Der wirksamste Teil steht hier: Steckdosenschutz, FI-Schutzschalter, Geräte im Kinderzimmer, Bad und Küche, Verlängerungskabel – dazu die Regeln für Bahnanlagen und für Gewitter.

Wichtiger Hinweis

Ein Kind unter Strom darf erst berührt werden, wenn die Stromquelle sicher abgeschaltet ist. Bei Haushaltsstrom Sicherung oder FI-Schalter ausschalten beziehungsweise Stecker ziehen, sofern dies ohne Eigengefährdung möglich ist. Bei Hochspannung Abstand halten und ausschließlich Feuerwehr beziehungsweise Netzbetreiber retten lassen; Strom kann durch die Luft überspringen.

Bei Bewusstlosigkeit, fehlender normaler Atmung, Krampfanfall, Brustschmerz, Herzrasen, Verbrennungen, Hochspannungs- oder Blitzunfall sofort 144 beziehungsweise 112 rufen. Bei fehlender normaler Atmung Wiederbelebung beginnen und einen automatisierten Defibrillator verwenden, sobald verfügbar.

Äußerlich kleine Strommarken können tiefe Schäden verbergen. Ein Kind nach relevantem Stromkontakt wird ärztlich beurteilt. Die Dringlichkeit hängt von Spannung, Stromweg, Kontaktdauer, Symptomen, Hautzustand und Unfallmechanismus ab.

Österreich: Rettung 144, Euro-Notruf 112, Feuerwehr 122.

42 Steckdosenschutz

Moderne Schutzkontaktsteckdosen mit integrierten Verschlüssen sind zuverlässiger als locker aufgeklebte Einsätze. Nachrüstteile dürfen Schutzkontakte und festen Sitz eines Steckers nicht beeinträchtigen.

Mehrfachsteckdosen werden nicht offen am Boden betrieben. Nicht benutzte Anschlüsse abdecken, Kabel verstecken und schwere Möbel so stellen, dass Kinder nicht dahinter greifen.

43 FI-Schutzschalter

Ein Fehlerstrom-Schutzschalter, kurz FI oder RCD, vergleicht hin- und zurückfließenden Strom. Bei einer Differenz schaltet er sehr schnell ab. Er ist eine wichtige zusätzliche Schutzebene.

Die Prüftaste wird nach Hersteller- und Elektrofachkraftempfehlung betätigt. Ein FI ersetzt weder Sicherung noch Berührungsschutz und schützt nicht in jeder Leiter-zu-Leiter-Konstellation.

44 Geräte im Kinderzimmer

Nachtlichter, Babyphone, Luftbefeuchter und Ladegeräte stehen außerhalb der Reichweite. Kabel dürfen nicht am Gitterbett verlaufen; zusätzlich zur Stromgefahr droht Strangulation. Billige oder beschädigte Netzteile können überhitzen.

Geräte mit Rückruf oder auffälligem Geruch, Knistern und Hitze werden sofort außer Betrieb genommen.

45 Badezimmer und Küche

Föhn, Glätteisen, Radio und Ladegerät bleiben außerhalb von Badewanne und Waschbecken. Hände trocknen, bevor Stecker berührt werden. Geräte nach Gebrauch vollständig ausstecken.

In der Küche treffen Wasser, Metall und Strom zusammen. Defekte Wasserkocher, Mixer oder Spülmaschinen werden nicht weiter verwendet. Reparaturen gehören zur Elektrofachkraft.

46 Verlängerungskabel und Kabeltrommeln

Verlängerungen sind keine dauerhafte Hausinstallation. Gequetschte Kabel unter Türen oder Teppichen überhitzen und beschädigen. Kabeltrommeln werden bei hoher Last vollständig abgerollt.

Außenbereiche benötigen dafür zugelassene Produkte und Fehlerstromschutz. Steckverbindungen liegen nicht in Pfützen. Kinder helfen nicht beim Anschließen stromführender Geräte.

47 Bahn- und Oberleitungsprävention

Jugendliche müssen wissen: Bahnstrom kann über einen Luftspalt springen. Auf Waggons klettern, Drohnen oder Angelruten nahe Leitungen und Selfies auf Bahnanlagen sind lebensgefährlich.

Auch ein abgeschaltet wirkender Zug sagt nichts über die Oberleitung. Nur der Betreiber kann Spannungsfreiheit feststellen. Schulen und Eltern sollten konkrete Mechanismen erklären statt nur „verboten“ zu sagen.

48 Gewitterregeln

Bei Donner besteht Blitzgefahr. Schutz bietet ein festes Gebäude oder geschlossenes Auto. Einzelne Bäume, Gipfel, Wasser, Metallzäune und offene Flächen meiden. Baden sofort beenden.

Ist kein Schutz erreichbar, Abstand zu hohen Objekten und anderen Personen halten, klein machen und nicht flach auf den Boden legen. Erst etwa 30 Minuten nach dem letzten Donner Aktivitäten fortsetzen.

49 Notfallkarte für Eltern

Stromunfall – Sofortplan

  1. Kind nicht berühren, solange Strom aktiv sein könnte.
  2. Niederspannung sicher abschalten; Hochspannung: Abstand und 122/112.
  3. Nach Trennung Reaktion und normale Atmung prüfen.
  4. Keine normale Atmung: Wiederbelebung und AED.
  5. Normale Atmung: überwachen, warm halten, Wunden trocken abdecken.
  6. An Sturz, Kopf und Wirbelsäule denken.
  7. Stromart, Spannung, Kontaktzeit und Weg merken.
  8. Ärztliche Beurteilung und EKG nach relevantem Kontakt.

Die Nummern für den Stromunfall

144Rettung ÖsterreichBewusstlosigkeit, fehlende normale Atmung, Krampf, Brustschmerz, Herzrasen, Verbrennung
112Euro-Notrufeuropaweit, funktioniert auch im Ausland
122Feuerwehrtechnische Gefahrenlage: Hochspannung, Oberleitung, heruntergefallene Leitung, Brand
AEDDefibrillatorso früh wie möglich einsetzen – Kammerflimmern ist die häufigste tödliche Rhythmusstörung beim Stromunfall
Bei technischer Gefahrenlage werden Rettung und Feuerwehr alarmiert: Solange die Anlage nicht freigegeben ist, darf auch der Rettungsdienst nicht in den Gefahrenbereich. Diese Karte lässt sich ausdrucken; die Nummern gehören zusätzlich ins Mobiltelefon.

Alle Kapitel dieses Ratgebers

  1. 1. Eigenschutz und Grundlagen Abschnitt 1–6 · 6
  2. 2. Typische Unfälle und erste Hilfe Abschnitt 7–13 · 7
  3. 3. Was den Schaden bestimmt Abschnitt 14–18 · 5
  4. 4. Mögliche Folgen im Körper Abschnitt 19–26 · 8
  5. 5. Untersuchung und Behandlung Abschnitt 27–32 · 6
  6. 6. Nach dem Unfall und besondere Situationen Abschnitt 33–41 · 9
  7. 7. Vorbeugen im Haushalt und unterwegs Abschnitt 42–49 · 8
  8. 8. Fragen, Einordnung und Quellen Abschnitt 50–57 · 8