Anaerobex 0,5% Infusionsflasche – Gebrauchs- und Fachinformation
Gebrauchsinformation
Gebrauchsinformation: Information für Patienten
Anaerobex 0,5%-Infusionsflasche
Wirkstoff: Metronidazol
Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.
- Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
- Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
- Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.
- Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.
Was in dieser Packungsbeilage steht
1. Was ist Anaerobex und wofür wird es angewendet?
2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Anaeorobex beachten?
3. Wie ist Anaerobex anzuwenden?
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
5. Wie ist Anaerobex aufzubewahren?
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen
1. Was ist Anaerobex und wofür wird es angewendet?
Anaerobex mit dem Wirkstoff Metronidazol besitzt eine keimabtötende Wirkung auf
bestimmte Krankheitserreger (Amöben und sogenannte anaerobe Bakterien).
Anaerobex dient zur Behandlung von Infektionen mit Krankheitserregern, die gegen
Metronidazol empfindlich sind. Dazu gehören:
- Infektionen, die durch bestimmte Bakterien hervorgerufen werden, wie z.B.
o Gehirnhautentzündungen, Gehirnabszesse o Haut- und Weichteilinfektionen o Lungenentzündungen und Lungenabszesse o Entzündungen der Gebärmutter, Abszesse im Bereich von Eileiter und Eierstock o Blutvergiftungen o Infektionen von Knochen und Gelenken o Herzklappenentzündungen o Abszesse im Bauchraum o geschwürig membranöse Zahnfleischentzündung o Bauchfellentzündungen
- Durchfallerkrankungen durch eine Infektion mit Amöben
Bei vorbeugender Anwendung kann es auch eine Erkrankung durch bestimmte Keime bei Operationen und in der Frauenheilkunde verhindern.
2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Anaeorobex beachten?
Anaerobex darf nicht angewendet werden,
- wenn Sie allergisch gegen Metronidazol, andere Nitroimidalzolderivate oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Anaerobex anwenden.
Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Anaerobex ist erforderlich,
- wenn Sie an einer Störung der Blutbildung leiden (z.B. verminderte Anzahl weißer Blutkörperchen).
- wenn Sie bestimmte Krankheiten des Zentralnervensystems haben oder hatten (z.B. Krampfanfälle in der Vergangenheit).
- wenn Sie an einer Lebererkrankung leiden.
- In diesem Fall muss die Behandlung mit Anaerobex mit Vorsicht erfolgen. Falls erforderlich, wird Ihr Arzt die Dosis entsprechend verringern bzw. die Intervalle zwischen den einzelnen Verabreichungen verlängern.
- wenn bei Ihnen Nierenschäden, Herzschwäche, Flüssigkeitsansammlung in der Lunge, eine Störungen der Blutgerinnung oder eine Erkrankung von Gehirn, Rückenmark und Nerven vorliegen.
- falls während der Behandlung neurologische Beschwerden wie Kribbeln, Bewegungs-störungen oder Krämpfe, Hautausschläge, schwere und anhaltende Durchfälle sowie ausgeprägte Leukopenie (Verminderung der weißen Blutkörperchen) auftreten.
- Beenden Sie die Behandlung sofort und suchen Sie umgehend einen Arzt auf, der über die weitere Behandlung entscheidet.
Schwere, plötzliche Überempfindlichkeitsreaktion (anaphylaktische Reaktion/anaphy-laktischer Schock, Angioödem) Schon bei der ersten Anwendung besteht eine geringe Gefahr, dass Sie eine schwere allergische Reaktion erleiden, die sich in folgenden Beschwerden äußern kann: Engegefühl in der Brust, Gefühl von Schwindel, Übelkeit oder drohende Ohnmacht oder Schwindelgefühl beim Aufstehen. Sollte dies eintreten, informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt, da die Anwendung von Anaerobex abgebrochen werden muss.
Durchfall Während der Behandlung mit Antibiotika, einschließlich Anaerobex, und selbst mehrere Wochen nachdem Sie die Behandlung beendet haben, können Durchfälle auftreten. Bei starkem oder anhaltendem Durchfall oder wenn Sie feststellen, dass Ihr Stuhl Blut oder Schleim enthält, informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt. Die Behandlung mit Anaerobex muss sofort abgebrochen werden, da dies lebensbedrohlich sein kann. Nehmen Sie keine Arzneimittel ein, die die Darmbewegung anhalten oder verlangsamen.
Bei längerer Anwendung (mehr als 10 Tage) wird Ihr Arzt Kontrollen des Blutbilds sowie der Leber- und Nierenwerte anordnen; diese sind genau einzuhalten.
Die Behandlung mit Anaerobex wird in der Regel nicht länger als 10 Tage dauern, nur ausnahmsweise länger, falls dies zwingend erforderlich ist. Eine Behandlung mit Anaerobex wird auch nur dann wiederholt, wenn dies zwingend erforderlich ist. Sie werden in solchen Fällen besonders sorgfältig überwacht.
Eine unter Umständen erforderliche Wiederholung der Behandlung sollte nicht innerhalb von 6 Wochen nach Beendigung der ersten Behandlung erfolgen.
Beeinflussung von Laboruntersuchungen Wenn Sie während der Behandlung mit Metronidazol eine Laboruntersuchung von Harn oder Blut (Blutfettbestimmung, Leberenzyme) durchführen lassen müssen, sagen Sie bitte im Labor, dass Sie mit Metronidazol behandelt werden.
Folgende Labortestwerte können verändert werden: AST, ALT, LDH, Triglyceride und
Glucose.
Cockayne-Syndrom Fälle von schwerer Lebertoxizität/akutem Leberversagen, einschließlich Fälle mit tödlichem Ausgang, wurden bei Patienten mit Cockayne-Syndrom mit Arzneimitteln beobachtet, die Metronidazol enthalten.
Falls Sie am Cockayne-Syndrom leiden, wird Ihr Arzt Ihre Leberfunktion während der
Behandlung mit Metronidazol und auch danach häufig kontrollieren.
Informieren Sie Ihren Arzt unverzüglich und setzen Sie die Einnahme von Metronidazol ab, falls Sie folgende Symptome entwickeln:
Schmerzen im Oberbauch, Appetitverlust, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, allgemeines
Unwohlbefinden, Ermüdung, Gelbsucht, dunkler Urin, hellgraue oder weißliche Stühle,
Juckreiz.
Der Eintritt einer Schwangerschaft ist unverzüglich dem Arzt zu melden.
Der Harn kann durch Metronidazol dunkel sein (siehe Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).
Anwendung von Anaerobex zusammen mit anderen Arzneimitteln
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/
anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder
beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.
Arzneimittel und andere Mittel können sich gegenseitig in ihrer Wirkung beeinflussen.
Gleichzeitige Behandlung mit Metronidazol und
- Disulfiram
- oralen Antikoagulantien (Arzneimittel, die die Blutgerinnung herabsetzen, z.B. Warfarin) - Cimetidin (Arzneimittel, das die Magensäureproduktion vermindert)
- Phenobarbital (zur Epilepsiebehandlung und Narkosevorbereitung)
- Phenytoin (Arzneimittel zur Behandlung der Epilepsie)
- Busulfan (zur Behandlung der Leukämie) oder Fluorouracil (zur Behandlung von Krebs) - Lithium (Arzneimittel zur Behandlung von psychiatrischen Erkrankungen)
- Tacrolimus, Ciclosporin (Arzneimittel zur Unterdrückung von Immunreaktionen)
- Mycophenolat-Mofetil (Arzneimittel zur Unterdrückung von Immunreaktionen)
Anwendung von Anaerobex zusammen mit Alkohol
Sie dürfen während und bis mindestens 48 Stunden nach einer Behandlung mit Metronidazol keine alkoholischen Getränke zu sich nehmen, da dies zu Unverträglichkeitsreaktionen wie Schwindel und Erbrechen führen kann.
Schwangerschaft und Stillzeit
Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.
Schwangerschaft
Metronidazol soll während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden,
außer der Arzt erachtet es als unbedingt notwendig.
Stillzeit
Wenn Sie während der Stillperiode eine Behandlung mit Anaerobex benötigen, fragen Sie Ihren Arzt, wie Sie sich verhalten sollen.
Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
| ! | Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. |
Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn und im Zusammenwirken mit Alkohol. Sollten Sie Nebenwirkungen wie Benommenheit, Schwindel, Verwirrtheit, Halluzinationen, Krämpfe oder vorübergehende Sehstörungen bemerken, dürfen Sie kein Fahrzeug lenken und keine Maschinen bedienen.
Anaerobex enthält Natrium
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro ml, d.h. es ist nahezu“natriumfrei”.
3. Wie ist Anaerobex anzuwenden?
Anaerobex wird Ihnen von einem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal verabreicht.
Die empfohlene Dosis beträgt:
Infektionen mit bestimmten Krankheitserregern (anaeroben Bakterien)
Erwachsene und Jugendliche
3-mal täglich 500 mg (= 3-mal 100 ml Infusionslösung).
Bei schweren Krankheitsbildern ist eine Dosissteigerung möglich. Keinesfalls dürfen mehr als 4000 mg innerhalb von 24 Stunden angewendet werden.
Kinder von 8 Wochen bis 12 Jahren
3-mal täglich 7,5 mg/kg Körpergewicht oder 20 bis 30 mg/kg einmal täglich.
Die Tagesdosis kann auf 40 mg/kg erhöht werden, abhängig vom Schweregrad der Infektion. In der Regel ist eine Behandlungsdauer von 7 Tagen ausreichend. In schweren Fällen aber kann eine Behandlung von bis zu 10 Tagen erforderlich sein.
Kinder unter 8 Wochen
15 mg/kg als Einzeldosis oder aufgeteilt auf Einzelgaben zu 7,5 mg/kg alle 12 Stunden.
Neugeborene mit einer Schwangerschaftsdauer unter 40 Wochen Es kann eine Anhäufung von Metronidazol während der ersten Lebenswoche auftreten, weshalb die Konzentration von Metronidazol im Serum vorzugsweise nach den ersten Tagen der Behandlung überwacht werden soll.
Amöben-Ruhr
Erwachsene, Jugendliche und Kinder über 10 Jahre
500 bis 750 mg 3-mal täglich für 5 bis 10 Tage.
Kinder von 7 bis 10 Jahren
200 bis 400 mg 3-mal täglich für 5 bis 10 Tage.
Kinder von 3 bis 7 Jahren
100 bis 200 mg 4-mal täglich für 5 bis 10 Tage.
Kinder von 1 bis 3 Jahren
100 bis 200 mg 5-mal täglich für 5 bis 10 Tage.
Anders ausgedrückt in mg pro kg Körpergewicht: 35 bis 50 mg/kg, aufgeteilt auf drei
Einzeldosen für 5 bis 10 Tage, die Maximaldosis darf 2400 mg/Tag nicht überschreiten.
Säuglinge ab der 9. Lebenswoche und Kleinkinder bis 1 Jahr
35 bis 50 mg/kg als Tagesdosis aufgeteilt auf drei Einzeldosen für 5 bis 10 Tage.
Amöbenabszess der Leber
Erwachsene und Jugendliche
500 bis 750 mg 3-mal täglich für 5 bis 10 Tage.
Kinder bis 12 Jahre
250 mg 3-mal täglich für 5 bis 10 Tage.
Vorbeugung von Infektionen
Erwachsene, Jugendliche, Kinder und Säuglinge ab der 9.Lebenswoche Vor der Operation 15 mg/kg (ca. 1 g für 70 kg), wobei darauf zu achten ist, dass die Infusion 1 Stunde vor Operationsbeginn beendet sein sollte, sowie nach der Operation zwei weitere Gaben von 7,5 mg/kg (ca. 500 mg für 70 kg) im Abstand von 6 bis 8 Stunden.
Vorbeugung von Infektionen - Einmalgabe
Erwachsene und Jugendliche
Bei „Blinddarmentfernung“ (Entfernung des Wurmfortsatzes, Appendektomie), sowie anderen bauchchirurgischen Eingriffen: vor, während und nach der Operation 1000 bis 1500 mg als Einzeldosis.
Säuglinge, Kleinkinder und Kinder bis 12 Jahre
30 mg/kg als Einzeldosis vor der Operation.
Neugeborene mit einer Schwangerschaftsdauer über 40 Wochen
20 bis 30 mg/kg als Einzeldosis vor der Operation.
Neugeborene mit einer Schwangerschaftsdauer unter 40 Wochen
10 mg/kg als Einzeldosis vor der Operation.
Spezielle Patientengruppen
Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion, Hämodialyse (Blutwäsche) und ältere Patienten Wenn Sie an einer Nieren- oder Lebererkrankung leiden, dialysepflichtig sind, älter als 70 Jahre sind oder eine Ileostomie hatten (künstlicher Darmausgang z.B. nach Darmverschluss), wird Ihr Arzt Ihnen möglicherweise eine andere Dosierung verordnen.
Art der Anwendung
Intravenöse Anwendung.
Anaerobex wird über einen Tropf direkt in eine Vene verabreicht (intravenöse Infusion).
Dauer der Anwendung
Der Inhalt einer Flasche wird über einen Zeitraum von ca. 30 Minuten verabreicht.
Die gesamte Behandlung mit Metronidazol dauert im Allgemeinen 5 bis 7, höchstens 10
Tage, länger nur, falls zwingend erforderlich.
Wenn zu große Mengen Anaerobex angewendet wurden
Bei massiver Überdosierung wurden Anzeichen wie Übelkeit, Erbrechen, Störungen der
Bewegungskoordination oder der Orientierung, gesteigerte Reflexe, epileptische Anfälle,
Herzklopfen oder Atemnot beobachtet. Ein Arzt ist unverzüglich zu benachrichtigen.
Hinweis für den Arzt:
Informationen zur Behandlung einer Überdosierung finden Sie am Ende dieser
Gebrauchsinformation.
Wenn Sie die Anwendung von Anaerobex abbrechen
Es ist wichtig, dieses Arzneimittel über die vorgeschriebene Behandlungsdauer anzuwenden. Die Anwendung sollte nicht beendet werden, weil eine Besserung eintritt. Wenn die Behandlung zu früh beendet wird, kann die Infektion wiederkehren. Wenn sich der Patient am Ende der vorgeschriebenen Behandlungsdauer nicht besser fühlt oder während der Behandlung schlechter fühlt, ist ein Arzt zu konsultieren.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Folgende Nebenwirkungen wurden berichtet:
Häufig (kann 1 bis 10 Behandelte von 100 betreffen)
- Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Appetitlosigkeit
Gelegentlich (kann 1 bis 10 Behandelte von 1.000 betreffen)
- Entzündung der Zunge oder der Mundschleimhaut, scharfer, unangenehmer metallischer Geschmack, belegte Zunge, Mundtrockenheit
Selten (kann 1 bis 10 Behandelte von 10.000 betreffen)
- Schwere akute systemische Überempfindlichkeitsreaktionen: anaphylaktische Reaktionen, bis hin zum anaphylaktischen Schock
- Superinfektionen (verursacht durch resistente Bakterien oder Pilze)
- Abflachung der T-Welle im EKG
- Oberbauchschmerzen und Bauchkrämpfe
- Erschwerte, gewollte Blasenentleerung, Blasenentzündung
Sehr selten (kann weniger als 1 Behandelten von 10.000 betreffen)
- Blutbildstörungen, wie starke Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Agranulozytose), Verminderung der weißen Blutkörperchen (Neutropenie), Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie) und Verminderung der Blutzellreihen (Panzytopenie), aplastische Anämie (Blutarmut)
- Psychotische Störungen, einschließlich Verwirrung und Halluzinationen
- Nichtentzündliche Erkrankung des Gehirns (Enzephalopathie) - Anzeichen sind: Ver-wirrtheit, Fieber, Kopfschmerzen, Halluzinationen, Lähmung, Lichtempfindlichkeit, Seh- und Bewegungsstörungen, Genickstarre - und Erkrankung des Kleinhirns (subakutes zerebellares Syndrom) - Anzeichen sind: Störung der Bewegungen (Ataxie), Sprachstörung (Dysathrie), Augenzittern (Nystagmus) und Zittern, welche normalerweise nach Absetzen der Behandlung verschwinden.
- Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Krämpfe, Kopfschmerzen
- Sehstörungen wie Doppeltsehen und Kurzsichtigkeit, welche in den meisten Fällen nur vorübergehend sind
- Abnormale Leberfunktionstests, Leberentzündung mit Stauung des Gallenflusses, Gelbsucht und Bauchspeicheldrüsenentzündung, welche nach Absetzen rückläufig ist – Schwere Entzündung des Dickdarms durch Antibiotika hervorgerufen (pseudomembranöse Colitis)
- Hautausschläge, Pustelausschläge, Juckreich, Hautrötung mit Hitzegefühl
- Muskelschmerzen (Myalgie), Gelenksschmerzen (Arthralgie)
- Dunkle, braun-rote Verfärbung des Urins (bedingt durch ein Stoffwechselprodukt)
Häufigkeit nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht
abschätzbar)
- Verminderung der weißer Blutkörperchen (Leukopenie)
- Angioödem, Nesselsucht, Arzneimittelfieber, Stevens-Johnson-Syndrom (arzneimittel-allergisch bedingte Hauterkrankung)
- Depression
- Während hochdosierter und/oder längerdauernder Metronidazol-Behandlung wurde von peripherer sensorischer Neuropathie und vorübergehenden epileptischen Anfällen berichtet. In den meisten Fällen verschwand das Nervenleiden (Neuropathie), nachdem die Dosis reduziert oder die Behandlung abgesetzt wurde.
- Gehirnhautentzündung (aseptische Meningitis)
- Optische Täuschungen/Entzündung des Sehnervs (Neuritis)
- Hauterkrankung (Erythema multiforme)
- Verlegte Nase
- Akutes Leberversagen bei Patienten mit Cockayne Syndrom (siehe Abschnitt 2.
„Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“)
Meldung von Nebenwirkungen
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.
Sie können Nebenwirkungen auch direkt anzeigen (siehe Angaben weiter unten). Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/
5. Wie ist Anaerobex aufzubewahren?
Nicht über 25°C lagern.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.
Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.
Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen
Was Anaerobex enthält
- Der Wirkstoff ist: Metronidazol. 1 ml enthält 5 mg Metronidazol.
- Die sonstigen Bestandteile sind: Natriumchlorid, Natriumedetat, Wasser für Injektionszwecke.
Wie Anaerobex aussieht und Inhalt der Packung
Infusionslösung (klare, farblose bis leicht gelbliche Lösung)
Weiße Glasflasche, Typ II, mit Brombutylkautschukstöpsel
1-mal 100 ml bzw. 10-mal 100 ml
1-mal 300 ml bzw. 10-mal 300 ml in 500 ml-Flaschen
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller
G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach
Z.Nr.: 16.847
Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Dezember 2022.
Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:
Überdosierung
Symptome
Eine Einzeldosis bis zu 12,5 g Metronidazol resultiert in Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Ataxie, Hyperreflexie, Tachykardie, Atemnot und Desorientiertheit.
Therapie
Es ist kein spezifisches Antidot bekannt. Deshalb soll die Behandlung symptomatisch und unterstützend erfolgen.
Sowohl Metronidazol als auch die beiden Hauptmetaboliten sind gut dialysierbar.
Fachinformation
ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Anaerobex 0,5%-Infusionsflasche
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
1 ml enthält 5 mg Metronidazol.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: ca. 3 bis maximal 5 mg Natrium/ml.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Infusionslösung
Klare, farblose bis schwach gelbliche Lösung.
pH-Wert 5,0 bis 6,0
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Anaerobex wird angewendet bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen zur Behandlung folgender Infektionen:
- Infektionen mit Metronidazol-empfindlichen Erregern:
| | Meningitis und Gehirnabszess |
| | Haut- und Weichteilinfektionen |
| | Infektionen des unteren Respirationstraktes wie Pneumonie, Empyem und Lungenabszess |
| | Gynäkologische Infektionen wie Endometritis, Endomyometritis und Tuboovarial-Abszess |
| | Bakterielle Septikämie bei Komplikationen nach Behandlung von primären Infektionen mit Metronidazol-empfindlichen Erregern |
| | Knochen- und Gelenksinfektionen |
| | Endokarditis (verursacht durch Bacteroides-Spezies) |
| | Akute nekrotisierende Gingivitis |
| | Intraabdominale Abszesse |
| | Peritonitis |
- Amöbiasis Behandlung von intestinalen (akute Amöben-Dysenterie) und extraintestinalen (z.B. Amöbenabszess der Leber) Manifestationen einer Infektion mit Entamoeba histolytica. Bei Amöbenabszessen der Leber erübrigt sich jedoch eine notwendige Aspiration oder Drainage des Eiters durch die Metronidazoltherapie nicht.
- Prophylaktischer Einsatz bei chirurgischen/gynäkologischen Eingriffen Bei aeroben-anaeroben Mischinfektionen muss zur Abdeckung des aeroben Keimanteils ein entsprechendes Antibiotikum zusätzlich verwendet werden.
Bei der Behandlung von schweren Anaerobier-bedingten Infektionen wird üblicherweise anfangs die intravenöse Form von Metronidazol verwendet. Die Therapie kann aber, sobald es der Zustand des Patienten erlaubt, jederzeit auf eine Oraltherapie umgestellt werden.
Nationale und internationale Empfehlungen für den angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen Wirkstoffen sind bei der Anwendung von Metronidazol zu berücksichtigen.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dosierung
Infektionen mit anaeroben Bakterien
Erwachsene und Jugendliche
3-mal täglich 500 mg (= 3-mal 100 ml Infusionslösung).
Bei Bedarf kann eine Initialdosis von 15 mg/kg (ca. 1 g für 70 kg) zu Beginn der Therapie verabreicht werden. Bei besonders schweren Krankheitsbildern kann die Tagesdosis erhöht werden, jedoch dürfen nicht mehr als 4 g in 24 Stunden verabreicht werden.
Kinder von 8 Wochen bis 12 Jahren
3-mal täglich 7,5 mg/kg Körpergewicht oder 20 bis 30 mg/kg einmal täglich.
Die Tagesdosis kann auf 40 mg/kg erhöht werden, abhängig vom Schweregrad der Infektion. In der Regel ist eine Behandlungsdauer von 7 Tagen ausreichend. In schweren Fällen aber kann eine Therapie von bis zu 10 Tagen erforderlich sein. Die Therapiedauer von 10 Tagen darf nur in Einzelfällen und bei strengster Indikationsstellung überschritten werden (siehe Abschnitt 4.4).
Kinder unter 8 Wochen
2-mal täglich 7,5 mg/kg Körpergewicht oder 15 mg/kg einmal täglich.
Neugeborene mit einem Gestationsalter < 40 Wochen Eine Akkumulation von Metronidazol kann während der ersten Lebenswoche auftreten, weshalb die Konzentration von Metronidazol im Serum vorzugsweise nach den ersten Tagen der Therapie überwacht werden soll.
Amöbiasis, akute Amöbendysenterie
Erwachsene, Jugendliche und Kinder über 10 Jahre
500 bis 750 mg 3-mal täglich für 5 bis 10 Tage.
Kinder von 7 bis 10 Jahren
200 bis 400 mg 3-mal täglich für 5 bis 10 Tage.
Kinder von 3 bis 7 Jahren
100 bis 200 mg 4-mal täglich für 5 bis 10 Tage.
Kinder von 1 bis 3 Jahren
100 bis 200 mg 5-mal täglich für 5 bis 10 Tage
Alternativ ausgedrückt in mg pro kg Körpergewicht: 35 bis 50 mg/kg, aufgeteilt auf drei Einzeldosen für 5 bis 10 Tage, die Maximaldosis darf 2400 mg/Tag nicht überschreiten.
Säuglinge ab der 9.Lebenswoche und Kleinkinder bis 1 Jahr
35 bis 50 mg/kg als Tagesdosis aufgeteilt auf drei Einzeldosen für 5 bis 10 Tage.
Amöbenabszess der Leber
Erwachsene und Jugendliche
500 bis 750 mg 3-mal täglich für 5 bis 10 Tage.
Kinder ab der 9.Lebenswoche bis 12 Jahre
35 bis 50 mg/kg als Tagesdosis aufgeteilt auf drei Einzeldosen für 5 bis 10 Tage.
Perioperative Infektionsprophylaxe
Erwachsene, Jugendliche, Kinder und Säuglinge ab der 9.Lebenswoche Präoperativ 15 mg/kg (ca. 1 g für 70 kg), wobei darauf zu achten ist, dass die Infusion 1 Stunde vor Operationsbeginn beendet sein sollte, sowie postoperativ zwei weitere Gaben von 7,5 mg/kg (ca. 500 mg für 70 kg) im Abstand von 6 bis 8 Stunden.
Perioperative Infektionsprophylaxe – Einmalgabe
Erwachsene und Jugendliche
Bei Appendektomie, sowie anderen abdominellen und gynäkologischen chirurgischen Eingriffen: prä-, intra- oder postoperativ 1000 bis 1500 mg als Einzeldosis.
Säuglinge, Kleinkinder und Kinder bis 12 Jahre 30 mg/kg als Einzeldosis vor der Operation, wobei darauf zu achten ist, dass die Infusion 30 Minuten vor Operationsbeginn beendet sein sollte.
Neugeborene mit einem Gestationsalter > 40 Wochen 20 bis 30 mg/kg als Einzeldosis vor der Operation, wobei darauf zu achten ist, dass die Infusion 30 Minuten vor Operationsbeginn beendet sein sollte.
Neugeborene mit einem Gestationsalter < 40 Wochen 10 mg/kg als Einzeldosis vor der Operation, wobei darauf zu achten ist, dass die Infusion 30 Minuten vor Operationsbeginn beendet sein sollte.
Spezielle Patientengruppen
Frühgeborene, Neugeborene und Säuglinge bis zum Ende der 8. Lebenswoche In den Indikationen Amöbiasis, akute Amöbendysenterie, Amöbenabszess der Leber, Infektionen mit anaeroben Bakterien und perioperative Infektionsprophylaxe (Mehrfachgabe): Die variablen Plasma-Halbwertszeiten von Metronidazol in dieser Altersgruppe (22,5 bis 100 Stunden) erlauben keine allgemeingültige Dosierungsempfehlung für die Mehrfachgabe. Daher kann die Anwendung in dieser Altersgruppe und diesen Indikationen, die wiederholte Verabreichung vorsehen, nicht empfohlen werden.
Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion Während die Pharmakokinetik von Metronidazol durch eine renale Insuffizienz nicht beeinträchtigt ist, kann es bei einer Nierenfunktionseinschränkung zur Kumulation der Metaboliten kommen. Aus diesem Grund sollten bei Kreatinin-Clearance-Werten ab 30 ml/min und weniger die Dosierungsintervalle verlängert und beim Erwachsenen nicht mehr als 2-mal 500 mg Metronidazol innerhalb von 24 Stunden verabreicht werden.
Eine Kontrolle der Blutspiegel von Metronidazol und seinen Metaboliten wird empfohlen.
Hämodialyse-pflichtige Patienten Sowohl Metronidazol als auch die beiden Metaboliten sind gut dialysierbar. Die Dialyse-Clearance ändert sich in Abhängigkeit von der Dialysezeit und der verwendeten Membran, wobei die Clearance-Kapazität der Dialysegeräte für Harnstoff und Kreatinin nicht mit der Metronidazol-Clearance korreliert. Da unter der Hämodialyse die Eliminationshalbwertszeit von Metronidazol stark verkürzt sein kann (z.B. auf ca. 3 Stunden), ist nach der Dialyse unter Umständen eine zusätzliche Dosis zu verabreichen.
Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion Bei Leberinsuffizienz müssen Dosis und Dosisintervalle entsprechend dem Grad der Funktionsstörung angepasst werden.
Patienten mit Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes
Bei Ileostomie-Patienten wird eine Dosisreduktion auf ⅔ der Normaldosis empfohlen.
Ältere Patienten
Bei Patienten über 70 Jahre beobachtet man oft eine verlängerte Eliminationshalbwertszeit und höhere Blutspiegel von Metronidazol, auch dann, wenn sowohl Leber- als auch Nierenfunktion intakt sind. In diesen Fällen ist eine Reduktion der Standarddosis empfehlenswert.
Art der Anwendung
Intravenöse Anwendung.
Zur langsamen intravenösen Infusion (innerhalb ca. 30 min).
Nur klare Lösungen verwenden.
Dauer der Anwendung
Die Dauer der Anwendung ist abhängig von der jeweiligen Erkrankung.
Die Behandlung mit Anaerobex oder einem anderen Nitroimidazol-haltigen Medikament darf in der Regel 10 Tage nicht überschreiten. Diese Frist darf nur in Einzelfällen bei besonders strenger Indikationsstellung überschritten werden.
Die Behandlung sollte möglichst selten wiederholt werden. Die Begrenzung der Therapiedauer ist erforderlich, weil sich eine Schädigung menschlicher Keimzellen nicht ausschließen lässt und weil in tierexperimentellen Studien eine Zunahme von bestimmten Tumoren gesehen wurde (siehe Abschnitt 4.4).
4.3 Gegenanzeigen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Nitroimidazolderivate oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Es darf nur klare, farblose bis schwach gelbliche Infusionslösung verwendet werden.
Metronidazol hat keine direkte Wirkung auf aerobe oder fakultative anaerobe Bakterien. Bei aerob-anaeroben Mischinfektionen muss zur Abdeckung des aeroben Keimanteils ein entsprechendes Antibiotikum zusätzlich verwendet werden.
Bei der Behandlung schwerer Anaerobier-bedingter Infektionen wird üblicherweise anfangs die intravenöse Form von Metronidazol verwendet. Die Therapie kann auf eine Oraltherapie umgestellt werden, sobald es der Zustand des Patienten erlaubt.
Bei länger dauernder Behandlung mit Metronidazol (mehr als 10 Tage) sind Blutbildkontrollen (besonders die Bestimmung der Leukozytenzahl) sowie Leber- und Nierenfunktionskontrollen durchzuführen. Außerdem sollte besonders auf periphere oder zentralnervöse Nebenwirkungen geachtet werden, wie z.B. Parästhesien, Ataxien, Schwindel und Krampfanfälle. Eine eventuell erforderliche Therapiewiederholung sollte nicht vor 4 bis 6 Wochen erfolgen (siehe Abschnitt 4.2).
Bei schweren akuten Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. anaphylaktischem Schock) muss die Behandlung mit Metronidazol sofort abgebrochen werden, und die üblichen entsprechenden Notfallmaßnahmen (z.B. Antihistaminika, Kortikosteroide, Sympathomimetika und ggf. Beatmung) müssen eingeleitet werden.
Metronidazol sollte Patienten mit hämatologischen Erkrankungen nur mit Vorsicht verabreicht werden.
Metronidazol sollte Patienten mit akuten oder schweren chronischen Erkrankungen des peripheren und zentralen Nervensystems wegen des Risikos einer neurologischen Verschlechterung nur mit Vorsicht verabreicht werden.
Beim Auftreten von zentralen oder peripheren neurologischen Symptomen (Konvulsionen, Ataxien, Parästhesien etc.) ist die Therapie abzubrechen. Ebenso sollte bei ausgeprägten Leukopenien oder Hautreaktionen die Behandlung beendet werden.
Bei schweren und anhaltenden Durchfällen ist an eine antibiotikabedingte pseudomembra-nöse Colitis zu denken, die lebensbedrohlich sein kann. Deshalb ist in diesen Fällen Metronidazol sofort abzusetzen und eine entsprechende Therapie einzuleiten (z.B. mit Vancomycin oral). Peristaltikhemmende Präparate sind kontraindiziert.
Während der Therapie mit Metronidazol ist jeglicher Alkoholgenuss zu vermeiden (Alkoholintoleranz).Bei künstlicher Ernährung des Patienten mit oralen und parenteralen Lösungen sollte darauf geachtet werden, dass nur ethanolfreie Lösungen verwendet werden.
Bei Patienten unter Hämodialyse können Metronidazol und dessen Metaboliten während einer 8-stündigen Dialyse vollständig entfernt werden. Daher sollte Metronidazol sofort nach der Hämodialyse wieder verabreicht werden.
Bei Patienten mit Niereninsuffizienz, die sich einer intermittierenden Peritonealdialyse oder einer kontinuierlichen ambulanten Peritonealdialyse unterziehen müssen, ist keine Dosisanpassung von Metronidazol erforderlich.
Bei Patienten mit Hepatopathien ist Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.2).
Patienten sollen gewarnt werden, dass durch Metronidazol der Harn dunkel sein kann.
Über die Beeinflussung von Laborparametern siehe Abschnitt 4.5.
Patienten, die eine orale Antikoagulanzientherapie erhalten, müssen sorgfältig überwacht und eventuell neu eingestellt werden.
Bei Aminkolpitis und Trichomoniasis ist stets eine Partnerbehandlung erforderlich. Die Patienten sind über die erforderlichen Hygienemaßnahmen aufzuklären: Unterwäsche und Handtücher sollen täglich gewechselt werden, die Bettwäsche so oft wie möglich. Die gebrauchte Wäsche soll ausgekocht werden und nicht kochfeste Wäschestücke sollen desinfiziert werden.
Hepatotoxizität bei Patienten mit Cockayne-Syndrom Fälle von schwerer Hepatotoxizität/akutem Leberversagen einschließlich Fälle mit tödlichem Ausgang und sehr schnellem Auftreten nach Behandlungsbeginn bei Patienten mit Cockayne-Syndrom wurden für Arzneimittel berichtet, die Metronidazol für die systemische Anwendung enthalten. Bei dieser Population ist Metronidazol nicht zu verwenden, es sei denn, der Nutzen überwiegt das Risiko und es steht keine alternative Behandlung zur Verfügung. Unmittelbar vor Therapiebeginn sowie während und im Anschluss an die Behandlung müssen Leberfunktionstests durchgeführt werden, bis sich die Leberfunktion wieder im normalen Bereich befindet bzw. bis die Ausgangswerte wieder erreicht sind. Falls die Leberwerte während der Behandlung deutlich ansteigen, ist das Arzneimittel abzusetzen.
Patienten mit dem Cockayne-Syndrom sind anzuweisen, etwaige Symptome einer potenziellen Leberschädigung unverzüglich ihrem Arzt zu melden und die Einnahme bzw. Anwendung von Metronidazol zu beenden (siehe Abschnitt 4.8).
Diese Infusionslösung enthält 3,15 mg/ml bzw. 0,137 mmol/ml Natrium. Dies soll bei Anwendung an Patienten, die eine Natrium-arme Diät benötigen, berücksichtigt werden.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Disulfiram Bei gleichzeitiger Gabe von Metronidazol und Disulfiram wird die Wirkung von Disulfiram verstärkt, wodurch es zu Psychosen und Verwirrtheitszuständen kommen kann.
Orale Antikoagulanzien Metronidazol verstärkt die gerinnungshemmende Wirkung oraler Antikoagulanzien, insbesondere von Warfarin. In diesen Fällen muss der Quickwert unter Umständen neu eingestellt und die Prothrombinzeit regelmäßig kontrolliert werden. Es gibt keine Wechselwirkung mit Heparin.
Cimetidin Cimetidin kann in Einzelfällen den Metronidazol-Metabolismus in der Leber hemmen und dadurch zu höheren Metronidazol-Plasmaspiegeln führen.
Barbiturate Patienten, die Phenobarbital erhalten, metabolisieren Metronidazol mit einer wesentlich höheren Rate als normal, womit sich die Eliminationshalbwertszeit klinisch signifikant reduziert. Es ist anzunehmen, dass andere Barbiturate die gleiche Wirkung zeigen.
Phenytoin Metronidazol kann die Eliminationsrate von Phenytoin hemmen und dadurch zu einem erhöhten Phenytoinspiegel führen.
Es gibt außerdem Hinweise darauf, dass Phenytoin die Eliminationsrate von Metronidazol erhöhen kann.
Fluoruracil Metronidazol hemmt die Ausscheidung von 5-Fluorouracil und kann dadurch zu einer erhöhten Toxizität von 5-Fluorouracil führen.
Busulfan Die Plasmaspiegel von Busulfan können durch Metronidazol erhöht werden, was zu schwerer Busulfan-Toxizität führen kann.
Tacrolimus Gleichzeitige Verabreichung mit Metronidazol führt zu einem Anstieg des Tacrolimus-Blutspiegels. Vermutet wird eine Hemmung der hepatischen Metabolisierung von Tacrolimus über CYP450 3A4. Der Tacrolimus-Blutspiegel und die Nierenfunktion sind daher häufig zu kontrollieren, insbesondere zu Beginn und am Ende einer Behandlung mit Metronidazol bei Patienten, die auf ihre Tacrolimus-Medikation stabil eingestellt sind.
Ciclosporin Gleichzeitige Therapie mit Ciclosporin und Metronidazol kann zu einem Anstieg der Serumkonzentration von Ciclosporin führen. Daher sind häufige Kontrollen der Ciclosporin-Serumkonzentration und des Serum-Kreatinins erforderlich.
Mycophenolat-Mofetil Substanzen, die die gastrointestinale Flora verändern (z.B. Antibiotika), können die orale Bioverfügbarkeit von Mycophenolsäureprodukten vermindern. Engmaschige klinische Überwachung und Laborkontrollen in Bezug auf eine Verminderung des immunsuppressiven Effekts der Mycophenolsäure werden während einer gleichzeitigen Behandlung mit Antiinfektiva empfohlen.
Alkohol Es gibt Berichte, dass nach gleichzeitigem Alkoholkonsum ein Antabus-artiges Erscheinungsbild mit Übelkeit, Erbrechen, Flush und Blutdruckabfall auftrat.
Die Patienten sollten angewiesen werden, während der Metronidazol Behandlung und mindestens 48 Stunden danach keinen Alkohol zu sich zu nehmen.
Lithium Bei gleichzeitiger Gabe von Metronidazol und Lithium kann es zu erhöhten Lithium-Plasmaspiegeln kommen. Über mögliche Nierenschäden unter gleichzeitiger Einnahme von Lithium und Metronidazol wurde berichtet. Eine Überwachung des Plasmaspiegels von Lithium, Kreatinin und Elektrolyten soll bei Patienten mit gleichzeitiger Anwendung von Lithium und Metronidazol überlegt werden.
Antagonismen oder Wechselwirkungen mit anderen Antibiotika sind nicht bekannt.
Beeinflussung von Labortests Metronidazol stört die spektrophotometrische Bestimmung von AST, ALT, LDH, Triglyceriden und Glucose. Es werden falsch niedrige Werte gemessen.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Es gibt keine ausreichenden Daten zur Sicherheit von Metronidazol während der Schwangerschaft. Metronidazol wirkt mutagen bei Bakterien und kanzerogen bei einigen Nagetieren. Ein teratogener Effekt beim Menschen kann nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Metronidazol soll daher während der Schwangerschaft nicht gegeben werden, außer der Arzt erachtet es als notwendig. Unter diesen Umständen wird die kürzeste, hochdosierte Anwendung nicht empfohlen.
Stillzeit
Metronidazol tritt in die Muttermilch über und sollte daher während der Stillperiode nicht verabreicht werden. Bei einer behandlungsbedürftigen Trichomoniasis der Mutter in der Stillperiode sollte eine Einzeldosis verabreicht werden und das Stillen für mindestens 3 Tage unterbrochen werden.
Fertilität
Es liegen derzeit keine Daten zur Auswirkung von Metronidazol auf die Fertilität vor.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Da Metronidazol verschiedene Störungen des Nervensystems und des Sehvermögens bewirken kann (siehe Abschnitt 4.8), kann die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt sein. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn und im Zusammenwirken mit Alkohol.
Patienten sollen über die Möglichkeit des Auftretens von Benommenheit, Schwindel, Verwirrtheit, Halluzinationen, Krämpfen oder vorübergehender Sehstörungen gewarnt und angewiesen werden, in diesem Fall kein Fahrzeug zu lenken oder Maschinen zu bedienen.
4.8 Nebenwirkungen
| Sehr häufig: Häufig: Gelegentlich: Selten: Sehr selten: Häufigkeit nicht bekannt: | ≥ 1/10 ≥ 1/100, < 1/10 ≥ 1/1.000, < 1/100 ≥ 1/10.000, < 1/1.000 < 1/10.000 Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar | |||||||
| Infektionen und parasitäre Erkrankungen Selten: | Durch Superinfektionen | resistente | Bakterien, | Protozoen | oder | Pilze | verursachte | |
| Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems Sehr selten: Nicht bekannt: Leukopenie | Agranulozytose, Neutropenie, Thrombozytopenie, Panzytopenie, aplastische Anämie | |||||||
| Erkrankungen des Immunsystems Selten: Nicht bekannt: Urtikaria, Angioödem, Arzneimittelfieber, Stevens-Johnson-Syndrom | Schwere akute systemische Überempfindlichkeitsreaktionen: anaphylaktische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock | |||||||
| Psychiatrische Erkrankungen Sehr selten: Nicht bekannt: Depression | Psychotische Störungen, einschließlich Verwirrung und Halluzinationen | |||||||
| Erkrankungen des Nervensystems Sehr selten: Nicht bekannt: Während hochdosierter und/oder längerdauernder Metronidazol-Therapie | Enzephalopathie (z.B. Verwirrtheit, Fieber, Kopfschmerzen, Halluzinationen, Lähmung, Genickstarre) und subakutes zerebellares Syndrom (z.B. Ataxie, Dysarthrie, Nystagmus und Tremor), die normalerweise nach Absetzen der Behandlung verschwinden. Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Krämpfe, Kopfschmerzen wurde von peripherer sensorischer Neuropathie und vorübergehenden epileptischen Anfällen berichtet. In den meisten Fällen verschwand die Neuropathie, nachdem die Dosis reduziert oder die Behandlung abgesetzt wurde. Aseptische Meningitis | Lichtempfindlichkeit, | Seh- | und | Bewegungsstörungen, | |||
| Augenerkrankungen Sehr selten: Nicht bekannt: Optische Neuropathie/Neuritis | Sehstörungen wie Doppeltsehen und Kurzsichtigkeit, welche in den meisten Fällen nur vorübergehend sind | |||||||
| Herzerkrankungen Selten: | Abflachung der T-Welle im EKG | |||||||
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums Nicht bekannt: Verlegte Nase Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Häufig: Gelegentlich: Selten: Sehr selten: | Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Obstipation Glossitis, Stomatitis, metallischer Geschmack, Mundtrockenheit, belegte Zunge Epigastrische Beschwerden und abdominale Krämpfe Pseudomembranöse Colitis | |||||||
| Leber- und Gallenerkrankungen Sehr selten: | Abnormale Leberfunktionstests, cholestatische Hepatitis, Gelbsucht und Pankreatitis, welche nach Absetzen rückläufig ist | |||||||
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes Sehr selten: Nicht bekannt: Erythema multiforme | Exanthem, Pyodermie, Pruritus, Flush | |||||||
| Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen Sehr selten: | Arthralgie, Myalgie | |||||||
| Erkrankungen der Nieren und Harnwege Selten: Sehr selten: | Dysurie, Zystitis Dunkle, braun-rote Verfärbung des Urins, verursacht durch die Ausscheidung von Metaboliten |
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Gelegentlich: Schwächegefühl
Bei Patienten mit Cockayne-Syndrom wurden Fälle von schwerer irreversibler Hepato-toxizität/akutem Leberversagen, auch Fällen mit tödlichem Ausgang, die sehr schnell nach Beginn der systemischen Anwendung von Metronidazol auftraten, berichtet (siehe Abschnitt 4.4).
Kinder und Jugendliche
Häufigkeit, Art und Schweregrad von Nebenwirkungen bei Kindern entsprechen denen von Erwachsenen.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/
4.9 Überdosierung
Symptome
Eine Einzeldosis bis zu 12,5 g Metronidazol resultiert in Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Ataxie, Hyperreflexie, Tachykardie, Atemnot und Desorientiertheit.
Therapie
Es ist kein spezifisches Antidot bekannt. Deshalb soll die Behandlung symptomatisch und unterstützend erfolgen.
Sowohl Metronidazol als auch die beiden Hauptmetaboliten sind gut dialysierbar.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiinfektiva zur systemischen Anwendung, Metronidazol ATC-Code: J01XD01
Wirkmechanismus
Metronidazol selbst ist antimikrobiell unwirksam. Es stellt die stabile und penetrationsfähige Ausgangsverbindung dar, aus der unter anaeroben Bedingungen durch die mikrobielle Pyruvat-Ferredoxin-Oxidoreduktase unter Oxidation von Ferredoxin und Flavodoxin Nitroso-Radikale gebildet werden, die an der DNS angreifen. Nitroso-Radikale bilden Addukte mit Basenpaaren in der DNS, wodurch es zu DNS-Strangbrüchen und nachfolgend zum Zelltod kommt.
Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik Die Wirksamkeit hängt im Wesentlichen von dem Quotienten aus maximaler Serumkonzentration (Cmax) und minimaler Hemmkonzentration (MHK) des Erregers ab.
Resistenzmechanismen Die Resistenzmechanismen gegen Metronidazol bei anaeroben Bakterien sind erst teilweise geklärt:
Metronidazol-resistente Bacteroides-Stämme besitzen Resistenzdeterminanten, die Nitroimidazol-Reduktasen kodieren, welche Nitroimidazole in Aminoimidazole umwandeln, wodurch die Bildung der für die antibakterielle Wirkung verantwortlichen Nitroso-Radikale verhindert wird.
Die Metronidazol-Resistenz bei Helicobacter pylori beruht auf Mutationen in einem Gen, das für die NADPH-Nitroreduktase kodiert. Diese Mutationen bewirken einen Austausch von Aminosäuren und damit einen Funktionsverlust des Enzyms. Somit unterbleibt der Aktivierungsschritt vom Metronidazol zum reaktiven Nitroso-Radikal.
Es besteht zwischen Metronidazol und den anderen Nitroimidazolderivaten (Tinidazol, Ornidazol, Nimorazol) vollständige Kreuzresistenz.
Grenzwerte Die Testung von Metronidazol erfolgt unter Benutzung der üblichen Verdünnungsreihe. Folgende minimale Hemmkonzentrationen für sensible und resistente Keime wurden festgelegt:
EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) Grenzwerte
| Erreger | sensibel | resistent |
| Clostridium difficile | ≤ 2 mg/l | > 2 mg/l |
| Andere Gram-positive Anaerobier | ≤ 4 mg/l | > 4 mg/l |
| Helicobacter pylori | ≤ 1 mg/l | > 1 mg/l |
| Gram-negative Anaerobier | ≤ 4 mg/l | > 4 mg/l |
Prävalenz der erworbenen Resistenz Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im Verlauf der Zeit variieren. Deshalb sind – insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen – lokale Informationen über die Resistenzsituation erforderlich. Falls auf Grund der lokalen Resistenzsituation die Wirksamkeit von Metronidazol in Frage gestellt ist, sollte eine Therapieberatung durch Experten angestrebt werden. Insbesondere bei schwerwiegenden Infektionen oder bei Therapieversagen ist eine mikrobiologische Diagnose mit dem Nachweis des Erregers und dessen Empfindlichkeit gegenüber Metronidazol anzustreben.
Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland auf der Basis von Daten der letzten 5 Jahre aus nationalen Resistenzüberwachungsprojekten und -studien (Stand: Dezember 2013):
Üblicherweise empfindliche Spezies
Anaerobe Mikroorganismen
Bacteroides fragilis
Clostridium difficile
Clostridium perfringens °
Fusobacterium spp. °
Peptoniphilus spp. °
Peptostreptococcus spp. °
Porphyromonas spp. °
Prevotella spp. °
Veillonella spp. °
Andere Mikroorganismen
Entamoeba histolytica °
Gardnerella vaginalis °
Giardia lamblia °
Trichomonas vaginalis °
Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen können
Aerobe Gram-negative Mikroorganismen
Helicobacter pylori
Von Natur aus resistente Spezies
Alle obligat aeroben Bakterien
Gram-positive Mikroorganismen
Enterococcus spp.
Staphylococcus spp.
Streptococcus spp.
Gram-negative Mikroorganismen
Enterobacteriaceae
Haemophilus spp.
° Bei Veröffentlichung der Tabellen lagen keine aktuellen Daten vor. In der Primärliteratur, Standardwerken und Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit ausgegangen.
Nur bei Penicillin-Allergie
Verträglichkeit Die Infusionslösung zeigte bei experimentellen Untersuchungen eine gute Verträglichkeit für das Gefäßendothel.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Resorption
Die Serumkonzentrationen von Metronidazol sind proportional der verabreichten Dosis. Nach intravenöser Applikation von 500 mg werden Serumspitzenkonzentrationen von ca. 10 mg/l erreicht.
Verteilung
Metronidazol zeigt eine gute Gewebe- und Liquorpenetration und ist nur gering an Plasmaproteine gebunden (bis 20%). Chemotherapeutisch wirksame Spiegel werden unter anderem im Myometrium, in der Tube, im Wundsekret, in Abszesshöhlen, im Vaginalsekret, in der Samenflüssigkeit, im Harn, im Speichel, in der Peritonealflüssigkeit, im Fruchtwasser und in der Muttermilch gefunden. Die Plasmakonzentration von Metronidazol steigt linear mit der Dosis an.
Das scheinbare Verteilungsvolumen liegt bei 36 l.
Biotransformation
Metronidazol wird bis zu 60% in der Leber durch Seitenkettenoxidation und Glucuronidierung abgebaut, wobei der Hauptmetabolit (Hydroxy-Metronidazol) ebenfalls eine antimikrobielle sowie eine antiparasitäre Aktivität aufweist.
Elimination
Metronidazol wird hauptsächlich renal ausgeschieden (Urine Recovery 60 bis 80%). Im Urin erscheinen als Ausscheidungsprodukte neben der Muttersubstanz auch Metaboliten, und zwar ein Hydroxy- und ein Säuremetabolit, die durch Seitenkettenoxidation und Glucuronidierung entstehen. Der Anteil von unverändertem Metronidazol an der Gesamtausscheidung beträgt rund 20%. Sowohl die Muttersubstanz als auch die Metaboliten besitzen in vitro trichomonazide und bakterizide Eigenschaften. Die renale Clearance von Metronidazol beträgt ca. 10 ml/min/1,73 m2. Beim gesunden Erwachsenen beträgt die Eliminationshalbwertszeit nach intravenöser Gabe 5 bis 16 Stunden.
Pharmakokinetik bei bestimmten Patientengruppen Die Eliminationshalbwertszeit ist bei Säuglingen in den ersten beiden Lebensmonaten auf ca. 22,5 Stunden, bei unreifen Frühgeborenen auf bis zu ca. 100 Stunden verlängert. Eine Verlängerung der Plasma-Halbwertszeit auf bis zu 23 h ist ebenfalls bei Kindern zwischen 9 Wochen und 4 Jahren mit ausgeprägter Unterernährung beobachtet worden.
Bei Patienten über 70 Jahren werden gelegentlich verlängerte Eliminationshalbwertszeiten und höhere Blutspiegel von Metronidazol auch dann beobachtet, wenn sowohl Leber- als auch Nierenfunktion nicht beeinträchtigt sind.
Eine verminderte Nierenfunktion verändert die Pharmakokinetik der Muttersubstanz nicht wesentlich, führt aber bei länger dauernder Verabreichung zur Kumulation der Metaboliten.
Bei eingeschränkter Leberfunktion ist die Plasma-Clearance von Metronidazol vermindert und es ist mit einer verlängerten Serum-Halbwertszeit (bis zu 30 Stunden) zu rechnen.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Karzinogenität Es gibt Hinweise auf tumorerzeugende Wirkungen bei Ratten und Mäusen. Insbesondere wurde bei Mäusen eine erhöhte Inzidenz von Lungentumoren nach oraler Verabreichung gesehen. Dies scheint jedoch nicht auf einer genotoxischen Wirkung zu beruhen, da bei transgenen Mäusen nach hohen Metronidazoldosen keine erhöhten Mutationsraten in verschiedenen Organen einschließlich der Lunge gefunden wurden.
Ähnliche Studien bei Hamstern zeigten aber keinerlei karzinogene Effekte.
Genotoxizität Einige in-vitro-Studien (Tests an Bakterien) lassen auf eine mutagene Aktivität schließen. Die entsprechenden Untersuchungen bei Säugetieren ließen aber kein Potential bezüglich genetischer Schädigungen erkennen. In Lymphozyten von Patienten wurden nach längerer Therapie mit Metronidazol erhöhte Quoten an Chromosomenmutationen gefunden.
Toxizität nach wiederholter Gabe Nach wiederholter Verabreichung von Metronidazol an Ratten über 26 bis 80 Wochen wurden Hoden- und Prostatadystrophien beobachtet, jedoch nur nach hohen Dosen.
Bei Hunden äußerten sich toxische Effekte nach wiederholter Verabreichung in Form von Ataxie und Tremor.
In Untersuchungen an Affen wurde nach Verabreichung über ein Jahr eine dosisabhängige Zunahme von hepatozellulärer Degeneration nachgewiesen.
Reproduktionstoxizität Tierversuche haben bei Ratten bis zu Dosen von 200 mg/kg Körpergewicht und bei Kaninchen bis zu 150 mg/kg Körpergewicht pro Tag keine teratogenen Effekte oder andere embryotoxische Wirkungen ergeben.
Metronidazol besitzt eine gute Gewebegängigkeit, sodass die Plazenta keine Schranke darstellt. Auch der Gehalt in der Muttermilch ist hoch (mehr als 50% des Serumwertes). Die Sicherheit einer Anwendung von Metronidazol in der Schwangerschaft ist nicht ausreichend belegt. Insbesondere für die Frühschwangerschaft liegen widersprüchliche Berichte vor. Einige Studien haben Hinweise auf eine erhöhte Fehlbildungsrate ergeben. Das Risiko möglicher Spätfolgen, einschließlich des kanzerogenen Risikos, ist bisher nicht geklärt.
Im Falle einer uneingeschränkten Anwendung von Nitroimidazolen durch die Mutter besteht für das Ungeborene bzw. Neugeborene das Risiko einer Krebsauslösung oder Erbgutschädigung. Gesicherte Hinweise für eine Schädigung des Embryos oder Feten gibt es bislang nicht.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Natriumchlorid
Natriumedetat
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Diese Metronidazol-Infusionslösung hat einen relativ niedrigen pH Wert von 5,0 bis 6,0. Daher kann das Hinzufügen anderer Präparate generell nicht empfohlen werden.
Durch Kontakt von gelöstem Metronidazol mit Aluminium in Vorrichtungen wie Nadeln kann es zu rötlich-braunen Verfärbungen kommen.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
3 Jahre
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 25°C lagern.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Weiße Glasflasche, Typ II, mit Brombutylkautschukstöpsel
1-mal 100 ml bzw. 10-mal 100 ml
1-mal 300 ml bzw. 10-mal 300 ml in 500 ml-Flaschen
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung
Keine besonderen Anforderungen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach
8. ZULASSUNGSNUMMER
16.847
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 19. Dezember 1980
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 05. Dezember 2012
10. STAND DER INFORMATION
Dezember 2022
REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT
Rezept- und apothekenpflichtig.
Hinweis zur Entstehung dieses Beitrags
Der Text dieser Seite gibt die amtliche Gebrauchs- beziehungsweise Fachinformation im Wortlaut wieder. Inhaltlich ist daran nichts verändert. Die Übernahme aus dem Original-PDF in die Darstellung dieser Seite erfolgte maschinell mit Hilfe von künstlicher Intelligenz.
War dieser Beitrag hilfreich?
Woran lag es?
Danke – das hilft uns bei der Überarbeitung.