Floxapen 1 g Trockenstechampullen – Gebrauchs- und Fachinformation
Gebrauchsinformation
Gebrauchsinformation: Information für Anwender
Floxapen 1 g Trockenstechampullen
Wirkstoff: Flucloxacillin
Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.
- Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
- Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
- Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.
- Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.
Was in dieser Packungsbeilage steht
1. Was ist Floxapen und wofür wird es angewendet?
2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Floxapen beachten?
3. Wie ist Floxapen anzuwenden?
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
5. Wie ist Floxapen aufzubewahren?
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen
1. Was ist Floxapen und wofür wird es angewendet?
Floxapen (Flucloxacillin) ist ein penicillinasefestes Schmalspektrum-Antibiotikum aus der Gruppe der sogenannten Beta-Lactamase-resistenten Penicilline, welches durch Abtötung von Bakterien wirkt.
Flucloxacillin eignet sich zur Behandlung von Infektionen, die durch Flucloxacillin-empfindliche
Erreger hervorgerufen werden:
- Infektionen der Haut- und Weichteile wie Abszesse, Furunkel, Karbunkel, Brustdrüsenentzündungen, Hauteiterungen, Nagelbettentzündungen, Wundinfektionen, infizierte Verbrennungen, infizierte Geschwüre, infizierte Ekzeme, entzündliche Erkrankungen des Bindegewebes (Phlegmone, Cellulitis), Schutz bei Hautverpflanzungen
- Eitrige Mund-, Zahnfleisch- und Kieferentzündungen
- Infektiöse Entzündung des Knochenmarks (Osteomyelitis)
- Sepsis und septische Krankheitsbilder
- Akute und chronische Infektionen der Atemwege und der Lunge
- Infektionen des Hals-Nasen-Rachenraumes; insbesondere Gehörgangsentzündung
- Durch bestimmte Bakterien hervorgerufene Entzündung der Herzinnenhaut (Staphylokokken-Endokarditis)
- Durch bestimmte Bakterien hervorgerufene entzündliche Erkrankung des Magen-Darm-Traktes (Staphylokokken-Gastroenteritis)
Gegebenenfalls wird Ihr Arzt, je nach Schwere der Infektion und Keimsituation, die Kombination mit einem anderen bakteriziden Antibiotikum in Erwägung ziehen.
2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Floxapen beachten?
Floxapen darf nicht angewendet werden,
- wenn Sie allergisch gegen Flucloxacillin oder andere Penicilline oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind. Bei Überempfindlichkeit gegen andere Penicillinderivate oder Cephalosporine ist auch eine Überempfindlichkeit gegenüber Flucloxacillin möglich.
- wenn in der Vergangenheit bei Ihnen nach Anwendung von Flucloxacillin eine Leberfunktionsstörung/Gelbsucht aufgetreten ist.
- Flucloxacillin darf nicht am Auge oder unter der Bindehaut (subkonjunktival) angewendet werden.
- Flucloxacillin darf nicht in eine Arterie (intraarteriell) und in den Liquorraum (intrathekal) angewendet werden.
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Bevor eine Behandlung mit Floxapen begonnen wird, informieren Sie unbedingt Ihren Arzt, wenn Sie • an anderen Krankheiten (vor allem einer Nierenerkrankung und/oder einer Lebererkrankung oder Pfeiffer-Drüsenfieber oder lymphatischer Leukämie) leiden.
- zu Allergien, Asthma bronchiale, allergischen Hautausschlag, Nesselsucht oder Heuschnupfen neigen.
- schon einmal allergisch gegen ein Beta-Laktam-Antibiotikum reagiert haben, weil Sie dann auch allergisch gegen dieses Arzneimittel reagieren könnten.
- noch andere Arzneimittel, auch solche, die Sie sich selbst gekauft haben, gleichzeitig einnehmen, bis vor kurzem eingenommen haben oder beabsichtigen, einzunehmen.
- schwanger sind, eine Schwangerschaft planen oder stillen (siehe auch „Schwangerschaft und Stillzeit“).
- wenn Sie Paracetamol einnehmen oder einnehmen werden.
Es besteht ein Risiko für eine Anomalie des Blut- und Flüssigkeitshaushaltes (metabolische Azidose mit vergrößerter Anionenlücke), die auftritt, wenn es zu einem Anstieg des Plasmasäuregehalts kommt, wenn Flucloxacillin zusammen mit Paracetamol angewendet wird, insbesondere bei bestimmten Gruppen von Patienten mit erhöhtem Risiko, z. B. Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung, Sepsis oder Mangelernährung, vor allem, wenn Tageshöchstdosen von Paracetamol angewendet werden. Eine metabolische Azidose mit vergrößerter Anionenlücke ist eine schwere Erkrankung, die einer dringenden Behandlung bedarf.
Wenn folgende Nebenwirkungen als erste Anzeichen einer Überempfindlichkeit auftreten, muss die Anwendung abgebrochen werden. Wenden Sie sich an einen Arzt.
- Schwellung des Gesichtes und der Augenlider, Atemnot
- Hautrötung mit Bläschenbildung, Abschuppen und Blutungen der Haut, Juckreiz
- Bläschenbildung im Hals, in der Umgebung des Mundes, der Augen, der Anal- oder Genitalregion
Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion wird die Ausscheidung von Flucloxacillin verzögert, in Abhängigkeit vom Schweregrad der Funktionseinschränkung kann es notwendig sein, dass die Gesamttagesdosis vom Arzt herabgesetzt wird.
Flucloxacillin ist bei Patienten mit nachgewiesener Leberfunktionsstörung, Patienten ab einem Alter von 50 Jahren und jenen mit schwerer Grunderkrankung mit Vorsicht anzuwenden.
Bei länger dauernder Behandlung wird Ihr Arzt regelmäßige Kontrollen von Leber- und
Nierenfunktion sowie Ihrem Blutbild anordnen.
Bei Auftreten von schweren Durchfällen ist wegen der Möglichkeit einer antibiotikabedingten
Darmentzündung die Therapie abzubrechen und ein Arzt aufzusuchen.
Bei einer Langzeittherapie mit Floxapen kann es gelegentlich zu einem vermehrten Wachstum
nichtempfindlicher Keime oder Hefepilzen kommen.
Bei Verwendung von Flucloxacillin, besonders in hohen Dosierungen, kann es zu einer Absenkung des Kaliumspiegels im Blut kommen (Hypokaliämie). Während der Behandlung mit höheren Dosierungen von Flucloxacillin wird Ihr Arzt gegebenenfalls Ihren Kaliumspiegel regelmäßig messen. Auch wenn eine Besserung der Krankheitssymptome oder eine Beschwerdefreiheit eintritt, darf die Behandlung mit Floxapen keinesfalls ohne ärztliche Anweisung geändert oder abgebrochen werden, um eine erneute Verschlechterung bzw. das Wiederauftreten der Krankheit zu vermeiden.
Anwendung von Floxapen zusammen mit anderen Arzneimitteln
Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden (auch nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel oder wenn dies nur gelegentlich der Fall ist), kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden, da bei gleichzeitiger Einnahme/Anwendung mehrerer Arzneimittel sich deren Wirkungen beeinflussen bzw. verändern können. Man spricht dann von Wechselwirkungen. Ihr Arzt wird entscheiden, ob Sie diese Arzneimittel gleichzeitig einnehmen dürfen.
Wechselwirkungen können auftreten mit:
- Piperacillin (ein Arzneimittel zur Behandlung bakterieller Infektionen)
- Probenecid (ein Arzneimittel zur Behandlung von Gicht)
- Anderen Antibiotika, die das Bakterienwachstum hemmen (wie z. B. Tetracyclin, Erythromycin, Chloramphenicol)
- Methotrexat (ein Arzneimittel zur Behandlung von Krebs)
- Warfarin (ein Arzneimittel zur Vermeidung von Blutgerinnseln). Die Blutgerinnungshemmung kann reduziert sein.
- Chinidin (ein Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen)
- Voriconazol (zur Behandlung von Pilzinfektionen)
Flucloxacillin kann die Ergebnisse bestimmter Laboruntersuchungen (Guthrie-Test – bei
Neugeborenen zur Früherkennung einer bestimmten angeborenen Stoffwechselstörung, der
Phenylketonurie) beeinflussen.
Schwangerschaft und Stillzeit
Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.
Schwangerschaft
Floxapen darf bei Schwangeren nur angewendet werden, wenn der behandelnde Arzt dies als
unverzichtbar ansieht.
Stillzeit
Flucloxacillin kann in geringfügigen Mengen in die Muttermilch übertreten. Nachteilige Wirkungen beim gestillten Säugling sind nicht zu erwarten, doch es besteht die Möglichkeit einer Sensibilisierung Ihres Kindes. Das heißt, bei einem erneuten Kontakt mit Flucloxacillin könnte Ihr Kind allergische Reaktionen zeigen. Ihr Arzt wird entscheiden, ob Floxapen angewendet werden darf.
Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit
beeinträchtigen.
Floxapen beeinflusst nach den bisherigen Erfahrungen nicht die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Durch das Auftreten von Nebenwirkungen kann jedoch ggf. das Reaktionsvermögen verändert und die Fähigkeit zum Führen von Fahrzeugen und zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.
Floxapen enthält Natrium
Dieses Arzneimittel enthält 50,6 mg Natrium (Hauptbestandteil von Kochsalz/Speisesalz) pro
Trockenstechampulle. Dies entspricht 2,53 % der für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen
täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.
3. Wie ist Floxapen anzuwenden?
Art der Anwendung:
Zur intramuskulären oder intravenösen Anwendung.
Floxapen wird als intramuskuläre oder intravenöse Injektion oder als Kurzinfusion angewandt.
Dosierung:
Die Dosierung wird von Ihrem Arzt sorgfältig und individuell bestimmt, je nach Empfindlichkeit des Erregers sowie nach Schwere, Art und Ort der Infektion sowie vom Alter, vom Gewicht und von der Nierenfunktion des Patienten.
Dieses Arzneimittel wird üblicherweise als Injektion in eine Vene, in einen Muskel oder als
intravenöse Kurzinfusion verabreicht.
Erwachsene und Jugendliche über 14 Jahre:
Unkomplizierte bis mäßig schwere Infektionen: 3 g täglich aufgeteilt in 3 gleich große Einzeldosen Schwere lebensbedrohliche Infektionen: 4 g–8 g täglich aufgeteilt in 3–4 gleich große Einzeldosen
Maximale Einzeldosis: 2 g
Maximale Gesamttagesdosis: 12 g
Kinder ab 2 Jahren:
25 bis 50 mg/kg/24 Stunden i.m. oder i.v. in drei bis vier gleich großen Teildosen.
Bei schweren Infektionen: Bis zu 100 mg/kg/24 Stunden in drei bis vier Teildosen.
Die maximale Einzeldosis darf nicht mehr als 33 mg/kg Körpergewicht betragen.
Um eine erneute Verschlechterung beziehungsweise das Wiederauftreten der Krankheit zu vermeiden, ist die Behandlungsdauer - entsprechend den Empfehlungen Ihres Arztes - auch nach Abklingen der Krankheitserscheinungen, d. h. auch wenn eine Besserung der Krankheitssymptome oder Beschwerdefreiheit eintritt, einzuhalten. Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wie lange die Behandlung mit Floxapen dauert. Ändern Sie keinesfalls die Behandlung ohne ärztliche Anweisung, hören Sie ohne ärztliche Anweisung keinesfalls vorzeitig mit der Behandlung auf, weil die Wirkung sonst nicht ausreicht. Falls vom Arzt nicht anders festgelegt, richtet sich die Behandlungsdauer nach Art, Schwere und Verlauf der Erkrankung.
Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion:
Abhängig von der Schwere Ihrer Erkrankung und Ihrem Körpergewicht, wird Ihr Arzt bei einer
Nierenerkrankung die Dosis verringern.
Dosierung bei Hämo- und Peritonealdialyse:
Flucloxacillin wird durch Hämo- und Peritonealdialyse nicht aus dem Blutkreislauf entfernt.
Infolgedessen muss während der Dialyse keine zusätzliche Flucloxacillindosis gegeben werden.
Dosierung bei eingeschränkter Leberfunktion:
Bei eingeschränkter Leberfunktion ist es nicht notwendig, die Dosis zu reduzieren, sofern die
Nierenfunktion intakt ist.
Dosierung bei älteren Patienten:
Es werden die üblichen Erwachsenendosierungen empfohlen. Es gilt jedoch zu beachten, dass bei
älteren Patienten die Leber- und Nierenfunktion eingeschränkt sein kann und der Arzt daher
gegebenenfalls die Dosierung entsprechend anpassen muss.
Wenn eine größere Menge von Floxapen angewendet wurde
Wenn Sie glauben, dass bei Ihnen eine größere Menge von Floxapen angewendet wurde, kontaktieren Sie bitte einen Arzt oder das medizinische Fachpersonal..
Hinweis für das medizinische Fachpersonal
Informationen zur Überdosierung finden Sie am Ende der Gebrauchsinformation.
Wenn die Anwendung von Floxapen vergessen wurde
Wenn Sie glauben, dass bei Ihnen die Anwendung von Floxapen vergessen wurde, kontaktieren Sie bitte einen Arzt oder das medizinische Fachpersonal.
Wenn die Anwendung von Floxapen abgebrochen wird
Auch wenn sich die Krankheit bessert oder keine Beschwerden mehr vorliegen, darf, um eine erneute Verschlechterung bzw. ein Wiederauftreten der Krankheit zu vermeiden, die Behandlung keinesfalls ohne ärztliche Anweisung geändert oder abgebrochen werden (siehe auch „Dosierung“).
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Wie alle Arzneimittel kann dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem
auftreten müssen.
Wenn Sie eine der nachfolgend genannten schwerwiegenden Nebenwirkungen bei sich feststellen, sprechen Sie umgehend mit einem Arzt
- Schwere anhaltende Durchfälle, eventuell mit Blut- oder Schleimbeimengungen, sowie Bauchschmerzen und Fieber. Es könnte sich hierbei um eine sog. pseudomembranöse Kolitis handeln.
- Plötzlich auftretende pfeifende Atmung, Schwellung von Lippen, Zunge und Rachen oder Körper, Hautausschlag, Ohnmacht oder Schwierigkeiten beim Schlucken (schwere allergische Reaktion).
- Hautrötung mit Blasenbildung oder Abschälen der Haut. Es kann auch zu starker Blasenbildung und Blutung an Lippen, Augen, Mund, Nase oder Geschlechtsorganen kommen. Diese Symptome können auf ein sog. Stevens-Johnson-Syndrom oder eine sog. toxische epidermale Nekrolyse hindeuten.
Diese Nebenwirkungen sind sehr selten, sie treten bei weniger als 1 von 10.000 Behandelten auf.
Weitere Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):
- Geringfügige Magen-Darm-Beschwerden in Form von Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Unterleibsschmerzen, Appetitlosigkeit oder Blähungen
Gelegentliche Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):
- Hautausschlag, Juckreiz der Haut, kleinfleckige Hauteinblutungen
Sehr seltene Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):
- Auffällige Abnahme einiger Arten von weißen Blutkörperchen (Neutropenie) – dadurch werden Sie anfälliger für Infektionen
- Ungewöhnliche Blutungen oder Blutergüsse, die durch eine Abnahme der Zahl der Blutplättchen verursacht werden (Thrombozytopenie)
- Abnorme Zunahme einer bestimmten Art von weißen Blutkörperchen (Eosinophilie).
- Symptome sind unter anderem Gewichtsabnahme, nächtliche Schweißausbrüche und Fieber
- Abnormer Abbau der roten Blutkörperchen (hämolytische Anämie). Symptome sind Müdigkeit, Blässe, Gelbfärbung der Haut, Schwäche, Benommenheit, Kurzatmigkeit und schneller Herzschlag
- Wenn Patienten mit Nierenversagen sehr hohe Dosen Flucloxacillin erhalten, können Krampfanfälle auftreten
- Hautausschlag (manchmal mit Blasenbildung) in Form kleiner „Zielscheiben“ mit dunklem Fleck in der Mitte, umgeben von einem helleren Bereich und einem dunklen Ring am Rand (Erythema multiforme)
- Leberentzündung (Hepatitis), Gelbsucht (cholestatischer Ikterus)
- Veränderte Leberwerte
- Gelenk- und Muskelschmerzen
- Schwellung der Nierenkanälchen
- Fieber
- Schmerzen und Verhärtungen an der Injektionsstelle nach Injektion in den Muskel
- Schmerzen und Venenentzündung nach Verabreichung in die Vene
- Sehr seltene Fälle einer Anomalie des Blut- und Flüssigkeitshaushaltes (metabolische Azidose mit vergrößerter Anionenlücke), die auftritt, wenn es zu einem Anstieg des Plasmasäuregehalts kommt, wenn Flucloxacillin zusammen mit Paracetamol angewendet wird, im Allgemeinen bei Vorhandensein von Risikofaktoren (siehe Abschnitt 2).
Sonstige Nebenwirkungen (Häufigkeit nicht bekannt)
- Schwere Hautreaktionen. Ein roter, schuppiger Ausschlag mit Beulen unter der Haut und Blasen (pustulöses Exanthem).
- Herabgesetzte Kaliumwerte im Blut (Hypokaliämie), die Muskelschwäche, Muskelzucken oder einen anormalen Herzrhythmus verursachen können.
Wenden Sie sich unverzüglich an einen Arzt, wenn eines dieser Symptome bei Ihnen auftritt.
Meldung von Nebenwirkungen
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.
Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 Wien
Österreich
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/
Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.
5. Wie ist Floxapen aufzubewahren?
Nicht über 25 °C lagern.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.
Nur zur einmaligen Entnahme.
Nur klare und frisch zubereitete Lösungen verwenden.
Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Trockenstechampulle nach „Verwendbar bis:/Verw. bis:“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.
Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen
Was Floxapen enthält
- Der Wirkstoff ist Flucloxacillin.
Eine Trockenstechampulle enthält Flucloxacillin-Natrium-Monohydrat entsprechend 1 g
Flucloxacillin.
- Der sonstige Bestandteil ist Natrium.
Wie Floxapen aussieht und Inhalt der Packung
Pulver zur Herstellung einer Injektions- bzw. Infusionslösung.
Weißes bis weiß-graues Pulver.
Packungsgröße:
10 Trockenstechampullen
Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller
Pharmazeutischer Unternehmer:
Actavis Group PTC ehf.
Dalshraun 1
220 Hafnarfjördur
Island
Hersteller:
Istituto Biochimico Italiano G. Lorenzini S.p.A.
Via Fossignano 2
04011 Aprilia (LT)
Italien
Z. Nr.: 16914
Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im August 2026.
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Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:
Überdosierung
Gastrointestinale Effekte wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall können auftreten und sind
symptomatisch zu behandeln.
In sehr hohen Dosen können Penicilline zu cerebralen (epileptischen) Krämpfen führen.
Bei Überdosierung steht kein spezifisches Antidot zur Verfügung.
Flucloxacillin kann nicht durch Hämo- bzw. Peritonealdialyse entfernt werden.
Zubereitung der Lösungen:
i.m. Injektion:
Für 1 g Flucloxacillin werden 2–3 ml Wasser für Injektionszwecke verwendet. Als Lösungsmittel
kann auch eine 1–2 %ige Procain- bzw. 0,5–1 %ige Lidocain-Lösung verwendet werden.
i.v. Injektion, Kurzinfusion:
Es wird am besten eine blutisotone Lösung (5 %ige Lösung: 1 g Substanz in 20 ml Wasser für
Injektionszwecke) verwendet.
Die intravenöse Injektion erfolgt langsam über 3–4 Minuten.
Eine Kurzinfusion wird über 20 Minuten verabreicht. Es können folgende Infusionslösungen verwendet werden: physiologische Kochsalzlösung, 5 % Glucose-Lösung, M/6 Na-Lactat-Lösung, Ringer-Lactat-Lösung. Unverträglichkeiten siehe Fachinformation, Abschnitt 4.5.
Nur klare und frisch zubereitete Lösungen verwenden.
Die hergestellte Lösung soll nicht mit Blutzubereitungen, eiweiß- und lipidhaltigen Infusionslösungen oder Aminoglykosiden gemischt werden.
Fachinformation
ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Floxapen 1 g Trockenstechampullen
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Eine Trockenstechampulle enthält Flucloxacillin-Natrium-Monohydrat entsprechend 1 g Flucloxacillin.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 2,2 mmol Natrium pro Trockenstechampulle.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Pulver zur Herstellung einer Injektions- bzw. Infusionslösung.
Weißes bis weiß-graues Pulver.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
| Zur Behandlung von Infektionen, die durch Flucloxacillin-empfindliche Staphylokokken (Ausnahme: Methicillinresistenz; siehe 5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften) verursacht werden, wie • • • • • • • • | Penicillinase-bildende Infektionen der Haut- und Weichteile, wie Abszesse, Furunkel, Karbunkel, Mastitis, Pyodermien, Paronychien, Panaritien, Phlegmone, Wundinfektionen, infizierte Verbrennungen, infizierte Ulcera, infizierte Ekzeme, Cellulitis, Schutz bei Hautplastiken Stomatitiden, Gingivitiden Osteomyelitis Sepsis und septischen Krankheitsbildern Akuten und chronischen Infektionen der Atemwege wie infizierte Bronchiektasien, Mukoviszidose, Lungenabszesse, Empyeme Infektionen des Hals-Nasen-Rachenraumes; insbesondere Otitis externa Staphylokokken-Endokarditis Staphylokokken-Gastroenteritis |
| Gegebenenfalls ist, je nach Schwere der Infektion und Keimsituation, die Kombination mit einem anderen bakteriziden Antibiotikum in Erwägung zu ziehen. | |
| National und international anerkannte Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen Wirkstoffen sind bei der Anwendung von Floxapen zu berücksichtigen. | |
| 4.2 | Dosierung und Art der Anwendung |
|---|
Art der Anwendung:
Zur intramuskulären oder intravenösen Anwendung.
Floxapen wird als intramuskuläre oder intravenöse Injektion oder als Kurzinfusion angewandt.
Zubereitung der Lösungen:
i.m .Injektion:
Für 1 g Flucloxacillin werden 2–3 ml Wasser für Injektionszwecke verwendet. Als Lösungsmittel kann auch eine 1–2 %ige Procain- bzw. 0,5–1 %ige Lidocain-Lösung verwendet werden.
i.v. Injektion, Kurzinfusion:
Es wird am besten eine blutisotone Lösung (5 %ige Lösung: 1 g Substanz in 20 ml Wasser für
Injektionszwecke) verwendet.
Die intravenöse Injektion hat langsam über 3–4 Minuten zuerfolgen.
Eine Kurzinfusion wird über 20 Minuten verabreicht. Es können folgende Infusionslösungen verwendet werden: physiologische Kochsalzlösung, 5 % Glucose-Lösung, M/6 Na-Lactat-Lösung, Ringer-Lactat-Lösung. Unverträglichkeiten siehe Abschnitte 4.5 und 6.6.
Nur klare und frisch zubereitete Lösungen verwenden.
Dosierung:
Die Höhe der Dosierung von Floxapen ist abhängig von Alter, Gewicht und Nierenfunktion der Patienten sowie von Empfindlichkeit der Erreger und Art der Infektion.
Erwachsene und Jugendliche über 14 Jahre:
unkomplizierte bis mäßig schwere Infektionen: 3g täglich aufgeteilt in 3 gleich große Einzeldosen
schwere lebensbedrohliche Infektionen: 4–8g täglich aufgeteilt in 3–4 gleich große Einzeldosen
Maximale Einzeldosis: 2 g
Maximale Gesamttagesdosis: 12 g
Kinder ab 2 Jahren:
25 bis 50 mg/kg/24 Stunden i.m. oder i.v. in drei bis vier gleich großen Teildosen.
Bei schweren Infektionen: bis zu 100 mg/kg/24 Stunden in drei bis vier Teildosen.
Die maximale Einzeldosis darf nicht mehr als 33 mg/kg Körpergewicht betragen.
Die Behandlungsdauer richtet sich nach dem klinischen Verlauf.
Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion:
Bei Niereninsuffizienz wird Flucloxacillin verzögert ausgeschieden. Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 10 ml/min) ist eine Dosisreduktion oder eine Verlängerung des Dosisintervalls in Betracht zu ziehen. Die maximale empfohlene Dosis für Erwachsene beträgt je 1 g alle 8 bis 12 Stunden.
Dosierung bei Hämo- und Peritonealdialyse
Weder Hämo- noch Peritonealdialyse führen zu einer Senkung der Serumspiegel von Flucloxacillin.
Infolgedessen muss während der Dialyse keine zusätzliche Flucloxacillindosis gegeben werden.
Dosierung bei eingeschränkter Leberfunktion Bei eingeschränkter Leberfunktion ist es nicht notwendig, die Dosis zu reduzieren, sofern die Nieren-funktion intakt ist.
Dosierung bei älteren Patienten Sofern keine Nierenfunktionsstörung vorliegt, werden die üblichen Erwachsenendosierungen empfohlen.
4.3 Gegenanzeigen
| • • • • • | Flucloxacillin darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile. Flucloxacillin darf nicht bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber ß-Lactam-Antibiotika (z. B. Penicillinen oder Cephalosporinen) angewendet werden. Flucloxacillin ist bei Patienten mit früherer Flucloxacillin-assoziierter Gelbsucht/hepatischer Dysfunktion kontraindiziert. Flucloxacillin darf nicht am Auge oder subkonjunktival angewendet werden. Flucloxacillin darf nicht intraarteriell und intrathekal angewendet werden. |
| 4.4 | Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung |
|---|
Vor Beginn der Therapie mit Flucloxacillin ist sorgsam auf frühere Überempfindlichkeitsreaktionen
gegenüber ß-Lactamen zu prüfen. Kreuzreaktionen zwischen Penicillinen und Cephalosporinen sind
bekannt.
Vorsicht bei Patienten mit allergischer Diathese, Asthma bronchiale, Urticaria und Heuschnupfen.
Schwere und gelegentlich auch letale Überempfindlichkeitsreaktionen (Anaphylaxie) wurden bei Patienten, die Beta-Lactam-Antibiotika erhielten, berichtet. Obwohl Anaphylaxie häufiger nach parenteraler Therapie auftritt, ist sie auch bei Patienten mit oraler Therapie aufgetreten. Diese Reaktionen treten eher bei Personen mit einer Vorgeschichte mit Beta-Lactam-Überempfindlichkeit auf. Wenn eine allergische Reaktion auftritt, muss Flucloxacillin abgesetzt werden und eine entsprechende Therapie eingeleitet werden. Schwere anaphylaktoide Reaktionen erfordern möglicherweise eine sofortige Notfall-Behandlung mit Adrenalin. Sauerstoff, Steroid-Infusion und Atemwegssicherung, einschließlich Intubation, können auch erforderlich sein.
Das Auftreten eines fieberhaften, generalisierten Erythems mit Pustelbildung zu Therapiebeginn kann ein Symptom eines akuten generalisierten pustulösen Exanthems (AGEP) sein (siehe Abschnitt 4.8). Wird ein AGEP diagnostiziert, sollte Flucloxacillin abgesetzt werden. Jede weitere Verabreichung von Flucloxacillin ist dann kontraindiziert.
Floxapen eignet sich nicht zur intrathekalen oder subkonjunktivalen Applikation; nach intraarterieller
Anwendung kann es zu schweren Schäden im betroffenen Gewebsbezirk kommen.
Obwohl die Anwendung von Floxapen bei Patienten mit Pfeiffer’schem Drüsenfieber oder lymphatischer Leukämie nicht kontraindiziert ist, ist wenn möglich darauf zu verzichten, da im Vergleich zur übrigen Population bei diesen Personen eine größere Inzidenz von Hautausschlägen aufgezeichnet worden ist.
Procain- bzw. Lidocainhältige Lösungen, die für die i.m. Applikation zubereitet wurden, dürfen nicht i.v. gegeben werden.
Unter länger dauernder Behandlung (z.B. Osteomyelitis, Endokarditis) sind regelmäßige Leber- und
Nierenfunktionstest sowie Blutbildkontrollen angezeigt.
Flucloxacillin ist bei Patienten mit nachgewiesener Leberfunktionsstörung, Patienten ab einem Alter von 50 Jahren und jenen mit schwerer Grunderkrankung mit Vorsicht anzuwenden Bei diesen Patienten können hepatische Ereignisse schwerwiegend sein und in extrem seltenen Fällen wurden Todesfälle berichtet (siehe Abschnitt 4.8).
Die Dosierung ist bei eingeschränkter Nierenfunktion anzupassen (siehe Abschnitt 4.2).
Besondere Vorsicht ist bei Neugeborenen erforderlich wegen des Risikos einer Hyperbilirubinämie.
Studien haben gezeigt, dass nach hohen parenteral verabreichten Dosen, Flucloxacillin das Bilirubin aus den Plasmaprotein-Bindungsstellen verdrängen kann. Dies kann daher ein Baby mit Gelbsucht für einen Kernikterus prädisponieren. Außerdem ist wegen möglicher hoher Serumspiegel von Flucloxacillin aufgrund einer erniedrigen renalen Ausscheidung besondere Vorsicht bei Neugeborenen angebracht.
Bei schweren und anhaltenden Durchfällen ist an eine antibiotikabedingte pseudomembranöse Colitis zu denken, die lebensbedrohlich sein kann. Deshalb ist in diesen Fällen Flucloxacillin sofort abzusetzen und eine entsprechende Therapie einzuleiten (z.B. Vancomycin oral 4 x 250 mg täglich). Peristaltikhemmende Präparate sind kontraindiziert.
Sehr hohe Serumspiegel von Flucloxacillin können zu zerebraler Krampfneigung führen. Deshalb muss insbesondere bei niereninsuffizienten Patienten die Dosis dem Schweregrad der Funktionseinschränkung angepasst werden (siehe Abschnitt 4.2). Bei Patienten mit Nierenversagen kann es zu neurologischen Störungen mit Konvulsionen kommen.
Eine Überwucherung unempfindlicher Keime bzw. Pilze ist bei Langzeittherapie wie bei anderen
Antibiotika möglich.
Vorsicht ist geboten, wenn Flucloxacillin zusammen mit Paracetamol verabreicht wird, da ein erhöhtes Risiko für eine metabolische Azidose mit vergrößerter Anionenlücke (HAGMA) besteht. Patienten mit erhöhtem Risiko für eine metabolische Azidose mit vergrößerter Anionenlücke sind insbesondere jene mit schwerer Nierenfunktionsstörung, Sepsis oder Mangelernährung, vor allem, wenn Tageshöchstdosen von Paracetamol angewendet werden.
Nach gleichzeitiger Verabreichung von Flucloxacillin und Paracetamol wird eine engmaschige Überwachung empfohlen, um das Auftreten von Ungleichgewichten des Säure-Basen-Haushaltes, insbesondere einer metabolischen Azidose mit vergrößerter Anionenlücke, festzustellen. Es sollte auch ein Urintest im Hinblick auf 5-Oxoprolin erfolgen.
Wenn Flucloxacillin nach Absetzen von Paracetamol weiter eingenommen wird, ist es ratsam sicherzustellen, dass keine Zeichen einer metabolischen Azidose mit vergrößerter Anionenlücke vorliegen, da die Möglichkeit besteht, dass Flucloxacillin das Krankheitsbild der metabolischen Azidose mit vergrößerter Anionenlücke aufrechterhält (siehe Abschnitt 4.5).
Bei Verwendung von Flucloxacillin, besonders in hohen Dosierungen, kann eine (potenziell lebensbedrohliche) Hypokaliämie auftreten. Eine durch Flucloxacillin hervorgerufene Hypokaliämie kann gegen eine Kaliumsupplementierung resistent sein. Während der Behandlung mit höheren Dosierungen von Flucloxacillin werden regelmäßige Messungen des Kaliumspiegels empfohlen. Dieses Risiko sollte ebenfalls beachtet werden, wenn Flucloxacillin mit Hypokaliämie-induzierenden Diuretika kombiniert wird oder wenn weitere Risikofaktoren für die Entwicklung einer Hypokaliämie (z.B. Mangelernährung, Dysfunktion der Nierenkanälchen) vorhanden sind.
Dieses Arzneimittel enthält 50,6 mg Natrium pro Trockenstechampulle, entsprechend 2,53 % der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Bei gleichzeitiger Gabe von Piperacillin kommt es zu einer verlangsamten Ausscheidung von
Flucloxacillin, was zu höheren Serumspiegeln führt.
Probenecid vermindert die renale tubuläre Sekretion von Flucloxacillin. Die gleichzeitige Gabe von
Probenecid verzögert daher die renale Ausscheidung und es können höhere und länger anhaltende
Flucloxacillin-Serumkonzentrationen resultieren.
Die hergestellte Lösung soll nicht mit Blutzubereitungen, eiweiß- und lipidhaltigen Infusionslösungen oder Aminoglykosiden gemischt werden.
Bei gleichzeitiger Behandlung mit einigen Penicillinen sind in seltenen Fällen erhöhte bzw. toxische Methotrexat-Plasmakonzentrationen aufgetreten. Es wird angenommen, dass die betreffenden Penicilline als schwache Säuren mit den Folsäure-Antagonisten um die tubuläre Sekretion konkurrieren. Die dadurch erhöhten Plasmakonzentrationen können Nierenfunktionsstörungen hervorrufen, die die renale Ausscheidung der Folsäure-Antagonisten weiter beeinträchtigen.
Floxapen darf nicht mit anderen bakteriostatisch wirkenden Chemotherapeutika wie Tetrazyklinen,
Erythromycin oder Chloramphenicol kombiniert werden, da ein antagonistischer Effekt möglich ist.
Bei Patienten, die mit Warfarin therapiert werden, sind die INR-Spiegel zu überwachen, da es bei
gleichzeitiger Gabe von Flucloxacillin zu subtherapeutischer Antikoagulation kommen kann.
Es besteht die Möglichkeit einer Wechselwirkung von Flucloxacillin und Chinidin, wodurch es zu einem Abfall des Chinidinspiegels kommt.
Flucloxacillin kann den Guthrie-Test beeinflussen, sodass es zu falsch positiven Resultaten kommt. Die Blutprobe für den Test sollte daher vor der Flucloxacillin-Gabe entnommen werden.
Vorsicht ist geboten, wenn Flucloxacillin zusammen mit Paracetamol angewendet wird, da die
gleichzeitige Einnahme mit einer metabolischen Azidose mit vergrößerter Anionenlücke in
Zusammenhang gebracht wurde, insbesondere bei Patienten mit Risikofaktoren (siehe Abschnitt 4.4).
Es wurde berichtet, dass Flucloxacillin (CYP450-Induktor) die Plasmakonzentrationen von Voriconazol signifikant senkt. Wenn die gleichzeitige Anwendung von Flucloxacillin und Voriconazol nicht vermieden werden kann, ist auf einen potenziellen Verlust der Voriconazol-Wirksamkeit zu achten (z.B. durch therapeutisches Drug Monitoring); eine Erhöhung der Voriconazol-Dosis kann erforderlich sein.
4.6 Schwangerschaft und Stillzeit
| Schwangerschaft Es haben sich keine Hinweise auf embryotoxische, teratogene oder mutagene Wirkungen im Tierversuch gezeigt. Es gibt nur begrenzte Informationen über die Verwendung von Flucloxacillin in der Schwangerschaft. Flucloxacillin darf während der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden. | ||||||||
| Stillzeit Während der Stillzeit können Spuren von Penicillinen in der Muttermilch nachgewiesen werden. Flucloxacillin kann während der Stillzeit nur nach strenger Nutzen/Risikoabwägung verabreicht werden. Beim gestillten Säugling sind, bis auf die Möglichkeit einer Sensibilisierung, keine nachteiligen Wirkungen zu erwarten. 4.7 | Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen | |||||||
| Nach bisherigen Erfahrungen hat Flucloxacillin im Allgemeinen keinen Einfluss auf die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit. Durch das Auftreten von Nebenwirkungen kann jedoch ggf. das Reaktionsvermögen verändert und die Fähigkeit zum Führen von Fahrzeugen und zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol (siehe auch Abschnitt 4.8). | ||||||||
| 4.8 | Nebenwirkungen | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Die Nebenwirkungen sind nach Körpersysteme und ihrer Häufigkeit gemäß folgender Einteilung geordnet: | ||||||||
| Sehr häufig: Häufig: Gelegentlich: Selten: Sehr selten: Nicht bekannt: | ≥ 1/10 ≥ 1/100 bis < 1/10 ≥ 1/1.000 bis < 1/100 ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000 < 1/10.000 Häufigkeit aufgrund der verfügbaren Daten nicht abschätzbar | |||||||
| Sofern nicht anders angegeben, ist die Häufigkeit der unerwünschten Ereignisse aus mehr als 30 Jahren Post-Marketing Erfahrung abgeleitet. | ||||||||
| Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems Erkrankungen des Immunsystems Erkrankungen des Nervensystems Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen Leber- und Gallenerkrankungen Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochen-erkrankungen Erkrankungen der Nieren und Harnwege Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort | Organklasse | # | *geringfügige gastrointestinale Störungen in Form von Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Unterleibs-schmerzen, Appetitlosigkeit oder Blähungen | Häufig | Gelegentlich Hautausschlag Urtikaria Purpura | Neutropenie (einschließlich Agranulozytose) Thrombozytopenie (reversibel nach Abbruch der Therapie) Eosinophilie hämolytische Anämie anaphylaktischer Schock (bei oraler Anwendung nur im Ausnahmefall; siehe Abschnitt 4.4) Angioödem (Bei Auftreten einer Überempfindlichkeitsrea ktion ist die Therapie sofort abzubrechen (siehe auch „Erkrankungen der Haut und des Unterhautzell-gewebes“) Neurologische Störungen mit tonisch-klonischen Krampfanfällen (bei Patienten mit Nieren-versagen unter i.v. Injektion hoher Dosen) Pseudomembranöse Kolitis (die Behandlung mit Flucloxacillin ist dann abzubrechen und eine geeignete Therapie, z.B. mit Vancomycin p.o., einzuleiten) Erfahrung nach der Markteinführung: sehr seltene Fälle von metabolischer Azidose mit vergrößerter Anionenlücke, wenn Flucloxacillin zusammen mit Paracetamol angewendet wird, im Allgemeinen bei Vorhandensein von Risikofaktoren (siehe Abschnitt 4.4) Hepatitis und cholestatischer Ikterus (siehe Abschnitt 4.4) Veränderte Leberfunktionswerte bei Labortests (reversibel nach Abbruch der Behandlung) Erythema multiforme Stevens-Johnson-Syndrom Toxische epidermale Nekrolyse (siehe auch „Erkrankungen des Immunsystems“) Arthralgien Myalgien (entwickeln sich manchmal mehr als 48 Stunden nach Beginn der Behandlung) Interstitielle Nephritis (nach Abbruch der Behandlung reversibel) Fieber (entwickelt sich manchmal mehr als 48 Stunden nach Beginn der Behandlung) Schmerzen und Induration an der Injektionsstelle (nach intramuskulärer Injektion) Schmerzen und (Thrombo-)Phlebitis (nach intravenöser Applikation) | Sehr selten $ | Nicht bekannt Hypokaliämie AGEP - akutes generalisiertes pustulöses Exanthem (siehe Abschnitt 4.4) |
| * insgesamt etwa 929 mit Flucloxacillin behandelte erwachsene und pädiatrische Patienten umfassten. | Die Inzidenz dieser unerwünschten Ereignisse (UE) wurde aus klinischen Studien abgeleitet, die | |||||||
| $ auftreten. In einigen Fällen war der Verlauf langwierig und zog sich über mehrere Monate hin. Hepatische Ereignisse können schwerwiegend sein, sehr selten wurde über Todesfälle berichtet. Die meisten dieser Todesfälle betrafen Patienten ab 50 Jahren und Patienten mit schweren Grunderkrankungen. | Hepatitis und cholestatischer Ikterus können verzögert bis zu zwei Monate nach Behandlungsende | |||||||
| # das HLA-B*5701 Allel tragen, erhöht ist. Trotz dieses starken Zusammenhangs entwickelt nur 1 von 500 – 1.000 Trägern eine Leberschädigung. Daher ist die Wahrscheinlichkeit, nach Testung auf das HLA-B*5701 Allel eine Leberschädigung zu entwickeln, sehr niedrig (0,12 %) und ein Routine-Screening für dieses Allel wird nicht empfohlen. | Es gibt Hinweise, dass das Risiko von Flucloxacillin-induzierter Leberschädigung bei Menschen, die | |||||||
| Eine versehentliche intraarterielle Injektion/Infusion von Flucloxacillin kann zu schwersten Schäden im betroffenen Gewebsbezirk führen. Daher darf eine Venenpunktion bzw. Injektion im Ellenbogenbereich wegen der besonderen anatomischen Verhältnisse nur nach sorgfältiger Nutzen/Risikoabwägung und unter besonderer Vorsicht erfolgen. | ||||||||
| Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen: | ||||||||
| Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen Traisengasse 5 1200 Wien Österreich Fax: + 43 (0) 50 555 36207 Website: http://www.basg.gv.at/ |
4.9 Überdosierung
Gastrointestinale Effekte wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall können auftreten und sind
symptomatisch zu behandeln.
In sehr hohen Dosen können Penicilline zu cerebralen (epileptischen) Krämpfen führen.
Bei Überdosierung steht kein spezifisches Antidot zur Verfügung.
Flucloxacillin kann nicht durch Hämo- bzw. Peritonealdialyse entfernt werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antibiotikum für die systemische Anwendung; Beta-Lactam-
Antibiotikum, Penicilline; Beta-Lactam- resistente Penicilline; ATC-Code: J01CF05
Flucloxacillin ist ein halbsynthetisches Penicillin (Beta-Lactam-Antibiotikum; Isoxazolylpenicillin) mit einem engen Wirkspektrum, das vorwiegend Gram-positive Organismen, einschließlich Beta-Lactamase produzierender Stämme, umfasst.
Wirkmechanismus
Flucloxacillin hemmt eines oder mehrere Enzyme (oft als Penicillin-bindende Proteine, PBP,
bezeichnet) bei der Biosynthese des bakteriellen Peptidoglykans, das ein wesentlicher
Strukturbestandteil der bakteriellen Zellwand ist. Die Hemmung der Peptidoglykansynthese führt
zur Schwächung der Zellwand und nachfolgend über die Lyse zum Zelltod.
Es gibt Hinweise, dass das Risiko von Flucloxacillin-induzierter Leberschädigung bei Menschen, die das HLA-B*5701 Allel tragen, erhöht ist. Trotz dieses starken Zusammenhangs entwickelt nur 1 von 500 – 1.000 Trägern eine Leberschädigung. Daher ist die Wahrscheinlichkeit, nach Testung auf das HLA-B*5701 Allel eine Leberschädigung zu entwickeln, sehr niedrig (0,12 %) und ein Routine-Screening für dieses Allel wird nicht empfohlen.
Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik
Die Zeitdauer, während der die minimale Hemmkonzentration des Erregers überschritten wird (T >
MHC), wird als entscheidender Faktor für die Wirksamkeit von Flucloxacillin angesehen.
Resistenzmechanismus
Eine Resistenz gegenüber Flucloxacillin kann auf folgendem Mechanismus beruhen:
- Methicillin-resistente Staphylokokken sind aufgrund der Bildung eines zusätzlichen Penicillin-bindenden Proteins (PBP 2a bzw. 2’) mit verminderter Affinität gegenüber Flucloxacillin und allen anderen Betalaktam-Antibiotika resistent.
Grenzwerte der Empfindlichkeitstestung
Die Interpretationskriterien für die Empfindlichkeitstestung anhand der Bestimmung der MHK
(minimalen Hemmkonzentration) wurden vom European Committee on Antimicrobial Susceptibility
Testing (EUCAST) für Flucloxacillin festgelegt und sind hier aufgeführt:
https://www.ema.europa.eu/documents/other/minimum-inhibitory-concentration-mic-breakpoints_en.xlsx
Prävalenz der erworbenen Resistenz Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im Verlauf der Zeit variieren. Deshalb sind - insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen - lokale Informationen über die Resistenzsituation erforderlich. Falls auf Grund der lokalen Resistenzsituation die Wirksamkeit von Flucloxacillin in Frage gestellt ist, sollte eine Therapieberatung durch Experten angestrebt werden. Insbesondere bei schwerwiegenden Infektionen oder bei Therapieversagen ist eine mikrobiologische Diagnose mit dem Nachweis des Erregers und dessen Empfindlichkeit gegenüber Flucloxacillin anzustreben.
Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland auf der Basis von Daten der letzten 5 Jahre aus
nationalen Resistenzüberwachungsprojekten und –studien (Stand: Dezember 2013):
Üblicherweise empfindliche Spezies Aerobe Gram-positive Mikroorganismen
Staphylococcus aureus (Methicillin-sensibel)
Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen können Aerobe Gram-positive Mikroorganismen
Staphylococcus aureus
Staphylococcus epidermidis +
Staphylococcus haemolyticus +
Staphylococcus hominis +
Von Natur aus resistente Spezies Aerobe Gram-positive Mikroorganismen
Staphylococcus aureus (Methicillin-resistent)
+ In mindestens einer Region liegt die Resistenzrate bei über 50 %.
Im ambulanten Bereich liegt die Resistenzrate bei < 10 %.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Resorption
30 Minuten bzw. 2 Stunden nach einer intravenösen Injektion von 500 mg betrugen die mittleren
Serumspiegel 38 bzw. 7,5 mcg/ml.
30 Minuten bzw. 3 Stunden nach einer intravenösen Injektion von 1 g betrugen die mittleren Serumspiegel 60 bzw. 4mcg/ml.
Bei Verabreichung von 2 g als Kurzinfusion über 20 Minuten betrugen die mittleren Serumspiegel 244 bzw. 27,7 mcg/ml nach 15 bzw. 120 Minuten.
Bei intramuskulärer Verabreichung von 500 mg liegen die maximalen Serumspiegel nach einer Stunde bei 16,5 mcg/ml.
Verteilung
Die Bindung an Plasmaproteine beträgt 95 %.
Flucloxacillin diffundiert gut in die Gewebe. Es ist aber nur schwach liquorgängig wenn die Meningen nicht entzündet sind.
Flucloxacillin ist plazentagängig und tritt in die Muttermilch über.
Biotransformation
Die Halbwertszeit ist konzentrations- und applikationsabhängig und liegt in der Größenordnung von 45– 65 Minuten.
Elimination
Flucloxacillin wird hauptsächlich durch die Nieren ausgeschieden. Bis 70 % der verabreichten Dosis finden sich als aktive Substanz in hohen Konzentrationen im Urin. Zusätzlich sind ein antibakteriell aktiver Metabolit, 5-Hydroxymethyl-Flucloxacillin (bis zu 10 % der Aktivität können durch diesen Metaboliten beigetragen werden) und inaktive Penicilloinsäuren des Penicillins und des Metaboliten (ca. 5% inaktiv) im Urin vorhanden. Ein kleiner unveränderter Teil des Flucloxacillins wird mit der Galle ausgeschieden. In der Leber werden nur 10–30 % zu inaktiven Metaboliten metabolisiert.
Durch gleichzeitige Verabreichung von Probenecid wird die renale Exkretion von Flucloxacillin
verlangsamt, was zu einer Erhöhung der Plasmaspiegel führt.
Kinetik spezieller Patientengruppen:
Patienten mit Nierenfunktionsstörung
Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Plasmakreatinin 10–15 mg %, Inulin-Clearance 4–2
ml/min) beträgt die Halbwertszeit ca. 150–170 Minuten.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Akute Toxizität
Die akute Toxizität von oralem Flucloxacillin wurde bei Mäusen, neugeborenen Ratten, Ratten bzw.
Corgi-Hunden untersucht. Die angenäherte LD50 (mg/kg) betrug jeweils 3800, > 5000, 1650 (männliche Tiere)/2110 (weibliche Tiere) bzw. > 2000.
Subakute bzw. chronische Toxizität Sprague-Dawley-Ratten (n = 25 männliche und weibliche in jeder Dosierungsgruppe) wurden an 7 Tagen in der Woche mit Flucloxacillin 0, 200, 500 oder 2000 mg/kg/Tag über 26 Wochen oral zwangsernährt. Es kamen keine Todesfälle vor, die mit der Flucloxacillin-Behandlung in Verbindung gebracht wurden. Bei Ratten, die 2000 mg/kg/Tag oral erhielten, gab es abgesehen vom Durchfall keine klinischen Anzeichen für eine Reaktion auf die Behandlung. Eine verlangsamte Gewichtszunahme wurde bei männliche Ratten beobachtet, die 2000 mg/kg/Tag erhielten, bei den Dosierungen 200 und 500 mg/kg/Tag zeigten die männlichen Ratten jedoch eine leicht gesteigerte Gewichtszunahme. Die Blutzuckerwerte waren leicht aber signifikant bei den mit 2000 mg/kg/Tag behandelten männlichen Tieren nach 4 Wochen und bei den weiblichen Tieren nach 25 Wochen erhöht.
In einer kleinen Studie an Beagle-Hunden (n = 6 in jeder Dosierungsgruppe) erhielten diese i.v. 200 oder 500 mg/kg/Tag Flucloxacillin. Bei der Dosierungsgruppe 500 mg/kg/Tag war die Futteraufnahme reduziert und führte zu Gewichtsverlusten. Bei allen mit 500 mg/kg/Tag und einigen der mit 200 mg/kg/Tag behandelten Hunde war die spezifische Urindichte erniedrigt. Die spezifische Urindichte der Kontrollhunde und der mit 200 mg/kg/Tag Flucloxacillin behandelten Hunde war vergleichbar.
Plasmaglucosespiegel waren bei den mit 200 oder 500 mg/kg/Tag behandelten Gruppen nach 3 Wochen erniedrigt, aber im Normbereich.
Reproduktionstoxizität Flucloxacillin 200 bzw. 500 mg/kg/Tag wurde oral an CD1-Mäusen (n = 21 bzw. 22) vom 8. bis einschließlich dem 17. Tag der Schwangerschaft verabreicht. Bei den mit 500 mg/kg/Tag behandelten Tieren wurden stumpfes Fell, Bauchauftreibung, und verlangsamte Gewichtszunahme beobachtet und es starben 4 Tiere. In den mit 200 mg/kg/Tag behandelten Gruppen wurden keine Wirkungen beobachtet. Außerdem zeigten sich in dieser Gruppe keine Wirkungen auf die Wurfparameter. In der Dosierungsgruppe 500 mg/kg/Tag hatten 17 von 117 Föten eine Gaumenspalte gegenüber 1 von 172 in der Dosierungsgruppe 200 mg/kg/Tag und 2 von 208 in der Kontrollgruppe.
In einer weiteren Studie wurde Flucloxacillin oral an ICR-JCL-Mäusen (n = 28) in den Dosierungen 0, 1000, 2000 und 4000 mg/kg/Tag vom 7. bis zum 12. Tag der Schwangerschaft verabreicht. Bei den behandelten Gruppen war die Auftretenshäufigkeit von wesentlichen oder minimalen Anomalien nicht erhöht.
Flucloxacillin 200 bzw. 500 mg/kg/Tag wurde oral an CD-Ratten (n = 21 bzw. 22) vom 6. bis einschließlich dem 15. Tag der Schwangerschaft verabreicht. Es konnten keine Auswirkungen auf die Wurfgröße der lebend geborenen Tiere, das Gewicht der Föten und durchschnittliche Gewicht des Wurfes, Geschlechterverhältnis oder Skelettvarianten festgestellt werden.
Es gab keine Anzeichen für eine Beeinträchtigung der peri- oder postnatalen Entwicklung der Nachkommen von Ratten, die oral 200 bzw. 500 mg/kg/Tag vom 15. Tag der Schwangerschaft bis zur Geburt und weitere 21 Tage nach der Geburt erhielten. Fruchtbarkeit und Fortpflanzungsfähigkeit waren ebenfalls nicht beeinträchtigt.
Mutagenizität und Kanzerogenität Es wurden keine spezifischen Studien zum mutagenen bzw. kanzerogenen Potenzial mit Flucloxacillin durchgeführt.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Natrium
6.2 Inkompatibilitäten
Die hergestellte Lösung soll nicht mit Blutzubereitungen, eiweiß- und lipidhaltigen Infusionslösungen oder Aminoglykosiden gemischt werden.
Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimittel gemischt werden.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
3 Jahre.
Nur zur einmaligen Entnahme.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 25 °C lagern.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Trockenstechampullen (Weißglas, III, Halogenbutyl-Stopfen mit Aluring) zu 10 Stück
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Lösungsmittel.
i.m .Injektion:
Wasser für Injektionszwecke, 1–2 %ige Procain- bzw. 0,5–1 %ige Lidocain-Lösung.
i.v. Injektion, Kurzinfusion:
Wasser für Injektionszwecke, Physiologische Kochsalzlösung, 5 % Glucose-Lösung, M/6 Na-Lactat-Lösung, Ringer-Lactat-Lösung.
Nur klare und frisch zubereitete Lösungen verwenden.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
Actavis Group PTC ehf.
Dalshraun 1
220 Hafnarfjördur
Island
8. ZULASSUNGSNUMMER
16914
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 05.05.1981
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 24.02.2015
10. STAND DER INFORMATION
08.2026
REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT
Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten.
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Der Text dieser Seite gibt die amtliche Gebrauchs- beziehungsweise Fachinformation im Wortlaut wieder. Inhaltlich ist daran nichts verändert. Die Übernahme aus dem Original-PDF in die Darstellung dieser Seite erfolgte maschinell mit Hilfe von künstlicher Intelligenz.
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