Kaum ein Satz sorgt in der kinderärztlichen Ordination für so viel Gesprächsbedarf wie: „Braucht mein Kind jetzt ein Antibiotikum?" Die ehrliche Antwort lautet in den allermeisten Fällen: nein – denn die große Mehrheit der fiebrigen Infekte im Kindesalter, von der Erkältung über die meisten Halsschmerzen bis zu den meisten Bronchitiden, wird durch Viren ausgelöst, gegen die Antibiotika grundsätzlich wirkungslos sind. Dieser Ratgeber erklärt, wann ein Antibiotikum tatsächlich hilft, wie man in Österreich, Deutschland und vielen anderen Ländern zu dieser Entscheidung kommt, welche Nebenwirkungen zu beachten sind – und warum ein sorgsamer Umgang mit Antibiotika heute wichtiger ist denn je.

So ist dieser Ratgeber aufgebaut

Die folgenden 13 Kapitel führen vom Grundprinzip – virale versus bakterielle Infekte – über die wichtigsten Kinderkrankheiten, bei denen sich die Antibiotika-Frage stellt (Mittelohrentzündung, Angina, Nasennebenhöhlen, Husten/Bronchitis, Lungenentzündung, Harnwegsinfekt), bis zu ganz praktischen Fragen rund um Nebenwirkungen und den richtigen Umgang mit der Packung zu Hause. Grundlage ist eine Auswertung aktueller Leitlinien, Positionspapiere und Empfehlungen pädiatrischer Fachgesellschaften und Gesundheitsbehörden aus Österreich, Deutschland und rund einem Dutzend weiterer Länder; die wichtigsten Quellen finden Sie am Ende des Artikels. Nutzen Sie das Inhaltsverzeichnis, um gezielt zu dem Abschnitt zu springen, der Sie gerade beschäftigt.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Er dient der Orientierung und der Vorbereitung auf das Gespräch in der kinderärztlichen Praxis. Ob Ihr Kind ein Antibiotikum benötigt, welches Präparat, in welcher Dosierung und für wie lange, entscheidet immer die untersuchende Ärztin bzw. der untersuchende Arzt anhand des konkreten Krankheitsbildes. Verändern Sie eine begonnene Antibiotikatherapie nie eigenmächtig – etwa durch vorzeitiges Absetzen oder Weglassen einzelner Dosen – und wenden Sie sich bei Verschlechterung des Zustands Ihres Kindes unverzüglich an Ihre Kinderärztin, Ihren Kinderarzt oder den ärztlichen Notdienst.

1. Viren oder Bakterien: das Grundprinzip

Antibiotika wirken – das ist internationaler fachlicher Konsens – ausschließlich gegen Bakterien, nicht gegen Viren. Die spanische Kinderärztevereinigung AEPap bringt das in ihrem Elternportal Familia y Salud auf den Punkt: Antibiotika bekämpften keine durch Viren verursachten Infektionen wie Erkältungen, Grippe, COVID-19 und die meisten Ursachen von Husten, Bronchitis, Halsschmerzen und Durchfall. Sinnvoll sei ein Antibiotikum erst dann, wenn eine bakterielle Infektion tatsächlich nachgewiesen ist – etwa bei einer Streptokokken-Angina oder einem Harnwegsinfekt.

Die im deutschsprachigen Raum – also auch für Österreich – maßgebliche Leitlinie „Antibiotische Therapie in der ambulanten Pädiatrie" (kurz AnTiB Paed, Stand März 2024), erarbeitet von der Arbeitsgemeinschaft Antibiotic Stewardship ambulante Pädiatrie gemeinsam mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI), formuliert als zentrales Ziel, unnötige Antibiotikatherapien zu vermeiden beziehungsweise so rasch wie möglich zu beenden – insbesondere bei leichten, von selbst ausheilenden bakteriellen Erkrankungen bei ansonsten gesunden Kindern. Auch das 2022 veröffentlichte „AWaRe Antibiotic Book" der Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont ausdrücklich, dass bei vielen der darin behandelten Infektionen „kein Antibiotikum" die sicherste Therapieoption sein kann, wenn eine bakterielle Ursache unwahrscheinlich ist.

Virale und bakterielle Infekte im Vergleich

🦠 Meist viral

Erkältung, die meisten Halsschmerzen
die meisten Bronchitiden, viele Durchfälle
Antibiotikum wirkungslos – Symptome lindern, Zeit geben

🧫 Bakteriell (seltener, aber real)

Streptokokken-Angina, Harnwegsinfekt
manche Mittelohr-, Nasennebenhöhlen- und Lungenentzündungen
Antibiotikum gezielt nach Diagnose
Die meisten fiebrigen Atemwegsinfekte im Kindesalter sind viral bedingt. Ob im Einzelfall doch eine bakterielle Infektion vorliegt, lässt sich oft nicht am Aussehen des Kindes allein, sondern erst durch die ärztliche Untersuchung – mitunter ergänzt durch einen Schnelltest oder eine Urin- bzw. Rachenkultur – zuverlässig klären.

2. Wie oft bekommen Kinder in Österreich ein Antibiotikum?

Eine Auswertung der österreichischen Sozialversicherung auf Basis von 8,5 Millionen Versicherten, darunter 1,67 Millionen Kinder (Datenjahr 2015), zeigt: Kinder und Jugendliche zwischen 0 und 19 Jahren erhielten mit 35 % etwas häufiger mindestens eine Antibiotikaverordnung pro Jahr als der Bevölkerungsdurchschnitt mit 33 %. Deutlich stärker betroffen waren Vorschulkinder: In der Gruppe der 0- bis 6-Jährigen bekam mit 42 % fast jedes zweite Kind mindestens ein Antibiotikum verschrieben, bei den 7- bis 19-Jährigen waren es 31 %.

0–6 Jahre42 %mind. 1 Antibiotikum/Jahr
7–19 Jahre31 %mind. 1 Antibiotikum/Jahr
0–19 Jahre gesamt35 %vs. 33 % Bevölkerungsschnitt

Bemerkenswert sind die regionalen Unterschiede: Bei den 0- bis 6-Jährigen reichte die Verordnungsprävalenz von Spitzenwerten in den Bezirken Mattersburg (57 %) und Völkermarkt (56 %) bis zu den niedrigsten Werten in Wien-Innenstadt (25 %) und Salzburg-Stadt (27 %). Sozioökonomische Faktoren und die Dichte an niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten allein konnten diese großen Unterschiede laut der Auswertung nicht erklären – ein Hinweis darauf, dass auch regional unterschiedliche Verordnungsgewohnheiten eine Rolle spielen. Passend dazu hält die deutsch-österreichische AnTiB-Paed-Leitlinie fest, dass Atemwegsinfektionen der mit Abstand häufigste Anlass für eine Antibiotikaverordnung bei Kindern und Jugendlichen im ambulanten Bereich sind – weshalb ihnen in diesem Ratgeber mehrere eigene Kapitel gewidmet sind.

3. Antibiotikaresistenzen: ein wachsendes Problem

Jede nicht zwingend notwendige Antibiotikagabe trägt zu einem Problem bei, das die WHO als eine der größten globalen Gesundheitsbedrohungen bezeichnet: die Antibiotikaresistenz. Bakterien, die wiederholt mit Antibiotika in Kontakt kommen, entwickeln Mechanismen, die diese Wirkstoffe wirkungslos machen – und geben diese Widerstandsfähigkeit weiter. Laut WHO wurden 2021 weltweit über 4,7 Millionen Todesfälle mit bakterieller Antibiotikaresistenz in Verbindung gebracht. Ohne Gegensteuern rechnet die WHO bis 2035 mit jährlichen Behandlungskosten resistenter Infektionen von rund 412 Milliarden US-Dollar, hinzu kämen zusätzliche Produktivitätsverluste von etwa 443 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Bereits 2023 war rund 1 von 6 laborbestätigten bakteriellen Infektionen resistent gegenüber gängigen Antibiotika; zwischen 2018 und 2023 nahm die Resistenz bei mehr als 40 % der weltweit überwachten Kombinationen aus Erreger und Antibiotikum weiter zu, und zwar um 5 bis 15 % pro Jahr.

Weltweit, 20214,7 Mio.Todesfälle im Zusammenhang mit AMR
20231 von 6bakt. Infektionen resistent
2018–2023>40 %Kombinationen mit steigender Resistenz
Prognose 2035412 Mrd. $jährliche Behandlungskosten

Um dem entgegenzuwirken, hat die WHO ein einfaches Ordnungssystem entwickelt, die sogenannte AWaRe-Klassifikation, die Antibiotika nach ihrem Resistenzrisiko in drei Gruppen einteilt:

Access

Schmalspektrum-Erstlinienmittel mit geringem Resistenzrisiko, z. B. Amoxicillin oder Penicillin V. Ziel der WHO: bis 2030 sollen mindestens 70 % des weltweiten Antibiotikaverbrauchs auf diese Gruppe entfallen. 2022 lag der Anteil erst bei 53 %.

Watch

Breiter wirksame Antibiotika mit höherem Resistenzrisiko, die gezielter eingesetzt werden sollten. 2022 machte diese Gruppe bereits rund 45 % des weltweiten Verbrauchs aus – deutlich mehr, als aus Resistenzsicht wünschenswert wäre.

Reserve

Reservemittel für schwere Infektionen mit multiresistenten Erregern, wenn andere Antibiotika versagt haben. Sie sollen möglichst selten und nur gezielt eingesetzt werden, damit ihre Wirksamkeit langfristig erhalten bleibt.

Auch in Österreich wird die Resistenzlage laufend beobachtet: Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) veröffentlicht jährlich den AURES-Resistenzbericht, der Erreger aus Humanmedizin, Lebensmitteln und Nutztieren gemeinsam betrachtet – den sogenannten One-Health-Ansatz. Ein Baustein dieses Gesamtbilds: 2024 stieg laut AGES die Gesamtvertriebsmenge antimikrobiell wirksamer Substanzen für Nutztiere in Österreich auf 34,56 Tonnen, ein Plus von 6,5 % gegenüber 2023 – ein Trend, der zeigt, dass Antibiotikaresistenz kein rein humanmedizinisches Thema ist. International haben mittlerweile auch andere Länder eigene Programme aufgelegt: In den USA wirbt die Gesundheitsbehörde CDC mit der Kampagne „Be Antibiotics Aware" für einen bewussteren Umgang, und in China haben die chinesische Kinderärztevereinigung, die chinesische Ärztekammer und das National Center for Children's Health gemeinsam den „Action Plan for the Rational Use of Antibiotics in Children (2023–2025)" ins Leben gerufen.

4. Mittelohrentzündung: abwarten oder gleich behandeln?

Kaum ein Krankheitsbild zeigt so anschaulich, wie unterschiedlich Länder mit derselben Ausgangslage umgehen, wie die akute Mittelohrentzündung (Otitis media acuta). Eine systematische Übersichtsarbeit im Fachjournal BMJ Open (Suzuki und Kollegen, 2020) verglich 17 europäische nationale Leitlinien und kam zu einem klaren Ergebnis: 15 von 17 Leitlinien (88 %) empfehlen ein abwartendes Vorgehen – „watchful waiting" – mit einer Kontrolle nach 1 bis 3 Tagen, statt sofort ein Antibiotikum zu verordnen. Nur Finnland und die WHO empfahlen durchgehend die sofortige Behandlung bestätigter Fälle. Als häufigste Kriterien für eine sofortige Antibiotikagabe nannten die Leitlinien eine Trommelfellperforation mit Ausfluss (93 % der Leitlinien), eine schwere Symptomatik (87 %) sowie das Alter des Kindes, meist unter 6 bis 24 Monaten bei beidseitiger Erkrankung. 82 % der Leitlinien (14 von 17) nennen Amoxicillin als Mittel der ersten Wahl, wobei sich die Dosierung deutlich unterscheidet: die Hälfte der Länder setzt auf eine Hochdosis-Therapie mit 75 bis 90 mg/kg/Tag, gut ein Drittel auf eine niedrigere Dosis von 30 bis 60 mg/kg/Tag. Dänemark, Schweden und Norwegen bevorzugen stattdessen Penicillin V.

Land / LeitlinieSofortiges Antibiotikum vor allem bei…Mittel der WahlÜbliche Dauer
Deutschland/Österreich (AnTiB Paed, 2024)Säuglingen <6 Monaten, schwerer oder >48–72 Std. anhaltender AOM, GrunderkrankungAmoxicillin 50 mg/kg/Tag (max. 3 g), 2–3 Einzeldosen7 Tage (<2 Jahre), 5 Tage (ab 2 Jahre)
Frankreich (HAS)3 Monate bis <2 Jahre: immer; ab 2 Jahren nur bei schwerer SymptomatikAmoxicillin 80 mg/kg/Tag, 2 Einzeldosen10 Tage (<2 Jahre), 5 Tage (ab 2 Jahre, sonst mild zunächst abwartend)
USA (AAP, 2013)Beidseitige AOM bei 6–23 Monate alten Kindern; „watchful waiting" als Option bei milder ErkrankungAmoxicillin 75–90 mg/kg/Tag oder 45–60 mg/kg/Tag10 Tage (<2 Jahre), 5 Tage (ab 2 Jahre)
Kanada (CPS, 2016/2024)Perforiertem Trommelfell, ≥39 °C mit deutlichem Krankheitsgefühl, starken SchmerzenAmoxicillin (Standardtherapie)Reevaluation binnen 48 Std., sonst wie Standard
Südkorea (Korean Otologic Society)Ausbleibende Besserung nach 48–72 Std. „observation policy"Amoxicillin bzw. Amoxicillin-Clavulanat5–10 Tage je nach Schweregrad

Auch in Ostasien hat sich das Vorgehen gewandelt: Japanische Fachgesellschaften – die Japan Otological Society, die Japan Society for Pediatric Otorhinolaryngology und die Japan Society for Infectious Diseases in Otolaryngology – arbeiten seit 2006 (zuletzt aktualisiert 2018) mit einem Schweregrad-basierten System, das Alter, Klinik und otoskopischen Befund zu einer Einstufung in mild, moderat oder schwer kombiniert und seither zu einem nachweislich gezielteren Antibiotikaeinsatz beigetragen hat. In Südkorea sanken die Verschreibungsraten für Antibiotika bei Mittelohrentzündung zwischen 2009 und 2017 um 12,5 %, nachdem die „observation policy" – ein Beobachtungszeitraum von 48 bis 72 Stunden ohne Antibiotikum als erste Maßnahme – in die dortige Leitlinie aufgenommen wurde. Der gemeinsame Nenner über fast alle untersuchten Länder hinweg: Bei einem sonst gesunden Kind über etwa 2 Jahren mit milder Symptomatik ist erst einmal abzuwarten oft ebenso sicher wie eine sofortige Antibiotikagabe – und schont gleichzeitig die Resistenzlage.

5. Streptokokken-Angina: wann Antibiotika wirklich helfen

Auch bei Halsschmerzen mit Mandelentzündung gilt: Die meisten Fälle sind viral bedingt. Die italienische Kinderärztevereinigung Società Italiana di Pediatria (SIP) beziffert in ihrer 2023 veröffentlichten Arbeit unter Leitung von Prof. Susanna Esposito den Anteil echter Streptokokken-Infektionen (Gruppe A-Streptokokken, GAS) an allen kindlichen Pharyngotonsillitis-Fällen auf rund ein Viertel, mit einer Prävalenz von 19 bis 30 % bei 5- bis 19-Jährigen. Weil eine GAS-Infektion unbehandelt in seltenen Fällen zu ernsten Komplikationen führen kann – akutes rheumatisches Fieber, Mittelohrentzündung oder ein Peritonsillarabszess –, empfiehlt die portugiesische Gesundheitsbehörde Direção-Geral da Saúde (DGS) in ihrer detaillierten Norm Nr. 020/2012 einen Antigen-Schnelltest oder eine Rachenkultur, bevor überhaupt ein Antibiotikum verordnet wird. Laut der dort zitierten Datenlage senkt eine Antibiotikatherapie bei bestätigter GAS-Infektion nachweislich das Risiko für rheumatisches Fieber (relatives Risiko 0,22), Mittelohrentzündung (RR 0,30) und Peritonsillarabszess (RR 0,15) – bei einem Krankheitsbild, das grundsätzlich auch ohne Antibiotikum selbstlimitierend verläuft.

Die deutsch-österreichische AnTiB-Paed-Leitlinie rät bei Kindern unter 2 bis 3 Jahren mit nur geringem Krankheitsgefühl oder eindeutig viralen Begleitzeichen – Husten, Schnupfen, Bindehautentzündung, Heiserkeit – weder zu einem Rachenabstrich noch zu einem Antibiotikum. Erst ab etwa 3 Jahren, bei starkem Krankheitsgefühl, Fieber und schmerzhaften Halslymphknoten ohne Husten oder Bindehautentzündung, wird ein Streptokokken-Schnelltest empfohlen. Mittel der Wahl ist dann Penicillin V.

Land / LeitlinieTest vor Antibiotikagabe?Mittel der WahlDauer
Deutschland/Österreich (AnTiB Paed)Ja, ab (2–)3 Jahren bei hoher WahrscheinlichkeitPenicillin V 50.000–100.000 IE/kg/Tag5–7 Tage (10 Tage bei Rezidiv)
Portugal (DGS, Norm 020/2012)Ja, obligat (außer <3 Jahre ohne Kontaktfall)Amoxicillin 50 mg/kg/Tag (max. 1 g)10 Tage
Frankreich (HAS)Ja, ab 3 Jahren nur bei positivem TestAmoxicillin 50 mg/kg/Tag (max. 2 g)6 Tage (verkürzt von 10)
Russland (Union der Pädiater Russlands)Ja, Schnelltest bei VerdachtAmoxicillin 50 mg/kg/Tag (max. 1000 mg)10 Tage
Italien (SIP)Empfohlen, breiter Einsatz von Schnelltestsje nach Befund, meist Betalaktamje nach Präparat

Auch die spanische AEPap und die brasilianische Kinderärztevereinigung Sociedade Brasileira de Pediatria (SBP) betonen, dass die überwiegende Mehrheit aller Tonsillitis-/Pharyngitisfälle viral ist und der Antibiotikaeinsatz sich an einer bestätigten – meist Streptokokken-bedingten – Infektion orientieren sollte. Die AEPap warnt außerdem ausdrücklich vor dem in manchen Ländern beliebten „Drei-Tage-Antibiotikum" Azithromycin bei gewöhnlichen Infekten wie Mittelohr-, Nasennebenhöhlen- oder Rachenentzündung: Trotz der bequemen kurzen Einnahmedauer bestehe wegen des verbreiteten Übergebrauchs eine hohe Resistenzrate, weshalb Azithromycin eher speziellen Situationen wie Keuchhusten, atypischer (Mykoplasmen-)Lungenentzündung oder einer Penicillinallergie vorbehalten bleiben sollte – eine Einschätzung, die sich mit der französischen HAS deckt, die Azithromycin bei der Streptokokken-Angina wegen zunehmender Resistenzen inzwischen ebenfalls nicht mehr empfiehlt.

Ein Drittel der Haushaltskontakte eines erkrankten Kindes wird laut der portugiesischen DGS-Norm zu asymptomatischen GAS-Trägern; eine routinemäßige vorbeugende Antibiotikagabe an diese Kontaktpersonen wird ausdrücklich nicht empfohlen, da sie unwirksam ist und lediglich das Resistenzrisiko erhöht.

6. Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)

Auch bei der akuten Nasennebenhöhlenentzündung gilt Zurückhaltung als Grundprinzip. Die deutsch-österreichische AnTiB-Paed-Leitlinie empfiehlt in der Regel eine rein symptomatische Behandlung mit physikalischen Maßnahmen wie Nasenspülungen und bei Bedarf einem cortisonhaltigen Nasenspray (Mometason) über 5 bis 10 Tage. Ausdrücklich keine Indikation für ein Antibiotikum ist demnach ein rein „eitrig" aussehendes Nasensekret allein – dieses Aussehen sagt für sich genommen wenig über eine bakterielle Ursache aus. Ein Antibiotikum kommt erst bei schwerer und/oder länger als 10 Tage anhaltender Erkrankung infrage, in der Regel Amoxicillin 50 mg/kg/Tag (max. 3 g) in 2 bis 3 Einzeldosen über 5 bis 10 Tage. Auch die französische Gesundheitsbehörde HAS hat für die Sinusitis ein eigenes Merkblatt mit vergleichbarer Antibiotika-Zurückhaltung bei unkomplizierten Verläufen veröffentlicht, das dem gleichen Grundmuster folgt wie ihre Empfehlungen zu Rachenentzündung und Mittelohrentzündung.

7. Husten, Erkältung und Bronchitis: fast nie Antibiotika

Für die häufigsten Beschwerden im Kindesalter überhaupt – Schnupfen, Husten und eine unkomplizierte Bronchitis – ist die Datenlage besonders eindeutig. Die britische Gesundheitsbehörde NICE hält in ihrer Leitlinie NG120 („Cough (acute): antimicrobial prescribing", 2019) fest, dass akuter Husten im Rahmen eines oberen Atemwegsinfekts oder einer akuten Bronchitis meist viral bedingt und selbstlimitierend ist und sich in der Regel innerhalb von 3 bis 4 Wochen von selbst bessert. Solange das Kind nicht schwer systemisch krank oder ein besonderes Risikokind ist, empfiehlt NICE ausdrücklich kein Antibiotikum – sondern eine Aufklärung der Eltern darüber, warum keines nötig ist.

Noch klarer formuliert es die französische HAS zur akuten Rhinopharyngitis (Erkältung): „Les antibiotiques ne sont pas indiqués quel que soit l'âge" – Antibiotika sind unabhängig vom Alter nicht indiziert. Als Mittel der ersten Wahl zur symptomatischen Behandlung nennt die HAS Paracetamol (60 mg/kg/Tag in 4 Dosen, maximal 80 mg/kg/Tag, maximal 72 Stunden), während Ibuprofen bzw. andere NSAR bei einer einfachen Erkältung nicht empfohlen werden und für systemische wie topische Kortikosteroide kein belegter Nutzen besteht. Die deutsch-österreichische AnTiB-Paed-Leitlinie schließt weitere häufige Atemwegsdiagnosen ausdrücklich mit ein: Bei Pseudokrupp, akuter Kehlkopfentzündung (Laryngitis), akuter obstruktiver Bronchitis, RSV-bedingter Bronchiolitis und Influenza ist in aller Regel kein Antibiotikum angezeigt, da es sich um virale Erkrankungen handelt. Mehr zu Fieber im Rahmen solcher Infekte finden Sie unter Fieber bei Kindern.

8. Lungenentzündung (Pneumonie): kürzer und niedriger dosiert

Bei der ambulant erworbenen Pneumonie unterscheidet die deutsch-österreichische AnTiB-Paed-Leitlinie zunächst, ob eine virale oder bakterielle Ursache wahrscheinlicher ist: Bei Vorschulkindern mit gutem Allgemeinzustand und bronchialer Obstruktion, die eher für eine virale Genese sprechen, wird auf ein Antibiotikum verzichtet, dafür aber engmaschig kontrolliert. Besteht ab dem 6. Lebensmonat der Verdacht auf eine bakterielle Pneumonie (bei Säuglingen unter 6 Monaten wird eine stationäre, intravenöse Therapie empfohlen), ist Amoxicillin 50 mg/kg/Tag (max. 3 g) in 2 bis 3 Einzeldosen Mittel der ersten Wahl – bei unkompliziertem Verlauf reichen dabei nur 3 bis 5 Tage, ein Röntgen-Thorax ist nicht routinemäßig nötig. Bei dringendem Verdacht auf eine Mykoplasmen-Pneumonie – typischerweise bei Kindern über 5 Jahren mit trockenem Reizhusten und protrahiertem Verlauf – kommt stattdessen Clarithromycin (bis 7 Jahre) oder Doxycyclin (ab 8 Jahren) über 7 bis 10 Tage zum Einsatz.

