Gebrauchsinformation

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Celestan biphase 5,7 mg/ml Injektionssuspension

Wirkstoffe:

Betamethason (als Dinatriumphosphat)
Betamethason (als Azetat)

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

  • Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
  • Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
  • Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.
  • Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Celestan biphase und wofür wird es angewendet?
2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Celestan biphase beachten?
3. Wie ist Celestan biphase anzuwenden?
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
5. Wie ist Celestan biphase aufzubewahren?
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Celestan biphase und wofür wird es angewendet?

Betamethason, der Wirkstoff von Celestan biphase, gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die
Corticoide (Cortisonabkömmlinge) genannt werden. Corticoide werden aufgrund ihrer
entzündungshemmenden Wirkung bei vielen entzündlichen und allergischen Prozessen verwendet.

Cortisone sind körpereigene Substanzen, die in der Nebennierenrinde erzeugt werden und ein wichtiger Bestandteil verschiedener Abläufe in unserem Körper sind. Dazu gehört auch die Regulation von Entzündungsvorgängen.

Celestan biphase ist bei allen Krankheiten angezeigt, die auf eine systemische (den ganzen Körper betreffend) bzw. lokale, örtliche Corticoidtherapie ansprechen, wenn eine orale (z.B. Behandlung mit Tabletten) bzw. lokale Behandlung nicht möglich oder unzureichend ist. Falls erforderlich kann diese Behandlung zusätzlich zur Basistherapie erfolgen.

Celestan biphase ist angezeigt bei:

  • Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, wie z.B. rheumatisches Fieber (vor allem bei rheumatischen Entzündungen des Herzens), chronische Entzündung von 5 oder mehreren Gelenken (chronische Polyarthritis), durch Abnützung entstandene (degenerative) und nicht infektiöse Erkrankungen der Gelenke, Schleimbeutelentzündungen, hexenschussähnliche (lumbagoartige) Beschwerden und andere.
  • Allergischen Erkrankungen wie Bronchialasthma, Heufieber inklusive Heuschnupfen, Arzneimittelallergien, Kontaktallergien und andere.
  • Hauterkrankungen wie Blasensucht (Pemphigus vulgaris), schwere fettig schuppende Hautentzündung (seborrhoische Dermatitis), Neurodermitis, Ekzem am ganzen Körper, verschiedene Arten von Hautflechten, kreisrunder Haarausfall (Alopezie) und andere.
  • Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes: kritische Phasen von Colitis ulcerosa (Dickdarmgeschwüre) und regionaler Darmentzündung.
  • Nierenkrankheiten: Nierenentzündungen ohne Harnvergiftung (Urämie).
  • Gefäßkrankheiten: wie z.B. eine schwere Entzündung, die alle Arterien des Körpers betreffen kann (Periarteriitis nodosa), Entzündung der Schläfenarterie (Arteriitis temporalis).
  • Erkrankungen der Atmungsorgane wie eine entzündliche Veränderung der Lungen und der Lymphknoten (Morbus Boeck), Aspirationspneumonie (eine spezielle Form der Lungenentzündung), chronisch-spastische Bronchitis (eine spezielle Form der Bronchitis) und andere.
  • Hormonellen Störungen: Ersatzbehandlungen bei Nebennierenrinden-Schwäche.
  • Blut- und bösartigen (malignen) Systemerkrankungen: verschiedene Formen von Blutarmut (Anämie) und bösartige Erkrankungen der weißen Blutkörperchen und Lymphknoten wie Leukämie und andere.
  • Augenkrankheiten: Entzündungen und durch Störungen des Immunsystems hervorgerufene Erkrankungen des vorderen und hinteren Augenabschnittes wie Sehnerventzündung, Regenbogenhaut-, Ziliarkörper- und Netzhautentzündung, Augenherpes.
  • Respiratory Distress Syndrom (RDS): zur vorbeugenden (prophylaktischen) Behandlung des Atemnotsyndrom von Neugeborenen (= RDS) vor der 32. Schwangerschaftswoche.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Celestan biphase beachten?

Celestan biphase darf nicht angewendet werden,

  • wenn Sie allergisch gegen Betamethason oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.
  • bei inneren Pilzerkrankungen.
  • bei Magen- und Darmgeschwüren.
  • bei höhergradigem Knochenschwund (Osteoporose).
  • bei schweren Muskelerkrankungen (ausgenommen Myasthenia gravis).
  • bei Viruserkrankungen, z.B. Windpocken, Augenherpes, Gürtelrose.
  • bei Kinderlähmung (Poliomyelitis).
  • bei chronisch aktiver Leberentzündung (Hepatitis).
  • bei Lymphknotenvergrößerungen nach Tuberkulose-Schutzimpfung (BCG).
  • bei grünem Star (Eng- und Weitwinkel-Glaukom).
  • bei Kindern unter 6 Jahren.
  • Vorsicht bei Patienten mit Störung der Blutgerinnung z.B. durch defekte Blutplättchen (idiopathische thrombopenische Purpura): Celestan biphase darf nicht intramuskulär (in den Muskel gespritzt) verabreicht werden.
  • ca. 8 Wochen vor und bis 2 Wochen nach einer Schutzimpfung.
  • bei psychischen Erkrankungen nur in Notfällen.
  • bei Infektionen im Anwendungsbereich.
  • zur Vermeidung des Atemnotsyndroms (Respiratory Distress Syndrom) Neugeborener deren Mütter in der Schwangerschaft unter einer plötzlich aufgetretenen Blutdruckerhöhung, einer schweren Plazentainsuffizienz (Leistungsschwäche des Mutterkuchens), einem Amnioninfektionssyndrom (Infektion von Fruchthöhle, Plazenta, der Eihäute und eventuell des Fetus), unklarer Temperaturerhöhung und Diabetes mellitus leiden. Celestan biphase darf nicht zur Behandlung des Atemnotsyndroms bei Neugeborenen nach deren Geburt angewendet werden.

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern unter 6 Jahren ist eine Injektion von Depot-Corticoiden verboten. Zwischen dem 6. und

14. Lebensjahr ist die Anwendung nur bei lebensbedrohlichen Umständen angezeigt.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bevor Celestan biphase bei Ihnen angewendet wird.

