Neurotop 400 mg Tabletten – Gebrauchs- und Fachinformation
Gebrauchsinformation
Gebrauchsinformation: Information für Patienten
Neurotop 400 mg-Tabletten
Wirkstoff: Carbamazepin
Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.
- Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
- Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
- Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.
- Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.
Was in dieser Packungsbeilage steht
1. Was ist Neurotop und wofür wird es angewendet?
2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Neurotop beachten?
3. Wie ist Neurotop einzunehmen?
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
5. Wie ist Neurotop aufzubewahren?
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen
1. Was ist Neurotop und wofür wird es angewendet?
Carbamazepin, der Wirkstoff in Neurotop, besitzt sowohl eine anfallshemmende Wirkung bei verschiedenen Formen epileptischer Anfälle als auch eine stimmungsverbessernde Wirkung.
In der Behandlung manisch-depressiver Krankheitsbilder, bei welchen sich Zustände wie extrem gehobene Stimmung, innere Getriebenheit oder Neigung zur Selbstüberschätzung mit Niedergeschlagenheit und Traurigkeit abwechseln, kann Carbamazepin eine ausgeglichenere Stimmungslage bewirken.
Bei einigen Erkrankungen des Nervensystems (z.B. Trigeminusneuralgie, diabetische
Neuropathie) wirkt Carbamazepin gegen die damit verbundenen akuten Schmerzen.
Bei Alkoholentzugserscheinungen vermindert Carbamazepin die Anzeichen des Entzugs, insbesondere das Risiko von Krampfanfällen.
Neurotop wird bei folgenden Erkrankungen eingenommen:
- Verschiedene Formen des Anfallsleidens (Epilepsie)
- Manie
- vorbeugende Behandlung der manisch-depressiven Krankheit
- Trigeminusneuralgie
- Nervenstörungen infolge Zuckerkrankheit (diabetische Neuropathie)
- Alkoholentzugssyndrom
2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Neurotop beachten?
Neurotop darf nicht eingenommen werden,
- wenn Sie allergisch gegen Carbamazepin oder verwandte Stoffe (trizyklische Antidepressiva, das sind bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen) oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind
- wenn Sie bestimmte Störungen der Erregungsleitung des Herzens haben
- wenn Sie eine Störung der Porphyrinbildung (eine bestimmte Stoffwechselstörung) haben
- wenn Sie an einer schweren Lebererkrankung leiden
- wenn Sie eine Knochenmarksschädigung haben
- wenn Sie mit bestimmten Arzneimitteln gegen Depressionen (sogenannte MAO-Hemmer) behandelt werden oder vor kurzem behandelt wurden – zwischen der Einnahme dieser Arzneimittel und der Einnahme von Neurotop muss ein Abstand von mindestens zwei Wochen eingehalten werden
- wenn Sie mit Voriconazol (einem Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen) behandelt werden, denn dieses könnte durch die Anwendung von Neurotop unwirksam werden
- wenn Sie unter Absencen (epileptische Anfälle in Form von Bewusstseinstrübungen) leiden, da Neurotop Absencen auslösen oder verschlimmern kann
- von Kindern unter einem Jahr.
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Neurotop einnehmen.
Die Behandlung soll nur unter ärztlicher Anleitung erfolgen. Geben Sie daher das
Arzneimittel nicht an andere weiter.
Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Neurotop ist erforderlich,
- wenn Sie an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leiden
- wenn Sie eine Störung der Leber- und/oder der Nierenfunktion haben
- wenn Ihr Blutbild oder Ihr Natrium-Stoffwechsel gestört ist
- wenn Sie eine seltene Muskelerkrankung (myotone Dystrophie) haben
- wenn Sie bestimmte andere Arzneimittel einnehmen müssen, z.B. Diuretika (Entwässerungstabletten) zur Behandlung von Bluthochdruck
- wenn Sie an grünem Star (erhöhtem Augeninnendruck) leiden
- wenn die Behandlung mit Neurotop bzw. dem darin enthaltenen Wirkstoff Carbamazepin nach einer Behandlungspause wieder aufgenommen wird
- während der Schwangerschaft und der Stillzeit.
Informieren Sie in diesen Fällen Ihren Arzt. Er wird dies bei der Behandlung mit Neurotop entsprechend berücksichtigen.
Informieren Sie Ihren Arzt auch, wenn Sie
- an anderen Krankheiten (z.B. psychischen Störungen/Psychosen) leiden
- eine Schwangerschaft planen, schwanger sind oder stillen.
Halten Sie die vom Arzt angeordneten Laboruntersuchungen (Blutbild, Leberfunktion, erforderlichenfalls auch Nierenfunktion sowie Kontrolle der Wirkstoffspiegel im Blut; diese Untersuchungen sind vor Beginn einer Behandlung sowie in regelmäßigen Abständen während der Behandlung mit Neurotop vorgesehen) genau ein.
Regelmäßige Kontrollen der Wirkstoffspiegel im Blut können erforderlich sein
- bei einem dramatischen Ansteigen Ihrer Anfallsfrequenz
- während der Schwangerschaft sowie nach der Geburt
- bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen
- bei Verdacht auf Störungen in der Wirkstoffaufnahme
- bei Verdacht auf möglicherweise überhöhte Dosierung, insbesondere, wenn Sie mehrere Arzneimittel gleichzeitig einnehmen
- bei der Behandlung älterer Patienten; eine zu hohe Dosierung von Neurotop kann unter Umständen Erregungszustände oder Verwirrtheit auslösen.
Neurotop kann Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen. Diese Reaktionen können sehr verschieden sein und in unterschiedlicher Stärke auftreten. Wenn Anzeichen wie Hautausschlag, Fieber, Halsschmerzen oder Geschwüre im Rachen, Mund oder an anderen Stellen, unerklärliche blaue Flecken, Gewichtszunahme, Ödeme sowie Gelbfärbung der Haut, Übelkeit oder andere, vor Beginn der Behandlung nicht beobachtete Beschwerden auftreten, muss sofort ein Arzt oder die Notfallambulanz des nächstgelegenen Spitals aufgesucht werden.
Bei der Anwendung von Carbamazepin wurde von schweren Hautausschlägen (Stevens-Johnson-Syndrom, Toxische Epidermale Nekrolyse) berichtet. Der Ausschlag geht häufig mit Geschwüren in Mund, Hals, Nase und dem Genitalbereich und mit Konjunktivitis (rote und geschwollene Augen) einher. Diesen schweren Hautausschlägen gehen häufig grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen, Schmerzen im Körper (grippale Beschwerden) voraus. Der Ausschlag kann zu großflächiger Blasenbildung und Schälung der Haut führen. Das größte Risiko für das Auftreten schwerer Hautreaktionen besteht innerhalb der ersten Monate der Behandlung.
Diese schweren Hautreaktionen können bei Personen aus manchen asiatischen Ländern häufiger auftreten. Das Risiko für das Auftreten dieser Reaktionen kann bei Patienten Han-chinesischer, hispanischer, indischer, arabischer, taiwanesischer oder thailändischer Abstammung durch Testen einer Blutprobe bestimmt werden. Ihr Arzt wird Sie beraten, ob vor der Anwendung von Carbamazepin ein Bluttest notwendig ist.
Wenn sich bei Ihnen ein Ausschlag oder eine der beschriebenen Hautreaktionen entwickelt, beenden Sie die Einnahme von Carbamazepin und suchen Sie umgehend einen Arzt auf.
Patienten, die Neurotop zur Behandlung der Epilepsie einnehmen, müssen durch den
Behandlungsstopp mit einer erhöhten Anfallswahrscheinlichkeit rechnen (siehe auch
Abschnitt 4 „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).
Wenn sich bei Ihnen das Stevens-Johnson-Syndrom oder eine Toxische Epidermale
Nekrolyse während der Einnahme von Neurotop entwickelt hat, darf die Behandlung mit
Neurotop zu keinem Zeitpunkt wiederaufgenommen werden.
Auch können leichte Hautreaktionen auftreten, die nicht gefährlich sind und innerhalb
weniger Tage verschwinden. Auch hier ist eine engmaschige Kontrolle durch einen Arzt
unbedingt notwendig.
Wie bei anderen Antiepileptika können bei einigen Patienten, die Neurotop einnehmen,
Anfälle häufiger auftreten bzw. können neue Anfallstypen auftreten. Informieren Sie in
diesem Fall sofort Ihren Arzt.
Neurotop kann zu erhöhter Sonnenempfindlichkeit führen. Ausgiebige Sonnenbäder sollen vermieden werden.
Es besteht das Risiko einer Schädigung des ungeborenen Kindes, wenn Carbamazepin
während der Schwangerschaft angewendet wird. Frauen im gebärfähigen Alter haben
während der Behandlung mit Neurotop und für zwei Wochen nach der letzten Dosis eine
zuverlässige Verhütungsmethode anzuwenden (siehe Schwangerschaft und Stillzeit).
Carbamazepin kann die Wirksamkeit empfängnisverhütender Hormonpräparate („Pille“)
vermindern. Es sind daher andere Maßnahmen zur Empfängnisverhütung zu treffen.
Bei selten auftretenden Störungen des Herzrhythmus (Verlangsamung der Herztätigkeit), der Blutbildung (Blässe, Müdigkeit, Abwehrschwäche und Blutungsneigung) oder der Nieren (Blut oder Eiweiß im Harn) ist sofort ärztliche Beratung einzuholen.
Eine geringe Anzahl an Patienten, die mit Antiepileptika wie Neurotop behandelt werden, hatten Gedanken, sich das Leben zu nehmen oder sich selbst zu verletzen. Wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt derartige Gedanken haben, kontaktieren Sie unverzüglich einen Arzt.
Wenn bei Ihnen durch die Neurotop-Behandlung Nebenwirkungen wie Schwindel,
Benommenheit, Blutdruckabfall oder Verwirrtheit auftreten, dann kann es zu Stürzen
kommen.
Einnahme von Neurotop zusammen mit anderen Arzneimitteln
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.
Diese Arzneimittel können die Wirkung von Neurotop verstärken oder abschwächen bzw. kann deren Wirkung durch Neurotop verstärkt oder abgeschwächt werden.
Eine verstärkte Wirkung von Neurotop kann unter anderem zu Schwindel, Müdigkeit, unsicherem Gang, Doppeltsehen oder verschwommenem Sehen führen. Falls diese oder andere Beschwerden bei Ihnen auftreten, kontaktieren Sie unverzüglich Ihren Arzt, der gegebenenfalls die Dosierung anpassen bzw. andere Arzneimittel für Sie auswählen wird.
Neurotop darf nicht gleichzeitig eingenommen werden mit:
- bestimmten Arzneimitteln gegen Depressionen (sogenannte MAO-Hemmer). MAO-Hemmer müssen mindestens 2 Wochen vor Beginn einer Behandlung mit Carbamazepin abgesetzt werden.
- einem bestimmten Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen (Voriconazol), da es zu einem Wirkungsverlust dieses Arzneimittels kommen kann.
In folgenden Fällen ist Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme besonders wichtig:
Carbamazepin und sogenannte trizyklische Antidepressiva sind einander sehr ähnliche Wirkstoffe, deshalb soll Neurotop nicht bzw. nur unter besonderer Vorsicht zusammen mit diesen angewendet werden.
Wenn Sie Neurotop gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln gegen psychische Erkrankungen (Neuroleptika, Lithium) oder Übelkeit (Metoclopramid) anwenden, kann sich die Gefahr für neurologische Nebenwirkungen und das Auftreten von schweren Hautreaktionen erhöhen. Wenn Sie Sehstörungen, Muskelzuckungen oder das Gefühl haben, unsicher zu gehen, wenden Sie sich unverzüglich an einen Arzt.
Wenn Sie Neurotop gleichzeitig mit dem Neuroleptikum Clozapin anwenden, kann es zu
schweren Blutbildveränderungen kommen.
Vorsicht ist auch geboten bei bestimmten Arzneimitteln gegen Depressionen (sogenannte Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer wie z.B. Fluoxetin oder Trazodon). Die Wirkung von Trazodon kann verstärkt werden. Bei Unruhe, verstärkten Reflexen und/oder Fieber kontaktieren Sie unverzüglich einen Arzt.
Die gleichzeitige Anwendung von Carbamazepin und Levetiracetam (zur Behandlung von Epilepsie) kann die Möglichkeit des Auftretens von Carbamazepin-bedingten Nebenwirkungen erhöhen.
Eine Erhöhung der Leberwerte durch Isoniazid (Arzneimittel gegen Tuberkulose) und dessen möglicherweise schädigende Wirkung auf die Leber kann durch Carbamazepin verstärkt werden.
Wenn Sie Schilddrüsenhormone einnehmen, kann es möglicherweise zu einem erhöhten Bedarf an diesen Hormonen kommen. Unter Umständen wird Ihr Arzt zu Beginn und zu Ende einer Behandlung mit Neurotop Blutuntersuchungen durchführen und die Dosierung entsprechend anpassen.
Wenn Sie Neurotop gleichzeitig mit harntreibenden Mitteln einnehmen (Hydrochlorothiazid, Furosemid), kann es zu einem Natrium-Mangel kommen.
Wenn Sie ein Aknemittel mit dem Wirkstoff Isotretinoin einnehmen, muss die Konzentration von Neurotop im Blut überwacht werden.
Wenn Sie Neurotop gleichzeitig mit einem Chemotherapeutikum, das den Wirkstoff
Procarbazin enthält, einnehmen, kann es zu einer Überempfindlichkeitsreaktion kommen.
Die gleichzeitige Anwendung von Carbamazepin mit einem Arzneimittel, das den Wirkstoff Paracetamol enthält (Arzneimittel zur Behandlung von Erkältungsbeschwerden und
Schmerzen), kann die Wirkung dieses Arzneimittels abschwächen.
Wenn Sie Neurotop mit blutverdünnenden Arzneimitteln einnehmen, kann es zu einer
verminderten Wirkung dieser Arzneimittel und damit zur Thrombosegefahr (Bildung von
Blutgerinnseln) kommen.
Hormonelle Verhütungsmittel, z.B. die Pille, Pflaster, Injektionen oder Implantate:
Neurotop kann die Wirkung von hormonellen Verhütungsmitteln beeinträchtigen und sie weniger wirksam bei der Verhütung einer Schwangerschaft machen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die für Sie am besten geeignete Verhütungsmethode während der Einnahme von Neurotop.
Es wird empfohlen, Carbamazepin nicht in Kombination mit Arzneimitteln gegen Depressionen, die den Wirkstoff Nefazadon enthalten, anzuwenden, da es zu einem Verlust der Wirksamkeit dieser Arzneimittel kommen kann.
Bei gleichzeitiger Einnahme von Carbamazepin und Arzneimitteln gegen Herzrhythmus-störungen, zyklischen Antidepressiva und Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Erythromycin (zur Behandlung von Infektionen) erhöht sich das Risiko einer möglichen Herzschädigung.
Wenn Sie Schilddrüsenhormone einnehmen, kann es möglicherweise zu einem erhöhten Bedarf von Schilddrüsenhormonen kommen.
Wenn Sie vor einer Operation stehen, informieren Sie den Anästhesisten über die Einnahme von Neurotop.
Wenn Sie folgende Arzneimittel anwenden, wird Ihr Arzt eventuell eine Dosisanpassung von Neurotop durchführen:
Schmerzmittel, Hormone, Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen, bakterielle bzw. virale Infektionen (auch HIV), Entwurmungsmittel, Arzneimittel gegen allergische Beschwerden, andere Arzneimittel gegen Epilepsie (z.B. Brivaracetam), Arzneimittel gegen psychische Erkrankungen (auch pflanzliche), muskelentspannende Arzneimittel, Arzneimittel gegen erhöhten Augendruck, Herzarzneimittel, blutgerinnungshemmende Arzneimittel, Arzneimittel für den Magen-Darmtrakt bzw. Atemwegserkrankungen, Krebsarzneimittel, Kortikosteroide, Potenzmittel, Immunsuppressiva, cholesterinsenkende Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel in hoher Dosierung.
Einnahme von Neurotop zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol
Trinken Sie während der Behandlung mit Neurotop keinen Alkohol, da es dadurch zu einer Wirkungsverstärkung und zu vermehrten Nebenwirkungen von Neurotop kommen kann.
Auch Grapefruitsaft kann die Konzentration von Carbamazepin im Blut (und damit Wirkungen und Nebenwirkungen) erhöhen und ist daher während der Behandlung mit Neurotop zu vermeiden.
Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Neurotop kann zu schweren Geburtsfehlern führen. Wenn Sie Neurotop während der Schwangerschaft einnehmen, hat Ihr Baby ein bis zu 3-fach erhöhtes Risiko für einen Geburtsfehler als bei Frauen, die keine Arzneimittel gegen Epilepsie einnehmen. Es wurden schwere Geburtsfehler wie Neuralrohrdefekte (Öffnung der Wirbelsäule), Geburtsfehler im Gesicht wie Oberlippen- und Gaumenspalte, Geburtsfehler des Kopfes, Herzfehler, Geburtsfehler des Penis mit Beteiligung der Harnöffnung (Hypospadie) und Fingerdefekte berichtet. Ihr ungeborenes Kind ist engmaschig zu überwachen, wenn Sie Neurotop während der Schwangerschaft eingenommen haben.
Bei Neugeborenen von Müttern, die während der Schwangerschaft Neurotop eingenommen haben, wurden Probleme mit der neurologischen Entwicklung (Entwicklung des Gehirns) berichtet. Einige Studien haben gezeigt, dass Carbamazepin die neurologische Entwicklung von Kindern, die im Mutterleib Carbamazepin ausgesetzt werden, negativ beeinflusst, während in anderen Studien eine solche Wirkung nicht festgestellt wurde. Die Möglichkeit einer Auswirkung auf die neurologische Entwicklung kann nicht ausgeschlossen werden.
Wenn Sie eine Frau im gebärfähigen Alter sind und keine Schwangerschaft planen, haben Sie während der Behandlung mit Neurotop eine zuverlässige Verhütungsmethode anzuwenden. Neurotop kann die Wirkung von hormonellen Verhütungsmitteln wie der Antibabypille beeinträchtigen und sie bei der Verhütung einer Schwangerschaft weniger wirksam machen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die für Sie am besten geeignete Verhütungsmethode während der Behandlung mit Neurotop. Wenn Sie die Behandlung mit Neurotop abbrechen, haben Sie noch zwei Wochen lang nach Absetzen des Arzneimittels eine wirksame Verhütungsmethode anzuwenden.
Wenn Sie eine Frau im gebärfähigen Alter sind und eine Schwangerschaft planen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie die Empfängnisverhütung beenden und bevor Sie schwanger werden, über eine Umstellung auf andere geeignete Behandlungen, um zu vermeiden, dass das ungeborene Kind Carbamazepin ausgesetzt wird.
Wenn Sie schwanger sind oder vermuten, schwanger zu sein, informieren Sie sofort Ihren Arzt. Brechen Sie die Einnahme Ihres Arzneimittels nicht ab, bevor Sie dies mit Ihrem Arzt besprochen haben. Das Absetzen des Arzneimittels ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt kann zu Krampfanfällen führen, die für Sie und Ihr ungeborenes Kind gefährlich sein können. Ihr Arzt kann entscheiden, Ihre Behandlung zu ändern.
Wenn Sie Neurotop während der Schwangerschaft einnehmen, besteht auch bei Ihrem Baby das Risiko von Blutungsproblemen direkt nach der Geburt. Ihr Arzt kann Ihnen und Ihrem Baby ein Arzneimittel geben, um dies zu verhindern.
Stillzeit
Carbamazepin tritt in die Muttermilch über. Fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie stillen dürfen. Falls Sie abstillen sollen, hat dies langsam zu geschehen, um Entzugserscheinungen beim Neugeborenen zu vermeiden.
Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
! Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit
beeinträchtigen.
Durch Neurotop wird das Reaktionsvermögen herabgesetzt, daher ist Vorsicht im Straßenverkehr und beim Bedienen von Maschinen geboten. Dies gilt besonders zu Beginn der Behandlung, bei Dosiserhöhung oder bei Zusatzbehandlung mit anderen dämpfenden Arzneimitteln. Auch kann die Wirkung durch Alkohol verstärkt werden. Dies ist beim Lenken von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen unbedingt zu beachten.
Neurotop enthält Lactose (Milchzucker)
Bitte nehmen Sie Neurotop erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.
Neurotop enthält Natrium
Dieses Arzneimittel enthalt weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d.h. es ist
nahezu „natriumfrei“.
3. Wie ist Neurotop einzunehmen?
Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.
Zum Einnehmen.
Nehmen Sie die Tabletten während oder nach dem Essen mit Flüssigkeit, jedoch nicht mit Grapefruitsaft ein.
Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.
Neben Neurotop 400 mg-Tabletten stehen auch Neurotop 200 mg-Tabletten zur Verfügung.
Die Dosierung von Neurotop und die Behandlungsdauer legt Ihr Arzt individuell fest.
Anfallsleiden (Epilepsie)
Die Behandlung wird mit kleinen Dosen Carbamazepin begonnen und langsam gesteigert, bis die gewünschte Wirkung eintritt.
Erwachsene
Zu Beginn 1- bis 2-mal täglich 100 bis 200 mg (1- bis 2-mal eine halbe bis ganze Tablette Neurotop 200 mg), dann langsame Steigerung bis zu einer Dosis von 800 bis 1.200 mg täglich auf 2 bis 3 Einzelgaben verteilt (2 bis 3 Tabletten Neurotop 400 mg täglich). In Einzelfällen können sogar zwischen 1.600 mg und 2.000 mg täglich (4 bis 5 Tabletten Neurotop 400 mg) erforderlich sein.
Jugendliche ab 15 Jahren Zu Beginn 1- bis 2-mal täglich 100 bis 200 mg (1- bis 2-mal eine halbe bis ganze Tablette Neurotop 200 mg), dann langsame Steigerung bis zu einer Dosis von 800 bis 1.200 mg täglich auf 2 bis 3 Einzelgaben verteilt (2 bis 3 Tabletten Neurotop 400 mg täglich). Die maximal empfohlene Dosis beträgt 1.200 mg Carbamazepin täglich.
Kinder und Jugendliche bis zum 15. Lebensjahr:
Anfangsdosis 1 bis 4 Jahre: Beginn mit 20 bis 60 mg täglich, ansteigend um 20 bis 60 mg jeden 2.Tag
Kinder über 4 Jahre: Die Behandlung kann mit 100 mg täglich begonnen werden;
danach Dosiserhöhung um bis zu 100 mg in wöchentlichen
Intervallen.
Die unten angeführten Dosierungsbereiche sind jedoch nicht zu überschreiten.
Erhaltungsdosis
10-20 mg pro Kilogramm Körpergewicht täglich, auf mehrere Gaben aufgeteilt, d.h.
1 bis 5 Jahre: 200 bis 400 mg täglich (½ bis 1 Tablette Neurotop 400 mg)
5 bis 10 Jahre: 400 bis 600 mg täglich (1 bis 1½ Tabletten Neurotop 400 mg)
10 bis 15 Jahre: 600 bis 1.000 mg täglich (1½ bis 2½ Tabletten Neurotop 400 mg)
Um das Schlucken zu erleichtern, stehen Retardtabletten zur Verfügung. Diese können ohne Verlust des Retardeffektes geteilt und bei Bedarf auch in diversen Getränken (1 Glas Wasser, schwarzer Tee, Orangensaft oder Milch, jedoch nicht in Grapefruitsaft) aufgelöst werden.
Manie und manisch-depressives Krankheitsbild
Die Anfangsdosis von 100 bis 400 mg täglich (½ bis 2 Tabletten Neurotop 200 mg bis
1 Tablette Neurotop 400 mg) in geteilten Gaben wird allmählich gesteigert, bis die
Beschwerden unter Kontrolle sind. Dies ist im Allgemeinen bei etwa 800 mg (2 Tabletten
Neurotop 400 mg) der Fall. In Ausnahmen können bis zu maximal 1.600 mg (4 Tabletten
Neurotop 400 mg) in geteilten Dosen erforderlich sein.
Die übliche Erhaltungsdosis beträgt 400 bis 600 mg (täglich 1 bis 1½ Tabletten Neurotop
400 mg) und wird auf zwei bis drei Gaben aufgeteilt.
Die vorbeugende Behandlung der manisch-depressiven Krankheit ist eine Langzeit-behandlung.
Trigeminusneuralgie, Nervenstörungen bei Zuckerkrankheit
Die übliche Anfangsdosis beträgt 100 bis 400 mg täglich (½Tablette Neurotop 200 mg bis 1 Tablette Neurotop 400 mg täglich). Die niedrigere Anfangsdosis kann für ältere oder empfindliche Patienten ausreichen. Die Dosis wird bis zur Schmerzfreiheit gesteigert, im Allgemeinen bis zu einer Dosis von 600 bis 800 mg täglich (1½ bis 2 Tabletten Neurotop 400 mg), verteilt auf 3 bis 4 Gaben, mit einer Maximaldosis von 1.200 mg täglich (3 Tabletten Neurotop 400 mg).
Sobald Schmerzfreiheit erreicht ist, kann vom Arzt die Dosis wieder schrittweise reduziert und möglicherweise nach ein paar Wochen die Behandlung beendet werden, wenn der Schmerz nicht wieder auftritt.
Ältere Patienten (ab 65 Jahren) Neurotop wird bei älteren Patienten vorsichtig dosiert. Eine Anfangsdosis von 100 mg 2-mal täglich wird empfohlen.
Akute Anzeichen des Alkoholentzugs
Die übliche tägliche Dosis beträgt 600 bis 800 mg, aufgeteilt auf mehrere Gaben (1½ bis 2 Tabletten Neurotop 400 mg). In schweren Fällen kann die Dosis in den ersten Tagen erhöht werden.
Zu Beginn der Behandlung von schweren Entzugserscheinungen wird Ihr Arzt Neurotop möglicherweise mit anderen beruhigenden bzw. schlaffördernden Arzneimitteln kombinieren. Die längerfristige Behandlung kann mit Neurotop allein durchgeführt werden.
Besondere Patientengruppen
Wenn Sie an einer schweren Lebererkrankung leiden, dürfen Sie Neurotop nicht einnehmen (siehe Abschnitt 2 unter „Neurotop darf nicht eingenommen werden“).
Bei Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, leichter bis mittelschwerer
Lebererkrankung, eingeschränkter Nierenfunktion, bei Dialysepatienten sowie bei älteren
Patienten kann eine niedrigere Dosierung erforderlich sein.
Ältere oder stark untergewichtige Patienten
Zu Beginn der Behandlung: 2-mal 100 mg täglich (2-mal ½ Tablette Neurotop 200 mg).
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Carbamazepin in nicht-epileptischen Anwendungs-gebieten ist für Kinder und Jugendliche bisher nicht mit ausreichenden Daten belegt. Aus diesem Grund wird die Anwendung von Neurotop bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren in diesen Anwendungsgebieten nicht empfohlen.
Bei Umstellung von einer Arzneiform auf eine andere wird die neue Dosierung von Ihrem
Arzt eingestellt.
Unter Umständen wird Ihr Arzt regelmäßige Blutkontrollen durchführen, um die für Sie geeignete Dosierung festzustellen. Dies gilt im Besonderen dann, wenn Ihr Arzt Neurotop mit anderen geeigneten Arzneimitteln kombiniert bzw. die Arzneiform wechselt.
Wenn Sie eine größere Menge von Neurotop eingenommen haben als Sie sollten
Wenn Sie zu viel Neurotop eingenommen haben, kann es zu Erscheinungen wie Verwirrtheit, Benommenheit, Unruhe, Halluzinationen, Sprachstörungen, Sehstörungen, Gehstörungen, Krämpfen, Bewusstseinstrübung und Koma, zu einer Beeinträchtigung der Atmung, des Herzkreislaufsystems (Herzrhythmusstörungen, Blutdruckstörungen), der Niere und des Magen-Darm-Traktes (Erbrechen) kommen. Sofortige ärztliche Hilfe ist erforderlich.
Der Arzt/Notarzt wird über die erforderlichen Maßnahmen entscheiden. Halten Sie eine Packung des Arzneimittels bereit, damit sich der Arzt über den aufgenommenen Wirkstoff informieren kann.
Hinweis für den Arzt: Informationen zu Anzeichen und Therapie bei Überdosierung finden Sie am Ende dieser Gebrauchsinformation.
Wenn Sie die Einnahme von Neurotop vergessen haben
Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen
haben, sondern setzen Sie Ihr übliches Einnahmeschema wie gewohnt fort.
Wenn Sie die Einnahme von Neurotop abbrechen
Die Einnahme von Neurotop darf ohne ärztliche Kontrolle nicht plötzlich unterbrochen werden, da dies zu Krampfanfällen führen kann. Die Behandlung mit Neurotop soll in Absprache mit dem Arzt möglichst langsam und schrittweise über einen längeren Zeitraum beendet werden.
Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an
Ihren Arzt oder Apotheker.
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Vor allem zu Beginn der Behandlung können Nebenwirkungen wie Schwindel, Kopfschmerzen, unkoordinierte Bewegungen, Benommenheit, Erschöpfung, Doppeltsehen, Übelkeit und Erbrechen sowie allergische Hautreaktionen auftreten. Diese treten früh in der Behandlung auf und lassen gewöhnlich nach einigen Tagen der Behandlung nach. Daher soll die Behandlung mit niedriger Dosierung begonnen werden, die dann allmählich gesteigert wird.
Wenn Nebenwirkungen wie Schwindel, Benommenheit, Blutdruckabfall oder Verwirrtheit
auftreten, kann es zu Stürzen kommen.
Wenn diese Nebenwirkungen länger als einige Tage anhalten, informieren Sie bitte Ihren
Arzt oder Apotheker.
Folgende Nebenwirkungen wurden berichtet:
Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)
- Mangel an weißen Blutkörperchen
- Gang- und Bewegungsstörungen, Schwindel, Schläfrigkeit
- Übelkeit, Erbrechen
- Allergische Hautentzündung, Nesselsucht (manchmal in schwerer Form)
- Ermüdung
- Veränderung bestimmter Leberwerte (Gamma-GT)
Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)
- Blutplättchenmangel, Vermehrung von eosinophilen Blutzellen (bestimmte Form der weißen Blutkörperchen)
- Wasseransammlung im Gewebe (Ödeme), verringerte Flüssigkeitsausscheidung, verminderter Natriumgehalt im Blut (Hyponatriämie), verringerte Blutosmolalität, die in Einzelfällen zu einer Wasserintoxikation führt, begleitet von Lethargie, Erbrechen, Kopfschmerz, geistiger Verwirrung, neurologischen Auffälligkeiten
- Kopfschmerz
- Appetitlosigkeit, Mundtrockenheit, Gewichtszunahme
- Veränderung bestimmter Leberwerte (alkalische Phosphatase)
Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)
- Unwillkürliche Bewegungen wie Zittern, Verkrampfungen, Tics, Augenzittern
- Vorübergehende Sehstörungen, wie Akkomodationsstörungen (Nah- und Fernanpassung), Doppeltsehen
- Durchfall, Verstopfung
- Hautentzündung mit Hautabschälung, Hautrötung
- Erhöhung bestimmter Leberwerte (Transaminasen)
Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)
- Vermehrung der weißen Blutkörperchen, Lymphknotenschwellung
- Überempfindlichkeitsreaktionen mit Fieber, Hautausschlägen, Gefäßentzündung, Lymphknotenschwellung, Gelenkschmerzen, Verminderung der weißen Blutkörperchen, Vermehrung von eosinophilen Blutzellen (bestimmte Form der weißen Blutkörperchen), Vergrößerung von Leber und Milz, veränderte Leberwerte und Syndrom der verschwindenden Gallenwege (Zerstörung und Verschwinden der Gallengänge in der Leber) in verschiedenen Kombinationen. Andere Organe wie Lunge, Niere, Bauchspeicheldrüse, Herzmuskel und Dickdarm können ebenfalls betroffen sein.
- Folsäuremangel
- Verminderter Appetit
- Halluzinationen, Depression, aggressives Verhalten, Rastlosigkeit, Unruhe, Verwirrtheit - Bewegungsstörungen wie etwa unwillkürliche Bewegungen im Mund-Gesichts-Bereich wie Grimassieren, Störungen der Augenbewegungen, Sprechstörungen (z.B.
verwaschene Sprache), verschraubte Bewegungen, periphere Fehlempfindungen,
Gefühlsstörungen, Lähmungserscheinungen
- Überleitungsstörungen (in Verbindung mit möglichen Herzrhythmusstörungen)
- Erhöhter oder erniedrigter Blutdruck
- Bauchschmerzen
- Hepatitis (verschiedene Formen der Leberentzündung), Syndrom der verschwindenden Gallenwege (Verminderung der Gallenwege), Gelbsucht
- Autoimmunerkrankung mit Gefäßentzündung (systemischer Lupus erythematodes)
- Juckreiz
- Muskelschwäche
Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)
- Blutbildveränderungen wie z.B. Verminderung aller weißen Blutkörperchen (Agranulozytose), die mit schweren bakteriellen Infektionen mit Fieber, Schüttelfrost und Schleimhautgeschwüren einhergehen kann, Blutarmut (Anämie in verschiedenen Formen) und starke Verminderung aller Blutzellen (Panzytopenie), Vermehrung von unreifen roten Blutkörperchen
- Eine akute allergische Allgemeinreaktion, allergische, schmerzhafte Schwellung von Haut und Schleimhaut v.a. im Gesichtsbereich (Angioödem), Verminderung von Antikörpern im Blut (Hypogammaglobulinämie)
- Krankhafter Brustmilchausfluss (Galaktorrhöe), Vergrößerung der männlichen Brustdrüse (Gynäkomastie)
- Porphyrie in verschiedenen Formen (Stoffwechselstörung einhergehend mit Leberfunktionsstörung, Bauchschmerzen, Koliken, neurologischen Störungen)
- Bislang nicht aufgetretene psychische Erkrankungen könne aktiviert werden.
- Malignes neuroleptisches Syndrom (eine Bewusstseins- und Kreislaufstörung, verbunden mit hohem Fieber, Steifheit), Hirnhautentzündung mit Muskelzuckungen und Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen
- Geschmacksstörungen
- Linsentrübung, Bindehautentzündung, Erkrankung der Netzhaut, erhöhter Augeninnendruck,
- Hörstörungen, z.B. Tinnitus (Ohrensausen), verändertes Hörempfinden und Veränderung der Tonwahrnehmung
- Verlangsamung des Herzschlags
- Herzrhythmusstörungen, in Einzelfällen in Verbindung mit Ohnmachtsanfällen
- Herzschwäche
- Verschlechterung einer bestehenden koronaren Herzkrankheit (Erkrankung im Bereich der Herzkranzgefäße)
- Kreislaufkollaps
- Blutgerinnsel (z.B. in der Lunge)
- Venenentzündung
- Überempfindlichkeitsreaktionen der Lungen mit Fieber, Atemnot, Lungenentzündung
- Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenbereich (Stomatitis, Gingivitis, Glossitis), Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)
- Bestimmte Formen der Leberentzündung (granulomatöse Hepatitis), Leberversagen
- Flächenhafte Hautrötung mit hohem Fieber (Stevens-Johnson-Syndrom: in einigen asiatischen Ländern als selten berichtet, siehe Abschnitt 2. „Was sollten Sie vor der Einnahme von Neurotop beachten? Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“) Änderungen in der Pigmentierung, Akne, Schwitzen, großblättrige, schuppenförmige Hautentzündung, blasige Ablösung der Haut, Lichtempfindlichkeit, Hautrötungen mit scheiben- oder knotenförmigen Veränderungen und Einblutungen, kleinfleckige Hautblutungen, Haarausfall, vermehrte Behaarung vom männlichen Typ bei Frauen, plötzlich am ganzen Körper auftretende Eiterbläschen
- Neurotop kann den Calciumspiegel im Blut senken, dies kann zu Knochenerweichung/Knochenbrüchigkeit führen.
- Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen oder -krämpfe
- Störungen der Nierenfunktion wie Eiweißausscheidung im Harn, Blut im Harn, verminderte Harnausscheidung und zusätzlich weitere Beschwerden beim Harnlassen, Nierenversagen, Nierenentzündung und erhöhte Werte für Blutharnstoff-Stickstoff (BUN) - Sexuelle Funktionsstörungen wie Impotenz, verminderte Libido, verminderte Fruchtbarkeit des Mannes, u.U. mit Störungen der Samenbildung (verminderte Anzahl und Beweglichkeit der Samenzellen)
- Erhöhte Cholesterin- (einschließlich HDL-Cholesterin) und Triglyceridwerte, veränderte Schilddrüsenfunktionstests, Erhöhung der Prolaktinkonzentration im Blut
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
- Reaktivierung einer Herpesvirusinfektion
- Knochenmarkversagen
- Sturz (in Verbindung mit Gang- und Bewegungsstörungen, Schwindel, Schläfrigkeit, erniedrigtem Blutdruck, Verwirrtheit und Sedierung)
- Sedierung, Gedächtnisstörungen
- Entzündung des Dickdarms (Kolitis)
- Arzneimittelausschlag mit Blutbildveränderung (Eosinophilie) und systemischen Symptomen (DRESS)
- Akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), Hauterkrankung (lichenoide Keratose), Ablösung der Nagelplatte vom Nagelbett (Onychomadese)
- Verminderte Knochendichte. Es gibt Berichte von Knochenerkrankungen wie Ausdünnung des Knochens (Osteopenie und Osteoporose) und Knochenbrüche (Frakturen). Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bei Langzeitbehandlung mit Antiepileptika, einer Vorgeschichte mit Osteoporose oder wenn Sie Steroide einnehmen, um Rat.
- Verringerter Folsäure- und verringerter Vitamin B12-Spiegel, erhöhtes Homocystein
- Plötzliche Verschlechterung bei gleichzeitig bestehender multipler Sklerose
- Hoher Ammoniakspiegel im Blut (Hyperammonämie). Die Anzeichen einer Hyperammonämie können Reizbarkeit, Verwirrtheit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Schläfrigkeit umfassen.
Meldung von Nebenwirkungen
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.
Sie können Nebenwirkungen auch direkt anzeigen (siehe Angaben weiter unten). Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/
5. Wie ist Neurotop aufzubewahren?
Nicht über 25°C lagern.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.
Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.
Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen
Was Neurotop enthält
- Der Wirkstoff ist Carbamazepin. 1 Tablette enthält 400 mg Carbamazepin.
- Die sonstigen Bestandteile sind: Lactose, Maisstärke, Gelatine, Na-Carboxymethylstärke, Talcum, Magnesiumstearat.
Wie Neurotop aussieht und Inhalt der Packung
Weiße, längliche Tabletten, gewölbt mit beidseitiger Bruchkerbe. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.
Packungsgrößen: Blisterpackung mit 50 und 100 Stück
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller
G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach
Z.Nr.: 1-18026
Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Dezember 2021.
Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:
Bei jeder Beurteilung einer Intoxikation muss auch an die Möglichkeit einer eventuell vorliegenden Mehrfachintoxikation durch Einnahme mehrerer Arzneimittel, beispielsweise in suizidaler Absicht, gedacht werden.
Das Auftreten einer Carbamazepin-Überdosierung wurde nur bei sehr hohen Dosen (4-20 g) berichtet. Die Plasmakonzentrationen lagen in diesen berichteten Fällen immer über 20 µg/ml. Eine Plasmakonzentration von 38 µg/ml verlief für den Patienten nicht letal. In der Literatur wurde über letale Fälle von Carbamazepin-Überdosierung berichtet.
Symptome
Die angegebenen Symptome einer Überdosierung umfassen üblicherweise das
Zentralnervensystem, das Herz/Kreislaufsystem und das Atmungssystem.
- Zentralnervensystem:
ZNS-Depression, Verwirrtheit, Benommenheit, Unruhe, Halluzinationen, Koma;
verschwommenes Sehen, verwaschene Sprache, Dysarthrie, Nystagmus, Tremor,
Ataxie, Dyskinesie, initial Hyperreflexie, später Hyporeflexie; Konvulsionen,
psychomotorische Störungen, Myoklonie, Hypothermie und Mydriasis
- Herz/Kreislaufsystem:
Tachykardie, Blutdruckschwankungen, Arrhythmien, Überleitungsstörungen mit
Verbreiterung des QRS-Komplexes; Synkope
- Atmungssystem:
Atemdepression, Lungenödem
- Gastrointestinales System:
Erbrechen, verzögerte gastrische Entleerung, eingeschränkte Darmmotilität
- Nierenfunktion:
Harnretention, Oligurie oder Anurie; Flüssigkeitsretention, Wasserintoxikation wegen des ADH-ähnlichen Effekts von Carbamazepin
- Laborbefunde:
Hyponatriämie, möglicherweise metabolische Azidose, möglicherweise Hyperglykämie, erhöhte Werte der Muskel-Kreatinin-Phosphokinase
Therapie
Es gibt kein spezifisches Antidot bei Carbamazepin-Überdosierung.
Die Behandlung der Symptome infolge einer Überdosierung variiert entsprechend dem Zustand des Patienten. Dies schließt die Überweisung in ein Krankenhaus und die Messung der Plasmakonzentration zur Bestätigung einer Carbamazepin-Vergiftung und zur Bestimmung des Ausmaßes der Überdosierung ein. Eventuell kann eine Magenspülung möglichst rasch nach Ingestion mit Verabreichung von Aktivkohle durchgeführt werden. Eine verzögerte Magenentleerung kann zu einer verzögerten Resorption und damit zu einem Rückfall während der Erholungsphase führen.
Unterstützende ärztliche Behandlung in einer Intensiv-Abteilung mit kardialer Überwachung und sorgfältiger Korrektur des Elektrolythaushaltes kann angezeigt sein.
Besondere Empfehlungen
- Hypotonie: Verabreichung von Dopamin oder Dobutamin i.v.
- Störungen des Herzrhythmus: individuelle Behandlung.
- Konvulsionen: Verabreichung von Benzodiazepinen (z.B. Diazepam) oder anderen Antikonvulsiva, z.B. Phenobarbital (nur unter Vorsicht wegen der Gefahr einer zusätzlichen Verstärkung der Atemdepression) oder Paraldehyd.
- Hyponatriämie (Wasserintoxikation): Flüssigkeitseinschränkung und langsame, vorsichtige NaCl 0,9%-Infusion i.v. - diese Maßnahmen können zur Vorbeugung einer Hirnschädigung nützlich sein.
- Eine Aktivkohle-Hämoperfusion erwies sich als empfehlenswert.
- Verstärkte Diurese, Hämodialyse und Peritonealdialyse wurden aufgrund der hohen Proteinbindung von Carbamazepin als nicht wirksam beurteilt.
- Mit einem etwaigen Rückfall bzw. einer Verschlechterung der Symptomatik am 2. und 3. Tag nach Überdosierung muss infolge einer verzögerten Resorption gerechnet werden.
Fachinformation
ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Neurotop 400 mg-Tabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
1 Tablette enthält 400 mg Carbamazepin.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:
1 Tablette enthält 176 mg Lactose-Monohydrat.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Tablette
Weiße, oblonge Tablette, gewölbt mit beidseitiger Bruchkerbe
Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Neurotop wird angewendet bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen.
Erwachsene, Kinder und Jugendliche
- Epilepsie:
- Komplexe oder einfache partielle Anfälle (mit oder ohne Bewusstseinsverlust) mit oder ohne sekundäre Generalisierung
- Generalisierte tonisch-klonische Anfälle
- Gemischte Formen von Anfällen Neurotop kann zur Monotherapie und zur Kombinationstherapie eingesetzt werden.
Erwachsene
- Zur Behandlung der akuten Manie und zur Phasen-Prophylaxe der manisch-depressiven Psychosen bei Patienten, die auf eine Therapie mit Lithium nicht ansprechen oder bei denen diese kontraindiziert ist
- Trigeminusneuralgie
- Diabetische Neuropathie
- Zur Vermeidung zerebraler Krampfanfälle bei Alkoholentzugssyndrom
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Art der Anwendung
Zum Einnehmen.
Die Tabletten sind während oder nach dem Essen mit Flüssigkeit - jedoch nicht mit Grape-fruitsaft - einzunehmen (siehe Abschnitt 5.2).
Die Behandlung mit Carbamazepin wird einschleichend mit einer niedrigen Initialdosis, je nach Art und Schwere des Krankheitsbildes, individuell begonnen. Danach wird die Dosis langsam bis zu der für den Patienten bestwirksamen Erhaltungsdosis erhöht.
Die Dauer der Anwendung ist individuell verschieden und wird vom behandelnden Arzt festgelegt. Es stehen auch Neurotop 200 mg-Tabletten zur Verfügung.
Vor Therapiebeginn sind Patienten mit Han-chinesischer und thailändischer Abstammung nach Möglichkeit auf das Vorhandensein von HLA-B*1502 zu testen, da dieses Allel verlässlich auf das Risiko für schweres, Carbamazepin-induziertes Stevens-Johnson-Syndrom hinweist (siehe Information über Gentests und kutane Reaktionen in Abschnitt 4.4).
Dosierung
Epilepsie
Carbamazepin ist zur Behandlung der Epilepsie bevorzugt allein (Monotherapie) anzuwenden. Die Behandlung wird mit niedriger Dosierung begonnen und dann langsam bis zur optimalen, dem Patienten entsprechenden Erhaltungsdosis gesteigert.
Die Dosierung basiert auf der Anfallskontrolle unter Berücksichtigung der Entwicklung etwaiger Unverträglichkeitsreaktionen.
Die Plasmakonzentrationen sind ein Indikator, ob der Patient sich innerhalb oder außerhalb des therapeutischen Bereichs befindet, um eine unzureichende Anfallskontrolle oder die Entwicklung einer Unverträglichkeit zu erklären. Dies kann speziell von Nutzen sein, wenn eine Kombinationstherapie angewendet bzw. eine Umstellung auf andere Darreichungsformen beabsichtigt wird (siehe Abschnitt 4.4).
Therapeutische Plasmakonzentrationen von Carbamazepin liegen normalerweise im Bereich von 4-12 µg/ml (17-50 µmol/l), entsprechend einer Dosierung von 10-30 mg/kg Körpergewicht täglich bzw. 400-1.200 mg täglich.
Therapieumstellungen von bzw. auf Carbamazepin sind gegenseitig in kleinen Dosierungs-schritten durchzuführen.
Wenn Carbamazepin zu einer bereits bestehenden Antiepileptika-Therapie hinzugefügt wird (Kombinationstherapie), so hat dies einschleichend zu erfolgen, während die Dosierung der anderen Antiepileptika beibehalten oder, falls notwendig, angepasst wird.
Erwachsene
Initial 100-200 mg, 1-mal oder 2-mal täglich; langsames Steigern der Dosis, bis ein optimales Ansprechen erreicht ist. Die allgemein übliche Erhaltungsdosis ist 800-1.200 mg (400 mg 2-bis 3-mal täglich). Eine maximale Tagesdosis von 1.600-2.000 mg kann bei Erwachsenen erforderlich sein.
Jugendliche ab 15 Jahren Initial 100-200 mg, 1-mal oder 2-mal täglich; langsames Steigern der Dosis, bis ein optimales Ansprechen erreicht ist. Die allgemein übliche Erhaltungsdosis ist 800-1.200 mg (400 mg 2-bis 3-mal täglich). Die maximal empfohlene Tagesdosis beträgt 1.200 mg.
Kinder und Jugendliche (bis zum 15. Lebensjahr)
Initialdosis Für Kinder im Alter von 1 bis 4 Jahren wird eine Anfangsdosis von 20 bis 60 mg täglich, ansteigend um 20 bis 60 mg jeden 2.Tag, empfohlen.
Bei Kindern über 4 Jahren kann die Therapie mit 100 mg täglich begonnen werden, mit einer Dosiserhöhung um bis zu 100 mg in wöchentlichen Intervallen.
Die unten angeführten Dosierungsbereiche sind jedoch nicht zu überschreiten.
Erhaltungsdosis
10-20 mg/kg Körpergewicht täglich in geteilten Dosen, d.h.:
- 1-5 Jahre (ca. 10-20 kg Körpergewicht) 200-400 mg täglich
- 6-10 Jahre (ca. 20-35 kg Körpergewicht) 400-600 mg täglich
- 11-15 Jahre (ca. 35-55 kg Körpergewicht) 600-1.000 mg täglich
Maximal empfohlene Dosis
- bis zu 6 Jahren 35 mg/kg täglich
- 6-15 Jahre 1.000 mg täglich
Um das Schlucken zu erleichtern, stehen Retardtabletten zur Verfügung. Diese können ohne Verlust des Retardeffektes geteilt und bei Bedarf auch in diversen Getränken (1 Glas Wasser, schwarzer Tee, Orangensaft oder Milch, jedoch nicht in Grapefruitsaft) aufgelöst werden.
Manie und Phasen-Prophylaxe im Rahmen bipolarer Störungen
Die Initialdosis von 100-400 mg täglich in geteilten Dosen wird allmählich bis zur Kontrolle der Symptome gesteigert (Dosierungsbereich 400-1.600 mg täglich). Im Allgemeinen werden 400-600 mg täglich, aufgeteilt auf 2 bis 3 Einzeldosen, eingenommen.
Bei Behandlung der akuten Manie soll die Dosis ziemlich rasch gesteigert werden, während für die Prophylaxe kleine Dosiserhöhungen empfehlenswert sind, um eine optimale Verträglichkeit zu gewährleisten.
Trigeminusneuralgie und diabetische Neuropathie
Die übliche Initialdosis beträgt 100-400 mg täglich. Die niedrigere Initialdosis kann für ältere oder empfindliche Patienten ausreichen. Die Dosis wird bis zur Schmerzfreiheit des Patienten gesteigert, im Allgemeinen bis zu einer Dosis von 600-800 mg täglich, verteilt auf 3-4 Dosen, mit einer Maximaldosis von 1.200 mg täglich. Danach ist die kleinste effektive Dosis durch schrittweise Reduktion zu ermitteln.
Wenn der Patient schmerzfrei ist, kann die Dosis wieder schrittweise reduziert werden.
Ältere Patienten (ab 65 Jahren) Aufgrund der unterschiedlichen Pharmakokinetik von Antiepileptika, soll Neurotop bei älteren Patienten vorsichtig dosiert werden. Es wird eine Initialdosis von 100 mg 2-mal täglich empfohlen.
Vermeidung zerebraler Krampfanfälle bei Alkoholentzugssyndrom
Im Allgemeinen werden 600-800 mg verteilt auf zumindest 2 Einzeldosen verabreicht. In schweren Fällen kann die Dosierung während der ersten Tage erhöht werden. Anschließend ist die Dosis langsam schrittweise zu reduzieren und zu beenden.
Zu Beginn der Therapie von schweren Entzugserscheinungen ist Carbamazepin in Kombination mit Arzneimitteln aus der Gruppe der Sedativa/Hypnotika (z.B. Clomethiazol, Chlordiazepoxid) zu verabreichen. Nach Abklingen des akuten Stadiums kann die Behandlung mit Carbamazepin als Monotherapie weitergeführt werden.
Besondere Patientengruppen
Bei Patienten mit schwerer Lebererkrankung ist die Anwendung von Carbamazepin kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Bei Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen und/oder eingeschränkter Leber-Nierenfunktion kann eine niedrigere Dosierung erforderlich sein.
Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz Bei Patienten mit einer glomerulären Filtrationsrate von weniger als 10 ml/min und Dialysepatienten sind 75% der üblichen Dosis zu verabreichen.
Ältere oder stark untergewichtige Patienten
Es empfiehlt sich, die Anfangsdosis mit 100 mg 2-mal täglich festzulegen.
Patienten Han-chinesischer oder thailändischer Abstammung Vor Einleitung der Behandlung sollen Patienten Han-chinesischer oder thailändischer Abstammung nach Möglichkeit auf das Vorhandensein von HLA-B*1502 getestet werden, da dieses Allel ein starker Prädiktor für das Risiko eines schweren Carbamazepin-assoziierten Stevens-Johnson-Syndroms ist (siehe Information über Gentests und kutane Reaktionen im Abschnitt 4.4).
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Carbamazepin in nicht-epileptischen Indikationen bei Kindern und Jugendlichen ist bisher nicht hinreichend nachgewiesen. Aus diesem Grund wird die Anwendung von Neurotop bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren in diesen Indikationen nicht empfohlen.
Beendigung der Therapie/Therapieabbruch Das Absetzen einer Carbamazepin-Therapie muss in schrittweiser Dosisreduktion über einen längeren Zeitraum erfolgen. Das abrupte Absetzen von Neurotop kann zu Anfällen führen.
Falls die Therapie mit Neurotop bei einem Patienten mit Epilepsie abrupt abgebrochen werden muss, hat der Wechsel zu einem anderen Antiepileptikum unter Abschirmung mit einem geeigneten Arzneimittel (z.B. Diazepam i.v., rektal oder Phenytoin i.v.) zu erfolgen.
Umstellung auf Retardtabletten Bei Umstellung von Patienten von einem Carbamazepin-Arzneimittel mit sofortiger Freisetzung auf Retardtabletten ist im Allgemeinen dieselbe Tagesgesamtdosis angemessen. Bei einigen Patienten kann eine Anpassung der Tagesgesamtdosis erforderlich sein, besonders, wenn andere Antiepileptika verwendet werden (siehe Abschnitt 4.4).
4.3 Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder strukturverwandte Arzneimittel (z.B. trizyklische Antidepressiva) oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
- Atrioventrikulärer Block
- Knochenmarkdepression
- Hepatische Porphyrie in der Anamnese (z.B. akute intermittierende Porphyrie, Porphyria variegata, Porphyria cutanea tarda)
- Schwere Leberfunktionsstörung
- Kinder unter 1 Jahr
- Carbamazepin darf nicht gemeinsam mit einem MAO-Hemmer bzw. nicht vor Ablauf von mindestens 14 Tagen nach Beendigung einer Therapie mit MAO-Hemmern angewendet werden (siehe Abschnitt 4.5)
- Carbamazepin darf nicht gleichzeitig mit dem Antimykotikum Voriconazol angewendet werden, da es durch hepatische Enzyminduktion zu einem Wirkungsverlust von Voriconazol kommen kann (siehe Abschnitt 4.5)
- Carbamazepin kann Absencen und myoklonische Anfälle auslösen oder verschlimmern. Es darf nicht bei Patienten eingesetzt werden, die an diesen Anfallsformen leiden (siehe Abschnitt 4.1).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Allgemein Neurotop darf nur nach strenger Nutzen/Risiko-Abwägung und unter besonderer Überwachung angewendet werden
- bei Patienten mit Herz-, Leber- und Nierenfunktionsstörung
- bei hämatologischen Reaktionen auf andere Arzneimittel in der Vorgeschichte bzw. bei früheren/bestehenden hämatologischen Erkrankungen
- nach Unterbrechung einer bestehenden Therapie mit Carbamazepin
- bei Störungen des Natrium-Stoffwechsels
- bei myotoner Dystrophie
- bei Patienten unter Diuretika-Therapie
- bei Glaukompatienten
- während der Schwangerschaft und der Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6).
Obgleich Korrelationen zwischen Dosierung und Plasmakonzentrationen von Carbamazepin sowie zwischen Plasmakonzentrationen und klinischer Wirksamkeit oder Verträglichkeit eher schwach sind, kann die Überwachung der Plasmakonzentrationen in folgenden Situationen nützlich sein:
- bei dramatischem Ansteigen der Anfallsfrequenz/Verifizierung der Patienten-Compliance - während der Schwangerschaft sowie nach der Geburt (siehe Abschnitt 4.6)
- bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen
- bei Verdacht auf Resorptionsstörungen
- bei Verdacht auf Toxizität, insbesondere falls mehrere Arzneimittel zugleich verwendet werden (siehe Abschnitt 4.5).
Eine Formulierung mit verzögerter Freisetzung kann bei Patienten in Betracht gezogen werden, die hohe Dosen erhalten und die intermittierend unter Nebenwirkungen wie Doppeltsehen, Übelkeit, Schwindel und Müdigkeit leiden, und kann die Möglichkeit bieten, das Dosierungsschema zu verringern (siehe Abschnitt 4.2).
Bei einem Wechsel von oralen Darreichungsformen auf Suppositorien können epileptische Anfälle vermehrt auftreten. Eine Bestimmung der Serumkonzentration ist 3-4 Tage nach Umstellung auf Suppositorien oder bei vermehrtem Auftreten von epileptischen Anfällen vorzunehmen (siehe Abschnitt 4.2).
Frauen im gebärfähigen Alter Carbamazepin kann zu fetalen Schäden führen, wenn es während der Schwangerschaft angewendet wird. Eine pränatale Exposition gegenüber Carbamazepin kann das Risiko für schwere angeborene Fehlbildungen und andere nachteilige Auswirkungen auf die Entwicklung erhöhen (siehe Abschnitt 4.6).
Carbamazepin ist bei Frauen im gebärfähigen Alter nicht anzuwenden, es sei denn, der Nutzen überwiegt nach sorgfältiger Abwägung alternativer geeigneter Behandlungsoptionen die Risiken.
Frauen im gebärfähigen Alter sind umfassend über das potenzielle Risiko für den Fötus zu informieren, wenn sie während der Schwangerschaft Carbamazepin einnehmen. Vor Beginn der Behandlung mit Carbamazepin bei Frauen im gebärfähigen Alter ist ein Schwanger-schaftstest in Erwägung zu ziehen.
Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und für zwei Wochen nach Beendigung der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Aufgrund der Enzyminduktion kann Carbamazepin zu einem Versagen der therapeutischen Wirkung hormoneller Kontrazeptiva führen; daher sind Frauen im gebärfähigen Alter bezüglich der Anwendung anderer zuverlässiger Verhütungsmethoden zu beraten (siehe Abschnitte 4.5 und 4.6).
Frauen im gebärfähigen Alter sind darüber aufzuklären, dass sie ihren Arzt konsultieren müssen, sobald sie eine Schwangerschaft planen, um vor der Empfängnis und vor dem Absetzen der Kontrazeption über einen Wechsel zu einer alternativen Behandlung zu sprechen (siehe Abschnitt 4.6).
Frauen im gebärfähigen Alter sind darauf hinzuweisen, sich unverzüglich an ihren Arzt zu wenden, wenn sie schwanger werden oder vermuten, schwanger zu sein, und Carbamazepin einnehmen.
Kontrolle von Blutbildveränderungen Agranulozytose und aplastische Anämie wurden mit der Anwendung von Carbamazepin in Zusammenhang gebracht. Aufgrund des sehr seltenen Auftretens dieser Krankheitsbilder sind aussagekräftige Schätzungen hinsichtlich des Risikos für Neurotop sehr schwierig.
Eine vorübergehende oder persistierende mäßige Senkung der Leukozyten- oder Thrombo-zytenzahl wird gelegentlich bis häufig während der Behandlung mit Carbamazepin festgestellt, doch ist sie normalerweise vorübergehend und es ist unwahrscheinlich, dass sie den Beginn einer aplastischen Anämie oder einer Agranulozytose anzeigt.
Eine Überprüfung des Blutbildes vor Behandlungsbeginn ist erforderlich. Anschließend sind Folgekontrollen - zunächst im ersten Monat wöchentlich, später monatlich, ab dem 6. Behandlungsmonat 2- bis 4-mal pro Jahr - angezeigt.
Eine klinische Überwachung ist während der gesamten Behandlungsperiode notwendig. Bei Auftreten einer schweren Leukopenie (hauptsächlich Neutropenie) oder Thrombozytopenie, begleitet von klinischen Manifestationen wie Fieber oder entzündetem Rachen oder signifikanter Knochenmarkdepression, muss Neurotop unverzüglich abgesetzt werden.
Schwerwiegende Hautreaktionen und Überempfindlichkeit (siehe auch Abschnitt 4.8) Während der Behandlung mit Carbamazepin wurde über schwere und manchmal tödlich verlaufende kutane Reaktionen einschließlich Toxische Epidermale Nekrolyse (TEN) und Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) berichtet.
Die Patienten sind über die Symptome zu informieren und müssen engmaschig auf Hautreaktionen überwacht werden. Das höchste Risiko für das Auftreten von SJS oder TEN besteht während der ersten Wochen der Behandlung.
Wenn Symptome oder Anzeichen für SJS oder TEN (z.B. fortgeschrittener Hautausschlag, häufig mit Blasenbildung oder Schleimhautläsionen) auftreten, ist die Behandlung mit Carbamazepin abzubrechen. Die besten Behandlungserfolge von SJS und TEN sind auf frühzeitige Diagnose und sofortiges Absetzen verdächtiger Arzneimittel zurückzuführen. Das frühe Absetzen wird mit einer besseren Prognose in Verbindung gebracht.
Es wird geschätzt, dass diese Reaktionen bei 1 bis 6 pro 10.000 neuen Anwendern in Ländern mit hauptsächlich kaukasischer Bevölkerung auftreten. In einigen asiatischen Ländern wird das Risiko jedoch auf das Zehnfache geschätzt.
Es gibt zunehmend Hinweise auf die Rolle verschiedener HLA-Allele bei der Veranlagung von Patienten zu immunvermittelten Nebenwirkungen (siehe Abschnitt 4.2).
Wenn der Patient während der Einnahme von Carbamazepin SJS oder TEN entwickelt, darf die Behandlung mit Carbamazepin zu keinem Zeitpunkt wiederaufgenommen werden.
HLA-B*1502-Allel bei Han-chinesischen, thailändischen und anderen asiatischen Populationen Bei Patienten Han-chinesischer oder thailändischer Abstammung zeigte sich bei der Anwendung von Carbamazepin ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem Allel HLA-B*1502 und dem Risiko für die Entstehung von schweren Hautreaktionen, die als Stevens-Johnson-Syndrom bekannt sind. Die Prävalenz von HLA-B*1502 beträgt bei Personen der Han-chinesischen oder thailändischen Bevölkerung ungefähr 10%.
Vor Beginn der Therapie sind Patienten dieser Abstammung nach Möglichkeit auf das Vorliegen dieses Allels zu testen (siehe Abschnitt 4.2). Sollte bei einem Patienten ein positives Ergebnis vorliegen, darf mit der Carbamazepin-Therapie nicht begonnen werden, es sei denn, es gibt keine andere Therapiewahl. Bei Patienten, bei denen das Ergebnis negativ ausfällt, ist das Risiko für das Auftreten von SJS gering, allerdings tritt diese Reaktion sehr selten trotzdem auf.
Einige Daten weisen auf ein erhöhtes Risiko für schwere Carbamazepin-assoziierte TEN/SJS in anderen asiatischen Populationen hin. Aufgrund der Prävalenz dieses Allels in anderen asiatischen Populationen (z.B. mehr als 15% auf den Philippinen und in Malaysia) kann bei Risikopopulationen ein Gentest für das Vorhandensein von HLA-B*1502 in Betracht gezogen werden.
Die Prävalenz des Allels HLA-B*1502 ist z.B. bei Personen europäischer Abstammung, bisher getesteten Personen afrikanischer und hispanischer Herkunft sowie bei Japanern und Koreanern vernachlässigbar (< 1%).
HLA-A*3101-Allel – Personen europäischer Abstammung und japanische Population Bei Personen europäischer Abstammung und bei Japanern gibt es Daten, die darauf hindeuten, dass HLA-A*3101 mit einem erhöhten Risiko für Carbamazepin-induzierte kutane Nebenwirkungen einschließlich SJS, TEN, Arzneimittelausschlag mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) oder weniger schwerem, akutem, generalisiertem, pustulösem Exanthem (AGEP) und makulo-papulösem Ausschlag in Zusammenhang steht (siehe Abschnitt 4.8).
Die Verbreitung des Allels HLA-A*3101 variiert je nach ethnischer Herkunft beträchtlich. In der europäischen Bevölkerung liegt die Prävalenz des Allels HLA-A*3101 bei 2-5% und in der japanischen Bevölkerung ungefähr bei 10%.
Darüber hinaus wird angenommen, dass „native Americans“, indische, arabische, chinesische (Han-Nationalität) und koreanische Patienten das HLA-A * 3101-Allel mit einer ähnlichen Prävalenz tragen, die in afroamerikanischen, thailändischen und taiwanesischen Populationen weniger häufig ist.
Das Vorhandensein des Allels HLA-A*3101 kann das Risiko für Carbamazepin-induzierte kutane Reaktionen (meist weniger schwerwiegend) von 5,0% bei der allgemeinen Bevölkerung auf 26,0% bei Personen europäischer Abstammung erhöhen, während seine Abwesenheit das Risiko von 5,0% auf 3,8% reduzieren kann.
Es gibt keine ausreichenden Daten, um ein HLA-A*3101-Screening vor Beginn einer Carbamazepin-Therapie zu empfehlen.
Wenn bekannt ist, dass Patienten europäischer oder japanischer Abstammung HLA-A*3101-positiv sind, kann die Anwendung von Carbamazepin in Betracht gezogen werden, sofern erwartet wird, dass der Nutzen die Risiken überwiegt.
Überempfindlichkeitsreaktionen Carbamazepin kann Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen, einschließlich Arzneimittel-ausschlag mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) sowie verzögerte Reaktionen, die mehrere Organsysteme betreffen (siehe Abschnitt 4.8).
Die Patienten sind über die mögliche Anzeichen potenzieller hämatologischer Komplikationen aufzuklären, ebenso über Symptome von Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut und der Leber.
Die Patienten sind zu instruieren, unverzüglich ihren Arzt aufzusuchen, falls Reaktionen wie Fieber, Halsentzündung, Exanthem, Ulzerationen in der Mundhöhle, kleine Hämatome, Petechien oder eine Purpura haemorrhagica sowie Übelkeit, Gelbfärbung der Haut und/oder Leberschwellung auftreten.
Carbamazepin ist beim Auftreten von Symptomen, die eine Überempfindlichkeitsreaktion vermuten lassen, sofort abzusetzen.
Patienten mit Überempfindlichkeitsreaktionen auf Carbamazepin müssen informiert werden, dass bei etwa 25-30% solcher Patienten auch Überempfindlichkeitsreaktionen mit Oxcarbazepin auftreten können; ebenso kann eine Kreuzhypersensitivität zwischen Carbamazepin und anderen Antiepileptika (z.B. Phenytoin, Primidon, Phenobarbital) auftreten.
Aufgrund der Möglichkeit einer Photosensibilisierung haben Patienten, die Carbamazepin erhalten, ausgiebige Sonnenbäder zu vermeiden.
Andere Hautreaktionen Leichte Hautreaktionen, z.B. isolierte makuläre oder makulopapuläre Exantheme, können ebenfalls auftreten und sind meist vorübergehend und nicht gefährlich. Sie verschwinden normalerweise innerhalb weniger Tage oder Wochen, entweder während des weiteren Behandlungsverlaufs oder nach Verringerung der Dosis.
Da es jedoch schwierig sein kann, die frühen Anzeichen schwerwiegenderer Hautreaktionen von milden vorübergehenden Reaktionen zu unterscheiden, ist der Patient engmaschig zu überwachen, wobei zu berücksichtigen ist, dass das Arzneimittel sofort abzusetzen ist, falls sich die Reaktion bei weiterer Anwendung verschlechtert.
Veränderungen der zerebralen Krampfanfälle Wie bei anderen Antiepileptika können bei einigen Patienten, die Neurotop anwenden, ein Ansteigen der Anfallshäufigkeit oder neue Anfallstypen auftreten. Diese Phänomene können auch die Folge einer Überdosierung, einer Abnahme der Plasmakonzentrationen gleichzeitig gegebener Antiepileptika oder ein paradoxer Effekt sein. Im Falle einer Verschlimmerung der Anfälle ist Neurotop abzusetzen.
Suizid/Suizidgedanken oder klinische Verschlechterung Suizidgedanken und -versuche wurden bei Patienten, die mit Antiepileptika in verschiedenen Indikationen behandelt wurden, berichtet. Eine Meta-Analyse von randomisierten placebo-kontrollierten Studien mit Antiepileptika zeigte ein gering erhöhtes Risiko von Suizidgedanken und -versuchen (siehe auch Abschnitt 5.1). Der Mechanismus dieses Risikos ist nicht bekannt und die verfügbaren Daten schließen die Möglichkeit eines erhöhten Risikos für Carbamazepin nicht aus.
Patienten sind daher auf Anzeichen von Suizidgedanken und -versuchen zu überwachen und eine entsprechende Therapie ist in Betracht zu ziehen. Patienten (und deren Betreuer) sind anzuweisen bei Auftreten von Anzeichen von Selbstmordgedanken oder Selbstmordverhalten unverzüglich medizinischen Rat aufzusuchen.
Psychiatrische Wirkungen Hohe Dosen von Carbamazepin können eine Manifestation latenter Psychosen und möglicherweise Agitiertheit oder Verwirrtheit bei älteren Patienten bewirken.
Glaukom/anticholinerge Wirkungen Patienten mit Glaukom sind über das mögliche Risiko zu informieren, das durch die anticholinerge Wirkung von Carbamazepin gegeben ist. Der intraokulare Druck dieser Patienten ist regelmäßig zu überprüfen (siehe Abschnitt 4.8).
Endokrine Wirkungen Bei Frauen, die unter Behandlung mit Carbamazepin hormonale Kontrazeptiva einnahmen, wurde über Durchbruchsblutungen berichtet. Die Wirksamkeit kontrazeptiver Substanzen kann unter Carbamazepin vermindert sein. Alternative Maßnahmen sind zu empfehlen (siehe Abschnitt 4.5).
Die Anwendung von Carbamazepin kann ein Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH) verursachen.
Leberfunktionstests Leberfunktionstests müssen vor Beginn der Behandlung und anschließend periodisch durchgeführt werden, besonders bei Patienten mit einer Lebererkrankung in der Anamnese und bei älteren Patienten. Die Behandlung mit Neurotop soll bei Auftreten von Anzeichen einer Funktionsstörung der Leber bzw. einer akuten Hepatitis unverzüglich eingestellt werden.
Nierenfunktionstests Die Erstellung von Ausgangswerten sowie periodische Überwachung der kompletten Harnanalyse sowie Blutharnstoff (BUN)-Bestimmungen werden empfohlen.
Hyponatriämie Carbamazepin kann zu Hyponatriämie führen. Bei Patienten mit einer bereits bestehenden Nierenerkrankung, verbunden mit einem niedrigen Natriumspiegel oder bei Patienten, die gleichzeitig mit Arzneimitteln behandelt werden, die den Natriumspiegel senken (z.B. Diuretika oder Arzneimittel die mit einer inadäquaten ADH-Sekretion assoziiert sind), sind die Natriumspiegel im Blut vor Beginn der Carbamazepintherapie zu bestimmen. Nach etwa zwei Wochen sind die Natriumspiegel erneut zu bestimmen, und ebenfalls während der ersten drei Monaten monatlich bzw. wenn es klinisch notwendig ist. Dieses Risiko kann besonders ältere Patienten betreffen. Wenn eine Hyponatriämie auftritt, ist, wenn es klinisch indiziert ist, eine Wasserrestriktion eine wichtige Gegenmaßnahme.
Hypothyreose Carbamazepin kann die Serumkonzentrationen der Schilddrüsenhormone durch Enzym-induktion senken. Das erfordert bei Patienten mit einer Hypothyreose eine Dosiserhöhung der Substitutionstherapie. Es wird daher die Überwachung der Schilddrüsenfunktion empfohlen, um die Dosis der Schilddrüsenhormonpräparate anzupassen.
Untersuchungen und Maßnahmen bei Auftreten bestimmter Symptome
Kurzfristige Kontrollen (innerhalb 1 Woche) sind erforderlich bei
- Fieber, Infekt
- Hautausschlag
- allgemeinem Schwächegefühl
- Halsentzündung, Mundulzera
- häufigem Auftreten blauer Flecken
- Anstieg der Transaminasen
- Abfall der Leukozyten unter 3.000/mm3 bzw. der Granulozyten unter 1.500/mm3
- Abfall der Thrombozyten unter 125.000/mm3
- Abfall der Retikulozyten unter 0,3% (entsprechend 20.000/mm3)
- Anstieg des Serumeisens über 160 µg/dl.
Das Absetzen von Carbamazepin ist dringend zu erwägen bei
- petechialen oder Purpura-Blutungen
- Abfall der Erythrozyten unter 4 Mio/mm3
- Abfall des Hämatokrits unter 32%
- Abfall des Hämoglobins unter 11 g/dl
- Abfall der Leukozyten unter 2.000/mm3 bzw. der Granulozyten unter 1.000/mm3 bzw. der Thrombozyten unter 80.000/mm3
- symptomatischen Blutbildungsstörungen.
Therapieabbruch
Abruptes Absetzen von Neurotop kann zu Anfällen führen (siehe Abschnitt 4.2).
Falls die Therapie mit Neurotop bei einem Patienten mit Epilepsie abrupt abgebrochen werden muss, soll der Wechsel zu einem anderen Antiepileptikum unter Abschirmung mit einem geeigneten Arzneimittel (z.B. Diazepam i.v., rektal oder Phenytoin i.v.) erfolgen.
Sturzrisiko Während der Behandlung mit Carbamazepin können Ataxie, Schwindel, Somnolenz, Hypotonie, Verwirrtheit und Sedierung (siehe Abschnitt 4.8) auftreten. Diese Nebenwirkungen können zu Stürzen und damit zu Brüchen oder anderen Verletzungen führen. Bei Patienten mit Erkrankungen bzw. Zuständen sowie bei Patienten, die mit Arzneimitteln behandelt werden, die diese Nebenwirkungen verstärken können, ist das Sturzrisiko bei einer Langzeittherapie mit Carbamazepin regelmäßig zu überprüfen.
Natrium Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette d.h. es ist nahezu „natriumfrei“.
Lactose Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Cytochrom P450 Cytochrom P4503A4 (CYP3A4) ist das Hauptenzym bei der Bildung des aktiven Metaboliten Carbamazepin-10,11-epoxid. Die gleichzeitige Verabreichung von CYP3A4-Hemmern kann erhöhte Plasmakonzentrationen bewirken, die zu Nebenwirkungen führen können. Die gleichzeitige Verabreichung von CYP3A4-Induktoren kann die Metabolisierungsrate von Carbamazepin steigern und somit zu einem Absinken der Carbamazepin-Plasma-konzentration und in Folge zur Reduktion der therapeutischen Wirkung führen. Die Beendigung einer CYP3A4-Induktor-Gabe kann die Metabolisierungsrate von Carbamazepin verringern und zu einer Erhöhung der Carbamazepin-Plasmakonzentration führen.
Carbamazepin selbst ist ein starker Induktor von CYP3A4 und anderen Phase-I- und Phase-II-Enzymsystemen der Leber. Die gleichzeitige Gabe von Carbamazepin kann den Metabolismus beschleunigen und deshalb die Plasmakonzentrationen verschiedener Arzneimittel senken, die hauptsächlich über CYP3A4 metabolisiert werden.
Humane mikrosomale Epoxidhydrolase wurde als für die Bildung des 10,11-transdiol-Derivates von Carbamazepin-10,11-epoxid verantwortliches Enzym identifiziert. Die gleichzeitige Verabreichung von Inhibitoren der humanen mikrosomalen Epoxidhydrolase kann in erhöhten Carbamazepin-10,11-epoxid-Plasmakonzentrationen resultieren.
Gleichzeitige Gabe kontraindiziert
- Carbamazepin darf nicht gemeinsam mit einem MAO-Hemmer bzw. nicht vor Ablauf von mindestens 14 Tagen nach Beendigung einer Therapie mit MAO-Hemmern angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3).
- Carbamazepin darf nicht gleichzeitig mit dem Antimykotikum Voriconazol angewendet werden, da es durch hepatische Enzyminduktion zu einem Wirkungsverlust von Voriconazol kommen kann (siehe Abschnitt 4.3).
Gleichzeitige Gabe unter besonderer Vorsicht
- Carbamazepin und trizyklische Antidepressiva sind strukturverwandt; zu konkreten Wechselwirkungen siehe Angaben unter Effekte von Carbamazepin auf die Plasmakonzentration gleichzeitig eingenommener Arzneimittel.
- Carbamazepin kann, wie andere psychoaktive Substanzen, die Alkohol-Verträglichkeit vermindern bzw. kann Alkohol die zentralen Nebenwirkungen von Carbamazepin verstärken. Deshalb sollen Patienten während der Therapie keinen Alkohol trinken.
- Die gleichzeitige Anwendung von Carbamazepin mit Neuroleptika oder Metoclopramid kann das Auftreten neurologischer Nebenwirkungen begünstigen. Eine vorherige Behandlung mit Neuroleptika soll wenigstens 8 Wochen zurückliegen. Weiters besteht ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Stevens-Johnson-Syndroms bzw. eines malignen neuroleptischen Syndroms bei gleichzeitiger Anwendung von Neuroleptika.
- Bei Patienten, die mit Neuroleptika behandelt werden, ist darauf zu achten, dass Carbamazepin den Plasmaspiegel dieser Arzneimittel reduzieren und dadurch eine Verschlechterung des Krankheitsbildes verursachen kann. Eine Dosisanpassung des jeweiligen Neuroleptikums kann erforderlich sein.
- Bei gleichzeitiger Anwendung von Carbamazepin und Clozapin kann es zu einer Zunahme schwerer hämatologischer Nebenwirkungen von Clozapin kommen.
- Die gleichzeitige Gabe von Carbamazepin und Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (z.B. Fluoxetin) kann zu einem toxischen Serotonin-Syndrom führen.
- Die gleichzeitige Anwendung von Lithium und Carbamazepin kann die neurotoxischen Wirkungen beider Wirkstoffe verstärken. Folgende Anzeichen neurotoxischer Symptome wurden festgestellt: unsicherer Gang, Ataxie, horizontaler Nystagmus, gesteigerte unwillkürliche Muskelreflexe, Muskelzucken. Die neurotoxischen Symptome sind nach Absetzen von Lithium reversibel.
- Um eine Arzneimittel-Wechselwirkung zu vermeiden, ist es notwendig, die Plasma-konzentration von Carbamazepin unter 8 µg/ml und Lithium in einer niedrigen therapeutischen Dosierung (0,3-0,8 mval/l) zu halten. Dies gilt für Situationen, in welchen Carbamazepin in Kombination mit Lithium zur Prophylaxe von manisch-depressiven Psychosen verwendet wird, die nicht mit einer Lithium-Behandlung allein kontrolliert werden können. Die Beeinträchtigung der Fähigkeit, rasch zu reagieren, trifft besonders für die Kombinationsbehandlung mit Lithium zu (siehe Abschnitt 4.7).
- Carbamazepin scheint die Elimination von Schilddrüsenhormonen zu verstärken und deren Bedarf bei Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion zu erhöhen. Deshalb sind bei Patienten, die eine Substitutionstherapie erhalten (z.B. Levothyroxin), zu Beginn und zu Ende einer Therapie mit Carbamazepin die Schilddrüsenparameter zu bestimmen. Gegebenenfalls ist eine Dosisanpassung der Schilddrüsenhormonpräparate erforderlich. Insbesondere die gleichzeitige Behandlung mit Carbamazepin und anderen Antikonvulsiva (z.B. Phenobarbital) kann die Schilddrüsenfunktion verändern.
- Es gibt Hinweise, dass die gleichzeitige Anwendung von Carbamazepin und Levetiracetam die Toxizität von Carbamazepin erhöht.
- Die Hepatotoxizität von Isoniazid kann durch Carbamazepin erhöht werden.
- Die kombinierte Gabe von Carbamazepin und Diuretika wie Hydrochlorothiazid und Furosemid kann zu symptomatischer Hyponatriämie führen.
- Die Wirksamkeit von Muskelrelaxanzien wie Pancuronium kann durch Carbamazepin beeinträchtigt werden. Dadurch ist eine schnelle Aufhebung der neuromuskulären Blockade möglich. Patienten müssen diesbezüglich überwacht und die Dosierung der Muskelrelaxanzien ggf. erhöht werden.
- Die Plasmakonzentration von Carbamazepin muss bei gleichzeitiger Gabe von Isotretinoin (Wirkstoff zur Aknebehandlung) und Carbamazepin kontrolliert werden, da Berichten zufolge die Plasmakonzentration von Carbamazepin gesenkt bzw. die Bioverfügbarkeit von Carbamazepin und seinem aktiven Metaboliten unvorhersehbar verändert werden kann.
- Bei gleichzeitiger Einnahme von Carbamazepin und Procarbazin kann es zu einer Zunahme von Überempfindlichkeitsreaktionen kommen (z.B. Exanthem, Eosinophilie).
- Obwohl Carbamazepin die Plasmakonzentration von Trazodon erniedrigen kann, kann es zu einer Verstärkung der antidepressiven Wirkung von Trazodon kommen.
- Arzneimittel, die Östrogene und/oder Progesteron enthalten, einschließlich oraler Kontrazeptiva und Hormonersatzmittel (siehe Abschnitt 4.4): Bei Patientinnen, die die ‚Pille’ einnehmen, können plötzliche Durchbruchs- oder Schmierblutungen - zusätzlich zu einer möglichen Abnahme der Wirkung des Kontrazeptivums - auftreten. Deshalb hat das orale Kontrazeptivum mehr als 50 µg Östrogen zu enthalten bzw. sind andere, nicht-hormonale Verhütungsmethoden anzuwenden.
- Die gleichzeitige Anwendung von Carbamazepin mit Paracetamol kann die Bioverfügbarkeit von Paracetamol herabsetzen.
- Es wird empfohlen, Carbamazepin nicht in Kombination mit Nefazodon zu verwenden, da es hierbei über eine deutliche Senkung der Nefazodon-Plasmakonzentration zu einem Verlust der Wirksamkeit kommen kann.
- Durch gleichzeitige Einnahme von Carbamazepin und Antiarrhythmika, zyklischen Antidepressiva oder Erythromycin erhöht sich das Risiko für kardiale Überleitungs-störungen.
- Grapefruitsaft erhöht die Bioverfügbarkeit von Carbamazepin signifikant und muss daher vermieden werden.
- Interferenz mit serologischen Untersuchungen: Carbamazepin und der Metabolit Carbamazepin-10,11-Epoxid können im Fluoreszenzpolarisations-Immunoassay zu falsch positiven Ergebnissen von trizyklischen Antidepressiva führen.
- Die gleichzeitige Anwendung von Carbamazepin und oralen Antikoagulanzien wie Rivaroxaban, Dabigatran, Apixaban und Edoxaban kann zu einer verringerten Plasmakonzentration der direktwirkenden oralen Antikoagulanzien führen, wodurch sich das Thromboserisiko erhöht. Falls eine gleichzeitige Anwendung notwendig sein sollte, wird eine engmaschige Überwachung hinsichtlich Anzeichen einer Thrombose empfohlen.
Sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel, die die Plasmakonzentration von Carbamazepin erhöhen können
Analgetika, Antiphlogistika
Dextropropoxyphen
Androgene
Danazol
Antibiotika Makrolidantibiotika (z.B. Erythromycin, Troleandomycin, Josamycin, Clarithromycin), Ciprofloxacin
Antidepressiva Desipramin, Fluoxetin, Fluvoxamin, Nefazodon (siehe auch unter Gleichzeitige Gabe unter besonderer Vorsicht), Paroxetin, Trazodon, Viloxazin
Antiepileptika
Stiripentol, Vigabatrin
Antimykotika Antimykotika vom Azol-Typ (z.B. Itraconazol, Ketoconazol, Fluconazol, Voriconazol (siehe Abschnitt 4.3 - gleichzeitige Gabe kontraindiziert)
Antihistaminika
Terfenadin
Antipsychotika
Olanzapin
Arzneimittel gegen Tuberkulose
Isoniazid
Antiviral wirksame Arzneimittel
Proteaseinhibitoren für die HIV-Behandlung (z.B. Ritonavir)
Carbonanhydrasehemmer
Acetazolamid
Kardiovaskulär wirksame Arzneimittel
Verapamil, Diltiazem
Gastrointestinal wirksame Arzneimittel Omeprazol, möglicherweise auch Cimetidin (bei Dosen ab 800 mg bzw. vorübergehend zu Beginn einer Cimetidin-Therapie)
Muskelrelaxanzien / Spasmolytika
Oxybutynin, Dantrolen
Thrombozytenaggregationshemmer
Ticlopidin
Andere
Chinin, Chinidin, Nicotinamid (in hoher Dosierung)
Arzneimittel, die die Plasmakonzentration von Carbamazepin-10,11-Epoxid erhöhen können Erhöhte Plasmakonzentrationen von Carbamazepin-10,11-Epoxid können zu unerwünschten Nebenwirkungen führen (z.B. Schwindel, Müdigkeit, unsicherer Gang, Doppeltsehen). Die Dosierung von Neurotop ist sorgfältig zu überwachen und - falls notwendig – zu reduzieren, wenn Neurotop zusammen mit folgenden Arzneimitteln verabreicht wird:
Antipsychotika (z.B. Loxapin, Quetiapin), Felbamat, Phenytoin, Primidon, Brivaracetam, Progabid, Valproinsäure, Valnoctamid und Valpromid.
Arzneimittel, die die Plasmakonzentration von Carbamazepin senken können Bei der gleichzeitigen Anwendung mit den nachfolgend genannten Arzneimitteln kann eine Dosisanpassung von Neurotop erforderlich werden:
Antiepileptika Felbamat, Mesuximid und Phensuximid, Oxcarbazepin, Phenobarbital, Phenytoin und Fosphenytoin, Primidon und - möglicherweise, da die Daten zum Teil widersprüchlich sind - Clonazepam
Arzneimittel gegen Tuberkulose
Rifampicin
Bronchodilatatoren, Antiasthmatika
Theophyllin, Aminophyllin
Gastrointestinal wirksame Arzneimittel
Lansorazol
Zytostatika
z.B. Cisplatin, Doxorubicin
Andere
Pflanzliche Zubereitungen von Johanniskraut (Hypericum perforatum).
Effekte von Carbamazepin auf die Plasmakonzentration gleichzeitig eingenommener Arzneimittel Carbamazepin kann die Wirkung einer Reihe von Arzneimitteln herabsetzen, unter Umständen sogar aufheben. Deshalb kann die gleichzeitige Anwendung von Carbamazepin mit folgenden Wirkstoffen eine Dosisanpassung erfordern, um das erforderliche klinische Ansprechen zu sichern, besonders zu Beginn oder während des Absetzens einer Carbamazepin-Therapie:
Analgetika, Antiphlogistika Buprenorphin, Methadon, Paracetamol (die Langzeitanwendung von Carbamazepin und Paracetamol kann zu einer Hepatotoxizität führen), Phenazon, Tramadol
Anthelmintika
Albendazol, Mebendazol, Praziquantel
Antibiotika
Doxycyclin
Antidepressiva Bupropion (Carbamazepin kann die Plasmakonzentration von Bupropion senken und jene des Metaboliten Hydroxybupropion erhöhen und somit die klinische Wirksamkeit und Sicherheit von Bupropion verringern), Citalopram, Mianserin, Mirtazapin, Nefazodon (siehe auch unter Gleichzeitige Gabe unter besonderer Vorsicht), Paroxetin, Trazodon, Sertralin und trizyklische Antidepressiva (z.B. Imipramin, Amitriptylin, Nortriptylin, Clomipramin)
Antiemetika
Aprepitant
Antiepileptika Clobazam (Berichten zufolge kann Clobazam zugleich die Plasmakonzentration von Carbamazepin bzw. dessen Metaboliten erhöhen), Clonazepam, Diazepam, Ethosuximid, Felbamat, Lamotrigin, Eslicarbazepin, Oxcarbazepin, Phenobarbital, Primidon, Tiagabin, Topiramat, Valproinsäure, Zonisamid Es wurde berichtet, dass Carbamazepin die Plasmakonzentration von Phenytoin sowohl erhöhen als auch senken kann.
Antikoagulanzien Orale Antikoagulanzien wie Warfarin, Phenprocoumon, Dicoumarol, Acenocoumarol, Rivaroxaban, Dabigatran, Apixaban und Edoxaban
Antimykotika
Itraconazol, Voriconazol (kontraindiziert, siehe Abschnitt 4.3)
Antipsychotika Clozapin, Haloperidol, Bromperidol, Olanzapin, Quetiapin, Risperidon, Sertindol, Ziprasidon, Aripiprazol, Paliperidon
Antiviral wirksame Arzneimittel Protease-Hemmer für die HIV-Behandlung (z.B. Indinavir; Ritonavir, Saquinavir), nicht-nukleosidische Reverse-Transkriptase-Hemmer (z.B. Nevirapin)
Anxiolytika
Alprazolam, Midazolam
Bronchodilatatoren, Antiasthmatika
Theophyllin
Kardiovaskulär wirksame Arzneimittel
Calciumkanal-Blocker (Dihydropyridine), z.B. Felodipin, Digoxin, Ivabradin
Kortikosteroide z.B. Prednisolon, Dexamethason (Carbamazepin erhöht die Metabolisierungsrate der Kortikosteroide; Carbamazepin kann das Ergebnis des Dexamethason-Suppressionstests verfälschen)
Arzneimittel, die bei erektiler Dysfunktion angewendet werden
Tadalafil
Immunsuppressiva
Ciclosporin, Everolimus, Sirolimus, Tacrolimus
Zytostatika z.B. Imatinib, Irinotecan, Methotrexat, Paclitaxel, Teniposid, Cyclophosphamid, Lapatinib, Temsirolimus
Andere
- Kontrazeptiva sowie Arzneimittel, welche Östrogene und/oder Progesterone enthalten (siehe auch Angaben unter Gleichzeitige Gabe unter besonderer Vorsicht)
- Statine
- Schilddrüsenpräparate
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Risiko im Zusammenhang mit Antiepileptika im Allgemeinen Alle Frauen im gebärfähigen Alter, die eine antiepileptische Behandlung erhalten, und insbesondere Frauen, die eine Schwangerschaft planen oder bereits schwanger sind, sind fachärztlich über die potenziellen Risiken für den Fötus zu beraten, welche sowohl durch Krampfanfälle als auch durch eine antiepileptische Behandlung verursacht werden.
Ein plötzliches Absetzen der Antiepileptika ist zu vermeiden, da dies zu Krampfanfällen führen kann, die schwerwiegende Folgen für die Frau und das ungeborene Kind haben könnten.
Zur Behandlung der Epilepsie in der Schwangerschaft wird, wann immer möglich, die Monotherapie bevorzugt, da die Therapie mit mehreren Antiepileptika mit einem höheren Risiko für angeborene Fehlbildungen verbunden sein könnte als die Monotherapie, abhängig vom jeweiligen Antiepileptikum.
Risiken im Zusammenhang mit Carbamazepin Beim Menschen passiert Carbamazepin die Plazenta. Eine pränatale Exposition gegenüber Carbamazepin kann das Risiko für angeborene Fehlbildungen und andere nachteilige Auswirkungen auf die Entwicklung erhöhen. Beim Menschen ist die Carbamazepin-Exposition während der Schwangerschaft mit einer 2- bis 3-mal höheren Häufigkeit von schweren Fehlbildungen assoziiert als in der Allgemeinbevölkerung, bei der die Häufigkeit 2-3% beträgt. Fehlbildungen wie Neuralrohrdefekte (Spina bifida), kraniofaziale Defekte wie Lippen/Gaumenspalte, kardiovaskuläre Fehlbildungen, Hypospadie, Hypoplasien der Finger und andere Anomalien, die verschiedene Körpersysteme betreffen, wurden bei den Nachkommen von Frauen berichtet, die während der Schwangerschaft Carbamazepin eingenommen haben. Für diese Fehlbildungen wird eine spezielle pränatale Überwachung empfohlen. Bei Kindern von Frauen mit Epilepsie, die Carbamazepin allein oder in Kombination mit anderen Antiepileptika während der Schwangerschaft anwendeten, wurde über neurologische Entwicklungsstörungen berichtet. Studien zum Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen bei Kindern, die während der Schwangerschaft Carbamazepin ausgesetzt waren, sind widersprüchlich, und ein Risiko kann nicht ausgeschlossen werden.
Carbamazepin ist während der Schwangerschaft nicht anzuwenden, es sei denn, dass nach sorgfältiger Abwägung alternativer geeigneter Behandlungsoptionen der Nutzen die Risiken überwiegt. Die Frau ist umfassend über die Risiken der Einnahme von Carbamazepin während der Schwangerschaft zu informieren und soll diese auch verstehen.
Daten deuten darauf hin, dass das Risiko für Fehlbildungen unter Carbamazepin dosisabhängig sein könnte. Wenn nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung keine alternative Behandlungsoption geeignet ist und die Behandlung mit Carbamazepin fortgesetzt wird, ist eine Monotherapie und die niedrigste wirksame Dosis von Carbamazepin anzuwenden, eine Überwachung der Plasmaspiegel wird empfohlen. Die Plasmakonzentration könnte am unteren Rand des therapeutischen Bereichs von 4 bis 12 Mikrogramm/ml gehalten werden, sofern die Anfallskontrolle aufrechterhalten wird.
Es wurde berichtet, dass einige Antiepileptika wie Carbamazepin die Serumfolatspiegel senken. Dieser Mangel kann zu einer erhöhten Inzidenz von Geburtsfehlern bei den Nachkommen behandelter Frauen mit Epilepsie beitragen. Eine Folsäure-Supplementierung vor und während der Schwangerschaft wird empfohlen. Zur Vorbeugung von Blutungsstörungen bei den Nachkommen wird außerdem empfohlen, der Mutter in den letzten Wochen der Schwangerschaft sowie dem Neugeborenen Phytomenadion (Vitamin K1) zu geben.
Wenn eine Frau eine Schwangerschaft plant, sind alle Anstrengungen zu unternehmen, um vor der Empfängnis und vor dem Absetzen der Kontrazeption auf eine geeignete alternative Behandlung umzustellen. Wenn eine Frau während der Behandlung mit Carbamazepin schwanger wird, ist sie an einen Spezialisten zu überweisen, der die Behandlung mit Carbamazepin neu bewertet und alternative Behandlungsoptionen in Erwägung zieht.
Stillzeit
Carbamazepin und sein wirksamer Metabolit treten in Konzentrationen, die ca. 25-60% der Plasmakonzentration betragen, in die Muttermilch über.
Deshalb ist das Stillen während der Behandlung mit Carbamazepin nicht kontraindiziert. Dennoch soll, wie bei allen Arzneimitteln, der Nutzen des Stillens gegen die seltene Möglichkeit des Auftretens von Nebenwirkungen beim Säugling abgewogen werden. Carbamazepin in der Muttermilch kann wegen seiner zentral dämpfenden Effekte zu Saugschwierigkeiten beim Neugeborenen führen. Wenn beim Säugling schlechte Gewichtszunahme, Sedierung oder allergische Hautreaktionen festgestellt werden, soll abgestillt werden.
Um bei Neugeborenen einen langsamen Entzug von Carbamazepin zu erreichen, ist langsam abzustillen.
Es gab einige Meldungen von cholestatischer Hepatitis bei Neugeborenen, die pränatal und/oder während der Stillzeit Carbamazepin exponiert waren. Daher sind gestillte Säuglinge, deren Mütter Carbamazepin eingenommen haben, sorgfältig auf hepatobiliäre Nebenwirkungen hin zu beobachten.
Frauen im gebärfähigen Alter Carbamazepin ist bei Frauen im gebärfähigen Alter nicht anzuwenden, es sei denn, der mögliche Nutzen überwiegt nach sorgfältiger Abwägung alternativer geeigneter Behandlungsoptionen die Risiken. Die Frau ist umfassend über die Risiken einer möglichen Schädigung des Fötus zu informieren, wenn Carbamazepin während der Schwangerschaft eingenommen wird, und verstehen, wie wichtig es ist, eine Schwangerschaft zu planen. Vor Beginn der Behandlung mit Carbamazepin bei Frauen im gebärfähigen Alter ist ein Schwangerschaftstest in Erwägung zu ziehen.
Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und für zwei Wochen nach Beendigung der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Aufgrund der Enzyminduktion kann Carbamazepin zu einem Versagen der therapeutischen Wirkung hormoneller Kontrazeptiva führen (siehe Abschnitt 4.5). Daher sind Frauen im gebärfähigen Alter bezüglich der Anwendung anderer zuverlässiger Verhütungsmethoden zu beraten. Es ist mindestens eine zuverlässige Verhütungsmethode (wie ein Intrauterinpessar) oder zwei sich ergänzende Verhütungsmethoden einschließlich einer Barrieremethode anzuwenden. Bei der Wahl der Verhütungsmethode sind in jedem Fall die individuellen Umstände zu bewerten und die Patientin in die Diskussion einzubeziehen.
Fertilität
Einzelberichte über Störungen der Fertilität bei Männern und/oder abnormale Spermatogenese liegen vor; eine kausale Beziehung wurde nicht festgestellt.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Das Reaktionsvermögen des Patienten kann durch seine Erkrankung aufgrund der Anfälle und der Nebenwirkungen von Carbamazepin wie Schwindel, Schläfrigkeit, Ataxie, Diplopie, Akkommodationsstörungen und unscharfes Sehen, beeinträchtigt sein, besonders im frühen Behandlungsstadium bzw. im Zusammenhang mit Dosisanpassungen, höheren Dosierungen oder in Verbindung mit Alkoholkonsum. Die Patienten sind vor den möglichen Gefahren zu warnen, wenn sie ein Fahrzeug lenken oder Maschinen bedienen.
4.8 Nebenwirkungen
a. Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
Folgende unerwünschte Wirkungen können dosisabhängig und insbesondere zu Behandlungsbeginn bzw. bei Behandlung älterer Patienten auftreten und klingen meist innerhalb weniger Tage entweder spontan oder nach vorübergehender Dosisreduktion wieder ab: Schwindel, Kopfschmerzen, Ataxie, Benommenheit, Erschöpfung, Diplopie, Übelkeit und Erbrechen sowie allergische Hautreaktionen.
Das Auftreten unerwünschter ZNS-Wirkungen kann auch eine Manifestation relativer Überdosierung oder erheblich fluktuierender Plasmakonzentrationen sein. In solchen Fällen ist es ratsam, die Plasmakonzentrationen zu überwachen.
b. Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen
Sehr häufig: ≥ 1/10 Häufig: ≥ 1/100, < 1/10 Gelegentlich: ≥ 1/1.000, < 1/100 Selten: ≥ 1/10.000, < 1/1.000 Sehr selten: < 1/10.000 Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkung
Infektionen und Nicht bekannt Reaktivierung der Infektion mit dem humanen parasitäre Erkrankungen Herpesvirus 6 Sehr häufig Leukopenie1) Häufig Thrombozytopenie, Eosinophilie Selten Leukozytose, Lymphadenopathie, Folsäuremangel Erkrankungen des Blutes Blutbildveränderungen2), wie Agranulozytose, und des Lymphsystems Sehr selten aplastische Anämie, Panzytopenie und andere Anämieformen (hämatolytische, megaloblastische), aregenerative Anämie, Retikulozytose Nicht bekannt Knochenmarkdepression Selten Überempfindlichkeitsreaktionen3) Erkrankungen des Sehr selten Akute allergische/anaphylaktische Reaktion, Immunsystems Angioödem Nicht bekannt DRESS-Syndrom (Drug Rash with Eosinophilia and Systemic Symptoms) Häufig Ödeme, Flüssigkeitsretention, Gewichtszunahme, Hyponatriämie4) Endokrine Erkrankungen Sehr selten Galaktorrhoe, Gynäkomastie Verringerung der Folsäure- und Vitamin B12-Nicht bekannt Konzentration im Plasma, Erhöhung des Homozysteinplasmaspiegels.
Stoffwechsel- und Sehr selten Akute intermittierende Porphyrie, Porphyria variegata, Ernährungsstörungen Porphyria cutanea tarda Nicht bekannt Hyperammonämie Halluzinationen (visuelle oder akustische), Depression, Psychiatrische Selten Aggression, Anorexie, Unruhe, Rastlosigkeit, Erkrankungen Agitiertheit, Verwirrtheit Sehr selten Aktivierung latenter Psychosen Sehr häufig Schwindel, Ataxie, Schläfrigkeit Erkrankungen des Häufig Kopfschmerz Nervensystems Gelegentlich Unwillkürliche Bewegungen wie Flattertremor, Dystonie, Muskelzucken, Tics, Nystagmus
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkung
Bewegungsstörungen wie orofaziale Dyskinesien, Störungen der Augenbewegungen, Sprechstörungen Selten (z.B. Dysarthrie, verwaschene Sprache), Choreoathetose, Neuropathie, periphere Parästhesien, Parese Dysgeusie, malignes neuroleptisches Syndrom, Sehr selten aseptische Meningitis mit Myoklonus und peripherer Eosinophilie Nicht bekannt Sedierung, Erinnerungsvermögen eingeschränkt, Exazerbation von multipler Sklerose Vorübergehende Sehstörungen wie Gelegentlich Akkommodationsstörungen, Doppeltsehen, Augenerkrankungen verschwommenes Sehen Sehr selten Linsentrübung, Konjunktivitis, Retinopathie, erhöhter Augeninnendruck Erkrankungen des Ohrs Sehr selten Hörstörungen, z.B. Tinnitus, Hyperakusis, Hypoakusis und des Labyrinths und Veränderung der Tonwahrnehmung Selten Überleitungsstörungen Herzerkrankungen Sehr selten Bradykardie, Arrhythmien, AV-Block5), Herzversagen, Verschlechterung der koronaren Herzkrankheit Selten Hypertonie, Hypotonie Gefäßerkrankungen Sehr selten Kreislaufkollaps, Thromboembolie (z.B.
Lungenembolie), Thrombophlebitis Erkrankungen der Überempfindlichkeitsreaktionen der Lungen6) Atemwege, des Sehr selten Brustraums und Mediastinums Sehr häufig Übelkeit, Erbrechen Häufig Appetitlosigkeit, Mundtrockenheit Erkrankungen des Gelegentlich Diarrhö, Obstipation Gastrointestinaltrakts Selten Bauchschmerzen Sehr selten Stomatitis, Gingivitis, Glossitis, Pankreatitis Nicht bekannt Kolitis Sehr häufig Erhöhtes Gamma-GT7) Häufig Erhöhung der alkalischen Phosphatase Leber- und Gelegentlich Erhöhung der Transaminasen Gallenerkrankungen Selten Hepatitis8), Gelbsucht, Syndrom der verschwindenden Gallenwege Sehr selten Granulomatöse Hepatitis, Leberversagen Sehr häufig Allergische Dermatitis, Urtikaria9) Gelegentlich Exfoliative Dermatitis, Erythrodermie Selten Systemischer Lupus erythematodes, Pruritus Schwere unerwünschte Hautreaktionen (SCARs):
Erkrankungen der Haut Stevens-Johnson-Syndrom (SJS)10), Toxische und des Epidermale Nekrolyse (TEN, Lyell-Syndrom), Unterhautzellgewebes Sehr selten Photosensibilitätsreaktion, Erythema exsudativum multiforme et nodosum, Änderungen in der Pigmentierung, Purpura, Akne, Hyperhidrosis, akute generalisierte exanthemische Pustulose (AGEP), Alopezie, Hirsutismus Nicht bekannt Lichenoide Keratose, Onychomadesis Selten Muskelschwäche Skelettmuskulatur-, Knochenstoffwechselstörungen, verringerte Plasma-Bindegewebs- und Sehr selten Calciumkonzentration und verringerter 25-Hydroxy-Knochenerkrankungen Cholecalciferol-Spiegel11), Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen oder -krämpfe Nicht bekannt Frakturen Erkrankungen der Nieren Sehr selten Interstitielle Nephritis, Nierenversagen (Albuminurie, und der Harnwege Proteinurie, Hämaturie, Oligurie, erhöhte BUN-Werte/
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkung
Azotämie), Miktionsstörungen (Dysurie, Pollakisurie, Harnretention) Erkrankungen der Sexuelle Funktionsstörungen wie Impotenz, Geschlechtsorgane und Sehr selten verminderte Libido, Beeinträchtigung der Fertilität des der Brustdrüse Mannes, abnormale Spermatogenese (mit verminderter Spermienzahl und/oder -motilität).
Allgemeine Erkrankungen Ermüdung und Beschwerden am Sehr häufig Verabreichungsort Sehr häufig Erhöhter Gamma-GT7) Häufig Alkalische Phosphatase erhöht Gelegentlich Transaminasen erhöht Hypogammaglobulinämie, erhöhtes Serumprolaktin, abnorme Schilddrüsenfunktionstests, Untersuchungen Sehr selten verringerte Plasma-Calcium und 25-Hydroxy-Cholecalciferol-Spiegel, erhöhte Cholesterin- und Triglyceridspiegel Verminderte Knochendichte, verringerter Folsäure-Nicht bekannt und verringerter Vitamin B12-Spiegel, erhöhtes Homocystein Verletzung, Vergiftung Sturz12) und durch Eingriffe Nicht bekannt bedingte Komplikationen
1) Nach Literaturangaben tritt eine gutartige Leukopenie in etwa 10% der Fälle vorübergehend, in 2% persistierend auf.
