Dalacin Vaginalcreme – Gebrauchs- und Fachinformation
Gebrauchsinformation
Gebrauchsinformation: Information für Anwender
Dalacin® - Vaginalcreme
Wirkstoff: Clindamycin-Phosphat
Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses
Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.
- Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
- Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
- Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.
- Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.
Was in dieser Packungsbeilage steht
1. Was ist Dalacin und wofür wird es angewendet?
2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Dalacin beachten?
3. Wie ist Dalacin anzuwenden?
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
5. Wie ist Dalacin aufzubewahren?
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen
1. Was ist Dalacin und wofür wird es angewendet?
Dalacin-Vaginalcreme dient der Behandlung von Infektionen der Scheide.
Dalacin-Vaginalcreme enthält den Wirkstoff Clindamycin, ein Antibiotikum. Bei Infektionen verhindert Clindamycin die Vermehrung unerwünschter Bakterien in der Scheide bzw. tötet sie ab.
Wann ist die Behandlung einer Infektion der Scheide notwendig?
Mit vielen kleinen Reizungen der Scheide werden die Selbstheilungskräfte des Körpers alleine fertig.
Wenn es aber bereits zu einer Infektion mit Ausfluss und unangenehmem Geruch gekommen ist, sollten Sie rasch eine sinnvolle Behandlung beginnen. Denn abgesehen von den Beschwerden, die Sie schon haben, kann sich eine unbehandelte Infektion weiter ausbreiten. Beispielsweise können Entzündungen der Harnröhre und der Harnblase folgen. Es besteht aber auch die Gefahr, dass sich weitere Krankheitserreger in der bereits geschädigten Schleimhaut der Scheide ansiedeln.
Durch die Behandlung mit Dalacin-Vaginalcreme klingt die Erkrankung meist rasch ab. Die störenden Begleiterscheinungen (z.B. Ausfluss und unangenehmer Geruch) verschwinden in wenigen Tagen.
2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Dalacin beachten?
Dalacin-Vaginalcreme darf nicht angewendet werden,
- wenn Sie allergisch gegen Clindamycin oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,
- wenn Sie allergisch gegen Lincomycin sind,
- wenn bei Ihnen bereits früher Entzündungen im Bereich des Darmtraktes oder durch Antibiotika verursachte Darmentzündungen aufgetreten sind.
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Dalacin-Vaginalcreme anwenden.
Beginnen Sie die Behandlung nach Möglichkeit nicht während der Monatsblutung. Setzt die Blutung
jedoch während der Behandlung ein, ist eine Unterbrechung nicht sinnvoll.
Beenden Sie die Behandlung und informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt, wenn bei Ihnen während der Behandlung starker Durchfall (möglicherweise mit Fieber und schweren Bauchkrämpfen, die von Blut- und Schleimabgang begleitet sein können) auftritt.
Vermeiden Sie während der Behandlung Geschlechtsverkehr und verwenden Sie keine Tampons oder Intimspray bzw. Intimspülungen.
Informieren Sie vor der Behandlung Ihren Arzt, falls Sie an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leiden. Er wird entscheiden, ob eine Behandlung mit Dalacin Vaginalcreme für Sie geeignet ist.
Während der Behandlung mit Dalacin Vaginalcreme kann es zu einem Überwuchern von
unempfindlichen Organismen, vor allem Hefen, kommen. Falls Sie den Verdacht haben, dass dies bei
Ihnen der Fall ist, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.
Wenn Sie glauben, dass Dalacin-Vaginalcreme bei Ihnen Nebenwirkungen verursacht, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt darüber. Dies gilt vor allem für ein zunehmend starkes Brennen in der Scheide.
Anwendung von Dalacin-Vaginalcreme zusammen mit anderen Arzneimitteln
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich andere
Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel anzuwenden.
Dalacin verstärkt die Wirkung von Arzneimitteln, die zu einer Entspannung der Muskulatur führen.
Bestimmte Arzneimittel, welche zur Blutverdünnung verwendet werden (Vitamin K Antagonisten wie Phenprocoumon, Acenocoumarol und Warfarin): Blutungen können bei Ihnen mit erhöhter Wahrscheinlichkeit auftreten. Ihr Arzt muss möglicherweise regelmäßig Bluttests bei Ihnen durchführen, um Ihre Blutgerinnung zu kontrollieren.
Schwangerschaft und Stillzeit
Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Bisher gibt es bei einer Anwendung von Dalacin-Vaginalcreme im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel keine Hinweise auf eine schädigende Wirkung des Arzneimittels auf Mutter und Kind. Im ersten Schwangerschaftsdrittel wird eine Anwendung aufgrund fehlender Daten jedoch nicht empfohlen.
Aus Sicherheitsgründen dürfen Sie Dalacin-Vaginalcreme während der Schwangerschaft und Stillzeit nur auf ausdrückliche Anweisung Ihres Arztes anwenden.
Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Obwohl keine Auswirkungen von Dalacin auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen bekannt sind, sollte beachtet werden, dass es durch das Auftreten von bestimmten Nebenwirkungen zu einer Beeinträchtigung der Konzentrationsfähigkeit und des Reaktionsvermögens kommen kann.
Dalacin-Vaginalcreme enthält Cetylstearylalkohol, Propylenglycol, Benzylalkohol, Polysorbat 60 und Mineralöl.
Dieses Arzneimittel enthält 160,5 mg Cetylstearylalkohol pro Applikatorfüllung (ca. 5 g Dalacin-Vaginalcreme) entsprechend 32,1 mg/g Cetylstearylalkohol. Cetylstearylalkohol kann örtlich begrenzt Hautreizungen (z.B. Kontaktdermatitis) hervorrufen.
Dieses Arzneimittel enthält 250 mg Propylenglycol pro Applikatorfüllung (ca. 5 g Dalacin-Vaginalcreme) entsprechend 50 mg/g Propylenglycol.
Dieses Arzneimittel enthält 50 mg Benzylalkohol pro Applikatorfüllung (ca. 5 g Dalacin-Vaginalcreme), entsprechend 10 mg/g Benzylalkohol. Benzylalkohol kann leichte lokale Reizungen und allergische Reaktionen hervorrufen.
Dieses Arzneimittel enthält 250 mg Polysorbat 60 pro Applikatorfüllung (ca. 5 g Dalacin-Vaginalcreme), entsprechend 50 mg/g Polysorbat 60. Polysorbate können allergische Reaktionen hervorrufen. Teilen Sie Ihrem Arzt mit, ob bei Ihnen in der Vergangenheit schon einmal eine allergische Reaktion beobachtet wurde.
Mineralöl kann die Reißfestigkeit von Kondomen oder Diaphragmen beeinträchtigen. Daher wird empfohlen während der Behandlung und bis zu 72 Stunden danach keine solchen Produkte zu verwenden.
3. Wie ist Dalacin anzuwenden?
Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt an. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie nicht sicher sind.
Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 16
Jahren eine Applikatorfüllung einmal täglich.
Dalacin-Vaginalcreme wird mit einem Applikator direkt in die Scheide eingebracht. Dies geschieht am besten abends nach dem Zubettgehen.
Gebrauchsanweisung:
1) Auffüllen des Applikators:
Entfernen Sie die Verschlusskappe von der Tube.
Nun schrauben Sie das offene Ende des Applikators auf die Cremetube und drücken die Tube am Ende beginnend zusammen. Sie sehen, wie sich der Applikator langsam füllt. Wenn er ganz voll ist, schrauben Sie ihn von der Tube wieder ab.
2) Einführen der Vaginalcreme:
Um den Applikator richtig einführen zu können, legen Sie sich auf den Rücken und öffnen die Beine.
Führen Sie das offene Ende des Applikators möglichst tief in die Scheide ein. Halten Sie den Applikator jetzt fest und drücken Sie mit dem Kolben die gesamte Creme in die Scheide. Anschließend den Applikator langsam herausziehen.
Wie oft soll das Arzneimittel angewendet werden?
Ihr Arzt legt die genaue Behandlung fest. Bitte befolgen Sie seine Verordnung - die folgenden Angaben sind eine allgemeine Empfehlung:
Jeweils abends wird eine Füllung des Applikators in die Scheide eingebracht. Die Behandlungsdauer
richtet sich nach der Schwere Ihrer Erkrankung - sie beträgt mindestens drei, höchstens sieben Tage.
Es ist wichtig, dass Sie die vom Arzt festgelegte Dosierung und Behandlungsdauer genau einhalten. Nur so kann eine dauerhafte Heilung erreicht werden.
Wenn Sie eine größere Menge von Dalacin-Vaginalcreme angewendet haben, als Sie sollten
Wenden Sie sich in diesem Fall an einen Arzt.
Wenn Sie die Anwendung von Dalacin-Vaginalcreme vergessen haben
Falls Sie auf eine Anwendung vergessen haben, holen Sie diese bitte nicht nach und setzen Sie die
Behandlung einfach wie vorgeschrieben fort.
Wenn Sie die Anwendung von Dalacin-Vaginalcreme abbrechen
Für eine erfolgreiche Behandlung ist es unbedingt notwendig, dass Sie die vom Arzt vorgeschriebene
Dosierung und die Behandlungsdauer genau einhalten. Wenn Sie die Behandlung vorzeitig abbrechen,
können sich noch nicht abgetötete Bakterien weiter vermehren. Dadurch entsteht die Gefahr eines
neuerlichen Ausbruchs der Erkrankung.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Die Sicherheit von Dalacin-Vaginalcreme wurde sowohl bei nicht-schwangeren Frauen als auch bei
Schwangeren im 2. und 3. Trimenon untersucht.
Sehr häufig auftretende Nebenwirkungen (können mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):
- Candidose der Scheide und der Vulva
Häufig auftretende Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):
- Infektion der oberen Atemwege
- Pilzinfektion, Candida-Infektion
- Kopfschmerzen, Benommenheit, Geschmacksstörung
- Bauchkrämpfe, Bauchschmerzen
- Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung
- Juckreiz (nicht auf die Anwendungsstelle begrenzt), Hautausschlag
- Rückenschmerzen
- Harnwegsinfektion, Zucker oder Eiweiß im Harn
- Abnorme Wehentätigkeit
- Reizungen und Beschwerden im Bereich der Scheide und der Vulva, Entzündung der Scheide und der Vulva
- Menstruationsstörungen, Blutungen außerhalb des normalen Zyklus, Schmerzen im Bereich der Scheide und der Vulva, Scheidenausfluss
Gelegentlich auftretende Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):
- Bakterielle Infektion
- Systemische Candidose
- Allergische Reaktionen
- Schwindel
- Nasenbluten
- Generelle Bauchschmerzen, aufgeblähter Bauch, Blähungen, Mundgeruch, Verdauungsstörung einschließlich Sodbrennen
- Hautrötung, Nesselsucht
- Schmerzhafter Harndrang
- Unterleibsschmerzen, Scheidenentzündung (durch Trichomonaden), Scheideninfektion
- Abnormaler mikrobiologischer Testbefund
Nebenwirkungen mit nicht bekannter Häufigkeit:
- Pilzinfektion/Candida-Infektion der Haut
- Schilddrüsenüberfunktion
- Lokalisierte Bauchschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, antibiotikabedingte Entzündung des Dickdarms (pseudomembranöse Colitis)
- Fleckiger oder knötchenförmiger Hautausschlag
- Wucherung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriose),
- Entzündung, Entzündliche Schwellung am Verabreichungsort, allgemeine Schmerzen
Meldung von Nebenwirkungen
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.
Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/
Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die
Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.
5. Wie ist Dalacin aufzubewahren?
Nicht über 25 °C lagern.
Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.
Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr
verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.
Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen
Was Dalacin-Vaginalcreme enthält
- Der Wirkstoff ist Clindamycin-Phosphat. 1 g Vaginalcreme enthält 20 mg Clindamycin.
- Die sonstigen Bestandteile sind Sorbitan Monostearat, Polysorbat 60, Propylenglycol (E 1520), Stearinsäure, Cetostearylalkohol, Cetalpalmitat, Paraffinum liquidum (Mineralöl), Benzylalkohol (E 1519), gereinigtes Wasser (siehe Abschnitt „Dalacin-Vaginalcreme enthält Cetylstearylalkohol, Propylenglycol, Benzylalkohol, Polysorbat 60 und Mineralöl.“).
Wie Dalacin-Vaginalcreme aussieht und Inhalt der Packung
Jede Packung enthält eine Kunststofftube mit 20 g weißer, halbfester Vaginalcreme und 3 Applikatoren. Die Tube besteht aus Polyethylen und Aluminiumfolie, die Verschlusskappe aus Polypropylen.
Die Applikatoren sind aus Polyethylen.
Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller
Pharmazeutischer Unternehmer: Pfizer Corporation Austria Ges.m.b.H., Wien
Hersteller: Pfizer Service Company BV, Zaventem, Belgien
Z.Nr.: 1-20417
Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im Oktober 2025.
Fachinformation
ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Dalacin® – Vaginalcreme
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
1 g Vaginalcreme enthält 20 mg Clindamycin als Clindamycin-Phosphat.
Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:
Dalacin-Vaginalcreme enthält 250 mg Propylenglycol pro Applikatorfüllung (ca. 5 g Dalacin-Vaginalcreme), entsprechend 50 mg/g Propylenglycol.
Dalacin-Vaginalcreme enthält 160,5 mg Cetylstearylalkohol pro Applikatorfüllung (ca. 5 g Dalacin-Vaginalcreme), entsprechend 32,1 mg/g Cetylstearylalkohol.
Dalacin-Vaginalcreme enthält 50 mg Benzylalkohol pro Applikatorfüllung (ca. 5 g Dalacin-
Vaginalcreme), entsprechend 10 mg/g Benzylalkohol.
Dalacin-Vaginalcreme enthält 250 mg Polysorbat 60 pro Applikatorfüllung (ca. 5 g Dalacin-
Vaginalcreme), entsprechend 50 mg/g Polysorbat 60.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Weiße, halbfeste Vaginalcreme
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Dalacin eignet sich zur Behandlung von Infektionen, hervorgerufen durch Clindamycin-empfindliche
anaerobe und grampositive aerobe Bakterien:
Bakterielle Vaginosen (Aminkolpitis, Gardnerella Vaginitis, Corynebacterium Vaginitis, anaerobe
Vaginose).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dosierung
Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren
Die empfohlene Dosierung beträgt eine Applikatorfüllung (ca. 5 g Creme entsprechend 100 mg Clindamycin) täglich. Die Verabreichung erfolgt intravaginal, vorzugsweise nach dem Zubettgehen. Die Therapiedauer beträgt drei Tage, kann aber bei Bedarf auf bis zu sieben Tage ausgedehnt werden.
Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen bis 16 Jahre wurde nicht untersucht, daher kann eine Anwendung bei dieser Altersgruppe nicht generell empfohlen werden.
Ältere Patienten
Es liegen keine ausreichenden Daten zur Anwendung bei Patienten ab einem Alter von 60 Jahren vor, daher kann eine Anwendung bei dieser Altersgruppe nicht generell empfohlen werden.
Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion Aufgrund der geringen systemischen Resorption nach topischer Anwendung ist eine Dosisanpassung bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion nicht notwendig.
Art der Anwendung
Intravaginal.
Anwendungshinweise
Gebrauchsanweisung für den Applikator:
- Ein Applikator wird auf die Tube aufgeschraubt und die Vaginalcreme vorsichtig in den Zylinder gedrückt.
- Wenn dieser bis zum Anschlag des Kolbens gefüllt ist, Applikator von der Tube abschrauben.
- Zur Applikation der Creme soll die Patientin auf dem Rücken liegen.
- Der Applikator wird mit dem offenen Ende voran möglichst tief in die Vagina eingeführt, danach kann die Vaginalcreme durch Druck auf den Kolben ausgedrückt werden.
4.3 Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Clindamycin oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
- Überempfindlichkeit gegen Lincomycin
- Antibiotika-assoziierte Colitis in der Anamnese
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Die Behandlung sollte zweckmäßigerweise nicht während der Menstruation durchgeführt werden. Eine begonnene Therapie soll jedoch zu Ende geführt werden.
Vor oder nach Beginn der Therapie mit Clindamycin müssen die Patienten unter Umständen mittels entsprechender Labortests auf das Vorliegen anderer Infektionen einschließlich solcher mit Trichomonas vaginalis, Candida albicans, Chlamydia trachomatis sowie Gonokokkeninfektionen untersucht werden um diese als Ursache der Vulvovaginitis aus zu schließen.
Die Anwendung von Clindamycin kann zu einer Überwucherung mit unempfindlichen Organismen,
insbesondere Hefen, führen.
Wie die meisten Antibiotika ist auch oral und parenteral verabreichtes Clindamycin mit schwerer pseudomembranöser Colitis in Verbindung gebracht worden. Eine solche ist daher bei allen Patienten in Erwägung zu ziehen, die nach Anwendung einer antibakteriellen Therapie Diarrhöe entwickeln. Im Falle einer signifikanten oder länger anhaltenden Diarrhöe sollte das Arzneimittel abgesetzt werden und entsprechend diagnostische Verfahren und eine entsprechende Therapie sind nach Bedarf einzuleiten.
Bei vaginaler Applikation kommt es zur systemischen Resorption von Clindamycin (siehe Abschnitt 5.2). Jedoch kam es nach vaginaler Applikation nur selten zum Auftreten von Durchfällen und sehr selten zu einer Colitis (gekennzeichnet durch anhaltend starke Diarrhöe, abdominelle Krämpfe, Leukozytose und Fieber).
Eine auf klinischen Symptomen basierende Diagnose sollte durch einen endoskopischen Nachweis von pseudomembranöser Colitis erhärtet werden. Eine zusätzliche Bestätigung stellt die Stuhlkultur für Clostridium difficile auf selektiven Nährmedien mit Toxintest dar.
Eine antibiotikabedingte pseudomembranöse Colitis kann lebensbedrohlich sein. Bei Auftreten einer pseudomembranösen Colitis ist die Behandlung mit Clindamycin abzubrechen und eine geeignete antibakterielle Therapie ist einzuleiten (z.B. Vancomycin). Bei mittelschweren Fällen kann es nach dem Absetzen der Therapie zu einer Besserung kommen. Peristaltikhemmende Arzneimittel sind in solchen Fällen kontraindiziert.
Vorsicht ist bei der Verschreibung von Clindamycin bei Patienten mit entzündlichen Darmkrankheiten wie etwa Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa geboten.
Wie bei allen Vaginalinfektionen wird für die Dauer der Behandlung mit Clindamycin-Vaginalcreme ein Verzicht auf Geschlechtsverkehr empfohlen.
Die Anwendung anderer vaginal anzuwendenden Produkte (wie etwa Tampons, Intimsprays und
Intimspülungen) während der Behandlung mit Clindamycin-Vaginalcreme wird ebenfalls nicht
empfohlen.
Angaben zu sonstigen Bestandteilen
Dalacin-Vaginalcreme enthält Propylenglycol, Cetylstearylalkohol, Benzylalkohol und Polysorbat 60
(siehe Abschnitt 2).
Cetylstearylalkohol kann örtlich begrenzt Hautreizungen (z.B. Kontaktdermatitis) hervorrufen.
Benzylalkohol kann leichte lokale Reizungen und allergische Reaktionen hervorrufen.
Polysorbat 60 kann allergische Reaktionen hervorrufen.
