Gebrauchsinformation

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR PATIENTEN

Immunoprin mite 50 mg – Filmtabletten

Wirkstoff: Azathioprin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

  • Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
  • Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
  • Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.
  • Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Immunoprin mite und wofür wird es angewendet?
2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Immunoprin mite beachten?
3. Wie ist Immunoprin mite einzunehmen?
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
5. Wie ist Immunoprin mite aufzubewahren?
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Immunoprin mite und wofür wird es angewendet?

Immunoprin mite enthält den Wirkstoff Azathioprin. Es gehört zur Arzneimittelgruppe der sogenannten Immunsuppressiva. Das bedeutet, dass es die Stärke Ihres Immunsystems verringert.

Immunoprin mite kann angewendet werden, um Ihrem Körper zu helfen, ein Organtransplantat – beispielsweise eine neue Niere, Leber oder ein neues Herz – anzunehmen, oder um Krankheiten zu behandeln, bei denen sich Ihr Immunsystem gegen den eigenen Körper richtet (Autoimmunerkrankungen).

Autoimmunerkrankungen sind unter anderem:

  • schwere rheumatoide Arthritis (eine Krankheit, bei der das Immunsystem Zellen der inneren Auskleidung der Gelenke angreift und Schwellungen, Schmerzen und Steifigkeit der Gelenke verursacht)
  • systemischer Lupus erythematodes (eine Krankheit, bei der das Immunsystem viele Organe und Gewebe des Körpers angreift, beispielsweise Haut, Gelenke, Nieren, Gehirn und andere Organe und eine starke Müdigkeit, Fieber, Steifigkeit und Gelenksschmerzen verursacht)
  • Dermatomyositis und Polymyositis (eine Gruppe von Krankheiten, die Entzündungen der Muskulatur, Muskelschwäche und Hautausschlag verursachen)
  • chronisch-aktive Autoimmunhepatitis (eine Krankheit, bei der das Immunsystem Leberzellen angreift und Müdigkeit, Muskelschmerzen, Gelbfärbung der Haut und Fieber verursacht)
  • Pemphigus vulgaris (eine Krankheit, bei der das Immunsystem Hautzellen angreift und eine starke Blasenbildung im Bereich von Haut, Mund, Nase, Rachen und Genitalien verursacht)
  • Polyarteriitis nodosa (eine seltene Krankheit, die eine Entzündung der Blutgefäße verursacht)
  • autoimmunhämolytische Anämie (eine ernste Blutkrankheit, bei der der Körper rote Blutkörperchen schneller zerstört als er sie produzieren kann; Beschwerden sind Schwäche und Kurzatmigkeit)
  • chronische refraktäre idiopathische thrombozytopenische Purpura (eine Krankheit mit niedrigen Blutplättchenzahlen, die häufige oder starke Blutergüsse und Blutungen verursachen kann)

Immunoprin mite kann auch zur Behandlung von entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa) angewendet werden.

Ihr Arzt hat dieses Arzneimittel speziell für Sie und Ihre Krankheit ausgewählt.

Immunoprin mite kann allein angewendet werden, wird aber häufiger in Kombination mit anderen Arzneimitteln eingesetzt.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Immunoprin mite beachten?

Immunoprin mite darf nicht eingenommen werden

  • wenn Sie allergisch gegen Azathioprin oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind
  • wenn Sie allergisch gegen Mercaptopurin sind (ein Arzneimittel, das Azathioprin, dem Wirkstoff in Immunoprin mite, gleicht)

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bevor Sie Immunoprin mite einnehmen:

  • wenn Sie kürzlich eine Impfung (einen Impfstoff) erhalten haben oder demnächst erhalten sollen. Wenn Sie Immunoprin mite einnehmen, sollten Sie keine Impfung mit einem Lebendimpfstoff (z. B. Impfstoffe gegen Grippe, Masern, BCG usw.) erhalten, sofern Ihr Arzt nicht bestätigt hat, dass dies sicher ist. Der Grund hierfür ist, dass manche Impfstoffe eine Infektion verursachen könnten, falls Sie diese während der Anwendung von Immunoprin mite erhalten.
  • wenn Sie an einer Erbkrankheit namens Lesch-Nyhan-Syndrom leiden. Dies ist eine seltene erbliche Erkrankung, die durch einen Mangel an HPRT oder auch „Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyltransferase“ entsteht.
  • wenn Sie Leber- oder Nierenprobleme haben
  • wenn Sie an einer Erbkrankheit namens TPMT-Mangel leiden (bei der Ihr Körper eine zu geringe Menge des Enzyms Thiopurin-Methyl-Transferase [TPMT] produziert)
  • wenn Sie jemals Windpocken oder Gürtelrose hatten
  • wenn Sie Hepatitis B hatten (eine Leberkrankheit, die durch einen Virus verursacht wird) - wenn bei Ihnen eine Operation geplant ist, weil mit Arzneimitteln wie Tubocurarin oder Succinylcholin, die während einer Operation zur Muskelentspannung verwendet werden, Wechselwirkungen mit Immunoprin mite auftreten könnten. Sie müssen vor der Operation Ihren Narkosearzt über Ihre Behandlung mit Immunoprin mite informieren.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob oben Genanntes auf Sie zutrifft, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, dem medizinischen Fachpersonal oder Apotheker, bevor Sie dieses Arzneimittel einnehmen.

Während der Behandlung mit Immunoprin mite wird Ihr Arzt regelmäßige Blutuntersuchungen anordnen, um das Blut auf etwaige Veränderungen zu prüfen (siehe Abschnitt 3. „Wie ist Immunoprin mite einzunehmen?“). Die Häufigkeit der Blutuntersuchungen nimmt normalerweise mit der Dauer der Einnahme von Immunoprin mite ab.

Wenn Sie eine immunsuppressive Therapie erhalten, könnte die Einnahme von Immunoprin mite das Risiko erhöhen:

  • Tumore, einschließlich Hautkrebs, zu entwickeln. Deshalb sollten Sie, wenn Sie Immunoprin mite einnehmen, übermäßige Sonnenbestrahlung vermeiden und schützende Kleidung und schützende Sonnencreme mit einem hohen Schutzfaktor tragen.
  • Lymphoproliferative Erkrankungen
  • Die Behandlung mit Immunoprin mite erhöht Ihr Risiko, an einer bestimmten Art von Krebs zu erkranken, die „lymphoproliferative Erkrankung“ genannt wird. Bei Behandlungsschemata, die mehrere Immunsuppressiva (einschließlich Thiopurine) enthalten, kann dies zum Tod führen.
  • Eine Kombination mehrerer gleichzeitig angewendeter Immunsuppressiva erhöht das Risiko für durch Virusinfektionen verursachte Erkrankungen des Lymphsystems (durch das Epstein-Barr-Virus [EBV] bedingte lymphoproliferative Erkrankungen).
  • Auftreten einer schweren Erkrankung, die „Makrophagenaktivierungssyndrom“ genannt wird (exzessive Aktivierung weißer Blutkörperchen, die mit Entzündungen einhergeht) und in der Regel bei Menschen mit bestimmten Arten von Arthritis auftritt
  • schwere Formen von Windpocken oder Gürtelrose-Infektionen. Daher sollten Sie während der Einnahme von Immunoprin mite den Kontakt mit Personen meiden, die an Windpocken oder Gürtelrose erkrankt sind.
  • erneute Aktivierung einer früheren Hepatitis-B-Infektion
  • andere Infektionen wie eine PML (Progressive multifokale Leukenzephalopathie), die eine opportunistische Infektion ist. Falls Sie irgendwelche Anzeichen einer Infektion bemerken, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt (siehe Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).

Infektionen Wenn Sie mit Azathioprin behandelt werden, besteht für Sie ein erhöhtes Risiko für Viren-, Pilz- und bakterielle Infektionen. Die Infektionen können einen schwereren Verlauf nehmen. Siehe auch Abschnitt 4.

Teilen Sie Ihrem Arzt vor dem Beginn der Behandlung mit, ob Sie Windpocken, Gürtelrose oder Hepatitis B (eine von einem Virus hervorgerufene Lebererkrankung) hatten oder nicht.

NUDT15-Genmutation Wenn Sie eine angeborene Mutation des NUDT15-Gens (ein Gen, das am Abbau von Azathioprin im Körper beteiligt ist) aufweisen, besteht für Sie ein höheres Risiko für Infektionen und Haarausfall, und Ihr Arzt kann Ihnen in diesem Fall ggf. eine niedrigere Dosis verschreiben.

Vitamin-B3-Mangel (Pellagra)

Kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn Sie Durchfall, lokalisierten pigmentierten Ausschlag (Dermatitis) eine Verschlechterung Ihres Gedächtnisses, Argumentations- und Denkvermögens (Demenz) feststellen, da diese Symptome auf einen Vitamin-B3-Mangel (Nikotinsäuremangel/ Pellagra) hinweisen können.

Leberschaden Eine Behandlung mit Immunoprin mite kann Auswirkungen auf die Leber haben, und Ihr Arzt wird Ihre Leberfunktion regelmäßig überwachen. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn bei Ihnen Symptome einer Leberschädigung auftreten (siehe Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).

Einnahme von Immunoprin mite zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden. Dieses Arzneimittel kann nämlich die Wirkungsweise mancher Arzneimittel beeinflussen. Auch können andere Arzneimittel die Wirkungsweise dieses Arzneimittels beeinflussen. Im Besonderen sollten Sie Ihren Arzt informieren, wenn Sie folgende Arzneimittel einnehmen oder planen, sie einzunehmen:

  • Ribavirin (eingesetzt zur Behandlung viraler Infektionen)
  • Methotrexat (wird hauptsächlich zur Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt)
  • Allopurinol, Oxipurinol, Thiopurinol oder andere Xanthinoxidasehemmer wie Febuxostat (werden hauptsächlich zur Behandlung von Gicht eingesetzt)
  • Penicillamin (wird hauptsächlich zur Behandlung von rheumatoider Arthritis eingesetzt) - ACE-Hemmer (meist eingesetzt, um hohen Blutdruck zu behandeln – Hypertonie)
  • Gerinnungshemmer wie Warfarin oder Acenocoumarol (zur Vermeidung von Blutgerinnseln)
  • Cimetidin (eingesetzt zur Behandlung von Magengeschwüren und Verdauungsstörungen) - Indometacin (eingesetzt als Schmerzmittel und Entzündungshemmer)
  • zytostatische Arzneimittel (Arzneimittel zur Behandlung verschiedener Krebserkrankungen)
  • Aminosalicylsäure-Derivate wie z. B. Olsalazin, Mesalazin oder Sulfalazin (meist eingesetzt in der Behandlung von Colitis ulcerosa und Morbus Crohn)
  • Cotrimoxazol (ein Antibiotikum, das zur Behandlung von bakteriellen Infektionen eingesetzt wird)
  • Infliximab (wird hauptsächlich zur Behandlung von Colitis ulcerosa und Morbus Crohn eingesetzt)
  • Muskelrelaxanzien wie Tubocurarin oder Succinylcholin (zur Anwendung während Operationen), da diese Wechselwirkungen mit Immunoprin mite haben können. Vor einer Operation müssen Sie Ihren Anästhesisten informieren, dass Sie Azathioprin einnehmen weil während der Anästhesie angewendete Muskelrelaxanzien Wechselwirkungen mit Immuniprin mite haben können.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob eines der hier genannten Arzneimittel auf Sie zutrifft, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bevor Sie Immunoprin mite einnehmen.

Impfungen während der Einnahme von Immunoprin mite

Wenn Sie eine Impfung (Impfstoff) erhalten sollen, sprechen Sie zuvor mit Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal. Wenn Sie Immunoprin mite einnehmen, sollten Sie keine Impfung mit einem Lebendimpfstoff (z. B. Impfstoffe gegen Grippe, Masern, BCG usw.) erhalten, sofern Ihr Arzt nicht bestätigt hat, dass dies sicher ist. Der Grund hierfür ist, dass manche Impfstoffe eine Infektion verursachen könnten, falls Sie diese während der Anwendung von Immunoprin mite erhalten.

Einnahme von Immunoprin mite zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Nehmen Sie Immunoprin mite mindestens 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach der Einnahme von Milch oder Milchprodukten ein.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat (siehe Abschnitt 2. „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Schwangerschaft

Während Sie oder Ihr Partner/Ihre Partnerin Immunoprin mite anwenden, müssen zuverlässige Verhütungsmethoden zur Verhinderung einer Schwangerschaft angewendet werden.

Falls Sie schwanger sind, wird Ihr Arzt auf der Basis der Risiken und Nutzen der Behandlung sorgfältig abwägen, ob Sie dieses Arzneimittel einnehmen sollten.

Kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn Sie während Ihrer Schwangerschaft starken, Juckreiz ohne Ausschlag feststellen. Sie stellen möglicherweise auch Übelkeit, und Appetitlosigkeit zusammen mit Juckreiz fest, was darauf hinweist, dass Sie an einer Schwangerschaftscholestase genannten Erkrankung leiden (eine Erkrankung der Leber während der Schwangerschaft). Diese Erkrankung kann Ihrem ungeborenen Kind schaden. Aufgrund des genotoxischen Potenzials von Azathioprin sollen Frauen im gebärfähigen Alter während der Behandlung mit Azathioprin und bis zu 6 Monate nach Beendigung der Behandlung wirksame Verhütungsmaßnahmen ergreifen. Männern wird empfohlen, während der Behandlung mit Azathioprin und bis zu 3 Monate nach Beendigung der Behandlung wirksame Verhütungsmaßnahmen zu ergreifen und kein Kind zu zeugen.

Stillzeit

Geringe Mengen von Immunoprin mite könnten in die Muttermilch gelangen. Es wird empfohlen, dass Frauen mit Immunoprin mite auf das Stillen verzichten, sofern der Nutzen das potenzielle Risiko für das Kind nicht überwiegt. Fragen Sie vor dem Stillen Ihren Arzt um Rat.

Fortpflanzungsfähigkeit

Die Auswirkungen von Immunoprin mite auf die Fortpflanzungsfähigkeit sind nicht bekannt.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es ist nicht bekannt, dass Immunoprin mite Ihre Verkehrstüchtigkeit oder Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinflusst. Sollten Sie durch dieses Arzneimittel irgendwelche Nebenwirkungen verspüren, sind Sie vielleicht nicht in der Lage zu fahren oder Maschinen zu bedienen.

Immunoprin mite enthält Lactose.

Immunoprin mite enthält Lactose-Monohydrat. Wenn Ihr Arzt Ihnen mitgeteilt hat, dass Sie an einer Unverträglichkeit gegen bestimmte Zucker leiden, konsultieren Sie Ihren Arzt, bevor Sie dieses Arzneimittel einnehmen.

3. Wie ist Immunoprin mite einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind. Ändern Sie nicht die Dosis oder brechen die Behandlung mit Immunoprin mite ab, ohne vorher mit Ihrem Arzt gesprochen zu haben.

Die Menge des eingenommenen Immunoprin mite kann von Patient zu Patient variieren und wird durch Ihren Arzt verschrieben. Die Dosis ist abhängig von der Erkrankung, gegen die Sie behandelt werden.

Sie können Immunoprin mite mit Nahrung oder auf leeren Magen einnehmen, aber die Art und Weise sollte jeden Tag gleich sein. Bei manchen Patienten kommt es nach der ersten Einnahme von Immunoprin mite zu Übelkeit (Unwohlsein), die gelindert werden kann, indem die Tabletten nach dem Essen eingenommen werden.

  • Während Ihrer Einnahme von Immunoprin mite wird Ihr Arzt regelmäßige Blutuntersuchungen durchführen. Dabei wird die Anzahl und Art der Zellen in Ihrem Blut überprüft und sichergestellt, dass Ihre Leber ordnungsgemäß arbeitet.
  • Möglicherweise führt Ihr Arzt noch weitere Blut- und Urinuntersuchungen durch, um Ihre Nierenfunktion zu überwachen und den Harnsäurespiegel zu kontrollieren. Harnsäure ist eine natürlich vorkommende Substanz, die in Ihrem Körper produziert wird, und der Harnsäurespiegel kann während der Einnahme von Immunoprin mite ansteigen. Hohe Harnsäurespiegel könnten Ihre Nieren schädigen.

In Folge dieser Untersuchungen wird Ihr Arzt die Dosis von Immunoprin mite möglicherweise gelegentlich ändern.

Die Bruchrille dient nur zum Teilen der Tablette, wenn Sie Schwierigkeiten haben die Tablette im Ganzen zu schlucken.

Es ist wichtig, dass die Betreuungspersonen wissen, dass dieses Arzneimittel sorgfältig gehandhabt werden muss. Falls Sie oder Ihre Pflegeperson zerbrochene Tabletten berühren, waschen Sie umgehend Ihre Hände. Bitte fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Die empfohlene Dosis beträgt

Erwachsene mit Organtransplantaten:

Am ersten Tag der Behandlung beträgt die übliche Dosis bis zu 5 mg pro kg Körpergewicht, dann beträgt die übliche tägliche Dosis 1 bis 4 mg pro kg Körpergewicht. Während der Behandlung wird Ihr Arzt die Dosis abhängig von Ihrer Reaktion auf das Arzneimittel anpassen.

Erwachsene mit anderen Erkrankungen:

Die übliche Anfangsdosis beträgt 1 mg bis 3 mg pro kg Körpergewicht, anschließend liegt die übliche Tagesdosis bei weniger als 1 mg bis 3 mg pro kg Körpergewicht. Während der Behandlung wird Ihr Arzt die Dosis abhängig von Ihrer Reaktion auf das Arzneimittel anpassen. Ältere Patienten könnten eine reduzierte Dosis benötigen.

Patienten mit Leber- oder Nierenproblemen könnten eine reduzierte Dosis benötigen.

Anwendung bei Kindern

Kinder nach einer Organtransplantation:

Die Dosierung für Kinder nach einer Organtransplantation ist die gleiche wie bei Erwachsenen.

Kinder mit anderen Erkrankungen:

Die Dosierung für Kinder mit anderen Erkrankungen ist die gleiche wie bei Erwachsenen.

Übergewichtige Kinder könnten eine höhere Dosis benötigen.

Wenn Sie eine größere Menge von Immunoprin mite eingenommen haben als Sie sollten

Wenn Sie zu viele Tabletten eingenommen haben, kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie die Einnahme von Immunoprin mite vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Dosis vergessen haben. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie eine Dosis vergessen haben.

Wenn es schon fast Zeit für die nächste Dosis ist, lassen Sie die vergessene Dosis aus und nehmen Sie die nächste Dosis zum dafür vorgesehenen Zeitpunkt. Anderenfalls nehmen Sie die vergessene Dosis ein, sobald Sie sich daran erinnern und gehen Sie dann wieder dazu über, die Dosen zu den normalen Zeitpunkten einzunehmen.

Wenn Sie die Einnahme von Immunoprin mite abbrechen

Bevor Sie aufhören, Immunoprin mite einzunehmen, halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Beenden Sie die Einnahme von Immunoprin mite nicht, bevor Ihr Arzt Ihnen bestätigt, dass dies ungefährlich ist.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Die folgenden Nebenwirkungen können bei diesem Arzneimittel auftreten:

Beenden Sie die Einnahme dieses Arzneimittels und suchen Sie sofort einen Arzt auf, wenn Sie eine der folgenden schwerwiegenden Nebenwirkungen bemerken. Sie könnten schnelle medizinische Hilfe benötigen:

  • eine allergische Reaktion (dies sind gelegentlich auftretende Nebenwirkungen, die bis zu 1 von 100 Personen betreffen können), mögliche Anzeichen umfassen
  • allgemeine Müdigkeit, Benommenheit, Übelkeit, Unwohlsein (Erbrechen), Durchfall oder Bauchschmerzen
  • Anschwellen von Augenlidern, Gesicht oder Lippen
  • Rötung der Haut, Hautknötchen oder Hautausschlag (einschließlich Blasen, Juckreiz oder Abblättern der Haut)
  • Muskel- oder Gelenksschmerzen
  • plötzliches Keuchen, Husten oder Atembeschwerden
  • Brustschmerzen, Atemnot oder geschwollene Beine (Herzprobleme)
  • Reversible Schwellung des Gehirns mit Symptomen wie schweren Kopfschmerzen, Sehstörungen, Krampfanfällen, Verwirrtheit und Bewusstseinsminderung, mit oder ohne Bluthochdruck (posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom oder PRES).

In schweren Fällen können diese Reaktionen lebensbedrohlich sein (dies sind sehr selten auftretende Nebenwirkungen, die bis zu 1 von 10.000 Personen betreffen können).

  • Hautausschlag oder Hautrötung, der oder die sich zu lebensbedrohlichen Hautreaktionen entwickeln kann, einschließlich großflächigem Ausschlag mit Blasenbildung und Hautablösung, insbesondere rund um Mund, Nase, Augen und Geschlechtsorgane (Stevens-Johnson-Syndrom) und großflächiger Hautablösung (Epidermolysis acuta toxica) (dies sind sehr selten auftretende Nebenwirkungen, die bis zu 1 von 10.000 Personen betreffen können)
  • reversible Pneumonitis (Lungenentzündung, die zu Atemnot, Husten und Fieber führt) (dies ist eine sehr selten auftretende Nebenwirkung, die bis zu 1 von 10.000 Personen betreffen kann)
  • Probleme mit dem Blut und Knochenmark; Anzeichen sind unter anderem Schwäche, Müdigkeit, Blässe, häufige Blutergüsse, ungewöhnliche Blutungen oder Infektionen (dies sind sehr häufig auftretende Nebenwirkungen, die mehr als 1 von 10 Personen betreffen können)
  • Wenn Immunoprin mite in Kombination mit anderen Immunsuppressiva angewendet wird, kann es zu Hirnschädigungen durch einen Virus kommen. Dies kann Kopfschmerzen, Verhaltensänderungen, Beeinträchtigungen der Sprache und Verschlechterungen des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit und beim Treffen von Entscheidungen (kognitive Verschlechterungen) verursachen (eine Krankheit, die Progressive Multifokale Leukenzephalopathie in Verbindung mit einem JC-Virus genannt wird) (dies sind sehr selten auftretende Nebenwirkungen, die mehr als 1 von 10.000 Personen betreffen können)

Wenn Sie eine der folgenden Nebenwirkungen bekommen, informieren Sie sofort Ihren Arzt oder Facharzt - möglicherweise benötigen Sie dringend medizinische Behandlung:

  • hohe Körpertemperatur (Fieber) oder andere Anzeichen einer Infektion, beispielsweise rauer Hals, wunder Mund, Probleme mit der Urinausscheidung oder Bronchieninfektion mit Kurzatmigkeit und Husten (dies sind sehr häufig auftretende Nebenwirkungen, die mehr als 1 von 10 Personen betreffen können)
  • Probleme mit der Leber; Anzeichen sind unter anderem eine Gelbfärbung der Haut oder der Augäpfel (Ikterus) (dies sind gelegentlich auftretende Nebenwirkungen, die bis zu 1 von 100 Personen betreffen können)
  • verschiedene Arten von Krebs, einschließlich Blut-, Lymph- und Hautkrebs (siehe Abschnitt 2. „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“) (dies sind selten auftretende Nebenwirkungen, die bis zu 1 von 1.000 Personen betreffen können)
  • Eventuell bekommen Sie Ausschlag (erhöhte rote, rosa- oder lilafarbene Knötchen, die bei Berührung schmerzen), besonders auf Armen, Händen, Fingern, im Gesicht und Nacken, der auch von Fieber begleitet sein kann (Sweet-Syndrom, auch bekannt als akute febrile neutrophile Dermatose). Die Häufigkeit des Auftretens dieser Nebenwirkungen ist nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
  • eine bestimmte Art eines Lymphoms (hepatosplenisches T-Zell-Lymphom). Es kann zu Nasenbluten, Erschöpfung, erheblichem Nachtschweiß, Gewichtsverlust und unerklärlichem Fieber (hoher Körpertemperatur) kommen (die Häufigkeit dieser Nebenwirkung ist nicht bekannt – auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.

Falls Sie eine der oben genannten Nebenwirkungen bemerken, brechen Sie die Einnahme von Immunoprin mite ab und wenden Sie sich umgehend an einen Arzt.

Weitere Nebenwirkungen beinhalten

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

  • zu niedrige Anzahl an weißen Blutkörperchen in Ihren Blutproben, was zu einer Infektion führen kann

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

  • Übelkeit

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

  • Anämie (zu niedrige Anzahl an roten Blutkörperchen)
  • Schwangerschaftscholestase, die starken Juckreiz, insbesondere an Händen und Füßen verursachen kann
  • Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse), was starke Schmerzen im oberen Magen verursachen kann

Selten (kann bis zu 1 von 1 000 Behandelten betreffen)

  • Möglicherweise kommt es während der Einnahme von Immunoprin mite zu Haarausfall. Häufig wachsen die Haare nach, auch wenn Immunoprin mite weiter eingenommen wird. Falls Sie Bedenken haben, fragen Sie Ihren Arzt.
  • Schwere Leberschädigung, die lebensbedrohlich sein kann (wie Leberverletzung, nicht-zirrhotische portale Hypertonie, portosinusoidale Gefäßerkrankung) insbesondere bei Patienten, die eine Langzeitbehandlung erhalten. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn bei Ihnen eines der folgenden Symptome auftritt: Gelbfärbung der Haut und des weißen Teils der Augen (Gelbsucht), stärkere Neigung zu Blutergüssen, Bauchbeschwerden, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Übelkeit oder Erbrechen.

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10 000 Behandelten betreffen)

  • Probleme mit dem Darm, die zu Durchfall, Bauchschmerzen, Verstopfung, Übelkeit oder Unwohlsein führen (Darmperforation)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

  • Photosensibilität (Empfindlichkeit gegenüber Licht oder Sonnenlicht)
  • Pellagra (Vitamin B3-Mangel (Niacin)), in Verbindung mit einem lokalisierten pigmentiertem Hautausschlag, Durchfall und einer Verschlechterung des Gedächtnisses, des logischen Denkens oder anderer kognitiver Fähigkeiten.
  • Speicheldrüsenentzündung (Sialadenitis)
  • Tremor

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen.

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Immunoprin mite aufzubewahren?

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und den Blisterpackungen hinter „Verwendbar bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Wenn die Immunoprin mite Filmtablette halbiert werden muss, ist ein Hautkontakt mit dem freiwerdenden Puder oder der Bruchkante der Tablette zu vermeiden.

Rückstände sind mit derselben Sorgfalt zu entsorgen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Immunoprin mite enthält

  • Der Wirkstoff ist Azathioprin.

Jede Filmtablette enthält 50 mg Azathioprin.

  • Die sonstigen Bestandteile sind:

Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Povidon K25, hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat, Hypromellose, mikrokristalline Cellulose, Macrogol-400-stearat, Talkum, Farbstoff: Titandioxid (E 171)

Wie Immunoprin mite aussieht und Inhalt der Packung

Immunoprin mite 50 mg - Filmtabletten sind weiße bis gelblich-weiße bikonvexe Filmtabletten mit einer Bruchkerbe auf einer Seite.

Packungsgrößen: 30, 50, 56, 90 und 100 Filmtabletten
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer:

EBEWE Pharma Ges.m.b.H Nfg. KG, 4866 Unterach, Österreich

Hersteller:

Salutas Pharma GmbH, 39179 Barleben, Deutschland

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) und im Vereinigten Königreich (Nordirland) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Niederlande: Belgien: Deutschland: Luxemburg: Italien: Vereinigtes Königreich (Nordirland):
Azathioprine 1A Pharma 50 mg, filmomhulde tablet Azathioprine Sandoz 50 mg filmomhulde tabletten Azathioprin HEXAL® 50 mg Filmtabletten Azathioprin HEXAL® 50 mg Filmtabletten Azatioprina Hexal
Azathioprine 50 mg Tablets

Z.Nr.: 1-24656

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Februar 2026.

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Hinweise zur Verwendung, Handhabung und Beseitigung

Bei unbeschädigtem Filmüberzug ist die Handhabung der Filmtabletten nicht mit Risiken verbunden. In diesem Fall sind keine besonderen Sicherheitsmaßnahmen erforderlich.

Dennoch sollten immunsuppressive Wirkstoffe den Anweisungen entsprechend gehandhabt werden, wenn das medizinische Fachpersonal die Tabletten halbiert (siehe Abschnitte 4.2 und

4.4 der Fachinformation).

Nicht verwendete Arzneimittel sowie kontaminierte Hilfsmittel sollten in deutlich gekennzeichneten Behältern zwischengelagert werden. Jegliche nicht verwendeten Tabletten oder Abfallmaterial sind entsprechend der lokalen Bestimmungen zu entsorgen.

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

Anwendung

Zum Einnehmen.

Die Filmtablette sollte mit mindestens einem Glas Flüssigkeit (200 ml) eingenommen werden.

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

Besondere Lagerungshinweise

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Fachinformation

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Immunoprin mite 50 mg - Filmtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Filmtablette enthält 50 mg Azathioprin.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Jede Filmtablette enthält 85,50 mg Lactose (als Lactose-Monohydrat).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Filmtablette.

Weiße bis gelblich-weiße Filmtabletten, bikonvex, mit einseitiger Bruchrille.

Die Bruchrille dient nur zum Teilen der Filmtablette für ein erleichtertes Schlucken und nicht zum Aufteilen in gleiche Dosen.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Immunoprin mite 50 mg – Filmtabletten werden als immunsuppressiver Antimetabolit alleine oder, häufiger, in Kombination mit anderen Wirkstoffen (normalerweise Kortikosteroiden) und Maßnahmen, die die Immunantwort beeinflussen, eingesetzt. Es kann Wochen oder Monate dauern, bevor eine therapeutische Wirkung erkennbar ist und kann einen steroidsparenden Effekt einschließen, wodurch die mit hoher Dosierung und Langzeit-Anwendung von Kortikosteroiden verbundene Toxizität vermindert wird.

Immunoprin mite 50 mg - Filmtabletten in Kombination mit Kortikosteroiden und/oder anderen immunsuppressiven Wirkstoffen und Maßnahmen sind angezeigt, um das Überleben von Organtransplantaten, wie Nierentransplantaten, kardiologischen Transplantaten und Lebertransplantaten, zu erhöhen. Sie reduzieren auch den Kortikosteroid-Bedarf von Nierentransplantatempfängern.

Immunoprin mite 50 mg – Filmtabletten sind zur Behandlung von mäßigen bis schweren entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa angezeigt, wenn eine Kortikosteroidtherapie erforderlich ist, sowie bei Patienten, die keine Kortikosteroidtherapie vertragen, oder bei Patienten, deren Erkrankung gegenüber der Standard-Erstlinientherapie refraktär ist.

Die Anwendung von Immunoprin mite 50 mg – Filmtabletten, alleine oder, häufiger, in Kombination mit Kortikosteroiden und/oder anderen Arzneimitteln und Maßnahmen, zeigten klinische Vorteile (was auch eine Dosisreduktion oder Absetzung von Kortikosteroiden einschließen kann) bei einem Anteil der Patienten mit den folgenden Erkrankungen:

  • schwere rheumatoide Arthritis
  • systemischer Lupus erythematodes
  • Dermatomyositis und Polymyositis
  • autoimmune chronisch aktive Hepatitis
  • Pemphigus vulgaris
  • Polyartritis nodosa
  • autoimmune hämolytische Anämie
  • chronische refraktäre idiopathische thrombozytopenische Purpura

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Als Richtlinie bzgl. der klinischen Erfahrungen bei besonderen Bedingungen sollte auf medizinische Fachliteratur zurückgegriffen werden.

Dosierung

Wenn eine orale Einnahme nicht möglich ist, kann eine Azathioprin-Injektion ausschließlich intravenös verabreicht werden. Sobald jedoch eine orale Behandlung möglich ist, sollte die intravenöse Therapie abgebrochen werden.

Population

Erwachsene

Transplantationen In Abhängigkeit vom eingesetzten immunsuppressiven Therapieschema wird am ersten Tag der Therapie eine Dosis von bis zu 5 mg/kg Körpergewicht/Tag oral oder intravenös verabreicht.

Die Erhaltungsdosis sollte zwischen 1 und 4 mg/kg Körpergewicht/Tag liegen und muss den klinischen Erfordernissen und der hämatologischen Verträglichkeit angepasst werden.

Es gibt Belege, dass die Therapie mit Azathioprin aufgrund des Risikos der Transplantatabstoßung unbegrenzt weitergeführt werden sollte, auch wenn nur niedrige Dosen notwendig sind.

Andere Indikationen Im Allgemeinen beträgt die Anfangsdosis 1 - 3 mg/kg Körpergewicht/Tag und soll innerhalb dieser Grenzen abhängig von der klinischen Wirkung (die unter Umständen wochen- oder monatelang nicht eintritt) und der hämatologischen Verträglichkeit angepasst werden.

Wenn die therapeutische Wirkung eintritt, soll eine Reduzierung auf die niedrigste Dosis, mit der diese Wirkung erhalten werden kann, in Erwägung gezogen werden. Wenn nach 3-monatiger Therapie keine Besserung eintritt, sollte ein Absetzen des Arzneimittels in Erwägung gezogen werden. Allerdings sollte bei Patienten mit CED eine Behandlungsdauer von mindestens 12 Monaten in Betracht gezogen werden, wobei ein Ansprechen auf die Behandlung klinisch erst nach drei bis vier Monaten erkennbar werden kann.

Die erforderliche Erhaltungsdosis kann je nach der zu behandelnden Erkrankung und der individuellen Reaktion des Patienten, einschließlich hämatologischer Toleranz, zwischen weniger als 1 mg und 3 mg/kg Körpergewicht/Tag liegen.

Kinder und Jugendliche

Transplantationen Die Dosierung für Kinder ist die gleiche wie für Erwachsene. (siehe Abschnitt 4.2 Erwachsene – Transplantationen).

Andere Indikationen Die Dosierung für Kinder ist die gleiche wie für Erwachsene. (siehe Abschnitt 4.2 Erwachsene − Andere Indikationen).

Übergewichtige Kinder Übergewichtigen Kindern müssen gegebenenfalls Dosen im oberen Bereich des Dosisspektrums verschrieben werden. Daher wird eine engmaschige Überwachung hinsichtlich des Ansprechens auf die Behandlung empfohlen (siehe Abschnitt 5.2).

Ältere Patienten

Es liegen nur begrenzt Erfahrungswerte zur Behandlung von älteren Patienten mit Azathioprin vor. Auch wenn die verfügbaren Daten nicht darauf hindeuten, dass die Inzidenz für Nebenwirkungen bei älteren Patienten höher ist als bei anderen mit Azathioprin behandelten Patienten, wird angeraten, die renale und hepatische Funktion zu überwachen und falls eine Beeinträchtigung besteht, eine Dosisreduktion in Betracht zu ziehen (siehe Abschnitt 4.2).

Eingeschränkte Nierenfunktion Da die Pharmakokinetik von Azathioprin bei Nierenfunktionsstörungen nicht formell untersucht wurde, können keine spezifischen Dosisempfehlungen gegeben werden. Da es bei Nierenfunktionsstörungen zu einer langsameren Elimination von Azathioprin und seinen Metaboliten kommen kann, sollte bei Patienten mit Niereninsuffizienz eine Reduktion der Anfangsdosis in Betracht gezogen werden. Die Patienten sollten auf dosisabhängige Nebenwirkungen überwacht werden (siehe Abschnitt 4.4 und Abschnitt 5.2).

Eingeschränkte Leberfunktion Da die Pharmakokinetik von Azathioprin bei Leberfunktionsstörungen nicht formell untersucht wurde, können keine spezifischen Dosisempfehlungen gegeben werden. Da es bei Leberfunktionsstörungen zu einer reduzierten Elimination von Azathioprin und seinen Metaboliten kommen kann, sollte bei Patienten mit Leberinsuffizienz eine Reduktion der Anfangsdosis in Betracht gezogen werden. Die Patienten sollten auf dosisabhängige Nebenwirkungen überwacht werden (siehe Abschnitt 4.4 und Abschnitt 5.2).

Patienten mit TPMT-Mangel Patienten mit vererbter geringer oder fehlender Aktivität der Thiopurin-S-Methyltransferase (TPMT) haben bei üblichen Azathioprin-Dosen ein erhöhtes Risiko für eine schwere Azathioprin-Toxizität und benötigen generell eine erhebliche Dosisreduktion. Eine optimale Anfangsdosis für homozygote Patienten wurde nicht festgesetzt (siehe Abschnitte 4.4 „Überwachung“ und Abschnitt 5.2).

Die empfohlenen Azathioprindosen werden von den meisten heterozygoten Patienten mit TPMTMangel toleriert, wobei bei einigen eine Dosisreduktion erforderlich sein kann. Genotypische und phänotypische TPMT-Tests sind erhältlich (siehe Abschnitt 4.4 und Abschnitt 5.2).

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln Bei gleichzeitiger Verabreichung von Xanthinoxidase-Inhibitoren wie Allopurinol mit Azathioprin ist es wichtig, dass nur 25% der normalen Dosis von Azathioprin verabreicht werden, da Allopurinol die Rate der Katabolisierung von Azathioprin herabsetzt (siehe Abschnitt 4.5).

Patienten mit der NUDT15-Variante Bei Patienten mit angeborenem, mutiertem NUDT15-Gen besteht ein erhöhtes Risiko für eine schwere 6-Mercaptopurin-Toxizität (siehe Abschnitt 4.4). Bei diesen Patienten ist im Allgemeinen eine Dosisreduzierung erforderlich, insbesondere bei Patienten, die Träger einer homozygoten NUDT15-Variante sind (siehe Abschnitt 4.4). Daher kann vor dem Beginn der Behandlung mit 6-Mercaptopurin eine Genotypisierung zur Bestimmung NUDT15-Variante in Erwägung gezogen werden. Eine engmaschige Überwachung der Blutwerte ist in jedem Fall erforderlich.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Azathioprin kann zusammen mit Nahrung oder auf leeren Magen eingenommen werden. Allerdings sollten die Patienten die Art der Verabreichung standardisieren. Bei der ersten Einnahme von Azathioprin tritt bei manchen Patienten Übelkeit auf. Bei der oralen Verabreichung scheint eine Übelkeit gelindert zu werden, wenn die Tabletten nach dem Essen eingenommen werden. Allerdings kann bei der Verabreichung von Azathioprin-Tabletten nach dem Essen die orale Resorption verringert sein. Daher sollte bei dieser Art der Verabreichung eine Überwachung der therapeutischen Wirksamkeit in Betracht gezogen werden (siehe Abschnitt 4.8).

Die Dosis darf nicht mit Milch oder Milchprodukten eingenommen werden (siehe Abschnitt 4.5). Azathioprin sollte mindestens 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach dem Konsum von Milch oder Milchprodukten eingenommen werden (siehe Abschnitt 5.2).

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile. Eine Überempfindlichkeit gegen 6-Mercaptopurin sollte für den Verschreiber ein Alarmsignal für eine mögliche Überempfindlichkeit gegen Azathioprin sein.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Eine Impfung mit Lebendimpfstoffen kann bei immungeschwächten Patienten zu Infektionen führen. Daher wird empfohlen, dass Patienten für einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten nach Abschluss einer Azathioprin-Behandlung keine Impfung mit Lebendimpfstoffen erhalten (siehe Abschnitt 4.5).

Die gleichzeitige Anwendung von Ribavirin und Azathioprin wird nicht empfohlen. Ribavirin kann die Wirkung von Azathioprin verringern und dessen Toxizität erhöhen (siehe Abschnitt 4.5).

Überwachung Die Anwendung von Azathioprin ist potenziell mit gesundheitlichen Risiken verbunden. Es sollte nur verordnet werden, wenn der Patient hinsichtlich toxischer Wirkungen während der gesamten Therapie ausreichend überwacht werden kann.

Besondere Aufmerksamkeit sollte der Überwachung des Blutbildes gelten. Die Erhaltungsdosis ist gegebenenfalls soweit zu reduzieren, solange eine klinische Reaktion stattfindet.

Es wird empfohlen, während der ersten 8 Wochen der Therapie mindestens einmal wöchentlich ein vollständiges Blutbild einschließlich Thrombozytenzählung anzufertigen oder häufiger bei:

  • Einsatz hoher Dosen
  • schwerer Nieren- und/oder Leberfunktionsstörung Die Blutbildhäufigkeit kann im späteren Verlauf der Therapie reduziert werden. Es wird jedoch empfohlen, monatlich ein vollständiges Blutbild anzufertigen, mindestens jedoch alle 3 Monate.

Bei ersten Anzeichen eines abnormalen Abfalls im Blutbild sollte die Behandlung sofort unterbrochen werden, da die Anzahl der Leukozyten und Thrombozyten auch nach Behandlungsende weiter abnehmen kann.

Patienten, die Azathioprin erhalten, müssen angehalten werden, bei Anzeichen einer Infektion, unerwarteten Blutergüssen oder Blutungen oder anderen Anzeichen einer Knochenmarkdepression sofort Ihren Arzt zu informieren. Eine Knochenmarksuppression ist bei rechtzeitigem Absetzen von Azathioprin reversibel.

Azathioprin ist hepatotoxisch, weshalb im Verlauf der Behandlung regelmäßige Kontrollen durch Leberfunktionstests durchgeführt werden sollen. Häufigere Kontrollen werden empfohlen bei Patienten mit vorbestehender Lebererkrankung und solchen, die sich einer Therapie mit möglicherweise hepatotoxischer Nebenwirkung unterziehen. Es wurden Fälle von nicht-zirrhotischer portaler Hypertonie/portosinusoidaler Gefäßerkrankung berichtet. Zu den frühen klinischen Anzeichen gehören Leberenzymveränderungen, leichter Ikterus, Thrombozytopenie und Splenomegalie (siehe Abschnitt 4.8). Die Patienten sind über die Symptome einer Leberschädigung zu informieren und anzuweisen, sich unverzüglich mit ihrem Arzt in Verbindung zu setzen, wenn diese auftreten.

Patienten mit TPMT-Mangel Es gibt Personen mit einem vererbten Mangel des Enzyms Thiopurin-Methyltransferase (TPMT), die ungewöhnlich empfindlich auf den myelosuppressiven Effekt von Azathioprin reagieren und bei denen nach Beginn der Behandlung mit Azathioprin ein erhöhtes Risiko für die Entstehung einer schnellen Konchenmarkdepression besteht. Dieses Problem könnte sich durch die gleichzeitige Verabreichung von Arzneimitteln, die TPMT inhibieren (z.B. Olsalazin, Mesalazin oder Sulfalazin), verstärken.

Es wurde auch ein möglicher Zusammenhang zwischen einer verminderten TPMT-Aktivität und sekundären Leukämien und einer Myelodysplasie bei Patienten berichtet, die 6-Mercaptopurin (den aktiven Metaboliten von Azathioprin) in Kombination mit anderen zytotoxischen Substanzen erhielten (siehe Abschnitt 4.8).

Einige Labore bieten Tests zur Erkennung eines TPMT-Mangels an, obwohl diese Tests nicht alle Patienten mit einem Risiko für eine schwere Toxizität identifizieren können. Daher ist die engmaschige Überwachung des Blutbildes nach wie vor notwendig.

Die Azathioprin-Dosierung muss gegebenenfalls reduziert werden, wenn dieser Wirkstoff mit anderen Arzneimitteln kombiniert wird, deren primäre oder sekundäre Toxizität Myelosuppression ist (siehe Abschnitt 4.5 Zytostatische/Myelosuppressive Wirkstoffe).

Überempfindlichkeit Patienten mit Verdacht auf eine frühere Überempfindlichkeitsreaktion auf 6-Mercaptopurin ist die Anwendung der dazugehörigen Prodrug Azathioprin nicht zu empfohlen. Dies gilt auch umgekehrt, es sei denn, dass eine der Substanzen in allergologischen Tests als Auslöser für die Überempfindlichkeit bestätigt und die andere Substanz negativ getestet wurde.

Nieren- und/oder Leberinsuffizienz Bei Patienten mit Nieren- und/oder Leberfunktionsstörungen sollte Azathioprin mit Vorsicht angewendet werden. Bei diesen Patienten ist eine Reduktion der Anfangsdosis in Erwägung zu ziehen und das hämatologische Ansprechen ist engmaschig zu kontrollieren (siehe Abschnitt 4.2 und Abschnitt 4.5).

Lesch-Nyhan-Syndrom Begrenzte Daten deuten darauf hin, dass Azathioprin bei Patienten mit Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyltransferase-Mangel (Lesch-Nyhan-Syndrom) nicht wirksam ist. Aufgrund des abnormalen Metabolismus dieser Patienten ist es nicht weise eine Anwendung von Azathioprin bei diesen Patienten zu empfehlen.

Mutagenität In weiblichen und männlichen Patienten, die mit Azathioprin behandelt wurden, wurden chromosomale Veränderungen nachgewiesen. Die Rolle, die Azathioprin bei der Entwicklung dieser Veränderungen spielt ist schwierig zu beurteilen. Vorübergehende chromosomale Veränderungen der Lymphozyten wurden bei Nachkommen von Patienten, die mit Azathioprin behandelt wurden, nachgewiesen. Mit Ausnahme einiger sehr seltener Fälle wurden keine offensichtlichen Anzeichen körperlicher Abnormalität bei Nachkommen von Patienten, die mit Azathioprin behandelt wurden, beobachtet (siehe Abschnitt 4.6).

Azathioprin und langwelliges UV-Licht zeigen synergistisch klastogene Wirkungen bei Patienten, die mit Azathioprin bei einer Reihe von Krankheiten behandelt wurden.

Karzinogenität Bei Patienten, die eine Therapie mit Immunsuppressiva erhalten, einschließlich Azathioprin, besteht ein höheres Risiko für das Auftreten lymphoproliferativer Erkrankungen und anderer maligner Erkrankungen, insbesondere Hautkrebserkrankungen (Melanome und andere), Sarkome (Kaposi-Sarkom und andere) sowie In-situ-Karzinome der Cervix uteri. Das erhöhte Risiko scheint mit dem Grad und der Dauer der Immunosuppression zusammenzuhängen. Es wurde berichtet, dass ein Absetzen der Immunosuppression unter Umständen zu einer teilweisen Regression der lymphoproliferativen Erkrankung führt.

Ein Behandlungsschema mit mehreren Immunsuppressiva (einschließlich Thiopurine) sollte daher mit Vorsicht angewendet werden, da es zu lymphoproliferativen Erkrankungen, darunter solchen mit berichteten Todesfällen, führen könnte. Eine Kombination mehrerer gleichzeitig angewendeter Immunsuppressiva erhöht das Risiko für Epstein-Barr-Virus (EBV) bedingte lymphoproliferative Erkrankungen.

Patienten, die multiple immunsuppressive Wirkstoffe erhalten, könnten dem Risiko einer Über-Immunsuppression ausgesetzt sein. Aus diesem Grund sollte eine solche Therapie auf dem niedrigsten wirksamen Level gehalten werden.

Wie bei Patienten mit erhöhtem Risiko für Hauttumore üblich, sollten sich diese nur begrenzt Sonnenlicht und UV-Strahlen aussetzen. Die Patienten sollten schützende Kleidung tragen und Sonnenschutz mit hohem Schutzfaktor verwenden.

Es gibt Berichte über hepatosplenische T-Zell-Lymphome, die bei Anwendung von Azathioprin allein oder in Kombination mit Anti-TNF-Arzneimitteln oder anderen Immunsuppressiva auftraten. Obwohl zumeist CED-Patienten betroffen waren, gab es auch Fälle außerhalb dieser Population (siehe Abschnitt 4.8).

Makrophagenaktivierungssyndrom Das Makrophagenaktivierungssyndrom (MAS) ist eine bekannte, lebensbedrohliche Erkrankung, die bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen auftreten kann, insbesondere bei jenen mit entzündlicher Darmerkrankung. Möglicherweise besteht bei der Anwendung von Azathioprin eine erhöhte Anfälligkeit für das Auftreten dieser Erkrankung. Wenn MAS auftritt oder vermutet wird, sollte die Untersuchung und Behandlung so bald wie möglich erfolgen und die Behandlung mit Azathioprin ist abzusetzen. Ärzte sollten auf Symptome für Infektionen mit Pathogenen wie EBV und Zytomegalievirus (CMV) achten, da diese bekannte Auslöser von MAS sind.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen Purinanaloga (Azathioprin und Mercaptopurin) können den Niacin-Signalweg beeinträchtigen, was zu Nikotinsäuremangel (Pellagra) führen kann. Es wurden einige Fälle von Pellagra im Zusammenhang mit der Einnahme von Azathioprin gemeldet, insbesondere bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Die Diagnose Pellagra sollte bei Patienten mit lokalisiertem pigmentiertem Ausschlag (Dermatitis), Gastroenteritis (Diarrhö) und ausgeprägten neurologischen Defiziten, einschließlich Verschlechterung der kognitiven Leistungen (Demenz), in Betracht gezogen werden. Eine entsprechende medizinische Versorgung mit Niacin-/Nicotinamid-Ergänzungspräparaten muss eingeleitet und eine Dosisreduzierung oder das Absetzen von Azathioprin in Betracht gezogen werden.

Infektionen mit dem Varizella Zoster Virus (siehe Abschnitt 4.8) Infektionen mit dem Varizella Zoster Virus (VZV; Windpocken und Herpes Zoster) können während der Anwendung von Immunsuppressiva einen schweren Verlauf nehmen. Auf Folgendes sollte besonders geachtet werden:

Vor Beginn der Anwendung von Immunsuppressiva sollte der Arzt überprüfen, ob der Patient bereits eine VZV-Infektion durchgemacht hat. Serologische Tests können bei der Feststellung einer früheren Exposition hilfreich sein. Patienten, die noch nie mit VZV infiziert waren, sollten den Kontakt mit Personen, die an Windpocken oder Herpes Zoster leiden, meiden.

Wenn der Patient VZV ausgesetzt ist, gilt es besonders darauf zu achten, dass der Patient nicht an Windpocken oder Herpes Zoster erkrankt und eine passive Immunisierung mit Varizellen-Zoster-Immunglobulin (VZIG) sollte in Betracht gezogen werden.

Wenn der Patient mit VZV infiziert ist, sollten angemessene Vorkehrungen, wie eine antivirale Therapie und unterstützende Maßnahmen, getroffen werden.

Infektionen Patienten, die mit 6-Mercaptopurin alleine oder mit 6-Mercaptopurin in Kombination mit anderen Immunsuppressiva, einschließlich Corticosteroiden, behandelt wurden, zeigten eine erhöhte Anfälligkeit für Viren-, Pilz- und bakterielle Infektionen, darunter auch schwere oder atypische Infektionen und Virusreaktivierungen. Die Infektionskrankheit und Komplikationen können bei diesen Patienten im Vergleich zu nicht behandelten Patienten einen schwereren Verlauf nehmen.

Eine frühere Exposition gegenüber oder eine Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus müssen vor Beginn der Behandlung berücksichtigt werden. Lokale Behandlungsrichtlinien, und ggf. Richtlinien zur prophylaktischen Therapie, sollten berücksichtigt werden. Eine serologische Untersuchung auf Hepatitis B sollte vor dem Beginn der Behandlung in Betracht gezogen werden. Im Fall einer positiven serologischen Untersuchung sollten lokale Richtlinien einschließlich Richtlinien zur prophylaktischen Therapie, berücksichtigt werden. Fälle von neutropenischer Sepsis wurden bei Patienten berichtet, die 6-Mercaptopurin zur Behandlung einer ALL erhalten hatten.

Patienten mit der NUDT15-Variante Bei Patienten mit angeborenem, mutiertem NUDT15-Gen besteht bei herkömmlichen Dosen einer Thiopurin-Therapie ein erhöhtes Risiko für eine schwere 6-Mercaptopurin-Toxizität, wie eine frühe Leukopenie und Alopezie. Bei diesen Patienten ist im Allgemeinen eine Dosisreduktion erforderlich, insbesondere bei den Patienten, die homozygote Träger der NUDT15-Variante sind (siehe Abschnitt 4.2). Die Inzidenz von NUDT15 c.415C>T unterliegt einer ethnischen Variabilität von ca. 10 % bei Ostasiaten, 4 % bei hispanischer Bevölkerung, 0,2 % bei Europäern und 0 % bei Afrikanern. Eine engmaschige Überwachung der Blutwerte ist in jedem Fall erforderlich.

Progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML) Über PML, eine durch den JC-Virus verursachte opportunistische Infektion, wurde bei Patienten, die gleichzeitig mit Azathioprin und anderen Immunsuppressiva behandelt wurden, berichtet. Die immunsuppressive Therapie sollte bei ersten Anzeichen und Symptomen, die auf eine PML hinweisen, beendet und eine entsprechende Evaluierung zur Erstellung einer Diagnose vorgenommen werden (siehe Abschnitt 4.8).

Hepatitis B (siehe Abschnitt 4.8) Bei Hepatitis-B-Trägern (definiert als Patienten mit Nachweis des Hepatitis-B-Oberflächenantigens [HBsAg] für mehr als sechs Monate) oder Patienten mit einer dokumentierten früheren HBV-Infektion, die Immunsuppressiva erhalten, besteht das Risiko einer Reaktivierung der HBV-Replikation, mit asymptomatischen Anstiegen von HBV-DNA- und ALT-Spiegeln im Serum. Gegebenenfalls sind die lokalen Leitlinien, einschließlich einer prophylaktischen Therapie mit Anti-HBV-Wirkstoffen, zu berücksichtigen.

Neuromuskuläre Blocker Besondere Sorgfalt ist erforderlich, wenn Azathioprin zusammen mit neuromuskulären Blockern wie Atracurium, Rocuronium, Cisatracurium oder Suxamethonium (auch als Succinylcholin bezeichnet) verabreicht wird (siehe Abschnitt 4.5). Anästhesisten sollten sich erkundigen, ob ihre Patienten vor einer Operation Azathioprin erhalten.

Posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES) Fälle eines posterioren reversiblen Enzephalopathie-Syndroms (PRES) wurden bei Patienten berichtet, die Azathioprin erhielten. Treten bei mit Azathioprin behandelten Patienten Symptome auf, die auf ein PRES hinweisen, wie Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle, Hypertonie und Sehstörungen, sollte unverzüglich eine bildgebende Diagnostik durchgeführt werden. Wird ein PRES bestätigt, sind eine adäquate Kontrolle von Blutdruck und Krampfanfällen sowie das sofortige Absetzen von Azathioprin angezeigt. In der Mehrzahl der beschriebenen Fälle bildete sich das PRES nach Absetzen von Azathioprin und entsprechender Therapie vollständig zurück.

Bestandteile mit bekannter Wirkung
Lactose:

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lapp-Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Nahrung, Milch und Milchprodukte Die Verabreichung von Azathioprin mit Nahrung kann möglicherweise die systemische Exposition geringfügig verringern; wahrscheinlich ist dies jedoch klinisch nicht bedeutsam (siehe Abschnitt 4.8). Deswegen kann Azathioprin zusammen mit Nahrung oder auf leeren Magen eingenommen werden. Allerdings sollten die Patienten die Art der Verabreichung standardisieren. Die Dosis darf nicht mit Milch oder Milchprodukten eingenommen werden, da diese Xanthinoxidase enthalten, ein Enzym, das 6–Mercaptopurin metabolisiert und somit unter Umständen zu geringeren Plasmaspiegeln von 6–Mercaptopurin führen könnte (siehe Abschnitt 4.2 und 5.2).

Impfstoffe Die immunsuppressive Wirkung von Azathioprin könnte zu einer atypischen und potenziell gesundheitsschädlichen Reaktion auf Lebendimpfstoffe führen. Daher wird empfohlen, dass Patienten für einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten nach Abschluss einer Azathioprin-Behandlung keine Impfung mit Lebendimpfstoffen erhalten (siehe Abschnitt 4.4).

Eine verminderte Reaktion auf Totimpfstoffe ist wahrscheinlich; eine derartige Reaktion auf einen Hepatitis-B-Impfstoff wurde bei Patienten beobachtet, die mit einer Kombination von Azathioprin und Kortikosteroiden behandelt wurden.

Aus einer kleinen klinischen Studie geht hervor, dass sich therapeutische Standarddosen von Azathioprin nicht nachteilig auf die Immunantwort auf polyvalenten Pneumokokkenimpfstoff (beurteilt auf der Basis der mittleren antikapsulären Antikörper-Konzentration) auswirken.

Wirkungen von gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln auf Azathioprin

Ribavirin Ribavirin hemmt das Enzym Inosinmonophosphat-Dehydrogenase (IMPDH) und führt zu einer geringeren Produktion der aktiven 6-Thioguanin-Nukleotide. Über eine schwere Myelosuppression wurde bei gleichzeitiger Anwendung von Azathioprin und Ribavirin berichtet. Aus diesem Grund wird eine gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.4 und Abschnitt 5.2).

Zytostatische/Myelosuppressive Wirkstoffe (siehe Abschnitt 4.4) Falls möglich, sollte die gleichzeitige Anwendung von Zytostatika oder Arzneimitteln mit myelosuppressiven Eigenschaften, wie Penicillamin, vermieden werden. Es liegen widersprüchliche klinische Berichte über Wechselwirkungen bei Azathioprin und Co-trimoxazol vor, in denen über schwerwiegende hämatologische Störungen berichtet wird.

Einige Fallberichte weisen darauf hin, dass hämatologische Störungen bei gleichzeitiger Anwendung von Azathioprin und ACE-Hemmern auftreten können.

Es gibt Hinweise darauf, dass Cimetidin und Indometacin eine myelosuppressive Wirkung haben, die bei gleichzeitiger Anwendung von Azathioprin verstärkt werden kann.

Allopurinol/Oxipurinol/Thiopurinol und andere Xanthinoxidasehemmer Die Xanthinoxidase-Aktivität wird durch Allopurinol, Oxipurinol und Thiopurinol gehemmt, wodurch die Umwandlung von biologisch wirksamer 6-Thioinosinsäure in biologisch inaktive 6-Thioharnsäure reduziert wird.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Allopurinol, Oxipurinol und/oder Thiopurinol zusammen mit 6-Mercaptopurin oder Azathioprin sollte die Dosis von 6-Mercaptopurin und Azathioprin auf 25 % der ursprünglichen Dosis reduziert werden (siehe Abschnitt 4.2). Fälle mit tödlichem Ausgang wurden bei Patienten berichtet, die gleichzeitig Azathioprin und Allopurinol erhielten.

Auf Grundlage nicht-klinischer Daten können andere Xanthinoxidasehemmer wie Febuxostat die Wirkung von Azathioprin verlängern, was zu einer verstärkten Knochenmarksuppression führen kann. Die gleichzeitige Verabreichung wird nicht empfohlen, da die Daten nicht ausreichen, um eine angemessene Dosisreduzierung von Azathioprin zu bestimmen.

Aminosalicylsäure Es liegen in-vitro und in-vivo Hinweise vor, dass Aminosalicylsäurederivate wie Olsalazin, Mesalazin oder Sulfalazin das Enzym TPMT hemmen. Daher sind bei gleichzeitiger Anwendung von Aminosalicylsäurederivaten geringere Azathioprin-Dosen in Erwägung zu ziehen (siehe Abschnitt 4.4).

Methotrexat 20 mg/m2 Methotrexat oral erhöht die AUC von 6-Mercaptopurin um etwa 31%, während 2 bzw. 5 g/m2 Methotrexat i.v. die AUC von 6-Mercaptopurin um 69 bzw. 93% erhöhte. Wenn Azathioprin gleichzeitig mit hochdosiertem Methotrexat verabreicht wird, soll die Dosis daher angepasst werden, um eine geeignete Anzahl weißer Blutkörperchen aufrechtzuerhalten.

Infliximab Eine Wechselwirkung zwischen Azathioprin und Infliximab wurde beobachtet. Bei Patienten, die fortlaufend Azathioprin erhielten, kam es in den ersten Wochen nach einer Infliximab-Infusion zu temporären Anstiegen von 6-TGN (6-Thioguanin-Nucleotide, ein aktiver Metabolit von Azathioprin) und zu einer Verringerung der mittleren Leukozytenzahl, mit einer Normalisierung der Spiegel nach 3 Monaten.

Neuromuskuläre Blocker Es gibt klinische Hinweise dafür, dass Azathioprin die Wirkung von nicht-depolarisierenden Muskelrelaxanzien antagonisiert. Experimentelle Daten bestätigen, dass Azathioprin die neuromuskuläre Blockade durch nicht-depolarisierende Muskelrelaxanzien aufhebt, und zeigen, dass Azathioprin die neuromuskuläre Blockade durch depolarisierende Muskelrelaxanzien verstärkt (siehe Abschnitt 4.4).

Wirkungen von Azathioprin auf andere Arzneimittel

Antikoagulanzien Eine Hemmung der gerinnungshemmenden Wirkung von Warfarin und Acenocoumarol wurde bei gleichzeitiger Verabreichung von Azathioprin beschrieben, daher könnten höhere Dosen des Antikoagulans notwendig sein. Es wird empfohlen, dass Gerinnungstests genau überwacht werden, wenn Antikoagulanzien gleichzeitig mit Azathioprin verabreicht werden.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen nur begrenzte Daten zur Anwendung von Azathioprin bei schwangeren Frauen vor.

Es ist bekannt, dass Azathioprin und seine Metabolite in erheblichem Maße die Plazenta und Fruchtblase passieren und so von der Mutter in den Fetus gelangen können.

Tierversuche haben Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3) Azathioprin sollte Patienten, die schwanger sind oder bei denen die Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie in naher Zukunft schwanger werden, nicht ohne strenge Nutzen/Risiko-Abwägung verabreicht werden. Wie bei allen zytotoxischen Chemotherapien sollten adäquate empfängnisverhütende Maßnahmen empfohlen werden, wenn einer der Partner Azathioprin einnimmt.

In Verbindung mit einer Azathioprintherapie wurde gelegentlich über eine Schwangerschaftscholestase berichtet. Eine frühe Diagnose und das Absetzen von Azathioprin können die Auswirkungen auf den Fetus minimieren. Eine sorgfältige Beurteilung des Nutzens für die Mutter und der Auswirkungen auf den Fetus ist jedoch durchzuführen, wenn eine Schwangerschaftscholestase bestätigt wird.

Frauen im gebärfähigen Alter/Verhütung bei Männern und Frauen Aufgrund des genotoxischen Potenzials von Azathioprin (siehe Abschnitt 5.3) sollten Frauen im gebärfähigen Alter während der Behandlung mit Azathioprin und bis zu 6 Monate nach Beendigung der Behandlung wirksame Verhütungsmaßnahmen anwenden. Männern wird empfohlen, während der Behandlung mit Azathioprin und bis zu 3 Monate nach Beendigung der Behandlung wirksame Verhütungsmaßnahmen anzuwenden und kein Kind zu zeugen.

Mutagenität Vorübergehende chromosomale Anomalien der Lymphozyten wurden bei Nachkommen von Patienten nachgewiesen, die mit Azathioprin behandelt worden waren. Mit Ausnahme sehr seltener Fälle wurden bei Nachkommen von Patienten, die mit Azathioprin behandelt wurden, keine offensichtlichen Anzeichen körperlicher Anomalien beobachtet. Azathioprin und langwelliges UV-Licht zeigten bei Patienten, die im Rahmen verschiedener Krankheiten mit Azathioprin behandelt wurden, synergistisch klastogene Wirkungen (siehe Abschnitt 4.4).

Es gibt Berichte über Frühgeburten und niedrige Geburtsgewichte nachdem die Mutter Azathioprin ausgesetzt war, vor allem in Kombination mit Kortikosteroiden. Es liegen auch Berichte über Spontanaborts nach mütterlichem oder väterlichem Umgang mit Azathioprin vor. Bei einem Teil der Neugeborenen, deren Mütter während der Schwangerschaft durchgehend Azathioprin einnahmen, wurde über Leukopenie und/oder Thrombopenie berichtet. Während der Schwangerschaft ist hinsichtlich der hämatologischen Überwachung besondere Aufmerksamkeit ratsam.

Stillzeit

6-Mercaptopurin wurde im Kolostrum und in der Muttermilch von Frauen nachgewiesen, die mit Azathioprin behandelt wurden. Die vorliegenden Daten zeigen, dass die abgegebenen Mengen in der Muttermilch gering sind. Auf der Basis der begrenzten verfügbaren Daten wird von keinem Risiko für Neugeborene/Säuglinge ausgegangen; allerdings kann es auch nicht ausgeschlossen werden.

Es wird empfohlen, dass Frauen mit Azathioprin auf das Stillen verzichten, sofern der Nutzen das potenzielle Risiko nicht überwiegt.

Falls eine Entscheidung für das Stillen getroffen wird, muss der Säugling engmaschig auf Anzeichen von Immunsuppression, Leukopenie, Thrombozytopenie, Hepatotoxizität, Pankreatitis oder von anderen Symptomen einer Exposition mit 6-Mercaptopurin überwacht werden, da 6-Mercaptopurin ein starkes Immunsuppressivum ist.

Fertilität

Die spezifische Wirkung einer Azathioprin-Therapie auf die Fertilität beim Menschen ist unbekannt.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es existieren keine Daten über die Auswirkung von Azathioprin auf die Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Ein nachteiliger Effekt auf diese Aktivitäten kann aufgrund der Pharmakologie von Azathioprin nicht vorhergesagt werden.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils Für dieses Produkt liegt keine zeitgemäße klinische Dokumentation vor, die als Unterstützung bei der Ermittlung der Häufigkeit von Nebenwirkungen dienen könnte. Die Inzidenz der Nebenwirkungen kann abhängig von der Indikation variieren.

Zu den wichtigsten Nebenwirkungen gehören Myelosuppression, die zumeist in Form einer Leukopenie, Thrombozytopenie oder Anämie auftritt; virale, mykotische und bakterielle Infektionen; lebensbedrohliche Leberschädigungen; Überempfindlichkeit; Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse.

Tabellarische Auflistung von Nebenwirkungen
Die folgenden Kategorien werden zur Klassifikation der Häufigkeiten genutzt:

Sehr häufig (Häufig (≥1/100, Gelegentlich Selten (≥1/10.000, Sehr selten (<1/10.000) Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)≥ (≥1/1.000,1/10) <1/10) <1/100) <1/1.000)
Systemorganklasse Infektionen und parasitäre Erkrankungen Gutartige, unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen) Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems Erkrankungen Immunsystems Erkrankungen Nervensystems Erkrankungen der Atemwege, des Mediastinums Erkrankungen Gastrointestinaltrakts Stoffwechsel-Ernährungsstörungen Leber-Gallenerkrankungen Untersuchungen Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesBrustraumsbösartigeund des des und des und undHäufigkeit Sehr häufig Gelegentlich Sehr selten Selten Nicht bekannt Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Gelegentlich Sehr selten Nicht bekannt Sehr selten Häufig Gelegentlich Sehr selten Nicht bekannt Nicht bekannt Gelegentlich Selten Gelegentlich Selten Nicht bekanntNebenwirkungen Virale, Infektionen bei Transplantatempfängern, die Azathioprin in Kombination mit anderen Immunsuppressiva erhalten Virale, Infektionen Patientengruppen, bakterielle und virale Infektionen, Infektionen in Verbindung mit Neutropenie Nach zusammen mit anderen Immunsuppressiva wurde über Fälle von durch den JC-Virus verursachter PML berichtet (siehe Abschnitt 4.4). Neoplasien lymphoproliferative Karzinome der Haut (Melanome und andere Karzinome), Sarkome (Kaposi-Sarkom und andere Sarkome) und Zervixkarzinome in situ, akute myeloische Leukämien und Myelodysplasien (siehe Abschnitt 4.4). Hepatosplenisches T-Zell-Lymphom (siehe Abschnitt 4.4). Knochenmarkdepression, Leukopenie Thrombozytopenie Anämie Agranulozytose, Panzytopenie, aplastische Anämie, erythrozytäre Hypoplasie Überempfindlichkeit Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse Posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES), Tremor Reversible Pneumonitis Übelkeit Pankreatitis Kolitis, Divertikulitis und Darmperforation bei Transplantatempfängern; schwere Diarrhö bei Darmerkrankungen Sialadenitis Pellagra (siehe Abschnitt 4.4) Cholestase Schwangerschaftscholestase Lebensbedrohliche Nicht-zirrhotische portosinusoidale Gefäßerkrankung Auffällige Leberfunktionswerte Alopezie Akute febrile neutrophile Dermatose (Sweet-Syndrom), Photosensibilitätmykotische mykotische Anwendung Patientenmegaloblastischebeimit Leberschädigungen, portaleund und den vonAzathioprin einschließlich Erkrankungen, entzündlichen Hypertonie,bakterielle bakterielle anderen Anämie,und

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Infektionen und parasitäre Erkrankungen Patienten, die Azathioprin allein oder in Kombination mit anderen Immunsuppressiva erhalten, insbesondere mit Kortikosteroiden, zeigen eine erhöhte Anfälligkeit für virale, mykotische und bakterielle Infektionen, einschließlich schwerer oder atypischer Infektionen und einer Reaktivierung durch VZV, Hepatitis B und andere infektiöse Erreger (siehe Abschnitt 4.4).

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen) Es gibt seltene Berichte über akute myeloische Leukämien und Myelodysplasien (manche in Zusammenhang mit chromosomalen Abnormitäten).

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems Azathioprin kann mit einer dosis-abhängigen, allgemein reversiblen Knochenmarkdepression assoziiert sein, die sich meist als Leukopenie äußert, aber manchmal auch als Anämie und Thrombozytopenie und selten als Agranulozytose, Panzytopenie und aplastische Anämie. Diese treten vor allem bei Patienten auf, die für Myelotoxizität prädisponiert sind, wie zum Beispiel Patienten mit TPMT-Mangel und eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion und Patienten, die die Azathioprin-Dosis bei gleichzeitiger Allopurinol-Therapie nicht verringern (siehe Abschnitte

4.2 und 4.5).

Reversible, dosis-abhängige Zunahmen des MCV (mean corpuscular volume) und des Erythrozyten Hämoglobin-Gehalts traten in Zusammenhang mit einer Azathioprin-Therapie auf. Megaloblastäre Veränderungen des Knochenmarks wurden ebenfalls beobachtet, wobei schwere Megaloblastenanämien und erythroide Hypoplasien aber selten sind.

Erkrankungen des Immunsystems Viele verschiedene klinische Syndrome, welche idiosynkratische Manifestationen von Überempfindlichkeit zu sein scheinen, wurden gelegentlich nach der Anwendung von Azathioprin beschrieben. Klinische Merkmale beinhalten allgemeines Unwohlsein, Benommenheit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Fieber, Rigor, Ausschlag, Exantheme, Erythema nodosum, Vaskulitis, Myalgie, Arthralgie, Hypotonie, Herzfunktionsstörung, Nierenfunktionsstörung, Leberfunktionsstörung und Cholestase (siehe Leber- und Gallenerkrankungen).

In vielen Fällen belegte die sogenannte Rechallenge einen Zusammenhang mit Azathioprin. Eine sofortige Absetzung von Azathioprin und, wenn nötig, kreislaufunterstützende Maßnahmen, führten in den meisten Fällen zu einer Besserung.

Andere zugrundeliegende Pathologien haben zu den wenigen berichteten Todesfällen beigetragen. Nach einer Überempfindlichkeitsreaktion auf Azathioprin sollte die Notwendigkeit einer fortgesetzten Anwendung von Azathioprin sorgfältig und auf individueller Basis überdacht werden.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Manche Patienten entwickeln Übelkeit, wenn sie das erste Mal Azathioprin erhalten. Dies kann gemildert werden, wenn die Tabletten nach einer Mahlzeit eingenommen werden.

Allerdings kann bei der Verabreichung von Azathioprin-Tabletten nach dem Essen die orale Resorption verringert sein. Daher sollte bei dieser Art der Verabreichung eine Überwachung der therapeutischen Wirksamkeit in Betracht gezogen werden (siehe Abschnitt 4.2, 4.5 und 5.2).

Schwere Komplikationen, einschließlich Kolitis, Diverticulitis und Darmperforation wurden bei Transplantatempfängern berichtet, die Immunsuppressiva erhielten. Die Krankheitsursache ist aber noch nicht eindeutig geklärt und hoch dosierte Kortikosteroide könnten involviert sein.

Schwere Durchfälle, wiederkehrend bei Rechallenge, wurden bei Patienten berichtet, die aufgrund entzündlicher Darmerkrankungen mit Azathioprin behandelt wurden.

Bei Behandlung dieser Patienten soll die Möglichkeit einer arzneimittelbedingten Verschlechterung der Symptome berücksichtigt werden.

Pankreatitis wurde bei einem kleinen Prozentsatz der Patienten mit Azathioprin-Therapie berichtet, vor allem bei Nierentransplantationspatienten und Patienten mit diagnostizierter entzündlicher Darmerkrankung.

Leber- und Gallenerkrankungen Cholestase und Verschlechterung der Leberfunktionstests wurden gelegentlich in Zusammenhang mit einer Azathioprin-Therapie berichtet und sind normalerweise reversibel bei Absetzung der Therapie. Dies könnte mit Symptomen einer Überempfindlichkeitsreaktion zusammenhängen (siehe Erkrankungen des Immunsystems).

Seltene, aber lebensbedrohliche Leberschädigungen wurden in Zusammenhang mit einer chronischen Azathioprin-Anwendung beschrieben. Histologische Befunde umfassen sinusoidale Dilatation, Peliosis hepatis, Lebervenenverschluss und noduläre regenerative Hyperplasie. In einigen Fällen führte eine Unterbrechung von Azathioprin entweder zu einer vorübergehenden oder dauerhaften Verbesserung des leberhistologischen Befundes und der Symptome.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes Bei einer Vielzahl von Patienten, die Azathioprin zusammen mit anderen Immunsuppressiva erhielten, wurde Haarausfall beschrieben. In vielen Fällen bildete sich das Symptom trotz Fortsetzung der Therapie spontan zurück.

Kinder und Jugendliche

Es wird erwartet, dass Häufigkeit, Art und Schweregrad von Nebenwirkungen bei Kindern die gleichen sind wie bei Erwachsenen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen.

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/

4.9 Überdosierung

Symptome und Anzeichen Unerklärliche Infektionen, Ulzerationen im Halsbereich, Blutergüsse und Blutungen sind die Hauptanzeichen einer Überdosierung mit Azathioprin und das Ergebnis einer Knochenmarkdepression, die meist nach 9 bis 14 Tagen ihren Höhepunkt erreicht. Diese Anzeichen treten häufiger nach chronischer Überdosierung auf als nach einer hohen Einzeldosis. Es wurde von einem Patienten berichtet, der eine einzelne Überdosis von 7,5 g Azathioprin eingenommen hatte. Die unmittelbaren toxischen Wirkungen dieser Überdosierung waren Übelkeit, Erbrechen und Diarrhö, gefolgt von einer leichten Leukopenie und leichter Abnormalität der Leberfunktion. Die Genesung verlief ohne Zwischenfälle.

Behandlung Da es kein spezifisches Antidot gibt, sollten die Blutwerte engmaschig überwacht und allgemeine unterstützende Maßnahmen bei Bedarf eingeleitet sowie entsprechende Bluttransfusionen verabreicht werden. Aktive Maßnahmen (wie die Verwendung von Aktivkohle) werden im Fall einer Azathioprin-Überdosierung wahrscheinlich nur dann effektiv sein, wenn sie innerhalb von 60 Minuten nach Einnahme durchgeführt werden.

Die weitere Handhabung sollte erfolgen wie klinisch angezeigt oder entsprechend der Empfehlung der nationalen Giftzentrale (wenn vorhanden).

Der Nutzen einer Dialyse bei Patienten, die eine Überdosis Azathioprin eingenommen haben, ist nicht bekannt, auch wenn Azathioprin teilweise dialysierbar ist.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische und immunsuppressive Wirkstoffe

ATC-Code: L04AX01

Wirkmechanismus

Azathioprin ist ein Prodrug des 6-Mercaptopurins (6-MP). 6-MP ist inaktiv, wirkt allerdings als ein Purin-Antagonist und wirkt erst nach zellulärer Aufnahme und intrazellulärer Umwandlung zu Thioguanin-Nukleotiden (TGN) immunsuppressiv. TGN und andere Metaboliten (z. B. 6-Methylmercaptopurin-Ribonukleotide) hemmen die de-novo-Purin-Synthese und Purin-Nukleotid-Umwandlungen. TGN wird ebenfalls in Nukleinsäuren eingebaut, was zur immunsuppressiven Wirkung des Arzneimittels beiträgt. Weitere potenzielle Wirkmechanismen von Azathioprin beinhalten die Hemmung mehrerer Stufen der Nukleinsäure-Biosynthese und somit die Hemmung der Proliferation von Zellen, die in die Determination und Verstärkung der Immunantwort involviert sind.

Aufgrund dieser Mechanismen wird die therapeutische Wirkung von Azathioprin vielleicht erst nach einigen Wochen oder Monaten sichtbar.

Die Aktivität des Methylnitroimidazol-Anteils, eines Metaboliten von Azathioprin aber nicht 6-MP, ist bisher nicht klar definiert. Im Vergleich zu 6-MP scheint es allerdings in einigen Systemen die Aktivität von Azathioprin zu modifizieren.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Azathioprin wird nach oraler Verabreichung gut resorbiert. Es wurden zwar keine Untersuchungen mit Azathioprin zur Auswirkung von Nahrungsmitteln durchgeführt, aber es liegen Daten aus pharmakokinetischen Studien mit 6-Mercaptopurin vor, die für Azathioprin relevant sind. Die mittlere relative Bioverfügbarkeit von 6-Mercaptopurin lag nach einer Verabreichung mit Nahrung und Milch um etwa 27 % niedriger als nach einer nächtlichen Nüchternphase. 6-Mercaptopurin ist in Milch aufgrund des Vorhandenseins von Xanthinoxidase nicht stabil (Abbau um 30 % innerhalb von 30 Minuten) (siehe Abschnitt 4.2). Azathioprin kann zusammen mit Nahrung oder auf leeren Magen eingenommen werden. Allerdings sollten die Patienten die Art der Verabreichung standardisieren. Die Dosis sollte nicht mit Milch oder Milchprodukten eingenommen werden (siehe Abschnitt 4.2).

Nach oraler Verabreichung von [35S]-Azathioprin wurde die maximale Radioaktivität im Plasma nach 1-2 Stunden erreicht und mit einer Halbwertszeit von 4-6 Stunden abgebaut. Dies ist keine Schätzung der Halbwertszeit von Azathioprin selbst, sondern spiegelt die Elimination von Azathioprin und den [35S]-haltigen Metaboliten der Substanz aus dem Plasma wider. In Folge der rapiden und umfassenden Biotransformation von Azathioprin besteht nur ein Bruchteil der im Plasma gemessenen Radioaktivität aus nicht-verstoffwechselter Substanz. Studien zur Bestimmung der Plasmakonzentration von Azathioprin und 6-Mercaptopurin nach intravenöser Verabreichung von Azathioprin schätzen die mittlere Plasma-T1/2 von Azathioprin auf 6-28 Minuten und die mittlere Plasma-T1/2 von 6-Mercaptopurin auf 38-114 Minuten nach intravenöser Verabreichung der Substanz.

Azathioprin wird prinzipiell als 6-Thioharnsäure im Urin ausgeschieden. Auch 1-Methyl-4-Nitro-5-Thioimidazol wurde im Urin als untergeordnetes Ausscheidungsprodukt nachgewiesen. Dies würde darauf hinweisen, dass Azathioprin nicht ausschließlich nukleophil an der 5er-Position des Nitroimidazolrings in 6-Mercaptopurin und 1-Methyl-4-Nitro-5-(S-Glutathionyl-)Imidazol aufgespaltet wird, sondern ein kleiner Teil der Substanz unter Umständen zwischen dem S-Atom und dem Purinring gespaltet wird. Nur eine geringe Menge der verabreichten Azathioprin-Dosis wird unverändert im Urin ausgeschieden.

Biotransformation

Thiopurinmethyltransferase (TPMT) Die TPMT-Aktivität ist umgekehrt proportional zur von 6-MP-abgeleiteten Thioguanin-Nukleotid-Konzentration roter Blutkörperchen. Höhere Thioguanin-Nukleotid-Konzentrationen führen zu stärkeren Reduzierungen der Anzahl weißer Blutkörperchen und neutrophiler Granulozyten. Bei Personen mit einem TPMT-Mangel kommt es zu sehr hohen zytotoxischen Thioguanin-Nukleotid-Konzentrationen.

Eine genotypische Untersuchung kann das Allel-Muster eines Patienten bestimmen. Derzeit werden bei 95% der Personen mit reduzierter TPMT-Aktivität 3 Allele—TPMT*2, TPMT*3A und TPMT*3C—dafür verantwortlich gemacht. Etwa 0,3% (1:300) aller Patienten haben zwei nicht funktionsfähige Allele (homozygot defizient) des TPMT-Gens und weisen keine oder nur eine gering erkennbare Enzymaktivität auf. Etwa 10% aller Patienten haben ein nicht funktionsfähiges TPMT-Allel (heterozygot) und weisen eine geringe oder intermediäre TPMT-Aktivität auf, während 90% aller Personen über eine normale TPMT-Aktivität mit zwei funktionierenden Allelen verfügen. Bei einer Gruppe von etwa 2% kann es auch zu einer sehr hohen TPMT-Aktivität kommen. Eine phänotypische Untersuchung bestimmt die Werte der Thiopurin-Nukleotide oder der TPMT-Aktivität roter Blutkörperchen und kann auch informativ sein (siehe Abschnitt 4.4).

Spezielle Patientengruppen Kinder und Jugendliche – übergewichtige Kinder In einer US-amerikanischen klinischen Studie wurden 18 Kinder (im Alter von 3-14 Jahren) gleichmäßig auf zwei Gruppen aufgeteilt – mit einem Quotienten aus Gewicht/Körpergröße ober- oder unterhalb des 75. Perzentils. Alle Kinder erhielten eine Erhaltungstherapie mit 6-Mercaptopurin, wobei die Dosierung anhand der Körperoberfläche berechnet wurde. Die mittlere AUC (0-∞) von 6-Mercaptopurin in der Gruppe oberhalb des 75. Perzentils war 2,4-mal kleiner als die der Gruppe unterhalb des 75. Perzentils. Daher benötigen als übergewichtig geltende Kinder gegebenenfalls Azathioprin-Dosen im oberen Bereich des Dosisspektrums, und eine engmaschige Überwachung hinsichtlich des Ansprechens auf die Behandlung wird empfohlen (siehe Abschnitt 4.2).

Patienten mit Nierenfunktionsstörung Studien mit Azathioprin zeigten bei urämischen Patienten keinen Unterschied in der Pharmakokinetik von 6-MP im Vergleich zu Patienten mit einer transplantierten Niere. Da nur wenig über die aktiven Metaboliten von Azathioprin bei renaler Funktionsstörung bekannt ist, sollte eine Dosisreduzierung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion in Erwägung gezogen werden (siehe Abschnitt 4.2).

Azathioprin und/oder seine Metaboliten werden durch Hämodialyse entfernt, wobei etwa 45% der radioaktiven Metaboliten während einer 8-stündigen Dialyse entfernt werden.

Patienten mit Leberfunktionsstörung Eine Azathioprin-Studie wurde mit Patienten durchgeführt, welche alle eine transplantierte Niere hatten und in drei Gruppen eingeteilt waren: Patienten ohne Lebererkrankung, Patienten mit Leberfunktionsstörung (aber ohne Zirrhose) und Patienten mit Leberfunktionsstörung und Zirrhose. Die Studie zeigte, dass der 6-Mercaptopurin-Spiegel im Vergleich zu Patienten ohne Lebererkrankung bei Patienten mit Leberfunktionsstörung (aber ohne Zirrhose) 1,6-mal höher und bei Patienten mit Leberfunktionsstörung und Zirrhose 6-mal höher war. Daher sollte eine Dosisreduzierung bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion in Erwägung gezogen werden (siehe Abschnitt 4.2).

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Teratogenität Studien bei schwangeren Ratten, Mäusen und Hasen mit Azathioprin-Dosen von 5-15mg/kg Körpergewicht/Tag über den Zeitraum der Organogenese zeigten unterschiedliche Maße von fetalen Anomalien.

Teratogenität wurde bei Hasen bei 10mg/kg Körpergewicht/Tag festgestellt.

In einer Reihe von In-vitro- und In-vivo-Tests erwies sich Azathioprin als mutagen.

In Langzeitstudien zur Kanzerogenität von Azathioprin an Mäusen und Ratten, in denen Azathioprin bis zum 2-fachen der entsprechenden humantherapeutischen Dosierung verabreicht wurde, traten vermehrt Lymphosarkome (Maus) und Plattenepitheltumore und - karzinome (Ratte) auf.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Lactose-Monohydrat
Maisstärke
Povidon K25
hochdisperses Siliciumdioxid
Magnesiumstearat
Filmüberzug:

Hypromellose
mikrokristalline Cellulose
Macrogol-400-stearat
Talkum

Farbstoff:

Titandioxid (E 171)

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Die Filmtabletten sind in Polypropylen-Aluminium-Blister oder in PVC/PVDC-Aluminium Blister verpackt, die in eine Faltschachtel eingeschoben sind.

Die Packung enthält 30, 50, 56, 90 oder 100 Filmtabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen vermarktet.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Bei unbeschädigtem Filmüberzug ist die Handhabung der Azathioprin Filmtabletten mit keinen Risiken verbunden und es sind keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen erforderlich.

Der Umgang mit zytotoxischen Wirkstoffen sollten jedoch in strikter Befolgung der Anweisungen erfolgen, wenn das Pflegepersonal die Tabletten geteilt oder zerkleinert hat (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Nicht verwendete Arzneimittel sowie kontaminierte Hilfsmittel sollten in deutlich gekennzeichneten Behältern zwischengelagert werden. Jegliche nicht verwendeten Tabletten oder Abfallmaterial sind entsprechend den lokalen Bestimmungen zu entsorgen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

EBEWE Pharma Ges.m.b.H Nfg. KG, 4866 Unterach, Österreich

8. ZULASSUNGSNUMMER

Z.Nr.: 1-24656

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 9. September 2002

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 8. Juli 2007

10. STAND DER INFORMATION

Februar 2026

REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten