Gebrauchsinformation

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Eisen-Carboxymaltose ratiopharm® 50 mg Eisen/ml Dispersion zur Injektion/Infusion

Wirkstoff: Eisen als Eisen(III)-Carboxymaltose

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Ihnen dieses Arzneimittel
verabreicht wird, denn sie enthält wichtige Informationen.

  • Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
  • Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt.
  • Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Eisen-Carboxymaltose ratiopharm und wofür wird es angewendet?
2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Eisen-Carboxymaltose beachten?
3. Wie ist Eisen-Carboxymaltose ratiopharm anzuwenden?
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
5. Wie ist Eisen-Carboxymaltose ratiopharm aufzubewahren?
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Eisen-Carboxymaltose ratiopharm und wofür wird es angewendet?

Eisen-Carboxymaltose ratiopharm ist ein Arzneimittel, das Eisen enthält.

Eisenhaltige Arzneimittel werden angewendet, wenn Sie nicht über ausreichend Eisen im Körper
verfügen. Dies wird als Eisenmangel bezeichnet.

Eisen-Carboxymaltose ratiopharm wird zur Behandlung von Eisenmangel angewendet, wenn:

  • durch den Mund aufgenommenes Eisen nicht wirksam genug ist.
  • Sie durch den Mund aufgenommenes Eisen nicht vertragen.
  • Ihr Arzt der Meinung ist, dass Sie sehr schnell Eisen benötigen, um Ihre Eisenspeicher aufzufüllen.

Ihr Arzt entscheidet anhand einer Blutuntersuchung, ob Sie an einem Eisenmangel leiden.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Eisen-Carboxymaltose beachten?

Eisen-Carboxymaltose ratiopharm darf nicht angewendet werden,

  • wenn Sie allergisch gegen Eisen(III)-Carboxymaltose oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.
  • wenn bei Ihnen in der Vergangenheit bereits schwerwiegende allergische Reaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen) gegenüber anderen injizierbaren Eisenpräparaten aufgetreten sind
  • wenn Sie an einer Anämie leiden, die nicht durch Eisenmangel bedingt ist
  • wenn bei Ihnen eine Eisenüberladung (d. h. wenn Sie zu viel Eisen im Körper haben) oder Eisenverwertungsstörungen vorliegen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Ihnen Eisen-Carboxymaltose ratiopharm verabreicht wird,

  • wenn bei Ihnen Arzneimittelallergien aufgetreten sind,
  • wenn Sie unter systemischem Lupus erythematodes (SLE) leiden,
  • wenn bei Ihnen eine rheumatoide Arthritis besteht,
  • wenn Sie unter schwerem Asthma, Hautausschlag oder anderen Allergien leiden,
  • wenn Sie eine Infektion haben,
  • wenn Sie Leberfunktionsstörungen haben,
  • wenn Sie einen niedrigen Phosphatspiegel im Blut haben oder hatten.

Durch eine fehlerhafte Verabreichung von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm kann es dazu kommen, dass das Präparat an der Verabreichungsstelle ausläuft, was an der Verabreichungsstelle zu Hautreizungen und möglicherweise langanhaltenden braunen Verfärbungen führen kann. Die Verabreichung muss sofort unterbrochen werden, wenn dies passiert.

Kinder

Eisen-Carboxymaltose ratiopharm darf Kindern unter 1 Jahr nicht verabreicht werden.

Anwendung von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel anzuwenden, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt. Wenn Eisen-Carboxymaltose ratiopharm zusammen mit oralen Eisenpräparaten verabreicht wird, ist es möglich, dass diese oralen Präparate weniger wirksam sind.

Schwangerschaft

Es liegen nur begrenzte Daten zur Anwendung von Eisen(III)-Carboxymaltose bei Schwangeren vor. Es ist wichtig, dass Sie es Ihrem Arzt vor Anwendung des Arzneimittels sagen, wenn Sie schwanger sind, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden.

Wenn Sie während der Behandlung schwanger werden, müssen Sie Ihren Arzt um Rat fragen. Ihr Arzt wird entscheiden, ob Sie dieses Arzneimittel weiter erhalten sollen oder nicht.

Stillzeit

Wenn Sie stillen, fragen Sie vor der Anwendung von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm Ihren Arzt um Rat. Es ist unwahrscheinlich, dass Eisen-Carboxymaltose ratiopharm ein Risiko für das gestillte Kind darstellt.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es ist unwahrscheinlich, dass Eisen-Carboxymaltose ratiopharm einen Einfluss auf die
Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen hat.

Eisen-Carboxymaltose ratiopharm enthält Natrium

Durchstechflasche mit 2 ml Dispersion: Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium

(23 mg) pro Durchstechflasche, d. h. es ist nahezu „natriumfrei“.

Durchstechflasche mit 10 ml Dispersion: Dieses Arzneimittel enthält bis zu 46 mg Natrium

(Hauptbestandteil von Kochsalz/Speisesalz) pro Durchstechflasche. Dies entspricht 2,3 % der für
einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.

Durchstechflasche mit 20 ml Dispersion: Dieses Arzneimittel enthält bis zu 92 mg Natrium

(Hauptbestandteil von Kochsalz/Speisesalz) pro Durchstechflasche. Dies entspricht 4,6 % der für
einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.

3. Wie ist Eisen-Carboxymaltose ratiopharm anzuwenden?

Ihr Arzt entscheidet, wie viel Eisen-Carboxymaltose ratiopharm Sie erhalten, wie oft Sie es benötigen und für wie lange.

Ihr Arzt nimmt eine Blutuntersuchung vor, um die von Ihnen benötigte Dosis festzulegen.

Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren

Ihr Arzt oder das medizinische Fachpersonal wird Ihnen Eisen-Carboxymaltose ratiopharm
unverdünnt als Injektion, verdünnt als Infusion oder während der Dialyse verabreichen:

  • Bei einer Injektion können Sie bis zu 20 ml Eisen-Carboxymaltose ratiopharm, entsprechend 1.000 mg Eisen, einmal wöchentlich direkt in eine Vene gespritzt bekommen.
  • Als Infusion können Sie bis zu 20 ml Eisen-Carboxymaltose ratiopharm, entsprechend 1.000 mg Eisen, einmal wöchentlich direkt in eine Vene verabreicht bekommen. Da Eisen-Carboxymaltose ratiopharm für die Infusion mit Kochsalzlösung verdünnt wird, kann das Volumen bis zu 250 ml betragen und die Lösung wird eine braune Farbe haben.
  • Wenn Sie eine Dialysebehandlung bekommen, können Sie Eisen-Carboxymaltose ratiopharm während einer Hämodialysesitzung über das Dialysegerät erhalten.

Kinder und Jugendliche im Alter von 1 bis 13 Jahren Ihr Arzt oder das medizinische Fachpersonal wird Eisen-Carboxymaltose ratiopharm unverdünnt als Injektion oder verdünnt als Infusion verabreichen.

  • Ihr Kind wird Eisen-Carboxymaltose ratiopharm direkt in eine Vene verabreicht bekommen. Die Lösung wird eine braune Farbe haben.
  • Wenn Ihr Kind eine Dialysebehandlung bekommt, soll Eisen-Carboxymaltose ratiopharm nicht verabreicht werden.

Eisen-Carboxymaltose ratiopharm wird in einer Einrichtung verabreicht, in der immunallergische
Ereignisse angemessen und schnell behandelt werden können. Nach jeder Gabe werden Sie für
30 Minuten von Ihrem Arzt oder vom medizinischen Fachpersonal überwacht.

Wenn Sie eine größere Menge von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm erhalten haben, als Sie sollten

Da Ihnen dieses Arzneimittel von geschultem medizinischem Fachpersonal verabreicht wird, ist es unwahrscheinlich, dass Sie zu viel davon erhalten.

Eine Überdosierung kann zur Anhäufung von Eisen in Ihrem Körper führen. Ihr Arzt wird die
Eisenparameter überwachen, um eine Anhäufung von Eisen zu vermeiden.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Schwerwiegende Nebenwirkungen:

Teilen Sie Ihrem Arzt umgehend mit, wenn Sie eines der folgenden Anzeichen und Symptome bemerken, da dies auf eine schwerwiegende allergische Reaktion hinweisen könnte: Ausschlag (z. B. Quaddeln), Jucken, Schwierigkeiten beim Atmen, pfeifendes Atemgeräusch und/oder Schwellung der Lippen, Zunge, des Rachens oder Körpers und Brustkorbschmerzen, die ein Zeichen für eine potenziell schwerwiegende allergische Reaktion namens „Kounis-Syndrom“ sein können.

Bei manchen Patienten können diese allergischen Reaktionen (betrifft weniger als 1 von 1.000 Personen) schwerwiegend oder lebensbedrohlich werden (auch als anaphylaktische Reaktionen bekannt). Die allergischen Reaktionen können mit Herz-Kreislauf-Problemen und einem Verlust des Bewusstseins einhergehen.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie an zunehmender Müdigkeit, Muskel- oder Knochenschmerzen (Schmerzen in Ihren Armen oder Beinen, Gelenken oder im Rücken) leiden. Das könnte ein Hinweis auf einen Abfall des Blutphosphatspiegels sein, wodurch es zu einer Knochenerweichung kommen kann (Osteomalazie). Diese Erkrankung kann manchmal zu Knochenbrüchen führen. Ihr Arzt überprüft gegebenenfalls auch den Phosphatspiegel in Ihrem Blut, insbesondere wenn Sie über einen längeren Zeitraum eine Behandlung mit Eisenpräparaten benötigen.

Ihrem Arzt sind diese möglichen Nebenwirkungen bekannt und er wird Sie während und nach der
Verabreichung von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm überwachen.

Weitere Nebenwirkungen, die Sie Ihrem Arzt mitteilen sollten, wenn Sie dadurch erheblich beeinträchtigt werden:

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Kopfschmerz, Schwindel, Hitzewallungen (Gesichtsröte), hoher Blutdruck, Übelkeit und Reaktionen an der Injektions-/Infusionsstelle (siehe auch Abschnitt 2).

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Taubheit, kribbelndes oder stechendes Gefühl auf der Haut, Veränderung Ihres Geschmacksempfindens, hohe Herzfrequenz, niedriger Blutdruck, Schwierigkeiten beim Atmen, Erbrechen, Verdauungsstörung, Magenschmerzen, Verstopfung, Durchfall, Jucken, Quaddeln, gerötete Haut, Ausschlag, Muskel-, Gelenk- und/oder Rückenschmerzen, Schmerzen in Armen oder Beinen, Muskelkrämpfe, Fieber, Müdigkeit, Schmerzen im Brustkorb, Schwellung der Hände und/oder Füße, Schüttelfrost und allgemeines Unwohlsein.

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Venenentzündung, Beklemmungen, Ohnmacht, Schwächegefühl, pfeifende Atemgeräusche, starker Abgang von Darmgasen (Blähungen), rasches Anschwellen von Gesicht, Mund, Zunge oder Hals mit eventuell daraus resultierenden Atemproblemen, Blässe und Hautverfärbungen an anderen Körperstellen als dem Verabreichungsort.

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Bewusstlosigkeit und Anschwellen des Gesichts.

Grippeähnliche Symptome (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen), die für gewöhnlich Fieber sowie Muskel- und Gelenkschmerzen einschließen, können innerhalb weniger Stunden oder mehrerer Tage nach der Verabreichung auftreten.

Manche Blutwerte können vorübergehende Änderungen aufweisen, was sich anhand von
Laboruntersuchungen nachweisen lässt.

Folgende Veränderung der Blutwerte tritt häufig auf: Verringerung des Phosphorspiegels im Blut.

Folgende Veränderungen der Blutwerte treten gelegentlich auf: Anstieg bestimmter Leberenzyme, die als Alaninaminotransferase, Aspartataminotransferase, Gamma-Glutamyltransferase und alkalische Phosphatase bezeichnet werden, und Anstieg eines als Laktatdehydrogenase bezeichneten Enzyms.

Fragen Sie Ihren Arzt nach weiteren Informationen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische
Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben
sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: +43 (0) 50 555 36207
Website: http//www.basg.gv.at/

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Eisen-Carboxymaltose ratiopharm aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett nach „Verw. bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht über 25 ºC lagern. Lagerungsbedingungen nach Verdünnung oder Anbruch des Arzneimittels siehe „Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:“.

Eisen-Carboxymaltose ratiopharm wird normalerweise von Ihrem Arzt oder im Krankenhaus für Sie aufbewahrt.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Eisen-Carboxymaltose ratiopharm enthält

Der Wirkstoff ist: Eisen(III)-Carboxymaltose, ein Eisen-Kohlenhydrat-Komplex.

Das Eisen ist in dem Arzneimittel in einer Konzentration von 50 mg pro Milliliter enthalten.

Jede Durchstechflasche mit 2 ml enthält 100 mg Eisen (als Eisen(III)-Carboxymaltose).

Jede Durchstechflasche mit 10 ml enthält 500 mg Eisen (als Eisen(III)-Carboxymaltose).

Jede Durchstechflasche mit 20 ml enthält 1.000 mg Eisen (als Eisen(III)-Carboxymaltose).

Die sonstigen Bestandteile sind: Natriumhydroxid (zur Einstellung des pH-Werts), Salzsäure (zur
Einstellung des pH-Werts) und Wasser für Injektionszwecke.

Wie Eisen-Carboxymaltose ratiopharm aussieht und Inhalt der Packung

Eisen-Carboxymaltose ratiopharm ist eine dunkelbraune, undurchsichtige Dispersion zur
Injektion/Infusion.

Eisen-Carboxymaltose ratiopharm wird in Durchstechflaschen aus Glas mit folgendem Inhalt
angeboten:

  • 2 mL Dispersion. Erhältlich in Packungsgrößen mit 1, 2 und 5 Durchstechflasche(n).
  • 10 mL Dispersion. Erhältlich in Packungsgrößen mit 1, 2 und 5 Durchstechflasche(n).
  • 20 mL Dispersion. Erhältlich in einer Packungsgröße mit 1 Durchstechflasche.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Teva B.V.

Swensweg 5
2031 GA Haarlem
Niederlande

Hersteller

Pliva Hrvatska d.o.o.

Prilaz baruna Filipovića 25
HR-10000 Zagreb
Kroatien

Z.Nr.: 142111

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Deutschland:Eisen(Ⅲ)-Carboxymaltose-ratiopharm 50 mg Eisen/ml Dispersion zur Injektion/Infusion
Österreich:Eisen-Carboxymaltose ratiopharm 50 mg Eisen/ml Dispersion zur Injektion/Infusion

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Oktober 2025.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt.

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Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Überwachen Sie die Patienten sorgfältig auf Anzeichen und Symptome von Überempfindlichkeitsreaktionen während und nach jeder Verabreichung von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm.

Eisen-Carboxymaltose ratiopharm darf nur verabreicht werden, wenn für die Beurteilung und Behandlung anaphylaktischer Reaktionen geschultes medizinisches Personal unmittelbar verfügbar ist und umfassende Einrichtungen zur Wiederbelebung vorhanden sind. Der Patient sollte für mindestens 30 Minuten nach jeder Gabe von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm hinsichtlich des Auftretens von Nebenwirkungen beobachtet werden.

Die Dosierung von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm wird in mehreren Schritten bestimmt:

Schritt 1: Bestimmung des Eisenbedarfs Der individuelle Eisenbedarf zur Wiederauffüllung der Eisenspeicher mithilfe von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm wird anhand des Körpergewichts und Hämoglobin (Hb)-Spiegels des Patienten ermittelt. Zur Bestimmung des Gesamtbedarfs an Eisen, siehe Tabelle 1. Es können 2 Dosen erforderlich sein, um den Gesamtbedarf an Eisen aufzufüllen, siehe Schritt 2 für die maximalen individuellen Eisendosen.

Der Eisenmangel muss durch Laboruntersuchungen bestätigt sein.

Tabelle 1: Bestimmung des Gesamtbedarfs an Eisen

HbKörpergewicht des Patienten
g/dlmmol/lUnter 35 kg35 kg bis < 70 kg70 kg und mehr
< 10< 6,230 mg/kg Körpergewicht1.500 mg2.000 mg
10 – < 146,2 – < 8,715 mg/kg Körpergewicht1.000 mg1.500 mg
≥ 14≥ 8,715 mg/kg Körpergewicht500 mg500 mg

Schritt 2: Berechnung und Verabreichung der maximalen individuellen Eisendosis/-dosen
Auf Basis des ermittelten Gesamtbedarfs an Eisen sollte Eisen-Carboxymaltose ratiopharm in
geeigneten Dosen verabreicht werden. Dabei gilt:

Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren

Eine Einzeldosis von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm darf folgende Werte nicht überschreiten:

  • 15 mg Eisen/kg Körpergewicht (Verabreichung als intravenöse Injektion) oder 20 mg Eisen/kg Körpergewicht (Verabreichung als intravenöse Infusion)
  • 1.000 mg Eisen (20 ml Eisen-Carboxymaltose ratiopharm) Die maximal empfohlene kumulative Dosis von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm beträgt 1.000 mg Eisen (20 ml Eisen-Carboxymaltose ratiopharm) pro Woche. Wenn der Gesamtbedarf an Eisen höher ist, soll eine zusätzliche Dosis frühestens 7 Tage nach der ersten Dosis verabreicht werden.

Kinder und Jugendliche von 1 bis 13 Jahren
Eine Einzeldosis von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm darf folgende Werte nicht überschreiten:

  • 15 mg Eisen/kg Körpergewicht
  • 750 mg Eisen (15 ml Eisen-Carboxymaltose ratiopharm)

Die maximal empfohlene kumulative Dosis von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm beträgt 750 mg Eisen (15 ml Eisen-Carboxymaltose ratiopharm) pro Woche. Wenn der Gesamtbedarf an Eisen höher ist, soll eine zusätzliche Dosis frühestens 7 Tage nach der ersten Dosis verabreicht werden.

Schritt 3: Kontrollen nach Wiederauffüllung der Eisenspeicher Je nach Verfassung des jeweiligen Patienten sollte der Mediziner eine erneute Kontrolle durchführen. Der Hb-Spiegel sollte frühestens vier Wochen nach der letzten Verabreichung von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm erneut kontrolliert werden, um ausreichend Zeit für Erythropoese und Eisenverwertung einzuräumen. Falls für den Patienten eine weitere Auffüllung der Eisenspeicher erforderlich ist, sollte der Eisenbedarf neu berechnet werden (siehe Schritt 1).

Kinder unter 1 Jahr Eisen-Carboxymaltose ratiopharm wird nicht empfohlen für die Anwendung bei Kindern unter 1 Jahr.

Patienten mit hämodialysepflichtiger chronischer Nierenerkrankung
Bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 14 Jahren mit hämodialysepflichtiger chronischer
Nierenerkrankung darf eine einmal tägliche Höchstdosis von 200 mg Eisen nicht überschritten
werden.

Bei Kindern im Alter von 1 bis 13 Jahren mit hämodialysepflichtiger chronischer Nierenerkrankung wird die Anwendung von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm nicht zur Anwendung empfohlen.

Art der Anwendung

Die Durchstechflaschen sind vor Gebrauch visuell auf Sedimente und Beschädigungen zu prüfen. Nur homogene, sedimentfreie Dispersionen sind zu verabreichen. Jede Durchstechflasche mit Eisen-Carboxymaltose ratiopharm ist nur für den einmaligen Gebrauch vorgesehen.

Eisen-Carboxymaltose ratiopharm darf nur intravenös verabreicht werden:

  • als Injektion oder
  • als Infusion oder
  • während der Hämodialyse unverdünnt direkt in die venöse Leitung des Dialysegerätes gespritzt.

Eisen-Carboxymaltose ratiopharm darf nicht subkutan oder intramuskulär verabreicht werden.

Bei der Verabreichung von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm ist Vorsicht geboten, um eine paravenöse Injektion zu vermeiden. Ein paravenöses Auslaufen von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm an der Verabreichungsstelle kann zu Hautreizungen und möglicherweise langanhaltenden braunen Verfärbungen an der Verabreichungsstelle führen. Im Fall eines paravenösen Auslaufens muss die Verabreichung von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm sofort abgebrochen werden.

Intravenöse Injektion Eisen-Carboxymaltose ratiopharm kann als intravenöse Injektion unter Anwendung der unverdünnten Dispersion verabreicht werden. Bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 14 Jahren liegt die maximal zulässige Einzeldosis bei 15 mg Eisen/kg Körpergewicht, darf aber 1.000 mg Eisen nicht überschreiten. Bei Kindern im Alter von 1 bis 13 Jahren liegt die maximal zulässige Einzeldosis bei 15 mg Eisen/kg Körpergewicht, darf aber 750 mg Eisen nicht überschreiten. Die Verabreichungsraten sind in Tabelle 2 angeführt:

Tabelle 2: Verabreichungsraten für die intravenöse Injektion von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm

Erforderliches Volumen von Eisen-Carboxymaltose ratiopharmEntspricht einer Eisendosis vonVerabreichungsrate/Minimale Verabreichungsdauer
2 bis 4 ml100 bis 200 mgKeine Mindestdauer vorgeschrieben
> 4 bis 10 ml> 200 bis 500 mg100 mg Eisen/min
> 10 bis 20 ml> 500 bis 1.000 mg15 Minuten

Intravenöse Infusion Eisen-Carboxymaltose ratiopharm kann als intravenöse Infusion verabreicht werden und muss in diesem Fall verdünnt werden. Bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 14 Jahren liegt die maximal zulässige Einzeldosis bei 20 mg Eisen/kg Körpergewicht, darf aber 1.000 mg Eisen nicht überschreiten. Bei Kindern im Alter von 1 bis 13 Jahren liegt die maximal zulässige Einzeldosis bei 15 mg Eisen/kg Körpergewicht, darf aber 750 mg Eisen nicht überschreiten.

Zur Verabreichung als Infusion darf Eisen-Carboxymaltose ratiopharm nur mit steriler, 0,9%iger (m/V) Kochsalzlösung verdünnt werden, wie in Tabelle 3 gezeigt. Hinweis: Aus Stabilitätsgründen darf Eisen-Carboxymaltose ratiopharm nicht auf Konzentrationen unter 2 mg Eisen/ml verdünnt werden (ohne Berücksichtigung des Dispersionsvolumens von Eisen(III)-Carboxymaltose).

Tabelle 3: Verdünnungsschema für Eisen-Carboxymaltose ratiopharm bei intravenöser Infusion

Erforderliches Volumen von Eisen-Carboxymaltose ratiopharmEntspricht einer Eisendosis vonHöchstmenge steriler 0,9%iger (m/V) KochsalzlösungMinimale
Verabreichungs
dauer
2 bis 4 ml100 bis 200 mg50 mlKeine Mindestdauer vorgeschrieben
> 4 bis 10 ml> 200 bis 500 mg100 ml6 Minuten
> 10 bis 20 ml> 500 bis 1.000 mg250 ml15 Minuten

Inkompatibilitäten Die Absorption von oral aufgenommenem Eisen ist bei gleichzeitiger Verabreichung von parenteralen Eisenpräparaten reduziert. Daher darf eine Eisentherapie mit oraler Verabreichung, falls erforderlich, frühestens 5 Tage nach der letzten Verabreichung von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm begonnen werden.

Überdosierung Die Verabreichung von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm in Dosen, welche die zur Korrektur des Eisenmangels benötigte Menge zum Zeitpunkt der Verabreichung übersteigen, kann zur Kumulation von Eisen in den Eisenspeichern und damit schließlich zu Hämosiderose führen. Die Überwachung von Eisenparametern wie Serumferritin und Transferrinsättigung kann beim Erkennen einer Eisenanreicherung helfen. Wenn es zur Eisenkumulation gekommen ist, ist diese gemäß medizinischer Standardpraxis zu behandeln. Es kann beispielsweise die Anwendung eines Eisenkomplexbildners in Erwägung gezogen werden.

Stabilität nach Anbruch

Haltbarkeit nach Anbruch der Durchstechflaschen:

Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Produkt sofort verwendet werden, es sei denn, die Art des
Öffnens schließt das Risiko einer mikrobiellen Kontamination aus. Wird das Produkt nicht sofort
verwendet, liegen die Lagerungszeiten und -bedingungen nach Anbruch in der Verantwortung des
Anwenders.

Haltbarkeit nach Verdünnung mit steriler 0,9%iger (m/V) Natriumchloridlösung:

Die chemische und physikalische Stabilität nach Verdünnung wurde für 24 Stunden bei 15 bis 25 °C nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Produkt sofort verwendet werden. Wird das Produkt nicht sofort verwendet, liegen die Lagerungszeiten und -bedingungen nach der Verdünnung und vor der Verwendung in der Verantwortung des Anwenders und sollten normalerweise 24 Stunden bei 15 bis 25 °C nicht überschreiten, es sei denn, die Verdünnung erfolgte unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen.

Fachinformation

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Eisen-Carboxymaltose ratiopharm® 50 mg Eisen/ml Dispersion zur Injektion/Infusion

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Ein ml Dispersion enthält 50 mg Eisen (als Eisen(III)-Carboxymaltose).

Jede 2-ml-Durchstechflasche enthält 100 mg Eisen (als Eisen(III)-Carboxymaltose).

Jede 10-ml-Durchstechflasche enthält 500 mg Eisen (als Eisen(III)-Carboxymaltose).

Jede 20-ml-Durchstechflasche enthält 1.000 mg Eisen (als Eisen(III)-Carboxymaltose).

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Ein ml Dispersion enthält 4,23 mg Natrium, siehe Abschnitt 4.4.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Dispersion zur Injektion/Infusion.

Dunkelbraune, nicht durchsichtige, wässrige Lösung.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Eisen-Carboxymaltose ratiopharm wird angewendet zur Behandlung von Eisenmangelzuständen,
wenn (siehe Abschnitt 5.1):

  • orale Eisenpräparate unwirksam sind
  • orale Eisenpräparate nicht angewendet werden können
  • die klinische Notwendigkeit einer raschen Eisengabe besteht

Die Diagnose eines Eisenmangels muss durch geeignete Laboruntersuchungen bestätigt sein.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Während und nach jeder Anwendung von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm müssen die Patienten
sorgfältig auf Anzeichen oder Symptome von Überempfindlichkeitsreaktionen überwacht werden.

Eisen-Carboxymaltose ratiopharm sollte nur angewendet werden, wenn in der Erkennung und Behandlung anaphylaktischer Reaktionen geschulte Fachkräfte unverzüglich verfügbar sind und die kardio-pulmonale Reanimation durch eine entsprechende Ausrüstung sichergestellt ist. Der Patient sollte für mindestens 30 Minuten nach jeder Gabe von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm hinsichtlich des Auftretens von Nebenwirkungen beobachtet werden (siehe Abschnitt 4.4).

Dosierung

Die Dosierung von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm wird in mehreren Schritten bestimmt:

[1] Bestimmung des individuellen Eisenbedarfs,
[2] Berechnung und Verabreichung der Eisendosis/-dosen und
[3] Kontrollen nach Wiederauffüllung der Eisenspeicher.

Diese Schritte werden im Folgenden näher beschrieben:

Schritt 1: Ermittlung des Eisenbedarfs Der individuelle Eisenbedarf zur Wiederauffüllung der Eisenspeicher mithilfe von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm wird anhand des Körpergewichts und Hämoglobin (Hb)-Spiegels des Patienten ermittelt. Zur Bestimmung des Gesamtbedarfs an Eisen, siehe Tabelle 1. Es können 2 Dosen erforderlich sein, um den Gesamtbedarf an Eisen aufzufüllen, siehe Schritt 2 für die maximalen individuellen Eisendosen.

Der Eisenmangel muss wie unter 4.1 angegeben durch Laboruntersuchungen bestätigt sein.

Tabelle 1: Bestimmung des Gesamtbedarfs an Eisen

HbKörpergewicht des Patienten
g/dlmmol/lUnter 35 kg35 kg bis < 70 kg70 kg und mehr
< 10< 6,230 mg/kg Körpergewicht1.500 mg2.000 mg
10 – < 146,2 – < 8,715 mg/kg Körpergewicht1.000 mg1.500 mg
≥ 14≥ 8,715 mg/kg Körpergewicht500 mg500 mg

Schritt 2: Berechnung und Verabreichung der maximalen individuellen Eisendosis/-dosen
Auf Basis des ermittelten Gesamtbedarfs an Eisen sollte Eisen-Carboxymaltose ratiopharm in
geeigneten Dosen verabreicht werden. Dabei gilt:

Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren

Eine Einzeldosis von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm darf folgende Werte nicht überschreiten:

  • 15 mg Eisen/kg Körpergewicht (Verabreichung als intravenöse Injektion) oder 20 mg Eisen/kg Körpergewicht (Verabreichung als intravenöse Infusion)
  • 1.000 mg Eisen (20 ml Eisen-Carboxymaltose ratiopharm)

Die maximal empfohlene kumulative Dosis von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm beträgt
1.000 mg Eisen (20 ml Eisen-Carboxymaltose ratiopharm) pro Woche. Wenn der Gesamtbedarf
an Eisen höher ist, soll eine zusätzliche Dosis frühestens 7 Tage nach der ersten Dosis verabreicht
werden.

Kinder und Jugendliche von 1 bis 13 Jahren
Eine Einzeldosis von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm darf folgende Werte nicht überschreiten:

  • 15 mg Eisen/kg Körpergewicht
  • 750 mg Eisen (15 ml Eisen-Carboxymaltose ratiopharm)

Die maximal empfohlene kumulative Dosis von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm beträgt
750 mg Eisen (15 ml Eisen-Carboxymaltose ratiopharm) pro Woche. Wenn der Gesamtbedarf an
Eisen höher ist, soll eine zusätzliche Dosis frühestens 7 Tage nach der ersten Dosis verabreicht
werden.

Schritt 3: Kontrollen nach Wiederauffüllung der Eisenspeicher
Je nach Verfassung des jeweiligen Patienten sollte der Mediziner eine erneute Kontrolle
durchführen. Der Hb-Spiegel sollte frühestens vier Wochen nach der letzten Verabreichung von
Eisen-Carboxymaltose ratiopharm erneut kontrolliert werden, um ausreichend Zeit für
Erythropoese und Eisenverwertung einzuräumen. Falls für den Patienten eine weitere Auffüllung
der Eisenspeicher erforderlich ist, sollte der Eisenbedarf neu berechnet werden (siehe Schritt 1).

Kinder unter 1 Jahr Die Wirksamkeit und Sicherheit von Eisen(III)-Carboxymaltose wurden bei Kindern unter 1 Jahr nicht untersucht. Daher wird die Anwendung von Eisen(III)-Carboxymaltose bei Kindern dieser Altersgruppe nicht empfohlen.

Patienten mit hämodialysepflichtiger chronischer Nierenerkrankung Bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 14 Jahren mit hämodialysepflichtiger chronischer Nierenerkrankung darf eine einmal tägliche Höchstdosis von 200 mg Eisen nicht überschritten werden (siehe auch Abschnitt 4.4).

Bei Kindern im Alter von 1 bis 13 Jahren mit hämodialysepflichtiger chronischer Nierenerkrankung wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Eisen(III)-Carboxymaltose nicht untersucht. Daher wird die Anwendung von Eisen(III)-Carboxymaltose bei Kindern im Alter von 1 bis 13 Jahren mit hämodialysepflichtiger chronischer Nierenerkrankung nicht empfohlen.

Art der Anwendung

Eisen-Carboxymaltose ratiopharm darf nur intravenös verabreicht werden:

  • als Injektion oder
  • als Infusion oder
  • während der Hämodialyse unverdünnt direkt in die venöse Leitung des Dialysegerätes gespritzt.

Eisen-Carboxymaltose ratiopharm darf nicht subkutan oder intramuskulär verabreicht werden.

Intravenöse Injektion Eisen-Carboxymaltose ratiopharm kann als intravenöse Injektion unter Anwendung der unverdünnten Dispersion verabreicht werden. Bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 14 Jahren liegt die maximal zulässige Einzeldosis bei 15 mg Eisen/kg Körpergewicht, darf aber 1.000 mg Eisen nicht überschreiten. Bei Kindern im Alter von 1 bis 13 Jahren liegt die maximal zulässige Einzeldosis bei 15 mg Eisen/kg Körpergewicht, darf aber 750 mg Eisen nicht überschreiten. Die Verabreichungsraten sind in Tabelle 2 angeführt:

Tabelle 2: Verabreichungsraten für die intravenöse Injektion von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm

Erforderliches Volumen von Eisen-Carboxymaltose ratiopharmEntspricht einer Eisendosis vonVerabreichungsrate/Minimale Verabreichungsdauer
2 bis 4 ml100 bis 200 mgKeine Mindestdauer vorgeschrieben
> 4 bis 10 ml> 200 bis 500 mg100 mg Eisen/min
> 10 bis 20 ml> 500 bis 1.000 mg15 Minuten

Intravenöse Infusion Eisen-Carboxymaltose ratiopharm kann als intravenöse Infusion verabreicht werden und muss in diesem Fall verdünnt werden. Bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 14 Jahren liegt die maximal zulässige Einzeldosis bei 20 mg Eisen/kg Körpergewicht, darf aber 1.000 mg Eisen nicht überschreiten. Bei Kindern im Alter von 1 bis 13 Jahren liegt die maximal zulässige Einzeldosis bei 15 mg Eisen/kg Körpergewicht, darf aber 750 mg Eisen nicht überschreiten.

Bei einer Infusion darf Eisen-Carboxymaltose ratiopharm nur mit steriler 0,9%iger (m/V) Kochsalzlösung verdünnt werden, wie in Tabelle 3 gezeigt. Hinweis: Aus Stabilitätsgründen darf Eisen-Carboxymaltose ratiopharm nicht auf Konzentrationen unter 2 mg Eisen/ml verdünnt werden (ohne Berücksichtigung des Dispersionsvolumens von Eisen(III)-Carboxymaltose). Weitere Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.

Tabelle 3: Verdünnungsschema für Eisen-Carboxymaltose ratiopharm bei intravenöser Infusion

Erforderliches Volumen von Eisen-Carboxymaltose ratiopharmEntspricht einer Eisendosis vonHöchstmenge steriler 0,9%iger (m/V) KochsalzlösungMinimale Verabreichungsdauer
2 bis 4 ml100 bis 200 mg50 mlKeine Mindestdauer vorgeschrieben
> 4 bis 10 ml> 200 bis 500 mg100 ml6 Minuten
> 10 bis 20 ml> 500 bis 1.000 mg250 ml15 Minuten
4.3Gegenanzeigen
Die Anwendung von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm ist kontraindiziert bei:• • • •Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, gegen Eisen-Carboxymaltose ratiopharm oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile. Schwere bekannte Überempfindlichkeit gegen andere parenterale Eisenpräparate. Nicht durch Eisenmangel bedingter Anämie, z. B. bei sonstigen Formen der mikrozytären Anämie. Anhaltspunkten für eine Eisenüberladung oder Eisenverwertungsstörungen.
4.4Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Überempfindlichkeitsreaktionen Parenteral verabreichte Eisenpräparate können Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich schwerwiegende und potenziell tödlich verlaufende anaphylaktische Reaktionen hervorrufen. Auch nach vorherigen komplikationslos vertragenen Injektionen parenteraler Eisenpräparate wurde über Überempfindlichkeitsreaktionen berichtet. Es liegen Berichte über Überempfindlichkeitsreaktionen vor, die sich zu einem Kounis-Syndrom entwickelt haben (akute allergische Koronararterienspasmen, die zu einem Myokardinfarkt führen können, siehe Abschnitt 4.8).

Das Risiko ist erhöht bei Patienten mit bekannten Allergien, einschließlich Arzneimittelallergien,
sowie bei solchen mit schwerem Asthma, Ekzem oder anderer atopischer Allergie in der
Vorgeschichte.

Bei Patienten mit immunologischen oder inflammatorischen Erkrankungen (z.B. systemischer Lupus Erythematodes, rheumatoide Arthritis) besteht ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Überempfindlichkeitsreaktionen bei der parenteralen Anwendung von Eisenkomplex-Präparaten.

Eisen-Carboxymaltose ratiopharm sollte nur angewendet werden, wenn in der Erkennung und Behandlung anaphylaktischer Reaktionen geschulte Fachkräfte unverzüglich verfügbar sind und die kardio-pulmonale Reanimation durch eine entsprechende Ausrüstung sichergestellt ist. Jeder Patient sollte für mindestens 30 Minuten nach jeder Gabe von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm hinsichtlich des Auftretens von Nebenwirkungen beobachtet werden. Wenn während der Behandlung Überempfindlichkeitsreaktionen oder Anzeichen einer Unverträglichkeit auftreten, muss die Behandlung sofort abgebrochen werden. Eine Ausrüstung zur kardio-pulmonalen Reanimation sowie zur Behandlung einer akuten anaphylaktischen Reaktion sollte verfügbar sein, einschließlich einer injizierbaren 1:1.000 Adrenalinlösung. Falls erforderlich, sollte eine zusätzliche Behandlung mit Antihistaminika und/oder Kortikosteroiden erfolgen.

Hypophosphatämische Osteomalazie Eine symptomatische Hypophosphatämie, die zu einer Osteomalazie und zu Brüchen führte und eine klinische Intervention einschließlich eines chirurgischen Eingriffs erforderte, wurde nach der Markteinführung beobachtet. Patienten sollten angewiesen werden, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn sie eine zunehmende Erschöpfung mit Myalgien oder Knochenschmerzen bei sich beobachten. Bei Patienten, die Mehrfachgaben in höherer Dosis oder eine Langzeitbehandlung erhalten, und bei Patienten mit bestehenden Risikofaktoren für eine Hypophosphatämie ist eine Kontrolle des Serumphosphats angezeigt. Im Falle einer andauernden Hypophosphatämie sollte die Behandlung mit Eisen(III)-Carboxymaltose erneut überdacht werden.

Eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion Patienten mit Leberfunktionsstörungen darf parenterales Eisen nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiken verabreicht werden. Die Verabreichung von parenteralem Eisen bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen, bei denen Eisenüberladung ein auslösender Faktor ist, und speziell bei Porphyria cutanea tarda (PCT), sollte vermieden werden. Zur Verhinderung einer Eisenüberladung wird eine sorgfältige Überwachung des Eisenstatus empfohlen.

Es liegen keine Informationen zur Sicherheit bei hämodialysepflichtigen Patienten mit chronischer
Nierenkrankheit vor, die Einzeldosen von über 200 mg erhalten.

Infektionen Bei akuten oder chronischen Infektionen, Asthma, Ekzem oder atopischen Allergien darf parenterales Eisen nur mit Vorsicht angewendet werden. Es wird empfohlen, die Behandlung mit Eisen-Carboxymaltose ratiopharm bei Patienten mit fortbestehender Bakteriämie abzubrechen. Daher ist bei Patienten mit chronischen Infektionen eine Nutzen-Risiken-Abwägung unter Berücksichtigung der Suppression der Erythropoese erforderlich.

Extravasation Bei der Verabreichung von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm ist Vorsicht geboten, um eine paravenöse Injektion zu vermeiden. Ein paravenöses Auslaufen von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm an der Verabreichungsstelle kann zu Hautreizungen und möglicherweise langanhaltenden braunen Verfärbungen an der Verabreichungsstelle führen. In einem solchen Fall muss die Verabreichung von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm sofort beendet werden.

Sonstige Bestandteile
Dieses Arzneimittel enthält 4,23 mg Natrium pro Milliliter unverdünnter Dispersion.

Durchstechflasche mit 2 ml Dispersion: Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium

(23 mg) pro Durchstechflasche, d. h. es ist nahezu „natriumfrei“.

Durchstechflasche mit 10 ml Dispersion: Dieses Arzneimittel enthält bis zu 46 mg Natrium pro

Durchstechflasche, entsprechend 2,3 % der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen
maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.

Durchstechflasche mit 20 ml Dispersion: Dieses Arzneimittel enthält bis zu 92 mg Natrium pro

Durchstechflasche, entsprechend 4,6 % der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen
maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die Absorption von oral aufgenommenem Eisen ist bei gleichzeitiger Verabreichung von parenteralen Eisenpräparaten reduziert. Gegebenenfalls sollte daher vor Beginn einer oralen Eisentherapie ein Mindestabstand von 5 Tagen nach der letzten Verabreichung von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm eingehalten werden.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen nur begrenzte Daten zu einer Anwendung von Eisen(III)-Carboxymaltose bei Schwangeren vor (siehe Abschnitt 5.1). Eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung ist daher vor Anwendung während der Schwangerschaft erforderlich und Eisen-Carboxymaltose ratiopharm sollte nicht während der Schwangerschaft angewendet werden, es sei denn, es ist eindeutig erforderlich.

Im ersten Trimester einer Schwangerschaft auftretende Eisenmangelanämien können in vielen Fällen mit oral verabreichten Eisenpräparaten behandelt werden. Die Behandlung mit Eisen-Carboxymaltose ratiopharm sollte auf das zweite und dritte Trimester begrenzt werden, sofern der Nutzen der Therapie höher als das potenzielle Risiko für Mutter und Fötus eingeschätzt wird.

Nach parenteraler Eisengabe kann es zu fetaler Bradykardie kommen. Diese ist in der Regel vorübergehend und tritt infolge einer Überempfindlichkeitsreaktion der Mutter auf. Das ungeborene Kind sollte während einer intravenösen Verabreichung parenteraler Eisenpräparate an schwangere Frauen sorgfältig überwacht werden.

Tierexperimentelle Studien lassen darauf schließen, dass das aus Eisen(III)-Carboxymaltose freigesetzte Eisen die Plazentaschranke überschreiten kann und die Anwendung dieses Arzneimittels während der Schwangerschaft Auswirkungen auf die Skelettentwicklung des Feten haben kann (siehe Abschnitt 5.3).

Stillzeit

Klinische Studien haben nur einen vernachlässigbar geringen (≤ 1 %) Übertritt von Eisen aus Eisen(III)-Carboxymaltose in die Muttermilch ergeben. Die begrenzten Daten über stillende Mütter deuten darauf hin, dass ein Risiko durch Eisen(III)-Carboxymaltose für das gestillte Kind unwahrscheinlich ist.

Fertilität

Es gibt keine Daten über die Wirkung von Eisen(III)-Carboxymaltose auf die Fertilität des Menschen. In tierexperimentellen Studien hatte die Behandlung mit Eisen(III)-Carboxymaltose keinen Einfluss auf die Fertilität (siehe Abschnitt 5.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es ist unwahrscheinlich, dass Eisen-Carboxymaltose ratiopharm einen Einfluss auf die
Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen hat.

4.8 Nebenwirkungen

In Tabelle 4 sind Nebenwirkungen aufgeführt, die im Rahmen von klinischen Studien, in denen > 9.000 Probanden (darunter > 100 Kinder und Jugendliche im Alter von 1 bis 17 Jahren) Eisen(III)-Carboxymaltose erhielten, und im Rahmen der Erfahrung nach Markteinführung aufgetreten sind (weitere Details siehe Fußnoten).

Die am häufigsten berichtete UAW ist Übelkeit (trat bei 3,2 % der Probanden auf), gefolgt von Reaktionen an der Injektions-/Infusionsstelle, Hypophosphatämie, Kopfschmerzen, Gesichtsrötung (Flush), Schwindel und Hypertonie. Zu den Reaktionen an der Injektions-/Infusionsstelle gehören verschiedene UAW, die jeweils gelegentlich oder selten auftreten.

Die schwerwiegendsten UAW waren anaphylaktische Reaktionen (selten); es wurden Todesfälle
berichtet. Weitere Informationen siehe Abschnitt 4.4.

Tabelle 4: Nebenwirkungen, die im Rahmen von klinischen Studien und der Erfahrung nach Markteinführung beobachtet wurden

SystemorganklasseHäufig (≥ 1/100, < 1/10)Gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100)Selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000)Häufigkeit Nicht bekannt (1)
Erkrankungen des ImmunsystemsÜberempfindlichkeitanaphylaktische Reaktionen
Stoffwechsel- und Ernährungs-störungenHypo-phosphatämie
Erkrankungen des NervensystemsKopf-schmerzen, SchwindelDysgeusie, ParästhesieVerlust des Bewusstseins (1)
Psychiatrische ErkrankungenAngst (2)
HerzerkrankungenTachykardieKounis-Syndrom (1)
GefäßerkrankungenFlush, HypertonieHypotoniePr ä synkope (2), Phlebitis, Synkope (2)
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsDyspnoeBronchospasmen (2)
Erkrankungen des Gastro-intestinaltraktsÜbelkeitAbdominalschmerz, Erbrechen, Verstopfung, Diarrhoe, DyspepsieFlatulenz
Erkrankungen der Haut und des Unterhaut-gewebes Skelett-muskulatur-, Bindegewebs- und Knochen-erkrankungen Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungs-ort UntersuchungenReaktionen an der Injektions-/Infusionsstelle (4)Ausschlag (3), Pruritus, Urtikaria, Erythem Arthralgie, Myalgie, Schmerz in einer Extremität, Rückenschmerzen, Muskelspasmen Fieber, Müdigkeit, Schüttelfrost, Schmerzen im Brustkorb, peripheres Ödem, Unwohlsein Anstieg der Alanin-Aminotransferase, Anstieg der Aspartat-aminotransferase, Anstieg der Gamma-Glutamyltransferase, Anstieg der alkalischen Phosphatase im Blut, Anstieg der Lactatdehydrogenase im BlutAngioödem (2), Hautverfärbung an entfernter Stelle (2), Blässe (2) grippeähnliche Symptome (die innerhalb weniger Stunden oder mehrerer Tage einsetzen können) (2)Gesichtsödem (1) Hypophosphat-ämische Osteomalazie (1)
  • UAW, die nur im Rahmen der Erfahrungen nach Markteinführung berichtet wurden; werden als selten eingeschätzt.
  • UAW, die im Rahmen der Erfahrungen nach Markteinführung berichtet wurden, werden auch im klinischen Rahmen beobachtet.
  • Beinhaltet die folgenden bevorzugten Begriffe: Ausschlag (gelegentlich auftretende Einzel-UAW) und erythematöser, generalisierter, makulöser, makulopapulöser, juckender Ausschlag (alle selten auftretende Einzel-UAW).
  • Beinhaltet unter anderem die folgenden bevorzugten Begriffe: Schmerzen, Hämatom, Verfärbung, Extravasation, Irritation, Reaktionen an der Injektions-/Infusionsstelle (alle gelegentlich auftretende Einzel-UAW) und Parästhesie an der Injektions-/Infusionsstelle (selten auftretende Einzel-UAW).

Kinder und Jugendliche

Das Sicherheitsprofil für Kinder und Jugendliche im Alter von 1 bis 17 Jahren war vergleichbar mit dem von Erwachsenen. 110 pädiatrische Patienten erhielten Eisen(III)-Carboxymaltose im Rahmen von 7 klinischen Studien. Es wurden keine schweren UAW berichtet. Zu den nicht schweren UAW gehörten Hypophosphatämie (n = 5), Urtikaria (n = 5), Reaktionen an der Injektions-/Infusionsstelle (n = 4), Abdominalschmerz (n = 2), Flush (n = 2), Kopfschmerzen (n = 2), Fieber (n = 2), erhöhte Leberenzyme (n = 2) und Ausschlag (n = 2). Verstopfung, Gastritis, Hypertonie, Pruritus und Durst wurden nur einmal berichtet.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/

anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Die Verabreichung von Eisen-Carboxymaltose ratiopharm in Dosen, welche die zur Korrektur des Eisenmangels zum Zeitpunkt der Verabreichung benötigte Menge übersteigen, kann zur Kumulation von Eisen in den Eisenspeichern und damit schließlich zu Hämosiderose führen. Die Überwachung von Eisenparametern wie Serumferritin und Transferrinsättigung (TSAT) kann beim Erkennen einer Eisenanreicherung helfen. Wenn es zur Eisenkumulation gekommen ist, ist diese gemäß medizinischer Standardpraxis zu behandeln, z. B. kann die Anwendung eines Eisenkomplexbildners in Erwägung gezogen werden.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antianämika, Eisen, parenterale Zubereitungen, ATC-Code: B03AC

Eisen-Carboxymaltose ratiopharm Dispersion zur Injektion/Infusion ist eine kolloidale Lösung des
Eisenkomplexes Eisen(III)-Carboxymaltose.

Der Komplex wurde entwickelt, um auf kontrollierte Weise Eisen zuzuführen, das für die
körpereigenen Eisentransport- und -lagerungsproteine verwendbar ist (Transferrin bzw. Ferritin).

24 Tage nach der Dosisgabe lag die von den roten Blutzellen verwendete Menge an 59Fe aus
radioaktiv markierter Eisen(III)-Carboxymaltose bei Probanden mit Eisenmangel (ID)-Anämie im
Bereich von 91 % bis 99 % und bei Probanden mit renaler Anämie von 61 % bis 84 %.

Eine Eisen(III)-Carboxymaltose-Behandlung führt zu einer Zunahme der Retikulozyten-Zahl, der
Serumferritinspiegel und der Transferrinsättigung (TSAT) auf Werte innerhalb des Normbereichs.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit Die Wirksamkeit und Sicherheit von Eisen(III)-Carboxymaltose wurde in verschiedenen Therapiebereichen, bei denen zur Behebung eines Eisenmangels eine intravenöse Eisengabe nötig war, untersucht. Die Hauptstudien sind im Folgenden detaillierter beschrieben.

Kardiologie

Chronische Herzinsuffizienz Die Studie CONFIRM-HF war eine doppelblinde, randomisierte, zweiarmige Studie, in der Eisen(III)-Carboxymaltose (n = 150) und ein Placebo (n = 151) über einen Behandlungszeitraum von 52 Wochen an Probanden mit chronischer Herzinsuffizienz und Eisenmangel (ID) verglichen wurden. An Tag 1 und in Woche 6 (Korrekturphase) erhielten die Probanden entweder Eisen(III)-Carboxymaltose nach einem vereinfachten Dosierschema, das unter Berücksichtigung des Baseline-Hb-Werts und des Körpergewichts beim Screening ermittelt wurde (siehe Abschnitt 4.2), das Placebo oder keine Dosis. In den Wochen 12, 24 und 36 (Erhaltungsphase) wurde den Probanden Eisen(III)-Carboxymaltose (500 mg Eisen) oder das Placebo verabreicht, sofern der Serumferritinspiegel bei < 100 ng/ml oder 100 bis 300 ng/ml und die Transferrinsättigung (TSAT) bei < 20 % lag. Die Behandlungsvorteile von Eisen(III)-Carboxymaltose gegenüber dem Placebo zeigten sich beim primären Wirksamkeitsendpunkt, in den veränderten Ergebnissen des 6-Minuten-Gehtests (6MWT) von der Baseline bis Woche 24 (33 ± 11 Meter, p = 0,002). Dieser Effekt setzte sich während der Studie bis Woche 52 fort (36 ± 11 Meter, p < 0,001).

Die Studie EFFECT-HF war eine offene (mit verblindeter Endpunktauswertung), randomisierte, zweiarmige Studie, in der Eisen(III)-Carboxymaltose (n = 86) und eine Standardbehandlung (n = 86) über einen Behandlungszeitraum von 24 Wochen an Probanden mit chronischer Herzinsuffizienz (CHF) und Eisenmangel (ID) verglichen wurden. An Tag 1 und in Woche 6 (Korrekturphase) erhielten die Probanden entweder Eisen(III)-Carboxymaltose nach einem vereinfachten Dosierschema, das unter Berücksichtigung des Baseline-Hb-Werts und des Körpergewichts beim Screening ermittelt wurde (siehe Abschnitt 4.2), oder die Standardbehandlung. In Woche 12 (Erhaltungsphase) wurde den Probanden Eisen(III)-Carboxymaltose (500 mg Eisen) oder die Standardbehandlung verabreicht, sofern der Serumferritinspiegel bei < 100 ng/ml oder 100 bis 300 ng/ml und die Transferrinsättigung (TSAT) bei < 20 % lag. Die Behandlungsvorteile von Eisen(III)-Carboxymaltose gegenüber der Standardbehandlung zeigten sich beim primären Wirksamkeitsendpunkt sowie in den veränderten Ergebnissen der gewichtsabhängigen Peak‐VO2 von der Baseline bis Woche 24 (KQ-Mittelwert 1,04 ± 0,44, p = 0,02).

Nephrologie

Hämodialysepflichtige chronische Nierenerkrankung Die Studie VIT-IV-CL-015 war eine randomisierte Open-Label-Parallelgruppenstudie bei Probanden mit ID-Anämie, die sich einer Hämodialyse unterzogen. In der Studie wurde Eisen(III)-Carboxymaltose (n = 97) mit Eisensucrose (n = 86) verglichen. Die Probanden erhielten 2-3-mal pro Woche Eisen(III)-Carboxymaltose oder Eisensucrose in Einzeldosen von 200 mg Eisen direkt in das Dialysegerät. Die Behandlung erfolgte so lange, bis die individuell berechnete kumulative Eisendosis erreicht war (durchschnittliche kumulative Eisendosis bei Eisen(III)-Carboxymaltose: 1.700 mg). Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war der prozentuale Anteil an Probanden, die 4 Wochen nach Baseline einen Hb-Anstieg von ≥ 1,0 g/dl erreichten. 4 Wochen nach Baseline zeigten 44,1 % ein Ansprechen auf die Eisen(III)-Carboxymaltose-Behandlung (d. h. einen Hb-Anstieg von ≥ 1,0 g/dl) im Vergleich zu 35,3 % mit Eisensucrose (p = 0,2254).

Nicht-dialysepflichtige chronische Nierenerkrankung Die Studie 1VIT04004 war eine randomisierte aktiv-kontrollierte Open-Label-Studie, in der die Sicherheit und Wirksamkeit von Eisen(III)-Carboxymaltose (n = 147) vs. oral verabreichtem Eisen (n = 103) verglichen wurde. Probanden der Eisen(III)-Carboxymaltose-Gruppe erhielten zu Baseline 1.000 mg Eisen und an Tag 14 und Tag 28 500 mg Eisen, falls beim jeweiligen Besuch der TSAT-Wert < 30 % und der Serumferritinwert < 500 ng/ml betrugen. Probanden im Arm mit oral verabreichtem Eisen erhielten von Baseline bis Tag 56 65 mg Eisen TID als Eisensulfat. Die Probanden wurden bis Tag 56 nachbeobachtet. Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war der prozentuale Anteil an Probanden, die zu irgendeinem Zeitpunkt zwischen Baseline und Studienende oder zur Zeit der Intervention einen Anstieg des Hb-Wertes von ≥ 1,0 g/dl erreichten. Dies wurde von 60,54 % der Probanden, die Eisen(III)-Carboxymaltose erhielten, erreicht vs. 34,7 % der Probanden in der Gruppe mit oral verabreichtem Eisen (p < 0,001). Die mittlere Veränderung des Hämoglobins bis Tag 56/Studienende betrug in der Eisen(III)-Carboxymaltose-Gruppe 1,0 g/dl und in der Gruppe mit oral verabreichtem Eisen 0,7 g/dl (p = 0,034; 95 % CI: 0,0; 0,7).

Gastroenterologie

Entzündliche Darmerkrankung Die Studie VIT-IV-CL-IV-008 war eine randomisierte Open-Label-Studie, in der die Wirksamkeit von Eisen(III)-Carboxymaltose vs. oral verabreichtem Eisensulfat zur Reduktion von ID-Anämie bei Probanden mit entzündlicher Darmerkrankung (IBD) verglichen wurde. Die Probanden erhielten entweder einmal wöchentlich Eisen(III)-Carboxymaltose (n = 111) in Einzeldosen von bis zu 1.000 mg Eisen, bis die individuelle berechnete Eisendosis (nach der Ganzoni-Formel) erreicht war (mittlere kumulative Eisendosis: 1.490 mg), oder 12 Wochen lang 100 mg Eisen BID als Eisensulfat (n = 49). Probanden, die Eisen(III)-Carboxymaltose erhielten, zeigten von Baseline bis Woche 12 einen mittleren Hb-Anstieg von 3,83 g/dl, der gegenüber der 12-wöchigen zweimal täglichen Therapie mit Eisensulfat nicht unterlegen war (3,75 g/dl; p = 0,8016).

Die Studie FER-IBD-07-COR war eine randomisierte Open-Label-Studie, in der die Wirksamkeit von Eisen(III)-Carboxymaltose vs. Eisensucrose bei Probanden mit remittierender oder leichter IBD verglichen wurde. Probanden, die Eisen(III)-Carboxymaltose erhielten, wurden gemäß eines vereinfachten Dosierschemas anhand des Hb-Baselinewerts und des Körpergewichts dosiert (siehe Abschnitt 4.2) und erhielten Einzeldosen von bis zu 1.000 mg Eisen, während Probanden, die Eisensucrose erhielten, entsprechend individuell berechneter Eisendosierungen nach der Ganzoni-Formel dosiert wurden. Sie erhielten so lange Dosierungen von 200 mg Eisen, bis die kumulative Eisendosis erreicht war. Die Probanden wurden 12 Wochen lang nachbeobachtet. In Woche 12 zeigten 65,8 % der Probanden, die Eisen(III)-Carboxymaltose erhielten (n = 240; mittlere kumulative Eisendosis: 1.414 mg), vs. 53,6 %, die Eisensucrose erhielten (n = 235; mittlere kumulative Dosis 1.207 mg; p = 0,004), ein Ansprechen (definiert als Hb-Anstieg ≥ 2 g/dl). In Woche 12 erreichten 83,8 % der mit Eisen(III)-Carboxymaltose behandelten Probanden vs. 75,9 % der mit Eisensucrose behandelten Probanden einen Hb-Anstieg ≥ 2 g/dl oder hatten Hb-Werte, die sich innerhalb des Normalbereichs befanden (p = 0,019).

Frauengesundheit

Post partum Die Studie VIT-IV-CL-009 war eine randomisierte, Open-Label-Nichtunterlegenheitsstudie, in der die Wirksamkeit von Eisen(III)-Carboxymaltose (n = 227) vs. Eisensulfat (n = 117) bei Frauen, die nach der Entbindung an Anämie litten, untersucht wurde. Die Probandinnen erhielten entweder Eisen(III)-Carboxymaltose in Einzeldosen von bis zu 1.000 mg Eisen, bis ihre individuell berechnete kumulative Eisendosis (nach der Ganzoni-Formel) erreicht war, oder 12 Wochen lang 100 mg Eisen BID als oral verabreichtes Eisensulfat. Die Probandinnen wurden 12 Wochen lang nachbeobachtet. Die mittlere Veränderung des Hb-Werts von Baseline bis Woche 12 betrug in der Eisen(III)-Carboxymaltose-Gruppe 3,37 g/dl (n = 179; mittlere kumulative Eisendosis: 1.347 mg) vs. 3,29 g/dl in der Eisensulphatgruppe (n = 89). Die Nichtunterlegenheit zwischen den Behandlungen wurde somit nachgewiesen.

Schwangerschaft

Intravenöse Eisenpräparate sollten nicht während der Schwangerschaft angewendet werden, es sei denn, es ist eindeutig erforderlich. Die Behandlung mit Eisen(III)-Carboxymaltose sollte auf das zweite und dritte Trimester begrenzt werden, sofern der Nutzen der Therapie höher als das potenzielle Risiko für Mutter und Fötus eingeschätzt wird. Siehe Abschnitt 4.6.

Begrenzte Daten zu schwangeren Frauen liegen aus der Studie FER-ASAP-2009-01 vor, einer randomisierten Open-Label-Studie, in der Eisen(III)-Carboxymaltose (n = 121) und orales Eisensulfat (n = 115) über einen Behandlungszeitraum von 12 Wochen an schwangeren Frauen im zweiten und dritten Trimester mit Eisenmangelanämie verglichen wurden. Die Probandinnen erhielten Eisen(III)-Carboxymaltose in kumulativen Dosen von 1.000 mg oder 1.500 mg Eisen (mittlere kumulative Dosis: 1.029 mg Eisen) je nach Hb-Wert und Körpergewicht beim Screening, oder 100 mg Eisen in oraler Form zweimal täglich über einen Zeitraum von 12 Wochen. Die Häufigkeit therapiebedingter Nebenwirkungen war vergleichbar bei mit Eisen(III)-Carboxymaltose behandelten Frauen und Frauen, die mit oralem Eisen behandelt wurden (11,4 % bei der Eisen(III)-Carboxymaltose-Gruppe; 15,3 % bei der Gruppe mit oralem Eisen). Die am häufigsten berichteten therapiebedingten Nebenwirkungen waren Übelkeit, Schmerzen im Oberbauch und Kopfschmerzen. Die Apgar-Werte und Eisenparameter der Neugeborenen in den Behandlungsgruppen waren vergleichbar.

Kinder und Jugendliche

Jugendliche ab 14 Jahren wurden in 4 Studien aufgenommen, an denen Erwachsene teilnahmen.

Darüber hinaus wurden pädiatrische Studien mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 1 bis 17 Jahren mit Eisenmangelanämie durchgeführt. Die häufigsten Ätiologien für Eisenmangelanämie waren gastrointestinale Erkrankungen (z. B. entzündliche Darmerkrankung, mit Helicobacter pyolor assoziierte gastrointestinale Erkrankung, Zöliakie) und starke Uterusblutung.

In einer prospektiven pharmakokinetischen/pharmakodynamischen Studie der Phase II (1VIT13036) wurden 35 Kinder mit einem Medianalter von 9,8 Jahren (Bereich: 1,5-17,5 Jahre) in 2 aufeinanderfolgenden Dosis-Kohorten mit Eisen(III)-Carboxymaltose-Einzeldosen von 7,5 mg Eisen/kg Körpergewicht (n = 16) bzw. Eisen(III)-Carboxymaltose 15 mg Eisen/kg Körpergewicht (n = 19) behandelt; die maximal zulässige Eisendosis betrug 750 mg. Hb, Ferritin und TSAT erhöhten sich dosisabhängig. An Tag 35 nach der Injektion betrug der mittlere (SD) Hb-Anstieg 1,9 (1,38) g/dl bei einer Eisen(III)-Carboxymaltose-Gabe von 7,5 mg Eisen/kg und 2,8 (1,15) g/dl bei einer Eisen(III)-Carboxymaltose-Gabe von 15 mg Eisen/kg. Siehe auch Abschnitt 4.8.

In einer prospektiven, offenen Parallelgruppenstudie der Phase III (1VIT17044) wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Eisen(III)-Carboxymaltose mit der oralen Eisentherapie verglichen. 40 Kinder mit einem Medianalter von 14,5 Jahren (Bereich: 1 bis 17 Jahre) wurden mit 2 Eisen(III)-Carboxymaltose-Dosen von 15 mg Eisen/kg Körpergewicht in einem Intervall von 7 Tagen (maximal zulässige Einzeldosis 750 mg) behandelt und 39 Kinder mit einem Medianalter von 14 Jahren (Bereich: 1 bis 17 Jahre) erhielten über einen Zeitraum von 28 Tagen orales Eisensulphat. Ein vergleichbarer Hb-Anstieg wurde sowohl nach der Behandlung mit Eisen(III)-Carboxymaltose als auch nach der Behandlung mit oralem Eisensulphat beobachtet. Der Hb-Anstieg an Tag 35 gegenüber dem Ausgangswert (KQ-Mittelwert [95 % CI]) betrug 2,22 [1,69; 2,75] g/dl nach Eisen(III)-Carboxymaltose und 1,92 [1,43; 2,41] g/dl nach oralem Eisensulphat. Insgesamt erreichten 87,5 % der Patienten der Gruppe mit intravenöser Eisengabe bis zum Studienende einen Hb-Anstieg von > 1 g/dl. Der Anstieg von Ferritin und TSAT, der als Maß für die Auffüllung der Eisenspeicher verwendet wurde, war nach der Eisen(III)-Carboxymaltose-Therapie höher als nach der oralen Eisensulphat-Therapie; der Anstieg von Ferritin an Tag 35 gegenüber dem Ausgangswert (KQ-Mittelwert [95 % CI]) betrug 132,1 [105,44; 158,76] ng/ml nach Eisen(III)-Carboxymaltose und 11,0 [15,62;

37,65] ng/ml nach oralem Eisensulphat. Der entsprechende Anstieg von TSAT betrug 24,3 [19,19,
29,41] % bzw. 8,7 [3,70;13,63] %. Siehe auch Abschnitt 4.8.

Überwachung des Ferritinspiegels nach Ersatztherapie

Aus der Studie VIT-IV-CL-008 liegen eingeschränkte Daten vor, die nachweisen, dass der Ferritinspiegel stark zwischen 2-4 Wochen nach der Ersatztherapie absinkt; danach verlangsamt sich dessen Abnahme. Der mittlere Ferritinspiegel sank nicht auf ein Niveau ab, das eventuell Anlass für die Erwägung einer neuerlichen Therapie während der 12-wöchigen Nachbeobachtung gegeben hätte. Die verfügbaren Daten weisen daher nicht deutlich auf einen optimalen Zeitpunkt für eine neuerliche Prüfung des Ferritinspiegels hin. Allerdings erscheint eine Kontrolle des Ferritinspiegels vor Ablauf der 4 Wochen nach der Ersatztherapie als verfrüht. Es wird daher empfohlen, dass der Mediziner je nach Verfassung der jeweiligen Patientin eine erneute Kontrolle des Ferritinspiegels durchführt.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Verteilung

Mithilfe der Positronenemissionstomographie (PET) wurde nachgewiesen, dass 59Fe und 52Fe aus
Eisen(III)-Carboxymaltose rasch aus dem Blut eliminiert, in das Knochenmark transportiert und in
Leber und Milz gespeichert wurden.

Nach Verabreichung einer Einzeldosis Eisen(III)-Carboxymaltose von 100 bis 1.000 mg Eisen werden bei ID-Probanden mit Eisenmangel maximale Gesamteisenspiegel im Serum von 37 µg/ml bis zu 333 µg/ml nach 15 Minuten bzw. 1,21 Stunden erreicht. Das Volumen des zentralen Kompartiments entspricht im Wesentlichen dem Plasmavolumen (ungefähr 3 Liter).

Elimination

Das injizierte oder infundierte Eisen wurde rasch aus dem Plasma eliminiert. Die terminale Halbwertszeit reichte von 7 bis 12 Stunden und die mittlere Verweildauer von 11 bis 18 Stunden. Die renale Elimination des Eisens war vernachlässigbar gering.

Kinder und Jugendliche

Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Eisen(III)-Carboxymaltose bei einer Dosis von 15 mg Eisen/kg waren vergleichbar mit denen von erwachsenen Patienten mit Eisenmangel. Das Eisen im Serum war nach einer Einzeldosis 7,5 mg Eisen/kg bzw. 15 mg Eisen/kg proportional zur Dosis erhöht. Nach einer Einzeldosis Eisen(III)-Carboxymaltose von 15 mg Eisen/kg Körpergewicht (maximal 750 mg) wurde nach 1,12 Stunden ein durchschnittlicher maximaler Wert für Gesamteisen im Serum von 310 µg/ml gemessen. Die terminale Halbwertszeit betrug 9,8 Stunden und das anhand der populationsbezogenen pharmakokinetischen Analyse geschätzte Verteilungsvolumen betrug 0,42 bis 3,14 l. Mit modellbasieren Simulationen wurde ermittelt, dass die pädiatrischen Teilnehmer zu einer geringeren systemischen Exposition (geringere AUC0-72h) als die Erwachsenen (Medianalter pro Altersgruppe: 3.340 µg×h/ml (1 bis 2 Jahre), 4.110 µg×h/ml (3 bis 12 Jahre), 4.740 µg×h/ml (13 bis 17 Jahre), 8.864 µg×h/ml (Erwachsene) tendierten.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Gabe und Genotoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen. Präklinische Untersuchungen deuten darauf hin, dass das aus Eisen(III)-Carboxymaltose freigesetzte Eisen in begrenzten, kontrollierten Mengen die Plazentaschranke überschreitet und in die Muttermilch ausgeschieden wird. In Studien zur Fortpflanzungstoxizität an eisengesättigten Kaninchen war Eisen(III)-Carboxymaltose mit geringfügigen Skelettanomalien beim Feten assoziiert. In einer Fertilitätsstudie bei Ratten wurden keine Wirkungen auf die Fruchtbarkeit männlicher oder weiblicher Tiere festgestellt. Zur Beurteilung des karzinogenen Potentials von Eisen(III)-Carboxymaltose wurden keine Langzeitstudien an Tieren durchgeführt. Es gibt keine Anhaltspunkte für ein allergenes oder immunotoxisches Potenzial. Ein kontrollierter in-vivo Test zeigte keine Kreuzreaktivität von Eisen(III)-Carboxymaltose mit Anti-Dextran-Antikörpern. Nach intravenöser Verabreichung wurden keine lokalen Reizerscheinungen oder Unverträglichkeiten beobachtet.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumhydroxid (zur Einstellung des pH-Werts)
Salzsäure (zur Einstellung des pH-Werts)
Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.

Die Kompatibilität mit Behältnissen aus anderen Materialien als Polyethylen und Glas ist nicht
bekannt.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

Haltbarkeit des Arzneimittels im unversehrten Behältnis:

2 Jahre

Haltbarkeit nach Anbruch der Durchstechflaschen:

Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Produkt sofort verwendet werden, es sei denn, die Art des
Öffnens schließt das Risiko einer mikrobiellen Kontamination aus. Wird das Produkt nicht sofort
verwendet, liegen die Lagerungszeiten und -bedingungen nach Anbruch in der Verantwortung des
Anwenders.

Haltbarkeit nach Verdünnung mit steriler 0,9%iger (m/V) Natriumchloridlösung:

Die chemische und physikalische Stabilität nach Verdünnung wurde für 24 Stunden bei 15 bis 25 °C nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Produkt sofort verwendet werden. Wird das Produkt nicht sofort verwendet, liegen die Lagerungszeiten und -bedingungen nach der Verdünnung und vor der Verwendung in der Verantwortung des Anwenders und sollten normalerweise 24 Stunden bei 15 bis 25 °C nicht überschreiten, es sei denn, die Verdünnung erfolgte unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

Aufbewahrungsbedingungen nach Verdünnung oder Anbruch des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Eisen-Carboxymaltose ratiopharm wird geliefert als:

  • 2 ml Dispersion mit 100 mg Eisen. Durchstechflasche aus Glas (Typ I) mit Stopfen (Brombutylkautschuk) und einer Aluminiumschutzkappe mit grüner Kunststoffabdeckung. Erhältlich in Packungsgrößen mit 1, 2 und 5 Durchstechflaschen.
  • 10 ml Dispersion mit 500 mg Eisen. Durchstechflasche aus Glas (Typ I) mit Stopfen (Brombutylkautschuk) und einer Aluminiumschutzkappe mit violetter Kunststoffabdeckung.

Erhältlich in Packungsgrößen mit 1, 2 und 5 Durchstechflaschen.

  • 20 ml Dispersion mit 1.000 mg Eisen. Durchstechflasche aus Glas (Typ I) mit Stopfen (Brombutylkautschuk) und einer Aluminiumschutzkappe mit blauer Kunststoffabdeckung. Erhältlich in einer Packungsgröße mit 1 Durchstechflasche.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Die Durchstechflaschen sind vor Gebrauch visuell auf Sedimente und Beschädigungen zu prüfen. Nur solche mit sedimentfreier, homogener Dispersionen sind zu verwenden.

Jede Durchstechflasche mit Eisen-Carboxymaltose ratiopharm ist nur für den einmaligen Gebrauch vorgesehen. Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

Eisen-Carboxymaltose ratiopharm darf nur mit steriler 0,9%iger (m/V) Natriumchloridlösung gemischt werden. Andere intravenöse Verdünnungslösungen und Arzneimittel dürfen nicht verwendet werden, weil eine Gefahr für Sedimentbildung und/oder Wechselwirkungen besteht. Hinweise für die Verdünnung, siehe Abschnitt 4.2.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Teva B.V.

Swensweg 5
2031 GA Haarlem
Niederlande

8. ZULASSUNGSNUMMER

Z.Nr.: 142111

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 12. April 2024

10. STAND DER INFORMATION

10.2025

REZEPTPFLICHT / APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig.