Gebrauchsinformation

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Stesolid 10 mg Rektaltuben

Wirkstoff: Diazepam

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

  • Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
  • Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.
  • Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.
  • Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Stesolid und wofür wird es angewendet?
2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Stesolid beachten?
3. Wie ist Stesolid anzuwenden?
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
5. Wie ist Stesolid aufzubewahren?
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Stesolid und wofür wird es angewendet?

Stesolid gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die als Benzodiazepine bezeichnet werden;

Arzneimittel aus dieser Gruppe werden als Beruhigungsmittel, als Mittel gegen Krampfanfälle oder zur Behandlung von Muskelkrämpfen eingesetzt.

Stesolid wird zur Behandlung von epileptischen Anfällen und Fieberkrämpfen, bei Muskelkrämpfen (die durch Tetanus verursacht werden), zur Vorbehandlung vor kleineren chirurgischen oder zahnärztlichen Eingriffen und zur Erstbehandlung von akuten schweren Angst-, Spannungs- und Erregungszuständen verwendet.

Die Rektaltuben können immer dann angewendet werden, wenn ein rascher Eintritt der Wirkung
erforderlich ist, aber eine intravenöse Injektion (Injektion in eine Vene) nicht möglich oder
unerwünscht ist.

Stesolid Rektaltuben können insbesondere zur sofortigen Behandlung von Krämpfen bei Kindern (ab 1 Jahr und 10 kg Körpergewicht) angewendet werden.

Benzodiazepine sind nur anzuwenden, wenn die Erkrankung schwer ist, den Patienten stark behindert oder einen extremen Leidensdruck verursacht.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Stesolid beachten?

Stesolid darf nicht angewendet werden,

  • wenn Sie allergisch gegen Diazepam, andere Benzodiazepine, Benzylalkohol oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.
  • wenn Sie an Myasthenia gravis leiden (einer Krankheit mit rascher körperlicher Erschöpfung und Schwäche bestimmter Muskeln).
  • wenn Sie an schweren Störungen der Atemfunktion oder dem Schlafapnoe-Syndrom leiden (eine schlafbezogene Atemstörung, die durch extremes Schnarchen und Atempausen gekennzeichnet ist).
  • wenn Sie an sogenannter schwerer chronischer „Hyperkapnie“ leiden (dabei kommt es, meist durch eine Minderbelüftung der Lunge, zu einem erhöhten Anteil an Kohlendioxyd im arteriellen Blut).
  • wenn Sie an schweren Lebererkrankungen leiden.
  • bei akuter Alkoholvergiftung oder Vergiftung mit anderen Stoffen, die auf das zentrale Nervensystem dämpfend wirken.
  • bei schweren Schockzuständen und Koma.
  • bei Kindern im 1. Lebensjahr.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie
Stesolid anwenden, insbesondere, wenn Sie

  • Alkohol trinken oder Arzneimittel zu sich nehmen, die auf das zentrale Nervensystem dämpfend wirken: Die Wirkung von Stesolid wird verstärkt und es kann zu starker Schläfrigkeit sowie Dämpfung der Herztätigkeit und Atmung kommen (siehe Abschnitt „Anwendung von Stesolid zusammen mit anderen Arzneimitteln“).
  • älter als 65 Jahre sind oder an einer schweren Erkrankung leiden: Aufgrund der muskelentspannenden Wirkung von Stesolid ist das Sturzrisiko erhöht. Der Arzt wird Ihnen möglicherweise eine reduzierte Dosis verordnen.
  • an Herz- und/oder Lungenerkrankungen oder Atemwegserkrankungen leiden: Es besteht das Risiko für eine Dämpfung des Atemantriebs. Der Arzt wird Ihnen möglicherweise eine reduzierte Dosis verordnen.
  • an einer Nierenerkrankung leiden.
  • ein Leberleiden haben: Der Arzt wird Ihnen möglicherweise eine reduzierte Dosis verordnen.
  • ein Engwinkelglaukom haben (erhöhter Augeninnendruck mit Verlust der Sehkraft).
  • an Ängsten, Zwängen, einer Depression oder anderen schweren seelischen Störungen leiden: Stesolid wird zur Erstbehandlung von schweren seelischen Störungen nicht empfohlen. Wenn Sie unter Depressionen leiden, kann Stesolid die Neigung zu Selbstmordgedanken verstärken.
  • unter einer Epilepsie leiden oder schon einmal Krampfanfälle hatten: Bei einer zu raschen Beendigung der Stesolid-Behandlung können Krampfanfälle bis hin zum Status epilepticus (Daueranfall) auftreten.
  • auch schon in der Vergangenheit, unter einer erhöhten Neigung zur Abhängigkeit von Drogen oder Alkohol gelitten haben: Es besteht ein erhöhtes Risiko, dass Sie eine Diazepam-Abhängigkeit entwickeln. Sie dürfen Stesolid nur unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle anwenden und die Behandlung muss langsam ausschleichend beendet werden. Bei plötzlichem Abbruch der Behandlung können Krampfanfälle auftreten.

Wenn eine dieser Situationen auf Sie zutrifft, fragen Sie bitte Ihren Arzt, bevor Sie Stesolid anwenden.

Ungewöhnliche (paradoxe) Erscheinungen
können mitunter vor allem bei älteren oder geschwächten Personen und bei Kindern auftreten.

Statt Müdigkeit und Beruhigung werden gegenteilige Wirkungen ausgelöst wie Rastlosigkeit,
Unruhe, Reizbarkeit, Aggressivität, Selbsttäuschung, Raserei, Alpträume, Halluzinationen,
Psychosen, auffälliges Benehmen oder andere Verhaltensauffälligkeiten. Die Anwendung von
Diazepam muss beim Auftreten dieser Erscheinungen abgebrochen werden.

Erinnerungslücken Diazepam kann zum Auftreten von Erinnerungslücken führen, die besonders kurz zurückliegende Ereignisse betreffen (anterograde Amnesie). Die Erinnerung fällt in diesem Fall für einige Stunden nach Anwendung des Arzneimittels aus. Sorgen Sie daher nach der Anwendung möglichst für 7‒8 Stunden ununterbrochenen Schlaf, damit kein Risiko für Sie entsteht. Im Rahmen von Erinnerungslücken kann es auch zu ungewöhnlichen Verhaltensweisen kommen (siehe auch Abschnitt „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).

Lassen Sie Ihre Leberfunktionen und Ihr Blutbild vom Arzt kontrollieren, wenn Sie Stesolid längere Zeit, häufig wiederholt oder hochdosiert anwenden müssen.

Bei wiederholter Anwendung innerhalb weniger Wochen
kann es zu einer Abnahme der Wirkung von Diazepam kommen.

Bei dauerhafter oder sehr lang andauernder regelmäßiger Anwendung kann eine körperliche oder seelische Gewöhnung und Abhängigkeit von Diazepam entstehen. Das Risiko für eine Abhängigkeit steigt mit der Dosis und der Behandlungsdauer, ebenso ist es bei bereits bestehendem Alkohol-, Arzneimittel- oder Drogenmissbrauch sowie bei Patienten mit ausgeprägten Persönlichkeitsstörungen erhöht. Diese Patienten müssen regelmäßig ihren Arzt zur Kontrolle aufsuchen. Wenn die Anwendung plötzlich unterbrochen und die Behandlung abgesetzt wird, können Entziehungserscheinungen (ähnlich einer Schlafmittel- oder Alkoholabhängigkeit) auftreten. Die Abhängigkeitsentwicklung unter Diazepam ist bei kurzzeitiger Anwendung gering;

Entzugserscheinungen sind aber auch schon nach kurzer Behandlungszeit möglich.

Mögliche Anzeichen eines Entzugs können in Form von Kopf- und Muskelschmerzen, starken Angst- und Spannungszuständen, Unruhe, Verwirrung und Reizbarkeit auftreten. In schweren Fällen kann es zu Realitätsverlust, Taubheit und Prickeln der Extremitäten, Licht-, Geräusch- und Berührungsüberempfindlichkeit, Halluzinationen oder epileptischen Anfällen kommen.

Rebound-Schlaflosigkeit und Angst Bei den sogenannten Rebound-Erscheinungen treten die Symptome, die durch die Benzodiazepin-Behandlung gelindert werden sollten, beim Beenden einer Behandlung in verstärkter Form wieder auf. Mögliche Begleitreaktionen sind Stimmungsschwankungen, Angstzustände oder Schlafstörungen und Unruhe. Da das Risiko von Entzugs- und Rebound-Erscheinungen nach plötzlichem Beenden der Behandlung höher ist, ist die Dosis beim Absetzen schrittweise zu verringern.

Behandlungsdauer Die Dauer der Behandlung ist, je nach Ihrer Erkrankung, so kurz wie möglich zu halten. Ihr Arzt wird Sie möglicherweise nach 4 Wochen und auch anschließend regelmäßig untersuchen, um festzustellen, ob Sie weiterhin mit Diazepam behandelt werden müssen. In der Regel dauert die Behandlung einschließlich des schrittweisen Absetzens nicht länger als 8‒12 Wochen.

Kinder und Jugendliche

Benzodiazepine dürfen nur an Kinder verabreicht werden, nachdem der Arzt sich sorgfältig von der Notwendigkeit der Behandlung überzeugt hat; die Behandlungsdauer soll dabei so kurz wie möglich sein. Bei Kindern im 1. Lebensjahr darf Stesolid nicht angewendet werden.

Anwendung von Stesolid zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere
Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel
einzunehmen/anzuwenden.

Dies gilt insbesondere für:

  • Arzneimittel gegen Virusinfektionen (Atazanavir, Ritonavir, Delavirdin, Efavirenz, Nelfinavir, Indinavir, Saquinavir): Die Wirkungen und Nebenwirkungen von Stesolid werden verstärkt. Eine gemeinsame Anwendung ist zu vermeiden.
  • Arzneimittel gegen Pilzinfektionen (Fluconazol, Itraconazol, Ketoconazol, Voriconazol): Die Wirkungen und Nebenwirkungen von Stesolid werden verstärkt. Eine gemeinsame Anwendung ist zu vermeiden; alternativ ist die Stesolid-Dosis zu reduzieren.
  • Arzneimittel gegen Tuberkuloseinfektionen: Durch Rifampicin kann die Wirkung von Stesolid abgeschwächt werden; die gemeinsame Anwendung ist zu vermeiden. Durch Isoniazid kann die Wirkung von Stesolid gesteigert werden.
  • Bestimmte Arzneimittel gegen Magen-Darm-Erkrankungen (Cimetidin, Omeprazol, Esomeprazol): Die Wirkungen und Nebenwirkungen von Stesolid werden verstärkt. Eine Reduktion der Stesolid-Dosis kann erforderlich sein.
  • Bestimmte Arzneimittel zur Behandlung seelischer Erkrankungen (Fluvoxamin, Fluoxetin, Clozapin): Die Wirkungen und Nebenwirkungen von Stesolid werden verstärkt. Eine gemeinsame Anwendung mit Clozapin ist zu vermeiden; bei gemeinsamer Anwendung mit Fluvoxamin oder mit Fluoxetin sind engmaschige ärztliche Kontrollen erforderlich.
  • Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsien und Schmerzkrankheiten (Phenobarbital, Carbamazepin, Phenytoin Valproinsäure): Die Wirkung von Stesolid kann verstärkt (Phenobarbital, Valproinsäure) oder abgeschwächt (Carbamazepin, Phenytoin) werden.

Nebenwirkungen der Epilepsiearzneimittel können durch Stesolid verstärkt werden. Die Wirkung von Phenytoin kann durch Stesolid in unvorhersehbarer Weise verändert (gesteigert oder abgeschwächt) werden; bei gemeinsamer Anwendung ist der Phenytoinspiegel engmaschig zu kontrollieren.

  • Narkosemittel: Die Wirkung von muskelentspannenden Mitteln (Suxamethonium, Tubocurarin) bei der Narkose kann abgeschwächt werden. Die Wirkung des Narkosemittels Ketamin wird verstärkt und verlängert.
  • Levodopa (zur Behandlung der Parkinson-Krankheit): In einzelnen Fällen wurde die Wirkung von Levodopa durch Diazepam abgeschwächt.
  • Theophyllin (zur Behandlung von Atemwegserkrankungen): Die Wirkung von Stesolid kann abgeschwächt werden.
  • Kortikosteroide (Kortison und damit verwandte Mittel): Die Wirkung von Stesolid kann abgeschwächt werden.
  • Kontrazeptiva (Empfängnisverhütungsmittel, „die Pille“): Bei gemeinsamer Anwendung mit Stesolid können Zwischenblutungen auftreten. Die empfängnisverhütende Wirksamkeit ist, soweit bekannt, nicht beeinträchtigt. Die Wirkung von Stesolid kann durch Kontrazeptiva verstärkt werden.
  • Disulfiram (zur Unterstützung des Alkoholentzugs): Die Wirkungen und Nebenwirkungen von Stesolid werden verstärkt.

Die gleichzeitige Anwendung von Stesolid und Opioiden (starke Schmerzmittel, Arzneimittel zur
Drogenersatztherapie und einige Arzneimittel gegen Husten) erhöht das Risiko für Schläfrigkeit,
Atemschwierigkeiten (Atemdepression), Koma und kann lebensbedrohlich sein. Daher soll eine
gleichzeitige Anwendung nur dann in Erwägung gezogen werden, wenn andere
Behandlungsmöglichkeiten nicht in Frage kommen.

Falls Ihr Arzt Ihnen dennoch Stesolid gleichzeitig mit Opioiden verschreibt, ist die Dosierung und
Dauer der gleichzeitigen Behandlung von Ihrem Arzt zu begrenzen.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt über sämtliche Opioid-hältigen Arzneimittel, die Sie einnehmen und befolgen Sie genau die Dosierungsempfehlungen Ihres Arztes. Es kann hilfreich sein, Freunde oder Verwandte darüber zu informieren, bei Ihnen auf die oben beschriebenen Zeichen und Symptome zu achten. Falls solche Symptome bei Ihnen auftreten, suchen Sie Ihren Arzt auf.

Stesolid verstärkt die Wirkung von Arzneimitteln, die beruhigend und dämpfend auf die Gehirnfunktionen wirken; dazu gehören Schlaf- und Beruhigungsmittel, Arzneimittel gegen Epilepsie, angstlösende und stimmungsaufhellende Arzneimittel, Arzneimittel gegen seelische Erkrankungen wie z. B. Clozapin, bestimmte starke Schmerz- und Betäubungsmittel und manche Arzneimittel zur Behandlung von Allergien.

Wenn diese Arzneimittel gleichzeitig mit Stesolid angewendet werden, können starke Müdigkeit,
schwerste Atemstörungen und massive Herz/-Kreislaufstörungen auftreten.

Die gegenseitige Beeinflussung kann auch noch dann auftreten, wenn Stesolid Rektaltuben am Vortag verwendet wurden.

Bei einem Wechsel der Behandlung von lang wirksamen Benzodiazepinen (Beruhigungsmitteln) auf Stesolid besteht das Risiko von Entzugssymptomen.

Anwendung von Stesolid zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Bei gleichzeitigem Konsum von Alkohol kann ebenfalls eine Verstärkung der beruhigenden Wirkung auftreten. Die gleichzeitige Aufnahme von Alkohol und die Anwendung von Stesolid ist unbedingt zu vermeiden!

Bei gleichzeitigem Konsum von Grapefruitsaft können die Wirkungen und Nebenwirkungen von
Stesolid gesteigert werden.

Die gegenseitige Beeinflussung kann auch noch dann auftreten, wenn Stesolid Rektaltuben am Vortag verwendet wurden.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.

Wenn Sie schwanger sind oder annehmen, dass Sie schwanger sein könnten, informieren Sie Ihren Arzt.

Schwangerschaft

Stesolid wird für die Anwendung während einer Schwangerschaft nicht empfohlen. Bei Anwendung in den letzten Monaten der Schwangerschaft können bei der Geburt unerwünschte Wirkungen beim Neugeborenen auftreten: Trinkschwäche, unregelmäßiger Herzschlag, verminderte Atmung, schlaffe Muskulatur und gestörte Körpertemperaturregulation. Beim ungeborenen Kind kann sich eine Abhängigkeit entwickeln und es besteht nach der Geburt das Risiko für Entzugssymptome.

Der in Stesolid enthaltene Benzylalkohol kann in den kindlichen Kreislauf übertreten. Für Frühgeborene besteht ein mögliches Risiko, wenn dieses Arzneimittel vor oder während der Geburt angewendet wird.

Stesolid darf während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn es der Arzt für zwingend erforderlich hält.

Stillzeit

Wenn Sie Ihr Kind stillen wollen, fragen Sie Ihren Arzt um Rat.

Stesolid wird während der Stillzeit nicht empfohlen. Müssen Sie Stesolid dennoch während der Stillperiode anwenden, so darf die Muttermilch bis zu 4 Tage nach der Anwendung nicht verwendet werden.

Fortpflanzungsfähigkeit
In Tierversuchen verursachte Diazepam in hoher Dosierung eine Abnahme der Fruchtbarkeit. Die
Bedeutung für den Menschen ist nicht bekannt.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit
beeinträchtigen.

Sie dürfen sich nicht an das Steuer eines Fahrzeugs setzen, weil Stesolid die Verkehrstüchtigkeit stark beeinträchtigt. Sie dürfen keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen. Die Behandlung mit Stesolid führt zu Müdigkeit und behindert die Reaktionsfähigkeit! Dies gilt für mindestens 24 Stunden nach der Anwendung.

Stesolid enthält Benzoesäure und Natriumbenzoat (E211)

Dieses Arzneimittel enthält 2,5 mg Benzoesäure und 122,5 mg Natriumbenzoat pro Rektaltube,
welche lokale Reizungen hervorrufen können.

Stesolid enthält Propylenglycol

Dieses Arzneimittel enthält 1 g Propylenglycol pro Rektaltube.

Stesolid enthält Benzylalkohol

Dieses Arzneimittel enthält 37,5 mg Benzylalkohol pro Rektaltube. Benzylalkohol kann leichte lokale Reizungen hervorrufen.

3. Wie ist Stesolid anzuwenden?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt an. Fragen Sie bei
Ihrem Arzt nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Eine Einzeldosis darf nicht mehr als 10 mg betragen. Die Anwendung hat vorzugsweise am Abend zu erfolgen.

Stesolid ist ausschließlich zur rektalen Anwendung bestimmt. Die Rektaltuben werden in den After eingeführt.

Beachten Sie bitte vor der Anwendung die folgenden Erklärungen und Zeichnungen:

1. Entfernen Sie bitte die Ver-schlusskappe der Rektaltube durch mehrmaliges Drehen.2. Bringen Sie den Patienten in Bauchlage. Bei Seitenlagerung empfiehlt sich ein Stützkissen unter der Hüfte. Kleinkinder können Sie auch quer über Ihren Knien liegend halten.3. Halten Sie die Tubenspitze schräg abwärts und führen Sie die Rektaltube wie ein Fieber-thermometer in den After ein. Bei Kindern unter 3 Jahren wird die Tube nur zur Hälfte bis zur Rillmarkierung eingeführt.
4. Um das Entleeren der Rektaltube einwandfrei zu ermöglichen, muss die Tubenspitze immer schräg5. Siehe Abbildung 4.6. Durch kräftigen Druck zwischen Zeigefinger und Daumen wird die eingeführte Rektaltube entleert.

nach unten weisen.

7. Ziehen Sie die Tube immer8. Beachten Sie bitte, dass auch
zusammengedrückt heraus, damitnach korrekter Anwendung etwas
kein Rücksog stattfinden kann. DasFlüssigkeit in der Tube verbleibt.
Zusammenpressen der GesäßbackenDies ist normal und wurde bei der
für einige Sekunden verhindert ein Aus-Füllung der Rektaltuben berücksichtigt.

laufen der Lösung.

Kinder unter 10 kg Körpergewicht im 1. Lebensjahr:

Stesolid darf nicht angewendet werden.

Kinder unter 15 kg Körpergewicht, ab dem 1. bis zum 3. Lebensjahr:

Die empfohlene Dosis beträgt 5 mg Diazepam = 1 Rektaltube Stesolid 5 mg.

Bei der Verabreichung an Kinder unter 3 Jahren ist die Tubenspitze nur bis zur Hälfte in den After
(siehe auch entsprechende Rillmarkierung an der Rektaltube) einzuführen!

Bei Bedarf (z. B. Fortbestehen oder Wiederauftreten des Krampfanfalles) können weitere 5 mg
verabreicht werden.

Ältere (über 65 Jahre) oder geschwächte Erwachsene:

Die empfohlene Dosis beträgt 5 mg Diazepam = 1 Rektaltube Stesolid 5 mg.

Bei Bedarf (z. B. Fortbestehen oder Wiederauftreten des Krampfanfalles) können weitere 5 mg
verabreicht werden.

Anwendung bei Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, eingeschränkter Lungenfunktion und ungenügender Herzleistung:

Die empfohlene Dosis beträgt 5 mg Diazepam = 1 Rektaltube Stesolid 5 mg.

Bei Bedarf (z. B. Fortbestehen oder Wiederauftreten des Krampfanfalles) können weitere
5 mg verabreicht werden.

Für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen über 15 kg Körpergewicht und für Erwachsene(über 18 Jahre) stehen Stesolid-Rektaltuben mit 10 mg Diazepam zur Verfügung.

Kinder und Jugendliche über 15 kg Körpergewicht, ab dem 3. Lebensjahr:

Die empfohlene Dosis beträgt 10 mg Diazepam = 1 Rektaltube Stesolid 10 mg.

Bei Bedarf (z. B. Fortbestehen oder Wiederauftreten des Krampfanfalles) können weitere 10 mg
Diazepam verabreicht werden.

Erwachsene (über 18 Jahre):

Die empfohlene Dosis beträgt 10 mg–20 mg Diazepam = 1–2 Rektaltuben Stesolid 10 mg.

Bei Bedarf (z. B. Fortbestehen oder Wiederauftreten des Krampfanfalles) können weitere 10 mg
verabreicht werden.

Die Behandlung kann alle 12 Stunden wiederholt werden.

Lassen sich die Krämpfe nicht beseitigen, oder haben Sie eine größere Menge von Stesolid
angewendet, als Sie sollten, muss unverzüglich ein Arzt oder die nächste Notfallstation
verständigt werden!

Wenn Sie eine größere Menge von Stesolid angewendet haben, als Sie sollten

Es kommt bei einer Überdosierung vor allem zu einer Verstärkung der beruhigenden Wirkungen mit Müdigkeit, Teilnahmslosigkeit, ausgeprägter Muskelschwäche und tiefem Schlaf; es können auch gegenteilige Reaktionen im Sinne einer akuten Überregung beobachtet werden.

In schweren Fällen kann es zu starker Benommenheit, unsicherem Gang (ausgeprägter Störung der Bewegungskoordination) und Muskelschlaffheit, schweren Atembeschwerden, Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit bis zum Koma und sehr selten in sehr schweren Fällen zum Tod kommen.

Bis zum Eintreffen des Arztes soll die Atmung, Puls, Blutdruck und Körpertemperatur kontrolliert
werden.

Behandlung einer Überdosierung:

Die Behandlung erfolgt durch den Arzt. Es ist wichtig abzuklären, ob andere Wirkstoffe gleichzeitig eingenommen/angewendet wurden. Die Überwachung von Atmung, Pulsfrequenz, Blutdruck und Körpertemperatur sowie gegebenenfalls unterstützende Maßnahmen, um die Herz-Kreislauf- und Atmungsfunktion aufrechtzuerhalten, werden empfohlen. Flumazenil ist für die Aufhebung der zentral dämpfenden Wirkung von Benzodiazepinen angezeigt.

Wenn Sie die Anwendung von Stesolid vergessen haben

Wenden Sie nicht die doppelte Menge an, wenn Sie die vorherige Anwendung vergessen haben. Eine Einzeldosis darf nicht mehr als 10 mg betragen.

Wenn Sie die Anwendung von Stesolid abbrechen

Wenn Sie die Behandlung unterbrechen wollen, besprechen Sie dies vorher mit Ihrem Arzt. Beenden Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt (siehe auch Abschnitt „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Am Anfang der Behandlung können Schläfrigkeit, Gefühlsverflachung, verringerte Aufmerksamkeit, Verwirrtheit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Muskelschwäche, Störungen der Bewegungskoordination oder Doppeltsehen auftreten; diese Wirkungen gehen jedoch bei wiederholter Anwendung meist zurück. Bei älteren Patienten können unter hohen Dosen Verwirrtheitszustände auftreten; außerdem besteht bei älteren Patienten unter Behandlung mit Stesolid ein erhöhtes Risiko für Stürze und Knochenbrüche. Verstärkte Sekretion von Speichel und Bronchialsekret wurde insbesondere bei Kindern beobachtet.

Amnesie Erinnerungslücken (anterograde Amnesie) können bereits bei üblicher Dosierung, insbesondere aber unter höheren Dosen auftreten. Sie können mit unangemessenem Verhalten einhergehen (siehe Abschnitt „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Abhängigkeit Bei länger dauernder Anwendung (auch in üblichen Dosen) kann sich eine körperliche und psychische Abhängigkeit entwickeln. Nach abruptem Absetzen der Behandlung können Entzugs- oder Rebound-Symptome auftreten (siehe Abschnitt „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Weitere Nebenwirkungen von Stesolid

Sehr häufig (können mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

  • Schläfrigkeit

Häufig (können bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

  • Verwirrtheit
  • Zittern, Störung der Bewegungskoordination
  • Müdigkeit, Entzugssymptome (Angst/Panik, Schwitzen, Zittern, Herzklopfen, Reizbarkeit, Aggressivität, Magen-Darm-Beschwerden, gestörte Sinneswahrnehmung, Muskelkrämpfe, allgemeines Krankheitsgefühl, Appetitlosigkeit, Wahnvorstellungen, Delirium, epileptische Anfälle)

Gelegentlich (können bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

  • Erinnerungslücken (anterograde Amnesie), Konzentrationsschwierigkeiten, Gleichgewichtsstörungen, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, undeutliche Sprache
  • Verminderter Atemantrieb (Atemdepression)
  • Verdauungsstörungen (Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Durchfall, verstärkter Speichelfluss) • Allergischer Hautausschlag, Juckreiz
  • Rasche Ermüdung der Muskeln (Myasthenie)

Selten (können bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

  • Paradoxe Reaktionen wie Erregung, Unruhe, Reizbarkeit, Aggressivität, Wutausbruch.

Psychische Störungen wie Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Psychose, Gedächtnisverlust, Alpträume, Verhaltensstörungen

  • Emotionale Verflachung, verringerte Aufmerksamkeit, Depression
  • Bewusstlosigkeit, Schlaflosigkeit, Sprechstörungen
  • Verlangsamter Herzschlag (Bradykardie) bis hin zum Herzstillstand, Herzinsuffizienz (einschließlich Herzstillstand)
  • Niedriger Blutdruck, Ohnmacht
  • Atemstillstand, verstärkte Bronchialsekretion
  • Mundtrockenheit, Appetitzunahme
  • Gelbsucht, Anstieg der Leberwerte
  • Gestörte Blasenentleerung (Harnverhalt), Harntröpfeln, unwillkürliches Wasserlassen (Inkontinenz)
  • Brustdrüsenvergrößerung beim Mann (Gynäkomastie), Impotenz, verstärktes oder verringertes sexuelles Verlangen

Sehr selten (können bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):

  • Verminderte Anzahl weißer Blutzellen (Leukopenie)
  • Schwere allergische Reaktion (Anaphylaxie)
  • Erhöhte Leberwerte

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

  • Vorübergehende Sehstörungen wie verschwommenes Sehen, Doppeltsehen, Augenzittern

Benzylalkohol kann allergische Reaktionen hervorrufen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 Wien
Österreich
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Stesolid aufzubewahren?

Nicht über 25 ºC lagern. Eine kurzfristige Lagerung bei höheren Temperaturen ist allerdings
unbedenklich.

Lagern Sie Stesolid in der Originalverpackung und öffnen Sie die Schutzfolie der Rektaltuben erst
kurz vor der Anwendung.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Rektaltube nach „Verwendbar bis:/Verw. bis:“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Stesolid enthält

  • Der Wirkstoff ist Diazepam. Jede Rektaltube enthält 10 mg Diazepam.
  • Die sonstigen Bestandteile sind Propylenglykol, Ethanol, Natriumbenzoat (E211), Benzylalkohol, Benzoesäure und gereinigtes Wasser.

Wie Stesolid aussieht und Inhalt der Packung

Die Packung enthält 4 oder 5 Rektaltuben aus gelb eingefärbtem Kunststoff. Jede Rektaltube ist
zusätzlich in eine laminierte Aluminiumfolie eingeschweißt.

Die Rektaltuben enthalten 2,5 ml einer klaren, farblosen oder leicht gelblichen Rektallösung.

Stesolid steht als Rektaltube zu 5 mg Diazepam und als Rektaltube zu 10 mg Diazepam zur
Verfügung.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer:

Actavis Group PTC ehf.

Dalshraun 1
220 Hafnarfjördur
Island

Hersteller:

Actavis Group PTC ehf.

Dalshraun 1
220 Hafnarfjördur
Island

Balkanpharma - Dupnitsa AD
3 Samokovsko Shosse Str.

Dupnitsa 2600
Bulgarien

Merckle GmbH
Graf-Arco-Str. 3
89079 Ulm
Deutschland

Z. Nr.: 1-18072

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im April 2023.

Fachinformation

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Stesolid 5 mg Rektaltuben
Stesolid 10 mg Rektaltuben

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Stesolid 5 mg Rektaltuben
Jede Rektaltube enthält 5 mg Diazepam.

Stesolid 10 mg Rektaltuben
Jede Rektaltube enthält 10 mg Diazepam.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung
Dieses Arzneimittel enthält 2,5 mg Benzoesäure, 122,5 mg Natriumbenzoat (E211) und 37,5 mg
Benzylalkohol pro Rektaltube.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Rektallösung.

Klare, farblose oder leicht gelbliche Lösung in Rektaltuben.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Epileptische Anfälle und Fieberkrämpfe; bei Muskelkrämpfen verursacht durch Tetanus; zur Prämedikation vor kleineren chirurgischen oder zahnärztlichen Eingriffen, zur initialen Behandlung von akuten schweren Angst-, Spannungs- und Erregungszuständen und immer dann, wenn eine intravenöse Injektion nicht möglich oder unerwünscht ist, ein rascher Wirkungseintritt aber erforderlich ist.

Stesolid Rektaltuben können insbesondere zur sofortigen Behandlung von Krämpfen bei Kindern (ab 1 Jahr und 10 kg Körpergewicht) angewandt werden.

Benzodiazepine sollten nur angewendet werden, wenn die Erkrankung schwer ist, den Patienten stark behindert oder einen extremen Leidensdruck verursacht.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Die Dosierung richtet sich grundsätzlich nach dem Alter und Gewicht sowie der individuellen Reaktionslage des Patienten. Hierbei gilt der Grundsatz, die Dosis so gering und die Therapiedauer so kurz wie möglich zu halten.

Der Schwerpunkt der Behandlung ist auf den Abend zu legen. Eine Einzeldosis sollte nicht mehr als 10 mg betragen. Höhere Dosierungen sind nur in seltenen Fällen notwendig und sollten in der Regel stationär verabreicht werden.

Zur rektalen Anwendung.

Kinder unter 10 kg Körpergewicht, unter 1 Jahr:

Für eine Dosisempfehlung bei pädiatrischen Patienten liegen nur unzureichende Daten vor. Die
Anwendung ist daher nicht angezeigt (siehe Abschnitt 4.3).

Kinder mit 10‒15 kg Körpergewicht, ab dem 1. bis zum 3. Lebensjahr:

Die empfohlene Dosis beträgt 5 mg Diazepam = 1 Rektaltube Stesolid 5 mg.

Bei Bedarf (z. B. Fortbestehen oder Wiederauftreten des Krampfanfalles) können weitere 5 mg Diazepam verabreicht werden. Die Tubenspitze bei der Applikation an Kinder unter 3 Jahren nur bis zur Hälfte = Rillmarkierung einführen.

Ältere (über 65 Jahre) oder geschwächte Erwachsene:

Die empfohlene Dosis beträgt 5 mg Diazepam = 1 Rektaltube Stesolid 5 mg.

Bei Bedarf (z. B. Fortbestehen oder Wiederauftreten des Krampfanfalles) können weitere 5 mg
Diazepam verabreicht werden.

Anwendung bei Leber - oder Nierenfunktionsstörungen, eingeschränkter Lungenfunktion und
kardialer Insuffizienz:

Die empfohlene Dosis beträgt 5 mg Diazepam = 1 Rektaltube Stesolid 5 mg. Bei Bedarf (z. B.

Fortbestehen oder Wiederauftreten des Krampfanfalles) können weitere 5 mg Diazepam =
1 Rektaltube Stesolid 5 mg verabreicht werden.

Für Kinder über 15 kg Körpergewicht und Erwachsene stehen Stesolid Rektaltuben mit 10 mg
Diazepam zur Verfügung.

Kinder und Jugendliche über 15 kg Körpergewicht, ab dem 3. Lebensjahr:

Die empfohlene Dosis beträgt 10 mg Diazepam = 1 Rektaltube Stesolid 10 mg.

Bei Bedarf (z. B. Fortbestehen oder Wiederauftreten des Krampfanfalles) können weitere 10 mg
Diazepam verabreicht werden.

Erwachsene (über 18 Jahre):

Die empfohlene Dosis beträgt 10 mg‒20 mg Diazepam = 1‒2 Rektaltuben Stesolid 10 mg.

Bei Bedarf (z. B. Fortbestehen oder Wiederauftreten des Krampfanfalles) können weitere 10 mg
Diazepam verabreicht werden.

Die Behandlung kann alle 12 Stunden wiederholt werden. Im Fall von initial höheren Dosen oder
wiederholter Verabreichung soll die Atmung des Patienten kontrolliert werden. Lassen sich die
Krämpfe nicht beseitigen, so sind weitere antikonvulsive Maßnahmen zu ergreifen.

4.3 Gegenanzeigen

Stesolid Rektaltuben dürfen nicht angewendet werden bei: • • • • • • • • • • 4.4Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Benzodiazepine, Benzylalkohol oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile Myasthenia gravis Schwerer Atemfunktionsstörung, wegen möglicher Atemdepression Schlafapnoe-Syndrom Schwerer chronischer Hyperkapnie Schwerer Leberfunktionsstörung, wegen möglicher Entwicklung einer Enzephalopathie Akuter Alkoholvergiftung oder Vergiftung mit anderen, auf das zentrale Nervensystem dämpfend wirkenden Stoffen Schweren Schockzuständen Koma Kindern bis zum ersten Lebensjahr Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Toleranzentwicklung Bei wiederholter Anwendung innerhalb weniger Wochen kann es zu einer Reduktion der Wirkung von Diazepam kommen.

Gleichzeitige Anwendung von Alkohol und zentral dämpfenden Arzneimitteln Die gleichzeitige Anwendung von Diazepam mit Alkohol und/oder zentral dämpfenden Arzneimitteln ist zu vermeiden, da in diesen Fällen die klinischen Wirkungen von Diazepam verstärkt werden können, einschließlich möglicher tiefer Sedierung und klinisch relevanter respiratorischer und/oder kardiovaskulärer Depression (siehe Abschnitt 4.5).

Risiko bei der gleichzeitigen Anwendung von Opioiden Die gleichzeitige Anwendung von Diazepam und Opioiden kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und zum Tod führen. Aufgrund dieser Risiken ist die gleichzeitige Verschreibung von Sedativa wie Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln wie Diazepam nur Patienten vorbehalten , für die alternative Behandlungsmöglichkeiten nicht in Frage kommen. Falls entschieden wird, Diazepam gleichzeitig mit Opioiden zu verschreiben, ist die niedrigste wirksame Dosis anzuwenden und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich zu halten.

Die Patienten sind engmaschig auf Anzeichen und Symptome einer Atemdepression und Sedierung zu beobachten. Insofern wird dringend empfohlen, Patienten und ihre Betreuer zu informieren, sich dieser Symptome bewusst zu sein (siehe Abschnitt 4.5).

Anamnestisch bekannter Alkohol-, Arzneimittel- oder Drogenmissbrauch Diazepam soll nur unter äußerster Vorsicht bei Patienten mit einer Alkohol - oder Drogenabhängig-keitsanamnese angewandt werden.

Abhängigkeit Die Behandlung mit Diazepam kann zu psychischer oder körperlicher Abhängigkeit führen. Das Risiko steigt mit der Dosis und der Behandlungsdauer; ebenso ist es bei Patienten mit Alkohol-, Arzneimittel- oder Drogenmissbrauch sowie bei Patienten mit ausgeprägten Persönlichkeitsstörungen erhöht. Eine regelmäßige Kontrolle ist bei diesen Patienten erforderlich. Routinemäßige wiederholte Verordnungen sind zu vermeiden und die Behandlung sollte schrittweise abgesetzt werden.

Mögliche Entzugssymptome Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, starke Angst- und Spannungszustände, Unruhe, Verwirrung und Reizbarkeit.

In schweren Fällen sind folgende Entzugssymptome möglich: Derealisation, Depersonalisierung,
Taubheit und Prickeln der Extremitäten, Licht-, Geräusch- und Berührungsüberempfind-lichkeit,
Halluzinationen oder epileptische Anfälle.

Rebound-Insomnie und -Angst Vorübergehend können die Symptome, die zur Behandlung mit einem Benzodiazepin führten, beim Beenden der Behandlung in verstärkter Form wiederkehren. Als Begleitreaktionen sind Stimmungsschwankungen, Angstzustände oder Schlafstörungen und Unruhe möglich. Da das Risiko von Entzugs- bzw. Rebound-Erscheinungen nach plötzlichem Beenden der Therapie höher ist, wird empfohlen, die Dosierung schrittweise zu reduzieren.

Das plötzliche Absetzen einer Diazepam-Behandlung kann bei Epilepsie-Patienten oder Patienten mit sonstiger Anfallsanamnese zu Krampfanfällen oder Status epilepticus führen. Krampfanfälle nach plötzlichem Absetzen kommen auch bei Personen mit Alkohol- oder Drogenmissbrauch vor.

Das Absetzen sollte schrittweise erfolgen, um das Risiko von Entzugssymptomen zu minimieren.

Behandlungsdauer Die Dauer der Behandlung sollte, je nach Indikation, so kurz wie möglich sein (siehe Abschnitt 4.2). Der Patient muss spätestens nach 4 Wochen und auch anschließend regelmäßig untersucht werden, um die Notwendigkeit für eine Fortsetzung der Behandlung abzuschätzen, insbesondere, wenn der Patient symptomfrei ist. In der Regel darf die Behandlung einschließlich des Ausschleichvorgangs nicht länger als 8 - 12 Wochen dauern. Eine Verlängerung über diese Dauer hinaus sollte nicht ohne erneute Bewertung der Situation stattfinden.

Es kann sinnvoll sein, den Patienten gleich zu Anfang darüber zu informieren, dass die Behandlung von begrenzter Dauer sein wird, und ihm genau zu erläutern, wie die Dosis schrittweise verringert wird. Darüber hinaus ist es wichtig, dass der Patient weiß, dass Rebound-Erscheinungen möglich sind und somit nicht beunruhigt ist, falls solche Symptome beim Absetzen des Arzneimittels auftreten. Es gibt Hinweise, dass bei Benzodiazepinen mit kurzer Wirkungsdauer Entzugserscheinungen schon innerhalb des Dosierungsintervalls auftreten können; dies ist insbesondere bei hoher Dosierung der Fall.

Wenn Benzodiazepine mit langer Wirkungsdauer angewendet werden, ist es wichtig, vor einem Wechsel zu einem kurz wirksamen Benzodiazepin zu warnen, da Entzugssymptome auftreten können.

Amnesie Eine anterograde Amnesie wird insbesondere bei hohen Dosierungen beobachtet, kann aber bei Benzodiazepinen auch innerhalb des normalen Dosisbereichs auftreten. Der Zustand tritt meistens einige Stunden nach Anwendung des Arzneimittels auf; daher sollten die Patienten für 7–8 Stunden ununterbrochenen Schlaf sorgen, um Risiken zu minimieren (siehe auch Abschnitt 4.8). Amnestische Wirkungen können mit unangemessenem Verhalten einhergehen.

Psychiatrische und ungewöhnliche (paradoxe) Reaktionen Reaktionen wie Rastlosigkeit, Unruhe, Reizbarkeit, Aggressivität, Selbsttäuschung, Raserei, Alpträume, Halluzinationen, Psychosen, auffälliges Benehmen oder andere Verhaltensauffälligkeiten können bei der Einnahme von Benzodiazepinen auftreten. Die Anwendung von Diazepam muss beim Auftreten einer dieser Reaktionen abgebrochen werden. Paradoxe Reaktionen treten bei Kindern und bei älteren Patienten mit größerer Wahrscheinlichkeit auf.

Besondere Patientengruppen

Benzodiazepine sollten nur nach sorgfältigster Indikationsstellung an Kinder verabreicht werden; die Behandlungsdauer ist auf ein Minimum zu beschränken. Sicherheit und Wirksamkeit von Diazepam wurden bei pädiatrischen Patienten unter 6 Monaten bisher nicht nachgewiesen. Bei Kindern im ersten Lebensjahr darf Stesolid nicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3).

Ältere und geschwächte Patienten sollten eine verminderte Dosis erhalten (siehe Abschnitt 4.2).

Aufgrund der muskelrelaxierenden Wirkung besteht bei älteren Personen ein Risiko für Stürze und daraus folgende Hüftfrakturen.

Eine niedrigere Dosis wird wegen des Risikos einer Atemdepression auch für Patienten mit
chronischer respiratorischer Insuffizienz empfohlen.

Benzodiazepinen sind nicht indiziert zur Behandlung von Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz, da sie bei diesen Patienten eine Enzephalopathie auslösen können. Für Patienten mit chronischer Lebererkrankung kann eine Dosisreduktion erforderlich sein.

Bei der Behandlung von Patienten mit Niereninsuffizienz sind die üblichen Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Bei Niereninsuffizienz ist die Halbwertszeit von Diazepam nicht in klinisch relevantem Ausmaß verändert und eine Dosisanpassung daher in der Regel nicht erforderlich.

Benzodiazepine werden zur Erstbehandlung von Psychosen nicht empfohlen.

Benzodiazepine sollten nicht in Monotherapie zur Behandlung einer Depression oder einer
Angststörung bei Depression angewendet werden (bei den betroffenen Patienten kann dies
Suizidgedanken auslösen).

Suizidgefährdete Personen sollten wegen des Risikos einer Überdosierung keinen Zugriff auf größere Mengen Diazepam haben.

Eine Anwendung bei Kindern und Jugendlichen darf nur bei zwingender Indikation erfolgen. Die Behandlungsdauer muss auf ein Minimum beschränkt bleiben. Bei Kindern im ersten Lebensjahr darf Stesolid nicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3).

Bei Patienten mit Epilepsie können durch plötzliches Absetzen von Diazepam Krampfanfälle
ausgelöst werden.

Auch beim Engwinkelglaukom soll Diazepam nur mit Vorsicht angewendet werden.

Wie bei anderen Benzodiazepinen soll besondere Vorsicht bei der Verschreibung von Diazepam bei Patienten mit psychischen Erkrankungen wie z. B. Persönlichkeitsstörungen, Phobien, Psychosen Zwangsvorstellungen, Angstzuständen und Depressionen geübt werden. Die Enthemmung unter Benzodiazepineinfluss kann bei depressiven Patienten oder bei Patienten mit Selbst- und Fremd-aggression einen Suizid beschleunigen.

Bei längerdauernder, häufig wiederholter oder hochdosierter Anwendung wird eine Kontrolle des
Blutbildes und der Leberfunktion empfohlen.

Sonstige Bestandteile

Benzosäure Dieses Arzneimittel enthält 2,5 mg Benzoesäure pro Rektaltube. Benzosäure kann lokale Reizungen hervorrufen.

Natriumbenzoat Dieses Arzneimittel enthält 122,5 mg Natriumbenzoat pro Rektaltube. Natriumbenzoat kann lokale Reizungen hervorrufen.

Benzylalkohol Dieses Arzneimittel enthält 37,5 mg Benzylalkohol pro Rektaltube. Benzylalkohol kann leichte lokale Reizungen hervorrufen.

Propylenglycol
Dieses Arzneimittel enthält 1g Propylenglycol pro Rektaltube.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Pharmakodynamische Wechselwirkungen Bei Anwendung von Diazepam zusammen mit anderen zentral wirksamen Arzneimitteln sind die pharmakologischen Eigenschaften der verwendeten Wirkstoffe sorgfältig zu beachten. Dies gilt insbesondere für Präparate, die die Wirkung von Diazepam steigern können bzw. deren Wirkung von Diazepam gesteigert werden kann, z. B. Neuroleptika, Anxiolytika/Sedativa, Hypnotika, Antidepressiva, Antikonvulsiva, sedierende Antihistaminika, Antipsychotika, Anästhetika für die Allgemeinanästhesie und analgetisch wirksame Narkotika. Bei gleichzeitiger Anwendung kann die sedierende Wirkung verstärkt werden und eine respiratorische und kardiovaskuläre Depression auftreten. Die gleichzeitige Anwendung von analgetisch wirksamen Narkotika kann eine psychische Abhängigkeit aufgrund der verstärkten euphorisierenden Wirkung fördern.

Bei gleichzeitigem Konsum von Alkohol kann eine Verstärkung des sedativen Effekts auftreten.

Daher ist eine gleichzeitige Aufnahme von Alkohol und Diazepam unbedingt zu vermeiden.

Diazepam wird über Cytochrom P450 Enzyme in der Leber metabolisiert, daher ist eine Interaktion im Sinne von gegenseitiger Wirkungsverstärkung oder -verminderung mit allen Arzneimitteln zu erwarten, die über denselben Stoffwechselweg abgebaut werden (z. B. Clozapin, Isoniazid, Disulfiram, Cimetidin, Omeprazol, orale Kontrazeptiva, Theophyllin, Azol-Antimycotika, Rifampizin).

Phenobarbital
Mechanismus: Additive zentrale Dämpfung.

Wirkung: Erhöhtes Risiko einer Sedierung und Atemdepression.

Clozapin
Mechanismus: Pharmakodynamische Synergie.

Wirkung: Schwere Hypotonie, Atemdepression, Bewusstlosigkeit und potenziell tödlicher Atem- und/oder Herzstillstand. Eine gemeinsame Anwendung wird daher nicht empfohlen und ist zu vermeiden.

Besondere Vorsicht bei gemeinsamer/gleichzeitiger Anwendung:

Opioide Die gleichzeitige Anwendung von Opioiden und Sedativa wie Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln wie Diazepam erhöht aufgrund der dämpfenden Wirkung auf das ZNS das Risiko für Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod. Die Dosierung und Dauer der gleichzeitigen Anwendung sind zu begrenzen (siehe Abschnitt 4.4).

Bei gleichzeitiger Einnahme von Opioid-Analgetika kann eine Verstärkung von euphorischen
Gefühlen auftreten, die eine Erhöhung der psychischen Abhängigkeit bewirkt.

Theophyllin
Mechanismus: Ein vermuteter Mechanismus ist die kompetitive Bindung von Theophyllin an
Adenosinrezeptoren im Gehirn.

Wirkung: Aufhebung der pharmakodynamischen Wirkungen von Diazepam, z. B. Verringerung der Sedierung und der psychomotorischen Wirkungen.

Muskelrelaxanzien (Suxamethonium, Tubocurarin)
Mechanismus: Möglicherweise pharmakodynamischer Antagonismus.

Wirkung: Beeinflussung der Intensität der neuromuskulären Hemmung.

Pharmakokinetische Wechselwirkungen Diazepam wird vorwiegend zu den pharmakologisch wirksamen Metaboliten N-Desmethyldiazepam, Temazepam und Oxazepam metabolisiert. Der oxidative Metabolismus von Diazepam wird durch die Isoenzyme CYP3A4 und CYP2C19 vermittelt. Oxazepam und Temazepam werden weiter metabolisiert durch Konjugation an Glucuronsäure. Inhibitoren von CYP3A4 und/oder CYP2C19 führen zu erhöhten Diazepam-Konzentrationen, während enzyminduzierende Arzneimittel wie Rifampicin, Hypericum perforatum und bestimmte Antiepileptika die Plasmaspiegel von Diazepam deutlich verringern können.

Enzyminduktoren:

Corticosteroide Mechanismus: Bei Daueranwendung von Corticosteroiden kann der Metabolismus von Diazepam aufgrund einer Induktion des Cytochrom-P450-Isoenzyms CYP3A4 oder von Enzymen, die für die Glucuronidierung verantwortlich sind, beschleunigt ablaufen.

Wirkung: Verringerte Wirkungen von Diazepam.

Enzyminhibitoren

Cimetidin Mechanismus: Cimetidin hemmt den hepatischen Metabolismus von Diazepam und verringert damit dessen Clearance und verlängert seine Halbwertszeit. In einer Studie, bei der 300 mg Cimetidin viermal täglich über 2 Wochen gegeben wurde, nahm der kombinierte Plasmaspiegel von Diazepam und seinem aktiven Metaboliten Desmethyldiazepam um 57 % zu; Reaktionszeiten und andere motorische und intellektuelle Tests blieben jedoch unbeeinflusst.

Wirkungen: Gesteigerte Wirkung von Diazepam und erhöhtes Risiko für Schläfrigkeit. Eine
Verringerung der Diazepam-Dosis kann erforderlich sein.

Omeprazol Mechanismus: Omeprazol hemmt den CYP2C19-Stoffwechselweg für Diazepam. Omeprazol verlängert die Eliminationshalbwertszeit von Diazepam und erhöht die Plasmakonzentrationen (AUC) von Diazepam um ca. 30‒120 %. Diese Wirkung wird bei Personen mit extensivem CYP2C19-Metabolismus beobachtet, jedoch nicht bei den sog. langsamen Metabolisierern. Die Clearance von Diazepam wird verlangsamt.

Wirkungen: Gesteigerte Wirkung von Diazepam. Eine Verringerung der Diazepam-Dosis kann
erforderlich sein.

Esomeprazol Mechanismus: Esomeprazol hemmt den CYP2C19-Stoffwechselweg für Diazepam. Bei gleichzeitiger Anwendung mit Esomeprazol ist die Halbwertszeit von Diazepam verlängert und die Plasmakonzentrationen (AUC) nehmen um ca. 80 % zu.

Wirkung: Gesteigerte Wirkung von Diazepam. Eine Verringerung der Diazepam-Dosis kann
erforderlich sein.

Isoniazid Mechanismus: Isoniazid hemmt den CYP2C19- und CYP3A4-Stoffwechselweg für Diazepam. Die gemeinsame Anwendung mit Isoniazid (2 x 90 mg/d über 3 Tage) führte zu einer verlängerten Eliminationshalbwertszeit von Diazepam und einer um 35 % erhöhten Plasmakonzentration (AUC) von Diazepam.

Wirkung: Gesteigerte Wirkung von Diazepam.

Itraconazol Mechanismus: Erhöhte Plasmakonzentration von Diazepam aufgrund der Hemmung des CYP3A4-Stoffwechselwegs. In einer Studie mit gesunden Probanden, die 200 mg Itraconazol täglich über 4 Tage erhielten, stieg die AUC nach einer oralen Einzeldosis von 5 mg Diazepam um ca. 15 % an. Anhand psychomotorischer Leistungstests wurde jedoch keine klinisch relevante Wechselwirkung festgestellt.

Wirkung: Möglicherweise gesteigerte Wirkung von Diazepam.

Fluoxetin
Mechanismus: Fluoxetin hemmt den Abbau von Diazepam über CYP2C19 und andere
Stoffwechselwege; dadurch steigen die Plasmakonzentrationen von Diazepam und die Clearance
nimmt ab.

Wirkung: Gesteigerte Wirkung von Diazepam. Die gleichzeitige Anwendung sollte engmaschig
überwacht werden.

Disulfiram Mechanismus: Verlangsamter Abbau mit verlängerter Halbwertszeit und erhöhter Plasmakonzentration von Diazepam. Die Elimination des N-Desmethylmetaboliten von Diazepam ist ebenfalls verzögert, so dass starke sedierende Wirkungen auftreten können.

Wirkung: Erhöhtes Risiko für zentrale Dämpfung, wie z. B. Sedierung.

Orale Kontrazeptiva
Mechanismus (Wirkung auf Diazepam): Hemmung des oxidativen Metabolismus von Diazepam.

Mechanismus (Wirkung auf orale Kontrazeptiva): Bei gemeinsamer Anwendung von Diazepam und oralen Kombinationskontrazeptiva können Zwischenblutungen auftreten. Der Mechanismus hierfür ist nicht bekannt.

Wirkung auf Diazepam: Gesteigerte Wirkung von Diazepam.

Wirkung auf orale Kontrazeptiva: Zwischenblutungen; ein Versagen der Kontrazeption wurde jedoch nicht beschrieben.

Grapefruitsaft Mechanismus: Man nimmt an, dass Grapefruitsaft CYP3A4 hemmt und die Plasmakonzentrationen von Diazepam erhöht. Die Cmax ist auf das 1,5-Fache, die AUC auf das 3,2-Fache erhöht.

Wirkung: Möglicherweise gesteigerte Wirkung von Diazepam.

Gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen:

Enzyminduktoren:

Rifamycine (Rifampicin) Mechanismus: Rifampicin ist ein potenter Induktor von CYP3A4 und steigert den hepatischen Metabolismus und die Clearance von Diazepam wesentlich. In einer Studie mit gesunden Probanden, die 600 mg oder 1,2 g Rifampicin täglich über 7 Tage erhielten, wurde die Clearance von Diazepam auf etwa das Vierfache erhöht. Bei gleichzeitiger Anwendung mit Rifampicin nimmt der Diazepam-Spiegel erheblich ab.

Wirkung: Abgeschwächte Wirkung von Diazepam. Die gleichzeitige Anwendung von Rifampicin und Diazepam ist zu vermeiden.

Carbamazepin Mechanismus: Carbamazepin ist ein Induktor von CYP3A4 und verstärkt den hepatischen Metabolismus von Diazepam. Dies kann zu einer bis zu dreimal höheren Plasmaclearance und einer kürzeren Halbwertszeit von Diazepam führen.

Wirkung: Abgeschwächte Wirkung von Diazepam.

Phenytoin Mechanismus (Wirkung auf Diazepam): Phenytoin ist ein Induktor von CYP3A4 und verstärkt den hepatischen Metabolismus von Diazepam.

Mechanismus (Wirkung auf Phenytoin): Der Metabolismus von Phenytoin kann durch Diazepam in unvorhersehbarer Weise verstärkt oder abgeschwächt oder gar nicht verändert werden.

Wirkung auf Diazepam: Abgeschwächte Wirkung von Diazepam.

Wirkung auf Phenytoin: Erhöhte oder verminderte Serumkonzentration von Phenytoin. Der Phenytoin-Spiegel sollte häufiger kontrolliert werden, wenn Diazepam eingeleitet bzw. abgesetzt wird.

Phenobarbital
Mechanismus: Phenobarbital ist ein Induktor von CYP3A4 und verstärkt den hepatischen
Metabolismus von Diazepam.

Wirkung: Abgeschwächte Wirkung von Diazepam.

Inhibitoren:

Antivirale Wirkstoffe (Atazanavir, Ritonavir, Delavirdin, Efavirenz, Indinavir, Nelfinavir, Saquinavir) Mechanismus: Antivirale Wirkstoffe können den CYP3A4-Stoffwechselweg für Diazepam hemmen. Wirkung: Erhöhtes Risiko für Sedierung und respiratorische Depression. Eine gemeinsame Anwendung sollte daher vermieden werden.

Azole (Fluconazol, Itraconazol, Ketoconazol, Voriconazol) Mechanismus: Erhöhte Plasmakonzentrationen von Benzodiazepinen aufgrund einer Hemmung des CYP3A4- und/oder des CYP2C19-Stoffwechselweges.

Fluconazol: Die gemeinsame Verabreichung mit 400 mg Fluconazol am ersten Tag und 200 mg am zweiten Tag erhöhte die AUC einer oralen Einzeldosis von 5 mg Diazepam auf das 2,5-Fache und verlängerte die Halbwertszeit von 31 Stunden auf 73 Stunden.

Voriconazol: In einer Studie mit gesunden Probanden erhöhte Voriconazol (2 x 400 mg am ersten Tag, 2 x 200 mg am zweiten Tag) die AUC einer oralen Einzeldosis von 5 mg Diazepam auf das 2,2-Fache und verlängerte die Halbwertszeit von 31 Stunden auf 61 Stunden.

Wirkung: Erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen und Toxizität des Benzodiazepins. Eine gleichzeitige Anwendung sollte vermieden oder die Diazepam-Dosis verringert werden.

Fluvoxamin Mechanismus: Fluvoxamin hemmt sowohl CYP3A4 als auch CYP2C19, dadurch wird der oxidative Metabolismus von Diazepam gehemmt. Die gleichzeitige Anwendung mit Fluvoxamin führt zu einer Verlängerung der Halbwertszeit und zu einem Anstieg der Plasmakonzentrationen (AUC) von Diazepam auf ca. 190 %.

Wirkung: Schläfrigkeit, verringerte psychomotorische Leistung und Gedächtnis. Es sollten stattdessen vorzugsweise Benzodiazepine, die über einen nichtoxidativen Stoffwechselweg metabolisiert werden, angewendet werden.

Sonstige Arzneimittel:

Cisaprid
Mechanismus: Beschleunigte Resorption von Diazepam.

Wirkung: vorübergehende Verstärkung der sedierenden Wirkungen von oral aufgenommenem
Diazepam.

Levodopa
Mechanismus: Unbekannt.

Wirkung: In einigen wenigen Fällen wurde eine Abschwächung der Wirkung von Levodopa bei
gleichzeitiger Anwendung mit Diazepam beschrieben.

Valproinsäure
Mechanismus: Valproat verdrängt Diazepam aus der Plasmaalbuminbindung und hemmt seinen
Metabolismus.

Wirkung: Erhöhte Serumkonzentrationen von Diazepam.

Ketamin Mechanismus: Aufgrund ähnlicher Oxidationsabläufe hemmt Diazepam den Metabolismus von Ketamin kompetitiv. Nach Prämedikation mit Diazepam ist die Halbwertszeit von Ketamin verlängert und die Wirkung infolgedessen verstärkt.

Wirkung: Verstärkte Sedierung.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Fertilität

Tierexperimentelle Studien zeigten unter hohen Dosen bei Ratten eine verringerte Trächtigkeitsrate und eine verringerte Anzahl überlebender Nachkommen. Daten zum Einfluss auf die Fertilität beim Menschen liegen nicht vor.

Frauen im gebärfähigen Alter Frauen, die schwanger werden möchten oder vermuten schwanger zu sein, sollte dringend angeraten werden, ihren Arzt aufzusuchen und die Behandlung beenden zu lassen.

Schwangerschaft

Bisher liegen nur begrenzte Erfahrungen zur Anwendung von Diazepam bei Schwangeren vor.

Wenn Diazepam aus zwingenden medizinischen Gründen während des letzten Schwangerschaftstrimenons oder in hohen Dosen um den Geburtstermin herum angewendet wird, sind infolge der pharmakologischen Eigenschaften des Wirkstoffs beim Neugeborenen Wirkungen wie Hypothermie, Hypotonie („Floppy-Infant-Syndrom“), unregelmäßiger Herzschlag, Trinkschwäche und mittelgradige Atemdepression zu erwarten.

Außerdem können Neugeborene von Müttern, die im letzten Stadium der Schwangerschaft regelmäßig Benzodiazepine eingenommen haben, eine körperliche Abhängigkeit entwickeln und es besteht nach der Geburt das Risiko für Entzugssymptome.

Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

Diazepam sollte bei Schwangeren nur bei zwingender Indikation angewendet werden.

Die Rektallösung enthält Benzylalkohol. Benzylalkohol kann in den kindlichen Kreislauf übertreten.

Die mögliche Toxizität für Frühgeborene sollte nach Verabreichung von Stesolid Rektaltuben vor oder während der Entbindung berücksichtigt werden.

Frauen im gebärfähigen Alter sollen darauf hingewiesen werden, ihren Hausarzt zu kontaktieren falls eine Schwangerschaft geplant ist oder der Verdacht einer solchen besteht.

Stillzeit

Diazepam tritt in die Muttermilch über. In der Stillperiode ist die Muttermilch bis zu 4 Tage nach der Applikation zu verwerfen.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Stesolid Rektaltuben haben großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Patienten, die mit Stesolid Rektaltuben behandelt wurden, dürfen für mindestens 24 Stunden nach der letzten Anwendung weder aktiv am Straßenverkehr teilnehmen noch Maschinen bedienen.

4.8 Nebenwirkungen

Schläfrigkeit, Gefühlsverflachung, verringerte Aufmerksamkeit, Verwirrtheit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Muskelschwäche, Ataxie oder Doppeltsehen kommen vorwiegend am Anfang der Behandlung vor; diese Wirkungen gehen jedoch bei wiederholter Anwendung meist zurück. Bei älteren Patienten können unter hohen Dosen Verwirrtheitszustände auftreten. Ein erhöhtes Sturzrisiko verbunden mit Frakturen besteht bei älteren Patienten, die Benzodiazepine anwenden.

Verstärkte Sekretion von Speichel und Bronchialsekret wurde insbesondere bei Kindern beobachtet.

Amnesie Eine anterograde Amnesie kann unter therapeutischen Dosen auftreten; das Risiko steigt mit der Dosis. Amnestische Wirkungen können mit unangemessenem Verhalten einhergehen (siehe Abschnitt 4.4).

Abhängigkeit Die chronische Anwendung (auch in therapeutischen Dosen) kann zur Entwicklung einer physischen und psychischen Abhängigkeit führen. Das Absetzen der Behandlung kann Entzugs- oder Rebound-Phänomene hervorrufen (siehe Abschnitt 4.4). Missbrauch von Benzodiazepinen wurde beschrieben.

Die in der Tabelle angeführten häufig vorkommenden Nebenwirkungen erklären sich aus dem pharmakologischen Wirkprofil von Diazepam. Stesolid Rektaltuben sind für eine Soforttherapie in akuten Situationen entsprechend den Anwendungsgebieten vorgesehen.

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe wurden die Nebenwirkungen nach abfallendem Schweregrad
angegeben.

Schätzung der Häufigkeit:

Sehr häufig: Häufig: Gelegentlich: Selten: Sehr selten: Nicht bekannt:≥ 1/10 ≥ 1/100 bis < 1/10 ≥ 1/1.000 bis < 1/100 ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000 < 1/10.000 Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
SystemorganklasseHäufigkeitNebenwirkungen
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsSehr seltenLeukopenie
Erkrankungen des ImmunsystemsSehr seltenAnaphylaxie
HäufigVerwirrtheit
Psychiatrische ErkrankungenSeltenPsychiatrische und paradoxe Reaktionen wie Erregung, Unruhe, Agitiertheit, Reizbarkeit, Aggressivität, Wahnvorstellungen, Wutausbrüche, Halluzinationen, Psychosen, Gedächtnisverlust, Alpträume,
Sehr häufigunangemessenes Verhalten und andere unerwünschte Verhaltensänderungen a, emotionale Verflachung, verringerte Aufmerksamkeit, Depression b Schläfrigkeit
Erkrankungen des NervensystemsHäufig GelegentlichAtaxie, gestörte motorische Fähigkeiten, Tremor Anterograde Amnesie c, Konzentrationsschwierigkeiten, Gleichgewichtsstörungen, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, verwaschene Sprache
SeltenBewusstlosigkeit, Insomnie, Dysarthrie
Augenerkrankungen HerzerkrankungenNicht bekannt SeltenReversible Sehstörungen: verschwommenes Sehen, Diplopie, Nystagmus Bradykardie, Herzversagen bis hin zum Herzstillstand, Herzinsuffizienz (einschliesslich Herzstillstand)
GefäßerkrankungenSeltenHypotonie, Synkope
Erkrankungen der Atemwege, desGelegentlichAtemdepression
Brustraums und Mediastinums Erkrankungen des GastrointestinaltraktsSelten GelegentlichAtemstillstand, verstärkte Bronchialsekretion Gastrointestinale Störungen (Übelkeit, Erbrechen, Obstipation, Diarrhö), verstärkte Speichelsekretion
Leber- und Gallenerkrankungen Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen Erkrankungen der Nieren und Harnwege Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort UntersuchungenSelten Selten Gelegentlich Gelegentlich Selten Selten Häufig Sehr seltenMundtrockenheit, gesteigerter Appetit Ikterus, veränderte Leberwerte (Erhöhung von ALT, AST, alkalischer Phosphatase) Allergische Hautreaktionen (Juckreiz, Erythem, Hautausschlag) Myasthenie Harnverhaltung, Inkontinenz Gynäkomastie, Impotenz, verstärkte oder verringerte Libido Müdigkeit, Entzugssymptome (Angst, Panik, Palpitationen, Schwitzen, Tremor, gastrointestinale Störungen, Reizbarkeit, Aggression, gestörte Sinneswahrnehmung, Muskelkrämpfe, allgemeines Unwohlsein, Appetitlosigkeit, paranoide Psychose, Delirium und epileptische Anfälle) d Erhöhte Transaminasenwerte

a Bekannt bei Anwendung von Benzodiazepinen oder Benzodiazepin-ähnlichen Wirkstoffen.

Diese Reaktionen können recht schwerwiegend sein; sie kommen gehäuft bei Kindern und älteren
Menschen vor. Beim Auftreten derartiger Symptome sollte Diazepam abgesetzt werden (siehe
Abschnitt 4.4).

b Vorbestehende Depressionen können unter Anwendung von Benzodiazepinen demaskiert
werden.

c Kann unter therapeutischer Dosierung auftreten; das Risiko steigt mit der Dosis. Amnestische
Wirkungen können mit unangemessenem Verhalten einhergehen (siehe Abschnitt 4.4).

d Wahrscheinlichkeit und Schweregrad der Entzugssymptome hängen von der Behandlungsdauer,
der Dosis und dem Grad der Abhängigkeit ab.

Benzylalkohol kann allergische Reaktionen hervorrufen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 Wien
Österreich
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/

4.9 Überdosierung

Bei jedem Fall einer Überdosierung ist zu eruieren, ob weitere Wirkstoffe involviert sind, zum
Beispiel bei einem Suizidversuch. Symptome einer Überdosierung treten verstärkt bei
gleichzeitiger Einnahme von Alkohol oder zentral dämpfenden Wirkstoffen auf.

Symptome

Eine Überdosierung kann sich in einer Verstärkung der therapeutischen Wirkungen zeigen. Die Dämpfung des zentralen Nervensystems zeigt sich in leichten Fällen als Sedierung, Muskelschwäche, und tiefen Schlaf; in schweren Fällen kann es zu Ataxie, Hypotonie, Hypotension, Atemdepression, selten zu Areflexie bis zum Koma und sehr selten zum Tod kommen.

Behandlung Die Behandlung erfolgt symptomatisch. Die Überwachung von Atmung, Pulsfrequenz, Blutdruck und Körpertemperatur sowie gegebenenfalls unterstützende Maßnahmen, um die kardiovaskuläre und respiratorische Funktion aufrechtzuerhalten, werden empfohlen.

Flumazenil ist für die Aufhebung der zentral dämpfenden Wirkung von Benzodiazepinen angezeigt.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Anxiolytika, Benzodiazepinderivate, Diazepam; ATC-Code:

N05BA01

Diazepam ist eine psychotrope Substanz aus der Klasse der Benzodiazepin - Tranquillantien mit ausgeprägten spannungs-, erregungs- und angstdämpfenden Eigenschaften sowie sedierenden und hypnotischen Effekten. Darüber hinaus zeigt Diazepam muskelrelaxierende und antikonvulsive Eigenschaften. Diese Wirkungen beruhen auf einer Verstärkung der Effekte von Gamma-Aminobuttersäure, einem wichtigen inhibitorischen Neurotransmitter im Gehirn.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Nach rektaler Applikation der Lösung wird Diazepam sehr rasch und nahezu vollständig aus dem Enddarm resorbiert. Der Wirkungseintritt nach rektaler Applikation erfolgt innerhalb weniger Minuten. Die Geschwindigkeit des Plasmaspiegelanstiegs nach rektaler Applikation der Lösung entspricht in etwa der einer intravenösen Gabe, jedoch liegen die maximalen Plasmakonzentrationen niedriger als nach i.v.-Gabe. Bei Erwachsenen werden nach rektaler Verabreichung von 10 mg Diazepam Lösung maximale Plasmaspiegel nach ca. 10 - 30 Minuten erreicht.

Verteilung

Die Plasmaproteinbindung von Diazepam beträgt zwischen 95‒99 %. Das Verteilungsvolumen beträgt altersabhängig zwischen 0,95‒2 l/kg KG. Diazepam und seine Metaboliten penetrieren die Blut-Hirnschranke, die Plazentaschranke und treten auch in die Muttermilch über.

Biotransformation

Der Abbau von Diazepam erfolgt hauptsächlich in der Leber zu den ebenfalls pharmakologisch
aktiven Metaboliten N-Desmethyldiazepam (Nordiazepam), Temazepam und Oxazepam.

Elimination

Diazepam weist eine biphasische Halbwertszeit auf. Auf eine schnelle Verteilungsphase folgt eine lange terminale Eliminationsphase von bis zu 48 Stunden. Die Halbwertszeiten der aktiven Metabolite liegen für N-Desmethyldiazepam bei 30‒100 Stunden, für Temazepam bei 10‒20 Stunden und für Oxazepam bei 5‒15 Stunden.

Diazepam und seine Metaboliten werden überwiegend im Harn als Glukuronide ausgeschieden;

nur 20 % der Metabolite lassen sich in den ersten 72 Stunden im Harn nachweisen.

Die Clearance von Diazepam beträgt ca. 20‒30 ml/min.

Spezielle Patientengruppen Die Ausscheidung erfolgt hauptsächlich renal aber auch biliär. Sie ist sowohl vom Alter als auch von der Leber- und Nierenfunktion abhängig.

Ältere Patienten und Patienten mit Niereninsuffizienz Bei älteren Menschen ist die Ausscheidung um den Faktor 2 bis 4 verlangsamt, ebenso bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion.

Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit Lebererkrankungen (Leberzirrhose, Hepatitis) verlangsamt sich die Elimination um den Faktor 2.

Neugeborene

Bei Neugeborenen laufen Stoffwechsel und Elimination deutlich langsamer ab als bei Kindern und Erwachsenen.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Präklinische Effekte wurden nur nach Expositionen beobachtet, die ausreichend über der maximalen humantherapeutischen Exposition lagen. Die Relevanz für den Menschen wird als gering bewertet.

Chronische Toxizität
Untersuchungen an verschiedenen Tierspezies ergaben keine Hinweise auf substanzbedingte
Veränderungen.

Tumorerzeugendes und mutagenes Potential
Mehrere Untersuchungen lieferten schwache Hinweise auf ein mutagenes Potential in hohen
Konzentrationen, die jedoch weit oberhalb der therapeutischen Dosierung beim Menschen liegen.

Langzeituntersuchungen am Tier auf ein tumorerzeugendes Potential von Diazepam liegen nicht vor.

Reproduktionstoxizität Bei der Maus kam es nach pränataler Diazepam-Exposition zu Ausbildung von Gaumenspalten. Beim Hamster zeigten sich nach sehr hohen pränatalen Diazepam-Gaben außer Gaumenspalten auch Exenzephalien und Extremitätenmißbildungen. Bei Ratte und Primaten war Diazepam nicht teratogen. Tierexperimentelle Studien haben Hinweise auf Verhaltensstörungen der Nachkommen langzeit-exponierter Muttertiere ergeben. Bei Mäusen zeigten sich nach 1‒6 wöchiger Behandlung mit Diazepam Anomalien der Spermienköpfe.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Propylengykol
Ethanol
Natriumbenzoat (E211)
Benzylalkohol
Benzoesäure
Gereinigtes Wasser

6.2 Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

Eine kurzfristige Lagerung bei höheren Temperaturen ist allerdings unbedenklich.

In der Originalfolienverpackung aufbewahren und Folie erst kurz vor der Anwendung öffnen.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Packung mit 4 oder 5 Rektaltuben, einzeln in Folie eingeschweißt.

Jede Rektaltube enthält 2,5 ml Lösung.

Die Rektaltuben bestehen aus transparentem gelb eingefärbtem Polyäthylen niederer Dichte.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Für einen geringeren Wirkstoffbedarf stehen Stesolid Rektaltuben mit 5 mg Diazepam zur Verfügung. Für einen höheren Wirkstoffbedarf stehen Stesolid Rektaltuben mit 10 mg Diazepam zur Verfügung.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial sind entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

Hinweise zur Handhabung s. Zeichenerklärung:

1. Entfernen Sie bitte die Ver-schlußkappe der Rektaltube durch mehrmaliges Drehen.2. Bringen Sie den Patienten in 3. Halten Sie die Tubenspitze Bauchlage. Bei Seitenlagerung empfiehlt sich ein Stützkissen unter der Hüfte. Kleinkindern können Sie auch quer über Ihren Knien liegend halten.schräg abwärts und führen Sie die Rektaltube wie ein Fieber-thermometer in den After ein. Bei Kindern unter 3 Jahren wird die Tube nur zur Hälfte bis zur Rillmarkierung eingeführt.
4. Um das Entleeren der Rektaltube einwandfrei zu ermöglichen, muss die Tubenspitze immer schräg5. Siehe Abbildung 4.6. Durch kräftigen Druck zwischen Zeigefinger und Daumen wird die eingeführte Rektaltube entleert.

nach unten weisen.

7. Ziehen Sie die Tube immer8. Beachten Sie bitte, dass auch
zusammengedrückt heraus, damitnach korrekter Anwendung etwas
kein Rücksog stattfinden kann. DasFlüssigkeit in der Tube verbleibt.
Zusammenpressen der GesäßbackenDies ist normal und wurde bei der
für einige Sekunden verhindert ein Aus-Füllung der Rektaltuben berücksichtigt.

laufen der Lösung.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Actavis Group PTC ehf.

Dalshraun 1
220 Hafnarfjördur
Island

8. ZULASSUNGSNUMMERN

Stesolid 5 mg – Rektaltuben: 1-18071
Stesolid 10 mg – Rektaltuben: 1-18072

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG / VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 18.01.1986

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 17.06.2014

10. STAND DER INFORMATION

04.2023

REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig, Anordnung der wiederholten Abgabe verboten gemäß § 10 Absatz 4 Psychotropenverordnung