COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2)
COVID-19 (Coronavirus Disease 2019) ist die von SARS-CoV-2 ausgelöste Infektionskrankheit, die seit Ende 2019 von der chinesischen Stadt Wuhan aus zur weltweiten Pandemie wurde. Weltweit wurden der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit Dezember 2019 knapp 780 Millionen bestätigte Fälle und über 7,1 Millionen Todesfälle gemeldet, bis Ende 2024 wurden mehr als 13,6 Milliarden Impfdosen verabreicht. Für Kinder gilt: Die Erkrankung verläuft in aller Regel deutlich milder als bei Erwachsenen – ernst zu nehmen ist sie trotzdem, unter anderem wegen der seltenen, aber gefährlichen Folgeerkrankung PIMS.
Wichtig für Österreich: COVID-19 ist inzwischen endemisch, also dauerhaft im Umlauf. Seit 30.6.2023 gibt es keine allgemeine Meldepflicht mehr für Verdachts- und Erkrankungsfälle, das Virus wird aber weiterhin über Abwassermonitoring und die Überwachung schwerer Atemwegsinfektionen (SARI) beobachtet.
Was ist COVID-19?
Coronaviren sind eine große Virusfamilie, die beim Menschen von der harmlosen Erkältung bis zu schweren Atemwegserkrankungen wie SARS oder MERS reichen kann. SARS-CoV-2 ist ein neuartiges, genetisch hochvariables Coronavirus, das ursprünglich von Tieren auf den Menschen übertragen wurde und sich seither vor allem von Mensch zu Mensch verbreitet. Seit dem ersten Auftreten sind zahlreiche Virusvarianten entstanden (u. a. Alpha, Delta, Omicron), die sich in Ansteckungsfähigkeit und teils auch im Krankheitsbild unterschieden.
Übertragung
Das Virus wird hauptsächlich durch virushaltige Partikel übertragen, die beim Sprechen, Singen, Husten oder Niesen freigesetzt werden. Sowohl Aerosole (die sich in schlecht durchlüfteten Räumen länger in der Luft halten) als auch größere Tröpfchen spielen eine Rolle; die Übertragung über Oberflächen ist im Vergleich dazu eher gering. Die Inkubationszeit lag bei den ursprünglichen Varianten meist bei 5–6 Tagen (bis zu 14 Tage möglich), bei der Omicron-Variante verkürzte sie sich auf durchschnittlich etwa 3 Tage.
Symptome bei Kindern
Bei Kindern verläuft eine SARS-CoV-2-Infektion überwiegend mild oder sogar ohne Symptome. In einer Auswertung pädiatrischer Daten zeigten sich bei etwa 15–42 % der infizierten Kinder überhaupt Symptome – der Großteil der Infektionen verläuft also unbemerkt oder wie ein einfacher Infekt. Die Krankheitsdauer beträgt bei symptomatischen älteren Kindern im Schnitt rund 7 Tage, bei jüngeren Kindern etwa 5 Tage.
Die häufigsten Symptome bei erkrankten Kindern sind:
- Fieber (bei rund 61 % der symptomatischen Kinder)
- Symptome der unteren Atemwege wie Husten (bei rund 42 %)
- Hals-Nasen-Ohren-Beschwerden / obere Atemwege wie Schnupfen, Halsschmerzen (bei rund 40 %)
- Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen (bei rund 24 %)
- Neurologische Symptome wie Kopfschmerzen oder Müdigkeit (bei rund 10 %)
Ein für COVID-19 relativ typisches, aber nicht zwingendes Symptom ist der vorübergehende Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn. Kurzatmigkeit kommt vor, ist aber bei einer gewöhnlichen Erkältung oder Grippe deutlich seltener als bei COVID-19 – anhaltende Atembeschwerden sollten daher immer ärztlich abgeklärt werden.
Erkältung, Grippe oder COVID-19?
Seit die Omikron-Varianten vorherrschen, ähneln sich die Krankheitsbilder stark: Fieber, Halsschmerzen, Schnupfen und Husten kommen bei allen drei Erkrankungen vor. Eine verlässliche Unterscheidung allein anhand der Beschwerden ist deshalb nicht möglich – auch nicht anhand von Symptomtabellen, wie sie zu Beginn der Pandemie verbreitet waren. Wenn es auf die Unterscheidung ankommt, etwa vor dem Kontakt mit einem Risikopatienten oder bei einem Säugling, schafft ein Abstrich Klarheit: Unser Kombitest weist in der Ordination Covid-19, Influenza A/B und RSV aus einer einzigen Probe nach, in der 9-fach-Variante zusätzlich Adenoviren, Rhinoviren, Parainfluenzaviren, humanes Metapneumovirus und Mykoplasmen.
Wie schwer erkranken Kinder wirklich?
Kinder haben im Vergleich zu Erwachsenen ein deutlich geringeres Risiko für einen schweren Verlauf. Konkrete Zahlen aus pädiatrischen Auswertungen:
- Etwa 2 % der erkrankten Kinder benötigten weltweit eine intensivmedizinische Behandlung; in deutschen Erhebungen lag dieser Anteil bei rund 5 % der hospitalisierten Kinder.
- Die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) hat in einem bundesweiten Register zwischen 2020 und 2022 7.375 wegen COVID-19 hospitalisierte Kinder und Jugendliche in Deutschland erfasst.
- Die Sterblichkeit bei Kindern mit COVID-19 wird mit etwa 0,08 % angegeben; bezogen auf hospitalisierte Fälle liegt die errechnete Letalität sogar nur bei etwa 0,0018 % – schwere Verläufe mit Todesfolge sind bei Kindern also sehr selten.
- Nach US-amerikanischen Angaben (American Academy of Pediatrics) tragen vor allem Kinder unter 2 Jahren das höchste Risiko für einen schweren Verlauf und eine Krankenhausaufnahme innerhalb der Altersgruppe der Kinder.
Ein erhöhtes Risiko für schwerere Verläufe haben zudem Kinder mit chronischen Lungenerkrankungen, angeborenen Herzfehlern, neurologischen Grunderkrankungen, Krebserkrankungen, Nierenerkrankungen, Diabetes, ausgeprägtem Übergewicht sowie Kinder mit Trisomie 21 (Down-Syndrom).
Wann sofort zur Kinderärztin/zum Kinderarzt oder in die Ambulanz?
Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe, wenn Ihr Kind eines der folgenden Anzeichen zeigt: Atemnot oder sehr schnelle, angestrengte Atmung, bläuliche Lippen oder Gesichtsfarbe, anhaltende Brustschmerzen oder ein Gefühl von Druck auf der Brust, Verwirrtheit oder ungewöhnliche Schläfrigkeit, Schwierigkeiten beim Wachbleiben, Trinkschwäche bei Säuglingen, sowie hohes Fieber, das trotz fiebersenkender Maßnahmen nicht sinkt oder sehr lange anhält.
PIMS – die seltene, aber ernste Komplikation
Bei einem kleinen Teil der Kinder kann es 2–6 Wochen nach einer – teils sogar unbemerkt verlaufenen – SARS-CoV-2-Infektion zu einer schweren entzündlichen Reaktion des ganzen Körpers kommen, dem sogenannten PIMS (Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome, international auch MIS-C genannt). In Deutschland wurden im Rahmen des DGPI-PIMS-Registers bis Anfang 2023 593 PIMS-Fälle erfasst; das mittlere Zeitintervall zwischen Infektion und PIMS-Beginn betrug etwa 25 Tage.
Typische Merkmale laut Registerdaten:
- Praktisch alle betroffenen Kinder haben Fieber (nahezu 100 %)
- Magen-Darm-Beschwerden bei rund 80 %
- Herz-Kreislauf-Beteiligung bei rund 74 %
- Hautausschlag bei rund 71 %
- Rund 68 % der Kinder mit PIMS benötigten eine intensivmedizinische Behandlung
- Die Sterblichkeit bei PIMS wird mit etwa 1–2 % angegeben (eine britische Studie berichtete 1,5 %)
- Betroffen sind eher ältere Kinder, häufiger Buben (rund 64 %), meist ohne relevante Vorerkrankungen
PIMS ähnelt in Teilen dem Kawasaki-Syndrom, ist aber eine eigenständige Erkrankung. Ausführliche Informationen zu Symptomen und Behandlung finden Sie im Artikel PIMS-Syndrom.
PIMS-Warnzeichen – sofort handeln!
Kontaktieren Sie bei folgenden Anzeichen, die 2–6 Wochen nach einer (auch nur vermuteten) Corona-Infektion auftreten, umgehend eine Ärztin/einen Arzt bzw. suchen Sie eine Kinderklinik auf: anhaltendes hohes Fieber über mehrere Tage in Kombination mit Hautausschlag, geröteten Augen, geschwollenen Lippen/Zunge, starken Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfall, Kreislaufproblemen oder ausgeprägter Mattigkeit. PIMS ist selten, aber eine ernstzunehmende Notfallsituation.
Long COVID bei Kindern
Auch Kinder können nach einer COVID-19-Infektion länger anhaltende Beschwerden entwickeln. Man unterscheidet Long-COVID (Beschwerden ab 4 Wochen nach Infektionsbeginn) von Post-COVID (Beschwerden, die 12 Wochen oder länger bestehen bzw. neu auftreten). Die geschätzte Häufigkeit von Long-COVID bei Kindern liegt bei etwa 1–3 %. In einer Übersichtsarbeit mit Daten von rund 20.000 Kindern wurden unter anderem folgende Beschwerden beschrieben (Angaben in Spannbreiten je nach Studie):
- Erschöpfung/Fatigue: 3–87 %
- Konzentrationsschwierigkeiten: 2–81 %
- Kopfschmerzen: 3–80 %
- Bauchschmerzen: 1–76 %
- Schlafstörungen: 2–63 %
- Muskel- und Gelenkschmerzen: 1–61 %
Bei einem kleinen Teil der betroffenen Kinder zeigt sich ein besonders schwerer Verlauf mit dem klinischen Bild einer chronischen Erschöpfungserkrankung (ME/CFS), verbunden mit deutlicher Einschränkung der Alltagsfähigkeit und Verschlechterung nach Belastung. Bei länger als 4 Wochen anhaltenden Beschwerden nach einer Corona-Infektion sollte dies kinderärztlich abgeklärt werden.
Impfung gegen COVID-19 bei Kindern
Maßgeblich ist in Österreich die COVID-19-Impfempfehlung des Nationalen Impfgremiums, die jährlich vor der Herbst-/Wintersaison aktualisiert wird. Die Kernpunkte für Kinder und Jugendliche:
- Eine Impfung ist ab dem vollendeten 6. Lebensmonat möglich; verwendet wird ein altersabhängig dosierter, an die aktuell zirkulierende Variante angepasster Impfstoff.
- Empfohlen wird sie in erster Linie für Kinder und Jugendliche mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf – etwa bei chronischen Lungen-, Herz-, Nieren- oder Stoffwechselerkrankungen, Immunschwäche oder Trisomie 21.
- Für diese Gruppe ist eine jährliche Impfung im Herbst vorgesehen. Zwischen zwei Impfungen bzw. nach einer durchgemachten Infektion soll ein Mindestabstand von etwa vier Monaten eingehalten werden.
- Die COVID-19-Impfstoffe werden vom Bund weiterhin kostenfrei zur Verfügung gestellt.
Auch die amerikanische Gesellschaft für Pädiatrie (AAP) empfiehlt die Impfung generell für Kinder von 6 bis 23 Monaten und für alle 2- bis 18-Jährigen mit Risikofaktoren; für gesunde Kinder darüber steht sie zur Verfügung, wenn Eltern zusätzlichen Schutz wünschen.
Welche Impfung für Ihr Kind sinnvoll ist, besprechen wir gerne persönlich. Die ausführliche österreichische Empfehlung inklusive Impfschema finden Sie unter COVID-19-Impfungen: Empfehlung für Kinder und Jugendliche, Informationen zu den Präparaten unter COVID-19-Impfstoffe. Eine Übersicht aller empfohlenen Impfungen bietet der österreichische Impfplan; Hintergründe zum Thema Impfen allgemein finden Sie unter Impfaufklärung.
Behandlung zu Hause
Die meisten Kinder mit COVID-19 können, wie bei einem grippalen Infekt, zu Hause betreut werden:
- Ausreichend Flüssigkeit anbieten, auf Ruhe und Schlaf achten
- Bei Bedarf fiebersenkende Mittel wie Paracetamol oder Ibuprofen in altersgerechter Dosierung verwenden – Details dazu unter Medikamente für Kinder
- Fieber korrekt messen: So messen Sie Ihr Kind richtig
- Bei Verschlechterung, insbesondere Atemproblemen, keine Zeit verlieren und ärztlichen Rat einholen
Ein Antibiotikum hilft bei COVID-19 nicht, da es sich um eine Viruserkrankung handelt – Antibiotika wirken nur gegen Bakterien und sind nur bei einer zusätzlichen bakteriellen Komplikation sinnvoll.
Vorbeugung
Zum Schutz vor einer Ansteckung – gerade für Risikokinder oder in Zeiten hoher Fallzahlen – helfen die altbekannten Maßnahmen: regelmäßiges Händewaschen, Husten-/Niesetikette, Lüften geschlossener Räume sowie das Meiden engen Kontakts zu erkrankten Personen. Kinder, denen das dauerhafte Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gesundheitlich nicht guttut, sollten laut internationalen Empfehlungen nicht dazu gezwungen werden.
Quellen
- Corona und die Kinder: Klinik, Diagnostik und Therapie – Übersichtsarbeit, PMC/National Library of Medicine (National Center for Biotechnology Information)
- COVID-19- & PIMS-Infoseite und COVID-19-/PIMS-Register – Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI), Deutschland
- Coronavirus – AGES, Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit
- COVID-19-Impfempfehlung – Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz/Nationales Impfgremium (NIG), Österreich, Fassung 2026
- Impfplan Österreich 2025/2026, Version 1.1 vom 10. Oktober 2025 – BMASGPK/Nationales Impfgremium
- Coronavirus disease (COVID-19) – World Health Organization (WHO), Fact Sheet
- COVID-19 – HealthyChildren.org, American Academy of Pediatrics (AAP), USA
- Novel Coronavirus Disease (COVID-19) – Centre for Health Protection, Hongkong SAR
- 新型コロナウイルス感染症について(小児)– Ministry of Health, Labour and Welfare (厚生労働省), Japan
Hinweis zur Entstehung dieses Beitrags
Dieser Beitrag wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz geschrieben und überarbeitet.
War dieser Beitrag hilfreich?
Woran lag es?
Danke – das hilft uns bei der Überarbeitung.