Dass kürzer und niedriger dosiert nicht automatisch schlechter wirkt, belegt eindrucksvoll die britische CAP-IT-Studie, eine randomisierte Studie, die 2021 im Fachjournal The Lancet veröffentlicht wurde: Bei Kindern mit ambulant erworbener Pneumonie nach Entlassung aus Notaufnahme oder Station verglichen die Forschenden eine niedrigere Amoxicillin-Dosis (30–50 mg/kg/Tag) mit einer höheren Dosis (70–90 mg/kg/Tag) sowie eine 3-tägige mit einer 7-tägigen Therapiedauer. Ergebnis: Weder die niedrigere Dosis noch die kürzere Therapiedauer waren der jeweiligen Alternative hinsichtlich des Bedarfs an einer erneuten Antibiotikabehandlung binnen 28 Tagen unterlegen – ein Beleg dafür, dass kürzere, niedriger dosierte Therapien den Antibiotikaverbrauch bei Kindern deutlich senken können, ohne die Wirksamkeit zu beeinträchtigen.

9. Harnwegsinfektionen

Bei Harnwegsinfektionen wird meist zwischen einer unkomplizierten Blasenentzündung (Zystitis) und einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) unterschieden. Die deutsch-österreichische AnTiB-Paed-Leitlinie empfiehlt bei unsicherer Diagnose und nur leichten Beschwerden ohne Fieber unter Umständen zunächst gar kein Antibiotikum, sondern eine hohe Trinkmenge, eine kurzfristige Kontrolle und eine Urinkultur zur Absicherung. Bei bestätigter unkomplizierter Zystitis kommen Trimethoprim (6 mg/kg/Tag, max. 400 mg, in 2 Einzeldosen) oder Nitrofurantoin (5 mg/kg/Tag, max. 200 mg, in 2 Einzeldosen) über jeweils 3 bis 5 Tage infrage, alternativ eine Einmalgabe Fosfomycin bei Mädchen ab 12 Jahren über 50 kg Körpergewicht. Bei einer unkomplizierten Pyelonephritis ab dem 4. bis 6. Lebensmonat – hier ist eine Urinkultur obligat – werden Cefixim oder Cefpodoxim (10 mg/kg/Tag) über 7 bis 10 Tage eingesetzt, mit gezielter Anpassung nach dem Kulturergebnis. Eine komplizierte Pyelonephritis bei jüngeren Säuglingen oder bei bekannten Fehlbildungen der Harnwege erfordert eine stationäre, intravenöse Behandlung. Bei der Frage einer vorbeugenden Dauertherapie rät die Leitlinie zu einer strengen Indikationsstellung und davon, Cephalosporine wegen der Gefahr resistenter (ESBL-bildender) E.-coli-Stämme möglichst zu vermeiden.

In den USA sieht die etablierte Leitlinie der American Academy of Pediatrics (AAP) aus dem Jahr 2011 eine orale Antibiotikatherapie über 7 bis 14 Tage bei fieberhaften Harnwegsinfekten von Säuglingen und Kleinkindern (2 bis 24 Monate) als gleichwertig zu einer zunächst intravenösen Therapie an. Nach gängiger fachlicher Einschätzung wird dort inzwischen auch eine routinemäßige Miktionszysturethrographie nach dem ersten fieberhaften Harnwegsinfekt nicht mehr generell empfohlen, sondern nur bei auffälligem Nieren- oder Blasenultraschall beziehungsweise bei einem Rückfall – dieser letzte Punkt ließ sich in der zugrunde liegenden Recherche nicht mehr anhand einer aktuellen Primärquelle im Detail verifizieren und wird daher mit dieser Einschränkung wiedergegeben.

10. Nebenwirkungen, Hautausschlag und Probiotika

Ein Hautausschlag unter Amoxicillin verunsichert viele Eltern – zu Recht wird er ernst genommen, ist aber nicht automatisch eine echte Allergie. Ein Sonderfall betrifft Kinder mit einer akuten Pfeifferschen Drüsenfieber-Infektion (EBV, infektiöse Mononukleose): Erhalten sie Amoxicillin oder Ampicillin, entwickelt sich bei etwa 80 bis 90 % von ihnen ein fleckig-knotiger („morbilliformer") Ausschlag. Das ist keine echte Penicillinallergie und auch keine Kontraindikation für eine spätere Amoxicillin-Gabe – dennoch ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll, um diese Reaktion von einer echten Allergie zu unterscheiden. Auch unabhängig von einer EBV-Infektion entwickelt sich bei bis zu 3 bis 10 % aller Kinder unter Amoxicillin ein spät auftretender, meist harmloser Ausschlag (später als 72 Stunden nach Beginn der Einnahme).

Eine häufige Nebenwirkung im Alltag ist antibiotikaassoziierter Durchfall. Ein Cochrane-Review (Goldenberg und Kollegen, 2019, mit Datenstand bis Mai 2018) zeigt, dass Probiotika hier tatsächlich helfen können: Die Rate an antibiotikaassoziiertem Durchfall bei Kindern sank durch die begleitende Gabe von Probiotika von 19 % in der Kontrollgruppe auf 8 % in der Interventionsgruppe – umgerechnet müssen 9 Kinder behandelt werden, damit ein Fall verhindert wird (NNT 9). Bei höherer Dosierung ab 5 Milliarden koloniebildenden Einheiten (KBE) pro Tag war der Effekt noch ausgeprägter (23 % versus 8 %, NNT 6). Am besten untersucht sind die Stämme Lactobacillus rhamnosus und Saccharomyces boulardii in Dosierungen von 5 bis 40 Milliarden KBE pro Tag; Nebenwirkungen waren in den ausgewerteten Studien selten und meist mild.

Ein Umdenken gab es zuletzt beim Wirkstoff Doxycyclin: Früher wurde er bei Kindern unter 8 Jahren pauschal gemieden, weil er bleibende Zahnverfärbungen verursachen kann. Diese pauschale Regel gilt laut aktualisierter Einschätzung der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC und der AAP inzwischen als überholt: Kurzzeittherapien mit Doxycyclin zeigten in Studien keine relevanten Zahnverfärbungen oder Schmelzdefekte mehr. CDC und AAP empfehlen Doxycyclin heute unabhängig vom Alter als Mittel der Wahl bei durch Zecken übertragenen Erkrankungen wie dem Rocky-Mountain-Fleckfieber. Auch die deutsch-österreichische AnTiB-Paed-Leitlinie führt Doxycyclin ab 8 Jahren als Alternative bei Mykoplasmen-Pneumonie, mit dem praktischen Hinweis, es ohne Milchprodukte einzunehmen und während der Behandlung auf Sonnenschutz zu achten.

11. Der Trend zu kürzeren Therapien

Ein roter Faden zieht sich durch viele der aktuellen Leitlinien: Antibiotikatherapien sollen so kurz und so schmal wie möglich gehalten werden. Die deutsch-österreichische AnTiB-Paed-Leitlinie macht dieses Prinzip explizit zu ihrem Leitgedanken und setzt es unter anderem bei der unkomplizierten Pneumonie (nur 3 bis 5 Tage) und bei der Mittelohrentzündung ab 2 Jahren (nur 5 Tage) konsequent um. Frankreich hat die Standardtherapie der Streptokokken-Angina mit Amoxicillin von früher 10 auf inzwischen 6 Tage verkürzt, und die britische CAP-IT-Studie liefert die wissenschaftliche Evidenz dafür, dass auch bei der Lungenentzündung 3 Tage ausreichen können. In Südkorea gilt bei milder Mittelohrentzündung inzwischen eine verkürzte Therapiedauer von 5 bis 7 Tagen unter engmaschiger Kontrolle als akzeptabel, während der Standard bei moderaten bis schweren Verläufen weiterhin 10 Tage beträgt.

Nicht überall setzt sich die Verkürzung jedoch gleich schnell durch: Portugal hält bei der Streptokokken-Angina trotz einer diskutierten Cochrane-Analyse zu kürzeren, 3- bis 6-tägigen Therapien bewusst an der 10-tägigen Standarddauer fest – aus Sorge, dass die zugrunde liegenden Studien das seltene, aber ernste Risiko eines rheumatischen Fiebers methodisch nicht ausreichend erfasst haben. Das zeigt: Kürzer ist nicht automatisch überall und für jede Erkrankung die bessere Wahl – die jeweilige nationale Leitlinie berücksichtigt dabei auch, wie gut die Datenlage zu seltenen, aber schwerwiegenden Komplikationen abgesichert ist.

12. Praktische Tipps für den Alltag

Die österreichische AGES fasst den sachgerechten Umgang mit Antibiotika in wenigen, gut merkbaren Regeln zusammen:

  • Genau nach Verordnung einnehmen – Dosis, Zeitabstände und die vom Arzt festgelegte Therapiedauer bitte einhalten, auch wenn es dem Kind schon nach wenigen Tagen deutlich besser geht.
  • Nie teilen oder eigenmächtig verwenden – ein für ein Geschwisterkind oder eine frühere Erkrankung verschriebenes Antibiotikum ist kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung.
  • Reste fachgerecht entsorgen – nicht benötigte Antibiotika gehören über die Apotheke oder eine Problemstoffsammelstelle entsorgt, nicht in den Hausmüll oder die Toilette.
  • Antibakterielle Haushaltsreiniger nicht unnötig verwenden – normale Reinigung reicht im Alltag meist völlig aus.
  • Impfungen nutzen – sie beugen Infektionen vor und senken damit indirekt auch den Antibiotikabedarf. Mehr dazu unter Impfplan, etwa zu Impfungen gegen Pneumokokken und Haemophilus influenzae Typ b – zwei der häufigsten bakteriellen Erreger hinter Mittelohr-, Nasennebenhöhlen- und Lungenentzündungen im Kindesalter.

13. Wann ist ein Antibiotikum wirklich nötig? – Zusammenfassung

Die Kernaussagen dieses Ratgebers auf einen Blick

✅ Meist reicht Abwarten und Beobachten

Erkältung, Schnupfen, die meisten Halsschmerzen
die meisten Bronchitiden und Husten
milde Mittelohrentzündung ab ca. 2 Jahren
unkomplizierte Sinusitis unter 10 Tagen Dauer

💊 Antibiotikum meist sinnvoll

im Schnelltest bestätigte Streptokokken-Angina
bestätigter Harnwegsinfekt (Urinkultur)
bakterielle Pneumonie ab 6 Monaten
Otitis media bei Säuglingen <6 Monaten, schwerem Verlauf oder Perforation
Diese Übersicht ersetzt keine Diagnose. Ob eines dieser Kriterien im Einzelfall zutrifft, kann nur die ärztliche Untersuchung – bei Bedarf ergänzt durch einen Schnelltest oder eine Kultur – zuverlässig klären.

Wenn Sie beim nächsten Ordinationstermin unsicher sind, ob Ihr Kind wirklich ein Antibiotikum braucht, sind das gute Fragen an Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt: Gibt es Anzeichen für eine bakterielle statt einer viralen Ursache? Wäre ein kurzfristiges Abwarten mit Wiedervorstellung eine sichere Option? Und falls ein Antibiotikum verordnet wird – welches Präparat, welche Dosis und für wie lange, und worauf sollte bei der Einnahme geachtet werden? Allgemeine Hinweise zu Medikamenten bei Kindern finden Sie auch unter Medikamente.

14. Wichtigste Leitlinien und Fachgesellschaften

  • The WHO AWaRe (Access, Watch, Reserve) Antibiotic Book – World Health Organization (WHO), international, 2022
  • Antimicrobial Resistance – Fact Sheet – World Health Organization (WHO), international, 2024/2025
  • Antibiotikaverbrauch im niedergelassenen Bereich mit Fokus auf Kinder – Österreichische Sozialversicherung (ÖGK/Dachverband), Österreich, Datenjahr 2015
  • AURES-Resistenzbericht – Antibiotika & Resistenzen – AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit), Österreich, 2024
  • Antibiotische Therapie in der ambulanten Pädiatrie (AnTiB Paed) – AG Antibiotic Stewardship ambulante Pädiatrie (ABSaP), Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI), Deutschland/Österreich, März 2024
  • Cough (acute): antimicrobial prescribing, NG120 – National Institute for Health and Care Excellence (NICE), Vereinigtes Königreich, 2019
  • The Diagnosis and Management of Acute Otitis Media – American Academy of Pediatrics (AAP), USA, 2013 (reaffirmed)
  • Outpatient Clinical Care for Pediatric Populations / „Be Antibiotics Aware" – Centers for Disease Control and Prevention (CDC), USA, laufend aktualisiert
  • Management of acute otitis media in children six months of age and older – Canadian Paediatric Society (CPS), Kanada, 2016 (reaffirmed November 2024)
  • Los antibióticos / El antibiótico de tres días – AEPap, Familia y Salud, Spanien, laufend aktualisiert
  • Choix et durées d'antibiothérapies: Angine aiguë, Otite moyenne aiguë purulente, Rhinopharyngite aiguë de l'enfant – Haute Autorité de Santé (HAS) mit SPILF und GPIP, Frankreich, 2021/2024
  • Streptococco, dai test rapidi agli antibiotici – Società Italiana di Pediatria (SIP), Italien, 2023
  • Diagnóstico e Tratamento da Amigdalite Aguda na Idade Pediátrica, Norma nº 020/2012 – Direção-Geral da Saúde (DGS), Portugal, 2012
  • Empfehlungen zur Amigdalite/Faringoamigdalite – Sociedade Brasileira de Pediatria (SBP), Brasilien, laufend aktualisiert
  • Klinische Leitlinie „Острый тонзиллит и фарингит" (Akute Tonsillitis und Pharyngitis) – Союз педиатров России (Union der Pädiater Russlands), Russland, 2021
  • Action Plan for the Rational Use of Antibiotics in Children in China (2023–2025) – Chinese Pediatric Society, Chinese Medical Association und National Center for Children's Health, China, 2023
  • Clinical practice guidelines for the diagnosis and management of acute otitis media in children (2018 update) – Japan Otological Society, Japan Society for Pediatric Otorhinolaryngology und Japan Society for Infectious Diseases in Otolaryngology, Japan, 2018 (Erstversion 2006)
  • Korean Clinical Practice Guidelines: Otitis Media in Children – Korean Otologic Society, Südkorea, 2009 ff.
  • Clinical practice guidelines for acute otitis media in children: a systematic review and appraisal of European national guidelines – Suzuki HG, Dewez JE, Nijman RG, Yeung S., BMJ Open 10(5):e035343, international (17 europäische Länder), 2020
  • Antibiotic treatment for children with community-acquired pneumonia (CAP-IT-Studie) – The Lancet, Vereinigtes Königreich, 2021
  • Probiotics for the prevention of pediatric antibiotic-associated diarrhea – Goldenberg JZ et al., Cochrane Database of Systematic Reviews, international, 2019