Gehirntumore

Bei Kindern sind Hirntumore sehr schwer zu erkennen da die Symptome sehr allgemein sein. Gleichzeitig gehören Hirntumore zu den häufigsten Tumorerkrankungen bei Kindern. Über 50% aller Hirntumore werden bei Kindern und Jugendlichen diagnostiziert. Da sich die Tumore im Schädel kaum Möglichkeiten haben sich auszubreiten verdrängen sie das umliegende Gewebe. Dies kann bis zu einer Zerstörung des Gewebes führen. Die Behandlung sieht meist eine operative Entfernung und eine Strahlentherapie vor.

Meisten leiden die Patienten an Kopfschmerzen, Erbrechen, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, psychische Veränderung, Sehstörungen,…

Die WHO teilt Hirntumore in vier Klassen ein, wobei Tumore der Klasse I eine günstige Prognose aufweisen, während sich die Prognose mit steigender Klasse verschlechtert. Tumore der Klasse IV sind bösartige, sehr rasch wachsende Tumoren mit ungünstiger Prognose.

Folgende Tumore kommen bei Kinder und Jugendlichen gehäuft vor:

- Astrozytäre Tumoren

Astrozytome gehören zu den häufigsten Gehirntumoren. Das pilozytische Astrozytom ist ein langsam wachsender astrozytärer Hirntumor, der vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen auftritt und den häufigsten Tumor in dieser Altersgruppe darstellt. Nach vollständiger operativer Entfernung des Tumors, die insbesondere bei Lage im Bereich des Kleinhirns in der Regel gut möglich ist, ist die Prognose günstig. Kann der Tumor nicht vollständig entfernt werden, ist der weitere Krankheitsverlauf unter Umständen von erneutem Tumorwachstum geprägt.

- Ependymome

Treten häufig im Kindesalter auf und sind in der Regel langsam wachsende Tumore. Die Operation gilt als die wirkungsvollste Therapie. Kann der Tumor nicht gänzlich entfernt werden, wird die Opertion oft mit der Strahlentherapie kombiniert. Aufgrund der Lage der Tumore ist eine komplette Entfernung oft nicht möglich. Für eine verläßliche Prognose ist oft der Verlauf der Operation abzuwarten.

- Plexuskarzinom

ist ein bösartiger Hirntumor, der selten auftritt. Bei Kindern im ersten Lebensjahr gehört das Plexuskarzinom zu den häufigsten Hirntumoren. Zur Therapie gehören die vollständige operative Entfernung, sowie ein Chemotherapie. Tendenziell ist die Prognose schlecht, da der Tumor immer wieder auftritt.

- Dysembryoplastische Neuroektodermale Tumor

Die Patienten haben in vielen Fällen epileptische Anfälle und Kopfschmerzen, sonst aber keine weiteren Symptome. Die Tumore kommen hauptsächlich bei Kindern und Jugendlichen vor. Die Prognose ist günstig. Ebenfalls zu den den gutartigen Tumoren mit günstiger Prognose gehören die Gangliogliome.

- Pineoblastom

Ist ein extrem seltener Tumor des vierten Grades. Pineoblastome treten insbesondere bei Kindern und jungen Erwachsenen auf und haben eine sehr ungünstige Prognose. Pineoblastome sind im Bereich der Zirbeldrüse gelegen und erzeugen unter anderem Doppelbilder.

- Papillärer Tumor der Pinealisregion

Ist wie Pineoblastom ein sehr seltener Tumor, welcher vor allem bei Kindern und Jugendlichen vorkommt, der an der Zirbeldrüse gelegen ist. Der Grad wird von der WHO zwischen II und III angegeben. Eine vollständige operative Entfernung ist aufgrund der Lage oft nicht möglich.

- Medulloepitheliom

ist ein seltener, bösartiger Tumor, welcher hauptsächlich bei Kleinkindern auftritt. Das Medulloepitheliom wird von der WHO als Grad IV eingestuft. Gesicherte Prognosen sind nicht möglich.

- Ependymoblastom

sind sehr selten und bösartig. Ependymoblastome treten meist bei Neugeborenen auf. Sie werden von der WHO als Grad IV eingestuft.

- Medulloblastom

Das Medulloblastom ist ein bösartiger embryonaler Tumor des Kleinhirns. Er tritt bevorzugt im Kleinkindes- und Kindesalter auf und ist in dieser Altersgruppe der häufigste bösartige Hirntumor. Er wird nach der WHO-Klassifikation der Tumoren des zentralen Nervensystems als Grad IV eingeordnet.

- Atypischer teratoider/rhabdoider Tumor

atypischer teratoider/rhabdoider Tumore, sind seltene Hirntumore aus der Gruppe der embryonalen Tumoren. Der äußerst bösartige Tumor wird nach der WHO-Klassifikation der Tumoren des zentralen Nervensystems als Grad IV eingeteilt und tritt ganz überwiegend bei Kleinkindern auf.

- Hämangiom

Ein Hämangiom (auch Blutschwämmchen oder Erdbeerfleck) ist ein embryonaler Tumor. Typischerweise sind Hämangiome bei Geburt noch sehr klein und nehmen dann in manchen Fällen (ca. 10 Prozent) vor allem im ersten Lebensjahr deutlich an Größe zu.