2) Zum Teil lebensbedrohlich 3) Die Überempfindlichkeitsreaktionen sind verzögerte und betreffen mehrere Organsysteme, mit Fieber, Ausschlägen, Gefäßentzündung, Lymphknotenschwellung, Pseudolymphoma, Gelenkschmerzen (Arthralgie), Leukopenie, Eosinophilie, Vergrößerung von Leber und Milz oder veränderte Leberfunktionswerte und Syndrom der verschwindenden Gallenwege (Zerstörung und Verschwinden der intrahepatischen Gallenwege) in verschiedenen Kombinationen. Andere Organe wie Lunge, Niere, Bauchspeicheldrüse, Herzmuskel und Kolon können ebenfalls betroffen sein.
4) Die Hyponatriämie geht mit verringerter Blutosmolalität einher, wegen eines antidiuretischen Hormon(ADH)-ähnlichen Effekts, der in Einzelfällen zu einer Wasserintoxikation führt, begleitet von Lethargie, Erbrechen, Kopfschmerz, geistiger Verwirrung, neurologischen Störungen.
5) In Einzelfällen mit Synkope sowie Hypotonie oder Hypertonie
6) Einhergehend mit Fieber, Atemnot, Pneumonitis oder Pneumonie (Alveolitis)
7) Aufgrund hepatischer Enzyminduktion - normalerweise ohne klinische Relevanz
8) Cholestatische, hepatozelluläre oder gemischte Arten
9) Mitunter in schwerer Form
10) In einigen asiatischen Ländern als selten berichtet (siehe Abschnitt 4.4)
11) Dies kann zu Osteomalazie/ Osteoporose führen.
12) Assoziiert mit den Nebenwirkungen Ataxie, Schwindel, Somnolenz, Hypotonie, Verwirrtheit
und Sedierung (siehe Abschnitt 4.4)
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/
4.9 Überdosierung
Bei jeder Beurteilung einer Intoxikation muss auch an die Möglichkeit einer eventuell vorliegenden Mehrfachintoxikation durch Einnahme mehrerer Arzneimittel, beispielsweise in suizidaler Absicht, gedacht werden.
Das Auftreten einer Carbamazepin-Überdosierung wurde nur bei sehr hohen Dosen (4-20 g) berichtet. Die Plasmakonzentrationen lagen in diesen berichteten Fällen immer über 20 µg/ml. Eine Plasmakonzentration von 38 µg/ml verlief für den Patienten nicht letal. In der Literatur wurde über letale Fälle von Carbamazepin-Überdosierung berichtet.
Symptome
Die angegebenen Symptome einer Überdosierung umfassen üblicherweise das Zentralnervensystem, das Herz/Kreislaufsystem und das Atmungssystem
Zentralnervensystem:
ZNS-Depression, Verwirrtheit, Benommenheit, Unruhe, Halluzinationen, Koma; verschwommenes Sehen, verwaschene Sprache, Dysarthrie, Nystagmus, Tremor, Ataxie, Dyskinesie, initial Hyperreflexie, später Hyporeflexie; Konvulsionen, psychomotorische Störungen, Myoklonie, Hypothermie und Mydriasis
Herz/Kreislaufsystem:
Tachykardie, Blutdruckschwankungen, Arrhythmien, Überleitungsstörungen mit Verbreiterung des QRS-Komplexes; Synkope
Atmungssystem:
Atemdepression, Lungenödem
Gastrointestinales System:
Erbrechen, verzögerte gastrische Entleerung, eingeschränkte Darmmotilität
Nierenfunktion:
Harnretention, Oligurie oder Anurie; Flüssigkeitsretention, Wasserintoxikation wegen des ADH-ähnlichen Effekts von Carbamazepin
Laborbefunde:
Hyponatriämie, möglicherweise metabolische Azidose, möglicherweise Hyperglykämie, erhöhte Werte der Muskel-Kreatinin-Phosphokinase
Therapie
Es gibt kein spezifisches Antidot bei Carbamazepin-Überdosierung.
Die Behandlung der Symptome infolge einer Überdosierung variiert entsprechend dem Zustand des Patienten. Dies schließt die Überweisung in ein Krankenhaus und die Messung der Plasmakonzentration zur Bestätigung einer Carbamazepin-Vergiftung und zur Bestimmung des Ausmaßes der Überdosierung ein. Eventuell kann eine Magenspülung möglichst rasch nach Ingestion mit Verabreichung von Aktivkohle durchgeführt werden. Eine verzögerte Magenentleerung kann zu einer verzögerten Resorption und damit zu einem Rückfall während der Erholungsphase führen.
Unterstützende ärztliche Behandlung in einer Intensiv-Abteilung mit kardialer Überwachung und sorgfältiger Korrektur des Elektrolythaushaltes kann angezeigt sein.
Besondere Empfehlungen
- Hypotonie: Verabreichung von Dopamin oder Dobutamin i.v.
- Störungen des Herzrhythmus: individuelle Behandlung
- Konvulsionen: Verabreichung von Benzodiazepinen (z.B. Diazepam) oder anderen Antikonvulsiva, z.B. Phenobarbital (nur unter Vorsicht wegen der Gefahr einer zusätzlichen Verstärkung der Atemdepression) oder Paraldehyd
- Hyponatriämie (Wasserintoxikation): Flüssigkeitseinschränkung und langsame, vorsichtige NaCl 0,9%-Infusion i.v. Diese Maßnahmen können zur Vorbeugung einer Hirnschädigung nützlich sein.
- Eine Aktivkohle-Hämoperfusion erwies sich als empfehlenswert.
- Verstärkte Diurese, Hämodialyse und Peritonealdialyse wurden aufgrund der hohen Proteinbindung von Carbamazepin als nicht wirksam beurteilt.
- Mit einem etwaigen Rückfall bzw. einer Verschlechterung der Symptomatik am 2. und 3. Tag nach Überdosierung muss infolge einer verzögerten Resorption gerechnet werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika, Carboxamid-Derivate
ATC-Code: N03AF01
Wirkmechanismus
Carbamazepin hat hauptsächlich antikonvulsive Wirkungen; daneben auch gewisse anticholinerge, sedierende, neurotrope, psychotrope und antidepressive Eigenschaften sowie einen antidiuretischen Effekt mit zentralem Angriffspunkt.
Es wird vermutet, dass es den c-AMP vermittelten Calciumeinstrom, verbunden mit einer Transmitter-Freisetzung, blockiert, und es ist bekannt, dass es ein Adenosin-Rezeptor-Antagonist ist: Jede dieser Wirkungen könnte für seine antiepileptische Wirkung verantwortlich sein. Tierversuche zeigten, dass es einen Hemmeffekt auf hippokampale Entladungen hat und es auch die retikulothalamischen und thalamokortikalen Bahnen hemmt, die mit den tonisch-klonischen Anfällen in Zusammenhang stehen. Die gute Wirksamkeit von Carbamazepin bei verschiedenen Epilepsieformen kommt auch durch eine günstige Beeinflussung der begleitenden psychischen Veränderungen zum Ausdruck (aufhellender Effekt).
Antiepileptika haben Membran-stabilisierende Eigenschaften, die sich als nützlich zur Linderung neurogener Schmerzen erwiesen, besonders wenn diese eine lanzinierende Komponente wie bei einer Trigeminus-Neuralgie aufweisen. Im Akutstadium der Trigeminusneuralgie ist Carbamazepin Mittel der Wahl.
Während die Reduktion der Glutamat-Freisetzung und die Stabilisierung der neuronalen Membranen für die antiepileptischen Wirkungen verantwortlich scheint, könnte die hemmende Wirkung auf den Dopamin- und Noradrenalin-Umsatz die antimanischen Eigenschaften von Carbamazepin bewirken.
Darüber hinaus erwies sich Carbamazepin in der Behandlung von Symptomen des Alkoholentzugs als wirksam.
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit Eine Meta-Analyse von randomisierten, placebokontrollierten Studien mit 11 Antiepileptika (insgesamt 199 Studien, in denen 27.863 Patienten in der Verumgruppe und 16.029 Patienten in der Placebogruppe eingeschlossen waren) in der Behandlung von Epilepsie, psychiatrischen Erkrankungen (inklusive bipolare Störungen, Schizophrenie und Angststörung) oder anderen Erkrankungen (inklusive neuropathische Schmerzen) hat gezeigt, dass Antiepileptika mit einem erhöhten Risiko für suizidale Ereignisse (Suizidgedanken und - versuche) im Vergleich zu Placebo verbunden sind. Die Ereignisse waren gleichmäßig über alle untersuchten Präparate verteilt und traten zwischen der zweiten und 24. Behandlungswoche auf. Das Risiko für Suizidgedanken und -versuche bei Patienten mit einer Antiepileptika-Therapie wird auf 0,43% geschätzt, nahezu doppelt so hoch wie in der Placebogruppe (0,24%), was einer Zunahme um 2 pro 1.000 Patienten in der Verumgruppe verglichen mit der Placebogruppe entspricht.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Resorption
Maximale Plasmakonzentrationen des unveränderten aktiven Wirkstoffs werden - je nach Darreichungsform - nach ca. 12 Stunden (4-24 h) erreicht. Es besteht kein klinisch relevanter Unterschied in der resorbierten Wirkstoffmenge bei den verschiedenen Darreichungsformen. Steady-state-Plasmakonzentrationen von Carbamazepin werden innerhalb von 1-2 Wochen erreicht, individuell abhängig von einer möglichen Autoinduktion durch Carbamazepin sowie einer Heteroinduktion durch andere enzyminduzierende Wirkstoffe, ferner besteht eine Abhängigkeit vom Status vor der Therapie, von der Dosierung sowie von der Therapiedauer.
Die Bioverfügbarkeit von Carbamazepin der verschiedenen oralen Darreichungsformen liegt zwischen 85 und 100% und bleibt durch Nahrungsaufnahme unbeeinflusst.
Grapefruitsaft erhöht die Bioverfügbarkeit von Carbamazepin signifikant durch Hemmung der CYP-450-IIIA4-Enzyme in der Darmwand und in der Leber (siehe Abschnitt 4.5).
In Literaturberichten wird hinsichtlich therapeutischer und toxischer Plasmakonzentrationen darauf hingewiesen, dass eine Anfallsfreiheit mit Plasmakonzentrationen von 4-12 µg/ml erzielt wird. Plasmakonzentrationen über 20 µg/ml führten zur Verschlechterung des Krankheitsbildes. Bei Plasmakonzentrationen von 5-18 µg/ml wird eine Schmerzlinderung bei Trigeminus-Neuralgie erreicht. Nebenwirkungen beginnen bei Plasmakonzentrationen über 8-9 µg/ml aufzutreten.
Verteilung
Die Plasmabindung von Carbamazepin beträgt 70-80%. Die Konzentration der unveränderten Substanz in Liquor und Speichel repräsentiert den ungebundenen Anteil im Plasma und beträgt 20-30% der gesamten Plasmakonzentration.
In der Muttermilch beträgt die Konzentration 25-60% der gesamten Plasmakonzentration. Carbamazepin tritt durch die Plazentaschranke. Das scheinbare Verteilungsvolumen beträgt 0,8-1,9 l/kg.
Biotransformation
Carbamazepin wird ausschließlich in der Leber und hauptsächlich durch oxidative Schritte (Epoxid-Stoffwechsel) metabolisiert, nur der Metabolit Carbamazepin-10,11-epoxid ist pharmakologisch wirksam. Dieser Metabolit kann bis zu 30% des ursprünglich eingesetzten aktiven Wirkstoffes betragen und wird nahezu vollständig zum inaktiven 10,11-transdiol-Derivat und dessen Glukuroniden umgewandelt. Nach einer einmaligen oralen Dosis Carbamazepin erscheinen ca. 30% im Urin als Endprodukt des Epoxid-Abbauweges.
9-Hydroxymethyl-10-carbamoyl-acridan ist ein weiterer bekannter Metabolit, weitere Stoffwechselwege führen zu mehreren monohydroxylierten Substanzen sowie durch UGT2B7 zu Carbamazepin-N-Glukuronid.
Bei Kindern kann die relativ hohe Metabolisierungsrate der Substanz höhere Dosen (in mg/kg Körpergewicht) von Carbamazepin erfordern, um therapeutische Konzentrationen aufrecht zu erhalten.
Elimination
Carbamazepin hat bei einmaliger Verabreichung eine relativ lange Plasmahalbwertszeit (25-65 Stunden); es wird aufgrund der Eigeninduktion seines Stoffwechsels nach mehrmaliger Anwendung erheblich schneller eliminiert (12-17 Stunden).
Bei Patienten, die gleichzeitig andere Enzym-induzierende Arzneimittel wie Phenytoin oder Phenobarbital erhalten, wurden durchschnittliche Halbwertszeiten von 9-10 Stunden beobachtet.
Nach Verabreichung einer einmaligen Dosis von 400 mg Carbamazepin wird ein Großteil (ca. 70%) über den Harn (ungefähr 1-2% der verabreichten Dosis wird im Harn in unveränderter Form, der größte Teil fast vollständig in Form der verschiedenen Metaboliten ausgeschieden), ein kleinerer Teil (ca. 30%) über die Faeces ausgeschieden.
Spezielle Patientenpopulationen
Kinder
Aufgrund einer erhöhten Elimination von Carbamazepin können Kinder höhere Dosen (in mg/kg) benötigen.
Ältere Patienten
Es gibt keine Hinweise auf eine veränderte Pharmakokinetik von Carbamazepin bei älteren Patienten.
Patienten mit eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion Es gibt keine verfügbaren Daten zur Pharmakokinetik von Carbamazepin bei Patienten mit eingeschränkter Leber- und/oder Nierenfunktion.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Mutagenität In vitro- und in vivo-Mutagenitätsuntersuchungen mit Carbamazepin ergaben keinen Hinweis auf ein mutagenes Potenzial.
Kanzerogenität Bei Ratten, an die über 2 Jahre hindurch täglich bis zu 250 mg/kg Körpergewicht verfüttert wurden, zeigte sich - wie auch bei anderen leberenzyminduzierenden Stoffen - eine erhöhte Inzidenz an Hepatomen und gutartigen Hodenadenomen. Es gibt jedoch keinen Hinweis, dass diese Beobachtung von Wichtigkeit für die therapeutische Anwendung von Carbamazepin beim Menschen ist.
Teratogenität Carbamazepin zeigte im Tierversuch ein vergleichsweise geringes teratogenes Potenzial; verminderte Geburts- und Organgewichte sowie unvollständige Ossifikation und vereinzelt Gaumenspalten kamen bei Nagern nach Verfütterung der 10- bis 25-fachen humantherapeutischen Tagesdosis bezogen auf kg Körpergewicht vor.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Lactose-Monohydrat
Maisstärke
Gelatine
Na-Carboxymethylstärke
Talcum
Magnesiumstearat
6.2 Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
5 Jahre
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 25°C lagern.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
PVC/PVDC-Aluminiumblisterpackungen mit 50 bzw. 100 Tabletten
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung
Keine besonderen Anforderungen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach
8. ZULASSUNGSNUMMER
Z.Nr.: 1-18026
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 17. Jänner 1983
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 17. Juli 2013
10. STAND DER INFORMATION
Dezember 2021
REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT
Rezept- und apothekenpflichtig.
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