Gebrauchsinformation

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Zymafluor 0,25 mg - Tabletten

Natriumfluorid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses
Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau wie in dieser Packungsbeilage beschrieben bzw. genau nach Anweisung Ihres Arztes oder Apothekers an.

  • Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
  • Fragen Sie Ihren Apotheker, wenn Sie weitere Informationen oder einen Rat benötigen.
  • Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht:

1. Was ist Zymafluor und wofür wird es angewendet?
2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Zymafluor beachten?
3. Wie ist Zymafluor anzuwenden?
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
5. Wie ist Zymafluor aufzubewahren?
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Zymafluor und wofür wird es angewendet?

Zymafluor wird zur Vorbeugung gegen Karies (Zahnfäule) bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen angewendet, bei erhöhter Kariesaktivität bzw. wenn die lokale Fluoridierung durch Zähneputzen mit fluoridhaltigen Zahnpasten nicht ausreichend ist.

Am besten lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt bezüglich der für Sie am besten geeigneten
Fluoridierungsmaßnahmen beraten.

Der Zahnschmelz besteht vor allem aus Hydroxylapatit-Mineral. An seiner Oberfläche führen
Zahnbelagsbakterien und Nahrung durch Säurebildung zu einer Mineralauflösung.

Durch Speichelbestandteile (z.B. Kalzium, Phosphat, Fluorid) kommt es zu einer natürlichen Mineral-Neubildung. Dieser Reparaturvorgang ist überfordert, wenn Zahnbelag die Zahnschmelzoberflächen bedeckt. Es überwiegt die Mineralauflösung, Karies entsteht.

Durch Zymafluor wird Fluorid in den Zahnschmelz eingebaut und dadurch seine Widerstandsfähigkeit erhöht, säurebildende Bakterien werden gehemmt und die Einlagerung von anderen Mineralsalzen aus dem Speichel wird beschleunigt.

Die Schutzwirkung von Fluoriden besteht bei regelmäßiger Einnahme für die Milchzähne ebenso wie für das bleibende Gebiss. Am wichtigsten ist jedoch das regelmäßige Zähneputzen, vor allem mit fluoridhaltigen Zahnpasten.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Zymafluor beachten?

Zymafluor darf nicht angewendet werden,

  • wenn Sie oder Ihr Kind allergisch gegen Natriumfluorid oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.
  • wenn Sie zusätzliche Fluoride einnehmen, z.B. durch Mineral-/Tafelwasser und/oder fluoridiertes Speisesalz.
  • wenn der Fluoridgehalt des Trinkwassers 0,7 mg/l übersteigt.
  • wenn Säuglinge eine spezielle Diätnahrung mit Fluoridanreicherung erhalten oder wenn ihre Flaschennahrung mit Trink- oder Mineralwasser hergestellt wird, welches über 0,3 mg Fluorid pro Liter enthält.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wenn Sie an einer beeinträchtigten Nierenfunktion leiden, sollten Sie Zymafluor nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt einnehmen.

Anwendung von Zymafluor zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt, Zahnarzt oder Apotheker, wenn Sie oder Ihr Kind andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Zymafluor soll nicht gleichzeitig mit kalzium-, magnesium- oder aluminiumhaltigen Antazida (Arzneimittel zur Neutralisierung der Magensäure) eingenommen werden, da die Einnahme von Kalzium, Magnesium oder Aluminium die Aufnahme von Fluorid herabsetzen kann.

Zwischen der Einnahme von Zymafluor und der Einnahme eines Antazidums sollten mindestens zwei Stunden liegen.

Anwendung von Zymafluor zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Zymafluor soll nicht gleichzeitig mit Milch oder Milchprodukten eingenommen werden, da Kalzium die Aufnahme von Fluorid herabsetzen kann.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt, Zahnarzt oder Apotheker um Rat.

Eine Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit ist möglich, aber für das Gebiss des Kindes wahrscheinlich ohne Nutzen.

Der Wirkstoff von Zymafluor geht nur zu einem äußerst geringen Teil in die Muttermilch über.

Fluoridgaben zur Kariesvorbeugung – falls vom Arzt empfohlen – sind dem Säugling deshalb direkt zu verabreichen (siehe Abschnitt 3. Wie ist Zymafluor anzuwenden).

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Zymafluor hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen.

Zymafluor enthält 38,24 mg Sorbitol pro Tablette.

Sorbitol ist eine Quelle für Fructose. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie (oder Ihr Kind) dieses Arzneimittel einnehmen oder erhalten, wenn Ihr Arzt Ihnen mitgeteilt hat, dass Sie (oder Ihr Kind) eine Unverträglichkeit gegenüber einigen Zuckern haben oder wenn bei Ihnen eine hereditäre Fructoseintoleranz (HFI) - eine seltene angeborene Erkrankung, bei der eine Person Fructose nicht abbauen kann - festgestellt wurde.

3. Wie ist Zymafluor anzuwenden?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau wie in dieser Packungsbeilage beschrieben bzw. genau nach Anweisung Ihres Arztes, Zahnarztes oder Apothekers an. Fragen Sie bei Ihrem Arzt, Zahnarzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Falls nicht anders verordnet, Dosierung genau einhalten.

Die Dosierung ist abhängig vom Alter des Anwenders und vom Fluoridgehalt des Trinkwassers.

98 % der österreichischen Bevölkerung beziehen Trinkwasser mit weniger als 0,3 mg Fluorid/l. Eine Aufstellung über den Fluoridgehalt österreichischer Trinkwässer können in vielen Fällen Wasserwerke bzw. Gemeinden zur Verfügung stellen.

Dosierung:

Zur individuellen Dosierung stehen Zymafluor- Tabletten zu 0,25 mg und zu 1 mg* zur Verfügung.

Alter 0 bis Ende 5. Monat 6. Monat bis Ende 2. Lebensjahr 3. Lebensjahr bis Ende 5. Lebensjahr ab dem 6. Lebensjahr
(bei weniger als 0,3 mg Fluorid 1 Tablette Zymafluor 0,25 mg 2 Tabletten Zymafluor 0,25 mg *1 Tablette Zymafluor 1 mg
pro Liter Trinkwasser)
Tabletten/Tag
-
(bei 0,3 mg bis 0,7 mg Fluorid 1 Tablette Zymafluor 0,25 mg 2 Tabletten Zymafluor 0,25 mg
pro Liter Trinkwasser)
Tabletten/Tag
--

Bei Fluoridkonzentrationen im Trinkwasser über 0,7 mg/l dürfen keine Fluoridtabletten eingenommen werden.

Art der Anwendung

Zymafluor wird in der Regel einmal täglich verabreicht.

Zymafluor - Tabletten langsam im Mund zergehen lassen; am günstigsten abends nach dem Zähneputzen. Falls es das Alter des Kindes erlaubt, Tabletten abwechselnd rechts und links zwischen Zahnfleisch und Wange zergehen lassen.

Bei Kleinkindern können die Tabletten zerkleinert, in etwas Wasser aufgelöst und dem Fläschchen bzw. einer festen Mahlzeit zugegeben werden (jedoch nicht in Kombination mit Milch).

Wenn Sie eine größere Menge von Zymafluor angewendet haben, als Sie sollten

Bei Überdosierung (Vergiftung) ist auf jeden Fall ärztlicher Rat einzuholen.

Bei leichter Überdosierung (entspricht weniger als 200 Tabletten Zymafluor 0,25 mg berechnet für ein etwa 10 kg schweres Kind) sind Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall zu erwarten.

Kontaktieren Sie ihren Arzt.

Bei schwereren Überdosierungen (entspricht mehr als 200 Tabletten Zymafluor 0,25 mg berechnet für ein etwa 10 kg schweres Kind) ist unverzüglich ein Arzt zu konsultieren. Weitere Informationen für den Arzt befinden sich am Ende der Packungsbeilage.

Wenn Sie die Anwendung von Zymafluor vergessen haben

Wenden Sie nicht die doppelte Menge an, wenn Sie die vorherige Anwendung vergessen haben, sondern setzen Sie die Anwendung so fort, wie es in dieser Packungsbeilage angegeben ist oder von Ihrem Arzt/Zahnarzt verordnet wurde.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Zahnarzt oder Apotheker.

Siehe auch Hinweis zum Öffnen und Verschließen der kindersicheren Verschlusskappe am Ende dieser Packungsbeilage.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen) wurden Nesselsucht, Hautauschlag und Hautrötung berichtet, die nach dem Absetzen der Behandlung rasch verschwinden.

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen) kann es zu Überempfindlichkeitsreaktionen auf Fluorid kommen, wie sie auch gegenüber Zahnpasten oder fluoridiertem Wasser auftreten können (Hautreaktionen, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Entzündungen der Mundschleimhaut, Geschwüre im Mundraum).

Bei länger dauernder Überdosierung (z. B. 2 mg und mehr pro Tag) während der Zahnbildung der bleibenden Zähne kann es zu Zahnfluorose (kreidige Abstumpfung des Zahnschmelzes, Fleckenbildung und Schmelzdefekten am bleibenden Gebiss) kommen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die
Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Zymafluor aufzubewahren?

Nicht über 25 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen. Das Röhrchen fest verschlossen halten.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Behältnis nach „Verw. bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Zymafluor 0,25 mg enthält

Der Wirkstoff ist: Natriumfluorid. 1 Tablette enthält 0,25 mg Fluoridion (= 0,553 mg Natriumfluorid).

Die sonstigen Bestandteile sind: Sorbitol E 420, hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat,
ätherisches Pfefferminzöl.

Wie Zymafluor aussieht und Inhalt der Packung

Runde, beidseitig gewölbte, weiße Tabletten in Packungen aus Polypropylen und Polyethylen zu
300 Stück.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer:

Cooper Consumer Health Deutschland GmbH, Gottlieb-Daimler-Straße 2, 68165 Mannheim,
Deutschland
Hersteller:

Rottapharm Ltd., Damastown Industrial Park, Mulhuddart, Dublin 15, Irland

Z.Nr.: 8423

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im November 2025.

Hinweis zum Öffnen und Verschließen der kindersicheren Verschlusskappe:

1. Der Schieber wird mit dem Fingernagel in Pfeilrichtung bis zum Anschlag herausgezogen.

2. Mit der Daumenkuppe drückt man nun das Ende des Schiebers und damit den Stopfen nach oben.

3. Zum Verschließen drückt man zuerst den Stopfen in die Dose und dann den Schieber in den Deckel zurück.

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Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Überdosierung

Leichte Überdosierung Nach Einnahme von < 5 mg Fluorid/kg Körpergewicht (entspricht < 200 Tabletten Zymafluor 0,25 mg bzw. < 50 Tabletten Zymafluor 1 mg für ein etwa 10 kg schweres Kind) sind Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall zu erwarten.

Therapie

Orale Gabe von Kalzium, mehrstündige Überwachung des Patienten im Hinblick auf Herzfunktion und mögliche Krampfneigung.

Schwere Überdosierung

Nach Einnahme von > 5 mg Fluorid/kg Körpergewicht (entspricht > 200 Tabletten Zymafluor 0,25 mg bzw. > 50 Tabletten Zymafluor 1 mg für ein etwa 10 kg schweres Kind) sind Übelkeit, Hypersalivation, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall zu beobachten.

Behandlung einer schweren Überdosierung

  • Sofortige Krankenhauseinweisung.
  • Magenspülung innerhalb einer Stunde.
  • Orale Gabe von Kalzium (Milch, orale Kalziumglukonat-/Kalziumlactatlösung) oder Aluminiumhydroxid zur Adsorption von Fluorid im Gastrointestinaltrakt.
  • Kardiales Monitoring, Überwachung und entsprechende Korrektur des Serumkalziums und Serumkaliums. EKG vornehmen (auf eine spitze Erscheinung der T-Wellen und eine Verlängerung des QT-Intervalls achten).
  • Beim Auftreten von Hypokalzämie sollte wiederholt, bis zum Erreichen einer Normokalzämie, 5-10 ml Kalziumglukonatlösung (9 mg Ca++/ml) als langsame Infusion verabreicht werden.

Auf eine ausreichende Rehydration und Diurese muss geachtet werden. Es können
beträchtliche intravenöse Dosen von Kalziumglukonat (= Antidot der Fluss-Säure,
Kalziumionen neutralisieren Fluoridionen) erforderlich werden.

  • Der Kreislauf sollte durch Infusionen mit Elektrolytlösungen gestützt werden. Möglicherweise besteht ein Bedarf für Atemunterstützung. Hämodialyse kann initiiert werden. Erbrochenes, Fäzes und Urin sollten rasch abgewaschen werden, um Verätzungen zu vermeiden. In schweren Fällen sollte der Urin des Patienten alkalisiert werden.

Fachinformation

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Zymafluor 0,25 mg - Tabletten
Zymafluor 1 mg - Tabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Tablette Zymafluor 0,25 mg - Tabletten enthält 0,25 mg „Fluoridion“ (= 0,553 mg Natriumfluorid).

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 38,24 mg Sorbitol E 420 pro Tablette
1 Tablette Zymafluor 1 mg - Tabletten enthält 1 mg „Fluoridion“ (= 2,211 mg Natriumfluorid).

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 36,51 mg Sorbitol E 420 pro Tablette

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Tablette.

Zymafluor 0,25 mg - Tabletten: rund, bikonvex, weiß
Zymafluor 1 mg - Tabletten: rund, bikonvex, orange-gelb, leicht gesprenkelt

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Zur Vorbeugung gegen Karies bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bei erhöhtem Kariesrisiko oder bei erhöhter Kariesaktivität bzw. wenn die topische Fluoridierung nicht ausreichend ist.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung:

Zymafluor wird üblicherweise einmal täglich eingenommen.

Die Dosierung ist abhängig vom Fluoridgehalt des Trinkwassers.

98 % der österreichischen Bevölkerung beziehen Trinkwasser mit weniger als 0,3 mg Fluorid/l. Eine Aufstellung über den Fluoridgehalt österreichischer Trinkwässer können in vielen Fällen Wasserwerke bzw. Gemeinden zur Verfügung stellen.

Alter 0 bis Ende 5. Monat 6. Monat bis Ende 2. Lebensjahr 3. bis Ende 5. Lebensjahr ab dem 6. Lebensjahr
(bei weniger als 0,3 mg Fluorid/l
mg Fluorid/Tag Trinkwasser)
-0,25 mg 0,5 mg 1 mg
(bei 0,3 mg bis 0,7 mg Fluorid/l
mg Fluorid/Tag Trinkwasser)
--0,25 mg 0, 5 mg

Bei Fluoridkonzentrationen im Trinkwasser über 0,7 mg/l dürfen keine Fluoridtabletten
eingenommen werden (siehe auch Abschnitt 4.3).

Art der Anwendung:

Zymafluor Tabletten langsam im Mund zergehen lassen; am günstigsten abends nach dem Zähneputzen. Falls es das Alter des Kindes erlaubt, Tabletten abwechselnd rechts und links zwischen Zahnfleisch und Wange zergehen lassen.

Bei Kleinkindern können die Tabletten zerkleinert, in etwas Wasser aufgelöst und dem Fläschchen bzw. einer festen Mahlzeit zugegeben werden (jedoch nicht in Kombination mit Milch).

Dauer der Anwendung:

Über die Dauer der Anwendung ist individuell zu entscheiden.

4.3 Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
  • weitere systemische Fluorid-Anwendung, z. B. mit Mineral-/Tafelwasser und/oder fluoridiertem Speisesalz
  • Fluoridgehalt des Trinkwassers über 0,7 mg/l
  • wenn Säuglinge spezielle Diätnahrung mit Fluoridanreicherung erhalten, oder wenn die Flaschennahrung mit Trink- oder Mineralwasser hergestellt wird, welches über 0,3 mg Fluorid pro Liter enthält

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion ist das Risiko einer systemischen Fluorose erhöht.

Zymafluor soll nur nach Rücksprache mit dem behandelten Arzt eingenommen werden.

Enthält Sorbitol Patienten mit hereditärer Fructoseintoleranz (HFI) dürfen dieses Arzneimittel nicht einnehmen / erhalten. Die additive Wirkung gleichzeitig angewendeter Sorbitol (oder Fructose) –haltiger Arzneimittel und die Einnahme von Sorbitol (oder Fructose) über die Nahrung ist zu berücksichtigen. Der Sorbitolgehalt oral angewendeter Arzneimittel kann die Bioverfügbarkeit von anderen gleichzeitig oral angewendeten Arzneimitteln beeinflussen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Einnahme von Kalzium, Magnesium oder Aluminium kann die Resorption der
Fluoride reduzieren. Zymafluor soll daher nicht gleichzeitig mit Milch oder Milchprodukten bzw.

kalzium-, magnesium- oder aluminiumhaltigen Antazida eingenommen werden.

Zwischen der Einnahme von Zymafluor und der Einnahme eines Antazidums sollten mindestens zwei
Stunden liegen.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Eine Anwendung zur Kariesprophylaxe ist möglich. Ein Nutzen für das Gebiss des Kindes
ist wahrscheinlich nicht gegeben.

Stillzeit

Eine Anwendung zur Kariesprophylaxe ist möglich. Der Wirkstoff von Zymafluor geht nur zu einem äußerst geringen Teil in die Muttermilch über. Fluoridgaben zur Kariesvorbeugung sind dem Säugling deshalb direkt zu verabreichen.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Zymafluor hat keinen oder vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit
zum Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen sind unten stehend nach Systemorganklassen und Häufigkeiten aufgelistet.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000):

Urtikaria, Erythem, Ausschlag (verschwinden in der Regel nach Absetzen der Behandlung rasch)

Erkrankungen des Immunsystems:

Sehr selten (< 1/10.000):

Überempfindlichkeitsreaktionen auf Fluorid (Hautreaktionen, Kopfschmerzen, gastrointestinale Reaktionen, Stomatitis, Ulzera im Mundraum), wie sie auch gegenüber Zahnpasten oder fluoridiertem Wasser auftreten können.

Bei chronischer Überdosierung (z. B. 2 mg und mehr pro Tag) während der Zahnbildung der bleibenden Zähne kann es zu Zahnfluorose (kreidige Abstumpfung des Zahnschmelzes, fleckiger Pigmentierung und Schmelzdefekten am bleibenden Gebiss) kommen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie
ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über
das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/

4.9 Überdosierung

Toxizität

Die tödliche Dosis bei Erwachsenen wird mit 5 g Natriumfluorid (entspricht 2,2 g Fluorid, ~ 30-40 mg Fluorid/kg Körpergewicht) angegeben, bei Kindern und Jugendlichen liegt die wahrscheinliche toxische Dosis, die in Einzelfällen zum Tod führen kann, bei 11 mg/kg KG (entsprechend 5 mg Fluorid/kg KG). In diesen Fällen ist eine sofortige Hospitalisierung erforderlich.

Symptome

Eine akute Vergiftung kann zu Hypersalivation, Nausea, Erbrechen, blutiger Diarrhoe und/oder abdominalen Schmerzen führen. Diese Symptome entstehen dadurch, dass Natriumfluorid in höherer Dosis - durch Bildung von Fluss-Säure - eine ätzende Wirkung auf die Magen-Darm-Schleimhaut hat.

Weitere Symptome sind: Durst, Müdigkeit, Tremor, Parästhesien in den Extremitäten und im Gesicht, ZNS-Depression, Konvulsionen und oberflächliche Atmung. In schweren Fällen können sich metabolische Azidose, Hypomagnesiämie, fortschreitende respiratorische Paralyse, Schock und Koma entwickeln. Die entstehende Hypokalzämie kann zu Schwäche und Krämpfen der Skelettmuskulatur, Schwäche der Atemmuskulatur, Atemstillstand , ventrikulärer Tachykardie, Kammerflimmern und Nierenversagen führen.

Bei höheren Einnahmemengen von 2 bis 8 mg täglich kann es bei Fluoridaufnahme über einen Zeitraum von etwa 10 Jahren oder länger zu einer Skelettfluorose kommen. Eine langfristige Einnahme von Fluorid kann zu schwachen und brüchigen Knochen führen.

Zahnfluorose tritt bei Fluoridbelastung während der Zahnschmelzentwicklung auf und ist irreversibel.

Trüber, gestreifter Zahnschmelz, weiße Flecken oder Verfärbungen, „Schneekappen“, gelblich-braune Flecken oder braune Grübchen auf den Zähnen sind charakteristisch für Fluorose. In seiner schwerwiegenderen Form wird der Zahnschmelz strukturell geschwächt (brüchig) und anfällig für Erosion und Bruch.

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern und Jugendlichen liegt die wahrscheinlich toxische Dosis (Probably Toxic Dose; PTD), die in Einzelfällen tödlich verlaufen kann, bei 11 mg/kg Natriumfluorid (entspricht 5 mg Fluorid/kg). Nach Einnahme von < 5 mg Fluorid/kg Körpergewicht sind Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall zu erwarten. Nach Einnahme von > 5 mg Fluorid/kg Körpergewicht (entspricht > 200 Tabletten Zymafluor 0,25 mg bzw. > 50 Tabletten Zymafluor 1 mg für ein etwa 10 kg schweres Kind) sind darüber hinaus Hypersalivation und Bauchschmerzen zu beobachten. Die Angaben unter „Behandlung einer schweren Überdosierung“ sind zu beachten.

Therapie

Orale Gabe von Kalzium, mehrstündige Überwachung des Patienten im Hinblick auf Herzfunktion und
mögliche Krampfneigung.

Behandlung einer schweren Überdosierung

  • Sofortige Krankenhauseinweisung.
  • Magenspülung innerhalb einer Stunde.
  • Orale Gabe von Kalzium (Milch, orale Kalziumglukonat-/Kalziumlactatlösung) oder Aluminiumhydroxid zur Adsorption von Fluorid im Gastrointestinaltrakt.
  • Kardiales Monitoring, Überwachung und entsprechende Korrektur des Serumkalziums und Serumkaliums. EKG vornehmen (auf eine spitze Erscheinung der T-Wellen und eine Verlängerung des QT-Intervalls achten).
  • Beim Auftreten von Hypokalzämie sollte wiederholt, bis zum Erreichen einer Normokalzämie, 5-10 ml Kalziumglukonatlösung (9 mg Ca++/ml) als langsame Infusion verabreicht werden. Auf eine ausreichende Rehydration und Diurese muss geachtet werden. Es können beträchtliche intravenöse Dosen von Kalziumglukonat (= Antidot der Fluss-Säure, Kalziumionen neutralisieren Fluoridionen) erforderlich werden.
  • Der Kreislauf sollte durch Infusionen mit Elektrolytlösungen gestützt werden. Möglicherweise besteht ein Bedarf für Atemunterstützung. Hämodialyse kann initiiert werden. Erbrochenes, Fäzes und Urin sollten rasch abgewaschen werden, um Verätzungen zu vermeiden. In schweren Fällen sollte der Urin des Patienten alkalisiert werden.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Stomatologika, Mittel zur Kariesprophylaxe,

Natriumfluorid
ATC-Code: A01AA01

Der Zahnschmelz besteht vor allem aus Hydroxylapatit; an seiner Oberfläche führen Plaquebakterien
und Nahrung durch Säurebildung zu einer Demineralisation. Durch im Speichel gelöste Ionen (z. B.

Ca++, H[PO4]--, F-) kommt es zu einer physiologischen Remineralisation. Wenn die Zahnflächen und
Fissuren mit aktiver Plaque bedeckt sind, ist dieser Reparaturmechanismus überfordert. Es überwiegt
die Demineralisation, Karies entsteht.

Durch die Anhebung der Fluoridionenkonzentration im Speichel wird

  • Hydroxylapatit zu Fluorapatit umgewandelt und dadurch die Widerstandsfähigkeit gegen Säuren erhöht,
  • der bakterielle Abbau von Kohlenhydraten zu Säuren gehemmt,
  • die Einlagerung von Mineralsalzen aus dem Speichel beschleunigt.

Die Schutzwirkung von Fluoriden besteht bei regelmäßiger Einnahme für die Milchzähne ebenso wie für das bleibende Gebiss.

Vor Durchbruch des Zahnes wird das Fluorid über den Blutweg den Zahnkeimen zugeführt und ermöglicht eine präeruptive Fluoridierung. Nach Durchbruch des Zahnes erfolgt der Einbau von Fluorid in die Zahnhartsubstanzen vor allem auch durch direkten Kontakt mit fluoridhaltigem Speichel.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Natriumfluorid wird aus dem Gastrointestinaltrakt rasch und fast vollständig resorbiert.

Verteilung

Fluorid ist ein physiologischer Bestandteil von Körperflüssigkeiten und Geweben und findet sich im
Körper vor allem in Knochen und Zähnen.

Biotransformation

Natriumfluorid wird nicht metabolisiert. Die Plasma-Halbwertszeit beträgt etwa 3 – 10 Stunden.

Elimination

Die Ausscheidung erfolgt vorwiegend renal (40-60 %). Geringe Mengen werden über Fäzes (10-25
%), Schweiß und Speichel eliminiert.

Die Menge des im Urin ausgeschiedenen Fluorids ist variabel und abhängig vom Alter, dem Status
einer Schwangerschaft, der Nierenfunktion, dem pH-Wert und anderen Faktoren.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Chronische Toxizität:

Im Tierversuch ergaben sich mit humantherapeutischer Dosis keine Hinweise auf chronische Toxizität.

Reproduktionstoxizität:

Tierexperimentelle Untersuchungen ergaben keinen Hinweis auf eine embryotoxikologische und
teratogene Wirkung.

Mutagenität:

Es fanden sich in in-vitro Untersuchungen keine Hinweise zur Mutagenität.

Kanzerogenität:

In den eingesetzten Dosierungen gelten Fluoride nicht als kanzerogen.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Sorbitol E 420
hochdisperses Siliciumdioxid
Magnesiumstearat

Zymafluor 0,25 mg enthält zusätzlich: ätherisches Pfefferminzöl.

Zymafluor 1 mg enthält zusätzlich: Eisenoxid gelb E 172.

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit
zu schützen.

Röhrchen fest verschlossen halten.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Röhrchen aus Polypropylen mit Stopfen aus Polyethylen.

Packungsgrößen:

Zymafluor 0,25 mg - Tabletten: 300 Stück.

Zymafluor 1 mg - Tabletten: 100 Stück.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Cooper Consumer Health Deutschland GmbH, Gottlieb-Daimler-Straße 2, 68165 Mannheim, Deutschland

8. ZULASSUNGSNUMMER(N)

Zymafluor 0,25 mg - Tabletten: Z.Nr.: 8423
Zymafluor 1 mg - Tabletten: Z.Nr.: 11027

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Zymafluor 0,25 mg - Tabletten:

Datum der Erteilung der Zulassung: 13. Mai 1955

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 09. November 2011

Zymafluor 1 mg - Tabletten:

Datum der Erteilung der Zulassung: 30. März 1984

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 09. November 2011

10. STAND DER INFORMATION

November 2025

REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT:

Rezeptfrei, apothekenpflichtig.