Eusaprim Infusionszusatz Ampullen – Gebrauchs- und Fachinformation
Gebrauchsinformation
Gebrauchsinformation: Information für Anwender
Eusaprim Infusionszusatz-Ampullen
Trimethoprim/Sulfamethoxazol
Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Ihnen dieses Arzneimittels
verabreicht wird, denn sie enthält wichtige Informationen.
- Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
- Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
- Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.
Was in dieser Packungsbeilage steht
1. Was ist Eusaprim und wofür wird es angewendet?
2. Was sollten Sie vor der Verabreichung von Eusaprim wissen?
3. Wie ist Eusaprim zu verabreichen?
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
5. Wie ist Eusaprim aufzubewahren?
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen
1. Was ist Eusaprim und wofür wird es angewendet?
Bei Eusaprim Injektionslösung (in dieser Packungsbeilage als „Eusaprim“ bezeichnet) handelt es sich um eine Kombination aus zwei verschiedenen Antibiotika namens Sulfamethoxazol und Trimethoprim, die zur Behandlung von durch Bakterien verursachten Infektionen angewendet wird. Diese Arzneimittelkombination wird auch als Cotrimoxazol bezeichnet. Wie alle Antibiotika wirkt auch Eusaprim nur gegen bestimmte Bakterienarten. Das heißt, dass dieses Arzneimittel nur zur Behandlung bestimmter Arten von Infektionen geeignet ist.
Eusaprim kann angewendet werden zur Behandlung oder Prophylaxe von:
- Infektionen der Lunge (Lungenentzündung [Pneumonie] oder Pneumocystis jirovecii-Pneumonie), verursacht durch das Bakterium Pneumocystis jirovecii.
Eusaprim kann angewendet werden zur Behandlung von:
- Infektionen von Blase oder Harnwegen (Harnwegsinfekte),
- Infektionen der Lunge wie Bronchitis,
- Infektionen des Ohrs wie Mittelohrentzündung (Otitis media),
- Nokardiose, (Infektion, die vor allem abwehrgeschwächte Patienten befällt) die Lunge, Haut und Gehirn beeinträchtigen kann,
- Infektionen des Genitaltrakts wie Granuloma venereum (Granuloma inguinale),
- Infektionen des Magen-Darm-Trakts, z.B. Typhus, Paratyphus A und B, Bakterienruhr (Shigellose), Durchfall (nur wenn nachweislich durch bestimmte Keime [enterotoxische Escherichia coli] verursacht), Salmonelleninfektionen des Darmes mit schwerem Krankheitsverlauf bei Patienten mit verminderter Abwehrkraft,
- Brucellose, wenn andere Therapien nicht gewirkt haben und in Kombination mit Gentamicin oder Rifampicin,
- Melioidose (Pseudorotz), in Kombination mit Doxycyclin und Chloramphenicol,
- durch das Bakterien Toxoplasma hervorgerufenen Infektionen (Toxoplasmose),
- anderen seltenen Infektionskrankheiten wie z. B. nicht echt mykotisches Myzetom, südamerikanische Blastomykose.
Eusaprim wird Ihnen in der Regel nur dann verabreicht, wenn Sie nicht in der Lage sind, Arzneimittel über den Mund einzunehmen.
Eusaprim Infusionszusatz kann bei Säuglingen, Kleinkindern und Kindern (>6 Wochen bis <12 Jahre), sowie bei Jugendlichen über 12 Jahren und Erwachsenen (>18 Jahre) angewendet werden.
Die offiziellen Richtlinien zur angemessenen Verwendung von Antibiotika sind zu berücksichtigen.
2. Was sollten Sie vor der Verabreichung von Eusaprim wissen?
Ihnen wird kein Eusaprim gegeben
- Wenn Sie allergisch gegen Sulfamethoxazol, Trimethoprim, Cotrimoxazol, andere ähnliche Wirkstoffe (z.B. Tetroxoprim) oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,
- Wenn Sie allergisch gegen Sulfonamid-haltige Arzneimittel sind. Beispiele sind Sulfonylharnsäuren (wie Gliclazid und Glibenclamid) oder Thiazid-Diuretika (wie Bendroflumethiazid – „Wassertabletten“),
- wenn Sie schwere Leber- oder schwere Nierenprobleme haben,
- Bei bestimmten Erkrankungen des Blutes (megaloblastische Anämie, Folsäureanämie, Hämoglobinanomalien wie Hb-Köln und Hb-Zürich, hämolytische Erkrankungen),
- Bei bestimmten seltenen Stoffwechselerkrankungen (Porphyrie),
- Bei einer schweren Hauterkrankung (Erythema exsudativum multiforme),
- Bei gleichzeitiger Einnahme eines Dofetilid-haltigen Arzneimittels (zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen),
- Wenn Ihnen gesagt wurde, dass Sie eine seltene Bluterkrankung (Porphyrie) haben, die Haut oder Nervensystem befallen kann.
- wenn Sie eine Erkrankung haben, die als Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel bezeichnet wird und zu Gelbsucht oder spontaner Zerstörung der roten Blutkörperchen führen kann,
- wenn Sie an früheren (welche möglicherweise unter der Behandlung mit Trimethoprim und/oder Sulfonamiden aufgetreten sind) oder aktuellen Bluterkrankungen leiden, zum Beispiel an einer starken Verminderung der roten Blutkörperchen (Anämie), einer starken Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie) oder einer starken Verminderung der Blutplättchen, die Blutungen und vermehrtes Auftreten von Blutergüssen verursachen kann (Thrombozytopenie).
Eusaprim darf Säuglingen während der ersten 6 Lebenswochen nicht verabreicht werden.
Außerdem darf Eusaprim nicht bei Frühgeborenen und bei Neugeborenen mit erhöhtem
Bilirubinspiegel angewendet werden.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob einer oder mehrere der vorgenannten Punkte auf Sie zutreffen,
sprechen Sie vor der Verabreichung von Eusaprim mit Ihrem Arzt oder Apotheker.
Es kann Fälle geben, in denen Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz mit Eusaprim behandelt
werden müssen (siehe Abschnitt 3)
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Ihnen Eusaprim verabreicht wird,
- Wenn Sie an leichteren Störungen der Leberfunktion oder an Schilddrüsenfunktionsstörungen leiden,
- Wenn Sie gegen bestimmte Arzneimittel, die zur Behandlung der Zuckerkrankheit, des hohen Blutdrucks oder von Herz-Nieren-Erkrankungen eingesetzt werden (Sulfonylharnstoff-Antidiabetika und Diuretika auf Sulfonamidbasis), überempfindlich reagieren,
- Wenn Sie älter als 60 Jahre alt sind, vor allem dann, wenn Sie noch andere Arzneimittel einnehmen.
- Wenn Sie an einer leichteren Nierenerkrankung leiden,
- Wenn Sie möglicherweise einen Mangel an Folsäure (einem Vitamin) haben; Sie haben dann blasse Haut, sind müde, schwach und kurzatmig. Dies wird als Blutarmut (Anämie) bezeichnet, - Wenn Sie eine schwere Allergie oder Bronchialasthma haben,
- Wenn Sie die Stoffwechselstörung Phenylketonurie haben und zu deren Behandlung keine bestimmte Diät einhalten,
- Wenn Ihnen gesagt wurde, dass bei Ihnen das Risiko der seltenen Bluterkrankung Porphyrie besteht,
- Wenn Ihnen Ihr Arzt gesagt hat, dass Ihr Kaliumspiegel im Blut besonders hoch ist. Die gleichzeitige Verabreichung von Eusaprim Infusionszusatz und bestimmten Arzneimitteln, Kaliumergänzungsmitteln und kaliumreichen Lebensmitteln kann zu einer schweren Hyperkaliämie (erhöhter Kaliumspiegel im Blut) führen. Symptome einer schweren Hyperkaliämie können Muskelkrämpfe, Herzrhythmusstörungen, Diarrhoe, Übelkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen sein,
- Wenn Sie untergewichtig oder unterernährt sind
Bei einer bestimmten Erbkrankheit (fragilem X-Chromosom in Kombination mit einer mangelnden geistigen Entwicklung bei Kindern) darf Eusaprim nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden.
- Es wurde von potenziell lebensbedrohlichen Hautausschlägen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxisch epidermale Nekrolyse und Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Manifestationen) bei der Verwendung von Eusaprim berichtet, die zunächst als rötliche Flecken mit dunklerem Zentrum oder als kreisförmige Flecken mit zentraler Blasenbildung am Rumpf erscheinen.
- Zu Beginn der Behandlung sollte das Auftreten einer allgemeinen Hautrötung mit Pusteln, verbunden mit Fieber, eine schwere Reaktion vermuten lassen, die akute generalisierte akute exanthematische Pustulose (AGEP) genannt wird (siehe Abschnitt 4).
- Zusätzliche Anzeichen, auf die zu achten sind, sind Geschwüre im Bereich von Mund, Rachen und Nase und im Genitalbereich sowie Konjunktivitis (rote und geschwollene Augen).
- Diese potenziell lebensbedrohlichen Hautausschläge werden oft von grippeähnlichen Symptomen begleitet. Der Ausschlag kann zu einer großflächigen Blasenbildung oder zu einem Abschälen der Haut führen.
- Das höchste Risiko für das Auftreten von schweren Hautreaktionen besteht während der ersten Wochen der Behandlung.
- Wenn sich bei Ihnen das Stevens-Johnson-Syndrom, eine toxisch epidermale Nekrolyse oder eine Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Manifestationen während der Anwendung von Eusaprim entwickelt hat, darf die Behandlung mit Eusaprim zu keinem
Zeitpunkt wieder aufgenommen werden.
- Wenn Sie einen Ausschlag oder die genannten Hautsymptome entwickeln, setzen Sie Eusaprim sofort ab, nehmen Sie unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch und sagen Sie dem Arzt, dass Ihnen dieses Arzneimittel verabreicht wurde.
- Hämophagozytische Lymphohistiozytose In sehr seltenen Fällen wurde über exzessive Reaktionen des Immunsystems aufgrund einer übermäßigen Aktivierung weißer Blutkörperchen berichtet, die zu Entzündungen führen (hämophagozytische Lymphohistiozytose). Diese können lebensbedrohlich sein, wenn sie nicht frühzeitig diagnostiziert und behandelt werden. Wenn bei Ihnen mehrere Symptome wie z. B. Fieber, angeschwollene Drüsen, Schwächegefühl, Benommenheit, Kurzatmigkeit, blaue Flecken oder Hautausschläge gleichzeitig oder mit leichter Verzögerung auftreten, wenden Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt.
- Wenn bei Ihnen eine unerwartete Verschlechterung von Husten und Kurzatmigkeit auftritt, informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt.
Informieren Sie Ihren Arzt wenn Sie an eingeschränkter Nierenfunktion, Bronchialasthma oder
Allergien leiden, Sie schwanger sind oder stillen.
Informieren Sie sofort einen Arzt, wenn schwere, anhaltende Durchfälle während oder nach einer Behandlung mit Eusaprim auftreten. Diese Erscheinungen können ein Hinweis für eine sehr selten beobachtete schwere Darmerkrankung sein. Ihr Arzt wird in diesem Fall Eusaprim sofort absetzen und eine entsprechende Therapie einleiten. Arzneimittel, die die Darmtätigkeit hemmen, dürfen nicht angewendet werden.
Bei einer Anwendung über einen längeren Zeitraum wird Ihr Arzt regelmäßige Blutbildkontrollen anordnen, vor allem dann, wenn Ihre Nierenfunktion eingeschränkt ist oder Sie unter Folsäuremangel leiden. Halten Sie diese Kontrolltermine unbedingt ein!
Eventuell wird Ihr Arzt eine gleichzeitige Gabe von Folsäure in Betracht ziehen.
Während der Behandlung mit Eusaprim sollen Sie täglich mindestens 1 1/2 Liter Flüssigkeit (Wasser, Tee, Fruchtsäfte) trinken, um die Nierenfunktion zu fördern.
Meiden Sie starke Sonnen- bzw. UV-Bestrahlung, da Ihre Haut empfindlicher ist.
Wie bei anderen Antibiotika kann es auch unter Eusaprim zu vermehrtem Wachstum von nicht empfindlichen Keimen kommen. Sollte während der Behandlung eine Superinfektion auftreten, wird ihr Arzt geeignete Maßnahmen treffen.
Bei AIDS-Patienten ist die Häufigkeit von Nebenwirkungen (insbesondere allergische Reaktionen der Haut unterschiedlichen Schweregrades, Fieber) besonders hoch, bedingt durch die hohen erforderlichen Dosen bei der Therapie der Pneumocystis jirovecii-Pneumonie.
Die Anwendung des Arzneimittels Eusaprim Infusionszusatz-Ampullen kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.
Anwendung von Eusaprim zusammen mit anderen Arzneimitteln
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden. Dies ist wichtig, da Eusaprim die Wirkweise anderer Arzneimittel beeinflussen kann. Umgekehrt können auch einige andere Arzneimittel die Wirkweise von Eusaprim beeinflussen.
