Frisium 10 mg Tabletten – Gebrauchs- und Fachinformation
Gebrauchsinformation
Gebrauchsinformation: Information für Patienten
Frisium® 10 mg Tabletten
Wirkstoff: Clobazam
Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses
Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.
- Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
- Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
- Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.
- Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.
Was in dieser Packungsbeilage steht
1. Was ist Frisium und wofür wird es angewendet?
2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Frisium beachten?
3. Wie ist Frisium einzunehmen?
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
5. Wie ist Frisium aufzubewahren?
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen
1. Was ist Frisium und wofür wird es angewendet?
Frisium enthält den Wirkstoff Clobazam.
Clobazam gehört zur Wirkstoffklasse der sogenannten „Benzodiazepine“ und wirkt angstlösend und beruhigend.
Frisium wird angewendet:
- zur symptomatischen Behandlung von akuten und lang andauernden Angstzuständen,
- als Zusatzbehandlung bei Patienten mit Epilepsie, wenn mit der Basisbehandlung allein kein ausreichender Erfolg erzielt wird.
2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Frisium beachten?
Frisium darf nicht eingenommen werden,
- wenn Sie allergisch gegen Clobazam oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,
- wenn Sie an einer schweren krankhaften Muskelschwäche (Myasthenia gravis) leiden,
- wenn Sie eine schwere Schädigung der Leber haben,
- wenn Sie unter akuter schwerer Beeinträchtigung der Atmung leiden (Ihre Atemfunktion muss überwacht werden),
- wenn bei Ihnen zeitweilig die Atmung im Schlaf aussetzt (sogenanntes „Schlaf-Apnoe-Syndrom“),
- bei akuter Vergiftung mit Alkohol, Schlaf- oder Schmerzmitteln sowie Arzneimitteln mit beruhigender Wirkung oder Arzneimitteln gegen verschiedene Formen der Depression (einschließlich Lithium),
- wenn Sie von Alkohol, Arzneimitteln oder Drogen abhängig sind oder früher davon abhängig waren,
- während des ersten Schwangerschaftsdrittels (siehe Abschnitt „Schwangerschaft und Stillzeit“), – wenn Sie stillen (siehe Abschnitt „Schwangerschaft und Stillzeit“),
- von Kindern im Alter von 6 Monaten bis 3 Jahren, außer in Ausnahmefällen während einer Behandlung von Epilepsie in zwingenden Fällen.
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Frisium einnehmen.
Besondere Vorsicht ist erforderlich,
- wenn Sie an Bewegungs- und Gangunsicherheit, die durch Erkrankungen des Rückenmarks und Kleinhirns bedingt sind (spinale und zerebellare Ataxien), leiden.
In diesen Fällen wird Ihr Arzt Frisium nur mit besonderer Vorsicht und in verminderter Dosierung
anwenden.
Bei Patienten mit psychischen Erkrankungen wird der Arzt Arzneimittel wie Frisium nicht allein,
sondern nur in Kombination mit anderen Arzneimitteln verordnen.
Bei Patienten mit Depressionen oder Angst in Verbindung mit einer Depression wird der Arzt Frisium nur zusammen mit einer entsprechenden Begleitbehandlung verordnen.
Bei Patienten mit Angststörungen, die mit Stimmungsschwankungen einhergehen, wird der Arzt vor Behandlungsbeginn feststellen, ob eine zusätzliche oder andersartige Behandlung der depressiven Erkrankung erforderlich ist.
Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit Antiepileptika wie Frisium 10 mg Tabletten behandelt wurden, hatten Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken haben, setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt in Verbindung.
Nicht alle Angstzustände bedürfen einer medikamentösen Behandlung. Oftmals sind sie Ausdruck körperlicher oder seelischer Erkrankungen und können durch andere Maßnahmen oder eine Therapie der zugrunde liegenden Erkrankung positiv beeinflusst werden.
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre
Der Arzt wird Frisium bei Kindern und Jugendlichen bis zu 18 Jahren nur dann anwenden, wenn er zuvor die Notwendigkeit einer solchen Behandlung sorgfältig abgewogen hat.
Der Arzt wird Frisium bei Kindern im Alter von 6 Monaten bis 3 Jahren nur in Ausnahmefällen im Zuge einer antiepileptischen Therapie anwenden, wenn eine solche Behandlung unbedingt erforderlich ist.
Warnhinweise
Alkohol
Es wird empfohlen, während der Behandlung mit Frisium keinen Alkohol zu konsumieren (erhöhtes Risiko von Sedierung und anderen Nebenwirkungen).
Risiko bei der gleichzeitigen Anwendung von Opioiden und Benzodiazepinen
Die gleichzeitige Anwendung von Frisium mit Opioiden (starke Schmerzmittel, Arzneimittel zur Substitutionstherapie und einige Arzneimittel gegen Husten) erhöht das Risiko von Schläfrigkeit, Atembeschwerden (Atemdepression), Koma und kann lebensbedrohlich sein. Aus diesem Grund soll die gleichzeitige Einnahme nur in Betracht gezogen werden, wenn eine andere Behandlung nicht möglich ist.
Wenn Ihr Arzt dennoch Frisium mit Opioiden verschreibt, sind die Dosierung und Dauer der
gleichzeitigen Behandlung von Ihrem Arzt zu begrenzen.
Informieren Sie Ihren Arzt über alle opioidhaltigen Arzneimittel, die Sie einnehmen, und halten Sie sich genau an die Dosierungsempfehlung. Es könnte hilfreich sein, Freunde und Verwandte zu informieren, auf oben erwähnte Anzeichen und Symptome zu achten.
Beim Auftreten solcher Symptome suchen Sie Ihren Arzt auf.
Gedächtnisstörung (sogenannte „Amnesie“)
Gedächtnisstörung, sogenannte „anterograde Amnesie“, kann im normalen Dosisbereich von
Benzodiazepinen, vor allem aber bei höheren Dosierungen, auftreten.
Abhängigkeit
Alle sogenannten Benzodiazepine können zu körperlicher und seelischer Abhängigkeit führen. Dabei steigt das Risiko mit der Dosis und Behandlungsdauer. Bereits bei täglicher vorschriftsmäßiger Einnahme über wenige Wochen ist die Gefahr einer Abhängigkeit von diesem Arzneimittel gegeben.
Dies gilt in verstärktem Maß für den missbräuchlichen Gebrauch hoher Dosen.
Wenn Sie früher übermäßig Alkohol, Drogen oder Arzneimittel verwendet haben, dann besteht ein
größeres Risiko für die Entwicklung einer Abhängigkeit.
Ihr Arzt wird die Therapiedauer so kurz als möglich wählen und spätestens nach einer vierwöchigen Behandlung mit Frisium entscheiden, ob Ihre Behandlung fortgesetzt werden muss.
Beschwerden nach zu abruptem Absetzen der Behandlung/Entzugserscheinungen
Insbesondere nach zu abruptem Ende einer Behandlung mit Benzodiazepinen, wie Frisium, können die ursprünglichen Beschwerden wieder auftreten oder es kann zu Entzugserscheinungen kommen (z. B. Kopf- oder Muskelschmerzen, Schlafstörungen, verstärktes Träumen, Angst, Unruhe, Verwirrung, Erregbarkeit, Zittern, Schwitzen, Lichtempfindlichkeit). Bei der Behandlung von epileptischen Beschwerden können durch abruptes Absetzen der Behandlung Krampfanfälle provoziert werden. Hat sich eine körperliche Abhängigkeit einmal ausgebildet, führt ein abruptes Beenden der Behandlung mit Benzodiazepinen wie Clobazam zu Entzugssymptomen.
Um diese Beschwerden zu vermeiden, wird der Arzt eine Behandlung, die länger als 1 Woche dauerte, nur durch ein schrittweises Verringern der Dosis beenden.
Entzugserscheinungen können auch auftreten, wenn Ihre Behandlung zu rasch von einem lang
wirksamen Benzodiazepin, wie Frisium, auf ein kurz wirksames Benzodiazepin umgestellt wird.
Toleranzentwicklung
Nach mehrmonatiger Anwendung von Frisium kann es unter Umständen zur Entwicklung einer
sogenannten Toleranz kommen, das heißt, dass die Wirkung von Frisium nachlässt. Sie müssen
darüber umgehend Ihren Arzt informieren.
Suizidgedanken und suizidales Verhalten
Einige Studien zeigen bei Patienten, die bestimmte Schlaf- oder Beruhigungsmittel, einschließlich dieses Arzneimittels, einnahmen, ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Selbstmordgedanken, Selbstmordversuch und Selbstmord (Suizid). Allerdings ist nicht bewiesen, ob dieses durch die Einnahme des Arzneimittels verursacht wird oder ob es andere Gründe dafür gibt. Bitte wenden Sie sich unverzüglich zur weiteren Beratung an Ihren Arzt, wenn bei Ihnen Selbstmordgedanken auftreten (siehe Abschnitt 4).
Cannabidiol-haltige Mittel
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker,
- bevor Sie irgendein nicht medizinisches Mittel anwenden, das Cannabidiol enthält, da dies die Nebenwirkungen von Clobazam verstärken kann,
- wenn Sie irgendein medizinisches Mittel anwenden, das Cannabidiol enthält, da dies die Nebenwirkungen von Clobazam verstärken kann.
Vorsichtsmaßnahmen
Schwere Hautreaktionen
Bei Erwachsenen und Kindern wurden während der Einnahme von Frisium schwere Hauterkrankungen mit Störung des Allgemeinbefindens, Fieber und schmerzhafter Blasenbildung und Ablösung der Haut, besonders im Mund-, Augen und Genitalbereich, beobachtet. Die Mehrheit der berichteten Fälle beinhaltete weitere Arzneimittel, einschließlich Arzneimittel zur Behandlung der Epilepsie, die mit schweren Hautreaktionen in Zusammenhang stehen.
Diese schweren Hautreaktionen können tödlich verlaufen. Ihr Arzt wird Sie daher vor allem in den ersten 8 Wochen der Behandlung sorgfältig auf Anzeichen und Beschwerden dieser Hautreaktionen überwachen und bei Verdacht Frisium unverzüglich absetzen. Deuten die beobachteten Beschwerden auf diese schweren Hautreaktionen hin, wird Ihr Arzt die Behandlung mit Frisium nicht fortsetzen und eine alternative Behandlung in Erwägung ziehen.
Atemstörung
Frisium kann Atemstörungen, speziell bei hoher Dosierung, verursachen. Daher wird Ihr Arzt bei
Patienten mit chronischen oder akuten Atemstörungen die Atemfunktion überwachen und die
Dosierung möglicherweise reduzieren (siehe Abschnitt 2).
Eingeschränkte Nieren- und Leberfunktion
Bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- und Leberfunktion ist die Ansprechrate auf Frisium und das Auftreten von Nebenwirkungen erhöht, eine Reduktion der Dosis ist möglicherweise erforderlich.
Während einer Langzeitbehandlung wird Ihr Arzt Ihre Leber- und Nierenfunktion regelmäßig
kontrollieren.
Ältere Patienten
Bei älteren Patienten kann es aufgrund des erhöhten Auftretens von Nebenwirkungen, wie
Benommenheit, Schwindel und Muskelschwäche, zu erhöhter Sturzgefahr kommen. Dies kann zu
schweren Verletzungen führen. Die Verminderung der Dosis ist empfohlen.
Toleranz bei Epilepsie
Bei der Behandlung von Epilepsie mit Benzodiazepinen, einschließlich Frisium, ist darauf Bedacht zu nehmen, dass die Wirksamkeit der krampfmindernden Therapie herabgesetzt sein kann.
Langsame Verstoffwechselung über das „Monooxygenase-Enzymsystem“
Manche Patienten verarbeiten Frisium langsamer, dadurch kann die Wirkung von Frisium verstärkt sein. Ihr Arzt wird in diesem Fall die Dosis entsprechend anpassen.
Weitere Informationen
Bei folgenden Patienten wird der Arzt zu Beginn der Behandlung streng auf die Anwendung einer
niedrigen Dosis achten und die Reaktion des Patienten kontrollieren:
- Kinder,
- ältere Patienten,
- Patienten mit schlechtem Allgemeinzustand,
- Patienten mit Gehirnschädigungen, Kreislauf- oder Atemstörungen oder eingeschränkter Leberfunktion.
Einnahme von Frisium zusammen mit anderen Arzneimitteln
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,
kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere
Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.
Frisium und andere Arzneimittel können einander in ihrer Wirkung beeinflussen:
- Schmerz-, Beruhigungs- und Schlafmittel sowie bestimmte Arzneimittel gegen Allergien, zur Behandlung geistig-seelischer Erkrankungen und Narkosemittel: gegenseitige Verstärkung der Wirkung. Dies gilt insbesondere bei gleichzeitigem Alkoholkonsum. Sie dürfen deshalb während einer Behandlung mit Frisium keinen Alkohol konsumieren!
- Stiripentol (Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie im Kindesalter): verstärkte Wirkung von Frisium.
- stark schmerzstillende Arzneimittel (sogenannte „Narkoanalgetika“): Eine Euphorie kann verstärkt werden. Das kann zu zunehmender körperlicher Abhängigkeit vom Arzneimittel führen.
- Arzneimittel zur Entspannung der Muskulatur (Muskelrelaxanzien) und Lachgas: verstärkte Wirkung dieser Arzneimittel.
- Arzneimittel, die das sogenannte „Monooxygenase-Enzymsystem“ im Körper hemmen, wie z. B. Fluconazol (Arzneimittel zur Behandlung von Pilzerkrankungen), Fluvoxamid (Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen), Ticlopidin (Arzneimittel zur Hemmung der Blutgerinnung) und Omeprazol (Arzneimittel zur Hemmung der Magensäuresekretion): Die Wirkung von Frisium wird verstärkt und verlängert.
- Arzneimittel, deren Verstoffwechselung durch Clobazam gehemmt wird, wie z. B.
Dextromethorphan (Arzneimittel gegen Husten), Pimozid (Arzneimittel zur Behandlung von seelischen Störungen), Paroxetin (Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen), Nebivolol (Arzneimittel zur Behandlung von Bluthochdruck).
- Valproinsäure/Phenytoin/Carbamazepin (Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie):
verstärkte Wirkung von Valproinsäure/Phenytoin. Phenytoin/Carbamazepin können die
Wirkung von Frisium verstärken.
- Arzneimittel mit bewusstseinsverändernder Wirkung (Opioide): Die gleichzeitige Anwendung von Opioiden und Benzodiazepinen, wie Frisium, kann zu Sedierung, Atemstörung, Bewusstlosigkeit und Tod führen.
Bei gleichzeitiger Behandlung mit bestimmten Arzneimitteln gegen Epilepsie wird der Arzt den
Beginn der Kombinationsbehandlung streng überwachen und die Blutspiegel dieser Arzneimittel
kontrollieren.
Informieren Sie Ihren Arzt auch, wenn Sie Cannabidiol-haltige Mittel (medizinische oder nicht
medizinische Mittel) anwenden.
Einnahme von Frisium zusammen mit Alkohol
Ein gleichzeitiger Alkoholgenuss muss während der Behandlung mit Frisium vermieden werden, da Alkohol unkontrollierbar zu einer verstärkten Wirkung (inkl. Nebenwirkungen) von Frisium führen kann.
Schwangerschaft und Stillzeit
Die Anwendung dieses Arzneimittels während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen.
Wenn Sie schwanger werden möchten oder feststellen, dass Sie schwanger sind, teilen Sie dies bitte unverzüglich Ihrem Arzt mit, damit er die Notwendigkeit der Behandlung erneut überprüfen kann. Beenden Sie die Behandlung mit Frisium 10 mg nicht, ohne vorher mit Ihrem Arzt gesprochen zu haben.
Umfangreiche Daten haben keinen Beleg für das Auftreten von Fehlbildungen in Verbindung mit der Anwendung von Benzodiazepinen erbracht. Allerdings haben einige Studien ein möglicherweise erhöhtes Risiko für das Auftreten von Lippen- und Gaumenspalten bei Neugeborenen im Vergleich zur Gesamtbevölkerung gezeigt. Lippen- und Gaumenspalten (manchmal als „Hasenscharte“ bezeichnet) sind angeborene Fehlbildungen, die durch eine unvollständige Verschmelzung von Gaumen und Oberlippe verursacht werden.
Eine verminderte Bewegung und eine verminderte Anpassungsfähigkeit der Herzfrequenz können beim Fötus auftreten, wenn Clobazam während des 2. und/oder 3. Trimesters der Schwangerschaft angewendet wird.
Wird Frisium 10 mg am Ende der Schwangerschaft angewendet, können bei Ihrem Baby Benommenheit (Sedierung), Muskelschwäche (Hypotonie oder „floppy infant syndrome“), eine erniedrigte Körpertemperatur (Hypothermie), Ernährungsschwierigkeiten (Probleme beim Saugen, die zu unzureichender Gewichtszunahme führen können) und Schwierigkeiten bei der Atmung (Atemdepression, die manchmal schwerwiegend sein kann) auftreten.
Bei längerer Einnahme im späteren Stadium der Schwangerschaft können bei Ihrem Baby Entzugserscheinungen wie Unruhe oder Zittern auftreten. In diesem Fall sollte das Neugeborene nach der Geburt sorgfältig überwacht werden.
Frisium 10 mg darf nicht während der Stillzeit eingenommen werden, da der Wirkstoff Clobazam in die Muttermilch übertritt. Bei zwingender Indikation sollte abgestillt werden.
Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit
beeinträchtigen.
Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.
Daher sollten Sie das Führen von Fahrzeugen, die Bedienung von Maschinen oder sonstige gefahrvolle Tätigkeiten ganz, zumindest jedoch während der ersten Tage der Behandlung unterlassen. Die Entscheidung in jedem Einzelfall trifft der behandelnde Arzt unter Berücksichtigung der individuellen Reaktion und der jeweiligen Dosierung.
Frisium enthält Laktose.
Jede Frisium 10 mg Tablette enthält 72,3 mg Milchzucker (Laktose-Monohydrat). Bitte nehmen Sie Frisium erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.
3. Wie ist Frisium einzunehmen?
Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei
Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.
Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die empfohlene Dosis:
- Bei Angstzuständen:
Erwachsene:
Zu Behandlungsbeginn 2 Tabletten Frisium pro Tag (20 mg Clobazam). Bei Bedarf kann die
Tagesdosis auf 3 Tabletten (30 mg Clobazam) erhöht werden.
Im Allgemeinen wird empfohlen, eine Tagesdosis von 30 mg nicht zu überschreiten.
Ältere Patienten (ab 65 Jahren):
Da Patienten dieser Altersgruppe verstärkt auf die Behandlung mit Frisium ansprechen können, wird der Arzt eine niedrigere Anfangsdosis wählen und diese danach schrittweise steigern.
Eine Tagesdosis von 1–1½ Tabletten Frisium wird empfohlen.
- Zur Kombinationstherapie bei Epilepsie:
Erwachsene:
Anfangsdosis ½–1½ Tabletten Frisium pro Tag.
Danach wird der Arzt die Dosis entsprechend dem individuellen Bedarf des Patienten allmählich bis zu einer maximalen Dosis von 8 Tabletten Frisium pro Tag steigern.
Alternativen zu dieser empfohlenen Dosierung wird der Arzt mit Ihnen besprechen.
Ältere Patienten (ab 65 Jahren):
Da Patienten dieser Altersgruppe verstärkt auf die Behandlung mit Frisium ansprechen können, wird Ihr Arzt eine niedrigere Anfangsdosis wählen und diese danach schrittweise und unter sorgfältiger Beobachtung steigern.
Kinder ab 6 Jahren:
Für Kinder ab 6 Jahren wird zu Beginn der Behandlung eine Dosierung von ½ Tablette Frisium pro Tag empfohlen.
Bei Bedarf wird der Arzt die Dosierung entsprechend erhöhen (Richtdosis 0,3–1,0 mg/kg
Körpergewicht).
Ihr Arzt wird den Behandlungsfortschritt nach längstens 4 Wochen und danach in regelmäßigen
Abständen überprüfen.
Allgemeine Hinweise zur Dosierung
Ihr Arzt wird die Dosis und die Dauer der Behandlung an den individuellen Erfolg Ihrer Behandlung anpassen. Halten Sie bitte die vom Arzt verordnete Dosis und Behandlungsdauer genau ein (vergleichen Sie dazu auch die Hinweise im Abschnitt 2. „Was sollten Sie vor der Einnahme von Frisium beachten?“).
Wenn Sie die Dosis über den Tag verteilt einnehmen, wird empfohlen, den jeweils höchsten
Dosisanteil am Abend einzunehmen. Dosierungen bis zu 3 Tabletten Frisium kann der Arzt als
abendliche Einmalgabe verordnen.
Nach zweiwöchiger täglicher Einnahme von Frisium wird der Arzt mit Ihnen die Notwendigkeit einer weiteren Behandlung und die erforderliche Dosierung besprechen. Nach Besserung Ihrer Beschwerden kann Ihr Arzt Ihre Dosis reduzieren.
Wenn Ihnen der Arzt eine längere Behandlung mit Frisium empfohlen hat, dürfen Sie diese nicht eigenmächtig und abrupt beenden, da es dann zum Wiederauftreten der ursprünglichen Beschwerden oder zu Entzugserscheinungen kommen kann (vergleichen Sie dazu auch die Hinweise im Abschnitt 2. „Was sollten Sie vor der Einnahme von Frisium beachten?“).
Gegen Ende der Behandlung wird der Arzt die Dosis deshalb nur schrittweise verringern.
Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion
Da eine verstärkte Wirkung von Frisium möglich ist, kann der Arzt Ihre Dosis entsprechend
verringern und zusätzliche Untersuchungen verordnen, um die Behandlung für Sie bestmöglich zu
gestalten.
Art der Anwendung
Zum Einnehmen.
Sie können die Tabletten unzerkaut oder zerstoßen mit ausreichend Flüssigkeit (1 Glas Wasser)
unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen.
Die Tablette kann in 2 gleiche Dosen zu je 5 mg Clobazam geteilt werden.
Anwendung bei Kindern und Jugendlichen
Benzodiazepine sollen bei Kindern und Jugendlichen bis zu 18 Jahren nicht angewendet werden, ohne die Notwendigkeit einer solchen Behandlung sorgfältig abzuwägen.
Wenn Sie eine größere Menge von Frisium eingenommen haben, als Sie sollten
Zeichen einer Überdosierung können Benommenheit, Verwirrtheit und Schläfrigkeit sein. Im
fortschreitenden Zustand können Koordinationsschwierigkeiten, unzulängliche Atmung,
Blutdruckabfall und selten Koma auftreten.
Informieren Sie umgehend einen Arzt oder suchen Sie die Notaufnahme des nächstgelegenen
Krankenhauses auf.
Hinweis für das medizinische Fachpersonal:
Weitere Informationen zur Überdosierung finden Sie am Ende dieser Gebrauchsinformation.
Wenn Sie die Einnahme von Frisium vergessen haben
Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Setzen Sie stattdessen die Behandlung wie gewohnt fort.
Wenn Sie die Einnahme von Frisium abbrechen
Hören Sie auch bei scheinbarer Besserung Ihrer Beschwerden nicht vorzeitig oder abrupt mit der Einnahme dieses Arzneimittels auf. Es kann sonst wieder zu einer Verschlechterung Ihrer Beschwerden kommen oder Entzugserscheinungen treten auf (vergleichen Sie dazu auch die Hinweise im Abschnitt 2. „Was sollten Sie vor der Einnahme von Frisium beachten?“).
Die Dauer der Behandlung und die richtige Dosierung am Ende der Behandlung wird durch den Arzt festgelegt.
Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt
oder Apotheker.
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)
- Bewusstseinsstörung mit abnormer Schläfrigkeit (vor allem zu Beginn der Behandlung und bei höherer Dosierung)
- Ermüdung (insbesondere zu Beginn der Behandlung und bei höherer Dosierung)
Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)
- Verminderter Appetit
- Reizbarkeit
- Aggression
- Unruhe
- Depression (bei Patienten mit bestehender Depression können Verstimmungen verstärkt werden)
- Gewöhnung (insbesondere bei längerer Anwendung)
- Rastlosigkeit
- Sedierung
- Schwindelgefühl
- Aufmerksamkeitsstörung
- Langsame Sprache, undeutliches Sprechen, Sprechstörung (tritt insbesondere bei hohen Dosen oder bei Langzeitbehandlung auf)
- Kopfschmerzen
- Zittern
- Störung von Bewegungsabläufen
- Mundtrockenheit
- Übelkeit
- Verstopfung
Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)
- Anormales Verhalten
- Verwirrtheitszustand
- Angst
- Wahn
- Albträume
- Vorübergehende Sehstörungen (Doppelbilder, Augenzittern, v. a. bei hoher Dosierung oder langer Behandlung)
- Abnahme des Geschlechtstriebes (Libidoverlust) (insbesondere bei hohen Dosen oder bei Langzeitbehandlung)
Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)
- Auftreten sogenannter „paradoxer Reaktionen“, z. B. Unruhe, Ein- und Durchschlafstörungen, Reizbarkeit, akute Erregungszustände, Angst, Aggressivität, Wahnideen, Wutanfälle, Albträume, Halluzinationen, psychotische Reaktionen, Selbstmordneigung und vermehrte Muskelkrämpfe. Beim Auftreten derartiger Reaktionen müssen Sie umgehend Ihren Arzt verständigen, der dann über den weiteren Behandlungsverlauf entscheidet.
- Emotionale Armut
- Gedächtnisstörung (kann mit anomalem Verhalten einhergehen)
- Eingeschränktes Erinnerungsvermögen
- Gedächtnislücken über einen bestimmten Zeitraum (kann im normalen Dosisbereich, vor allem aber bei höheren Dosen auftreten)
- Muskelkrampf
- Muskelschwäche (bei der Behandlung epileptischer Erkrankungen mit Frisium)
- Bewegungs- und Gangunsicherheit (v. a. bei hoher Dosierung oder langer Behandlung)
Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)
- Bewusstseinsstörungen (v. a. bei längerer Behandlung insbesondere bei älteren Patienten und Kindern; sie können zum Teil länger anhalten und mit Atemstörungen kombiniert sein)
- Atemstörungen
- Entzündlicher Hautausschlag (Rash)
- Nesselsucht (juckender Hautausschlag mit Quaddelbildung)
- Gewichtszunahme (v. a. bei hoher Dosierung oder langer Behandlung)
- Sturzgefahr
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
- Abhängigkeit (besonders bei längerer Anwendung)
- Einschlafstörung
- Wut
- Sinnestäuschung
- Psychose
- Schlechte Schlafqualität
- Selbstmordgedanken
- Beeinträchtigung der geistigen Leistungsfähigkeit (kognitive Störung)
- Veränderter Bewusstseinszustand (insbesondere bei älteren Patienten, kann mit Atemstörungen kombiniert sein)
- Atmungsschwierigkeiten (v. a. bei hoher Dosierung)
- Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut (Hautentzündung, Nesselsucht)
- Schwere Hauterkrankung mit Störung des Allgemeinbefindens, Fieber, schmerzhafte Blasenbildung der Haut besonders im Mund-, Augen- und Genitalbereich (Stevens-Johnson-Syndrom)
- Schwere Erkrankung der Haut und Schleimhaut mit ausgedehnter Blasenbildung und Rötung (toxische epidermale Nekrolyse) einschließlich einiger Fälle mit tödlichem Ausgang
- Verlängerung der Reaktionszeit
- Unterkühlung (Hypothermie)
Weitere Informationen
Insbesondere bei Patienten mit bereits bestehender Erkrankung der Atemwege (z. B. durch Asthma) oder bei Patienten mit Hirnschädigungen kann eine Atemnot auftreten oder sich verschlimmern.
Reaktionen, die durch ein zu rasches Abbrechen der Frisium-Behandlung auftreten können, sind im Abschnitt 2. „Was sollten Sie vor der Behandlung mit Frisium beachten?“ beschrieben.
Meldung von Nebenwirkungen
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 Wien
Österreich
Fax: +43 (0) 50 55 53 62 07
Website: www.basg.gv.at
anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.
5. Wie ist Frisium aufzubewahren?
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.
Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Packung nach „Verwendbar bis“ angegebenen
Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des
angegebenen Monats.
Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen
Was Frisium enthält
- Der Wirkstoff ist Clobazam. 1 Tablette enthält 10 mg Clobazam.
- Die sonstigen Bestandteile sind:
Laktose-Monohydrat, Maisstärke, hochdisperses Siliziumdioxid (wasserfrei), Talkum,
Magnesiumstearat.
Wie Frisium aussieht und Inhalt der Packung
Weiße, runde, bikonvexe Tabletten mit Rillenlinie auf beiden Seiten; auf einer Seite ist ein C
eingraviert, auf der anderen Seite der Rillenlinie eine 10.
.
Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.
Blisterpackung (PVC/Aluminiumblisterstreifen) mit 20 oder 50 Tabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller
Pharmazeutischer Unternehmer:
Atnahs Pharma Netherlands B.V.
Kopenhagener Türme,
Ørestads Boulevard 108,
5.tv 2300 Kopenhagen S,
Dänemark
Hersteller:
Opella Healthcare International SAS
56, Route de Choisy
60200 Compiègne
Frankreich
Delpharm Dijon
6 boulevard de l’Europe
21800 Quetigny
Frankreich
Z. Nr.: 16.842
Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im August 2025 .
Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:
Überdosierung
Symptome der Intoxikation
Überdosierung und Vergiftung mit Clobazam und anderen Benzodiazepinen können eine Depression des zentralen Nervensystems mit folgenden Symptomen verursachen:
Benommenheit, Verwirrtheit und Schläfrigkeit. Der Zustand kann fortschreiten bis zur Ataxie,
Atemdepression, Blutdruckabfall und selten Koma.
Bei gleichzeitiger Einnahme anderer auf das Gehirn wirkender Mittel, einschließlich Alkohol, treten die Symptome einer Überdosierung verstärkt auf und können unter Umständen lebensbedrohlich sein. Bisher in der Literatur berichtete Überdosierungsfälle mit Einnahmen bis zum Zehnfachen der empfohlenen therapeutischen Tagesdosis hatten keine klinisch bedeutsamen Schädigungen zur Folge. Symptome waren durch akustische Reize unterbrechbarer Schlaf bzw. Benommenheit und Bewusstseinseintrübung sowie einen Tag dauernde Schwäche in den Beinen.
Bei den meisten der dem Hersteller gemeldeten schweren akuten Vergiftungen, bei denen Frisium mit beteiligt war, handelt es sich um Kombinationsvergiftungen mit anderen Psychopharmaka oder Schlafmitteln.
Drei Überdosierungsfälle waren wesentlich durch Frisium selbst verursacht. Bei zweien ist die
eingenommene Dosis unbekannt, die maximalen Serumspiegel von Clobazam lagen bei 2,8 und
1,5 µg/ml. Im dritten Fall wurden 880 mg eingenommen.
In diesen drei Fällen kam es zu schlafähnlichen bzw. komatösen Zuständen, die 8 bis 24 Tage
andauerten. Ein Patient reagierte während der ersten 5 Tage nicht auf Schmerzreize. Die
Spontanatmung blieb in allen Fällen erhalten.
Therapie von Intoxikationen
Neben der Kontrolle von Atmung, Pulsfrequenz und Blutdruck sind Magenspülungen, intravenöser Flüssigkeitsersatz sowie allgemein unterstützende Maßnahmen indiziert.
Die Bereitstellung von Notfallmaßnahmen für eventuell eintretende Atemwegsobstruktionen oder
respiratorische Insuffizienz muss bestehen.
Hypotension kann durch Plasmaersatz und gegebenenfalls mit Sympathomimetika behandelt werden.
Die sekundäre Wirkstoffelimination (durch forcierte Diurese oder Hämodialyse) ist unwirksam.
Zur Beurteilung der Wirksamkeit einer zusätzlichen Gabe von cholinerg wirksamem Physostigmin
oder dem Benzodiazepinantagonisten Flumazenil liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor.
Fachinformation
ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Frisium 10 mg Tabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
1 Tablette enthält 10 mg Clobazam.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 1 Tablette enthält 72,3 mg Lactose-Monohydrat.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Tablette.
Weiße, runde, bikonvexe Tabletten mit Rillenlinie auf beiden Seiten; auf einer Seite ist ein C
eingraviert, auf der anderen Seite der Rillenlinie eine 10.
Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.
Durchmesser ca.: 7mm
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
- Symptomatische Behandlung akuter und chronischer Angstzustände.
- Zusatzmedikation bei Patienten mit epileptischen Anfallsleiden, die mit einer entsprechenden Basistherapie nicht ausreichend einzustellen sind.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dosierung
Dosierung und Dauer der Anwendung müssen an die individuelle Reaktionslage, das
Indikationsgebiet und die Schwere der Krankheit angepasst werden.
Frisium kann möglicherweise die Wachsamkeit und Reaktionszeit beeinträchtigen. Daher gilt der
Grundsatz, die Dosis so klein wie möglich zu halten.
Bei akuten Erkrankungen ist die Anwendung von Frisium auf Einzelgaben oder wenige Tage zu
beschränken.
Bei chronischen Krankheiten richtet sich die Dauer der Anwendung nach dem Verlauf. Nach 2-wöchiger täglicher Einnahme ist vom Arzt bei einer schrittweisen Verringerung der Dosis zu klären, ob eine Behandlung mit Frisium weiterhin angezeigt ist.
Nach Besserung der Beschwerden ist eine Dosisreduktion möglich.
Zur Vermeidung von Rezidivrisiken nach längerer Anwendung darf Frisium nicht plötzlich
abgesetzt werden, sondern die Dosis muss schrittweise reduziert werden, da sonst Symptome wie
Unruhe, Angstzustände und Schlaflosigkeit auftreten können (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).
- Dosierung bei Angstzuständen Erwachsene
Beginn der Behandlung mit 20 mg Clobazam pro Tag. Bei Bedarf kann die Tagesdosis auf 30 mg
pro Tag erhöht werden. Im Allgemeinen wird empfohlen, eine Tagesdosis von 30 mg nicht zu
überschreiten.
Ältere Patienten (ab 65 Jahren)
Da ältere Patienten möglicherweise verstärkt auf die Behandlung mit Frisium ansprechen und eine
höhere Anfälligkeit für Nebenwirkungen bestehen kann, sind niedrige Anfangsdosen und eine
allmähliche Dosiserhöhung unter sorgfältiger Beobachtung erforderlich (siehe Abschnitte 4.4 und
5.2).
Für ältere Patienten wird eine Tagesgesamtdosis von 10–15 mg Clobazam empfohlen.
- Kombinationstherapie bei Epilepsie Wie bei anderen Benzodiazepinen muss auch bei Frisium mit einem möglichen Nachlassen der antiepileptischen Wirksamkeit im Verlauf der Behandlung gerechnet werden.
Erwachsene
Die Anfangsdosis beträgt 5–15 mg/Tag Clobazam mit allmählicher Dosissteigerung bis zu einer
maximalen Tagesdosis von ca. 80 mg.
Weiterhin haben sich auch konstante Dosierungen (z. B. 20 mg/Tag Clobazam) und
Intervalltherapie (zwischenzeitliches Aussetzen mit anschließender Neuverordnung von
Clobazam) bewährt.
Kinder ab 6 Jahren
Für Kinder ab 6 Jahren wird eine Dosierung von 5 mg Clobazam empfohlen. Eine Erhaltungsdosis
von 0,3 bis 1,0 mg/kg Körpergewicht täglich ist im Allgemeinen ausreichend. Für Kinder unter 6
Jahren können keine Dosierungsempfehlungen gegeben werden, da eine für diese Altersgruppe
geeignete Formulierung, die eine sichere und genaue Dosierung ermöglicht, nicht zur Verfügung
steht.
Benzodiazepine sollen bei Kindern und Jugendlichen bis zu 18 Jahren nicht angewendet werden,
ohne die Notwendigkeit einer solchen Therapie sorgfältig abzuwägen.
Ältere Patienten (ab 65 Jahren)
Aufgrund der erhöhten Empfindlichkeit von älteren Patienten für Nebenwirkungen, wie z. B.
Schläfrigkeit, Schwindel und Muskelschwäche, besteht ein erhöhtes Risiko für Stürze, die zu
schweren Verletzungen führen können. Eine Dosisreduktion wird empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).
Allgemeine Hinweise zur Dosierung
Beendigung der Behandlung (Angstzustände sowie Kombinationsbehandlung bei Epilepsie):
Bei Abschluss der Behandlung – auch im Falle mangelnden Therapieerfolges – ist die Dosis
schrittweise zu verringern, da sonst Entzugserscheinungen oder eine erhöhte Anfallsbereitschaft
nicht auszuschließen sind.
Wird die Dosis über den Tag verteilt, wird empfohlen, den höheren Dosisanteil am Abend
einzunehmen. Dosierungen bis zu 30 mg Clobazam können als abendliche Einmalgabe verordnet
werden.
Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion
Da Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion möglicherweise verstärkt auf die
Behandlung mit Frisium ansprechen und eine höhere Anfälligkeit für Nebenwirkungen bestehen
kann, sind niedrige Anfangsdosen und eine allmähliche Dosiserhöhung unter sorgfältiger
Beobachtung notwendig (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
Eine Reduzierung der Dosis kann erforderlich sein.
Art der Anwendung
Zum Einnehmen.
Die Tabletten können im Ganzen oder zerstoßen mit ausreichend Flüssigkeit (1 Glas Wasser)
eingenommen werden.
Die 10-mg-Tabletten können in zwei gleiche Hälften zu je 5 mg geteilt werden.
Clobazam kann zu einer Mahlzeit oder unabhängig von einer Mahlzeit eingenommen werden
(siehe Abschnitt 5.2).
Dauer der Anwendung
Bei akuten Angstzuständen ist die Anwendung von Frisium auf Einzelgaben oder wenige Tage zu
beschränken.
Bei chronischen Angstzuständen richtet sich die Dauer der Anwendung nach dem Verlauf. Nach
2- bis 4-wöchiger täglicher Einnahme ist vom Arzt bei einer schrittweisen Verringerung der Dosis
zu klären, ob eine Behandlung mit Frisium weiterhin angezeigt ist, besonders wenn der Patient
symptomfrei ist. Im Allgemeinen soll die Gesamtdauer der Behandlung 8 bis 12 Wochen
(einschließlich Ausschleichphase) nicht überschreiten. In bestimmten Fällen kann eine
Verlängerung der maximalen Behandlungsdauer notwendig sein. Jedoch darf die Behandlung
nicht verlängert werden, ohne den Zustand des Patienten erneut zu beurteilen. Eine
ununterbrochene längerfristige Einnahme ist zu vermeiden, da sie zur Abhängigkeit führen kann.
Bei der Kombinationsbehandlung der Epilepsie hat der Arzt den Zustand des Patienten spätestens
nach 4-wöchiger Anwendung und danach regelmäßig zu beurteilen, um zu entscheiden, ob die
Behandlung weitergeführt werden soll.
Die Beendigung der Behandlung (auch im Falle eines mangelnden Therapieerfolges) ist durch
langsame Verringerung der Dosis vorzunehmen (siehe Abschnitt 4.4).
4.3 Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
- Myasthenia gravis
- schwere Leberfunktionsstörung
- schwere Ateminsuffizienz
- Schlafapnoe-Syndrom
- akute Intoxikationen durch Alkohol oder andere ZNS-aktive Substanzen
- Abhängigkeitsanamnese: Abhängigkeit von Alkohol, Arzneimitteln oder Drogen in der Anamnese
- im ersten Trimenon der Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.6)
- Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6)
Benzodiazepine dürfen bei Kindern nicht ohne sorgfältige Abschätzung der Notwendigkeit der
Behandlung eingesetzt werden. Kinder im Alter von 6 Monaten bis 3 Jahren, außer in
Ausnahmefällen im Zuge einer antiepileptischen Therapie mit zwingender Indikation.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Frisium darf nur unter besonderer Vorsicht und dann nur in verminderter Dosierung angewendet
werden bei:
- spinalen und zerebellaren Ataxien.
Es wird empfohlen, dass Patienten während der Behandlung mit Clobazam keinen Alkohol trinken
sollen (aufgrund des erhöhten Risikos für Sedierung und weitere Nebenwirkungen).
Risiken bei gleichzeitiger Anwendung von Opioiden
Gleichzeitige Anwendung von Frisium und Opioiden kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma
oder Tod führen. Aufgrund dieser Risiken ist die gleichzeitige Verordnung von sedierenden
Arzneimitteln, wie Benzodiazepine oder ähnliche Arzneimittel, wie Frisium, mit Opioiden, für
Patienten vorbehalten sein, für die eine alternative Behandlung nicht möglich ist.
Wenn die Entscheidung zur Verschreibung von Frisium gemeinsam mit Opioiden gefällt wurde,
ist die niedrigste effektive Dosis und die kürzestmögliche Behandlungsdauer zu wählen (siehe
Abschnitt 4.2).
Patienten sind sorgfältig auf Anzeichen und Symptome einer Atemdepression und Sedierung zu
überwachen. In diesem Zusammenhang wird dringend empfohlen, darauf hinzuweisen, dass
Patienten und deren Umfeld auf diese Symptome achten (siehe Abschnitt 4.5).
Bei Patienten mit Schizophrenien oder anderen Psychosen werden Benzodiazepine nur als
Zusatzmedikation, d. h. nicht zur Basistherapie, empfohlen.
Eine anterograde Amnesie kann auftreten, wenn Benzodiazepine im normalen Dosisbereich
angewendet werden, v. a. aber unter höheren Dosierungen.
Bei Patienten mit Depressionen oder Angst in Verbindung mit einer Depression darf Frisium nur
zusammen mit einer entsprechenden Begleitmedikation angewendet werden.
Bei Angstzuständen, die mit emotionaler Labilität assoziiert sind, muss vor Behandlungsbeginn
abgeklärt werden, ob der Patient unter einer depressiven Störung leidet, die eine zusätzliche oder
andersartige Therapie erfordert.
Nicht alle Spannungs-, Erregungs- und Angstzustände bedürfen einer medikamentösen Therapie.
Oftmals sind sie Ausdruck körperlicher oder seelischer Erkrankungen und können durch andere
Maßnahmen oder eine Therapie der Grundkrankheit beeinflusst werden.
Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren
Benzodiazepine sollen bei Kindern und Jugendlichen bis zu 18 Jahren nicht angewendet werden,
ohne die Notwendigkeit einer solchen Therapie sorgfältig abzuwägen.
Frisium darf nicht angewendet werden bei Kindern im Alter von 6 Monaten bis 3 Jahren, außer in
Ausnahmefällen im Zuge einer antiepileptischen Therapie mit zwingender Indikation.
Abhängigkeit
Wie bei anderen benzodiazepinhaltigen Arzneimitteln ist bei fortgesetzter Anwendung der
therapeutische Nutzen gegen das Risiko von Gewöhnung und Abhängigkeit abzuwägen.
Eine fortgesetzte Anwendung sollte nur bei zwingender Indikation nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.
Alle Benzodiazepine können zu physischer und psychischer Abhängigkeit führen, wobei das
Risiko hierfür mit der Dosis und Behandlungsdauer steigt. Bereits bei täglicher Einnahme über
wenige Wochen ist die Gefahr einer Abhängigkeitsentwicklung gegeben.
Dies gilt nicht nur für den missbräuchlichen Gebrauch hoher Dosen, sondern auch für den
therapeutischen Dosisbereich. Bei Patienten mit früherem Alkohol- oder Arzneimittelmissbrauch
besteht ein größeres Risiko für die Entwicklung einer Abhängigkeit.
Der Arzt sollte spätestens nach einer 4-wöchigen Einnahme entscheiden, ob eine Behandlung mit
Frisium weitergeführt werden muss.
Absetzerscheinungen/Entzugssymptome
Insbesondere beim plötzlichen Absetzen von Benzodiazepinen kann ein Rebound-Phänomen oder
Entzugssyndrom auftreten. Deshalb ist bei Beendigung der Behandlung eine schrittweise
Dosisreduktion vorzunehmen.
Kennzeichnend für ein Rebound-Phänomen ist das Wiederauftreten von Symptomen in verstärkter
Form, die ursprünglich zur Behandlung mit dem Benzodiazepin geführt hatten, (z. B.
Angstzustände, epileptische Anfälle). Dies kann von Reaktionen wie Stimmungsschwankungen,
Schlafstörungen und Unruhe begleitet sein.
Wenn sich einmal eine physische Abhängigkeit entwickelt hat, führt eine plötzliche Beendigung
der Behandlung mit Benzodiazepinen zu Entzugssymptomen. Solche Symptome sind u. a.
Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Schlafstörungen, verstärktes Träumen, Angst,
Spannungszustände, Unruhe, Verwirrung und Erregbarkeit, Zittern, Schwitzen, symptomatische
Psychosen (z. B. Entzugsdelir), epileptische Anfälle sowie Lichtempfindlichkeit.
Ein Entzugssyndrom kann auch auftreten, wenn plötzlich von einem Benzodiazepin mit langer
Wirkungsdauer (z. B. Frisium) auf eines mit einer kurzen Wirkungsdauer umgestellt wird.
Bei längerer Anwendungsdauer (länger als 1 Woche) sollte beim Absetzen von Frisium die Dosis
schrittweise reduziert werden. Hierbei ist das vorübergehende Auftreten möglicher
Absetzphänomene zu berücksichtigen. Insbesondere bei Verwendung als Antikonvulsivum können
bei abruptem Absetzen Krampfanfälle provoziert werden.
Bei Patienten mit einer Vorgeschichte von Alkohol- oder Drogenabhängigkeit kann das Risiko,
eine Abhängigkeit von Clobazam, wie auch von anderen Benzodiazepinen, zu entwickeln, erhöht
sein.
Toleranzentwicklung
Bei der Anwendung als Antikonvulsivum ist bei mehrmonatiger Gabe mit der Entwicklung einer
Toleranz zu rechnen.
Suizidgedanken/Suizidversuch/Suizid und Depression
Einige epidemiologische Studien deuten auf eine erhöhte Inzidenz von Suizidgedanken,
Suizidversuch und Suizid bei Patienten mit oder ohne Depression, die mit Benzodiazepinen oder
anderen Hypnotika, einschließlich Clobazam, behandelt wurden, hin. Ein kausaler Zusammenhang
wurde jedoch nicht bewiesen (siehe Abschnitt 4.8).
Risikopatienten
Risikopatienten sind insbesondere Kinder, ältere Patienten sowie Patienten mit reduziertem
Allgemeinzustand und Patienten mit hirnorganischen Veränderungen, Kreislauf- und
Ateminsuffizienz. Auch bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion ist mit
Wirkungsverstärkung und -verlängerung zu rechnen (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).
Zu Beginn der Therapie sollte der behandelnde Arzt die individuelle Reaktion des Patienten auf das
Arzneimittel kontrollieren, um eventuelle relative Überdosierungen möglichst schnell erkennen zu
können.
Schwere Hautreaktionen
Aus Erfahrungen während der Post-Marketing Phase wurden bei Erwachsenen und Kindern unter
Clobazam schwere Hautreaktionen, einschließlich Stevens-Johnson Syndrom (SJS) und toxischer
epidermaler Nekrolyse (TEN), beobachtet. Die Mehrheit der berichteten Fälle beinhaltete weitere
Arzneimittel, einschließlich Antiepileptika, die mit schweren Hautreaktionen in Zusammenhang
stehen.
SJS und TEN können tödlich verlaufen. Daher sollen Patienten vor allem in den ersten 8 Wochen
der Behandlung sorgfältig auf Anzeichen und Symptome dieser Hautreaktionen überwacht werden.
Bei Verdacht auf SJS oder TEN soll Frisium unverzüglich abgesetzt werden. Deuten die
beobachteten Symptome auf SJS oder TEN hin, darf die Behandlung mit Frisium nicht fortgesetzt
und eine alternative Behandlung soll in Erwägung gezogen werden.
Schlechte Cytochrom-P450-2C19-(CYP2C19-)Metabolisierer
Bei Patienten, die schlechte CYP2-Metabolisierer sind, werden erhöhte Wirkstoffspiegel des aktiven
Metaboliten N-Desmethylclobazam im Vergleich zu extensiven Metabolisierern erwartet. Eine
Dosisanpassung kann erforderlich sein.
Gleichzeitige Anwendung von Cannabidiol
Die gleichzeitige Anwendung von Clobazam mit Cannabidiol-haltigen medizinischen und nicht
medizinischen Mitteln kann zu erhöhten Spiegeln von N-Desmethylclobazam führen, wodurch es
zu einer erhöhten Inzidenz von Somnolenz und Sedierung kommt. Eine Dosisanpassung von
Clobazam kann notwendig sein. Nicht medizinische Mittel, die Cannabidiol enthalten, dürfen nicht
in Kombination mit Clobazam angewendet werden, da sie unbekannte Mengen an Cannabidiol
enthalten und von unterschiedlicher Qualität sind (siehe Abschnitte 4.5 und 5.2).
Langzeitbehandlung
Während einer Langzeitbehandlung sind Leber- und Nierenfunktion vorsorglich zu kontrollieren
(siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).
Suizidgedanken und suizidales Verhalten
Über suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit Antiepileptika in
verschiedenen Indikationen behandelt wurden, berichtet. Eine Metaanalyse randomisierter,
placebokontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte auch ein leicht erhöhtes Risiko für das
Auftreten von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten. Der Mechanismus für die Auslösung
dieser Nebenwirkung ist nicht bekannt, und die verfügbaren Daten schließen die Möglichkeit eines
erhöhten Risikos bei der Einnahme von Frisium nicht aus. Deshalb sollten Patienten hinsichtlich
Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalen Verhaltensweisen überwacht und eine geeignete
Behandlung sollte in Erwägung gezogen werden. Patienten (und deren Betreuern) sollte geraten
werden, medizinische Hilfe einzuholen, wenn Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales
Verhalten auftreten.
Jede Frisium 10 mg Tablette enthält 72,3 mg Lactose-Monohydrat. Patienten mit der seltenen
hereditären Galactose-Intoleranz, Lapp-Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption
sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Zentraldämpfende Arzneimittel
Vor allem bei höheren Dosen von Frisium ist mit einer gegenseitigen Wirkungsverstärkung zu
rechnen, wenn gleichzeitig andere zentraldämpfende Arzneimittel (z. B. Neuroleptika,
Tranquilizer, Antidepressiva, Hypnotika/Sedativa, Anästhetika, Analgetika vom Opiattyp,
sedierende Antihistaminika, Antiepileptika) eingenommen werden. Bei Vergiftungsfällen mit
solchen Arzneimitteln oder mit Lithium ist besondere Vorsicht geboten, wenn es mit Frisium
verabreicht wird.
Opioide
Die gleichzeitige Anwendung von sedierenden Arzneimitteln, wie Benzodiazepine oder verwandte
Arzneimittel wie Frisium, mit Opioiden erhöht das Risiko der Sedierung, Atemdepression, Koma
und Tod wegen der zusätzlichen ZNS-dämpfenden Wirkung. Die Dosierung und die Dauer der
Behandlung sind zu begrenzen (siehe Abschnitt 4.4).
Alkohol
Bei gleichzeitigem Alkoholgenuss können die Wirkungen von Frisium in nicht voraussehbarer
Weise verändert und verstärkt werden. Alkohol kann die Bioverfügbarkeit von Clobazam um 50 %
erhöhen und dadurch die Wirkung von Frisium verstärken. Deshalb soll der Patient darauf
hingewiesen werden, während einer Behandlung mit Frisium auf Alkoholkonsum zu verzichten
(siehe Abschnitt 4.4).
Stiripentol Stiripentol führt zu einem Anstieg der Plasmaspiegel von Clobazam und seinem aktiven Metaboliten N-Desmethylclobazam durch die Hemmung des CYP3A- und CYP2C19-Systems. Es werden vor Behandlungsbeginn mit Stiripentol und dann nach Erreichen der neuen Steady-State-Konzentration Blutkontrollen empfohlen, z. B. nach ungefähr 2 Wochen.
Narkoanalgetika
Bei gleichzeitiger Anwendung mit Narkoanalgetika kann eine Euphorie verstärkt werden. Dies
kann zu zunehmender psychischer Abhängigkeit führen.
Muskelrelaxanzien
Die Wirkung von Muskelrelaxanzien und Lachgas kann verstärkt werden.
CYP2C19-Inhibitoren Starke und moderate CYP2C19-Inhibitoren können zu einem Anstieg des aktiven Metaboliten N-Desmethylclobazam (N-CLB) führen. Eine Dosisanpassung von Clobazam kann erforderlich sein, wenn gleichzeitig starke (z. B. Fluconazol, Fluvoxamin, Ticlopidin) oder moderate (z. B.
Omeprazol) CYP2C19-Inhibitoren verabreicht werden (siehe Abschnitt 5.2).
Cannabidiol Bei gleichzeitiger Verabreichung von Cannabidiol und Clobazam treten bidirektionale pharmakokinetische Interaktionen auf. Basierend auf einer Studie an gesunden Freiwilligen, kann es bei gleichzeitiger Anwendung von Cannabidiol zu (3- bis 4-fach) erhöhten Spiegeln von N-Desmethylclobazam (ein aktiver Metabolit von Clobazam) kommen, wahrscheinlich bedingt durch eine CYP2C19-Inhibition. Erhöhte systemische Spiegel dieser aktiven Substanzen können zu verstärkten pharmakologischen Wirkungen und einer Zunahme von unerwünschten Arzneimittelwirkungen führen. Die gleichzeitige Anwendung von Cannabidiol und Clobazam erhöht die Inzidenz von Somnolenz und Sedierung. Eine Dosisreduktion von Clobazam sollte in Erwägung gezogen werden, wenn Somnolenz oder Sedierung bei einer gleichzeitigen Anwendung von Clobazam und Cannabidiol auftreten.
CYP2D6-Substrate
Clobazam ist ein schwacher CYP2D6-Inhibitor (siehe Abschnitt 5.2). Eine Dosisanpassung bei
Arzneimitteln, die über das CYP2D6-System metabolisiert werden, ist erforderlich (z. B.
Dextromethorphan, Pimozid, Paroxetin, Nebivolol).
Antiepileptika
Bei gleichzeitiger Gabe von Antiepileptika in der Behandlung von Anfallsleiden muss die
Einstellphase unter ärztlicher Aufsicht (EEG-Kontrolle) erfolgen, da Wechselwirkungen mit der
antiepileptischen Basismedikation auftreten können.
Valproinsäure/Phenytoin/Carbamazepin
Bei gleichzeitiger Gabe von Valproinsäure und Frisium kann es zu einem leichten bis mäßigen
Anstieg der Plasmakonzentration der Valproinsäure kommen. Die Blutspiegel von Phenytoin
können ansteigen, wenn die Patienten gleichzeitig mit Frisium behandelt werden. Nach
Möglichkeit sollten in solchen Fällen Bestimmungen der Wirkstoffspiegel von Valproinsäure bzw.
Phenytoin im Blut erfolgen. Carbamazepin und Phenytoin können zu einer Zunahme der
Biotransformation von Clobazam zu dem aktiven Metaboliten N-Desmethylclobazam führen.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Es liegen nur begrenzte Daten zur Anwendung von Clobazam bei Schwangeren vor. Dennoch haben weitreichende Daten, die aus Kohortenstudien stammen, keinen Beleg für das Auftreten von schweren Fehlbildungen bei Anwendung von Benzodiazepinen während des ersten Trimesters der Schwangerschaft erbracht, obwohl in bestimmten Fall-Kontroll-Studien über Fälle von Lippen- und Gaumenspalten berichtet wurde.
Die Anwendung von Clobazam während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen
Alter, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen.
Clobazam passiert die Plazenta. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität
gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
Frauen im gebärfähigen Alter sollten über den Nutzen und die Risiken der Anwendung von
Clobazam während der Schwangerschaft aufgeklärt werden. Sie sollten aufgefordert werden, ihren
Arzt hinsichtlich einer Beendigung der Behandlung mit Clobazam zu kontaktieren, wenn sie
schwanger sind oder schwanger werden möchten. Wird die Behandlung mit Clobazam fortgesetzt,
sollte die niedrigste wirksame Dosis verwendet werden.
Fälle von verminderter fetaler Bewegung und fetaler Herzfrequenzvariabilität wurden bei
Anwendung von Benzodiazepinen während des 2. und/oder 3. Trimesters der Schwangerschaft
beschrieben.
Wird Clobazam in der Spätphase der Schwangerschaft oder während der Geburt angewendet, sind
Auswirkungen auf das Neugeborene, wie Atemdepression (einschließlich Atemnot und Apnoe),
Zeichen von Sedierung, Hypothermie, Hypotonie und Ernährungsschwierigkeiten (sog. „floppy
infant syndrome“) zu erwarten.
Zudem können Kinder, deren Mütter während späterer Schwangerschaftsstadien längerfristig
Benzodiazepine anwenden, eine physische Abhängigkeit entwickeln und somit nach der Geburt
ein Risiko für das Auftreten von Entzugserscheinungen haben. Nach der Geburt wird eine
geeignete Überwachung des Neugeborenen empfohlen.
Stillzeit
Die Anwendung von Frisium während der Stillzeit ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3), da der
Wirkstoff Clobazam in die Muttermilch übertritt (siehe Abschnitt 5.2).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Frisium hat einen großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen
von Maschinen. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.
Daher sollten das Führen von Fahrzeugen, die Bedienung von Maschinen oder sonstige
gefahrvolle Tätigkeiten ganz, zumindest jedoch während der ersten Tage der Behandlung,
unterbleiben. Die Entscheidung in jedem Einzelfall trifft der behandelnde Arzt unter
Berücksichtigung der individuellen Reaktion und der jeweiligen Dosierung.
4.8 Nebenwirkungen
Benzodiazepine sind Wirkstoffe, die besonders in sehr hoher Dosierung, relativ ausgeprägte
Nebenwirkungen verursachen können.
Insbesondere können eine Sedierung mit Müdigkeit und Schläfrigkeit, v. a. zu Beginn der
Behandlung und bei höherer Dosierung, verlängerte Reaktionszeit, Benommenheit,
Kopfschmerzen, Schwindelgefühl und Ataxie sowie Verwirrtheit auftreten.
Ein Gewöhnungs- und Abhängigkeitseffekt kann bei länger dauernder Therapie auftreten (siehe
Abschnitte 4.2. und 4.4).
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:
sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100), selten
(≥ 1/10.000 bis < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der
verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
| Stoffwechsel- und Ernährungsstö rungen | Sehr häufig | Häufig Verminderter Appetit | Gelegentlich | Selten | Sehr selten | Nicht bekannt |
| Psychiatrische Erkrankungen Erkrankungen des Nervensystems Augenerkrank ungen Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums Erkrankungen des Gastrointestin | Somnolenz (vor allem zu Beginn der Behandlung und bei höherer Dosierung) | Reizbarkeit, Aggression, Unruhe, Depression (Verstärkung von bestehender Depression), Arzneimitteltolera nz (insbesondere bei längerer Anwendung), Agitiertheit Sedierung, Schwindelgefühl, Aufmerksamkeits störung, langsame Sprache/Dysarthri e/Sprechstörung (reversibel; tritt insbesondere bei hohen Dosen oder bei Langzeitbehandlu ng auf), Kopfschmerzen, Tremor, Ataxie Mundtrockenheit, Übelkeit, Verstopfung | Anomales Verhalten, Verwirrtheitszusta nd, Angst, Wahn, Albträume, Libidoverlust (reversibel; insbesondere bei hohen Dosen oder bei Langzeitbehandlu ng) Doppeltsehen (reversibel; tritt insbesondere bei hohen Dosen oder Langzeitbehandlu ng auf) | Paradoxe Reaktionen Emotionale Armut, Amnesie (kann mit anomalem Verhalten einhergehen), eingeschränk tes Erinnerungsv ermögen, anterograde Amnesie (kann im normalen Dosisbereich, vor allem aber bei höheren Dosen auftreten) | Bewusstsei nsstörung Atemstörun gen | Abhängig keit (besonder s bei längerer Anwendu ng), Einschlaf störung, Wut, Halluzina tion, psychotis che Störunge n, schlechte Schlafqua lität, Suizidalit ät Kognitive Störung, verändert er Bewussts einszusta nd (insbeson dere bei älteren Patienten, können mit Atemstör ungen kombinie rt sein), Nystagm us (insbeson dere bei hohen Dosen oder bei Langzeitb ehandlun g), Gangstör ung (reversibe l; tritt insbesond ere bei hohen Dosen oder Langzeitb ehandlun g auf) Atemdepr ession, respirator ische Insuffizie nz (insbeson dere bei Patienten mit bestehend er beeinträc htigter Lungenfu nktion, (z. B. bei Patienten mit Asthma oder Hirnschä digungen) |
altrakts
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellg ewebes Skelett-muskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkra nkungen Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichung sort Untersuchung en Verletzung, |
| Ermüdung (insbesondere zu Beginn der Behandlung und bei höherer Dosierung) |
| Muskelspas men, Muskelschw äche, Bewegungs- und Gangunsiche rheit |
| Rash, Urtikaria Gewichtszu nahme (insbesonde re bei hohen Dosen oder bei Langzeitbeh andlung) Sturz |
| Überemp findlichk eitsreakti onen der Haut (Exanthe m), Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxisch-epidermal e Nekrolys e (TEN) einschlie ßlich einiger Fälle mit tödlichem Ausgang Verlangs amte Reaktion auf Stimuli, Hypother mie |
Vergiftung und
durch
Eingriffe
bedingte
Komplikatione
n
Insbesondere bei hohen Dosen und bei Langzeitbehandlung können reversible Störungen wie
Artikulationsstörungen (verlangsamtes oder undeutliches Sprechen), Bewusstseinsstörungen,
Abflachung der Gefühlswelt, Verwirrtheit, Bewegungs- und Gangunsicherheiten, Sehstörungen
(Doppelbilder, Nystagmus), Gewichtszunahme und Libidoverlust auftreten.
Atemdepressionen können v. a. bei höherer Dosierung auftreten. Daher kann insbesondere bei
Patienten mit bereits bestehender Atemnot durch Atemwegsobstruktionen (z. B. Asthma) oder bei
Patienten mit Hirnschädigungen eine respiratorische Insuffizienz auftreten oder sich
verschlimmern. Bei Patienten mit Ateminsuffizienz muss die Atemfunktion überwacht und die
Dosis eventuell reduziert werden.
Reaktionen bei zu raschem Absetzen von Clobazam bzw. bei längerer Anwendung siehe
Abschnitt 4.4.
Bei der Verwendung als Zusatzmedikation in der Behandlung von Anfallsleiden können Unruhe
oder Muskelschwäche als seltene Nebenwirkungen auftreten.
Nach längerem Gebrauch von Benzodiazepinen sind in sehr seltenen Fällen, insbesondere bei
älteren Patienten und Kindern, Bewusstseinsstörungen beschrieben worden, die zum Teil länger
anhalten und mit Atemstörungen kombiniert sein können. Ferner besteht die Möglichkeit des
Auftretens paradoxer Reaktionen, wie z. B. Unruhe, Ein- und Durchschlafstörungen, Reizbarkeit,
akute Erregungszustände, Angst, Aggressivität, Wahnideen, Wutanfälle, Albträume,
Halluzinationen, psychotische Reaktionen, Suizidalität und vermehrte Muskelspasmen.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit.
Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des
Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer
Nebenwirkung über das
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 Wien
Österreich
Fax: +43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/
anzuzeigen
4.9 Überdosierung
Symptome der Intoxikation
Überdosierung und Vergiftung mit Clobazam und anderen Benzodiazepinen können eine
Depression des zentralen Nervensystems mit folgenden Symptomen verursachen:
Benommenheit, Verwirrtheit und Schläfrigkeit. Der Zustand kann fortschreiten bis zur Ataxie,
Atemdepression, Blutdruckabfall und selten Koma.
Bei gleichzeitiger Einnahme anderer auf das Gehirn wirkender Mittel, einschließlich Alkohol,
treten die Symptome einer Überdosierung verstärkt auf und können unter Umständen
lebensbedrohlich sein.
Bisher in der Literatur berichtete Überdosierungsfälle mit Einnahmen bis zum Zehnfachen der
empfohlenen Tagesdosis hatten keine klinisch bedeutsamen Schädigungen zur Folge. Symptome
waren durch akustische Reize unterbrechbarer Schlaf bzw. Benommenheit und
Bewusstseinseintrübung sowie einen Tag dauernde Schwäche in den Beinen.
Bei den meisten der dem Hersteller gemeldeten schweren akuten Vergiftungen, bei denen Frisium
beteiligt war, handelt es sich um Kombinationsvergiftungen mit anderen Psychopharmaka oder
Schlafmitteln.
Drei Überdosierungsfälle waren wesentlich durch Frisium selbst verursacht. Bei zweien ist die
eingenommene Dosis unbekannt, die maximalen Serumspiegel von Clobazam lagen bei 2,8 und
1,5 µg/ml. Im dritten Fall wurden 880 mg eingenommen.
In diesen drei Fällen kam es zu schlafähnlichen bzw. komatösen Zuständen, die 8 bis 24 Tage
andauerten. Ein Patient reagierte während der ersten 5 Tage nicht auf Schmerzreize. Die
Spontanatmung blieb in allen Fällen erhalten.
Therapie von Intoxikationen
Neben der Kontrolle von Atmung, Pulsfrequenz und Blutdruck sind Magenspülungen,
intravenöser Flüssigkeitsersatz sowie allgemein unterstützende Maßnahmen indiziert.
Die Bereitstellung von Notfallmaßnahmen für eventuell eintretende Atemwegsobstruktionen oder
respiratorische Insuffizienz muss bestehen.
Hypotension kann durch Plasmaersatz und gegebenenfalls mit Sympathomimetika behandelt
werden.
Die sekundäre Wirkstoffelimination (durch forcierte Diurese oder Hämodialyse) ist unwirksam.
Zur Beurteilung der Wirksamkeit einer zusätzlichen Gabe von cholinerg wirksamem Physostigmin
oder dem Benzodiazepinantagonisten Flumazenil liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Anxiolytika, Benzodiazepinderivate, Clobazam, ATC-Code:
N05BA09.
Wirkmechanismus
Clobazam verstärkt die Wirkung der Gamma-Aminobuttersäure, des wichtigsten inhibitorisch
wirksamen Neurotransmitters im ZNS. Zu den Benzodiazepinrezeptoren hat Clobazam eine
mittlere Affinität, besitzt jedoch eine hohe Affinität zu einem bestimmten Rezeptor, der
wahrscheinlich die anxiolytische Wirkung vermittelt.
Tranquilisierende Wirkung
In experimentellen Modellen mit verschiedenen Tierspezies zeigt Clobazam eine deutlich
ausgeprägte tranquilisierende, anxiolytische und aggressolytische Wirkung. In therapeutisch
relevanten Dosen tritt die tranquilisierende Wirkung ohne Beeinträchtigung der Motorik auf.
Wirkung auf die motorische Koordination
Wie alle Benzodiazepine beeinflusst auch Clobazam die Muskelkoordination. Es unterscheidet
sich jedoch von anderen Substanzen, z. B. Diazepam oder Chlordiazepoxid, durch eine wesentlich
geringere Beeinträchtigung.
Antikonvulsive Wirkung
In verschiedenen Tiermodellen zeigt Clobazam eine ausgeprägt antikonvulsive Wirkung, welche
die von Chlordiazepoxid übertrifft.
Narkosepotenzierung und analgetische Wirkung
Clobazam führt nach Applikation verschiedener Barbiturate bei der Maus zu einer Verlängerung
der Narkosedauer. Auch die Alkoholnarkose wird durch Clobazam verstärkt.
In drei verschiedenen Schmerztests zeigt darüber hinaus Clobazam eine analgetische Wirkung.
Wirkung auf Herz-Kreislauf-System
Die Wirkung von Clobazam auf das Herz-Kreislauf-System wurde an verschiedenen Tierspezies
geprüft. Dabei zeigt sich nur in der 20- bis 200-fachen humantherapeutischen Dosis eine
geringfügige Beeinflussung, vorwiegend in Form schwacher Blutdruck-, Puls- und
Atemfrequenzsenkung.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Resorption
Clobazam wird nach oraler Gabe schnell und umfassend resorbiert. Die Dauer bis zum Zeitpunkt
des Auftretens des Spitzenplasmaspiegels (tmax) reicht von 0,5 bis 4 Stunden.
Die Einnahme von Clobazam-Tabletten zusammen mit Nahrung oder zerstoßen in Apfelmus
verringert die Resorptionsrate um ca. 1 Stunde. Dies beeinflusst aber nicht die
Bioverfügbarkeit/das Gesamtausmaß der Resorption. Clobazam kann unabhängig von den
Mahlzeiten eingenommen werden.
Gleichzeitiger Alkoholgenuss kann die Bioverfügbarkeit von Clobazam um 50 % erhöhen.
Verteilung
Nach Einmalgabe von 20 mg Clobazam wurden interindividuell stark schwankende maximale
Plasmakonzentrationen von 222–709 ng/ml nach 0,25–4 Stunden gemessen.
Clobazam ist lipophil und verteilt sich rasch im gesamten Körper. Basierend auf einer
pharmakokinetischen Analyse, war das offensichtliche Verteilungsvolumen beim Erreichen eines
konstanten Plasmaspiegels ungefähr 102 Liter und ist konzentrationsunabhängig im gesamten
therapeutischen Bereich.
Nach Einmalgabe von 30 mg Clobazam erreicht das N-Desmethylclobazam die maximale
Plasmakonzentration nach 24 bis 72 Stunden. Seine Eliminationshalbwertszeit liegt bei 50
Stunden.
Clobazam wird zu ungefähr 80–90 % an Plasmaproteine gebunden, während die Bindung an
zelluläre Blutbestandteile nur gering ist.
Biotransformation
Clobazam wird schnell und weitgehend in der Leber metabolisiert. Die Metabolisierung von
Clobazam erfolgt hauptsächlich über die hepatische Demethylierung zu N-Desmethylclobazam
(N-CLB), vermittelt durch das CYP3A4-System und in einem geringeren Umfang durch das
CYP2C19-System. N-CLB ist der aktive Metabolit, der im humanen Plasma gefunden wurde.
N-CLB unterliegt einer weiteren Biotransformation in der Leber zu 4-Hydroxy-N-Desmethylclobazam, hauptsächlich durch das CYP2C19-System vermittelt.
Schlechte CYP2C19-Metabolisierer weisen eine 5-mal höhere Plasmakonzentration von N-CLB
im Vergleich zu extensiven Metabolisierern auf.
Clobazam ist ein schwacher CYP2D6-Inhibitor. Eine Ko-Medikation mit Dextromethorphan führt
zu einem Anstieg um 90 % von AUC und 59 % von Cmax Werten von Dextromethorphan.
Frauen biotransformieren Clobazam langsamer als Männer.
Elimination
Basierend auf einer pharmakokinetischen Analyse, erfolgt die Elimination von Clobazam und N-CLB aus dem Blut mit einer Halbwertszeit von 36 Stunden und 79 Stunden.
Clobazam wird hauptsächlich in der Leber metabolisiert und über die Nieren ausgeschieden. In
einer Studie zur Stoffmassenbilanz wurden ungefähr 80 % der verabreichten Dosis im Harn
wiedergefunden und ungefähr 11 % im Stuhl. Weniger als 1 % von unverändertem Clobazam und
weniger als 10 % von unverändertem N-CLB werden über die Nieren ausgeschieden.
Clobazam passiert die Plazentaschranke und ist auch in der Muttermilch nachweisbar.
Es können im Fötalblut und in der Muttermilch wirksame Clobazam-Konzentrationen erreicht
werden.
Ältere Patienten (siehe Abschnitt 4.2)
Es gibt bei älteren Patienten eine Tendenz zur Abnahme der Clearance nach einer oralen Gabe.
Die terminale Halbwertszeit ist verlängert und das Verteilungsvolumen steigt an. Dies kann nach
Mehrfachgabe zu einer stärkeren Akkumulation des Wirkstoffs im Vergleich zu jüngeren Patienten
führen. Der Alterseffekt auf das Clearance- und Akkumulationsprofil von Clobazam scheint sich
auch auf den aktiven Metaboliten zu beziehen.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Akute Toxizität
In Toxizitätsuntersuchungen bei Mäusen, Ratten, Kaninchen und Meerschweinchen zeigten sich
als Symptome der akuten Intoxikation mit Clobazam Sedierung, Ataxie, Reflexverlust und
Hypothermie.
Chronische Toxizität
Bei Untersuchungen der chronischen Toxizität an Ratten ergab sich im Dosisbereich von 12–
1.000 mg/kg Clobazam p. o. täglich eine dosisabhängige Reduzierung der Spontanaktivität sowie
in der Höchstdosis eine Verringerung der Gewichtszunahme, Atemdepression und Hypothermie.
Bei Hunden zeigten sich initial im Dosisbereich von 2,5–80 mg/kg täglich dosisabhängig
Sedierung, Somnolenz, Ataxie und leichter Tremor. Im weiteren Verlauf verschwanden diese
Symptome fast vollständig. Ähnliche dosisabhängige Effekte wurden bei Affen im Dosisbereich
von täglich 2,5–20 mg/kg Clobazam p. o. beobachtet.
Reproduktionstoxizität Die Untersuchungen zur Reproduktionstoxizität ergaben bei Mäusen, Ratten und Thalidomid-empfindlichen Kaninchen mit täglicher Dosis bis zu 100 mg/kg Clobazam keine Hinweise auf eine teratogeneWirkung.
In einer Studie, in der trächtige Ratten während der Phase der Organogenese Clobazam oral
verabreicht wurde (150, 450 oder 750 mg/kg/Tag), zeigte sich bei allen Dosen eine erhöhte
embryo-fetale Mortalität und eine erhöhte Inzidenz für fetale Skelettveränderungen. Die niedrigste
Dosis mit einer Wirkung hinsichtlich Entwicklungstoxizität (150 mg/kg/Tag) war bei der Ratte mit
Plasma-Expositionen (AUC) für Clobazam und N-Desmethylclobazam verbunden, die geringer
waren als diejenigen beim Menschen bei einer für den Menschen empfohlenen Maximaldosis von
80 mg/Tag.
Die orale Verabreichung von Clobazam (10, 30 oder 75 mg/kg/Tag) an trächtige Kaninchen
während der Phase der Organogenese führte zu einer Abnahme des fetalen Körpergewichts, einer
erhöhten Inzidenz von fetalen Missbildungen (viszeral und skelettal) bei mittleren und hohen
Dosen und einer Zunahme der embryo-fetalen Mortalität bei hohen Dosen. Die Inzidenz für fetale
Veränderungen war bei allen Dosen erhöht. Die höchste untersuchte Dosis war mit einer schweren
mütterlichen Toxizität (Mortalität) verbunden. Der NOAEL (No-Observed-Adverse Effect Level)
bezüglich Embryo-fetaler Toxizität bei Kaninchen (10 mg/kg/Tag) war mit Plasmaexpositionen
für Clobazam und N-Desmethylclobazam verbunden, die geringer waren als diejenigen beim
Menschen bei einer für den Menschen empfohlenen Maximaldosis von 80 mg/Tag.
Des Weiteren führte die orale Verabreichung von Clobazam (50, 350 oder 750 mg/kg/Tag) an
Ratten während Trächtigkeit und Laktation zu einer erhöhten embryo-fetalen Mortalität bei hohen
Dosen, zu einer erniedrigten Überlebensrate von Jungtieren bei mittleren und hohen Dosen und zu
Veränderungen im Verhalten der Nachkommen (lokomotorische Aktivität) bei allen Dosen. Die
niedrigste Dosis mit einer Wirkung hinsichtlich prä- und postnataler Entwicklung (50 mg/kg/Tag)
war bei Ratten mit Plasmaexpositionen für Clobazam und N-Desmethylclobazam verbunden, die
geringer waren als diejenigen beim Menschen bei einer für den Menschen empfohlenen
Maximaldosis von 80 mg/Tag.
Beeinträchtigung der Fertilität
Bei Fertilitätsuntersuchungen an Mäusen mit 200 mg/kg Clobazam täglich und Ratten mit
85 mg/kg täglich wurden keine Störung der Fertilität und kein Einfluss auf die Gravidität
beobachtet.
In einer weiteren Studie, in der männlichen und weiblichen Ratten vor und während der Paarung
und weiblichen Ratten fortgesetzt bis zum 6. Tag der Trächtigkeit Clobazam oral verabreicht
wurde (30, 350 oder 750 mg/kg/Tag), lag der NOAEL bezüglich Fertilität und früher
Embryonalentwicklung bei Ratten bei 750 mg/kg/Tag. Dieser war mit Plasmaexpositionen (AUC)
für Clobazam und N-Desmethylclobazam verbunden, die geringer waren als diejenigen beim
Menschen bei einer für den Menschen empfohlenen Maximaldosis von 80 mg/Tag.
Tumorerzeugendes und mutagenes Potenzial
Bei Ratten wurde in der höchsten Dosisgruppe (100 mg/kg KG) – nicht jedoch in der Dosierung
von 20 mg/kg KG – eine signifikante Vermehrung von Follikelzelladenomen gefunden. Es ist
bekannt, dass Clobazam – wie auch andere Benzodiazepine – bei der Ratte zu einer Aktivierung
der Schilddrüse führt. Bei Untersuchungen anderer Spezies (Maus, Hund und Affe) wurden diese
Veränderungen nicht beobachtet. Clobazam wirkt nicht genotoxisch und ist nicht
zelltransformierend. Im klinisch relevanten Dosisbereich (20–80 mg) wurden beim Menschen
keine Auswirkungen auf die Schilddrüsenfunktion beobachtet.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Lactose-Monohydrat, Maisstärke, hochdisperses Siliziumdioxid (wasserfrei), Talkum,
Magnesiumstearat.
6.2 Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
3 Jahre.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
PVC/Aluminiumblisterpackung mit 20 und 50 Tabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung
Keine besonderen Anforderungen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
Atnahs Pharma Netherlands B.V.
Kopenhagener Türme,
Ørestads Boulevard 108,
5.tv 2300 Kopenhagen S,
Dänemark
8. ZULASSUNGSNUMMER
Z. Nr.: 16.842
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 04. Dezember 1980
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 25. Mai 2012
10. STAND DER INFORMATION
August 2025
REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT
Rezept- und apothekenpflichtig, Anordnung der wiederholten Abgabe verboten gemäß § 10
Absatz 4 Psychotropenverordnung.
Hinweis zur Entstehung dieses Beitrags
Der Text dieser Seite gibt die amtliche Gebrauchs- beziehungsweise Fachinformation im Wortlaut wieder. Inhaltlich ist daran nichts verändert. Die Übernahme aus dem Original-PDF in die Darstellung dieser Seite erfolgte maschinell mit Hilfe von künstlicher Intelligenz.
War dieser Beitrag hilfreich?
Woran lag es?
Danke – das hilft uns bei der Überarbeitung.