Außerdem enthält Dalacin-Vaginalcreme Mineralöl, das die Reißfestigkeit von Kondomen oder Diaphragmen beeinträchtigen kann. Daher wird empfohlen, während der Behandlung und bis zu 72 Stunden danach, keine solchen Produkte zu verwenden, da die empfängnisverhütende Wirksamkeit oder der Schutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen beeinträchtigt sein könnte.
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Dalacin Vaginalcreme wurden bei Kindern und Jugendlichen nicht untersucht.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es liegen keine Informationen zur gleichzeitigen Anwendung von Clindamycin mit anderen vaginal
anzuwendenden Arzneimitteln vor.
Für systemisch verabreichtes Clindamycin wurde eine neuromuskuläre Blockadewirkung gezeigt, die die Wirkung anderer neuromuskulärer Hemmstoffe verstärken könnte. Bei Patienten, die mit solchen Arzneimitteln behandelt werden, ist daher bei der Anwendung von Clindamycin entsprechende Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.9 Überdosierung).
Zwischen Clindamycin und Lincomycin besteht eine Kreuzresistenz.
Vitamin K Antagonisten Erhöhte Werte bei bestimmten Gerinnungstests (PT/INR) und/oder eine erhöhte Blutungsneigung wurden bei Patienten berichtet, die gleichzeitig mit Clindamycin und Vitamin K Antagonisten (z.B. Warfarin, Phenprocoumon, Acenocoumarol und Fluindion) behandelt wurden. Die Blutgerinnung von Patienten, die gleichzeitig mit Vitamin K Antagonisten behandelt werden, ist daher engmaschig durch entsprechende Tests zu kontrollieren.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Die Anwendung von Clindamycin im ersten Trimenon der Schwangerschaft wird nicht empfohlen, da für diesen Zeitraum keine entsprechenden und gut kontrollierten Studien an schwangeren Frauen vorliegen.
In klinischen Studien an schwangeren Frauen waren weder die vaginale Anwendung von Clindamycin während des zweiten Trimenons noch die systemische Anwendung von Clindamycin während des zweiten und dritten Trimenons der Schwangerschaft mit angeborenen Anomalien oder Fehlbildungen assoziiert. Bei Anwendung von Clindamycin Vaginalcreme im zweiten und dritten Trimester der Schwangerschaft erscheint die Möglichkeit einer fetalen Schädigung eher unwahrscheinlich.
Bei zwingender Indikation kann Clindamycin zur Behandlung schwangerer Frauen während des zweiten und dritten Trimenons der Schwangerschaft angewendet werden.
Untersuchungen zur Reproduktionstoxizität bei Ratten und Mäusen mit oraler und parenteraler Verabreichung von Clindamycin in Dosen von 100 bis 600 mg/kg/Tag erbrachten keine Hinweise auf eine Schädigung des Fetus durch Clindamycin. Bei einem Mausstamm wurden bei Feten behandelter Muttertiere Gaumenspalten beobachtet; bei anderen Mausstämmen oder bei anderen Tiergattungen wurde diese Reaktion nicht festgestellt und sie wird daher als eine tierstammspezifische Wirkung erachtet.
Untersuchungen zur Reproduktionstoxizität an Ratten und Kaninchen mit oraler und subkutaner
Verabreichung ergaben keine Hinweise auf Schädigungen des Fetus durch Clindamycin, außer bei
maternal-toxischen Dosen. Tierexperimentelle Studien zur Reproduktionstoxizität lassen nicht immer
Rückschlüsse auf die Reaktion beim Menschen zu.
Die Anwendung eines Arzneimittels in der Schwangerschaft hat jedenfalls nur bei klarer
Indikationsstellung und unter Abwägung des Nutzen-Risiko Verhältnisses zu erfolgen.
Bei der Anwendung des Applikators in der Schwangerschaft ist besondere Vorsicht geboten, um unnötige Manipulationen am Muttermund zu vermeiden.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Clindamycin nach vaginaler Anwendung von Clindamycin-Vaginalcreme in die Muttermilch ausgeschieden wird. Nach systemischer Anwendung wurde Clindamycin allerdings in einer Konzentration von < 0,5 bis 3,8 µg/ml in der Muttermilch nachgewiesen.
Clindamycin kann nachteilige Auswirkungen auf die Magen-Darm-Flora des gestillten Säuglings haben, wie Durchfall oder Blut im Stuhl, sowie Hautausschlag verursachen. Die Entwicklungs- und Gesundheitsvorteile des Stillens sind zusammen mit dem klinischen Bedarf der Mutter an Clindamycin und den möglichen nachteiligen Auswirkungen auf das gestillte Kind durch Clindamycin oder auf die zugrundeliegende Erkrankung der Mutter, zu berücksichtigen.
Wenn Clindamycin von der Mutter benötigt wird, muss das Stillen nicht unterbrochen werden, aber ein alternatives Arzneimittel mag bevorzugt werden.
Fertilität
Fertilitätsstudien an oral mit Clindamycin behandelten Ratten erbrachten keinen Hinweis auf Wirkungen auf die Fertilität oder die Paarungsfähigkeit. Es wurden keine tierexperimentellen Fertilitätsstudien mit der vaginalen Verabreichungsroute durchgeführt.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Clindamycin hat keinen oder nur einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Durch das Auftreten von bestimmten Nebenwirkungen können jedoch die Fähigkeit zum Lenken von
Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen sowie das Reaktionsvermögen beeinträchtigt werden.
4.8 Nebenwirkungen
In der nachstehenden Tabelle werden die aus klinischen Studien und aus den Erfahrungen nach der
Markteinführung berichteten Nebenwirkungen nach Systemorganklassen und Häufigkeit aufgeführt.
Nebenwirkungen, die aus den Erfahrungen nach der Marktzulassung berichtet wurden, werden in Kursivschrift angezeigt. Die Häufigkeitskategorien werden nach den folgenden Kriterien definiert: Sehr häufig (≥1/10); Häufig (≥ 1/100 bis <1/10); Gelegentlich (≥1/1 000 bis <1/100); Selten (≥ 1/10 000 bis <1/1 000); Sehr selten (< 1/10 000) und Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitskategorie werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angeführt.
Die Sicherheit von Clindamycin-Vaginalcreme wurde sowohl bei nicht-schwangeren Patientinnen als
auch bei Frauen im zweiten und dritten Trimenon der Schwangerschaft untersucht. Die folgenden
behandlungsbedingten Nebenwirkungen wurden von weniger als 10 % der Patienten beschrieben.
| Systemorganklasse Infektionen und parasitäre Erkrankungen Erkrankungen des Immunsystems Endokrine Erkrankungen Erkrankungen des Nervensystems Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | Sehr häufig ≥ 1/10 | ≥ 1/100 bis <1/10 Pilzinfektion Candida-Infektion Kopfschmerzen Benommenheit Geschmacksstörung Obere Atemwegsinfektion Bauchschmerzen Bauchkrämpfe Diarrhöe Übelkeit Erbrechen Obstipation | Häufig | Gelegentlich ≥ 1/1 000 bis <1/100 Systemische Candidose Bakterielle Infektion Allergische Reaktionen/ Überempfindlichkeits-reaktionen Schwindel Nasenbluten Generalisierte Bauchschmerzen Mundgeruch Flatulenz Aufgeblähter Bauch Dyspepsie einschließlich Sodbrennen | Selten ≥ 1/10 000 bis <1/1 000 | Sehr selten < 1/10 000 | Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) Dermale Candidose Hyperthyreose Pseudomembranöse Colitis (siehe Abschnitt 4.4) Lokalisierte Bauchschmerzen gastrointestinale Beschwerden |
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes | Pruritus (nicht auf die Anwendungs-stelle begrenzt) Exanthem | Erythem Urtikaria | Makulopapuläres Exanthem | ||||
| Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen Erkrankungen der Nieren und Harnwege Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse | Vulvovaginale Candidose | Rückenschmerzen Harnwegsinfektion Glukosurie Proteinurie Abnorme Wehentätigkeit Vulvovaginitis Vulvovaginale Beschwerden Irritationen der Vulva Menstruations-störungen Vulvovaginale Schmerzen Metrorrhagie Vaginaler Ausfluss | Dysurie Trichomonaden-Vulvovaginitis Vaginale Infektion Unterleibsschmerzen Vaginitis | Endometriose | |||
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort Untersuchungen | Abnormaler mikrobiologischer Testbefund | Allgemeine Schmerzen Entzündung Entzündliche Schwellung |
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie
ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/
4.9 Überdosierung
Es liegen keine Berichte zu einer Überdosierung mit Clindamycin vor. Bei vaginaler Applikation kann das in der Vaginalcreme enthaltene Clindamycin-Phosphat in ausreichenden Mengen resorbiert werden, um systemische Wirkungen hervorzurufen.
Eine versehentliche Einnahme kann Wirkungen bedingen, die mit jenen nach oraler Gabe von
Clindamycin in therapeutischen Konzentrationen vergleichbar sind.
Hämodialyse und Peritonealdialyse sind bei der Elimination von Clindamycin aus dem Serum
unwirksam.
Im Falle einer unbeabsichtigten Überdosierung sind je nach Bedarf allgemeine symptomatische und
unterstützende Maßnahmen zu treffen.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Gynäkologische Antiinfektiva und Antiseptika, exkl. Kombinationen mit Corticosteroiden; ATC Code: G01AA10
Wirkmechanismus
Clindamycin ist ein Lincosamid-Antibiotikum, das die Proteinbiosynthese auf Ebene der bakteriellen Ribosomen hemmt. Das Antibiotikum bindet bevorzugt an die 50S-Untereinheit des Ribosoms und beeinträchtigt den Translationsprozess. Clindamycin-Phosphat ist in vitro inaktiv, wird aber in vivo durch rasche Hydrolyse in das antibakteriell wirksame Clindamycin umgewandelt.
Das Antibiotikum Clindamycin besitzt eine starke antibakterielle Wirksamkeit gegen grampositive
Mikroorganismen, einschließlich Gardnerella vaginalis und Peptostreptococcus spp., sowie gegen
Bacteroides spp., Mobiluncus spp. und Mycoplasma hominis.
Clindamycin wirkt, wie die meisten Proteinsynthesehemmer, überwiegend bakteriostatisch und die
Wirksamkeit hängt von der Zeitdauer ab, während der die Wirkstoffkonzentration oberhalb der
minimalen Hemmkonzentration (MHK) des Erregers liegt.
Resistenzmechanismen
Eine Resistenz gegenüber Clindamycin beruht meistens auf einer Modifikation der ribosomalen
Bindungsstelle, üblicherweise durch chemische Modifikation von RNA-Basen oder durch
Punktmutationen in der RNA oder gelegentlich bei Proteinen.
Die Resistenz bei Staphylokokken und Streptokokken beruht zumeist auf einem vermehrten Einbau von Methylgruppen in die 23S rRNS (sog. konstitutive MLSB-Resistenz), wodurch die Bindungsaffinität von Clindamycin zum Ribosom stark vermindert ist.
Die Mehrzahl der Methicillin-resistenten S. aureus (MRSA) zeigen den konstitutiven MLSB-Phänotyp und sind daher Clindamycin-resistent. Infektionen durch Makrolid-resistente Staphylokokken sollten auch bei nachgewiesener In-vitro-Empfindlichkeit nicht mit Clindamycin behandelt werden, da die Gefahr besteht, dass unter der Therapie Mutanten mit konstitutiver MLSB-Resistenz selektiert werden.
Bei Stämmen mit konstitutiver MLSB-Resistenz besteht eine vollständige Kreuzresistenz von
Clindamycin mit Lincosamiden (Lincomycin), Makroliden (z. B. Azithromycin, Clarithromycin,
Erythromycin, Roxithromycin, Spiramycin) sowie Streptogramin B.
Um die Diagnose einer bakteriellen Vaginose zu ermitteln und eine Behandlung einzuleiten, werden Kultur- und Empfindlichkeitstests von Bakterien nicht routinemäßig durchgeführt. Standardmethoden für den Empfindlichkeitsnachweis der potentiellen bakteriellen Vaginose-Erreger, Gardnerella vaginalis und Mobiluncus spp., wurden nicht definiert. Methoden zur Bestimmung der Empfindlichkeit von Bacteroides spp., Gram-positiven anaeroben Kokken sowie von Mycoplasma spp. wurden vom Clinical and Laboratory Standards Institute (CLSI) beschrieben, die Clindamycin-Empfindlichkeitsgrenzen für Gram-negative und Gram-positive Anaerobier wurden sowohl vom EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) als auch von CLSI veröffentlicht. Klinische Isolate, die gegen Clindamycin empfindlich und gegen Erythromycin resistent sind, sollten ebenfalls mit dem D-Test auf induzierbare Clindamycin-Resistenz getestet werden. Die Grenzwerte sollen jedoch eher eine systemische als eine lokalisierte antibiotische Behandlung steuern.
Grenzwerte
Die Testung von Clindamycin erfolgt unter Benutzung der üblichen Verdünnungsreihe. Folgende
minimale Hemmkonzentrationen für sensible und resistente Keime wurden festgelegt:
EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) Grenzwerte
| Erreger | Sensibel | Resistent |
| Staphylococcus spp. | ≤ 0,25 mg/l | > 0,5 mg/l |
| Streptococcus spp. (Gruppen A, B, C, G) | ≤ 0,5 mg/l | > 0,5 mg/l |
| Streptococcus pneumoniae | ≤ 0,5 mg/l | > 0,5 mg/l |
| Streptokokken der „Viridans“-Gruppe (andere Streptokokken) | ≤ 0,5 mg/l | > 0,5 mg/l |
| Gram-negative Anaerobier | ≤ 4 mg/l | > 4 mg/l |
| Gram-positive Anaerobier | ≤ 4 mg/l | > 4 mg/l |
Prävalenz der erworbenen Resistenz Die Häufigkeit einer erworbenen Resistenz kann für bestimmte Spezies geografisch und zeitlich variieren. Deshalb sind lokale Informationen zur Resistenzlage wünschenswert, insbesondere bei der Behandlung von schwerwiegenden Infektionen. Gegebenenfalls sollte ein Experte zu Rate gezogen werden, wenn eine lokale Resistenz so häufig auftritt, dass die Sinnhaftigkeit einer Anwendung von Clindamycin bei einigen Arten von Infektionen zumindest fraglich erscheint. Insbesondere bei schwerwiegenden Infektionen oder bei Therapieversagen ist eine mikrobiologische Diagnose mit dem Nachweis des Erregers und dessen Empfindlichkeit gegenüber Clindamycin anzustreben.
Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland auf der Basis von Daten der letzten 5 Jahre aus
nationalen Resistenzüberwachungsprojekten und –studien (Stand: Februar 2018):
Üblicherweise empfindliche Spezies Aerobe Gram-positive Mikroorganismen
Actinomyces israelii °
Gardnerella vaginalis °
Staphylococcus aureus (Methicillin-sensibel)
Streptococcus pneumoniae
Streptococcus pyogenes
Streptokokken der „Viridans“-Gruppe ° ^
Anaerobe Mikroorganismen
Bacteroides spp. ° (außer B. fragilis)
Clostridium perfringens °
Fusobacterium spp. °
Peptoniphilus spp. °
Peptostreptococcus spp. °
Prevotella spp. °
Propionibacterium spp. °
Veillonella spp. °
Andere Mikroorganismen
Chlamydia trachomatis °
Chlamydophila pneumoniae °
Mycoplasma hominis °
Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen können Aerobe Gram-positive Mikroorganismen
Staphylococcus aureus
Staphylococcus aureus (Methicillin-resistent) +
Staphylococcus epidermidis +
Staphylococcus haemolyticus
Staphylococcus hominis
Streptococcus agalactiae
Aerobe Gram-negative Mikroorganismen
Moraxella catarrhalis $
Anaerobe Mikroorganismen
Bacteroides fragilis
Von Natur aus resistente Spezies Aerobe Gram-positive Mikroorganismen
Enterococcus spp.
Listeria monocytogenes
Aerobe Gram-negative Mikroorganismen
Escherichia coli
Haemophilus influenzae
Klebsiella spp.
Pseudomonas aeruginosa
Anaerobe Mikroorganismen
Clostridium difficile
Andere Mikroorganismen
Mycoplasma pneumoniae Ureaplasma urealyticum ° Bei Veröffentlichung der Tabellen lagen keine aktuellen Daten vor. In der Primärliteratur, Standardwerken und Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit ausgegangen.
$ Die natürliche Empfindlichkeit der meisten Isolate liegt im intermediären Bereich.
+ In mindestens einer Region liegt die Resistenzrate bei über 50 %.
^ Sammelbezeichnung für eine heterogene Gruppe von Streptokokken-Spezies. Resistenzrate kann in Abhängigkeit von der vorliegenden Streptokokken-Spezies variieren.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Resorption
Bei vaginaler Applikation bleibt die systemische Resorptionsrate niedrig, die Wirkung erfolgt lokal.
Sowohl bei gesunden als auch bei an bakterieller Vaginose erkrankten Frauen beträgt die Resorptionsrate etwa 4 % der verabreichten Dosis.
Verteilung
Die maximalen Serumkonzentrationen gesunder Probandinnen liegen nach intravaginaler Gabe von
100 mg Clindamycin-Phosphat (20 mg Clindamycin/g Creme) um 20 ng/ml.
Nach wiederholter vaginaler Applikation kam es nur zu einer geringfügigen oder gar keiner systemischen Kumulation von Clindamycin. Die systemische Halbwertszeit betrug 1,5 bis 2,6 Stunden.
Biotransformation
Clindamycin-Phosphat ist in vitro inaktiv, in vivo erfolgt eine rasche Hydrolyse in die pharmakologisch aktive Form der freien Clindamycin Base.
Elimination
Die Ausscheidung von resorbiertem Clindamycin erfolgt zu ca. 2/3 mit den Fäzes und zu ca. 1/3 mit dem Urin. Die Plasmaeliminationshalbwertszeit (t ½) betrug nach wiederholter vaginaler Applikation 1,5 bis 2,6 Stunden.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Es wurden keine tierexperimentellen Langzeitstudien mit Clindamycin zur Feststellung des karzinogenen Potentials durchgeführt.
Mikronucleus und Ames Test an Ratten erbrachten keine Hinweise auf ein genotoxisches Potential.
Eine Studie an Ratten, die oral bis zu 300 mg/kg/Tag Clindamycin erhielten, zeigte keinen Einfluss auf Fertilität oder Trächtigkeit.
In Untersuchungen zur embryonal-fetalen Entwicklung an Ratten mit oraler Verabreichung und an Ratten und Kaninchen mit subkutaner Verabreichung wurde, außer bei maternal-toxischen Dosen, keine Entwicklungstoxizität beobachtet.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Sorbitan Monostearat
Polysorbat 60
Propylenglycol (E 1520)
Stearinsäure
Cetostearylalkohol
Cetylpalmitat
Paraffinum liquidum
Benzylalkohol (E 1519)
Gereinigtes Wasser
6.2 Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend
6.3 Dauer der Haltbarkeit
2 Jahre
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 25 °C lagern.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Packung mit 20 g Vaginalcreme in Kunststofftube + 3 Applikatoren
Die Tube besteht aus Polyethylen und Aluminiumfolie, die Verschlusskappe aus Polypropylen.
Die Applikatoren sind aus Polyethylen.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
Pfizer Corporation Austria Ges.m.b.H., Wien
8. ZULASSUNGSNUMMER
Z.Nr.: 1-20417
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 15.Februar 1994
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 6. Oktober 2013
10. STAND DER INFORMATION
Oktober 2025
REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT
Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten
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