Dofetilid-haltige Arzneimittel (zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen) dürfen nicht gleichzeitig mit Eusaprim eingenommen werden, da dies zu einer Erhöhung des Dofetilid- Gehaltes im Blut führen kann, verbunden mit dem Auftreten von schwerwiegenden Herzrhythmusstörungen.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker insbesondere, wenn Sie ein oder mehrere der nachfolgend genannten Arzneimittel einnehmen:
- Harntreibende Arzneimittel (Wassertabletten), die die Harnmenge erhöhen
- Arzneimittel zur Behandlung einer Infektion durch das HI-Virus (Humanes Immundefizienzvirus) namens Zidovudin oder Lamivudin
- Antimalaria-Mittel (z.B. Chloroguanid)
- Pyrimethamin, das zur Behandlung und Prophylaxe von Malaria und zur Behandlung von Durchfall eingesetzt wird
- Krampflösende Arzneimittel (Phenobarbital, Phenytoin und Primidon)
- Mittel gegen Magenübersäuerung (Antazida)
- Arzneimittel, die den Harn alkalisieren oder ansäuern (z.B. Hexamethylentetramin)
- Arzneimittel zur Behandlung der Zuckerkrankheit, z.B. Glibenclamid, Glipizid oder Tolbutamid (Sulfonylharnstoffe) und Repaglinid
- Bestimmte Schlafmittel bzw. Antiepileptika (Barbiturate)
- Bestimmte Arzneimittel gegen Depressionen (trizyklische Antidepressiva)
- Bestimmte Antibiotika (Rifampicin, Isoniazid und Clindamycin)
- Bestimmte Arzneimittel zur Hemmung der Blutgerinnung (Antikoagulanzien vom Cumarin-Typ, z. B. Warfarin)
- Cyclosporin, das nach Organtransplantationen eingesetzt wird
- Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen, z.B. Digoxin oder Procainamid
- Bestimmte Zytostatika
- Methotrexat, ein Arzneimittel, das zur Behandlung bestimmter Krebsarten oder bestimmter Erkrankungen des Immunsystems eingesetzt wird
- Amantadin, das zur Behandlung der Parkinson-Krankheit, multiplen Sklerose, Grippe oder Gürtelrose eingesetzt wird
- Arzneimittel, die den Kaliumgehalt im Blut erhöhen können, wie bestimmte harntreibende Arzneimittel (Wassertabletten, die die Harnmenge erhöhen, wie z. B. Spironolacton) oder ACE-Hemmer (die verwendet werden, um Bluthochdruck oder einige Herzprobleme zu behandeln) oder Kaliumergänzungsmittel und kaliumreiche Lebensmittel, können zu schweren Hyperkaliämien (erhöhter Kaliumspiegel im Blut) führen. Die Anzeichen einer schweren Hyperkaliämie können Muskelkrämpfe, Herzrhythmusstörungen, Durchfall, Übelkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen umfassen.
- Azathioprin kann bei Patienten nach Organtransplantation oder zur Behandlung von Störungen des Immunsystems oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen verwendet werden
- Folinsäure
- die sogenannte „Pille“ zur Verhütung
Schwangerschaft und Stillzeit
Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat, bevor Ihnen dieses Arzneimittel verabreicht wird. Über die Anwendung von Eusaprim während der Schwangerschaft und Stillzeit entscheidet der Arzt.
Weitere Informationen zum Ethanolgehalt der Rezeptur sind dem nächsten Abschnitt zu entnehmen.
Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Nach der Anwendung von Eusaprim können sehr selten Nebenwirkungen wie Schwindel, Störungen von Bewegungsabläufen oder Halluzinationen auftreten. Es ist daher möglich, dass Eusaprim Ihre Fahrtüchtigkeit oder Ihre Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt.
Eusaprim enthält Natriummetabisulfit, Alkohol und Natrium
- Natriummetabisulfit. Dieser Inhaltsstoff kann Reaktionen des allergischen Typs hervorrufen wie Hautausschlag, Schwellung von Augenlidern, Gesicht oder Lippen oder Atemnot. Diese Reaktion ist selten, aber Sie können ein erhöhtes Risiko haben, wenn Sie an Allergien oder Asthma leiden.
- Dieses Arzneimittel 506,88 mg Alkohol (Ethanol) pro Ampulle (5 ml). Die Menge von 5 ml dieses Arzneimittels entspricht weniger als 13 ml Bier oder 6 ml Wein. Es ist unwahrscheinlich, dass die Alkoholmenge in diesem Arzneimittel Auswirkungen auf Erwachsene und Jugendliche hat oder dass bei Kindern Auswirkungen wahrnehmbar sind. Bei kleinen Kindern können Auswirkungen möglich sein, z.B. Schläfrigkeit.
Die Alkoholmenge in diesem Arzneimittel kann die Wirkungen anderer Arzneimittel verändern. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen.
Wenn Sie schwanger sind oder stillen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie dieses Arzneimittel einnehmen.
Wenn Sie alkoholabhängig sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie dieses Arzneimittel einnehmen.
- Dieses Arzneimittel enthält 38,3 mg Natrium (Hauptbestandteil von Kochsalz/Speisesalz) pro 5 ml. Dies entspricht 1,9 % der für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.
3. Wie ist Eusaprim zu verabreichen?
Die Verabreichung erfolgt üblicherweise durch einen Arzt oder das Krankenhauspersonal.
Eusaprim wird Ihnen nur so lange über die Vene verabreicht (intravenöse Anwendung), solange Ihnen auch andere Infusionen verabreicht werden oder Sie keine Tabletten einnehmen können.
Vor Verabreichung des Arzneimittels wird dieses verdünnt.
Welche Dosis Sie erhalten und wie oft Sie diese Dosis erhalten, ist abhängig von:
- der Art Ihrer Infektion,
- Ihrem Gewicht,
- Ihrem Alter.
Dosierung
Erwachsene (>18 Jahre) und Jugendliche über 12 Jahre:
- Standarddosierung: 2 Ampullen 2 mal täglich (=2 x 10 ml)
- Hohe Dosierung (für schwere Fälle): 3 Ampullen 2 mal täglich (= 2 x 15 ml)
Die Standarddosis soll nicht länger als 5 Tage und die hohe Dosis nicht länger als an 3 aufeinander-folgenden Tagen verabreicht werden.
Säuglinge (>6Wochen), Kleinkinder und Kinder im Alter bis zu 12 Jahren:
Die Dosierung für Kinder entspricht etwa 6 mg Trimethoprim und 30 mg Sulfamethoxazol pro kg
Körpergewicht pro Tag.
Standarddosierung
| Alter | Dosierung |
|---|---|
| 6 Wochen bis 5 Monate | 1,25 ml alle 12 Stunden |
| 6 Monate bis 5 Jahre | 2,5 ml alle 12 Stunden |
| 6 Jahre bis 12 Jahre | 5 ml alle 12 Stunden |
Bei schweren Infektionen kann die Dosierung auf 9 mg Trimethoprim und 45 mg Sulfamethoxazol/kg Körpergewicht pro Tag erhöht werden.
Bei akuten Infektionen sollte Eusaprim so lange gegeben werden, bis 2 Tage Beschwerdefreiheit besteht; in den meisten Fällen wird eine Therapiedauer von mindestens 5 Tagen notwendig sein. Wenn am 7. Tag keine Besserung eingetreten ist, soll das Zustandsbild neu bewertet werden.
Bei schweren Unverträglichkeitserscheinungen (z.B. starke Hautausschläge oder schwere Durchfälle) ist die Behandlung sofort abzubrechen (siehe Abschnitt „Was sollten Sie vor der Verabreichung von Eusaprim wissen?“).
Die intravenöse Applikation von Eusaprim sollte möglichst kurz und nur so lange durchgeführt
werden, wie eine orale Medikation nicht möglich ist.
Spezielle Dosierungsvorschriften Bei bestimmten Krankheiten oder wenn Sie an eingeschränkter Nierenfunktion leiden, wird Ihnen Ihr Arzt eine andere als die oben angeführte Dosierung verordnen.
Wenn Ihnen eine größere Menge von Eusaprim verabreicht wurde, als empfohlen wird
Es ist unwahrscheinlich, dass Sie zu viel Eusaprim erhalten werden. Informieren Sie jedoch
unverzüglich Ihren Arzt oder das Pflegepersonal, wenn Sie den Eindruck haben, dass Sie zu viel
Eusaprim erhalten haben.
Bei akuter Überdosierung sind folgende Symptome möglich: Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Verwirrtheit, psychische und visuelle Störungen; in schweren Fällen Kristallausscheidung oder Blutausscheidung im Harn und fehlende oder nur minimale Harnausscheidung.
Bei chronischer Überdosierung: Knochenmarksdepression unter dem Erscheinungsbild eines
Blutplättchenmangels, verminderter Leukozytengehalt im Blut oder andere fehlerhafte
Blutzusammensetzungen als Folge von Folsäuremangel.
In diesem Fall kann es zu Magenproblemen (Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall) oder Krampfanfällen kommen.
Hinweis für den Arzt: Bei Überdosierung beachten Sie die Unterstrich-Information am Ende der Gebrauchsinformation.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt
oder Apotheker.
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Dieses Arzneimittel kann bei Ihnen die nachfolgend aufgeführten Nebenwirkungen hervorrufen.
Wenden Sie sich sofort an einen Arzt, wenn Sie eine allergische Reaktion haben. Die Wahrscheinlichkeit einer allergischen Reaktion ist sehr selten (kann bis zu 1 von 10000 Behandelten betreffen). Anzeichen einer allergischen Reaktion sind u. a.:
Allergische Reaktionen
- Atemnot
- Ohnmacht
- Schwellung des Gesichts
- Schwellung von Mund, Zunge oder Rachen mit Rötung und Schmerzen in der betroffenen Region und/oder Schluckbeschwerden
- Schmerzen in der Brust
- Rote Flecken auf der Haut
Wenden Sie sich sofort an die Notaufnahme, wenn bei Ihnen nach der Einnahme dieses Arzneimittels mehrere Symptome wie Fieber, sehr niedriger Blutdruck oder eine erhöhte Herzfrequenz auftreten, da dies ein Anzeichen für einen Schock sein kann.
Bei schweren, anhaltenden blutigen Durchfällen (pseudomembranöse Kolitis) wenden Sie sich bitte sofort an einen Arzt.
Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)
- Erhöhter Kaliumgehalt im Blut, was zu Herzklopfen oder Herzstolpern (Palpitationen) führen kann.
Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)
- Pilzinfektionen (Soor oder Candidiasis), die Mund oder Scheide betreffen können
- Kopfschmerzen
- Übelkeit
- Durchfall
- Hautausschläge
- Lokale Entzündung der Venenwand an der Einstichstelle (Thrombophlebitis)
Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)
- Erbrechen
Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)
- Fieber (erhöhte Temperatur) oder häufige Infektionen
- Plötzlich auftretende pfeifende Atemgeräusche oder Atemnot, Husten, Lungeninfiltrate
- Schwere Hautausschläge (Stevens-Johnson-Syndrom, toxisch epidermale Nekrolyse), die lebensbedrohlich sein können, wurden berichtet (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen)
- Sehr seltene Fälle einer am ganzen Körper auftretenden Rötung (akute generalisierte akute exanthematische Pustulose (AGEP)) (siehe Abschnitt 2).
- Geschwüre und Fieberbläschen im Mund und Geschwüre oder Wundsein der Zunge
- Hautknötchen oder Nesselsucht (erhabene, rötliche oder weiße juckende Flecken auf der Haut) • Blasenbildung auf der Haut oder in Mund, Nase, Scheide oder Gesäß
- Entzündung des Auges mit Schmerzen und Rötung
- Auftreten von Hautausschlag oder Sonnenbrand nach Aufenthalt im Freien (selbst an bedeckten Tagen)
- Bestimmte Form einer Dickdarmentzündung (pseudomembranöse Kolitis), Entzündung der Bauchspeicheldrüse
- Erniedrigter Natriumgehalt im Blut, erniedrigter Blutzucker, Übersäuerung des Blutes
- Blutbildveränderungen: Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie, Neutropenie, Agranulozytose), verminderte Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie), bestimmte Formen von Blutarmut (Anämie), Vermehrung einer bestimmten Form des roten Blutfarbstoffes (Methämoglobinämie), Vermehrung von bestimmten weißen Blutkörperchen (Eosionophilie), Abbau der roten Blutkörperchen (Hämolyse) bei bestimmten Patienten mit Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase Mangel)
- Haut- und Schleimhautblutungen (Purpura)
- Gefühl von Schwäche, Müdigkeit oder Lustlosigkeit, blasse Haut (Anämie)
- Herzprobleme (allergische Myokarditis)
- Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut und des weißen Teils der Augen). Absterben von Leberzellen, Anstieg der Bilirubinspiegel. Dies kann gleichzeitig mit unerwarteten Blutungen oder Blutergüssen auftreten.
- Magenschmerzen, eventuell mit gleichzeitigem Auftreten von Blut im Stuhl
- Schmerzen in Brust, Muskeln oder Gelenken und Muskelschwäche
- Nierenfunktionsstörungen: Probleme mit dem Urin, Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Veränderung der Urinmenge (mehr oder weniger als gewöhnlich), Blut im Urin, Trübung des Urins und bestimmte Form der Nierenentzündung
- Plötzliche Kopfschmerzen oder Nackensteife, begleitet von Fieber (erhöhter Temperatur)
- Störung im geordneten Bewegungsablauf
- Anfälle (Schüttelkrämpfe oder Krampfanfälle)
- Gefühl von Unsicherheit oder Taumeln, Schwindel
- Ohrensausen oder andere ungewöhnliche Ohrgeräusche (Tinnitus)
- Kribbeln oder Taubheit in Händen und Füßen
- Sehen von seltsamen oder ungewöhnlichen Erscheinungen (Halluzinationen)
- Depression
- Muskelschmerzen und/oder Muskelschwäche bei HIV-Patienten (Rhabdomyolyse)
- Appetitlosigkeit.
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
- Psychose (Verhaltensänderungen)
Unbekannte Häufigkeit (kann anhand der vorhandenen Daten nicht abgeschätzt werden)
- Das DRESS-Syndrom (eine allergische Reaktion, bei der Sie Fieber, Hautausschlag und Anomalien in Blut- und Leberfunktionstests entwickeln können (dies können Anzeichen einer Multiorgan-Sensitivitätsstörung sein)).
- Pflaumenfarbene, erhabene, schmerzhafte Hautveränderung an den Gliedmaßen, sowie manchmal im Gesicht und am Hals mit Fieber (Sweet-Syndrom).
Nebenwirkungen in Verbindung mit der Therapie von Pneumocystis jirovecii - Pneumonie:
Sehr selten: schwere Überempfindlichkeitsreaktionen, Hautausschlag, Fieber, Verminderung der
weißen Blutkörperchen (Neutropenie), verminderte Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie),
Erhöhung der Leberenzyme, Rhabdomyolyse, erhöhte Kaliumwerte im Blut, verminderte
Natriumwerte im Blut
Meldung von Nebenwirkungen
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.
Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/
Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.
5. Wie ist Eusaprim aufzubewahren?
Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.
Nicht über 25 °C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Ampulle und dem Umkarton angegebenen
Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des
angegebenen Monats.
Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen
Was Eusaprim enthält
Die Wirkstoffe sind: Trimethoprim (TMP) und Sulfamethoxazol (SMZ). 1 Ampulle enthält 80 mg
Trimethoprim (TMP) und 400 mg Sulfamethoxazol (SMZ) in 5 ml stabilisierter wässriger Lösung.
Die sonstigen Bestandteile sind: Propylenglykol (40 % w/v), Tromethamin (TRIS), Natriumhydroxyd, Natriummetabisulfit, Ethanol 96 %, Wasser für Injektionszwecke
Wie Eusaprim aussieht und Inhalt der Packung
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.
Klare, schwach gelbe Flüssigkeit.
Der pH-Wert der Lösung liegt zwischen 9,6 und 10,5.
5 ml Ampulle aus Neutralglas.
Packungsgröße: 10 x 5 ml, 20 x 5 ml.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller
Pharmazeutischer Unternehmer:
Aspen Pharma Trading Limited
3016 Lake Drive
Citywest Business Campus
Dublin 24
Irland
Hersteller:
Biologici Italia Laboratories S.r.l.
Via Filippo Serpero 2-20060
Masate (MI),
Italien
Z.Nr.: 16002
Anfragen über medizinische Informationen:
Wenn Sie medizinische Informationen zu diesem Arzneimittel wünschen, wenden Sie sich bitte an: Tel: 0043 19284015
Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juli 2025.
Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:
Hinweise für den Arzt bei Überdosierung:
Symptome und Anzeichen
Bei akuter Überdosierung sind folgende Symptome möglich: Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Verwirrtheit, psychische und visuelle Störungen; in schweren Fällen Kristallurie, Hämaturie und Anurie.
Bei chronischer Überdosierung: Knochenmarksdepression unter dem Erscheinungsbild einer
Thrombozytopenie, Leukopenie oder andere Blutdyskrasien als Folge von Folsäuremangel.
Therapie
Je nach Symptom sind folgende Maßnahmen in Betracht zu ziehen: Beschleunigung der renalen Ausscheidung durch forcierte Diurese (Alkalisierung des Harns beschleunigt die Ausscheidung von SMZ), Hämodialyse (Hinweis: Sowohl TMP als auch SMZ sind mittels Hämodialyse dialysierbar.
Peritonealdialyse ist nicht wirksam), Blutbild- und Elektrolytkontrolle.
Bei bekannter, vermuteter oder versehentlicher Überdosierung ist die Behandlung sofort zu beenden. Eine Übersäuerung des Harns beschleunigt die Ausscheidung von Trimethoprim. Die Einleitung einer Diurese plus Alkalisierung des Harns beschleunigt die Ausscheidung von Sulfamethoxazol. Eine Alkalisierung reduziert die Ausscheidungsrate von Trimethoprim. Abhängig von der Nierenfunktion wird bei geringer Harnausscheidung die Verabreichung von Flüssigkeit empfohlen. Bei deutlicher Blutdyskrasie oder Ikterus sollten diese Komplikationen spezifisch behandelt werden. Ein durch Trimethoprim verursachter Folatmangel mit Auswirkung auf das Knochenmark kann durch Gabe von Kalziumfolinat (5-10 mg/Tag) behoben werden.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Wichtig! Eusaprim darf nur mit folgenden Infusionslösungen gemischt werden:
Glukose 5 % (w/v)
Glukose 10 % (w/v)
Laevulose (Fruktose) 5 %
Dextran 70 6 % in 5 % Glukose
Dextran 40 10 % in 5 % Glukose
Natriumchlorid 0,9 %
Natriumchlorid 0,18 % + Glukose 4%
Ringer-Lösung.
Sulfit ist eine sehr reaktionsfähige Verbindung. Von Mischungen mit anderen Arzneimitteln ist daher, wenn die Kompatibilität nicht gesichert ist, abzusehen.
Hierbei ist folgendes Verdünnungsschema, welches 1 ml Ampullenlösung Eusaprim auf 25-35 ml
Infusionslösung vorsieht, zu beachten:
1 Ampulle Eusaprim (= 5 ml) auf 125 ml Infusionslösung
2 Ampullen Eusaprim (= 10 ml) auf 250 ml Infusionslösung
3 Ampullen Eusaprim (= 15 ml) auf 500 ml Infusionslösung.
Diese Mischungen mit Eusaprim sind unmittelbar vor Gebrauch herzustellen.
Nach Zugabe von Eusaprim zur Infusionslösung muss durch Schütteln bzw. Umschwenken für
einwandfreies Vermischen gesorgt werden. Treten vor oder im Laufe der Infusion sichtbare
Trübungen bzw. Auskristallisationen in der Lösung auf, so ist diese durch eine frisch zubereitete
Lösung zu ersetzen.
Eusaprim darf nur in Form der oben erwähnten Infusionslösung intravenös verabreicht werden und muss vor der Verabreichung verdünnt werden.
Die Dauer der Infusion sollte 60-90 Minuten betragen; die insgesamt verabreichte Flüssigkeitsmenge muss allerdings mit dem Hydrationszustand des Patienten in Einklang gebracht werden.
Wenn eine Restriktion des Infusionsvolumens erforderlich ist kann 1 Ampulle (5 ml) in 75 ml Glukose 5 % w/v in Wasser gelöst werden. Die Infusionsdauer dieser Lösung darf eine Stunde nicht überschreiten.
Hinweise für den Arzt zur Dosierung
Dosierung
Empfohlene Dosierung bei akuten Infektionen
Erwachsene (>18 Jahre) und Jugendliche über 12 Jahre (>12 bis <18 Jahre):
Standarddosierung
| Alter | Dosierung |
|---|---|
| >12 Jahre | 2 x täglich 2 Ampullen (= 2 x 10 ml) |
Hohe Dosierung (für besonders schwere Fälle):
| Alter | Dosierung |
|---|---|
| >12 Jahre | 2 x täglich 3 Ampullen (= 2 x 15 ml) |
Die Standarddosis soll nicht länger als 5 Tage und die hohe Dosis nicht länger als an 3 aufeinander-folgenden Tagen verabreicht werden.
Säuglinge, Kleinkinder und Kinder im Alter bis zu 12 Jahren (>6 Wochen bis <12 Jahre):
Die Dosierung für Kinder entspricht etwa 6 mg Trimethoprim und 30 mg Sulfamethoxazol pro kg
Körpergewicht pro Tag.
Standarddosierung
| Alter | Dosierung |
|---|---|
| 6 Wochen bis 5 Monate | 1,25 ml alle 12 Stunden |
| 6 Monate bis 5 Jahre | 2,5 ml alle 12 Stunden |
| 6 Jahre bis 12 Jahre | 5 ml alle 12 Stunden |
Bei schweren Infektionen kann die Dosierung auf 9 mg Trimethoprim und 45 mg Sulfamethoxazol/kg Körpergewicht pro Tag erhöht werden.
Bei akuten Infektionen sollte Eusaprim so lange gegeben werden, bis 2 Tage Beschwerdefreiheit besteht; in den meisten Fällen wird eine Therapiedauer von mindestens 5 Tagen notwendig sein. Wenn am 7. Tag keine Besserung eingetreten ist, sollte das Zustandsbild neu bewertet werden.
Ältere Patienten
Ältere Patienten mit normaler Nierenfunktion können mit der üblichen Erwachsenen-Dosis behandelt werden. Die jeweils angegebene Behandlungsdauer sollte aber unbedingt eingehalten werden, um die Gefahr unerwünschter Wirkungen auf ein Minimum zu reduzieren.
Leberfunktionsstörung:
Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung darf Eusaprim nicht angewendet werden (siehe
Abschnitt 4.3).
Nierenfunktionsstörung
Erwachsene (>18 Jahre) und Jugendliche über 12 Jahre (>12 bis <18 Jahre):
| Kreatinin-Clearance (ml/min) | Empfohlene Dosierung |
|---|---|
| > 30 ml/min | 2 x täglich 2 Ampullen (= 2 x 10 ml) |
| 15-30 ml/min | 1 x täglich 2 Ampullen (= 2 x 5ml) |
| < 15 ml/min | Anwendung kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3) |
Für Kinder im Alter bis 12 Jahre mit einer Nierenfunktionsstörung sind keine Daten verfügbar. In
Hinblick auf die Pharmakokinetik der beiden Komponenten von Eusaprim, TMP und SMZ in der
pädiatrischen Population mit normaler Nierenfunktion siehe Fachinformation Abschnitt 5.2.
Es kann Fälle geben, in denen Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz mit TMP/SMZ behandelt werden müssen. In diesen Fällen müssen die Plasmaspiegel der Patienten sorgfältig überwacht werden. Bei einer Nierenfunktionsstörung sollten Bestimmungen der Plasmakonzentration von Sulfamethoxazol in Intervallen von 2 bis 3 Tagen durchgeführt werden; die Probennahme soll 12 Stunden nach Verabreichung der letzten Dosis erfolgen. Wenn die Plasmakonzentration des Gesamt-SMZ über 150 µg/ml ansteigt, sollte die Behandlung unterbrochen werden bis der Wert unter 120 µg/ml fällt (z.B. nach Hämodialyse), dann kann die Behandlung fortgesetzt werden.
Spezielle Dosierungsempfehlungen
Pneumocystis jirovecii (carinii)-Pneumonie:
Therapie - Erwachsene (>18 Jahre) und Jugendliche über 12 Jahre (>12 bis <18 Jahre):
Es wird eine höhere Dosis von bis zu 20 mg TMP + 100 mg SMZ pro kg Körpergewicht und pro 24 Stunden empfohlen, verteilt auf 2 oder mehrere gleiche Dosen, während 14 Tagen.
Therapie - Säuglinge, Kleinkinder und Kinder bis zu 12 Jahren (>6 Wochen bis <12 Jahre):
15-20 mg TMP + 75-100 mg SMZ pro kg Körpergewicht pro Tag, aufgeteilt auf 3 – 4 gleiche Dosen. Therapie – Neugeborene bis zur 6. Lebenswoche:
Die Wirksamkeit, Dosierung und Sicherheit von Eusaprim bei dieser Altersstufe wurden nicht
ausreichend belegt (siehe Abschnitt 4.3).
Prophylaxe – Erwachsene (>18 Jahre) und Jugendliche über 12 Jahre (>12 bis <18 Jahre):
Folgende Dosierungen können für die Dauer des Infektionsrisikos verwendet werden:
- 160 mg TMP und 800 mg SMZ täglich, an 3 aufeinanderfolgenden Tagen pro Woche
- 160 mg TMP und 800 mg SMZ, 3x pro Woche an alternierenden Tagen
- 320 mg TMP und 1600 mg SMZ auf 2 Dosen pro Tag aufgeteilt, 3 x pro Woche an alternierenden Tagen
Prophylaxe – Säuglinge, Kleinkinder und Kinder bis zu 12 Jahren (>6 Wochen bis <12 Jahre):
Für die Dauer des potenziellen Risikos wird die Standarddosierung verwendet, wie sie bei akuten
Infektionen verwendet wird.
Unkomplizierte Harnwegsinfekte der Frau
Einmalige Gabe von 480 mg TMP + 2400 mg SMZ, d.h. 6 Ampullen am besten abends.
Granuloma venereum
2-mal täglich 2 Ampullen in der Regel über einen Zeitraum von 2 Wochen.
Toxoplasmose
Erwachsene (>18 Jahre) und Jugendliche über 12 Jahre (>12 bis <18 Jahre):
Standarddosierung:
je 160 mg TMP + 800 mg SMZ bis 240 mg TMP + 1200 mg SMZ, d.h. 2 bis 3 Ampullen, morgens und abends
bei Chorioretinitis und bei AIDS-Patienten:
je 480 mg TMP + 2400 mg SMZ, d.h. je 6 Ampullen, morgens und abends.
Dauer der Behandlung: je nach klinischem Erscheinungsbild zwischen 2 Wochen und 3 Monaten, in einzelnen Fällen auch länger.
Kinder zwischen 6 Lebenswochen und 12 Jahren
Die Wirksamkeit, Dosierung und Sicherheit von Eusaprim bei dieser Altersstufe wurden nicht
ausreichend belegt.
Brucellose
Erwachsene (>18 Jahre) und Jugendliche über 12 Jahre (>12 bis <18 Jahre):
In einer klinischen Studie wurde folgende Dosierung verwendet: 8 mg TMP/40 mg SMZ pro kg pro Tag, verteilt auf 3 Dosen. Die Therapie sollte mindestens 4 Wochen dauern, wiederholte Therpiezyklen könnten sich als nützlich erweisen. Eusaprim wird als Kombinationstherapie mit Gentamicin oder Rifampicin verabreicht.
Kinder zwischen 6 Lebenswochen und 12 Jahren
Die Wirksamkeit, Dosierung und Sicherheit von Eusaprim bei dieser Altersstufe wurden nicht
ausreichend belegt.
Melioidose (Pseudorotz, Whitmore-Krankheit)
Erwachsene (>18 Jahre) und Jugendliche über 12 Jahre (>12 bis <18 Jahre):
In der oralen Erhaltungstherapie als Kombinationstherapie über mindestens 20 Wochen:
5 mg TMP + 25 mg SMZ / kg Körpergewicht 2x tgl. (mit Doxycyclin: 2 mg/kg 3x tgl. und
Chloramphenicol 10 mg/kg 4x tgl.
Kinder zwischen 6 Lebenswochen und 12 Jahren
Die Wirksamkeit, Dosierung und Sicherheit von Eusaprim bei dieser Altersstufe wurden nicht
ausreichend belegt.
Nokardiose
Erwachsene (>18 Jahre) und Jugendliche über 12 Jahren (>12 bis <18 Jahre):
4 x 160 mg TMP / 800 mg SMZ / Tag für 3 – 6 Monate (8 Ampullen tgl.)
Kinder zwischen 6 Lebenswochen und 12 Jahren
Die Wirksamkeit, Dosierung und Sicherheit von Eusaprim bei dieser Altersstufe wurden nicht
ausreichend belegt.
Art der Anwendung
Intravenöse Anwendung (Infusion)
Eusaprim für Infusionen ist AUSSCHLIESSLICH für den intravenösen Applikationsweg vorgesehen und muss vor der Verabreichung verdünnt werden (siehe Abschnitt 6.6).
Die intravenöse Applikation von Eusaprim sollte möglichst kurz und nur so lange durchgeführt
werden, wie eine orale Medikation nicht möglich ist.
Für Hinweise zu Verdünnung und Handhabung des Produktes vor der Verabreichung siehe
Fachinformation Abschnitt 6.6.
Die Dauer der Infusion sollte 60-90 Minuten betragen; die insgesamt verabreichte Flüssigkeitsmenge muss allerdings mit dem Hydrationszustand des Patienten in Einklang gebracht werden.
Die Dosis ist auf 2 gleiche Gaben im Abstand von 12 Stunden aufzuteilen.
Wenn eine Restriktion des Infusionsvolumens erforderlich ist, kann 1 Ampulle (5 ml) in 75 ml Glukose 5 % w/v in Wasser gelöst werden Die Infusionsdauer dieser Lösung darf eine Stunde nicht überschreiten (siehe Fachinformation Abschnitt 6.6).
Fachinformation
ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Eusaprim Infusionszusatz-Ampullen
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
1 Ampulle enthält 80 mg Trimethoprim (TMP) und 400 mg Sulfamethoxazol (SMZ) in 5 ml
stabilisierter wässriger Lösung.
Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:
5 mg Natriummetabisulfit
0,66 ml Ethanol 96 %
38,27 mg Natrium
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Klare, schwach gelbe Flüssigkeit.
Der pH-Wert der Lösung liegt zwischen 9,6 und 10,5.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Co-Trimoxazol (Trimethoprim und Sulfamethoxazol) sollte nur dann angewendet werden, wenn der therapeutische Nutzen die möglichen Risiken überwiegt. An die Anwendung einer einzelnen antimikrobiell wirksamen Substanz sollte gedacht werden.
Die intravenöse Anwendung von Eusaprim ist nur dann indiziert, wenn eine orale Gabe nicht möglich ist, die Behandlungseinleitung möglichst rasch erfolgen muss oder wenn bereits intravenöse Infusionen verabreicht werden.
Co-Trimoxazol zur Infusion ist bei Säuglingen (ab 6 Wochen), Kleinkindern und Kindern (bis 12
Jahre), bei Jugendlichen über 12 Jahren und Erwachsenen indiziert zur Behandlung der folgenden
Infektionen, wenn diese durch empfindliche Organismen verursacht wurden (siehe Abschnitt 5.1)
Infektionen des Respirations- und HNO-Traktes
Akute Exazerbation einer chronischen Bronchitis, Alternativtherapie bei Otitis media, wenn
Co-Trimoxazol aus gutem Grund einem einzelnen antibiotischen Wirkstoff vorzuziehen ist.
Behandlung und Prophylaxe (primär und sekundär) einer Pneumocystis jirovecii Pneumonie Co-Trimoxazol eignet sich jedoch nicht zur Behandlung der Streptokokken-Angina, da die Erreger durch die Substanz nicht eliminiert werden.
Infektionen des Urogenitaltraktes
Akute unkomplizierte Infektionen der Nieren und der ableitenden Harnwege und Granuloma
venereum.
Bei Syphilis ist Co-Trimoxazol weder in der Inkubationszeit noch nach Manifestationen der
Erkrankung wirksam.
Infektionen des Magen-Darm-Traktes
Typhus, Paratyphus A und B (auch Behandlung von Dauerausscheidern), Shigellose (empfindliche Stämme von Shigella flexneri und Shigella sonnei, wenn antibakterielle Therapie angezeigt ist), Diarrhoe (nur wenn nachweislich durch enterotoxinbildende Escherichia coli verursacht), Salmonellenenteritis mit septischen Krankheitsverläufen bei Abwehrgeschwächten.
Andere durch empfindliche Keime verursachte bakterielle Infektionen
Nokardiose, nicht echt mykotisches Myzetom, südamerikanische Blastomykose, Toxoplasmose,
Brucellose (second-line Therapie als Kombinationstherapie mit Gentamicin oder Rifampicin),
Melioidose (in der oralen Erhaltungstherapie als Kombinationstherapie mit Doxycyclin und
Chloramphenicol über mindestens 20 Wochen).
Da sich die In-vitro-Empfindlichkeit von Bakterien gegenüber Antibiotika mit der geographischen Lage und über die Zeit ändert, sollte bei der Auswahl der antibiotischen Behandlung stets die lokale Situation berücksichtigt werden.
Die offiziellen Richtlinien zur angemessenen Verwendung von Antibiotika sind zu berücksichtigen.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dosierung
Bei akuten Infektionen ist Eusaprim so lange zu geben,, bis 2 Tage Beschwerdefreiheit besteht; in den meisten Fällen wird eine Therapiedauer von mindestens 5 Tagen notwendig sein. Wenn am 7. Tag keine Besserung eingetreten ist, ist das Zustandsbild neu zu bewerten.
Empfohlene Standarddosierung bei akuten Infektionen
Erwachsene:
Standarddosis: 2 x täglich 2 Ampullen (= 2 x 10ml).
Hohe Dosierung (für besonders schwere Fälle): 2 x täglich 3 Ampullen (= 2 x 15 ml).
Die Standarddosis soll nicht länger als 5 Tage und die hohe Dosis nicht länger als an 3 aufeinander folgenden Tagen verabreicht werden.
Die Dosierung für Kinder entspricht etwa 6 mg Trimethoprim und 30 mg Sulfamethoxazol pro kg Körpergewicht pro Tag. Die Behandlungspläne für Kinder sind abhängig vom Alter des Kindes in der folgenden Tabellen angegeben:
Jugendliche über 12 Jahren:
Standarddosis: 2 x täglich 2 Ampullen (= 2 x 10ml)
Kindern im Alter bis zu 12 Jahren:
STANDARDDOSIS
| Alter | Dosierung |
|---|---|
| 6 Wochen bis 5 Monate | 1.25 ml alle 12 Stunden |
| 6 Monate bis 5 Jahre | 2.5 ml alle 12 Stunden |
| 6 Jahre bis 12 Jahre | 5 ml alle 12 Stunden |
Bei schweren Infektionen kann die Dosierung auf 9 mg Trimethoprim und 45 mg Sulfamethoxazol/kg Körpergewicht pro Tag erhöht werden.
Ältere Patienten
Ältere Patienten mit normaler Nierenfunktion können mit der üblichen Erwachsenen-Dosis behandelt werden. Die jeweils angegebene Behandlungsdauer ist aber unbedingt einzuhalten, um die Gefahr unerwünschter Wirkungen auf ein Minimum zu reduzieren.
Leberfunktionsstörung:
Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung darf Eusaprim nicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3).
Nierenfunktionsstörung
Erwachsenen und Jugendliche über 12 Jahren:
| Kreatinin-Clearance (ml/min) | Empfohlene Dosierung |
|---|---|
| > 30 ml/min | 2 x täglich 2 Ampullen (= 2 x 10 ml) |
| 15-30 ml/min | 2 x täglich 1 Ampulle (= 2 x 5 ml) |
| < 15 ml/min | Anwendung kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3) |
Für Kinder im Alter bis 12 Jahre mit Nierenversagen sind keine Daten verfügbar. Siehe Abschnitt 5.2 für die Pharmakokinetik der beiden Komponenten von Eusaprim, TMP und SMZ in der pädiatrischen Population mit normaler Nierenfunktion.
Es kann Fälle geben, in denen Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz mit TMP/SMX behandelt werden müssen. In diesen Fällen müssen die Plasmaspiegel der Patienten sorgfältig überwacht werden. Bei einer Nierenfunktionsstörung sollten Bestimmungen der Plasmakonzentration von Sulfamethoxazol in Intervallen von 2 bis 3 Tagen durchgeführt werden; die Probennahme soll 12 Stunden nach Verabreichung der letzten Dosis erfolgen. Wenn die Plasmakonzentration des Gesamt-SMZ über 150 µg/ml ansteigt, soll die Behandlung unterbrochen werden bis der Wert unter 120 µg/ml fällt (z.B. nach Hämodialyse), dann kann die Behandlung fortgesetzt werden.
Spezielle Dosierungsempfehlungen:
Pneumocystis jirovecii (carinii)-Pneumonie:
Therapie - Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahren Es wird eine höhere Dosis von bis zu 20 mg TMP + 100 mg SMZ pro kg Körpergewicht und pro 24 Stunden empfohlen, verteilt auf 2 oder mehrere gleiche Dosen, über einen Zeitraum von 14 Tagen.
Therapie – Säuglinge, Kleinkinder und Kinder ab 6 Wochen bis zu12 Jahren:
15-20 mg TMP + 75-100 mg SMZ pro kg Körpergewicht pro Tag, aufgeteilt auf 3 – 4 gleiche Dosen.
Therapie – Neugeborene bis zut6. Lebenswoche:
Die Wirksamkeit, Dosierung und Sicherheit von Eusaprim bei dieser Altersstufe wurden
nichtausreichend belegt (siehe Abschnitt 4.3).
Prophylaxe – Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahren:
Folgende Dosierungen können für die Dauer des Risikos verwendet werden:
- 160 mg TMP und 800 mg SMZ täglich, an 3 aufeinanderfolgenden Tagen pro Woche
- 160 mg TMP und 800 mg SMZ, 3x pro Woche an alternierenden Tagen
- 320 mg TMP und 1600 mg SMZ auf 2 Dosen pro Tag aufgeteilt, 3 x pro Woche an alternierenden Tagen
Prophylaxe –Säuglinge ab 6 Wochen bis zu12 Jahren
Standarddosierung, wie sie bei akuten Infektionen für Die Dauer des potenziellen Risikos.
Die Dosis an einem Behandlungstag ist 150 mg TMP/m2 Körperoberfläche/Tag und 750 mg SMZ/m2 Körperoberfläche/Tag. Die tägliche Dosis darf 320 mg TMP und 1600 mg SMZ nicht überschreiten. Folgenden Schemen können für die Dauer des Risikos verwendet werden:
- Dosis auf 2 gleiche Dosen pro Tag aufgeteilt, an 3 aufeinanderfolgenden Tagen pro Woche
- Dosis auf 2 gleiche Dosen pro Tag aufgeteilt, an 7 Tagen der Woche
Unkomplizierte Harnwegsinfekte der Frau
Einmalige Gabe von 480 mg TMP + 2400 mg SMZ, d.h. 6 Ampullen am besten abends.
Granuloma venereum
2 mal täglich 2 Ampullen in der Regel über einen Zeitraum von 2 Wochen.
Toxoplasmose
Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahren:
- Standarddosierung:
je 160 mg TMP + 800 mg SMZ bis 240 mg TMP + 1200 mg SMZ, d.h. 2 bis 3 Ampullen, morgens und abends
- bei Chorioretinitis und bei AIDS-Patienten:
je 480 mg TMP + 2400 mg SMZ, d.h. je 6 Ampullen, morgens und abends.
Dauer der Behandlung: je nach klinischem Erscheinungsbild zwischen 2 Wochen und 3 Monaten, in einzelnen Fällen auch länger.
Kinder zwischen 6 Wochen und 12 Jahren
Die Wirksamkeit, Dosierung und Sicherheit von Eusaprim bei dieser Altersstufe wurden nicht
ausreichend belegt.
Brucellose
Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahren:
In einer klinischen Studie wurde folgende Dosierung verwendet: 8 mg TMP/40 mg SMZ pro kg pro Tag, verteilt auf 3 Dosen. Die Therapie hat mindestens 4 Wochen zu dauern, wiederholte Therapiezyklen könnten sich als nützlich erweisen. Eusaprim wird als Kombinationstherapie mit Gentamicin oder Rifampicin verabreicht.
Säuglinge, Kleinkinder und Kinder zwischen 6 Lebenswochen und 12 Jahren
Die Wirksamkeit, Dosierung und Sicherheit von Eusaprim bei dieser Altersstufe wurden nicht
ausreichend belegt.
Melioidose (Pseudorotz, Whitmore-Krankheit)
Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahren:
In der oralen Erhaltungstherapie als Kombinationstherapie über mindestens 20 Wochen:
5 mg TMP + 25 mg SMZ / kg Körpergewicht 2x tgl. (mit Doxycyclin: 2 mg/kg 3x tgl. und
Chloramphenicol 10 mg/kg 4x tgl.)
Säuglinge, Kleinkinder und Kinder zwischen 6 Lebenswochen und 12 Jahren:
Die Wirksamkeit, Dosierung und Sicherheit von Eusaprim bei dieser Altersstufe wurden nicht
ausreichend belegt.
Nokardiose
Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahren:
4x 160 mg TMP / 800 mg SMZ / Tag für 3 – 6 Monate (8 Ampullen tgl.)
Säuglinge, Kleinkinder und Kinder zwischen 6 Lebenswochen und 12 Jahren:
Die Wirksamkeit, Dosierung und Sicherheit von Eusaprim bei dieser Altersstufe wurden nicht
ausreichend belegt.
Art der Anwendung
Intravenöse Anwendung (Infusion)
Eusaprim für Infusionen ist AUSSCHLIESSLICH für den intravenösen Applikationsweg vorgesehen und muss vor der Verabreichung verdünnt werden (siehe Abschnitt 6.6).
Die intravenöse Applikation von Eusaprim sollte möglichst kurz und nur so lange durchgeführt
werden, wie eine orale Medikation nicht möglich ist.
Für Hinweise zu Verdünnung und Handhabung des Produktes vor der Verabreichung siehe Abschnitt 6.6.
Die Dauer der Infusion sollte 60-90 Minuten betragen; die insgesamt verabreichte Flüssigkeitsmenge muss allerdings mit dem Hydrationszustand des Patienten in Einklang gebracht werden.
Die Dosis ist auf 2 gleiche Gaben im Abstand von 12 Stunden aufzuteilen.
Wenn eine Restriktion des Infusionsvolumens erforderlich ist, kann 1 Ampulle (5 ml) in 75 ml Glukose 5 % w/v in Wasser gelöst werden Die Infusionsdauer dieser Lösung darf eine Stunde nicht überschreiten (siehe Abschnitt 6.6).
4.3 Gegenanzeigen
| • • • • • • • • • • • • • • 4.4 | Überempfindlichkeit gegen Sulfonamide, Trimethoprim, Co-Trimoxazol bzw. TMP-Analoga (z.B. Tetroxoprim) oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile Hämolytische Erkrankungen, megaloblastische Folsäuremangelanämie Pathologische Blutbildveränderungen (Thrombozytopenie, Granulozytopenie, megaloblastische Anämie) Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (Symptom: hämolytische Anämie) Hämoglobinanomalien wie Hb-Köln und Hb-Zürich Anwendung bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (z.B. akute Hepatitis) Patienten mit hochgradiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 15ml/min), bei denen eine Überwachung der Wirkstoffkonzentrationen im Plasma durch wiederholte Messungen nicht möglich ist Eusaprim darf nicht Patienten mit arzneimittelinduzierter Immunthrombozytopenie, die in der Anamnese unter der Behandlung mit Trimethoprim und/oder Sulfonamiden aufgetreten ist, gegeben werden Eusaprim darf nicht Patienten mit akuter Porphyrie gegeben werden. Erythema exsudativum multiforme (auch in der Anamnese) Frühgeborene Neugeborene mit Hyperbilirubinämie Eusaprim darf nicht in Kombination mit Dofetilid verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.5). Eusaprim darf Säuglingen während der ersten 6 Lebenswochen nicht verabreicht werden Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung |
| Vorsicht ist geboten bei: | |
| • • • • • | leichteren Nieren- und Leberfunktionsstörungen, Schilddrüsenfunktionsstörungen, Überempfindlichkeit gegen Sulfonylharnstoff-Antidiabetika und Diuretika auf Sulfonamidbasis, möglichem Folsäuremangel, fragilem X-Chromosom in Kombination mit geistiger Retardierung bei Kindern und Jugendlichen. |
| Lebensbedrohliche Nebenwirkungen Todesfälle sind zwar sehr selten, aber infolge von schweren Reaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom, toxisch epidermaler Nekrolyse, fulminanter Leberzellnekrose, Agranulozytose, aplastischer Anämie, anderen Blutdyskrasien und einer Überempfindlichkeit der Atemwege vorgekommen. | |
| • • • • • • | Die lebensbedrohlichen Hautreaktionen Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxisch epidermale Nekrolyse (TEN) und das DRESS-Syndrom (Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Manifestationen) wurden in Zusammenhang mit der Anwendung von Eusaprim berichtet. Zu Beginn der Behandlung sollte das Auftreten eines generalisierten febrilen Erythems in Verbindung mit Pusteln eine akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP) vermuten lassen (siehe Abschnitt 4.8); diese erfordert die Einstellung der Behandlung und ist eine Kontraindikation für jede neuerliche Verabreichung von Trimethoprim-Sulfamethoxazol allein oder in Kombination mit anderen Arzneimitteln. Die Patienten sollten über die Anzeichen und Symptome informiert und engmaschig bezüglich des Auftretens von Hautreaktionen überwacht werden. Das höchste Risiko für das Auftreten von SJS und TEN besteht in den ersten Behandlungswochen. Wenn Symptome oder Anzeichen für ein SJS eine TEN (z.B. ein progredienter Hautausschlag, oft mit Blasenbildung oder begleitenden Schleimhautläsionen) oder das DRESS-Syndrom (z.B. Fieber, Eosinophilie) auftreten, muss die Therapie mit Eusaprim beendet werden. Die besten Behandlungsergebnisse bei SJS, TEN oder DRESS gelingen bei frühzeitiger Diagnosestellung und dem sofortigen Absetzen aller verdächtigen Arzneimittel. Ein frühzeitiges Absetzen ist mit einer besseren Prognose verbunden. Wenn bei einem Patienten SJS, TEN oder DRESS in Zusammenhang mit der Anwendung von Eusaprim aufgetreten ist, darf dieser Patient niemals wieder mit Eusaprim behandelt werden. |
Hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH)
Bei mit Cotrimoxazol behandelten Patienten wurden sehr selten Fälle von HLH berichtet. HLH ist ein lebensbedrohliches Syndrom einer pathologischen Immunaktivierung, die durch klinische Anzeichen und Symptome einer exzessiven systemischen Entzündung (z. B. Fieber, Hepatosplenomegalie, Hypertriglyzeridämie, Hypofibrinogenämie, hohe Ferritinkonzentrationen im Serum, Zytopenien und Hämophagozytose) gekennzeichnet ist. Patienten mit frühen Manifestationen einer pathologischen Immunaktivierung sind unverzüglich zu untersuchen. Wenn eine HLH diagnostiziert wird, sollte Cotrimoxazol abgesetzt werden.
Atemwegstoxizität Sehr seltene, schwere Fälle einer Atemwegstoxizität, manchmal zu einem akuten Atemnotsyndrom (ARDS) fortschreitend, wurden während der Behandlung mit Cotrimoxazol berichtet. Das Auftreten pulmonaler Symptome wie z. B. Husten, Fieber und Dyspnoe zusammen mit radiologischen Anzeichen von Lungeninfiltraten sowie einer Verschlechterung der Lungenfunktion können erste Anzeichen eines ARDS sein. Unter diesen Umständen sollte Cotrimoxazol abgesetzt und eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden.
Ältere Patienten
Besondere Vorsicht ist bei der Behandlung älterer Patienten anzuraten, da diese empfindlicher und anfälliger für Nebenwirkungen sind und schwere Nebenwirkungen häufiger auftreten, besonders wenn erschwerende Umstände vorliegen (z.B. Nieren- und/oder Leberfunktionsstörung und/oder die gleichzeitige Anwendung anderer Arzneimittel).
Um die Gefahr unerwünschter Wirkungen auf ein Minimum zu reduzieren, soll die Behandlung mit Eusaprim - besonders bei älteren Patienten - nicht länger dauern als im Abschnitt 4.2 angegeben.
AIDS-Patienten Bei AIDS-Patienten ist die Häufigkeit von Nebenwirkungen (insbesondere allergische Reaktionen der Haut unterschiedlichen Schweregrades, Fieber) außergewöhnlich hoch, bedingt durch die hohen erforderlichen Dosen bei der Therapie der Pneumocystis jirovecii -Pneumonie (siehe Abschnitt 4.8). Bei diesen Patienten sind Serumspiegelbestimmungen erforderlich, da trotz normaler Kreatinin-Clearance die renale Clearance der Wirkstoffe von Eusaprim, bedingt durch Kristallurie, stark eingeschränkt sein kann. Es sind gelegentlich auch bedrohliche Hyperkaliämien in Verbindung mit schweren Hyponatriämien aufgetreten, weshalb einige Tage nach Therapiebeginn engmaschige Serum- Kalium- und Serum-Natrium-Bestimmungen durchzuführen sind.
Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollen die speziellen Dosierungsanweisungen beachtet und Laborwerte und/oder die Bestimmung der Wirkstoffkonzentration im Blut regelmäßig kontrolliert werden.
Patienten mit Funktionsstörungen der Schilddrüse
Ebenso erfordert die Behandlung mit Co-Trimoxazol bei Patienten mit Funktionsstörungen der
Schilddrüse eine konsequente ärztliche Überwachung.
Nierenfunktion
Bei längerer Verabreichung sollten der Urin und die Nierenfunktion (besonders bei Patienten mit
Nierenfunktionsstörung) kontrolliert werden (siehe Abschnitt 4.2).
Auf eine ausreichende Harnausscheidung ist während der gesamten Behandlungsdauer zu achten. Das Auftreten einer Kristallurie in vivo ist selten, jedoch wurden Sulfonamid-Kristalle im gekühlten Urin von behandelten Patienten gefunden. Bei Patienten mit Hypoalbuminämie kann das Risiko erhöht sein. Zur Verhinderung einer Kristallurie ist während der Behandlung für ausreichende Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr zu sorgen.
Folsäure Das Blutbild sollte bei Anwendung über einen langen Zeitraum oder bei älteren Patienten oder Patienten mit Folsäuremangel regelmäßig monatlich überwacht werden, da die Möglichkeit asymptomatischer Veränderungen der hämatologischen Laborparameter aufgrund eines Mangels an verfügbarer Folsäure besteht. Diese Veränderungen können durch die Verabreichung von Folsäure rückgängig gemacht werden, ohne die antibakterielle Aktivität zu beeinträchtigen (siehe Abschnitt 4.5).
Bei signifikanter Verminderung eines korpuskulären Elementes gegenüber der Norm muss
Co-Trimoxazol abgesetzt werden.
Patienten mit schwerer Atopie oder Asthma bronchiale Co-Trimoxazol soll mit Vorsicht an Patienten mit schwerer Atopie oder Bronchialasthma verabreicht werden.
Pseudomembranöse Colitis Das Auftreten von schweren und anhaltenden Durchfällen während oder nach der Therapie kann ein Hinweis auf eine sehr selten beobachtete pseudomembranöse Colitis sein. In diesen Fällen ist Co-Trimoxazol sofort abzusetzen und eine geeignete Therapie einzuleiten (z.B. Vancomycin oral 4 x 250 mg täglich oder Metronidazol oral oder parenteral 3 x 500 mg täglich). Peristaltikhemmende Arzneimittel sind kontraindiziert.
UV-Lichtexposition Unter der Anwendung von Eusaprim kann es - vor allem bei starker UV-Lichtexposition - zu einer Photosensibilisierung kommen.
Behandlung von durch beta-hämolytische Streptokokken der Gruppe A verursachte Streptokokkenpharyngitis Co-Trimoxazol soll nicht zur Behandlung einer streptokokkenbedingten Pharyngitis (durch beta-hämolytische Streptokokken der Gruppe A) angewendet werden, da eine Eradikation dieser Organismen aus dem Oropharynx weniger wirksam ist als mit Penicillin.
Phenylalaninmetabolismus Bei TMP wurde eine Beeinträchtigung des Phenylalanin-Metabolismus beobachtet, dies ist jedoch bei Patienten mit Phenylketonurie, die auf eine adäquate Diät eingestellt sind, ohne Bedeutung.
Patienten mit erhöhtem Risiko für Hyperkaliämie und Hyponatriämie Bei Patienten mit einem erhöhten Risiko für Hyperkaliämie und Hyponatriämie wird eine genaue Überwachung des Serumkalium- und Serumnatriumspiegels empfohlen. Die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die eine Hyperkaliämie verursachen können, zusammen mit Cotrimoxazol, kann zu schweren Hyperkaliämien führen.
Patienten mit schweren hämatologischen Störungen
Co-Trimoxazol soll – außer unter sorgfältiger Überwachung – nicht an Patienten mit schweren
hämatologischen Erkrankungen verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.8).
Co-Trimoxazol wurde Patienten unter zytotoxischer Therapie verabreicht, und zeigte wenig oder keine zusätzliche Wirkung auf Knochenmark oder peripheres Blut.
Vermehrtes Wachstum von nicht empfindlichen Keimen Wie bei anderen Antibiotika kann es auch unter Eusaprim zu vermehrtem Wachstum von nicht empfindlichen Keimen kommen. Sollte während der Behandlung eine Superinfektion auftreten, sind geeignete Maßnahmen zu treffen.
Langsam-Azetylierer
Patienten, die Langsam-Azetylierer sind, können verstärkt zu idiosynkratischen Reaktionen auf
Sulfonamide neigen.
Patienten mit Porphyrie oder mit einem Risiko für Porphyrie Die Verabreichung von Co-Trimoxazol bei Patienten mit bekanntem oder vermutetem Porphyrie-Risiko ist zu vermeiden. Sowohl Trimethoprim als auch Sulfonamide (wenn auch nicht konkret Sulfamethoxazol) werden mit einer klinischen Exazerbation der Porphyrie in Verbindung gebracht.
Metabolische Azidose Co-Trimoxazol wurde mit metabolischer Azidose assoziiert, wenn andere mögliche Ursachen ausgeschlossen waren. Eine engmaschige Überwachung ist bei Verdacht auf metabolische Azidose stets ratsam.
Flüssigkeitsüberladung Ein Fluid-Overload-Syndrom kann auftreten, insbesondere wenn Patienten mit einer zugrundeliegenden kardiopulmonalen Erkrankung sehr hohe Dosen verabreicht werden. Hier ist die Konzentration der Lösung zu erhöhen (siehe Abschnitte 4.2 und 6.6).
Ethanol Eine maximale Einzeldosis von 15 ml dieses Arzneimittels, angewendet bei einem Erwachsenen mit einem Körpergewicht von 70 kg würde einer Exposition von 21,7 mg/kg Körpergewicht entsprechen, was zu einem Anstieg der Blutalkoholkonzentration von ungefähr 3,6 mg/100 ml führen kann (siehe Anhang 1 des Berichts EMA/CHMP/43486/2018). Zum Vergleich: bei einem Erwachsenen, der ein Glas Wein oder 500 ml Bier trinkt, beträgt die Blutalkoholkonzentration wahrscheinlich ungefähr 50 mg/100 ml.
Die Anwendung zusammen mit Arzneimitteln, die z.B. Propylenglycol oder Ethanol enthalten, kann zur Akkumulation von Ethanol führen und Nebenwirkungen verursachen, insbesondere bei kleinen Kindern mit niedriger oder unreifer Stoffwechselkapazität. Ein gesundheitliches Risiko besteht u.a. bei Schwangeren, Stillenden und Alkoholkranken.
Natrium
Dieses Arzneimittel enthält 1,66 mmol (oder 38,27 mg) Natrium pro 5 ml. Zu berücksichtigen bei
Patienten, die eine natriumarme Diät einhalten müssen.
Natriummetabisulfit Eusaprim Infusionszusatz-Ampullen enthalten Natriummetabisulfit. Dies kann bei anfälligen Personen allergische Reaktionen einschließlich anaphylaktischer Symptome und lebensbedrohlicher oder weniger schwerwiegender Asthmaanfälle hervorrufen.
Dopingkontrollen Die Anwendung von Eusaprim Infusionszusatz-Ampullen kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Die Alkoholmenge in diesem Arzneimittel kann die Wirkungen anderer Arzneimittel verändern.
Diuretika (Thiazide): Bei älteren Patienten, die als Begleitmedikation Diuretika (vor allem Thiazide) erhalten hatten, wurde eine erhöhte Thrombozytopenieinzidenz mit oder ohne Purpura beobachtet.
Pyrimethamin: Bei gleichzeitiger Anwendung von Pyrimethamin-haltigen Arzneimitteln in einer Dosis von >25 mg/Woche können Störungen der Hämatopoese oder eine megaloblastische Anämie auftreten; diese sind jedoch durch Folinsäure antagonisierbar.
Zidovudin: In manchen Situationen kann eine gleichzeitige Behandlung mit Zidovudin das Risiko von hämatologischen Nebenwirkungen auf Co-Trimoxazol erhöhen. Wenn eine gleichzeitige Behandlung notwendig ist, sollte eine Überwachung der hämatologischen Parameter berücksichtigt werden.
Lamivudin: Die Verabreichung von 160 mg/800 mg TMP/SMZ (Co-Trimoxazol) verursacht eine 40%ige Erhöhung der systemischen Lamivudinverfügbarkeit auf Grund der Trimethoprimkomponente. Lamivudin hat keine Auswirkung auf die Pharmakokinetik von TMP oder SMZ.
Lokalanästhetika - wie Procain, Procainamid, Benzocain, Butacain oder Tetracain - vermindern die Sulfonamidwirkung.
Antimalaria-Mittel (z.B. Chloroguanid und Pyrimethamin), Antikonvulsiva (Phenobarbital, Phenytoin und Primidon) sowie eventuell auch Zytostatika (z.B. Methotrexat) verstärken die hämatologischen Nebenwirkungen von Co-Trimoxazol.
Antazida vermindern die Resorption von Sulfonamiden; Substanzen, die den Urin alkalisieren, beschleunigen die renale Elimination; Substanzen, die den Urin ansäuern (z.B. Hexamethylentetramin) können zum Auskristallisieren des Sulfonamidanteils in den Nieren führen.
Eine Wechselwirkung mit Sulfonylharnstoff-Antidiabetika zur Blutzuckersenkung ist selten, jedoch wurde von einer potenzierenden Wirkung berichtet.
Sulfonylharnstoffe und/oder Barbiturate können aus der Plasmaeiweißbindung verdrängt werden
(Hypoglykämiegefahr bzw. Wirkungsverstärkung der Barbiturate). Eine Kreuzallergie zwischen
Sulfonamiden und Sulfonylharnstoffen ist möglich.
Rifampicin: Gleichzeitige Anwendung von Rifampicin und Co-Trimoxazol resultiert in einer
verkürzten Plasmahalbwertszeit von TMP nach einem Zeitraum von ungefähr einer Woche. Dies
scheint jedoch klinisch nicht von Bedeutung zu sein.
Der Metabolismus einiger Chemotherapeutika (Rifampicin, Isoniazid und Clindamycin) kann
gehemmt werden.
Gelegentlich ist das Präparat Leukämiepatienten, die unter dem Einfluss von Zytostatika standen, verabreicht worden, ohne dass man Zeichen einer schädigenden Auswirkung auf das Knochenmark oder das periphere Blutbild beobachtet hätte.
Warfarin: Es wurde gezeigt, dass Co-Trimoxazol die gerinnungshemmende Wirkung von Warfarin (und anderen Antikoagulanzien vom Cumarin-Typ) durch stereo-selektive Hemmung des Metabolismus verstärkt.
SMZ kann in vitro Warfarin von Plasma-Albumin Proteinbindungsstellen verdrängen. Eine sorgfältige Kontrolle der Antikoagulanzien-Therapie während der Behandlung mit Co- Trimoxazol ist anzuraten.
Phenytoin: Co-Trimoxazol verlängert die Halbwertszeit von Phenytoin und bei gleichzeitiger
Verabreichung sollte der behandelnde Arzt vor einer überhöhten Wirkung von Phenytoin gewarnt
sein. Eine engmaschige Überwachung des Zustandes des Patienten und der Phenytoin-Werte im
Serum ist ratsam.
Cyclosporin: Eine reversible Verschlechterung der Nierenfunktion wurde nach einer
Nierentransplantation bei Patienten, die mit Co-Trimoxazol und Cyclosporin behandelt wurden,
beobachtet.
Bei gleichzeitiger Verabreichung von TMP mit Arzneimitteln, die bei physiologischem pH-Wert
Kationen bilden und ebenso teilweise über die aktive Nierensekretion ausgeschieden werden (z.B.
Procainamid, Amantadin), besteht die Möglichkeit einer kompetitiven Hemmung dieses Prozesses, was zur Erhöhung der Plasmakonzentration eines oder auch beider Arzneimittel führen kann.
Digoxin: Gleichzeitige Verabreichung von TMP und Digoxin zeigte bei einem Teil der älteren
Patienten eine Erhöhung der Digoxinwerte im Plasma.
Hyperkaliämie: Vorsicht ist geboten bei Patienten, die andere Arzneimittel einnehmen, die eine
Hyperkaliämie verursachen können. Studien zeigen, dass bei älteren Patienten bei gleichzeitiger
Verabreichung von Cotrimoxazol und Spironolacton, ACE-Hemmern oder AT1-Antagonisten das
Risiko für Hyperkaliämie zunimmt.
Azathioprin
Es gibt widersprüchliche klinische Berichte über Wechselwirkungen zwischen Azathioprin und
Trimethoprim-Sulfamethoxazol, die zu ernsthaften hämatologischen Anomalien geführt haben.
Methotrexat: Co-Trimoxazol kann den Anteil an freiem Methotrexat erhöhen.
Wenn Co-Trimoxazol bei Patienten, die andere Folsäureantagonisten wie z.B. Methotrexat erhalten, als geeignete Therapie angesehen wird, sollte eine zusätzliche Gabe von Folsäure in Betracht gezogen werden (siehe Abschnitt 4.4).
Trizyklische Antidepressiva: Die Wirksamkeit von trizyklischen Antidepressiva kann bei
gleichzeitiger Behandlung mit Co-Trimoxazol abnehmen.
Dofetilid: Es gibt Hinweise darauf, dass Trimethoprim mit Dofetilid durch Hemmung des renalen Transportsystems interagieren kann. Die Verabreichung von 160 mg Trimethoprim in Kombination mit 800 mg Sulfamethoxazol zweimal täglich gemeinsam mit Dofetilid 500 mg zweimal täglich über einen Zeitraum von vier Tagen, führte zu einer Erhöhung der Fläche unter der Blutkonzentrations-Zeit-Kurve (area under the curve [AUC]) von Dofetilid um 103 % und zu einer 93%igen Erhöhung der Dofetilid-Maximalkonzentration (Cmax). Dofetilid kann schwerwiegende ventrikuläre Arrhythmien, verbunden mit einer Verlängerung des QT- Intervalls, einschließlich Torsades de pointes, die in direktem Zusammenhang mit der Dofetilid- Plasmakonzentration stehen, verursachen. Daher ist die gleichzeitige Verabreichung von Dofetilid und Trimethoprim kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Kontrazeptiva: In seltenen Fällen kann unter der Therapie mit Co-Trimoxazol die Sicherheit der empfängnisverhütenden Wirkung von hormonellen Kontrazeptiva in Frage gestellt sein. Es empfiehlt sich deshalb zusätzlich nicht-hormonelle empfängnisverhütende Maßnahmen anzuwenden.
Repaglinid: Trimethoprim kann die Repaglinid-Exposition erhöhen; dies kann zu Hypoglykämie
führen.
Folinsäure: Bei einer Supplementierung mit Folinsäure kam es zu einer Beeinträchtigung der
antimikrobiellen Wirksamkeit von Co-Trimoxazol. Dies wurde bei Prophylaxe und Therapie der
Pneumocystis jirovecii-Pneumonie beobachtet.
Wechselwirkungen mit Labortests
Co-Trimoxazol, insbesondere die TMP-Komponente, kann einen nach der kompetitiven Proteinbindungsmethode (CPBA) arbeitenden Serum-Methotrexatassay beeinträchtigen, wenn eine Dihydrofolat-Reduktase von Lactobacillus casei als Bindungsprotein verwendet wird. Bei Messung von Methotrexat mittels Radioimmunoassay (RIA) tritt hingegen keine Interaktion auf.
Co-Trimoxazol kann ebenfalls die Jaffé-Probe (Nachweis von alkalisiertem Kreatinin durch Pikrinsäure) beeinträchtigen; die Serum/Plasma-Kreatinin Werte im Normbereich werden hier- bei um ca. 10 % zu hoch eingeschätzt.
Eine funktionelle Hemmung der renalen tubulären Sekretion von Kreatinin kann eine falsche
Verminderung der berechneten Kreatinin-Clearance bewirken.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Weitere Informationen zum Ethanolgehalt der Rezeptur sind auch Abschnitt 4.4 zu entnehmen.
Schwangerschaft
Trimethoprim und Sulfamethoxazol passieren die Plazenta. Die Sicherheit bei Anwendung in der Schwangerschaft ist nicht belegt. Trimethoprim ist ein Folsäure-Antagonist, und in experimentellen Studien zeigten sich bei beiden Substanzen Anomalien in tierischen Föten (siehe Abschnitt 5.3). Fall-Kontroll-Studien zeigen, dass beim Menschen ein Zusammenhang zwischen der Exposition mit Folsäure-Antagonisten und Geburtsfehlern bestehen kann. Die Verabreichung von Trimethoprim-Sulfamethoxazol ist daher während der Schwangerschaft, insbesondere im ersten Trimester, zu vermeiden, sofern nicht der potenzielle Nutzen für die Mutter das potenzielle Risiko für den Fötus überwiegt. Bei Gabe von Trimethoprim-Sulfamethoxazol während der Schwangerschaft ist eine Folsäure-Supplementierung in Betracht zu ziehen.
Sulfamethoxazol konkurriert mit Bilirubin um die Bindung an Plasmaalbumin. Da noch mehrere Tage nach der Geburt ein signifikanter, von der Mutter übertragener Wirkstoffgehalt im Neugeborenen bestehen bleibt, kann das Risiko der Herbeiführung oder Verstärkung einer neonatalen Hyperbilirubinämie mit einem damit verbundenen theoretischen Risiko für einen Kernikterus bestehen, wenn der Mutter Trimethoprim-Sulfamethoxazol zeitnah zur Geburt verabreicht wird.
Dieses theoretische Risiko ist besonders für Säuglinge mit einem erhöhten Risiko für Hyperbilirubinämie von Bedeutung, wie Frühgeborene und Neugeborene mit Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel.
Stillzeit
Trimethoprim und Sulfamethoxazol werden in die Muttermilch ausgeschieden. Die Gabe von Co-Trimoxazol ist in der späten Schwangerschaft sowie bei stillenden Müttern, wenn bei Mutter oder Säugling eine Hyperbilirubinämie vorliegt oder ein besonderes Risiko für Hyperbilirubinämie besteht, zu vermeiden. Zudem ist in Anbetracht der Prädisposition junger Säuglinge für Hyperbilirubinämie die Gabe von Co-Trimoxazol bei Säuglingen im Alter von unter acht Wochen zu vermeiden. Esbenso sind Neugeborene und Säuglinge, die unter einem Glucose-6-Phosphatdehydrogenase-Mangel leiden, sollten vorsichtshalber nicht zu stillen.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt.
Die Patienten müssen aber darauf hingewiesen werden, dass durch das mögliche Auftreten von sehr seltenen Nebenwirkungen wie Schwindel, Ataxie oder Halluzinationen das Reaktionsvermögen soweit vermindert sein kann, dass diese Fähigkeiten beeinträchtigt sein können.
4.8 Nebenwirkungen
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad
angegeben.
Da Eusaprim TMP und SMZ enthält, können Nebenwirkungen in solcher Art und Frequenz auftreten, wie sie für beide Substanzen bekannt sind.
Folgende Klassifikation bezüglich Häufigkeitsangaben von Nebenwirkungen wurde angewendet:
Sehr häufig (≥1/10)
Häufig (≥1/100, <1/10)
Gelegentlich (≥1/1.000, <1/100)
Selten (≥1/10.000, <1/1.000)
Sehr selten (<1/10.000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
| Systemorganklasse | Häufigkeit | Nebenwirkungen |
|---|---|---|
| Infektionen und parasitäre Erkrankungen | Häufig Sehr selten | Proliferation von Pilzinfektionen Pseudomembranöse Kolitis, |
| Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems | Sehr selten | Leukopenie, Neutropenie, Thrombozytopenie, Agranulozytose, megaloblastische Anämie, aplastische Anämie, hämolytische Anämie, Methämoglobinämie, Eosinophilie, Purpura, Hämolyse bei bestimmten Patienten mit Anfälligkeit für G-6-PD-Mangel |
| Erkrankungen des Immunsystems | Sehr selten | Serumkrankheit, anaphylaktische Reaktion, Allergische Myokarditis, Hypersensitivitätsvaskulitis ähnlich der Henoch-Schönlein -Purpura, Periarteritis nodosa, systemischer Lupus erythematodes, schwere Überempfindlichkeitsreaktionen die mit PJP* einhergeht, einschließlich Hautausschlag, Pyrexie, Neutropenie, Thrombozytopenie, Erhöhung der Leberenzyme, Rhabdomyolyse, Hyperkaliämie, Hyponatriämie |
| Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen | Sehr häufig Sehr selten | Hyperkaliämie Hypoglykämie, Hyponatriämie, verringerter Appetit, metabolische Azidose, |
| Psychiatrische Erkrankungen | Sehr selten Nicht bekannt | Depression, Halluzinationen Psychose |
| Erkrankungen des Nervensystems | Häufig Sehr selten | Kopfschmerzen Aseptische Meningitis*, Krampfanfälle, periphere Neuropathie, Ataxie, Benommenheit, Schwindel |
| Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths | Sehr selten | Tinnitus |
| Augenerkrankungen | Sehr selten | Uveitis |
| Gefäßerkrankungen | Häufig Nicht bekannt | Lokale Thrombophlebitis an der Injektionsstelle Kreislaufschock* |
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums | Sehr selten | Husten*, Dyspnoe*, Lungeninfiltrate* |
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | Häufig Gelegentlich Sehr selten | Übelkeit, Diarrhoe Erbrechen Glossitis, Stomatitis, Pankreatitis |
| Leber- und Gallenerkrankungen | Sehr selten | Cholestatischer Ikterus, Leberzellnekrose 1, Anstieg der Transaminasen, Bilirubinspiegel im Blut erhöht, Erhöhte Leberenzymwerte |
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes* | Häufig Sehr selten Nicht bekannt | Hautausschlag Photosensibilität, Angioödem, exfoliative Dermatitis, fixes Arzneimittelexanthem, Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom (SJS)*, toxisch epidermale Nekrolyse (TEN)*, akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP) DRESS-Syndrom (Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Manifestationen), akute febrile neutrophile Dermatose (Sweet-Syndrom) |
| Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen | Sehr selten | Arthralgie, Myalgie |
| Erkrankungen der Nieren und Harnwege | Sehr selten | Nierenfunktionsstörung (manchmal als Niereninsuffizienz berichtet), tubulointerstitielle Nephritis TINU (tubulointerstitielle Nephritis und Uveitis-Syndrom, renale tubuläre Azidose |
- siehe Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen 1 Cholestatischer Ikterus und Leberzellnekrose können tödlich verlaufen.
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Aseptische Meningitis
Die aseptische Meningitis war nach Absetzen von Eusaprim rasch reversibel, trat aber in einigen
Fällen bei neuerlicher Gabe von Co-Trimoxazol oder TMP allein wieder auf.
Pulmonale Überempfindlichkeitsreaktionen
Husten, Dyspnoe und Lungeninfiltrate können frühe Indikatoren einer respiratorischen Überempfindlichkeit sein, die zwar sehr selten, aber auch schon tödlich verlaufen ist (siehe Abschnitt 4.4).
Schwere unerwünschte Hautreaktionen (SCARs)
Das Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), die toxisch epidermale Nekrolyse (TEN) und das DRESS-Syndrom gelten als lebensbedrohlich (siehe Abschnitt 4.4).
Wie mit anderen Arzneimitteln können allergische Reaktionen wie ein juckender Ausschlag und Quaddeln bei Patienten auftreten, die überempfindlich gegen die Bestandteile des Arzneimittels sind. Sehr seltene Fälle von akuter generalisierter exanthematischer Pustulose (AGEP) wurden beobachtet (siehe Abschnitt 4.4).
Wirkungen in Verbindung mit der Behandlung der Pneumocystis jirovecii Pneumonie (PJP)
Sehr selten: schwere Überempfindlichkeitsreaktionen, Hautausschlag, Pyrexie, Neutropenie,
Thrombozytopenie, Erhöhung der Leberenzyme, Rhabdomyolyse, Hyperkaliämie, Hyponatriämie.
Bei den hohen Dosen zur Therapie der Pneumocystis jirovecii Pneumonie wurden schwere
Überempfindlichkeitsreaktionen berichtet, die einen Therapieabbruch erforderlich machten. Über
schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen wurde bei Patienten mit Pneumocystis jirovecii
Pneumonie bei Wiederaufnahme einer Co-Trimoxazol-Therapie berichtet, manchmal nach einem
Dosierungsintervall von einigen Tagen.
Rhabdomyolyse wurde bei HIV-Patienten berichtet, die Co-Trimoxazol zur Prophylaxe oder Therapie der Pneumocystis jirovecii Pneumonie erhielten.
Die begleitende Verabreichung von intravenösem Diphenhydramin könnte eine kontinuierliche
Infusion ermöglichen.
Kreislaufschock Im Zusammenhang mit Sulfamethoxazol + Trimethoprim wurde über Fälle von Kreislaufschock berichtet, die häufig mit Fieber einhergingen und nicht auf eine Standardbehandlung gegen Überempfindlichkeitsreaktionen ansprachen, und zwar in den meisten Fällen bei immungeschwächten Patienten.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/
4.9 Überdosierung
Symptome und Anzeichen
Bei akuter Überdosierung sind folgende Symptome möglich: Nausea, Erbrechen, Kopfschmerzen,
Schwindel, Benommenheit, Verwirrtheit, psychische und visuelle Störungen; in schweren Fällen
Kristallurie, Hämaturie und Anurie.
Bei chronischer Überdosierung: Knochenmarksdepression unter dem Erscheinungsbild einer
Thrombozytopenie, Leukopenie oder andere Blutdyskrasien als Folge von Folsäuremangel.
Therapie
Je nach Symptom sind folgende Maßnahmen in Betracht zu ziehen: Beschleunigung der renalen Ausscheidung durch forcierte Diurese (Alkalisierung des Harns beschleunigt die Ausscheidung von SMZ), Hämodialyse (Hinweis: Sowohl TMP als auch SMZ sind mittels Hämodialyse dialysierbar. Peritonealdialyse ist nicht wirksam), Blutbild- und Elektrolytkontrolle.
Eine Übersäuerung des Harns beschleunigt die Ausscheidung von Trimethoprim.. Eine Alkalisierung reduziert die Ausscheidungsrate von Trimethoprim. Abhängig von der Nierenfunktion wird bei geringer Harnausscheidung die Verabreichung von Flüssigkeit empfohlen. Bei deutlicher Blutdyskrasie oder Ikterus sollten diese Komplikationen spezifisch behandelt werden. Ein durch Trimethoprim verursachter Folatmangel mit Auswirkung auf das Knochenmark kann durch Gabe von Kalziumfolinat (5-10 mg/Tag) behoben werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: ANTIBIOTIKA ZUR SYSTEMISCHEN ANWENDUNG -
SULFONAMIDE UND TRIMETHOPRIM - Kombinationen aus Sulfonamiden und Trimethoprim, inkl. Derivate, ATC-Code: J01EE01
Wirkmechanismus
Sulfamethoxazol inhibiert die Aufnahme von Paraaminobenzoesäure bei der Synthese von Dihydrofolat durch die Bakterienzelle kompetitiv, was zu einer Bakteriostase führt. Trimethoprim inhibiert die Dehydrofolatreduktase (DHFR) des Bakteriums reversibel; dieses Enzym ist aktiv an der Verstoffwechselung von Folat beteiligt und wandelt Dihydrofolat in Tetrahydrofolat um. Abhängig von den Bedingungen kann die Wirkung bakterizid sein. Auf diese Weise blockieren Trimethoprim und Sulfamethoxazol zwei aufeinanderfolgende Schritte in der Biosynthese von Purinen und somit Nukleinsäuren, die für viele Bakterien essentiell sind. Diese Wirkung erzeugt eine deutliche Potenzierung der Aktivität zwischen den beiden Wirkstoffen in vitro.
Trimethoprim bindet an plasmoidale DHFR, wobei diese Bindung weniger stabil als die Bindung an das Bakterienenzym ist. Seine Affinität für Säugetier-DHFR ist etwa 50.000-mal geringer als für das entsprechende Bakterienenzym.
Resistenz
| In-vitro Sulfamethoxazol und Trimethoprim langsamer aufbauen kann als mit Sulfamethoxazol oder Trimethoprim allein. | -Studien haben gezeigt, dass sich die Resistenz von Bakterien unter einer Kombination aus | ||
| Eine Resistenz gegenüber Co-Trimoxazol kann auf folgenden Mechanismen beruhen: – – – | Der wichtigste Resistenzmechanismus besteht in der Bildung von veränderten Zielstrukturen mit jeweils verminderter Affinität zu beiden Wirkstoffen in Folge unterschiedlicher Mutationen. Auch eine Überproduktion der beiden unveränderten Enzyme kann zur Resistenz führen. Gelegentlich wurde eine verminderte Penetration der beiden Wirkstoffe in die Bakterienzelle beschrieben. | ||
| Es besteht eine weitgehende Kreuzresistenz zwischen Sulfamethoxazol und anderen Sulfonamiden. | |||
| Breakpoints für Empfindlichkeitstests | |||
| Die Testung von Co-Trimoxazol erfolgt unter Benutzung der üblichen Verdünnungsreihe. Folgende minimale Hemmkonzentrationen für sensible und resistente Keime wurden festgelegt: | |||
| EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) Grenzwerte | |||
| Erreger Enterobacteriaceae Stenotrophomonas maltophilia Acinetobacter spp. Staphylococcus spp. Enterococcus spp. Streptococcus spp. (Gruppen A, B, C, G) Streptococcus pneumoniae Haemophilus influenzae Moraxella catarrhalis Listeria monocytogenes | Sensibel ≤ 2 mg/l ≤ 4 mg/l ≤ 2 mg/l ≤ 2 mg/l ≤ 0,032 mg/l ≤ 1 mg/l ≤ 1 mg/l ≤ 0,5 mg/l ≤ 0,5 mg/l ≤ 0,06 mg/l | Resistent > 4 mg/l > 4 mg/l > 4 mg/l > 4 mg/l > 1 mg/l > 2 mg/l > 2 mg/l > 1 mg/l > 1 mg/l ≤ 0,06 mg/l |
Die für die Bewertungsstufen angegebenen Hemmkonzentrationen beziehen sich auf die Wirkstoffkombination, wobei auf Trimethoprim ein Teil und auf Sulfamethoxazol 19 Teile entfallen.
Pharmakodynamische Wirkungen
Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland
Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im Verlauf der Zeit variieren. Deshalb sind - insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen - lokale Informationen über die Resistenzsituation erforderlich. Falls auf Grund der lokalen Resistenzsituation die Wirksamkeit von Co-Trimoxazol in Frage gestellt ist, sollte eine Therapieberatung durch Experten angestrebt werden. Insbesondere bei schwerwiegenden Infektionen oder bei Therapieversagen ist eine mikrobiologische Diagnose mit dem Nachweis des Erregers und dessen Empfindlichkeit gegenüber Co-Trimoxazol anzustreben.
Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland auf der Basis von Daten der letzten 5 Jahre aus nationalen Resistenzüberwachungsprojekten und -studien (Stand:Januar 2016):
Üblicherweise empfindliche Spezies Aerobe Gram-positive Mikroorganismen
Listeria monocytogenes°
Nocardia asteroides°
Staphylococcus aureus (inkl. Methicillin-resistenter Stämme)
Staphylococcus saprophyticus°
Streptococcus agalactiae
Aerobe Gram-negative Mikroorganismen
Acinetobacter pittii
Brucella spp.°
Moraxella catarrhalis°
Salmonella enterica (inkl. S. typhi/paratyphi)
Serratia marcescens
Stenotrophomonas maltophilia
Andere Mikroorganismen
Chlamydia trachomatis°
Chlamydophila pneumoniae°
Pneumocystis jirovecii°
Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen können Aerobe Gram-positive Mikroorganismen
Enterococcus faecalis$
Enterococcus faecium$
Staphylococcus epidermidis
Staphylococcus haemolyticus
Staphylococcus hominis
Streptococcus pneumoniae
Aerobe Gram-negative Mikroorganismen
Acinetobacter baumannii
Campylobacter jejuni$
Citrobacter freundii
Enterobacter cloacae
Escherichia coli
Haemophilus influenzae
Klebsiella oxytoca
Klebsiella pneumoniae
Morganella morganii
Proteus mirabilis
Proteus vulgaris∞
Shigella spp.+
Von Natur aus resistente Spezies Aerobe Gram-negative Mikroorganismen
Pseudomonas aeruginosa
Andere Mikroorganismen
Mycoplasma spp.
Rickettsia spp.
Treponema pallidum
° Bei Veröffentlichung der Tabellen lagen keine aktuellen Daten vor. In der Primärliteratur,
Standardwerken und Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit ausgegangen.
$ Die natürliche Empfindlichkeit der meisten Isolate liegt im intermediären Bereich.
+ In mindestens einer Region liegt die Resistenzrate bei über 50%.
∞ Keine aktuellen Daten vorhanden; in Studien (älter als 5 Jahre) wird der Anteil resistenter Stämme mit ≥10% angegeben.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Resorption
Die mit intravenöser Gabe erzielten Plasmaspitzenspiegel von TMP und SMZ sind nach einer Stunde Infusion höher und werden schneller erreicht als nach Gabe einer äquivalenten oralen Dosis. Bei oraler Applikation werden maximale Plasmaspiegel nach 1-4 Stunden erreicht. Co-Trimoxazol wird nach oraler Gabe rasch und vollständig im oberen Magen-Darm-Trakt resorbiert. Es zeigen sich hinsichtlich Plasmakonzentration, Eliminationshalbwertszeit und Harnausscheidungsrate keine signifikanten Unterschiede nach oraler oder intravenöser Verabreichung.
Verteilung
Trimethoprim ist im Plasma zu etwa 50 % proteingebunden.
Die Gewebekonzentrationen von Trimethoprim sind in der Regel höher als die zugehörigen Plasmaspiegel, wobei die Konzentrationen in Lunge und Nieren besonders hoch sind. Die Trimethoprim-Konzentrationen in Galle, Prostataflüssigkeit und -gewebe, Speichel, Sputum und Vaginalsekret übersteigen die Konzentrationen im Plasma. Trimethoprim wird in das Kammerwasser, die Muttermilch, den Liquor, das Mittelohr, in die Gelenksflüssigkeit und die interstitielle Flüssigkeit ausgeschieden. Trimethoprim geht ins Fruchtwasser und Fötalgewebe über, wo es Konzentrationen erreicht, die nahezu den Serumkonzentrationen der Mutter entsprechen.
Sulfamethoxazol ist im Plasma zu etwa 66 % proteingebunden.
Die Konzentration von aktivem Sulfamethoxazol in Fruchtwasser, Kammerwasser, Galle, Liquor, Sputum, Synovialflüssigkeit, Gewebeflüssigkeit (Interzellularflüssigkeit) und in der Flüssigkeit im Mittelohr liegt im Bereich von 20 % bis 50 % der Plasmakonzentration.
Beide Stoffe werden mit der Muttermilch ausgeschieden. Die Konzentrationen in der Muttermilch sind für TMP etwa gleich hoch wie im mütterlichen Plasma, für SMZ niedriger.
Biotransformation
Die Metabolisierung beider Substanzen erfolgt in der Leber; SMZ wird hauptsächlich acetyliert, nur 15-20% des SMZ werden in unveränderter aktiver Form ausgeschieden. Der wichtigste Metabolit, nämlich das N4-Acetyl-Sulfamethoxazol, wird zu 61% in Bezug auf das gesamte SMZ ausgeschieden. 15% des SMZ werden durch N-Glukuronierung metabolisiert. Der Metabolisierungsgrad von TMP beträgt ca. 20%. Sowohl der metabolisierte als auch der proteingebundene Anteil sind antibakteriell unwirksam.
Elimination
Beide Substanzen und ihre Metaboliten werden fast zur Gänze renal durch glomeruläre Filtration und tubuläre Sekretion ausgeschieden, wobei die Konzentrationen beider Wirkstoffe im Harn beträchtlich höher sind als die Konzentrationen im Plasma. Ein kleiner Teil jeder Substanz wird fäkal ausgeschieden.
Die Halbwertszeit von Trimethoprim beim Menschen liegt bei normaler Nierenfunktion im Bereich von 8,6 bis 17 Std. Bei einer Kreatinin-Clearance von weniger als 10 ml/Minute steigt sie um das 1,5-bis 3,0-fache an.
Die Ausscheidung von Trimethoprim erfolgt hauptsächlich renal; etwa 50 % der Dosis werden
innerhalb von 24 Std. in unveränderter Form mit dem Urin ausgeschieden. Es wurden mehrere
Metaboliten im Urin festgestellt. Die Urinkonzentrationen von Trimethoprim variieren stark.
Die Halbwertszeit von Sulfamethoxazol beim Menschen liegt bei normaler Nierenfunktion bei etwa 9 bis 11 Std. Bei einer Nierenfunktionsstörung ändert sich die Halbwertszeit von aktivem Sulfamethoxazol nicht; jedoch verlängert sich die Halbwertszeit des wichtigsten acetylierten Metaboliten, wenn die Kreatinin-Clearance unter 25 ml/Minute liegt.
Die Ausscheidung von Sulfamethoxazol erfolgt hauptsächlich renal; zwischen 15 % und 30 % der im Urin nachgewiesenen Dosis liegen in aktiver Form vor.
Pharmakokinetik in speziellen Populationen
Ältere Patienten
Die Eliminationshalbwertszeiten von TMP sind bei älteren Patienten nicht signifikant verändert.
Bei älteren Patienten wurde eine leichte Verringerung der renalen Clearance von Sulfamethoxazol
aber nicht von Trimethoprim beobachtet.
Eingeschränkte Nierenfunktion
Die Eliminationshalbwertszeit von Trimethoprim nimmt um den Faktor 1,5 - 3 ,0 zu, wenn die
Kreatinin-Clearance weniger als 10 ml/Minute beträgt. Wenn die Kreatinin-Clearance unter
30 ml/Minute fällt, muss die Eusaprim-Dosis verringert werden (siehe Abschnitt 4.2).
Kinder und Jugendliche
Die Pharmakokinetik der beiden Komponenten von Co-Trimoxazol, TMP und SMZ in der pädiatrischen Population mit normaler Nierenfunktion ist altersabhängig. Die Elimination von TMP-SMZ ist bei Neugeborenen in den ersten zwei Lebensmonaten reduziert, danach zeigen sowohl TMP als auch SMZ eine höhere Elimination mit einer höheren Clearance aus dem Körper und einer kürzeren Eliminationshalbwertszeit. Die Unterschiede sind bei jungen Säuglingen (> 1,7 Monate bis 24 Monate) am ausgeprägtsten und nehmen mit zunehmendem Alter im Vergleich zu Kleinkindern (1 Jahr bis 3,6 Jahre), Kindern (7,5 Jahre und <10 Jahre) und Erwachsenen ab (siehe Abschnitt 4.2).
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Toxikologische Eigenschaften
Trimethoprim
Zur chronischen Toxizität wurden Studien an Ratten und Affen durchgeführt über 3 Monate mit bis zu 50-fachen therapeutischen Dosierungen und über 1 Jahr mit Dosierungen, die das 12- bzw. 24-fache der höchsten therapeutischen Dosis betrugen. Es wurden keine signifikanten Trimethoprim-abhängigen toxischen Symptome beobachtet.
Der Hund reagierte hingegen empfindlicher. Nach oraler Gabe einer ca. 25-fachen therapeutischen Dosis über 3 Monate traten ernsthafte toxische Erscheinungen auf wie Gewichtsverlust und anschließender Tod, Hemmung der Hämatopoese und (bei einem Hund) Leberzerfall.
Sulfamethoxazol
Ratten reagieren auf Mengen bis zu 600 mg/kg KG mit keinerlei präparatebedingten Veränderungen. An Affen erweist sich Sulfamethoxazol in der Dosis von 200 mg/kg KG (7-fache Human-Tagesdosis) als sehr gut verträglich.
Trimethoprim/Sulfamethoxazol
In einem 90-Tage-Versuch bekamen junge Ratten 258 mg Sulfamethoxazol und 129 mg Trimethoprim pro kg KG als Tagesdosis. Im Vergleich zu den Kontrolltieren verzögerte sich die Gewichtsentwicklung. Hämatologie und blutchemische Werte blieben unverändert. Histologisch fand sich eine verstärkte Mikrofollikelbildung in der Thyreoidea sowie eine Hypoplasie des hämatopoetischen Gewebe im Knochenmark. Die gewählte Dosis entspricht ca. einer Tagesdosis von Trimethoprim/Sulfamethoxazol beim Menschen.
Mutagenes und tumorerzeugendes Potential
Trimethoprim
Für Trimethoprim liegen in der Fachliteratur neben negativen Befunden auch Hinweise auf mutagene Wirkungen vor. In-vivo-Untersuchungen zur Abklärung der Bedeutung der in hohen Konzentrationen in vitro beobachteten klastogenen Wirkung fehlen bisher.
Da keine Langzeitstudien am Tier vorliegen, müssen nicht abgeklärte Hinweise auf eine mutagene Wirkung auch als mögliche Hinweise auf eine kanzerogene Wirkung angesehen werden.
Sulfamethoxazol
Sulfamethoxazol erzeugt bei Ratten Schilddrüsenkarzinome. Dieses Ergebnis scheint speziesspezifisch zu sein und ist wahrscheinlich beim Menschen nicht von klinischer Bedeutung.
Reproduktionstoxizität
Bei Dosen, die die für den Menschen empfohlene therapeutische Dosis übersteigen, liegen Berichte vor, wonach Trimethoprim und Sulfamethoxazol bei Ratten Gaumenspalten und andere fetale Anomalien hervorrufen; diese Ergebnisse sind typisch für Folsäure-Antagonisten. Wirkungen von Trimethoprim konnten durch begleitende Gabe von Nahrungsfolat verhindert werden. Bei weiblichen und männlichen Ratten sind keine Fertilitätsstörungen beschrieben worden, jedoch liegen Hinweise auf Spermatogenesestörungen bei Männern nach einer einmonatigen Dauertherapie vor. Bei Kaninchen wurde bei Trimethoprim-Dosen oberhalb der therapeutischen Dosen für den Menschen ein Verlust des Fötus beobachtet.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Propylenglykol (40 % w/v), Tromethamin (TRIS), Natriumhydroxyd, Natriummetabisulfit, Ethanol 96 %, Wasser für Injektionszwecke.
6.2 Inkompatibilitäten
Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen
Arzneimitteln bzw. Infusionslösungen gemischt werden
6.3 Dauer der Haltbarkeit
Ampulle: 3 Jahre
Mischungen mit Eusaprim sind unmittelbar vor Gebrauch herzustellen.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 25 °C lagern.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
5 ml Ampulle aus Neutralglas (Typ I).
10 x 5 ml, 20 x 5 ml.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Wichtig! Eusaprim darf nur mit folgenden Infusionslösungen gemischt werden:
Glukose 5 % (w/v)
Glukose 10 % (w/v)
Laevulose (Fruktose) 5 %
Dextran 70 6 % in 5 % Glukose
Dextran 40 10 % in 5 % Glukose
Natriumchlorid 0,9 %
Natriumchlorid 0,18 % + Glukose 4 %
Ringer-Lösung.
Sulfit ist eine sehr reaktionsfähige Verbindung. Von Mischungen mit anderen Arzneimitteln ist daher, wenn die Kompatibilität nicht gesichert ist, abzusehen.
Hierbei ist folgendes Verdünnungsschema, welches 1 ml Ampullenlösung Eusaprim auf 25-35 ml
Infusionslösung vorsieht, zu beachten:
1 Ampulle Eusaprim (= 5 ml) auf 125 ml Infusionslösung
2 Ampullen Eusaprim (= 10 ml) auf 250 ml Infusionslösung
3 Ampullen Eusaprim (= 15 ml) auf 500 ml Infusionslösung.
Diese Mischungen mit Eusaprim sind unmittelbar vor Gebrauch herzustellen.
Nach Zugabe von Eusaprim zur Infusionslösung muss durch Schütteln bzw. Umschwenken für
einwandfreies Vermischen gesorgt werden. Treten vor oder im Laufe der Infusion sichtbare
Trübungen bzw. Auskristallisationen in der Lösung auf, so ist diese durch eine frisch zubereitete
Lösung zu ersetzen.
Die Dauer der Infusion sollte 60-90 Minuten betragen; die insgesamt verabreichte Flüssigkeitsmenge muss allerdings mit dem Hydrationszustand des Patienten in Einklang gebracht werden.
Wenn eine Restriktion des Infusionsvolumens erforderlich ist, kann 1 Ampulle (5 ml) in 75 ml Glukose 5 % w/v in Wasser gelöst werden. Die Infusionsdauer dieser Lösung darf eine Stunde nicht überschreiten.
Besonderer Hinweis
Eusaprim darf nur in Form der oben erwähnten Infusionslösung intravenös verabreicht werden und muss vor der Verabreichung verdünnt werden.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
Aspen Pharma Trading Limited
3016 Lake Drive
Citywest Business Campus
Dublin 24
Irland
8. ZULASSUNGSNUMMER
16002
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 11. Februar 1977
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 03. Februar 2011
10. STAND DER INFORMATION
Juli 2025
REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT
Rezept- und apothekenpflichtig
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