  • Das Arzneimittel darf nicht intravenös (in die Venen) verabreicht werden!
  • Im Zusammenhang mit Injektionen in den Wirbelkanal (epidural) wurden schwerwiegende neurologische Ereignisse, einige davon mit tödlichem Ausgang, berichtet. Im Speziellen umfassen diese berichteten Ereignisse Rückenmarksinfarkte, teilweise Querschnittslähmung bei der beide Beine betroffen sind (Paraplegie), teilweise Querschnittslähmung bei der beide Arme und beide Beine betroffen sind (Tetraplegie), Schädigung der Sehrinde im Gehirn (kortikale Blindheit) und Schlaganfall, sind jedoch nicht beschränkt auf die Genannten. Diese schwerwiegenden neurologischen Ereignisse wurden sowohl nach Verwendung von Röntgendurchleuchtung zur Betrachtung von Funktionsabläufen innerhalb des Körpers (Fluoroskopie) als auch ohne Einsatz einer solchen Untersuchung berichtet. Die Sicherheit und Wirksamkeit einer Verabreichung von Corticosteroiden in den Wirbelkanal (epidurale Injektion) ist nicht erwiesen und Corticosteroide sind für diese Anwendung nicht zugelassen.
  • Wenn bei Ihnen allergische Reaktionen auf Corticosteroide bekannt sind, teilen Sie diese Ihrem Arzt mit, damit geeignete Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden können.
  • Bei folgenden Erkrankungen sollte keine Injektion in ein Gelenk erfolgen:
  • Infektion des Gelenks durch Bakterien
  • Infektionen innerhalb oder in unmittelbarer Nähe des zu behandelnden Gelenks
  • Sehnenriss
  • Instabilität des zu behandelnden Gelenks
  • Verkalkungen um das Gelenk (Periartikuläre Kalzifikation)
  • Erkrankung eines Gelenks durch Syphilis (Charcot-Gelenk)
  • Blutungsneigung (durch Medikamente oder spontan)
  • Melden Sie erste Anzeichen von Nebenwirkungen, insbesondere Magenbeschwerden, Vollmondgesicht, Gewichtszunahme, Hautveränderungen oder eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes unverzüglich einem Arzt.
  • Wenn Sie schwanger sind oder stillen, teilen Sie dies Ihrem Arzt mit.
  • Vor Beginn einer Corticoidtherapie ist eine genaue Untersuchung erforderlich, insbesondere sind Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre auszuschließen.
  • Zur Vorbeugung von Geschwüren im Verdauungstrakt wird Ihnen Ihr Arzt säurehemmende, schleimhautschützende Präparate verschreiben.
  • Bei länger dauernder Behandlung sind häufigere ärztliche Kontrollen notwendig.
  • Die Nahrung soll reich an Kalium (besonders reich in Bananen und getrockneten Früchten), Eiweiß und Vitaminen sein. Die Nahrung soll jedoch arm an Fetten, Kohlenhydraten (Mehl, Zucker) und Kochsalz sein.
  • Während einer Behandlung mit Celestan biphase sollten Sie nicht gegen Windpocken geimpft werden. Bei Patienten, die Corticoide in besonders hohen Dosen erhalten, sollten keine anderen Impfungen vorgenommen werden.
  • Während der Anwendung dieses Arzneimittels sollte ein Kontakt mit Personen, die Windpocken oder Masern haben, vermieden werden. Wenn ein Kontakt mit erkrankten Personen erfolgt ist, soll ärztliche Beratung eingeholt werden.
  • Vorsichtige Anwendung bei Myasthenia gravis (spezielle Muskelerkrankung) und Bluthochdruck.
  • Corticoide sollten nicht in infiziertes Gewebe, direkt in Sehnen oder in Zwischenwirbelräume gespritzt werden.
  • Das Arzneimittel nicht im Gesicht anwenden und nicht ins Unterhautfettgewebe spritzen.
  • Wenn Sie eine örtliche oder innerliche Infektion (durch Bakterien, Viren oder Pilze verursacht) haben, ist eine alleinige Behandlung mit Celestan biphase nicht angezeigt, aber es kann mit genügender Vorsicht in Kombination mit einer Therapie gegen Bakterien, Viren oder Pilze angewendet werden.
  • Betamethason kann, wie andere Corticoide, eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) verschleiern.
  • Eine Corticoid-Behandlung kann das Risiko des Auftretens einer Tuberkulose (Tbc) bei Patienten mit „schlafender“ (latenter) Tbc erhöhen. Ihr Arzt wird Ihnen in diesem Fall häufigere Kontrollen empfehlen.
  • Corticoide können die Beweglichkeit und die Zahl der Samenzellen erhöhen.
  • Neuere Studiendaten deuten darauf hin, dass nach wiederholter Gabe von Corticoiden nach dem Blasensprung ein signifikant höheres Risiko einer Neugeborenen-Blutvergiftung (early onset Sepsis) besteht.
  • Wenn Sie an einer Schilddrüsenunterfunktion oder Zirrhose leiden, kann die Corticoidwirkung verstärkt sein.
  • Wenn bei Ihnen verschwommenes Sehen oder andere Sehstörungen auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt.
  • Wenn Sie ein Phäochromozytom (einen Tumor der Nebenniere) haben.
  • Celestan biphase darf bei folgenden Grunderkrankungen nur dann eingesetzt werden, wenn diese gleichzeitig entsprechend behandelt werden:
  • Zuckerkrankheit
  • Tuberkulose
  • akute und chronisch-bakterielle Infektionen und Amöbeninfektionen
  • hoher Blutdruck
  • Gefahr von Gefäßverschlüssen
  • Herz- und Nierenschwäche
  • akute und chronische Nierenerkrankungen

Die Anwendung dieses Arzneimittels (Celestan biphase) kann bei Dopingkontrollen zu positiven
Ergebnissen führen.

Anwendung von Celestan biphase zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden, auch wenn es sich um Arzneimittel handelt, die ohne ärztliche Verschreibung erhältlich sind.

Herzglykoside (zur Behandlung von Herzschwäche)Verstärkung der Wirkung durch Kalium-Mangel
Saluretika (Entwässerungsmittel) Amphotericin B (zur Behandlung von Pilzerkrankungen)Zusätzliche Kalium-Ausscheidung.
Orale Antidiabetika (zur Behandlung von Zuckerkrankheit)Blutzuckersenkung wird vermindert.
Cumarin-Derivate (wird bei Patienten zur Blutverdünnung eingesetzt)Blutverdünnende Wirkung wird abgeschwächt.
Barbiturate, Hydantoine, Rifampicin, Ephedrin (Schlafmittel, zur Behandlung von Tbc, Wirkstoff mit schleimhautabschwellender Wirkung)Wirkung von Celestan biphase wird vermindert.
Östrogene (Sexualhormone)Wirkung von Celestan biphase wird verstärkt.
AspirinEs besteht ein vergrößertes Risiko für Blutungen und Geschwüre im Magen-Darm-Trakt und das Risiko einer verringerten Wirksamkeit von Aspirin.
NSAIDs (Nicht-steroidale anti-inflammatorische Arzneimittel, z.B. viele Schmerzmittel und Antirheumatika)Die Blutungsgefahr im Magen-Darm-Trakt wird durch gleichzeitige Einnahme von nichtsteroidalen Antiphlogistika und Antirheumatika (NSAIDs) erhöht.
ACE-Hemmer (zur Behandlung von Bluthochdruck)Bei gleichzeitiger Gabe von ACE-Hemmstoffen kann das Risiko des Auftretens von Blutbildveränderungen erhöht sein.
Chloroquin, Hydrochloroquin, Mefloquin (zur Behandlung von Malaria)Erhöhtes Risiko für das Auftreten von Muskelschwäche (Myopathien) und Herzmuskelschwäche (Kardiomyopathien).
Ciclosporin (zur Unterdrückung des Immunsystems)Die Wirkung sowohl von Ciclosporin als auch von Celestan biphase wird bei gleichzeitiger Anwendung erhöht.
Isoniazid (zur Behandlung von Tuberkulose (Tbc))Corticoide verringern die Wirkung von Isoniazid.
WachstumshormoneEine Abschwächung oder Verhinderung der Wirkung von Wachstumshormonen ist möglich.
Ketoconazol (zur Behandlung von Pilzerkrankungen)Die Wirkung von Ketoconazol wird verstärkt.
Bupropion (Raucherentwöhnungsmittel und Antidepressivum)Es kann zu einem erhöhten Risiko von Krampfanfällen kommen.
Methotrexat (zur Unterdrückung des Immunsystems)Verstärkte Wirkung von Celestan biphase, der Mechanismus ist unbekannt.
Protirelin (zur Diagnose von Schilddrüsenstörungen)Es kann zu falschen Ergebnissen kommen.
AntibiotikaMakrolidantibiotika können die Ausscheidung von Corticoiden wesentlich verzögern.
Einige Arzneimittel, einschließlich einiger Arzneimittel gegen HIV: Ritonavir, CobicistatSie können die Wirkung von Celestan biphase verstärken und Ihr Arzt wird Sie möglicherweise sorgfältig überwachen, wenn Sie diese Arzneimittel einnehmen.

Impfungen

Alle Impfstoffe können durch die gleichzeitige Anwendung von Celestan biphase (8 Wochen vor bis 2 Wochen nach der aktiven Immunisierung) in ihrer Wirkung vermindert sein. Die Bildung schützender Antikörper kann auch vollkommen ausbleiben.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Er wird entscheiden, ob Sie Celestan biphase anwenden können. Grundsätzlich sollen Sie in den ersten drei Monaten einer Schwangerschaft keine cortisonhältigen Arzneimittel anwenden.

Neugeborene, deren Mütter Celestan biphase kurz vor Ende der Schwangerschaft erhalten haben,
können nach der Geburt niedrige Blutzuckerspiegel haben.

Da es nicht bekannt ist, ob Corticoide mit der Muttermilch ausgeschieden werden, darf während der Behandlung nicht gestillt werden. Konsultieren Sie Ihren Arzt bevor Sie wieder mit dem Stillen anfangen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Celestan biphase hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen.

Celestan biphase enthält Natrium, jedoch weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro ml, d. h. es ist nahezu „natriumfrei“. Der Gehalt an Natrium pro ml entspricht einer Menge von 8,2 mg Kochsalz (NaCl).

Celestan biphase enthält 0,2 mg/ml Benzalkoniumchlorid

3. Wie ist Celestan biphase anzuwenden?

Zur intramuskulären (in den Muskel), intraartikulären (in Gelenke), intraläsionalen (in die betroffene Stelle), intradermalen (in die Haut) Anwendung oder zur örtlichen Infiltration (z.B. in einen Schleimbeutel, in eine Sehne, gelenksnah).

Es darf nicht intravenös (in Venen) verabreicht werden.

Über die Dosierung entscheidet der Arzt. Corticoide sollen nur so lange und nur in so niedriger Dosierung angewendet werden, wie es zur Erzielung und Erhaltung des gewünschten therapeutischen Effektes unbedingt erforderlich ist.

Wenn bei Ihnen eine größere Menge von Celestan biphase angewendet wurde, als beabsichtigt

Bei einer Überdosierung wird Ihnen Ihr Arzt eine entsprechende Behandlung zuteilwerden lassen.

Wenn Sie die Anwendung von Celestan biphase vergessen haben

Gehen Sie sobald wie möglich zu Ihrem Arzt um die vergessene Spritze zu erhalten und folgen Sie dann wieder dem normalen Behandlungsplan.

Wenn Sie die Anwendung von Celestan biphase abbrechen

Eine länger dauernde Anwendung darf nicht plötzlich abgesetzt werden. Ihr Arzt wird die Dosis
stufenweise verringern.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Auch wenn nicht alle diese Nebenwirkungen auftreten müssen, könnte im Einzelfall eine ärztliche
Behandlung erforderlich sein.

Folgende Erkrankungen können auftreten:

Häufigkeit nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Hormonelle Erkrankungen

Menstruationsstörungen, Impotenz, verstärkter Haarwuchs, Wachstumsverzögerungen bei Kindern, Pseudo-Cushing-Syndrom (Vollmondgesicht, Stiernacken, Gewichtszunahme, Bluthochdruck, blaurote Streifen auf der Haut [Striae] und punktförmige Hautblutungen [Petechien]).

Verminderung der Funktion bzw. Verkümmern der Nebennierenrinde.

Manifestation einer „schlafenden“ (latenten) Zuckerkrankheit, Verschlechterung einer bereits
bestehenden Zuckerkrankheit, Steroiddiabetes (eine spezielle Art der Zuckerkrankheit), erhöhter
Bedarf an Insulin oder Tabletten bei Diabetikern.

Störung des Elektrolythaushaltes

Verstärktes Zurückhalten von Natrium und Wasser im Körper, vermehrte Kaliumausscheidung mit Kaliummangel und Störung des Säure-Basen-Haushaltes, Bluthochdruck, Stauungsinsuffizienz bei empfindlichen Patienten (kongestive Herzinsuffizienz mit verringerter Pumpleistung des Herzens:

damit verbunden ist ein zu geringer Blutauswurf des Herzens und ein Rückstau von Blut), erhöhter Blutzucker und Zucker im Harn, verstärkter Eiweißabbau z.B. Abbau von Muskulatur.

Psychiatrische Erkrankungen

Euphorie (Hochgefühl), Stimmungsschwankungen, Depressionen, Veränderungen der Persönlichkeit, Schlaflosigkeit.

Erkrankungen des Nervensystems

Krämpfe, Symptome eines Hirntumors wie Steigerung des Hirndruckes ohne Vorliegen einer
Geschwulst (Pseudotumor cerebri), Kopfschmerzen, Schwindel.

Augenerkrankungen

Grauer Star (Katarakt), Grüner Star (Glaukom), Hervortreten des Augapfels (Exophthalmie),
Ansteigen des Augendrucks, verschwommenes Sehen.

Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes

Magen-Darm-Beschwerden, Aktivierung und Entstehung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren mit möglichem Durchbruch und Blutung, Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), Trommelbauch, geschwürige Entzündung der Speiseröhre (ulzeröse Ösophagitis). Alkoholismus begünstigt die Entstehung einer Bauchspeicheldrüsenentzündung, Dickdarmgeschwüre begünstigen die Entstehung eines Durchbruchs.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Verzögerte Wund- und Knochenheilung, Ödeme, dünne Haut, punktförmige (Petechien, Purpura) und flächige (Ekchymosen) Blutungen der Haut und der Schleimhäute, entzündliche Rötungen (Erytheme) im Gesicht, verstärktes Schwitzen, Abbau von Fettgewebe, streifenförmige Hautrötung (Striae rubrae), vermehrte Einlagerung von Pigmenten, Akne ähnliche Erscheinungen (Steroidakne) und Hautgrieß, allergische Hautentzündung (Dermatitis), Nesselsucht (Urtikaria), bläschenartige Entzündung der Haut (Papeln) im Gesichtsbereich mit Aussparung eines Saums um die Lippen (periorale Dermatitis), Haarbalgentzündung (Follikulitis) und verstärkter Haarwuchs, Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe aufgrund einer allergischen Reaktion (Angioödeme).

Gefäßerkrankungen

Entzündungen der Gefäßwände (nekrotische Angiitis), Erhöhung des Gefäßverschluss-Risikos
(Thromboserisikos), chronischer Rheumatismus begünstigt das Entstehen einer Gefäßentzündung
(Vaskulitis), Besenreiser (Teleangiektasien).

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Überempfindlichkeitsreaktionen wie Brennen, Jucken, Hautreizungen, Hauttrockenheit, Rötung,
Bläschenbildung auf der Haut sowie Herz-Kreislauf-Reaktionen (anaphylaktische Reaktionen),
Hitzegefühl besonders nach Injektion in Arterien.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Es können unerwünschte Wirkungen wie Infektionen und Verschlimmerung von bestehenden
Infektionen (z.B. Tuberkulose, Pilzinfekte, Infekte durch Bakterien oder Viren) auftreten.

Skelettmuskulatur, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Muskelschwäche durch Verlust von Muskelmasse (Steroidmyopathie), Knochenschwund (Osteoporose) mit erhöhter Gefahr von Knochenbrüchen. In seltenen Fällen kommt es zu Entzündungen und Absterben von Knochengewebe im Bereich der langen Röhrenknochen (Oberarm, Oberschenkel), Sehnenriss.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen,
Traisengasse 5, 1200 Wien,
ÖSTERREICH
Fax: +43 (0) 50 555 36207
http://www.basg.gv.at/
anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Celestan biphase aufzubewahren?

Nicht über 25°C lagern. Nicht einfrieren.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton nach „Verw. bis“ angegebenen
Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des
angegebenen Monats.

Zur einmaligen Entnahme.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker,
wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum
Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Celestan biphase enthält

  • Die Wirkstoffe sind: 3,0 mg/ml Betamethason (als Dinatriumphosphat) und 2,7 mg/ml Betamethason (als Azetat).
  • Die sonstigen Bestandteile sind: Benzalkoniumchlorid, Dinatriumhydrogenphosphat-Dihydrat, Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat, Dinatrium-edetat, Stickstoff und Wasser für Injektionszwecke (siehe Abschnitt 2 für Informationen zum Natrium Gehalt).

Wie Celestan biphase aussieht und Inhalt der Packung

Celestan biphase enthält eine klare farblose Injektionssuspension mit weißen suspendierbaren Mikrokristallen, ohne Zeichen von Agglomerationen und frei von Fremdpartikel, mit einem pH-Wert von 6,8 bis 7,2.

Packungsgrößen:

1 ml Ampullen zu 1 und 5 Stück
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer:

Organon Healthcare GmbH
Pestalozzistr. 31
80469 München, Deutschland
E-Mail: dpoc.austria@organon.com

Hersteller:

Organon Heist bv
Industriepark 30
2220 Heist-op-den-Berg, Belgien

Z. Nr.: 14.257

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im März 2024.

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Die Injektionssuspension wird nach dem Schütteln der Ampulle in der erforderlichen Menge aufgezogen. Bei Bedarf kann Celestan biphase in der Spritze mit der gleichen Menge eines Lokalanästhetikums (z.B. 1%-ige Lösungen von Procain-HCl, Lidocain-HCl o.ä.) gemischt werden. Celestan biphase ist zuerst in die Spritze aufzuziehen, dann das Lokalanästhetikum. Lokalanästhetika, die Vasokonstriktoren wie Methyl- oder Propyl-4-hydroxybenzoate enthalten, sollten nicht verwendet werden.

Einfluss auf Untersuchungsmethoden:

  • Hautreaktionen auf Allergietests können unterdrückt werden.
  • Corticoide können beim Blautetrazoliumtest zur Erkennung systemischer bakterieller Infektionen fälschlich eine positive Reaktion vortäuschen.

Fachinformation

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Celestan biphase 5,7 mg/ml Injektionssuspension

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml enthält 3,0 mg Betamethason (als Dinatriumphosphat) und 2,7 mg Betamethason (als Azetat).

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: 1 ml enthält 3,23 mg Natrium bzw. 0,2 mg

Benzalkoniumchlorid.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Injektionssuspension.

Klare farblose Lösung mit weißen suspendierbaren Partikeln, ohne Zeichen von Agglomerationen und frei von Fremdpartikel mit einem pH-Wert von 6,8 bis 7,2.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Celestan biphase ist bei allen Krankheiten angezeigt, die auf eine systemische bzw. lokale Glucocorticoidtherapie ansprechen (falls erforderlich, zusätzlich zur Basistherapie), wenn eine orale bzw. lokale Behandlung nicht möglich oder unzureichend ist. Celestan biphase wird bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern über 6 Jahren angewendet.

Celestan biphase ist angezeigt bei:

Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises:

  • Intramuskuläre Anwendung:

Rheumatisches Fieber vor allem bei Manifestation als Carditis rheumatica (Endo-, Myo-, Peri- und Pancarditis rheumatica), hochaktive Phasen der chronischen Polyarthritis (rheumatoide Arthritis) einschließlich Sonderformen wie Felty-Syndrom und Still-Syndrom, akute Schübe bei Morbus Bechterew (Spondylarthritis ankylopoetica) und Reiter-Syndrom (urethrokonjunktivo-synoviales Syndrom), weiters rheumatoide, akute gichtische und blitzartig verlaufende Manifestationen psoriatischer Arthritis.

  • Intraartikuläre oder intrabursale Anwendung:

Degenerative und entzündliche nicht infektiöse Erkrankungen der Gelenke, wie: hochaktive Phasen der chronischen Polyarthritis (rheumatoide Arthritis), der Arthritis bei rheumatischem Fieber, der gichtischen Arthritis, der psoriatischen Arthritis, der posttraumatischen Arthritis, der Osteoarthritis (Arthritis bei Arthrosis deformans), zusätzlich bei orthopädischer Korrektur arthrotisch deformierter Gelenke.

Weitere Indikationen für intraartikuläre Anwendung oder Infiltrationstherapie:

Tendovaginitis (strenge Indikationsstellung), Epikondylitis, Styloiditis, Periarthritis humeroscapularis, nicht bakterielle Bursitis, Kokzygodynie, Stumpfneuralgien, Brachialgie, Ischialgie, lumbagoartige Beschwerden, Distorsionen, Ganglion, Dupuytren-Kontraktur, Induratio penis plastica, Harnröhrenstriktur.

Allergischen Erkrankungen:

Schwere persistierende Formen des Asthma bronchiale (falls mit hochdosierten inhalativen Steroiden in Kombination mit anderen Controller-Arzneimitteln keine Asthmakontrolle erzielt wird), im Asthmaanfall und vor allem im Status asthmaticus, zur kurzfristigen Therapie von schweren Verlaufsformen einer Pollenallergie, einer allergischen Rhinitis, einer Rhinitis vasomotorica, Arzneimittelallergien und allergisch bedingter Hauterkrankungen wie z.B. Kontaktdermatitis.

Ausgedehnten, schweren und akuten Formen von folgenden Hauterkrankungen

  • Intramuskuläre Anwendung:

Pemphigus vulgaris, Dermatitis exfoliativa, schwere Psoriasis (nur ausnahmsweise wegen
Rebound-Effekt), schwere seborrhoische Dermatitis, Neurodermitis, generalisiertes Ekzem,
Dermatitis herpetiformis, Erythrodermie und während einer Verschlechterung oder als
Erhaltungstherapie in ausgewählten Fällen von Erythematodes disseminatus und visceralis.

  • Intraläsionale Anwendung:

Keloide, lokalisierte hypertrophe, infiltrierte, entzündliche Läsionen von Lichen ruber, Lichen simplex chronicus, psoriatische Plaques, Granuloma anulare, Erythematodes chronicus discoides, Alopecia areata (ausnahmeweise bei schweren Formen), Necrobiosis lipoidica diabeticorum.

Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes:

Kritische Phasen von Colitis ulcerosa, regionale Enteritis.

Nierenkrankheiten:

Nephrotisches Syndrom (in Abwesenheit einer Urämie) verursacht durch bestimmte
Glomerulonephritiden.

Gefäßkrankheiten:

Periarteriitis nodosa, Arteriitis temporalis (Riesenzellarteriitis Horton).

Erkrankungen des Respirationstraktes:

  • Intramuskuläre Anwendung:

Morbus Boeck (Sarkoidose), Aspirationspneumonie, zur Kurzzeitbehandlung von chronisch-obstruktiver Bronchitis (COPD) bei Exazerbation (wenn andere therapeutische Maßnahmen nicht ausreichen), Hamman-Rich-Syndrom (diffuse progressive interstitielle Lungenfibrose), Berylliose, plötzlich ausbrechende oder disseminierte Lungentuberkulose, vor allem wenn Exsudation, übermäßige entzündliche und proliferative Reaktionen oder Toxinbildung trotz ausreichender Gaben von Chemotherapeutika nicht beherrscht werden können.

Endokrinen Störungen:

Substitutionstherapie (in Kombination mit einem Mineralocorticoid) bei primärer (Addison-Krankheit) und sekundärer (Sheehan-Syndrom) Nebennierenrinden-Insuffizienz sowie zur Hemmtherapie bei adrenogenitalem Syndrom.

Blut- und malignen Systemerkrankungen:

Erworbene hämolytische Autoimmunanämie, Agranulozytose, Purpura thrombocytopenica (Morbus Werlhof), vaskuläre Purpura (Purpura Schoenlein-Henoch), aplastische Anämie, Panmyelophthise, akute Lymphoblasten- und undifferenzierte Leukämie, Lymphogranulomatose (Morbus Hodgkin), Lympho- und Retikulosarkom, Lymphoblastomatose Brill-Symmers, Osteomyelosklerose, ausgedehnte Metastasierung maligner inkurabler Tumore wie Mamma- oder Prostata Karzinom, Hyperkalzämie (verbunden mit Malignomen).

Augenkrankheiten:

Meist subkonjunktivale und retrobulbäre Applikation bei:

Entzündungen und Immunopathien des vorderen und hinteren Augenabschnittes wie: Neuritis nervi optici (Retrobulbärneuritis), Iritis, Iridozyklitis, Chorioretinitis, Riesenzellarteriitis Horton (Arteriitis temporalis). Bei Herpes zoster Keratitis des Auges gemeinsam mit einem Virustatikum.

Respiratory Distress Syndrome (RDS):

zur prophylaktischen Behandlung des RDS vor der 32. Schwangerschaftswoche.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Glucocorticoide sollen nur so lange und nur in so niedriger Dosierung angewendet werden, wie es zur Erzielung und Erhaltung des gewünschten therapeutischen Effektes unbedingt erforderlich ist. Die Dosierung muss auf die spezifische Lage des Patienten unter Berücksichtigung der Schwere der Erkrankung, der aufgetretenen Wirkung und der Corticoidverträglichkeit abgestimmt werden.

Dosierung

*intramuskuläre InjektionEinzeldosisWiederholung
Asthma bronchiale, allergische Rhinitis, Pollinosen1,0 ml (Kinder 0,25 - 0,75 ml)etwa wöchentlich (nach Bedarf)
Status asthmaticus1-2 ml (Kinder 0,5 - 1,5 ml)nach Bedarf
akute Bursitis, chronische Bursitis1 mlbei Bedarf nach einer Woche
Ischias1 mlbei Bedarf nach einer Woche
Erythematodes acutus2 mletwa wöchentlich 1 ml
Psoriasis, Neurodermitis, Lichen ruber planus, Lichen simplex, Kontaktdermatitiden, Arzneimittelallergien1 mlfalls erforderlich nach einer halben bis einer Woche gleiche Dosis
*intraartikuläre InjektionEinzeldosisWiederholung
sehr große Gelenke (Hüfte)1 - 2 mlnach Bedarf (1-4 Wochen)
große Gelenke (Knie, Fuß, Schulter)1 ml
mittelgroße Gelenke (Ellbogen, Handgelenk)0,5 - 1 ml
kleine Gelenke (metacarpophalangeal, sternoclavicular, interphalangeal)0,25 - 0,5 ml
*lokale Infiltration (intrabursal, intratendineal, periartikulär)EinzeldosisWiederholung
Bursitis0,25 - 1 mlnach Bedarf eventuell mit niedrigerer Dosis, insgesamt 3-4 Injektionen
Synovialzyste0,25 - 0,5 ml
Tendovaginitis, Tendinitis0,5 ml
Myositis, Fibrositis0,5 - 1 mlnach Bedarf
Epikondylitis1 ml
akute gichtische Arthritisbis 1 ml
*intraläsionale/intradermale InjektionEinzeldosisWiederholung
Psoriasis
Alopecia areata,
Eczema nummulare,
Lichen ruber planus, Neurodermitis circumscripta, Erythematodes chronicus discoides, Keloide
etwa 0,2 ml/cm² intradermal mit feiner Nadel injizieren (nicht s.c.)nach Bedarf, nicht mehr als
1 ml/Woche

* Respiratory Distress Syndrome Wenn eine Frühgeburt vor der 32. Schwangerschaftswoche unabwendbar ist oder wenn es notwendig erscheint, die Wehen vor diesem Termin einzuleiten, sollen 2 ml Celestan biphase intramuskulär zumindest 24 Stunden, vorzugsweise 48 - 72 Stunden vor dem erwarteten Geburtstermin verabreicht werden. Eine zweite Dosis (2 ml) soll, falls die Geburt noch nicht stattgefunden hat, 24 Stunden später gegeben werden. Post partum dürfen Glucocorticoide nicht zur Behandlung des Respiratory Distress Syndroms verabreicht werden.

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern unter 6 Jahren ist die parenterale Verabreichung von Depot-Corticoiden kontraindiziert. Zwischen dem 6. und 14. Lebensjahr ist die Anwendung nur bei vitaler Indikation angezeigt.

Kinder benötigen teilweise deutlich höhere Glucocorticoiddosen als Erwachsene, um gleiche pharmakologische Wirkung zu erzielen. Daher müssen bei der Therapie von Kindern je nach Lebensalter unterschiedliche Dosisempfehlungen berücksichtigt werden. Bei Kindern werden üblicherweise zwischen 0,02 und 0,125 mg Betamethason/kg KG/Tag oder 0,6 - 3,75 mg Betamethason/m2 Körperoberfläche alle 12-24 Stunden empfohlen. Aufgrund der wachstumshemmenden Wirkungen von Glucocorticoiden müssen Kinder während der Therapie genau überwacht werden.

Ältere Patienten benötigen keine geänderten Dosierungsrichtlinien.

Bei Patienten mit eingeschränkter Leber-/Nierenfunktion kommt es zu erhöhten Plasmaspiegeln von Glucocorticoiden aufgrund verlangsamter Metabolisierung. Aufgrund des veränderten Metabolismus reichen meist niedrigere Dosen, um die gleichen klinisch erwünschten Wirkungen zu erzielen.

Bei Patienten mit Hypothyreose kommt es zu einer verstärkten Glucocorticoidwirkung. Es muss
daher entsprechend niedriger dosiert werden.

Art der Anwendung

Zur intramuskulären, intraartikulären, intraläsionalen, intradermalen Anwendung, zur lokalen
Infiltration (intrabursale, intratendineale, periartikuläre Anwendung).

Die Behandlungsdauer ist abhängig von Art und Schwere der Erkrankung und wird vom Arzt
bestimmt.

Mit der tief intraglutäalen Anwendung kann die sonst mögliche Entstehung einer lokalen Gewebeatrophie weitestgehend vermieden werden. Nach der Injektion sollte ein steriler Tupfer 1 - 2 Minuten fest auf die Injektionsstelle gepresst werden, um das Rücklaufen der Suspension in den Stichkanal zu vermeiden.

Bei der Lokaltherapie (intraartikulär, subläsional, intrafokal) sollte das Präparat abgesetzt und eine andere Therapie eingeleitet werden, wenn nach 3 – 5 Injektionen keine zufrieden stellende Reaktion erreicht wird.

Celestan biphase muss bei der Lokaltherapie unter aseptischen Bedingungen appliziert werden und das Hautgebiet soll operationsmäßig vorbereitet werden.

Bei Ergüssen wird zunächst abpunktiert, um schnellere Schmerzfreiheit zu erreichen und das Corticoid nicht unnötig zu verdünnen.

Die unbeabsichtigte Injektion in periartikuläre Weichteile lässt den Effekt der intraartikulären
Applikation vermissen; sie wirkt ähnlich wie eine intramuskuläre Injektion.

Bei wiederholter Anwendung sollte ein Injektionsintervall von 3 - 4 Wochen eingehalten werden.

ACHTUNG: Celestan biphase darf nicht intravenös verabreicht werden!

4.3 Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
  • Systemmykosen
  • Magen- und Duodenalulzera
  • höhergradige Osteoporose
  • schwere Myopathien (ausgenommen Myasthenia gravis)
  • Virosen, z.B. Varicellen, Herpes simplex des Auges, Herpes zoster (virämische Phase)
  • Poliomyelitis (mit Ausnahme der bulbärenzephalitischen Form)
  • HBsAg-positive chronisch aktive Hepatitis
  • Lymphadenitis nach BCG-Impfung
  • Eng- und Weitwinkelglaukom
  • bei Patienten mit idiopathischer thrombopenischer Purpura darf Celestan biphase nicht intramuskulär verabreicht werden
  • ca. 8 Wochen vor bis 2 Wochen nach einer Schutzimpfung
  • bei Psychosen in der Anamnese nur bei vitaler Indikation
  • Infektionen im Applikationsbereich
  • bei Kindern unter 6 Jahren ist die parenterale Verabreichung von Depot-Corticoiden kontraindiziert.
  • Celestan biphase ist kontraindiziert bei präventiver Behandlung von RDS bei ungeborenen Kindern deren Mütter in der Schwangerschaft unter EPH Gestose, schwerer Plazentainsuffizienz, Amnioninfektionssyndrom, unklarer Temperaturerhöhung und Diabetes mellitus leiden. Celestan biphase ist kontraindiziert bei der Behandlung von RDS bei Neugeborenen.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

In jedem Fall sind die Risiken gegen den zu erwartenden therapeutischen Nutzen abzuwägen und die Beherrschung der Grundkrankheit anzustreben.

  • Celestan biphase nicht intravenös verabreichen!
  • Im Zusammenhang mit epiduraler Injektion wurden schwerwiegende neurologische Ereignisse, einige davon mit tödlichem Ausgang, berichtet. Im Speziellen umfassen diese berichteten Ereignisse Rückenmarksinfarkte, Paraplegie, Tetraplegie, kortikale Blindheit und Schlaganfall, sind jedoch nicht beschränkt auf die Genannten. Diese schwerwiegenden neurologischen Ereignisse wurden sowohl nach Verwendung von Fluoroskopie als auch ohne Einsatz einer fluoroskopischen Untersuchung berichtet. Die Sicherheit und Wirksamkeit einer epiduralen Verabreichung von Corticosteroiden ist nicht erwiesen und Corticosteroide sind für diese Anwendung nicht zugelassen.
  • Nach der systemischen Anwendung von Kortikosteroiden wurde über das Auftreten einer Phäochromozytom-Krise berichtet, die tödlich verlaufen kann. Bei Patienten mit einem vermuteten oder diagnostizierten Phäochromozytom sollten Kortikosteroide nur nach einer angemessenen Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden.
  • Seltene Fälle von anaphylaktoiden/anaphylaktischen Reaktionen, die potenziell zu einem Schock führen könnten, sind bei Patienten mit parenteraler Corticosteroidtherapie aufgetreten. Bei Patienten mit allergischen Reaktionen auf Corticosteroide in der Anamnese, sind geeignete Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.
  • Bei folgenden Erkrankungen sollte keine intraartikuläre Injektion erfolgen:
  • Bakterielle Arthritiden
  • Infektionen innerhalb oder in unmittelbarer Nähe des zu behandelnden Gelenks
  • Sehnenruptur
  • Instabilität des zu behandelnden Gelenks
  • Periartikuläre Kalzifikation
  • Charcot-Gelenk
  • Blutungsneigung (durch Antikoagulanzien oder spontan)
  • Vor Beginn einer Glucocorticoidtherapie ist eine genaue Untersuchung erforderlich, insbesondere sind Magen- und Duodenalulzera auszuschließen.
  • Zur Prophylaxe von Ulzera im Verdauungstrakt sind bei entsprechend disponierten Patienten Gaben von säurehemmenden Präparaten und eine sorgfältige Beobachtung (einschließlich Röntgen/Gastroskopie) angezeigt.
  • Bei jeder länger dauernden Glucocorticoid-Therapie sind regelmäßige Kontrollen des Blutzuckers, der Blutgerinnung sowie röntgenologische Untersuchungen der Wirbelsäule und augenärztliche Kontrollen durchzuführen.
  • Bei länger dauernder Behandlung sind, unabhängig von den krankheitsbedingten Kontrollen, abhängig von der Dosierung und der individuellen Ausgangslage des Patienten, in angemessenen Abständen Überwachungsmaßnahmen hinsichtlich möglicher Nebenwirkungen vorzunehmen.
  • Eine länger dauernde Anwendung darf zur Vermeidung eines Glucocorticoid-Entzugssyndroms nicht abrupt abgesetzt werden. Es ist ausschleichend zu dosieren, eventuell unter ACTH-Gabe.
  • Auch bei lokaler Anwendung, insbesondere bei hoher Dosierung, wiederholter Anwendung und bei Anwendung an größeren Gelenken sind die Nebenwirkungen und Gegenanzeigen einer systemischen Glucocorticoidtherapie zu beachten. Es muss so injiziert werden, dass Depots im subkutanen Fettgewebe vermieden werden.
  • Vorsichtige Anwendung bei Myasthenia gravis.
  • Glucocorticoide sollen nicht in infiziertes Gewebe, direkt in Sehnen oder in Zwischenwirbelräume injiziert werden.

Bei intraartikulären Injektionen sind folgende Vorsichtsmaßnahmen zu berücksichtigen: nur kleine Dosis pro Injektion, Wiederholungsinjektion in das gleiche Gelenk nicht innerhalb von 4 Wochen, maximal 3-4 Injektionen pro Gelenk. Die längerfristige und wiederholte Anwendung von Glucocorticoiden in stark belasteten Gelenken kann zu einer Verschlimmerung der verschleißbedingten Veränderungen im Gelenk führen. Es ist wichtig, die Patienten genauestens anzuleiten, die symptomatisch gebesserten Gelenke nicht überzubelasten, solange die entzündlichen Prozesse noch anhalten.

  • Celestan biphase nicht im Gesicht anwenden und nicht in subkutanes Fettgewebe injizieren (es können aseptische Fettgewebsnekrosen entstehen).
  • Wenn lokale oder systemische Infektionen (bakteriell, viral, mykotisch) vorhanden sind, ist eine alleinige Therapie mit Celestan biphase nicht angezeigt, aber es kann mit genügender Vorsicht in Verbindung mit einer antimikrobiellen Therapie verwendet werden.
  • Während einer Corticosteroidbehandlung sollten Patienten nicht gegen Windpocken geimpft werden. Bei Patienten, die Corticosteroide in besonders hohen Dosen erhalten, sollten keine anderen Immunisierungen vorgenommen werden, da möglicherweise die Gefahr neurologischer Komplikationen und das Fehlen einer Antikörper-Reaktion besteht.
  • Bei Patienten, die Corticosteroide als Ersatztherapie, z.B. bei Morbus Addison, erhalten, können jedoch Immunisierungen vorgenommen werden.
  • Patienten und besonders Kinder unter immunsuppressiven Dosen von Corticosteroiden müssen vor Ansteckung mit Windpocken und Masern gewarnt werden. Wenn eine Exposition doch erfolgt ist, soll ärztliche Beratung eingeholt werden.
  • Bei Kindern und Jugendlichen bis zum 14. Lebensjahr, die eine längerdauernde Glucocorticoidtherapie erhalten, ist wegen der Gefahr von Wachstumsstörungen jeweils nach 3-tägiger Behandlung ein 4-tägiges behandlungsfreies Intervall (intermittierende Therapie) einzulegen.
  • Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Hypothyreose oder Zirrhose, da dabei die Corticoidwirkung verstärkt wird.
  • Strenge Indikationsstellung bei gleichzeitiger Therapie der Grunderkrankung von
  • Diabetes mellitus
  • Tuberkulose
  • akuten und chronisch bakteriellen und Amöbeninfektionen
  • Hypertonie
  • thromboembolischen Prozessen
  • Herz- und Niereninsuffizienz
  • akuter Glomerulonephritis
  • chronischer Nephritis Eine Glucocorticoidtherapie ist unter strengen Vorsichtsmaßnahmen nur durchzuführen, wenn eine gleichzeitige die Grundkrankheit beherrschende Therapie (Antidiabetika, Tuberkulostatika, Chemotherapeutika bzw. Antibiotika, Antikoagulanzien etc.) möglich ist.
  • Eine Corticosteroid-Therapie kann das Risiko des Auftretens einer Tuberkulose (Tbc) bei Patienten mit latenter Tbc erhöhen. Diese Patienten müssen hinsichtlich einer Reaktivierung einer Tbc engmaschig überwacht werden. Wenn eine Langzeittherapie bei solchen Patienten erforderlich ist, kann eine antituberkulöse Chemotherapie angezeigt sein. Die Anwendung von Corticosteroiden bei Patienten mit aktiver Tbc muss auf Fälle einer Verschlimmerung oder disseminierten Erkrankung, wenn die Anwendung von Corticosteroiden für das Management der Erkrankung zusammen mit einer geeigneten Tbc-Therapie erfolgt, beschränkt bleiben.
  • Betamethason kann, wie andere Glucocorticoide, einen Diabetes mellitus verschleiern.
  • Corticoide können die Motilität und die Zahl der Spermien erhöhen.
  • Wegen der möglichen fruchtschädigenden Wirkung sollen Frauen im gebärfähigen Alter dazu angehalten werden den Eintritt einer Schwangerschaft bzw. eine bestehende Schwangerschaft zu melden.
  • Bei gleichzeitiger Tokolyse muss eventuell die Flüssigkeitszufuhr reduziert werden.
  • Neuere Studiendaten deuten darauf hin, dass nach wiederholter Gabe von Glucocorticoiden nach dem Blasensprung ein signifikant höheres Risiko einer early onset Sepsis besteht.
  • Die Nahrung soll kalium-, eiweiß- und vitaminreich, dabei aber fett-, kohlenhydrat- und kochsalzarm sein.
  • Sehstörung: Bei der systemischen und topischen (inklusive intranasalen, inhalativen und intraokularen) Anwendung von Corticosteroiden können Sehstörungen auftreten. Wenn ein Patient mit Symptomen wie verschwommenem Sehen oder anderen Sehstörungen vorstellig wird, sollte eine Überweisung des Patienten an einen Augenarzt zur Bewertung möglicher Ursachen in Erwägung gezogen werden; diese umfassen unter anderem Katarakt, Glaukom oder seltene Erkrankungen, wie z. B. zentrale seröse Chorioretinopathie (CSC), die nach der Anwendung systemischer oder topischer Corticosteroide gemeldet wurden.
  • Celestan biphase enthält Natrium, jedoch weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro ml, d. h. es ist nahezu „natriumfrei“.
  • Celestan biphase enthält 0,2 mg Benzalkoniumchlorid pro ml.
  • Die Ergebnisse einer einzelnen, multizentrischen, randomisierten, kontrollierten Studie mit einem anderen Kortikosteroid, Methylprednisolon-Hemisuccinat, zeigten bei Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma, die Methylprednisolon erhalten hatten, einen Anstieg der frühen Mortalität (nach zwei Wochen) sowie der späten Mortalität (nach sechs Monaten), im Vergleich zu Patienten, die ein Placebo erhalten hatten. Die Todesursachen in der Methylprednisolon-Gruppe wurden nicht erfasst.

4.5. Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

HerzglykosideVerstärkung der Glykosidwirkung durch Kalium-Mangel.
Saluretika, Amphotericin BZusätzliche Kalium-Ausscheidung.
orale AntidiabetikaBlutzuckersenkung wird vermindert.
Cumarin-DerivateAntikoagulanzienwirkung wird abgeschwächt.
Barbiturate, Hydantoine, Rifampicin, EphedrinCorticoidwirkung wird vermindert.
ÖstrogeneCorticoidwirkung wird verstärkt.
Aspirina) Aspirin ist als magenbelastend bekannt und Glucocorticoide können diese unerwünschten Wirkungen maskieren. Der Mechanismus ist unbekannt. b) Glucocorticoide verringern die Wirkung von Salicylaten. Beim Absetzen von Celestan biphase ist daher das Risiko für unerwünschte Wirkungen der Salicylate erhöht. Es besteht ein vergrößertes Risiko für gastrointestinale Blutungen und Ulcerationen (a) und das Risiko einer reduzierten Wirksamkeit von Aspirin (b).
NSAIDs (Nicht-steroidale anti-inflammatorische Arzneimittel)Die gastrointestinale Blutungsgefahr wird durch gleichzeitige Einnahme von nichtsteroidalen Antiphlogistika und Antirheumatika erhöht.
ACE-HemmerBei gleichzeitiger Gabe von ACE-Hemmstoffen kann das Risiko des Auftretens von Blutbildveränderungen erhöht sein.
Chloroquin, Hydrochloroquin, MefloquinErhöhtes Risiko für das Auftreten von Myopathien und Kardiomyopathien.
CiclosporinDie Wirkung sowohl von Ciclosporin als auch der Glucocorticoide wird bei gleichzeitiger Anwendung erhöht.
IsoniazidGlucocorticoide erhöhen die Clearance von Isoniazid und senken dessen Serumkonzentration.
WachstumshormoneEine Abschwächung oder Verhinderung der Wirkung von Wachstumshormonen ist möglich.
KetoconazolDie Wirkung von Ketoconazol wird durch verminderte Ausscheidung von Glucocorticoiden verstärkt.
BupropionDie gleichzeitige Gabe mit systemischen Glucocorticoiden kann das Risiko von Krampfanfällen erhöhen.
MethotrexatVerstärkte Wirkung von Glucocorticoiden, der Mechanismus ist unbekannt.
ProtirelinDer TSH-Anstieg bei Gabe von Protirelin kann reduziert sein.
AntibiotikaEs wird berichtet, dass Makrolidantibiotika eine signifikante Verminderung der Corticosteroid-Clearance bewirken.
CYP3A-Inhibitoren (einschließlich cobicistathaltiger Produkte)Bei einer gleichzeitigen Behandlung mit CYP3A-Inhibitoren einschließlich cobicistathaltiger Produkte ist mit einem erhöhten Risiko systemischer Nebenwirkungen zu rechnen. Die Kombination sollte vermieden werden, es sein denn, der Nutzen überwiegt das erhöhte Risiko systemischer Nebenwirkungen der Corticosteroide; in diesem Fall sollten die Patienten im Hinblick auf systemische Corticosteroidnebenwirkungen überwacht werden.
  • Bakterielle oder virale Lebendimpfstoffe:

Erfolgt 8 Wochen vor bis 2 Wochen nach einer aktiven Immunisierung eine
Glucocorticoidbehandlung, so ist mit einer Verminderung oder Fehlen der immunisierenden
Wirkung zu rechnen.

  • Tot- und Toxoid-Impfstoffe:

Mangelhafter Impfschutz möglich. Die Immunantwort auf Impfungen mit Tot- oder Toxoid-Impfstoffen kann bei gleichzeitiger systemischer Glucocorticoid-Therapie ausbleiben oder vermindert sein. Die systemische Anwendung von Glucocorticoiden in pharmakologischer Dosierung kann die Immunreaktion bei Kontakt mit Krankheitserregern unterdrücken. Die Bildung einer ausreichenden Menge von Antikörpern (Immunglobulinen) wird so möglicherweise verhindert. Betroffen ist hauptsächlich die primäre Immunantwort, aber auch die sekundäre Immunantwort kann betroffen sein.

Einfluss auf Untersuchungsmethoden:

  • Hautreaktionen auf Allergietests können unterdrückt werden.
  • Corticoide können beim Blautetrazoliumtest zur Erkennung systemischer bakterieller Infektionen fälschlich eine positive Reaktion vortäuschen.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Kontrollierte Reproduktionsstudien am Menschen sind nicht durchgeführt worden. Daher darf Celestan biphase während der Schwangerschaft und Stillzeit oder bei Frauen in gebärfähigem Alter nur bei vitaler Indikation und Abwägung des Nutzen/Risiko-Verhältnisses für Mutter und Fötus angewendet werden. Während der Therapie und bis zum Ausscheiden des Corticoids darf nicht gestillt werden. Grundsätzlich sollen in den ersten drei Monaten einer Schwangerschaft keine kortisonhältigen Arzneimittel angewendet werden.

Neugeborene, deren Mütter während der Schwangerschaft längerdauernd oder in höherer Dosierung Corticosteroide erhalten haben, müssen genau auf Zeichen von Hypoadrenalismus untersucht werden.

Studien haben ein erhöhtes Risiko neonataler Hypoglykämie in Folge pränataler Kurzzeitanwendung von Betamethason bei Frauen mit dem Risiko einer späten Frühgeburt gezeigt.

4.7. Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Celestan biphase hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Über folgende Nebenwirkungen wurde berichtet:

Häufigkeiten nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Endokrine Erkrankungen:

Menstruationsstörungen, Hirsutismus, Impotenz, Pseudo-Cushing-Syndrom, Wachstumsverzögerungen bei Kindern, verringerte Kohlehydrattoleranz, Manifestation von latentem Diabetes mellitus, Verschlechterung eines bereits bestehenden Diabetes mellitus, Inaktivität bzw.

Atrophie der Nebennierenrinde, erhöhter Bedarf an Insulin oder oralen Antidiabetika bei Diabetikern.

Störung des Elektrolythaushaltes:

Natriumretention, Wasserretention, vermehrte Kaliumausscheidung, hypokalämische Alkalose, Hypertonie, kongestive Herzinsuffizienz bei empfindlichen Patienten, Hyperglykämie, Glukosurie, katabole Wirkung auf den Eiweißstoffwechsel (negative Stickstoffbilanz).

Psychiatrische Erkrankungen:

Euphorie, Stimmungsschwankungen, Depressionen, Veränderungen der Persönlichkeit,
Schlaflosigkeit.

Erkrankungen des Nervensystems:

Krämpfe, Pseudotumor cerebri, Kopfschmerzen, Schwindel.

Augenerkrankungen:

Katarakt, Glaukom, Exophtalmie, Ansteigen des Augendrucks.

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes:

Magen-Darm-Beschwerden, Aktivierung und Entstehung von Ulcus ventriculi oder Ulcus duodeni, peptische Ulzera mit möglicher Perforation und Hämorrhagie, Pankreatitis, Trommelbauch, ulzeröse Ösophagitis. Bei Prädisposition z.B. durch Alkoholismus: Pankreatitis, bei Colitis ulcerosa:

Perforationsgefahr.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Verzögerte Wund- und Knochenheilung, Ödeme, dünne Haut, Petechien, Ekchymosen, Erytheme im Gesicht, verstärktes Schwitzen, subkutane Fettatrophie, Purpura, Striae rubrae, Hyperpigmentation, Steroidakne, allergische Dermatitis, Urtikaria, Miliaria, Hypertrichose, Follikulitis und periorale Dermatitis, Angioödeme.

Gefäßerkrankungen:

Nekrotische Angiitis, Teleangiektasie, Erhöhung des Thromboserisikos, bei Prädisposition durch
chronischen Rheumatismus: Vaskulitis.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:

anaphylaktische Reaktionen, Hitzegefühl besonders nach intraarterieller Injektion, Überempfindlichkeitsreaktionen wie Rötung und Bläschenbildung auf der Haut, sowie Herz-Kreislaufreaktionen.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen:

Verschlimmerung oder Maskierung von Infektionen, Begünstigung der Entstehung bzw. Aktivierung von Mykosen, Virus- und anderen Infekten (z.B. Tuberkulose).

Skelettmuskulatur- Bindegewebs- und Knochenerkrankungen:

Muskelschwäche, Steroidmyopathie, Verlust von Muskelmasse, Osteoporose,
Wirbelsäulenkompressionsfrakturen, aseptische Knochennekrosen (Femur- und Humeruskopf),
Sehnenriss, pathologische Frakturen langer Knochen. Bei Prädispostion durch chronischen
Rheumatismus: Vaskulitis.

Verschwommenes Sehen (siehe Abschnitt 4.4) wurde bei der Anwendung von Corticosteroiden
(Häufigkeit nicht bekannt) berichtet.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen, Traisengasse 5, 1200 Wien, ÖSTERREICH Fax: +43 (0) 50 555 36207 http://www.basg.gv.at/ anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Bei akuter Überdosierung mit Glucocorticoiden, einschließlich Betamethason, ist nicht zu erwarten, dass es zu einer lebensbedrohlichen Situation kommt. Auch bei extrem hohen Dosen, führt eine übermäßige Glucocorticoiddosis durch einige Tage zu keiner Gefährdung des Patienten, wenn spezielle Kontraindikationen wie Diabetes mellitus, Glaukom, gastrointestinale Ulzera sowie gleichzeitige Behandlung mit Digitalis, Antikoagulanzien (Cumarin-Typ) und Kalium-sparenden Diuretika ausgeschlossen werden können.

Die möglicherweise auftretenden Glucocorticoid-Nebenwirkungen müssen entsprechend
symptomatisch behandelt werden. Zur Ulkusprophylaxe sollte ein H2-Rezeptorenblocker oder ein
Antazidum verabreicht werden. Bei Diabetikern muss der Blutglukosespiegel überwacht und die
Antidiabetika-Dosis bei Bedarf erhöht werden. Bei erhöhter Infektgefährdung kann eine
Antibiotikatherapie erforderlich sein.

Behandlung: Ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Kontrolle der Elektrolyte im Serum und Harn,
insbesondere des Gleichgewichts von Natrium und Kalium. Gestörtes Elektrolytgleichgewicht ist
auszugleichen.

Ein Antidot für Celestan biphase ist nicht bekannt.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Corticosteroide zur systemischen Anwendung, Glucocorticoide,

Betamethason;

ATC-Code: H02A B01.

Celestan biphase enthält eine Kombination aus einem leicht und einem schwer löslichen Ester des Glucocorticoids Betamethason, das eine relative Glucocorticoid-Wirkung von 30 und keine relative Mineralocorticoid-Wirkung aufweist. Die Cushing-Schwellendosis beträgt 1,0 mg/die.

Betamethason hat ausgeprägte entzündungshemmende, antirheumatische und antiallergische Wirkung. Betamethason-Dinatriumphosphat ist leicht löslich und übt einen Soforteffekt aus. Das schwerlösliche Betamethasonazetat entfaltet eine Langzeitwirkung, die über eine bis mehrere Wochen andauert.

Bethamethason passiert die Plazenta.

Betamethason fördert die Surfactant-Synthese in der fetalen Lunge.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Betamethason-Dinatriumphosphat wird im Körper zu Betamethason, der biologisch aktiven Form, hydrolysiert, erreicht innerhalb von 60 Minuten den höchsten Blutspiegel und wird fast gänzlich nach dem ersten Tag ausgeschieden. Betamethasonazetat, das in Wasser praktisch unlöslich ist, liegt in Celestan biphase in Form von Mikrokristallen vor und wird nur sehr langsam am Ort der Injektion hydrolysiert, allmählich metabolisiert und ausgeschieden. Es ist deshalb noch nach 2 Wochen in messbarer Konzentration im Blut vorhanden.

Intraartikuläre Injektionen erzielen die gewünschte Wirkung mit minimalen bis keinen klinisch
signifikanten systemischen Wirkungen.

Betamethason wird wie andere Glucocorticoide in der Leber metabolisiert und über die Nieren ausgeschieden. Die mittlere Plasmahalbwertzeit beträgt etwa 5 Stunden, während die biologische zwischen 36 und 54 Stunden liegt. Bei Patienten mit Lebererkrankungen erfolgt der Abbau langsamer.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Bei akuten Toxizitätsstudien, in denen an Mäuse, Ratten und Hunde parenteral Betamethason-Dinatriumphosphat verabreicht wurde, sind keine signifikanten speziesspezifischen Unterschiede beobachtet worden. Die Symptome bei Nagern waren Hypoaktivität, Ptosis, Polydipsie, Polyurie und Muskelschwäche. Bei Hunden wurden Polydipsie, Polyurie und aufgetriebener Leib während der ersten Woche nach Verabreichung beobachtet. Junge Hunde zeigten nach intravenösen Injektionen von 0,5 mg/kg Betamethason-Dinatriumphosphat keine Nebenwirkungen.

In einer Studie auf chronische Toxizität an Ratten wurden Dosen von 0, 0,15 und 0,5 ml von Betamethason auf die Dauer von 6 Monaten verabreicht. Die höchste Dosisgruppe wurde zuletzt auf 0,33 ml reduziert. Die meisten aufgetretenen Reaktionen waren typisch für Glucocorticoide. Es waren dies eine verminderte Leukozytenzahl, Gewichtsverlust, Muskelatrophien und/oder Alopezie. Andere Reaktionen, die sekundär auf Pneumonie bei den meisten Tieren der Hochdosisgruppe auftraten, waren erhöhte Neutrophilenzahl und, durch histopathologischen Befund erwiesen, Infektionen in manchen Geweben. Zusätzlich wurde eine geringe Atrophie der Nebennierenrinde und damit verbunden ein vermindertes Gewicht der Nebenniere beobachtet.

In vitro und in vivo Studien mit Betamethasonnatriumphosphat zeigten keine Nachweise für ein genotoxisches Potential. Mutagenitätsstudien mit Betamethason sind nicht durchgeführt worden. Doch zeigten Studien mit Prednisolon keine mutagenen Wirkungen.

Eine verminderte Fertilität wurde bei männlichen und weiblichen Ratten, die sich nach oralen Gaben von Betamethason paarten, beobachtet. Eine chronische Langzeit-Toxizitätsstudie an Hunden zeigte, dass hohe Dosen von Prednisolon den Brunstzyklus unterdrückten.

Betamethason erwies sich als teratogen bei Ratten und Kaninchen nach Injektionen der ein- bis
zweifachen humanen Dosis. Die überwiegende Missbildung war Gaumenspalte. Bei vier- bis
achtfacher humaner Dosis erwies sich Betamethason bei Ratten und Kaninchen als embryozid.

Eine Serie von lokalen Toxizitätsstudien wurde an Kaninchen durchgeführt, um das lokale Irritationspotential von Betamethason zu untersuchen. Intramuskuläre und intra-arterielle Injektionen zeigten, dass Betamethason ohne Anzeichen von Schmerz oder Entzündung gut vertragen wurde.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Benzalkoniumchlorid,
Dinatriumhydrogenphosphat-Dihydrat,
Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat,
Dinatriumedetat,
Stickstoff und
Wasser für Injektionszwecke.

6.2 Inkompatibilitäten

Lokalanästhetika, die Vasokonstriktoren, Methyl- oder Propyl-4-hydroxybenzoate enthalten, sollten nicht verwendet werden. Stark alkalisch reagierende Verbindungen führen zu einer Zersetzung des Corticoids.

Dieses Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6. aufgeführten, nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

18 Monate

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25°C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Nicht einfrieren.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

1 ml - Ampullen, Typ I - Flintglas

Packungsgrößen zu 1 x 1 ml
5 x 1 ml

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Die Injektionssuspension wird nach dem Schütteln der Ampulle in der erforderlichen Menge aufgezogen. Bei Bedarf kann Celestan biphase in der Spritze mit der gleichen Menge eines Lokalanästhetikums (z.B. 1%-ige Lösungen von Procain-HCl, Lidocain-HCl o.ä.) gemischt werden. Celestan biphase ist zuerst in die Spritze aufzuziehen, dann das Lokalanästhetikum. Lokalanästhetika, die Vasokonstriktoren wie Methyl- oder Propyl-4-hydroxybenzoate enthalten, sollten nicht verwendet werden.

Bei der Entnahme ist darauf zu achten, dass der sterile Inhalt nicht mikrobiologisch kontaminiert wird. Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Organon Healthcare GmbH
Pestalozzistr. 31
80469 München, Deutschland
E-Mail: dpoc.austria@organon.com

8. ZULASSUNGSNUMMER

Z.Nr.: 14.257

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 6. November 1969

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 21. Mai 2013

10. STAND DER INFORMATION

März 2024

REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten