteiligung der Haut, der Schleimhaut oder beides, Beeinträchtigung der Atmung, anhaltende Magen-Darm-Symptome oder verringerter Blutdruck und/oder damit verbundener Symptome). Informieren Sie die Patienten über die damit verbundenen Zeichen und Symptome und halten Sie sie an, unverzüglich medizinische Hilfe zu suchen und die Therapie abzubrechen, sollten diese Symptome auftreten. Die Behandlung sollte erst auf Anweisung eines Arztes wieder aufgenommen werden.

Kinder und Jugendliche

Insgesamt ist das Sicherheitsprofil bei Kindern und Jugendlichen ähnlich dem bei Erwachsenen. Die folgenden Reaktionen aus der tabellarischen Übersicht wurden bei Kindern und Jugendlichen mit einer höheren Inzidenz beobachtet als bei Erwachsenen: Husten, Nasopharyngitis, Mundödem (sehr häufig), orales Allergiesyndrom, Cheilitis, Glossitis, Gefühl eines Knotens in der Kehle, Ohrenbeschwerden (häufig).

Zusätzlich zu den in der tabellarischen Übersicht aufgeführten Reaktionen wurden bei Kindern und Jugendlichen, die mit ORALAIR behandelt wurden, folgende Reaktionen beobachtet: Tonsillitis, Bronchitis (häufig), Brustkorbschmerz (gelegentlich).

Anwendungsbeobachtung

Im Rahmen der Anwendungsbeobachtung bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern wurden die folgenden Nebenwirkungen gemeldet: Exazerbation von Asthma, systemische allergische Reaktion, eosinophile Ösophagitis.

Die Häufigkeit dieser Reaktionen auf die Behandlung mit ORALAIR ist nicht bekannt.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung anzuzeigen über:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Institut Pharmakovigilanz
Traisengasse 5
1200 WIEN
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at /

4.9 Überdosierung

Es wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet.

Sollte eine höhere Dosis als die empfohlene Tagesdosis eingenommen werden, ist das Risiko für unerwünschte Wirkungen einschließlich systemischer Nebenwirkungen und schwerer lokaler Reaktionen erhöht. Falls schwere symptomatische Symptome wie Angioödem, Schwierigkeiten beim Schlucken oder Atmen, Veränderungen der Stimme oder Engegefühl im Hals auftreten, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Im Falle einer Überdosierung sollten die auftretenden Nebenwirkungen symptomatisch behandelt
werden.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Allergen-Extrakt, Gräserpollen

ATC-Code: V01AA02

Wirkmechanismus und pharmakodynamische Wirkung

ORALAIR wird zur Behandlung von Patienten mit durch spezifisches IgE vermittelten Allergiesymptomen einer Rhinitis mit oder ohne Konjunktivitis, die durch Gräserpollen hervorgerufen wurde, angewendet.

Die pharmakodynamische Wirkung zielt auf das Immunsystem. Es soll eine Immunreaktion auf das Allergen, mit dem der Patient behandelt wird, erzeugt werden. Der vollständige und genaue Wirkmechanismus der klinischen Wirkungen der spezifischen Immuntherapie ist noch nicht exakt geklärt und dokumentiert. Es wurde nachgewiesen, dass die Therapie mit ORALAIR eine systemische kompetitive Antikörperreaktion auf Gräser induziert und zu einem Anstieg des spezifischen IgG führt. Die klinische Bedeutung dieser Befunde wurde noch nicht belegt.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Studie VO34.04

Es wurde eine europäische, multizentrische, multinationale, randomisierte, doppelt-verblindete, placebo-kontrollierte Studie durchgeführt. Die Studie umfasste 628 Erwachsene mit saisonbedingter allergischer Rhinitis und/oder Rhinokonjunktivitis, ausgelöst durch Gräserpollen und bestätigt durch Hauttests und/oder positiven Nachweis spezifischen IgEs gegen Gräserpollen.

Die Patienten wurden in 4 Gruppen randomisiert: Placebo (n=156), ORALAIR 100 IR/Tag (n=157), ORALAIR 300 IR/Tag (n=155) und ORALAIR 500 IR/Tag (n=160).

Jeder Patient erhielt einmal täglich eine sublinguale Dosis über ca. 4 Monate vor Beginn der Pollensaison und danach über eine gesamte Pollensaison. Der Analyse lagen die Ergebnisse von 569 auswertbaren Patienten zugrunde (Placebo, n=148; ORALAIR 100 IR, n=142; ORALAIR 300 IR, n=136, ORALAIR 500 IR, n=143). Die Wirksamkeit wurde über diese eine Pollensaison anhand des Rhinokonjunktivitis Total Symptom Score (RTSS) bewertet (Einzelheiten siehe unten).

Die Ergebnisse dieser Studie zeigten eine vergleichbare Wirksamkeit von 500 und 300 IR, wobei die Sicherheitsdaten für 300 IR sprachen, was zu einer empfohlenen Dosis von 300 IR pro Tag führte.

In der 300 IR Gruppe zeigten sich hinsichtlich der Wirksamkeit im Vergleich zur Placebo-Gruppe folgende Ergebnisse (in die Intent-to-Treat-Population (ITT) wurden 136 bzw. 148 Patienten aufgenommen):

VO34.04 Studie: Wirksamkeitsergebnisse (während einer Pollensaison)

Primärer Endpunkt

VO34.04 Studie Rhinokonjunktivitis Symptom Score A * Relative mittlere Differenz: Absolute Differenz/ Placebo ** p-Wert ANCOVA A Symptom Score: Durchschnittlicher täglicher Gesamt-Score der Rhinokonjunktivitis-Symptome für jeden Patienten während der Gräserpollensaison. Rhinokonjunktivitis-Symptome umfassten Niesen, laufende Nase, juckende Nase, verstopfte Nase, tränende Augen und juckende Augen (Bereich des Scores von 0 bis 18, der Höchstwert von 18 gibt an, dass alle 6 Symptome permanent in sehr starker Form vorhanden sind)ORALAIR 300 IR Mittelwert (SD) Median 3,58 (2,98) 2,91Placebo Mittelwert (SD) Median 4,93 (3,23) 4,62Absolute angepasste Differenz Mittelwert [KI 95 %] -1,39 [-2,09; -0,69]Relative mittlere Differenz*% 27,3 %p-Wert** 0,0001.
Sekundäre Endpunkte
VO34.04 Studie Anwendung von Rescue-Medikation B Quality of Life Score CORALAIR 300 IR Mittelwert (SD) Median 19,7 % (24,8) 10,6 % 1,08 (0,96) 0,89Placebo Mittelwert (SD) Median 27,9 % (29,3) 19,7 % 1,37 (1,01) 1,20Absolute angepasste Differenz Mittelwert [KI 95 %] - -0,25 [-0,47; -0,04]Relative mittlere Differenz*% - 21,1 %p-Wert** - =0,0199
  • Relative mittlere Differenz: Absolute Differenz/ Placebo ** p-Wert ANCOVA B Anwendung von Rescue-Medikation: Prozentsatz der Tage pro Patient, an denen mindestens einmal Rescue-Medikation eingenommen wurde, p-Wert 0,0194 NS (Wilcoxon).

C Die Lebensqualität wurde auf dem Höhepunkt der Pollensaison mittels Rhinokonjunktivitis Quality of Life Questionnaire (RQLQ) bewertet (Bereich des Scores von 0 bis 7, ein höherer Score spiegelt eine schlechtere Lebensqualität wider).

Gesamtbeurteilung der Wirksamkeit der Behandlung durch die Patienten: 119/136Patienten (88 %) in der Gruppe mit ORALAIR 300 IR und 108/148 Patienten (73 %) in der Placebo-Gruppe stellten eine leichte bis mittlere oder gute bis exzellente Verbesserung im Vergleich zu ihrer Erinnerung an die vorangegangene Pollensaison fest.

Die ANCOVA-Ergebnisse jedes der 6 einzelnen mittleren Symptom-Scores im Bereich von 0 bis 3 zeigten für folgende Symptome einen Unterschied, der verglichen mit Placebo für Tabletten 300 IR sprach: Niesen (-0,19), laufende Nase (-0,23), juckende Nase (-0,23), verstopfte Nase (-0,28), juckende Augen (-0,24) und tränende Augen (-0,21).

Der Anteil an Patienten, die keine Rescue-Medikation anwendeten, betrug 35,3 % in der Gruppe mit 300 IR und 27,0 % in der Placebo-Gruppe (NS).

Post-hoc-Endpunkte (nach Entblindung)

VO34.04 StudieORALAIR 300 IR Mittelwert (SD) MedianPlacebo Mittelwert (SD) MedianAbsolute angepasste Differenz Mittelwert [KI 95 %]Relative mittlere Differenz*%p-Wert
Average Adjusted Symptom Score D4,17 (3,39) 3,575,88 (3,82) 5,26-1,84 [-2,66; -1,02]29,1%< 0,0001**
Average Rescue Medication Score E0,31 (0,43) 0,160,48 (0,53) 0,31-0,17 [-0,29; -0,05]35,0%0,0047**
PSCD 2-0 F43,5% (33,8) 38,628,7% (30,7) 17,1--0,0001***
PSFD G25,3% (30,2) 10,914,9% (23,6) 0,0--0,0006***
  • Relative mittlere Differenz: Absolute Differenz/ Placebo ** p-Wert ANCOVA/*** p-Wert Wilcoxon D Average Adjusted Symptom Score (AASS): Durchschnittlicher Symptom-Score, angepasst an die Anwendung der Rescue-Medikation (für jeden Patienten, anhand der täglichen Symptom-Scores und der täglichen Anwendung der Rescue-Medikation).

E Average Rescue Medication Score: Durchschnittlicher täglicher Score für die Rescue-Medikation für jeden Patienten während der Gräserpollensaison. Die angewendeten Medikationen wurden wie folgt klassifiziert: keine Rescue-Medikation = 0, Antihistaminika (oral und/oder am Auge) = 1, nasale Kortikosteroide = 2 und orale Kortikosteroide = 3.

F Prozentsatz Tage, an denen Symptome unter Kontrolle sind (Percentage of Symptom Controlled Days,
PSCD2-0): Prozentsatz der Tage mit einem Symptom-Score von maximal 2 und ohne Rescue-Medikation.

G Anteil symptomfreier Tage ohne Rescue-Medikation (Proportion of Symptom and rescue medication–Free Days, PSFD): Prozentsatz der Tage, an denen keine Symptome auftraten und keine Rescue-Medikation eingenommen wurde.

In der Gruppe mit 300 IR waren bei 61 Patienten (45 %) an mehr als 50 % der Tage der Gräserpollen-saison die Symptome unter Kontrolle (Symptom-Score von maximal 2 und keine Rescue-Medikation). In der Placebo-Gruppe waren es hingegen 40 Patienten (27 %).

Kinder und Jugendliche

Studie VO52.06

Es wurde eine europäische, multizentrische, multinationale, randomisierte, doppelt-verblindete, placebo-kontrollierte Studie (VO52.06 Studie) durchgeführt. Die Studie umfasste 278 Patienten zwischen 5 und 17 Jahren, die an saisonaler allergischer Rhinitis und/oder Rhinokonjunktivitis litten, die durch Gräserpollen ausgelöst und durch Hauttests und den positiven Nachweis spezifischer IgEs gegen Gräserpollen bestätigt wurden.

Die Patienten wurden in 2 Gruppen randomisiert: Placebo (n=139) oder ORALAIR 300 IR/Tag (n=139). Jeder Patient erhielt einmal täglich eine sublinguale Dosis über ca. 4 Monate vor Beginn der Pollensaison und danach über eine gesamte Pollensaison. Für die ersten drei Tage der Behandlungsphase wurde ein stufenweises Dosierungsschema eingehalten. Dabei wurde die Anfangsdosis von 100 IR/Tag täglich um 100 IR bis auf 300 IR/Tag erhöht. Der Analyse lagen die Ergebnisse von 266 auswertbaren Patienten zugrunde (Placebo, n=135 und ORALAIR 300 IR, n=131). Die Wirksamkeit wurde über diese eine Pollensaison anhand des Rhinokonjunktivitis Total Symptom Score (RTSS) bewertet (Einzelheiten siehe unten).

Die Wirksamkeitsanalyse der 300 IR Gruppe ergab im Vergleich zur Placebo-Gruppe folgende Ergebnisse (in die Intent-to-Treat-Population (ITT) wurden 131 bzw. 135 Patienten aufgenommen):

VO52.06 Studie: Wirksamkeitsergebnisse (während einer Pollensaison)

Primärer Endpunkt

VO52.06 StudieORALAIR 300 IR Mittelwert (SD) MedianPlacebo Mittelwert (SD) MedianAbsolute angepasste Differenz Mittelwert [KI 95 %]Relative mittlere Differenz*%p-Wert**
Rhinokonjunktivitis Symptom Score A3,25 (2,86) 2,484,51 (2,93) 4,08-1,13 [-1,80; -0,46]28,0 %0,001
  • Relative mittlere Differenz: Absolute Differenz/ Placebo ** p-Wert ANCOVA A Symptom Score: Durchschnittlicher täglicher Gesamt-Score der Rhinokonjunktivitis-Symptome für jeden Patienten während der Gräserpollensaison. Rhinokonjunktivitis-Symptome umfassten Niesen, laufende Nase, juckende Nase, verstopfte Nase, tränende Augen und juckende Augen (Bereich des Scores von 0 bis 18, der Höchstwert von 18 gibt an, dass alle 6 Symptome permanent in sehr starker Form vorhanden sind).

Sekundäre Endpunkte

VO52.06 StudieORALAIR 300 IR Mittelwert (SD) MedianPlacebo Mittelwert (SD) MedianAbsolute angepasste Differenz Mittelwert [KI 95 %]Relative mittlere Differenz*%p-Wert**
Average Rescue Medication Score B Anwendung von0,60 (0,61) 0,39 35,4 % (33,2)0,79 (0,65) 0,76 46,5 % (34,6)-0,20 [-0,34; -0,06]24,1 %0,0064
Rescue-26,8 %49,0 %---

MedikationC

  • Relative mittlere Differenz: Absolute Differenz/ Placebo ** p-Wert ANCOVA B Average Rescue Medication Score: Durchschnittlicher täglicher Score für die Rescue-Medikation für jeden Patienten während der Gräserpollensaison. Die angewendeten Medikationen wurden wie folgt klassifiziert: keine Rescue-Medikation = 0, Antihistaminika (oral und/oder am Auge) = 1, nasale Kortikosteroide = 2 und orale Kortikosteroide = 3.

C Anwendung von Rescue-Medikation: Prozentsatz der Tage pro Patient, an denen mindestens einmal Rescue-Medikation eingenommen wurde, p-Wert 0,0146 NS (Wilcoxon).

Scores der einzelnen Symptome: Die ANCOVA-Ergebnisse jedes der 6 einzelnen mittleren Symptom-Scores im Bereich von 0 bis 3 zeigten für folgende Symptome einen Unterschied, der verglichen mit Placebo für Tabletten 300 IR sprach: laufende Nase (-0,16), verstopfte Nase (-0,26), juckende Augen (-0,33) und tränende Augen (-0,21).

Der Anteil an Patienten, die keine Rescue-Medikation anwendeten, betrug 18,3 % in der Gruppe mit 300 IR und 14,8 % in der Placebo-Gruppe (NS).

Post-hoc-Endpunkte (nach Entblindung)

VO52.06 StudieORALAIR 300 IR Mittelwert (SD) MedianPlacebo Mittelwert (SD) MedianAbsolute angepasste Differenz Mittelwert [KI 95 %]Relative mittlere Differenz*%p-Wert
Average Adjusted Symptom Score D4,30 (3,57) 3,336,12 (3,85) 5,28-1,64 [-2,51; -0,78]29,8 %0,0002**
PSCD 2-0 E33,8 % (30,0) 30,023,7 % (27,2) 12,2--0,0107***
PSFD F19,2 % (24,9) 5,210,5 % (18,4) 0,0--0,0037***
  • Relative mittlere Differenz: Absolute Differenz/ Placebo ** p-Wert ANCOVA/*** p-Wert Wilcoxon D Average Adjusted Symptom Score (AASS): Durchschnittlicher Symptom-Score, angepasst an die Anwendung der Rescue-Medikation (für jeden Patienten, anhand der täglichen Symptom-Scores und der täglichen Anwendung der Rescue-Medikation).

E Prozentsatz Tage, an denen Symptome unter Kontrolle sind (Percentage of Symptom Controlled Days,
PSCD2-0): Prozentsatz der Tage mit einem Symptom-Score von maximal 2 und ohne Rescue-Medikation.

F Anteil symptomfreier Tage ohne Rescue-Medikation (Proportion of Symptom and rescue medication–Free Days, PSFD): Prozentsatz der Tage, an denen keine Symptome auftraten und keine Rescue-Medikation eingenommen wurde.

In der Gruppe mit 300 IR waren bei 44 Patienten (34 %) an mehr als 50 % der Tage der Gräserpollensaison die Symptome unter Kontrolle (Symptom-Score von maximal 2 und keine Rescue-Medikation). In der Placebo-Gruppe waren es hingegen 26 Patienten (19 %).

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Der größere Anteil der Allergene in ORALAIR ist eine Mischung aus Proteinen und Glycoproteinen. Es gibt keine direkte Bioverfügbarkeit intakter Allergene im Blut. Aus diesem Grunde sind keine pharmakokinetischen Studien an Tieren oder Menschen durchgeführt worden, um das pharmakokinetische Profil und den Metabolismus von ORALAIR zu untersuchen.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf konventionellen Studien zur Toxizität bei einfacher und wiederholter Gabe,
Genotoxizität, lokalen Verträglichkeit und embryo-foetalen Entwicklung lassen die präklinischen
Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

Bei juvenilen Toxizitätsstudien an Ratten wurde eine tägliche Dosierung mit der Höchstdosis (das 300fache der maximalen therapeutischen Humandosis) über 10 Wochen nur bei männlichen Tieren in Verbindung mit einer signifikant verringerten aPTT (aktivierte partielle Thromboplastinzeit) gebracht, allerdings wurden weder klinische Anzeichen noch histopathologische Befunde ermittelt.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

• Mikrokristalline Cellulose • Croscarmellose-Natrium • Lactose-Monohydrat • Magnesiumstearat • Mannitol (Ph.Eur.) • Hochdisperses Siliciumdioxid
6.2Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
6.3Dauer der Haltbarkeit
3 Jahre
6.4Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für diese Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
6.5Art und Inhalt des Behältnisses

100 IR und 300 IR Ein kleiner Blister mit 3 Sublingualtabletten zu 100 IR und ein Blister mit 28 Sublingualtabletten zu 300 IR.

Jeder Blister (Alu/Alu) besteht auf der einen Seite aus einem Film (Polyamid/Aluminium/
Polyvinylchlorid) und auf der anderen Seite aus einer hitzeversiegelten, mit einem Lack (Vinyl)
überzogenen Folie (Aluminium). Die Zellen am Blister sind nummeriert.

Packungsgröße: 31 Sublingualtabletten.

300 IR
Ein Blister mit 30 Sublingualtabletten zu 300 IR.

Der Blister (Alu/Alu) besteht auf der einen Seite aus einem Film (Polyamid/Aluminium/Polyvinylchlorid) und auf der anderen Seite aus einer hitzeversiegelten, mit einem Lack (Vinyl) überzogenen Folie (Aluminium).

Packungsgröße: 30 und 90 Sublingualtabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

STALLERGENES
6 rue Alexis de Tocqueville, 92160 ANTONY, Frankreich
Tel. 0033 (0) 155 59 20 00
Fax 0033 (0) 155 59 21 68

8. ZULASSUNGSNUMMER(N)

ORALAIR 100 IR + 300 IR Sublingualtabletten2 – 00361
ORALAIR 300 IR Sublingualtabletten2 – 00362

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

ORALAIR 100 IR + 300 IR Sublingualtabletten28. 1. 2010/ 23.06.2013
ORALAIR 300 IR Sublingualtabletten28. 1. 2010/ 23.06.2013

10. STAND DER INFORMATION

Dezember 2023

VERSCHREIBUNGSPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig