Flucloxacillin WABO 1 g, 2 g und 4 g Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung – Gebrauchs- und Fachinformation
Gebrauchsinformation
Gebrauchsinformation: Information für Anwender
Flucloxacillin WABO 1 g
Pulver zur Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung
Flucloxacillin WABO 2 g
Pulver zur Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung
Flucloxacillin WABO 4 g
Pulver zur Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung
Wirkstoff: Flucloxacillin-Natrium
Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.
- Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
- Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
- Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.
- Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.
Was in dieser Packungsbeilage steht
1. Was ist Flucloxacillin WABO und wofür wird es angewendet?
2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Flucloxacillin WABO beachten?
3. Wie ist Flucloxacillin WABO anzuwenden?
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
5. Wie ist Flucloxacillin WABO aufzubewahren?
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen
1. Was ist Flucloxacillin WABO und wofür wird es angewendet?
Flucloxacillin WABO ist ein penicillinasefestes Schmalspektrum-Antibiotikum aus der Gruppe der sogenannten Beta-Lactamase-resistenten Penicilline, welches durch Abtötung von Bakterien wirkt.
Flucloxacillin eignet sich zur Behandlung von Infektionen, die durch Flucloxacillin-empfindliche
Erreger hervorgerufen werden:
- Infektionen der Haut- und Weichteile wie Abszesse, Furunkel, Karbunkel, Brustdrüsenentzündungen, Hauteiterungen, Nagelbetteiterungen, Phlegmone, Wundinfektionen, infizierte Verbrennungen
- eitrige Mund-, Zahnfleisch- und Kieferentzündungen
- infektiöse Entzündung des Knochenmarks (Osteomyelitis, Arthritis)
- Sepsis und septische Krankheitsbilder
- akute und chronische Infektionen der Atemwege und der Lunge
- Infektionen des Hals-Nasen-Rachenraumes
- durch bestimmte Bakterien hervorgerufene Entzündung der Herzinnenhaut (Staphylokokken-Endokarditis)
- durch bestimmte Bakterien hervorgerufene entzündliche Erkrankung des Magen-Darm-Traktes (Staphylokokken-Gastroenteritis)
Gegebenenfalls wird Ihr Arzt, je nach Schwere der Infektion und Keimsituation, die Kombination mit einem anderen bakteriziden Antibiotikum in Erwägung ziehen.
2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Flucloxacillin WABO beachten?
Flucloxacillin WABO darf nicht angewendet werden,
- wenn Sie allergisch gegen Flucloxacillin oder andere Penicilline sind. Bei Überempfindlichkeit gegen andere Penicillinderivate oder Cephalosporine ist auch eine Überempfindlichkeit gegenüber Flucloxacillin möglich.
- wenn in der Vergangenheit bei Ihnen nach Anwendung von Flucloxacillin eine Leberfunktionsstörung/Gelbsucht aufgetreten ist.
- Flucloxacillin darf nicht am Auge oder unter der Bindehaut (subkonjunktival) angewendet werden.
- Flucloxacillin darf nicht in eine Arterie (intraarteriell) und in den Liquorraum (intrathekal) verabreicht werden.
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bevor Sie Flucloxacillin WABO anwenden:
Bei Verwendung von Flucloxacillin, besonders in hohen Dosierungen, kann es zu einer
Absenkung des Kaliumspiegels im Blut kommen (Hypokaliämie). Während der Behandlung
mit höheren Dosierungen von Flucloxacillin wird Ihr Arzt gegebenenfalls Ihren
Kaliumspiegel regelmäßig messen.
Bevor eine Behandlung mit Flucloxacillin WABO begonnen wird, informieren Sie unbedingt Ihren Arzt, wenn Sie
- an anderen Krankheiten (vor allem einer Nierenerkrankung und/oder einer Lebererkrankung oder Pfeiffer-Drüsenfieber oder lymphatischer Leukämie) leiden.
- zu Allergien, Asthma bronchiale, allergischen Hautausschlag, Nesselsucht oder Heuschnupfen neigen.
- schon einmal allergisch gegen ein Beta-Laktam-Antibiotikum reagiert haben, weil Sie dann auch allergisch gegen dieses Arzneimittel reagieren könnten.
- noch andere Arzneimittel, auch solche, die Sie sich selbst gekauft haben, gleichzeitig einnehmen, bis vor kurzem eingenommen haben oder beabsichtigen, einzunehmen.
- schwanger sind, eine Schwangerschaft planen oder stillen.
- Paracetamol einnehmen oder einnehmen werden. Es besteht ein Risiko für eine Anomalie des Blut- und Flüssigkeitshaushaltes (metabolische Azidose mit vergrößerter Anionenlücke), die auftritt, wenn es zu einem Anstieg des Plasmasäuregehalts kommt, wenn Flucloxacillin zusammen mit Paracetamol angewendet wird, insbesondere bei bestimmten Gruppen von Patienten mit erhöhtem Risiko, z. B. Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung, Sepsis oder Mangelernährung, vor allem, wenn Tageshöchstdosen von Paracetamol angewendet werden. Eine metabolische Azidose mit vergrößerter Anionenlücke ist eine schwere Erkrankung, die einer dringenden Behandlung bedarf.
Wenn folgende Nebenwirkungen als erste Anzeichen einer Überempfindlichkeit auftreten, muss die Anwendung abgebrochen werden. Wenden Sie sich an den Arzt.
- Schwellung des Gesichtes und der Augenlider, Atemnot
- Hautrötung mit Bläschenbildung, Abschuppen und Blutungen der Haut, Juckreiz
- Bläschenbildung im Hals, in der Umgebung des Mundes, der Augen, der Anal- oder Genitalregion
Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion wird die Ausscheidung von Flucloxacillin verzögert, in Abhängigkeit vom Schweregrad der Funktionseinschränkung kann es notwendig sein, dass die Gesamttagesdosis vom Arzt herabgesetzt wird.
Flucloxacillin ist bei Patienten mit nachgewiesener Leberfunktionsstörung, Patienten ab einem Alter von 50 Jahren und jenen mit schwerer Grunderkrankung mit Vorsicht anzuwenden.
Bei länger dauernder Behandlung wird Ihr Arzt regelmäßige Kontrollen von Leber- und
Nierenfunktion sowie Blutbild anordnen.
Bei Auftreten von schweren Durchfällen ist wegen der Möglichkeit einer antibiotikabedingten
Darmentzündung die Therapie abzubrechen und der Arzt aufzusuchen.
Bei einer Langzeittherapie mit Flucloxacillin WABO kann es gelegentlich zu einem vermehrten
Wachstum nichtempfindlicher Keime oder Hefepilzen kommen.
Auch wenn eine Besserung der Krankheitssymptome oder eine Beschwerdefreiheit eintritt, darf die Behandlung mit Flucloxacillin WABO keinesfalls ohne ärztliche Anweisung geändert oder abgebrochen werden, um eine erneute Verschlechterung bzw. das Wiederauftreten der Krankheit zu vermeiden.
Anwendung von Flucloxacillin WABO zusammen mit anderen Arzneimitteln
Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden(auch nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel oder wenn dies nur gelegentlich der Fall ist), kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden, da bei gleichzeitiger Einnahme/Anwendung mehrerer Arzneimittel sich deren Wirkungen beeinflussen bzw. verändern können. Man spricht dann von Wechselwirkungen. Ihr Arzt wird entscheiden, ob Sie diese Arzneimittel gleichzeitig anwenden/einnehmen dürfen. Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem eingenommene/angewandte Arzneimittel gelten können.
Wechselwirkungen können auftreten mit:
- Piperacillin (ein Arzneimittel zur Behandlung bakterieller Infektionen)
- Probenecid (Mittel zur Behandlung von Gicht)
- anderen Antibiotika, die das Bakterienwachstum hemmen (wie z.B. Tetracycline, Erythromycin, Chloramphenicol)
- Methotrexat (ein Arzneimittel zur Behandlung von Krebs)
- Warfarin (wird zur Vermeidung von Blutgerinnseln eingesetzt). Die Blutgerinnungshemmung kann reduziert sein.
- Chinidin (zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen)
- Voriconazol (zur Behandlung von Pilzinfektionen)
Wie bei anderen Antibiotika kann während der Verabreichung von Flucloxacillin möglicherweise die Sicherheit von oralen Empfängnisverhütungsmitteln (,,Pille") beeinträchtigt werden. Daher sollten Sie zusätzlich mechanische Verhütungsmaßnahmen verwenden.
Flucloxacillin kann die Ergebnisse bestimmter Laboruntersuchungen (Guthrie-Test – bei
Neugeborenen zur Früherkennung einer bestimmten angeborenen Stoffwechselstörung, der
Phenylketonurie) beeinflussen.
Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit
Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.
Schwangerschaft
Flucloxacillin WABO darf bei Schwangeren nur angewendet werden, wenn der behandelnde Arzt dies als unverzichtbar ansieht.
Stillzeit
Flucloxacillin kann in geringfügigen Mengen in die Muttermilch übertreten. Nachteilige Wirkungen beim gestillten Säugling sind nicht zu erwarten, doch es besteht die Möglichkeit einer Sensibilisierung Ihres Kindes. Das heißt, bei einem erneuten Kontakt mit Flucloxacillin könnte Ihr Kind allergische Reaktionen zeigen. Ihr Arzt wird entscheiden, ob Flucloxacillin WABO angewendet werden darf.
Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Flucloxacillin WABO beeinflusst nach den bisherigen Erfahrungen nicht die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Durch das Auftreten von Nebenwirkungen kann jedoch ggf. das Reaktionsvermögen verändert und die Fähigkeit zum Lenken von Fahrzeugen und zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.
Flucloxacillin WABO enthält Natrium
Flucloxacillin WABO 1 g: Dieses Arzneimittel enthält 2,2 mmol Natrium pro Dosis. Dies entspricht 2,55% der für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.Wenn Sie eine kochsalzarme Diät einhalten müssen, sollten Sie dies berücksichtigen.
Flucloxacillin WABO 2 g: Dieses Arzneimittel enthält 4,4 mmol Natrium pro Dosis. Dies entspricht 5,1% der für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.Wenn Sie eine kochsalzarme Diät einhalten müssen, sollten Sie dies berücksichtigen.
Flucloxacillin WABO 4 g: Dieses Arzneimittel enthält 8,8 mmol Natrium pro Dosis. Dies entspricht 10,2% der für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.Wenn Sie eine kochsalzarme Diät einhalten müssen, sollten Sie dies berücksichtigen.
3. Wie ist Flucloxacillin WABO anzuwenden?
Art der Anwendung:
Flucloxacillin WABO wird als intramuskuläre oder intravenöse Injektion oder als Kurzinfusion
angewandt.
Dosierung:
Die Dosierung wird von Ihrem Arzt sorgfältig individuell bestimmt, je nach Empfindlichkeit des Erregers sowie nach Schwere, Art und Ort der Infektion sowie vom Alter, vom Gewicht und von der Nierenfunktion des Patienten.
Dieses Arzneimittel wird üblicherweise als Injektion in eine Vene oder in einen Muskel oder als
intravenöse Kurzinfusion verabreicht.
Erwachsene und Jugendliche über 14 Jahre:
unkomplizierte bis mäßig schwere Infektionen: 3 g täglich aufgeteilt in 3 gleich große Einzeldosen
schwere lebensbedrohliche Infektionen: 4 – 8 g täglich aufgeteilt in 3 - 4 gleich große Einzeldosen
Eine einzelne intramuskuläre Bolusinjektion darf 2 g nicht überschreiten.
Maximale Gesamttagesdosis: 12 g
Kinder ab 2 Jahren:
25 bis 50 mg/kg/24 Stunden i.m. oder i.v. in drei bis vier gleich großen Teildosen.
Bei schweren Infektionen: bis zu 100 mg/kg/24 Stunden in drei bis vier Teildosen.
Die maximale Einzeldosis darf nicht mehr als 33 mg/kg Körpergewicht betragen.
Um eine erneute Verschlechterung beziehungsweise das Wiederauftreten der Krankheit zu vermeiden, ist die Behandlungsdauer - entsprechend den Empfehlungen Ihres Arztes - auch nach Abklingen der Krankheitserscheinungen, d.h. auch wenn eine Besserung der Krankheitssymptome oder Beschwerdefreiheit eintritt, einzuhalten. Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wie lange die Behandlung mit Flucloxacillin WABO dauert. Ändern Sie keinesfalls die Behandlung ohne ärztliche Anweisung, hören Sie ohne ärztliche Anweisung keinesfalls vorzeitig mit der Behandlung auf, weil die Wirkung sonst nicht ausreicht. Falls vom Arzt nicht anders festgelegt, richtet sich die Behandlungsdauer nach Art, Schwere und Verlauf der Erkrankung.
Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion:
Abhängig von der Schwere Ihrer Erkrankung und Ihrem Körpergewicht, wird Ihr Arzt bei einer
Nierenerkrankung die Dosis verringern.
Dosierung bei Hämo- und Peritonealdialyse:
Flucloxacillin wird durch Hämo- und Peritonealdialyse nicht aus dem Blutkreislauf entfernt.
Infolgedessen muss während der Dialyse keine zusätzliche Flucloxacillindosis gegeben werden.
Dosierung bei eingeschränkter Leberfunktion:
Bei eingeschränkter Leberfunktion ist es nicht notwendig, die Dosis zu reduzieren, sofern die
Nierenfunktion intakt ist.
Dosierung bei älteren Patienten:
Es werden die üblichen Erwachsenendosierungen empfohlen. Es gilt jedoch zu beachten, dass bei
älteren Patienten die Leber- und Nierenfunktion eingeschränkt sein kann und der Arzt daher
gegebenenfalls die Dosierung entsprechend anpassen muss.
Wenn eine größere Menge von Flucloxacillin WABO angewendet wurde
Falls Sie glauben, dass bei Ihnen eine größere Menge von Flucloxacillin WABO angewendet wurde, kontaktieren Sie bitte Ihren Arzt oder das Pflegepersonal.
Wenn die Anwendung von Flucloxacillin WABO vergessen wurde
Falls Sie glauben, dass bei Ihnen die Anwendung von Flucloxacillin WABO vergessen wurde,
kontaktieren Sie bitte Ihren Arzt oder das Pflegepersonal.
Wenn die Anwendung von Flucloxacillin WABO abgebrochen wird
Auch wenn sich die Krankheit bessert oder keine Beschwerden mehr vorliegen, darf, um eine erneute Verschlechterung bzw. ein Wiederauftreten der Krankheit zu vermeiden, die Behandlung keinesfalls ohne ärztliche Anweisung geändert oder abgebrochen werden.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Wenn Sie eine der nachfolgend genannten schwerwiegenden Nebenwirkungen bei sich feststellen, sprechen Sie möglichst umgehend mit einem Arzt
- Schwere anhaltende Durchfälle, eventuell mit Blut- oder Schleimbeimengungen, sowie Bauchschmerzen und Fieber. Es könnte sich hierbei um eine sog. pseudomembranöse Kolitis handeln.
- Plötzlich auftretende pfeifende Atmung, Schwellung von Lippen, Zunge und Rachen oder Körper, Hautausschlag, Ohnmacht oder Schwierigkeiten beim Schlucken (schwere allergische Reaktion).
- Hautrötung mit Blasenbildung oder Abschälung der Haut. Es kann auch zu starker Blasenbildung und Blutung an Lippen, Augen, Mund, Nase oder Geschlechtsorganen kommen. Diese Symptome können auf ein sog. Stevens-Johnson-Syndrom oder eine sog. toxische epidermale Nekrolyse hindeuten.
Diese Nebenwirkungen sind sehr selten, sie treten bei weniger als 1 von 10.000 Behandelten auf.
Weitere Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):
- geringfügige Magen-Darm-Beschwerden in Form von Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Unterleibsschmerzen, Appetitlosigkeit oder Blähungen
Gelegentliche Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):
- Hautausschlag, Juckreiz der Haut, kleinfleckige Hauteinblutungen
Sehr seltene Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):
- Auffällige Abnahme einiger Arten von weißen Blutkörperchen (Neutropenie) – dadurch werden Sie anfälliger für Infektionen
- Ungewöhnliche Blutungen oder Blutergüsse, die durch eine Abnahme der Zahl der Blutplättchen verursacht werden (Thrombozytopenie)
- Abnorme Zunahme einer bestimmten Art von weißen Blutkörperchen (Eosinophilie).
- Symptome sind unter anderem Gewichtsabnahme, nächtliche Schweißausbrüche und Fieber • Abnormer Abbau der roten Blutkörperchen (hämolytische Anämie). Symptome sind Müdigkeit, Blässe, Gelbfärbung der Haut, Schwäche, Benommenheit, Kurzatmigkeit und schneller Herzschlag
- Wenn Patienten mit Nierenversagen sehr hohe Dosen Flucloxacillin erhalten, können Krampfanfälle auftreten.
- Hautausschlag (manchmal mit Blasenbildung) in Form kleiner „Zielscheiben“ mit dunklem Fleck in der Mitte, umgeben von einem helleren Bereich und einem dunklen Ring am Rand (Erythema multiforme)
- Leberentzündung (Hepatitis), Gelbsucht (cholestatischer Ikterus)
- veränderte Leberwerte
- Gelenkschmerzen und Muskelschmerzen
- Schwellung der Nierenkanälchen
- Fieber
- Schmerzen und Verhärtungen an der Injektionsstelle nach Injektion in den Muskel
- Schmerzen und Venenentzündung nach Verabreichung in die Vene
- Fälle einer Anomalie des Blut- und Flüssigkeitshaushaltes (metabolische Azidose mit vergrößerter Anionenlücke), die auftritt, wenn es zu einem Anstieg des Plasmasäuregehalts kommt, wenn Flucloxacillin zusammen mit Paracetamol angewendet wird, im Allgemeinen bei Vorhandensein von Risikofaktoren (siehe Abschnitt 2).
Häufigkeit nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):
- Schwere Hautreaktionen: Ein roter, schuppiger Ausschlag mit Beulen unter der Haut und Blasen (pustulöses Exanthem). Wenden Sie sich unverzüglich an einen Arzt, wenn eines dieser Symptome bei Ihnen auftritt.
- Herabgesetze Kaliumwerte im Blut (Hypokaliämie), die Muskelschwäche, Muskelzucken oder einen anormalen Herzrhythmus verursachen können.
Meldung von Nebenwirkungen
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.
Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen Traisengasse 5 1200 WIEN ÖSTERREICH Fax: + 43 (0) 50 555 36207 Website: http://www.basg.gv.at/ Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.
5. Wie ist Flucloxacillin WABO aufzubewahren?
Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.
Hinweis zur Haltbarkeit nach Anbruch oder Zubereitung:
Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden. Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender für die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich.
Sie dürfen Flucloxacillin WABO nicht anwenden, wenn Sie sichtbare Zeichen des Verfalls der
Lösung bemerken.
Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Durchstechflasche nach
„Verwendbar bis:“ bzw. „Verw. bis:“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr erhalten. Das
Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.
Nur zum Einmalgebrauch. Nicht verwendete Lösung ist zu verwerfen.
Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen
Was Flucloxacillin WABO enthält
- Der Wirkstoff ist: Flucloxacillin-Natrium
- Eine Durchstechflasche enthält 1,088 g bzw. 2,176 g bzw. 4,352 g Flucloxacillin-Natrium,
entsprechend 1 g, 2 g bzw. 4 g Flucloxacillin.
- Sonstige Bestandteile: keine
Wie Flucloxacillin WABO aussieht und Inhalt der Packung
Flucloxacillin WABO ist ein weißes bis fast weißes Pulver zur Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung. Das Pulver wird in Einzeldosen-Durchstechflaschen in einem Umkarton verpackt.
Packungsgrößen:
1 g:
1, 5, 10, 25 (5x5), 50 (5x10) und 100 (10x10) Durchstechflaschen mit je 1,088 g Pulver zur
Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung
2 g:
1, 5, 10, 25 (5x5), 50 (5x10) und 100 (10x10) Durchstechflaschen mit je 2,176 g Pulver zur
Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung
4 g:
1, 5, 10, 25 (5x5), 50 (5x10) und 100 (10x10) Durchstechflaschen mit je 4,352 g Pulver zur
Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller
Pharmazeutischer Unternehmer:
WABOSAN Arzneimittelvertriebs GmbH
Anton Anderer Platz 6/1
1210 Wien
Österreich
Hersteller:
Mitim SRL
Via Cacciamali 36/38
25125 Brescia
Italien
Z.Nr.: 136104
Flucloxacillin WABO 1 g Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung
Z.Nr.: 136105
Flucloxacillin WABO 2 g Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung
Z.Nr.: 136106
Flucloxacillin WABO 4 g Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung
Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im August 2023.
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Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:
Nur zum Einmalgebrauch. Nicht verwendete Lösung ist zu verwerfen.
Intravenöse (i.v.) Injektion/Infusion
Die intravenöse Injektion/Infusion hat langsam zu erfolgen. Flucloxacillin kann auch langsam zu
einer Infusionsflüssigkeit zugegeben bzw. nach geeigneter Verdünnung in den Infusionsschlauch
injiziert werden. Venenschäden können weitestgehend durch Anwendung einer blutisotonen
Lösung (mit Blut verglichen gleiche Anzahl gelöster Teilchen) vermieden werden, es ist aber
auch möglich, hypotone Lösungen (mit Blut verglichen geringere Anzahl gelöster Teilchen) zu
verabreichen, d. h. entsprechend mehr Wasser für Injektionszwecke zum Auflösen der
Trockensubstanz zu verwenden.
Für die Herstellung einer blutisotonen Lösung (5 %-ige Lösung) werden 1 g, 2 g bzw. 4 g Substanz in 20 ml, 40 ml bzw. 80 ml Wasser für Injektionszwecke gelöst.
Intramuskuläre (i.m.) Injektion
Zur intramuskulären Injektion kann als Lösungsmittel auch 1-2 %-ige Procain- oder 0,5-1 %-ige
Lidocain-Lösung verwendet werden.
Eine einzelne intramuskuläre Bolusinjektion darf 2 g nicht überschreiten.
Intrapleurale und intraartikuläre Injektion
Die 1x tägl. Gabe einer 1 %-igen Zubereitung von Flucloxacillin WABO in physiologischer
Kochsalzlösung reicht im Allgemeinen aus.
Flucloxacillin-haltige Injektions- bzw. Infusionslösungen können folgenden Infusionslösungen
zugesetzt werden:
- Wasser für Injektionszwecke
- NaCl 0,9 %
- Glucose 5 % Lösungsanweisung für die parenterale Gabe
| 1 g Durchstechflasche 2 g Durchstechflasche 4 g Durchstechflasche |
| Wasser für Injektionszwecke (ml) |
| i.v.-Injektion |
| 20 40 80 |
| Wasser für Injektionszwecke (ml) |
| i.m.-Injektion |
| 2,0 4,0 -- |
Aussehen der Lösung
Klare, farblose oder blassgelbe, partikelfreie Lösung.
Rekonstituierte Lösung
Vom mikrobiologischen Standpunkt betrachtet sollte die Lösung sofort verbraucht werden. Wenn sie nicht sofort verbraucht wird, liegen die Dauer der Aufbewahrung und die Lagerungsbedingungen vor der Anwendung in der Verantwortung des Anwenders und sollten normalerweise 24 Stunden bei 2°C bis 8°C nicht überschreiten.
Die Rekonstitution der Injektionslösung und die Zubereitung der Infusionslösung müssen unter
geeigneten aseptischen Bedingungen erfolgen, wenn eine solche verlängerte Aufbewahrungsdauer
erforderlich ist.
Inkompatibilitäten
Flucloxacillin darf nicht mit Blutprodukten oder anderen proteinhaltigen Flüssigkeiten (z.B.
Proteinhydrolysaten) oder mit intravenösen Lipidemulsionen gemischt werden.
Wenn Flucloxacillin gleichzeitig mit einem Aminoglykosid verordnet wird, dürfen die beiden Antibiotika nicht in der gleichen Spritze, Infusionsbehälter oder Schlauchsystem vermischt werden, da es sonst zu Ausfällungen kommen kann.
Flucloxacillin ist inkompatibel mit Colistimethat-Natrium, Gentamicin, Streptomycin, Kanamycin, Polymyxin-B-Sulfat und Ringer Lösung. Diese sind getrennt voneinander zu verabreichen.
Fachinformation
ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Flucloxacillin WABO 1 g Pulver zur Herstellung einer Injektions- /Infusionslösung
Flucloxacillin WABO 2 g Pulver zur Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung
Flucloxacillin WABO 4 g Pulver zur Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Flucloxacillin WABO 1 g
Eine Durchstechflasche enthält 1.000 mg Flucloxacillin (als Flucloxacillin-Natrium).
Eine 1.000 mg Durchstechflasche enthält ca. 2,2 mmol (51 mg) Natrium.
Flucloxacillin WABO 2 g
Eine Durchstechflasche enthält 2.000 mg Flucloxacillin (als Flucloxacillin-Natrium).
Eine 2.000 mg Durchstechflasche enthält ca. 4,4 mmol (102 mg) Natrium.
Flucloxacillin WABO 4 g
Eine Durchstechflasche enthält 4.000 mg Flucloxacillin (als Flucloxacillin-Natrium).
Eine 4.000 mg Durchstechflasche enthält ca. 8,8 mmol (204 mg) Natrium.
Dieses Arzneimittel enthält keine sonstigen Bestandteile.
3. DARREICHUNGSFORM
Pulver zur Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung.
Weißes bis fast weißes Pulver zur Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Zur Behandlung von Infektionen, die durch Flucloxacillin-empfindliche Penicillinase-bildende
Staphylokokken (Ausnahme: Methicillinresistenz; siehe 5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften)
verursacht werden, wie
- Infektionen der Haut- und Weichteile, wie Abszesse, Furunkel, Karbunkel, Mastitis, Pyodermien, Paronychien, Panaritien, Phlegmone, Wundinfektionen, infizierte Verbrennungen, infizierte Ulcera, infizierte Ekzeme, Cellulitis, Schutz bei Hautplastiken
- Stomatitiden, Gingivitiden
- Infektionen der Knochen und Gelenke, wie Osteomyelitis, Arthritis
- Sepsis und septische Krankheitsbilder
- Akute und chronische Infektionen der Atemwege wie infizierte Bronchiektasien, Mukoviszidose, Lungenabszesse, Empyeme, Pneumonie
- Infektionen des Hals-Nasen-Rachenraumes: Otitis externa
- Staphylokokken-Endokarditis
- Staphylokokken-Gastroenteritis Gegebenenfalls ist, je nach Schwere der Infektion und Keimsituation, die Kombination mit einem anderen bakteriziden Antibiotikum in Erwägung zu ziehen.
National und international anerkannte Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen Wirkstoffen sind zu berücksichtigen.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Zubereitung der Lösungen:
i.m. Injektion:
Für 1 g Flucloxacillin werden 2 - 3 ml Wasser für Injektionszwecke verwendet. Als Lösungsmittel kann auch eine 1 - 2 %-ige Procain- bzw. 0,5 - 1 %-ige Lidocain-Lösung verwendet werden.
i.v. Injektion, Kurzinfusion:
Für i.v. Injektionen und Kurzinfusionen wird die Verwendung einer blutisotonen Lösung (5 %-ige
Lösung: 1 g Substanz in 20 ml Wasser für Injektionszwecke) empfohlen.
Die intravenöse Injektion wird langsam über 3 - 4 Minuten gegeben.
Eine Kurzinfusion wird über 20 Minuten verabreicht. Es können folgende Infusionslösungen verwendet werden: physiologische Kochsalzlösung, 5 % Glucose-Lösung, M/6 Na-Lactat-Lösung, Ringer-Lactat-Lösung. Unverträglichkeiten siehe Wechselwirkungen.
Nur klare und frisch zubereitete Lösungen verwenden.
Dosierung
Die Höhe der Dosierung von Flucloxacillin WABO ist abhängig von Alter, Gewicht und Nierenfunktion der Patienten sowie von Empfindlichkeit der Erreger und Art der Infektion.
Erwachsene und Jugendliche über 14 Jahre:
unkomplizierte bis mäßig schwere Infektionen: 3g täglich aufgeteilt in 3 gleich große Einzeldosen
schwere lebensbedrohliche Infektionen: 4 - 8g täglich aufgeteilt in 3 - 4 gleich große Einzeldosen
Eine einzelne intramuskuläre Bolusinjektion darf 2 g nicht überschreiten.
Maximale Gesamttagesdosis: 12 g
Kinder ab 2 Jahren:
25 bis 50 mg/kg/24 Stunden i.m. oder i.v. in drei bis vier gleich großen Teildosen.
Bei schweren Infektionen: bis zu 100 mg/kg/24 Stunden in drei bis vier Teildosen.
Die maximale Einzeldosis darf 33 mg/kg Körpergewicht nicht überschreiten.
Die Behandlungsdauer richtet sich nach dem klinischen Verlauf.
Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion:
Bei Niereninsuffizienz wird Flucloxacillin verzögert ausgeschieden. Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 10 ml/min) ist eine Dosisreduktion oder eine Verlängerung des Dosisintervalls in Betracht zu ziehen. Die maximale empfohlene Dosis für Erwachsene beträgt je 1 g alle 8 bis 12 Stunden.
Dosierung bei Hämo- und Peritonealdialyse
Weder Hämo- noch Peritonealdialyse führen zu einer Senkung der Serumspiegel von Flucloxacillin.
Infolgedessen muss während der Dialyse keine zusätzliche Flucloxacillindosis gegeben werden.
Dosierung bei eingeschränkter Leberfunktion Bei eingeschränkter Leberfunktion ist es nicht notwendig, die Dosis zu reduzieren, sofern die Nieren-funktion intakt ist.
Dosierung bei älteren Patienten
Sofern keine Nierenfunktionsstörung vorliegt, werden die üblichen Erwachsenendosierungen
empfohlen. Es gilt jedoch zu beachten, dass bei älteren Patienten die Leber- und Nierenfunktion
eingeschränkt sein kann und der Arzt daher gegebenenfalls die Dosierung entsprechend anpassen
muss.
Älteren Menschen soll Flucloxacillin WABO nicht länger als zwei Wochen verabreicht werden. Bei
diesen Patienten steigt bei einer längeren Gabe das Risiko, dass Leberschäden auftreten.
Art der Anwendung
Zur intramuskulären oder intravenösen Anwendung.
Flucloxacillin WABO wird als intramuskuläre oder intravenöse Injektion oder als Kurzinfusion
angewandt.
4.3 Gegenanzeigen
Flucloxacillin darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff.
Flucloxacillin darf nicht bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber ß-Lactam-Antibiotika (z.B. Penicillinen oder Cephalosporinen) angewendet werden.
Flucloxacillin ist bei Patienten mit früherer Flucloxacillin-assoziierter Gelbsucht/ hepatischer Dysfunktion kontraindiziert.
Flucloxacillin darf nicht am Auge oder subkonjunktival angewendet werden.
Flucloxacillin darf nicht intraarteriell und intrathekal angewendet werden.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Vor Beginn der Therapie mit Flucloxacillin ist sorgsam auf frühere Überempfindlichkeitsreaktionen
gegenüber ß-Lactamen zu prüfen. Kreuzreaktionen zwischen Penicillinen und Cephalosporinen sind
bekannt.
Vorsicht bei Patienten mit allergischer Diathese, Asthma bronchiale, Urtikaria und Heuschnupfen.
Schwere und gelegentlich auch letale Überempfindlichkeitsreaktionen (Anaphylaxie) wurden bei Patienten, die Beta-Lactam-Antibiotika erhielten, berichtet. Obwohl Anaphylaxie häufiger nach parenteraler Therapie auftritt, ist sie auch bei Patienten mit oraler Therapie aufgetreten. Diese Reaktionen treten eher bei Personen mit einer Vorgeschichte mit Beta-Lactam-Überempfindlichkeit auf. Wenn eine allergische Reaktion auftritt, sollte Flucloxacillin abgesetzt werden und eine entsprechende Therapie eingeleitet werden. Schwere anaphylaktoide Reaktionen erfordern möglicherweise eine sofortige Notfall-Behandlung mit Adrenalin. Sauerstoff, Steroid-Infusion und Atemwegssicherung, einschließlich Intubation, können auch erforderlich sein.
Flucloxacillin WABO eignet sich nicht zur intrathekalen oder subkonjunktivalen Applikation; nach
intraarterieller Anwendung kann es zu schweren Schäden im betroffenen Gewebsbezirk kommen.
Besondere Vorsicht ist bei Neugeborenen erforderlich wegen des Risikos einer Hyperbilirubinämie.
Studien haben gezeigt, dass nach hohen parenteral verabreichten Dosen, Flucloxacillin das Bilirubin aus den Plasmaprotein-Bindungsstellen verdrängen kann. Dies kann daher ein Baby mit Gelbsucht für einen Kernikterus prädisponieren. Außerdem ist wegen möglicher hoher Serumspiegel von Flucloxacillin aufgrund einer erniedrigten renalen Ausscheidung besondere Vorsicht bei Neugeborenen angebracht.
Obwohl die Anwendung von Flucloxacillin WABO bei Patienten mit Pfeiffer’schem Drüsenfieber oder lymphatischer Leukämie nicht kontraindiziert ist, sollte wenn möglich darauf verzichtet werden, da im Vergleich zur übrigen Population bei diesen Personen eine größere Inzidenz von Hautausschlägen aufgezeichnet worden ist.
Procain- bzw. Lidocain-haltige Lösungen, die für die i.m. Applikation zubereitet wurden, dürfen nicht i.v. gegeben werden.
Unter länger dauernder Behandlung (z.B. Osteomyelitis, Endokarditis) sind regelmäßige Leber- und
Nierenfunktionstest sowie Blutbildkontrollen angezeigt.
Flucloxacillin sollte bei Patienten mit nachgewiesener Leberfunktionsstörung, Patienten ab einem Alter von 50 Jahren und jenen mit schwerer Grunderkrankung mit Vorsicht angewendet werden. Bei diesen Patienten können hepatische Ereignisse schwerwiegend sein und in extrem seltenen Fällen wurden Todesfälle berichtet (siehe Abschnitt 4.8).
Bei schweren und anhaltenden Durchfällen ist an eine antibiotikabedingte pseudomembranöse Colitis zu denken, die lebensbedrohlich sein kann. Deshalb ist in diesen Fällen Flucloxacillin sofort abzusetzen und eine entsprechende Therapie einzuleiten (z.B. Vancomycin oral). Peristaltikhemmende Präparate sind kontraindiziert.
Sehr hohe Serumspiegel von Flucloxacillin können zu zerebraler Krampfneigung führen. Deshalb muss insbesondere bei niereninsuffizienten Patienten die Dosis dem Schweregrad der Funktionseinschränkung angepasst werden (siehe Abschnitt 4.2). Bei Patienten mit Nierenversagen kann es zu neurologischen Störungen mit Konvulsionen kommen.
Eine Überwucherung unempfindlicher Keime bzw. Pilze ist bei Langzeittherapie wie bei anderen
Antibiotika möglich.
Das Auftreten eines fieberhaften, generalisierten Erythems, das mit Pustelbildung verbunden ist, bei der Einleitung der Therapie kann ein Symptom eines akuten generalisierten pustulösen Exanthems (AGEP) sein (siehe Abschnitt 4.8). Wird ein AGEP diagnostiziert, sollte Flucloxacillin abgesetzt werden, und jede weitere Verabreichung von Flucloxacillin ist kontraindiziert.
Bei Verwendung von Flucloxacillin, besonders in hohen Dosierungen, kann eine (potenziell lebensbedrohliche) Hypokaliämie auftreten. Eine durch Flucloxacillin hervorgerufene Hypokaliämie kann gegen eine Kaliumsupplementierung resistent sein. Während der Behandlung mit höheren Dosierungen von Flucloxacillin werden regelmäßige Messungen des Kaliumspiegels empfohlen. Dieses Risiko sollte ebenfalls beachtet werden, wenn Flucloxacillin mit Hypokaliämie-induzierenden Diuretika kombiniert wird oder wenn weitere Risikofaktoren für die Entwicklung einer Hypokaliämie (z.B. Mangelernährung, Dysfunktion der Nierenkanälchen) vorhanden sind.
Vorsicht ist geboten, wenn Flucloxacillin zusammen mit Paracetamol verabreicht wird, da ein erhöhtes Risiko für eine metabolische Azidose mit vergrößerter Anionenlücke (HAGMA) besteht. Patienten mit erhöhtem Risiko für eine metabolische Azidose mit vergrößerter Anionenlücke sind insbesondere jene mit schwerer Nierenfunktionsstörung, Sepsis oder Mangelernährung, vor allem, wenn Tageshöchstdosen von Paracetamol angewendet werden.
Nach gleichzeitiger Verabreichung von Flucloxacillin und Paracetamol wird eine engmaschige Überwachung empfohlen, um das Auftreten von Ungleichgewichten des Säure-Basen-Haushaltes, insbesondere einer metabolischen Azidose mit vergrößerter Anionenlücke, festzustellen. Es sollte auch ein Urintest im Hinblick auf 5-Oxoprolin erfolgen.
Wenn Flucloxacillin nach Absetzen von Paracetamol weiter eingenommen wird, ist es ratsam sicherzustellen, dass keine Zeichen einer metabolischen Azidose mit vergrößerter Anionenlücke vorliegen, da die Möglichkeit besteht, dass Flucloxacillin das Krankheitsbild der metabolischen Azidose mit vergrößerter Anionenlücke aufrechterhält (siehe Abschnitt 4.5).
Dieses Arzneimittel enthält 2,2 mmol (51 mg) Natrium (Flucloxacillin WABO 1 g) bzw. 4,4 mmol
(102 mg) Natrium (Flucloxacillin WABO 2 g) bzw. 8,8 mmol (204 mg) Natrium (Flucloxacillin
WABO 4 g) Natrium pro Durchstechflasche. Dies ist zu berücksichtigen bei Personen unter
natriumkontrollierter Diät.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Bei gleichzeitiger Gabe von Piperacillin kommt es zu einer verlangsamten Ausscheidung von
Flucloxacillin, was zu höheren Serumspiegeln führt.
Probenecid vermindert die renale tubuläre Sekretion von Flucloxacillin. Die gleichzeitige Gabe von
Probenecid verzögert daher die renale Ausscheidung und es können höhere und länger anhaltende
Flucloxacillin-Serumkonzentrationen resultieren.
Die hergestellte Lösung soll nicht mit Blutzubereitungen, eiweiß- und lipidhaltigen Infusionslösungen oder Aminoglykosiden gemischt werden.
Bei gleichzeitiger Behandlung mit einigen Penicillinen sind in seltenen Fällen erhöhte bzw. toxische Methotrexat-Plasmakonzentrationen aufgetreten. Es wird angenommen, dass die betreffenden Penicilline als schwache Säuren mit den Folsäure-Antagonisten um die tubuläre Sekretion konkurrieren. Die dadurch erhöhten Plasmakonzentrationen können Nierenfunktionsstörungen hervorrufen, die die renale Ausscheidung der Folsäure-Antagonisten weiter beeinträchtigen.
Flucloxacillin WABO sollte nicht mit anderen bakteriostatisch wirkenden Chemotherapeutika wie Tetrazyklinen, Erythromycin oder Chloramphenicol kombiniert werden, da ein antagonistischer Effekt möglich ist.
Ebenso wie andere Antibiotika, kann Flucloxacillin die Darmflora beeinflussen, was zu einer erniedrigten Östrogen-Rückresorption und einer verminderten Wirksamkeit von kombinierten oralen Kontrazeptiva führen kann. Daher sollten zusätzliche Formen der Kontrazeption während der Behandlung empfohlen werden.
Bei Patienten, die mit Warfarin therapiert werden, sind die INR-Spiegel zu überwachen, da es bei
gleichzeitiger Gabe von Flucloxacillin zu subtherapeutischer Antikoagulation kommen kann.
Es besteht die Möglichkeit einer Wechselwirkung von Flucloxacillin und Chinidin, wodurch es zu einem Abfall des Chinidinspiegels kommt.
Vorsicht ist geboten, wenn Flucloxacillin zusammen mit Paracetamol angewendet wird, da die
gleichzeitige Einnahme mit einer metabolischen Azidose mit vergrößerter Anionenlücke in
Zusammenhang gebracht wurde, insbesondere bei Patienten mit Risikofaktoren (siehe Abschnitt 4.4)
Flucloxacillin kann den Guthrie-Test beeinflussen, sodass es zu falsch positiven Resultaten kommt. Die Blutprobe für den Test sollte daher vor der Flucloxacillin-Gabe entnommen werden.
Es wurde berichtet, dass Flucloxacillin (CYP450-Induktor) die Plasmakonzentrationen von Voriconazol signifikant senkt. Wenn die gleichzeitige Anwendung von Flucloxacillin und Voriconazol nicht vermieden werden kann, ist auf einen potenziellen Verlust der Voriconazol-Wirksamkeit zu achten (z. B. durch therapeutisches Drug Monitoring); eine Erhöhung der Voriconazol-Dosis kann erforderlich sein.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Es haben sich keine Hinweise auf embryotoxische, teratogene oder mutagene Wirkungen im Tierversuch gezeigt. Es gibt nur begrenzte Informationen über die Verwendung von Flucloxacillin in der Schwangerschaft. Flucloxacillin darf während der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden.
Stillzeit
Während der Stillzeit können Spuren von Penicillinen in der Muttermilch nachgewiesen werden.
Flucloxacillin kann während der Stillzeit nur nach strenger Nutzen/Risikoabwägung verabreicht werden. Beim gestillten Säugling ist die Möglichkeit einer Beeinflussung der physiologischen Darmflora mit Durchfall oder Sprosspilzbesiedlung zu beachten.
An die Möglichkeit einer Sensibilisierung soll gedacht werden.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Nach bisherigen Erfahrungen hat Flucloxacillin im Allgemeinen keinen Einfluss auf die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit. Durch das Auftreten von Nebenwirkungen kann jedoch ggf. das Reaktionsvermögen verändert und die Fähigkeit zum Lenken von Fahrzeugen und zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol (siehe auch Abschnitt 4.8).
4.8 Nebenwirkungen
Die Nebenwirkungen sind nach Körpersystemen und ihrer Häufigkeit gemäß folgender Einteilung
geordnet:
Sehr häufig: ≥1/10
Häufig: ≥ 1/100 bis < 1/10
Gelegentlich: ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Selten: ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000
Sehr selten: < 1/10.000
Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Sofern nicht anders angegeben, ist die Häufigkeit der unerwünschten Ereignisse aus mehr als 30 Jahren Post-Marketing Erfahrung abgeleitet.
Systemorganklasse Häufig Gelegentlich Sehr selten Nicht bekannt
Erkrankungen des Neutropenie (einschließlich
Blutes und des Agranulozytose)
Lymphsystems Thrombozytopenie (reversibel nach
Abbruch der Therapie)
Eosinophilie
hämolytische Anämie
Erkrankungen des anaphylaktischer Schock (bei oraler
Immunsystems Anwendung nur im Ausnahmefall;
siehe Abschnitt 4.4) Angioödem (Bei Auftreten einer Überempfindlichkeitsreaktion ist die Therapie sofort abzubrechen (siehe auch „Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes“) Stoffwechsel- und metabolische Azidose** mit Hypokaliämie Ernährungsstörungen vergrößerter Anionenlücke, wenn Flucloxacillin zusammen mit Paracetamol angewendet wird, im Allgemeinen bei Vorhandensein von Risikofaktoren (siehe Abschnitt 4.4) Erkrankungen des neurologische Störungen mit Nervensystems tonisch-klonischen Krampfanfällen (bei Patienten mit Nierenversagen unter i.v. Injektion hoher Dosen) Erkrankungen des *geringfügige pseudomembranöse Kolitis (die Gastrointestinaltrakts gastrointestinale Behandlung mit Flucloxacillin ist Störungen in dann abzubrechen und eine Form von geeignete Therapie, z.B. mit Durchfall, Vancomycin p.o., einzuleiten) Übelkeit, Erbrechen, Unterleibsschmer zen, Appetitlosigkeit oder Blähungen Leber- und Hepatitis und cholestatischer Gallenerkrankungen# Ikterus (siehe Abschnitt 4.4)$ veränderte Leberfunktionswerte bei Labortests (reversibel nach Abbruch der Behandlung) Erkrankungen der Haut Hautausschlag Erythema multiforme AGEP – akut und des Urtikaria Stevens-Johnson-Syndrom generalisiertes Unterhautgewebes Purpura toxische epidermale Nekrolyse pustulöses (siehe auch „Erkrankungen des Exanthem (siehe Immunsystems“) Abschnitt 4.4)
Skelettmuskulatur-, Arthralgien Bindegewebs- und Myalgien Knochenerkrankungen (entwickeln sich manchmal mehr als 48 Stunden nach Beginn der Behandlung) Erkrankungen der interstitielle Nephritis (nach Nieren und Harnwege Abbruch der Behandlung reversibel) Allgemeine Fieber (entwickelt sich manchmal Erkrankungen und mehr als 48 Stunden nach Beginn Beschwerden am der Behandlung) Verabreichungsort Schmerzen und Induration an der Injektionsstelle (nach intramuskulärer Injektion) Schmerzen und (Thrombo-)Phlebitis (nach intravenöser Applikation)
*Die Inzidenz dieser unerwünschten Ereignisse (UE) wurde aus klinischen Studien abgeleitet, die
insgesamt etwa 929 mit Flucloxacillin behandelte erwachsene und pädiatrische Patienten umfassten.
**Erfahrung nach der Markteinführung
$ Hepatitis und cholestatischer Ikterus können verzögert bis zu zwei Monate nach Behandlungsende
auftreten. In einigen Fällen war der Verlauf langwierig und zog sich über mehrere Monate hin.
Hepatische Ereignisse können schwerwiegend sein, sehr selten wurde über Todesfälle berichtet. Die
meisten dieser Todesfälle betrafen Patienten ab 50 Jahren und Patienten mit schweren
Grunderkrankungen.
# Es gibt Hinweise, dass das Risiko von Flucloxacillin-induzierter Leberschädigung bei Menschen, die das HLA-B*5701 Allel tragen, erhöht ist. Trotz dieses starken Zusammenhangs entwickelt nur 1 von 500 – 1.000 Trägern eine Leberschädigung. Daher ist die Wahrscheinlichkeit, nach Testung auf das HLA-B*5701 Allel eine Leberschädigung zu entwickeln, sehr niedrig (0,12 %) und ein Routine-Screening für dieses Allel wird nicht empfohlen.
Eine versehentliche intraarterielle Injektion/Infusion von Flucloxacillin kann zu schwersten Schäden im betroffenen Gewebsbezirk führen. Daher sollte eine Venenpunktion bzw. Injektion im Ellenbogenbereich wegen der besonderen anatomischen Verhältnisse nur nach sorgfältiger Nutzen/Risikoabwägung und unter besonderer Vorsicht erfolgen.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie
ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/
4.9 Überdosierung
Gastrointestinale Effekte wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall können auftreten und sollten
symptomatisch behandelt werden.
In sehr hohen Dosen können Penicilline zu cerebralen (epileptischen) Krämpfen führen.
Bei Überdosierung steht kein spezifisches Antidot zur Verfügung.
Flucloxacillin kann nicht durch Hämo- bzw. Peritonealdialyse entfernt werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antibiotika zur systemischen Anwendung; Betalactam-Antibiotika,
Penicilline; Beta-Lactamase-resistente Penicilline; ATC-Code: J01CF05
Flucloxacillin ist ein halbsynthetisches Penicillin (Beta-Lactam-Antibiotikum; Isoxazolylpenicillin) mit einem engen Wirkspektrum, das vorwiegend Gram-positive Organismen, einschließlich Beta-Lactamase produzierender Stämme, umfasst.
Wirkmechanismus
Flucloxacillin hemmt eines oder mehrere Enzyme (oft als Penicillin-bindende Proteine, PBP,
bezeichnet) bei der Biosynthese des bakteriellen Peptidoglykans, das ein wesentlicher
Strukturbestandteil der bakteriellen Zellwand ist. Die Hemmung der Peptidoglykansynthese führt zur
Schwächung der Zellwand und nachfolgend über die Lyse zum Zelltod.
Es gibt Hinweise, dass das Risiko von Flucloxacillin-induzierter Leberschädigung bei Menschen, die das HLA-B*5701 Allel tragen, erhöht ist. Trotz dieses starken Zusammenhangs entwickelt nur 1 von 500 – 1.000 Trägern eine Leberschädigung. Daher ist die Wahrscheinlichkeit, nach Testung auf das HLA-B*5701 Allel eine Leberschädigung zu entwickeln, sehr niedrig (0,12 %) und ein Routine-Screening für dieses Allel wird nicht empfohlen.
Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik
Die Zeitdauer, während der die minimale Hemmkonzentration des Erregers überschritten wird (T >
MHC), wird als entscheidender Faktor für die Wirksamkeit von Flucloxacillin angesehen.
Resistenzmechanismus
Eine Resistenz gegenüber Flucloxacillin kann auf folgendem Mechanismus beruhen:
- Methicillin-resistente Staphylokokken sind aufgrund der Bildung eines zusätzlichen Penicillin-bindenden Proteins (PBP 2a bzw. 2’) mit verminderter Affinität gegenüber Flucloxacillin und allen anderen Betalaktam-Antibiotika resistent.
Grenzwerte Die Testung auf Flucloxacillin-Empfindlichkeit erfolgt mit Hilfe von Cefoxitin oder Oxacillin unter Benutzung der üblichen Verdünnungsreihe. Folgende minimale Hemmkonzentrationen für sensible und resistente Keime wurden festgelegt:
EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) Grenzwerte (v 10.0)
Erreger Sensibel Resistent
Staphylococcus aureus und - > 2 mg/l
S. lugdunensis
Koagulase-negative Staphylokokken - > 0,25 mg/l
mit Ausnahme von S. lugdunensis
Prävalenz der erworbenen Resistenz Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im Verlauf der Zeit variieren. Deshalb sind - insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen - lokale Informationen über die Resistenzsituation erforderlich. Falls auf Grund der lokalen Resistenzsituation die Wirksamkeit von Flucloxacillin in Frage gestellt ist, sollte eine Therapieberatung durch Experten angestrebt werden. Insbesondere bei schwerwiegenden Infektionen oder bei Therapieversagen ist eine mikrobiologische Diagnose mit dem Nachweis des Erregers und dessen Empfindlichkeit gegenüber Flucloxacillin anzustreben.
Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland auf der Basis von Daten der letzten 5 Jahre aus
nationalen Resistenzüberwachungsprojekten und –studien (Stand: April 2020):
Üblicherweise empfindliche Spezies Aerobe Gram-positive Mikroorganismen
Staphylococcus aureus (Methicillin-sensibel)
Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen können Aerobe Gram-positive Mikroorganismen
Staphylococcus aureus
Staphylococcus epidermidis +
Staphylococcus haemolyticus +
Staphylococcus hominis +
Von Natur aus resistente Spezies Aerobe Gram-positive Mikroorganismen
Staphylococcus aureus (Methicillin-resistent)
+ In mindestens einer Region liegt die Resistenzrate bei über 50 %.
Im ambulanten Bereich liegt die Resistenzrate bei < 10 %.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Resorption
30 Minuten bzw. 2 Stunden nach einer intravenösen Injektion von 500 mg betrugen die mittleren
Serumspiegel 38 bzw. 7,5 mcg/ml.
30 Minuten bzw. 3 Stunden nach einer intravenösen Injektion von 1 g betrugen die mittleren Serumspiegel 60 bzw. 4mcg/ml.
Bei Verabreichung von 2 g als Kurzinfusion über 20 Minuten betrugen die mittleren Serumspiegel 244 bzw. 27,7 mcg/ml nach 15 bzw. 120 Minuten.
Bei intramuskulärer Verabreichung von 500 mg liegen die maximalen Serumspiegel nach einer Stunde bei 16,5 mcg/ml.
Verteilung
Die Bindung an Plasmaproteine beträgt 95 %.
Flucloxacillin diffundiert gut in die Gewebe. Es ist aber nur schwach liquorgängig wenn die Meningen nicht entzündet sind.
Flucloxacillin ist plazentagängig und tritt in die Muttermilch über.
Biotransformation
Die Halbwertszeit ist konzentrations- und applikationsabhängig und liegt in der Größenordnung von 45 - 65 Minuten.
Elimination
Flucloxacillin wird hauptsächlich durch die Nieren ausgeschieden. Bis 70 % der verabreichten Dosis finden sich als aktive Substanz in hohen Konzentrationen im Urin. Zusätzlich sind ein antibakteriell aktiver Metabolit, 5-Hydroxymethyl-Flucloxacillin (bis zu 10 % der Aktivität können durch diesen Metaboliten beigetragen werden) und inaktive Penicilloinsäuren des Penicillins und des Metaboliten (ca. 5% inaktiv) im Urin vorhanden. Ein kleiner unveränderter Teil des Flucloxacillins wird mit der Galle ausgeschieden. In der Leber werden nur 10 - 30 % zu inaktiven Metaboliten metabolisiert.
Durch gleichzeitige Verabreichung von Probenecid wird die renale Exkretion von Flucloxacillin
verlangsamt, was zu einer Erhöhung der Plasmaspiegel führt.
Kinetik spezieller Patientengruppen:
Patienten mit Nierenfunktionsstörung
Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Plasmakreatinin 10 - 15 mg %, Inulin-Clearance 4 - 2
ml/min) beträgt die Halbwertszeit ca. 150 - 170 Minuten.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Akute Toxizität
Die akute Toxizität von oralem Flucloxacillin wurde bei Mäusen, neugeborenen Ratten, Ratten bzw.
Corgi-Hunden untersucht. Die angenäherte LD50 (mg/kg) betrug jeweils 3800, > 5000, 1650 (männliche Tiere)/2110 (weibliche Tiere) bzw. > 2000.
Subakute bzw. chronische Toxizität Sprague-Dawley-Ratten (n = 25 männliche und weibliche in jeder Dosierungsgruppe) wurden an 7 Tagen in der Woche mit Flucloxacillin 0, 200, 500 oder 2000 mg/kg/Tag über 26 Wochen oral zwangsernährt. Es kamen keine Todesfälle vor, die mit der Flucloxacillin-Behandlung in Verbindung gebracht wurden. Bei Ratten, die 2000 mg/kg/Tag oral erhielten, gab es abgesehen vom Durchfall keine klinischen Anzeichen für eine Reaktion auf die Behandlung. Eine verlangsamte Gewichtszunahme wurde bei männlichen Ratten beobachtet, die 2000 mg/kg/Tag erhielten, bei den Dosierungen 200 und 500 mg/kg/Tag zeigten die männlichen Ratten jedoch eine leicht gesteigerte Gewichtszunahme. Die Blutzuckerwerte waren leicht aber signifikant bei den mit 2000 mg/kg/Tag behandelten männlichen Tieren nach 4 Wochen und bei den weiblichen Tieren nach 25 Wochen erhöht.
In einer kleinen Studie an Beagle-Hunden (n = 6 in jeder Dosierungsgruppe) erhielten diese i.v. 200 oder 500 mg/kg/Tag Flucloxacillin. Bei der Dosierungsgruppe 500 mg/kg/Tag war die Futteraufnahme reduziert und führte zu Gewichtsverlusten. Bei allen mit 500 mg/kg/Tag und einigen der mit 200 mg/kg/Tag behandelten Hunde war die spezifische Urindichte erniedrigt. Die spezifische Urindichte der Kontrollhunde und der mit 200 mg/kg/Tag Flucloxacillin behandelten Hunde war vergleichbar.
Plasmaglucosespiegel waren bei den mit 200 oder 500 mg/kg/Tag behandelten Gruppen nach 3 Wochen erniedrigt, aber im Normbereich.
Reproduktionstoxizität Flucloxacillin 200 bzw. 500 mg/kg/Tag wurde oral an CD1-Mäusen (n = 21 bzw. 22) vom 8. bis einschließlich dem 17. Tag der Schwangerschaft verabreicht. Bei den mit 500 mg/kg/Tag behandelten Tieren wurden stumpfes Fell, Bauchauftreibung, und verlangsamte Gewichtszunahme beobachtet und es starben 4 Tiere. In den mit 200 mg/kg/Tag behandelten Gruppen wurden keine Wirkungen beobachtet. Außerdem zeigten sich in dieser Gruppe keine Wirkungen auf die Wurfparameter. In der Dosierungsgruppe 500 mg/kg/Tag hatten 17 von 117 Föten eine Gaumenspalte gegenüber 1 von 172 in der Dosierungsgruppe 200 mg/kg/Tag und 2 von 208 in der Kontrollgruppe.
In einer weiteren Studie wurde Flucloxacillin oral an ICR-JCL-Mäusen (n = 28) in den Dosierungen 0, 1000, 2000 und 4000 mg/kg/Tag vom 7. bis zum 12. Tag der Schwangerschaft verabreicht. Bei den behandelten Gruppen war die Auftretenshäufigkeit von wesentlichen oder minimalen Anomalien nicht erhöht.
Flucloxacillin 200 bzw. 500 mg/kg/Tag wurde oral an CD-Ratten (n = 21 bzw. 22) vom 6. bis einschließlich dem 15. Tag der Schwangerschaft verabreicht. Es konnten keine Auswirkungen auf die Wurfgröße der lebend geborenen Tiere, das Gewicht der Föten und durchschnittliche Gewicht des Wurfes, Geschlechterverhältnis oder Skelettvarianten festgestellt werden.
Es gab keine Anzeichen für eine Beeinträchtigung der peri- oder postnatalen Entwicklung der Nachkommen von Ratten, die oral 200 bzw. 500 mg/kg/Tag vom 15. Tag der Schwangerschaft bis zur Geburt und weitere 21 Tage nach der Geburt erhielten. Fruchtbarkeit und Fortpflanzungsfähigkeit waren ebenfalls nicht beeinträchtigt.
Mutagenität und Kanzerogenität Es wurden keine spezifischen Studien zum mutagenen bzw. kanzerogenen Potenzial mit Flucloxacillin durchgeführt.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Keine
6.2 Inkompatibilitäten
Flucloxacillin darf nicht mit Blutprodukten oder anderen aminosäurehaltigen oder
proteinhaltigen Flüssigkeiten (z.B. Proteinhydrolysaten) oder mit intravenösen
Lipidemulsionen gelöst oder gemischt werden.
Flucloxacillin ist inkompatibel mit Colistimethat-Natrium, Gentamicin, Streptomycin, Kanamycin,
Polymyxin-B-Sulfat und Ringer Lösung. Diese sollten getrennt voneinander verabreicht werden.
Wenn Flucloxacillin gleichzeitig mit einem Aminoglykosid verordnet wird, dürfen die beiden Antibiotika nicht in der gleichen Spritze, Infusionsbehälter oder Schlauchsystem vermischt werden, da es sonst zu Ausfällungen kommen kann.
Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
Ungeöffnetes Arzneimittel: 3 Jahre
Rekonstituierte Lösung:
Rekonstitution mit Wasser für Injektionszwecke, NaCl 0,9 %, Glucose 5 %:
Vom mikrobiologischen Standpunkt betrachtet sollte die Lösung sofort verbraucht werden. Wenn sie
nicht sofort verbraucht wird, liegen die Dauer der Aufbewahrung und die Lagerungsbedingungen vor
der Anwendung in der Verantwortung des Anwenders und sollten normalerweise 24 Stunden bei 2° -
8°C nicht überschreiten.
Die Rekonstitution der Injektionslösung bzw. die Zubereitung der Infusionslösung müssen unter
geeigneten aseptischen Bedingungen erfolgen, wenn eine solche verlängerte Aufbewahrungsdauer
erforderlich ist.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nur zum Einmalgebrauch. Nicht verwendete Lösung ist zu verwerfen.
Ungeöffnetes Arzneimittel:
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Rekonstituierte Lösung:
Siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Flucloxacillin WABO 1 g Durchstechflasche aus durchsichtigem, farblosem Typ-III-Glas, 20 ml, 20 mm, verschlossen mit einem 20-mm-Stopfen aus Chlorbutylkautschuk und einem Versiegelungsring aus Aluminium mit Flip-off-Deckel. Die Durchstechflaschen sind in einem Umkarton verpackt.
Flucloxacillin WABO 2 g Durchstechflasche aus durchsichtigem, farblosem Typ-I-Glas, 50 ml, 32 mm, verschlossen mit einem 32-mm-Stopfen aus Chlorbutylkautschuk und einem Versiegelungsring aus Aluminium mit Flip-off-Deckel. Die Durchstechflaschen sind in einem Umkarton verpackt.
Flucloxacillin WABO 4 g Durchstechflasche aus durchsichtigem, farblosem Typ-I-Glas, 100 ml, 32 mm, verschlossen mit einem 32-mm-Stopfen aus Chlorbutylkautschuk und einem Versiegelungsring aus Aluminium mit Flip-off-Deckel. Die Durchstechflaschen sind in einem Umkarton verpackt.
Packungsgrößen:
Packungen mit je 1, 5, 10, 25 (5x5), 50 (5x10) oder 100 (10x10) Durchstechflaschen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Flucloxacillin kann mit folgenden Infusionslösungen gemischt werden:
- Wasser für Injektionszwecke
- NaCl 0,9 %
- Glucose 5 %
Lösungsanweisung für die parenterale Gabe
i.v.- Injektion i.m.- Injektion
Wasser für Injektionszwecke (ml)
1 g Durchstechflasche 20 2,0
2 g Durchstechflasche 40 4,0
4 g Durchstechflasche 80 --
Intramuskulär:
Zur i. m. Injektion kann als Lösungsmittel auch 1-2 %-ige Procain- oder 0,5-1 %-ige Lidocain-Lösung verwendet werden.
Intravenös:
Langsam intravenös injizieren. Flucloxacillin kann auch langsam zu einer Infusionsflüssigkeit
zugegeben bzw. nach geeigneter Verdünnung in den Infusionsschlauch injiziert werden.
Venenschäden können weitestgehend durch Anwendung einer blutisotonen Lösung (mit Blut
verglichen gleiche Anzahl gelöster Teilchen) vermieden werden, es ist aber auch möglich, hypotone
Lösungen (mit Blut verglichen geringere Anzahl gelöster Teilchen) zu verabreichen, d. h.
entsprechend mehr Wasser für Injektionszwecke zum Auflösen der Trockensubstanz zu verwenden.
Für die Herstellung einer blutisotonen Lösung (5 %-ige Lösung) werden 1 g, 2g bzw. 4 g Substanz in 20 ml, 40 ml bzw. 80 ml Wasser für Injektionszwecke gelöst.
Intrapleural und intraartikulär:
Die 1x tägliche Applikation einer 1 %-igen Zubereitung von Flucloxacillin WABO in physiologischer Kochsalzlösung reicht im Allgemeinen aus.
Aussehen der Lösung
Klare, farblose oder blassgelbe, partikelfreie Lösung.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
WABOSAN Arzneimittelvertriebs GmbH
Anton Anderer Platz 6/1
1210 Wien
Österreich
8. ZULASSUNGSNUMMERN
Z.Nr.: 1g: 136104
Z.Nr.: 2g: 136105
Z.Nr.: 4g: 136106
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 08.05.2015
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 26.04.2021
10. STAND DER INFORMATION
08/2023
REZEPTPFLICHT / APOTHEKENPFLICHT
Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten.
Hinweis zur Entstehung dieses Beitrags
Der Text dieser Seite gibt die amtliche Gebrauchs- beziehungsweise Fachinformation im Wortlaut wieder. Inhaltlich ist daran nichts verändert. Die Übernahme aus dem Original-PDF in die Darstellung dieser Seite erfolgte maschinell mit Hilfe von künstlicher Intelligenz.
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