Das Kawasaki-Syndrom (Kawasaki-Krankheit, Kawasaki-Vaskulitis) ist eine akute, fieberhafte Entzündung der kleinen und mittleren Blutgefäße, die praktisch nur im Kindesalter auftritt – der weit überwiegende Teil der betroffenen Kinder ist jünger als fünf Jahre, mit einem Erkrankungsgipfel um das erste bis zweite Lebensjahr. Die Ursache ist bis heute nicht abschließend geklärt; angenommen wird eine überschießende Immunreaktion nach einem Infekt bei genetisch entsprechend veranlagten Kindern. Ansteckend im klassischen Sinn ist die Erkrankung nicht. Ihre eigentliche Gefahr liegt in einer möglichen Beteiligung der Herzkranzgefäße: Unbehandelt entwickelt etwa ein Viertel der Kinder Aussackungen (Aneurysmen) an den Koronararterien, rechtzeitig erkannt und behandelt sinkt dieses Risiko auf einen Bruchteil. Weil das Kawasaki-Syndrom in den meisten westlichen Ländern die häufigste Ursache erworbener Herzerkrankungen im Kindesalter ist, lohnt sich für Eltern ein genauer Blick auf Warnzeichen, Diagnostik und Behandlung.

So ist dieser Ratgeber aufgebaut

Grundlage dieses Artikels sind das aktuelle Scientific Statement der American Heart Association (AHA, USA, 2024) samt seiner Vorgängerfassung von 2017, die landesweite japanische Kawasaki-Erhebung (27. Nationwide Survey, 2021–2022), Leitlinien und Informationen der US-Gesundheitsbehörde CDC, des Children's Hospital of Philadelphia (CHOP), der britischen Fachgesellschaft RCPCH und des NHS, der Canadian Paediatric Society, des Royal Children's Hospital Melbourne (Australien), der deutschen interdisziplinären AWMF-S2k-Leitlinie sowie der europäischen Seltene-Erkrankungen-Datenbank Orphanet und der österreichischen Ärztezeitung. Die vollständige Liste finden Sie am Ende des Artikels.

Wenn Sie es eilig haben: Die wichtigsten Alarmzeichen finden Sie im Kasten direkt nach dem Symptom-Abschnitt „Symptome bei Kindern", die Abgrenzung zum ähnlichen, COVID-19-assoziierten PIMS-Syndrom (MIS-C) in einem eigenen Kapitel.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Er dient der Orientierung und der Vorbereitung auf das Gespräch in der kinderärztlichen Praxis oder Notaufnahme. Ob bei Ihrem Kind ein Kawasaki-Syndrom vorliegt oder ausgeschlossen werden muss, kann nur ärztlich – meist im Krankenhaus mit kinderkardiologischer Anbindung – beurteilt werden. Bei anhaltendem hohem Fieber über mehrere Tage zögern Sie eine Abklärung bitte nicht hinaus.

1. Was ist das Kawasaki-Syndrom? Ursache, Genetik und Geschichte

Das Kawasaki-Syndrom ist eine sogenannte Vaskulitis – eine Entzündung der Blutgefäßwände –, die bevorzugt mittelgroße Arterien betrifft, allen voran die Herzkranzgefäße (Koronararterien). Benannt ist die Erkrankung nach dem japanischen Kinderarzt Tomisaku Kawasaki, der 1961 am Japanischen Roten-Kreuz-Zentralkrankenhaus in Tokio den ersten Fall beobachtete. Bis 1967 hatte er 50 vergleichbare Fälle gesammelt und unter der Bezeichnung „mukokutanes Lymphknotensyndrom" in der japanischen Fachzeitschrift Arerugi beschrieben; die internationale Fachwelt nahm die Erkrankung in den 1970er-Jahren zur Kenntnis. Bis heute trägt der ICD-10-Diagnosecode M30.3 offiziell den historischen Namen „Mucocutaneous lymph node syndrome [Kawasaki]".

Die genaue Ursache ist trotz jahrzehntelanger Forschung nicht abschließend geklärt. Die vorherrschende Hypothese: Bei genetisch entsprechend veranlagten Kindern löst ein bislang nicht sicher identifizierter Auslöser – vermutlich ein Infekt oder mehrere unterschiedliche Erreger – eine überschießende Reaktion des Immunsystems aus, die sich gegen die eigenen Gefäßwände richtet. Genomweite Kopplungs- und Assoziationsstudien haben mehrere Suszeptibilitätsgene identifiziert, die bei einem erhöhten Erkrankungsrisiko eine Rolle spielen, darunter ITPKC, CASP3, ORAI1, CD40, BLK und FCGR2A – sie beeinflussen unter anderem die Aktivierung von T-Zellen über den Kalzium-NFAT-Signalweg sowie die B-Zell-Signalübertragung (Onouchi, International Journal of Rheumatic Diseases, Japan, 2018). Am besten belegt ist dabei die Rolle von ITPKC (MedlinePlus Genetics, National Library of Medicine/NIH, USA). Ein einzelnes „Kawasaki-Gen" gibt es nicht: Es handelt sich um ein polygenes Risiko, das in Kombination mit einem Umweltauslöser zum Ausbruch der Erkrankung führt – deshalb ist das Kawasaki-Syndrom nicht klassisch erblich, auch wenn Geschwister und eineiige Zwillinge betroffener Kinder ein deutlich erhöhtes Risiko tragen. Diese genetische Komponente erklärt auch, warum Kinder ostasiatischer Abstammung weltweit am häufigsten erkranken, selbst wenn sie außerhalb Asiens leben.

Wichtig für die Einordnung: Das Kawasaki-Syndrom ist keine Infektionskrankheit im engeren Sinn und nicht von Mensch zu Mensch übertragbar. Es tritt auf der Nordhalbkugel gehäuft im Winter und Frühjahr auf, was ebenfalls für einen saisonal schwankenden Auslöser spricht – welcher das konkret ist, ist weiterhin Gegenstand aktiver Forschung.

2. Wie häufig ist das Kawasaki-Syndrom? Internationaler Vergleich

Kaum eine andere Kinderkrankheit zeigt ein derart ausgeprägtes Nord-Süd- beziehungsweise Ost-West-Gefälle wie das Kawasaki-Syndrom. Weltweit mit Abstand am stärksten betroffen ist Japan: Die 27. landesweite japanische Erhebung registrierte für die Jahre 2021 und 2022 zusammen 21.930 Fälle (11.597 im Jahr 2021, 10.333 im Jahr 2022) und eine Inzidenz von rund 281 Erkrankungen pro 100.000 Kinder unter 5 Jahren – niedriger als der Vor-Pandemie-Schnitt von rund 327 (2016–2019), aber immer noch um ein Vielfaches höher als in Europa oder Nordamerika (Nakamura et al., Pediatrics International, Japan, 2025). Für 2023 deutet eine im Journal of Pediatrics veröffentlichte Auswertung japanischer Überwachungsdaten mit rund 427 Fällen pro 100.000 sogar auf einen neuen historischen Höchstwert hin, nachdem mit dem Ende der COVID-19-bedingten Kontaktbeschränkungen auch andere ansteckende Kinderkrankheiten wieder anstiegen. Nach früheren Berechnungen japanischer Fachleute hat bis zum zehnten Geburtstag rund 1 von 65 Buben und 1 von 82 Mädchen in Japan bereits ein Kawasaki-Syndrom durchgemacht (Makino et al., Pediatrics International, Japan).

Auch andere ostasiatische Länder verzeichnen deutlich höhere Raten als Europa oder Nordamerika, während die Häufigkeit in Mitteleuropa vergleichsweise niedrig, aber keineswegs vernachlässigbar ist. Die folgende Übersicht fasst Erhebungen aus möglichst vielen Ländern zusammen; weil sich Erhebungsmethoden (aktive Melderegister, Krankenhausentlassungsdaten, prospektive Kohorten) und Erhebungsjahre stark unterscheiden, schwanken die Werte teils erheblich – wo dies der Fall ist, ist eine Bandbreite angegeben.

Land/RegionInzidenz (Fälle pro 100.000 Kinder <5 Jahre/Jahr)Quelle, Jahr
Japanca. 281–327 (2021/22), Rekordwert 2023 rund 42727. landesweite Kawasaki-Erhebung; Journal of Pediatrics, Japan, 2024/2025
Südkoreaca. 141–239 (2018–2020, pandemiebedingt rückläufig)Frontiers in Pediatrics, Südkorea, 2024
Taiwanca. 75–82nationale Kohortenstudien, Taiwan, 2020er-Jahre
Hongkongca. 70–90 (ältere Kohorten)internationale Übersichtsarbeiten zur Kawasaki-Epidemiologie
China (Peking/Schanghai)ca. 50–55regionale Register, China
Kanadaca. 20–30 (regional, z. B. Neuschottland, bis 30)Canadian Paediatric Society; Pediatric Rheumatology, Kanada, 2023/2024
USAca. 9–25 (methodenabhängig); bei Kindern asiatischer Abstammung ca. 33, bei Schwarzen Kindern ca. 23CDC und diverse US-Kohortenstudien, USA
Italienca. 14,7Krankenhausdaten 2008–2013, Italien
Australienca. 5–22Royal Children's Hospital Melbourne/Spitalsdaten, Australien
Spanienca. 11,7nationale Datenbank 2005–2015, Spanien
Estlandca. 9,6Krankenhausdaten 2008–2019, Estland
Vereinigtes Königreichca. 4,6 (aktives Melderegister BPSU, 2013–15) bis 8,9 (Krankenhausdaten England, 2006–2021)RCPCH/BPSU bzw. Fachzeitschrift Rheumatology, UK, 2023
Deutschlandca. 7,2–9,6 (ESPED-Erhebung 2011/2012, mit Validierung)ESPED, zitiert nach Piram, Frontiers in Pediatrics, 2021; AWMF-S2k-Leitlinie, Deutschland
Niederlandeca. 5,8prospektive Surveillance 2008–2012, Niederlande
Tschechienca. 1,6 (vermutlich Untererfassung)Ärztemeldesystem 1997–1999, Tschechien
Österreichkeine eigene landesweite Erhebung publiziert; europäische Schätzung: ca. 1 von 6.500 bis 1 von 20.500 Kindern <5 Jahre/JahrOrphanet, europaweit

Für Österreich existiert – anders als für Deutschland (ESPED) oder das Vereinigte Königreich (BPSU) – keine eigene, landesweite systematische Erhebung; die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) und die Österreichische Ärztezeitung verweisen auf die internationale Datenlage und betonen vor allem die klinische Wachsamkeit bei unklarem, anhaltendem Fieber im Kleinkindalter. Buben erkranken international rund 1,4- bis 1,5-mal häufiger als Mädchen, und über alle Länder hinweg sind 75 bis 80 Prozent aller Betroffenen jünger als fünf Jahre.

Höchstwert weltweit (Japan, 2023)ca. 427/100.000Kinder <5 Jahre, Journal of Pediatrics/japan. Daten, 2024
Inzidenz in Deutschlandca. 7,2–9,6/100.000ESPED-Erhebung 2011/2012, Kinder <5 Jahre (Piram 2021)
Erkrankungsgipfel1–2 JahreCHOP, AHA, USA
Geschlechterverhältnis Bub:Mädchenca. 1,4:1internationale Erhebungen

3. Symptome bei Kindern: von Säuglingen bis Schulkindern

Es gibt keinen einzelnen Labortest, der das Kawasaki-Syndrom beweist – die Diagnose stützt sich auf das klinische Bild. International anerkannt ist die sogenannte klassische oder „komplette" Kawasaki-Erkrankung: Fieber über mindestens fünf Tage plus mindestens vier der folgenden fünf Hauptzeichen (AHA, CDC, Canadian Paediatric Society):

  • Bindehautentzündung beidseits, ohne eitrigen Ausfluss, meist schmerzlos
  • Veränderungen an Mund und Lippen: trockene, rissige, hochrote Lippen und/oder eine „Erdbeerzunge" (auffällig gerötete, geschwollene Zunge mit vorstehenden Papillen)
  • Vielgestaltiger, meist rumpfbetonter Hautausschlag, üblicherweise ohne Bläschen
  • Veränderungen an Händen und Füßen: Rötung und Schwellung von Handflächen und Fußsohlen in der akuten Phase, gefolgt von einer charakteristischen Schuppung an Finger- und Zehenspitzen meist ab der zweiten bis dritten Woche
  • Geschwollener Halslymphknoten, meist einseitig, mit einem Durchmesser über 1,5 cm

Ein wichtiger, altersabhängiger Aspekt: Nicht jedes Kind zeigt alle Zeichen gleichzeitig oder gleich ausgeprägt, und das Vollbild ist keineswegs bei allen Altersgruppen gleich wahrscheinlich.

Säuglinge unter 12 Monaten

Bei Säuglingen – besonders unter 6 Monaten – verläuft das Kawasaki-Syndrom besonders häufig „unvollständig" beziehungsweise atypisch, das heißt mit weniger als vier der genannten Begleitzeichen. Oft ist anhaltendes, unklares Fieber über Tage das dominierende oder sogar einzige auffällige Symptom, während Reizbarkeit ausgeprägter sein kann als bei älteren Kindern. Das ist deshalb besonders tückisch, weil gerade diese jungen Säuglinge zugleich das höchste Risiko für Herzkranzgefäßveränderungen tragen – die AHA nennt ein Lebensalter unter 6 Monaten ausdrücklich als eigenständigen Risikofaktor. Bei anhaltendem, unklarem Fieber über 7 Tage bei einem Säugling kann die Kinderärztin oder der Kinderarzt daher auch ohne vollständiges Symptombild ein Herzultraschall (Echokardiographie) sowie ein Blutbild veranlassen.

Kleinkinder von 1 bis 5 Jahren

In dieser Altersgruppe – dem eigentlichen Erkrankungsgipfel – zeigt sich am häufigsten das klassische Vollbild mit vier oder mehr Hauptzeichen. Charakteristisch ist ein hochfieberhaftes, deutlich unwohles Kind, das auf übliche fiebersenkende Maßnahmen kaum anspricht und trotz intensiver Suche keine andere plausible Fieberursache (etwa eine Mittelohr- oder Harnwegsinfektion) erkennen lässt.

Schulkinder und Jugendliche

Jenseits des fünften Geburtstags wird das Kawasaki-Syndrom deutlich seltener, kommt aber vor. Bei älteren Kindern wird die Diagnose mitunter verzögert gestellt, weil andere fieberhafte Erkrankungen zunächst wahrscheinlicher erscheinen; gleichzeitig ist gerade bei Schulkindern eine sorgfältige Abgrenzung zum COVID-19-assoziierten PIMS-Syndrom (MIS-C) wichtig, das im Mittel ältere Kinder betrifft als das klassische Kawasaki-Syndrom – mehr dazu im Abschnitt „Kawasaki-Syndrom, PIMS und MIS-C im Vergleich". Wie Sie die Körpertemperatur Ihres Kindes korrekt messen, damit die Fieberdauer zuverlässig eingeschätzt werden kann, lesen Sie unter So messen Sie Ihr Kind richtig; einen allgemeinen Überblick zu fieberhaften Erkrankungen bietet unser Artikel Fieber bei Kindern und Jugendlichen.

Wann Sie sofort ärztlichen Rat suchen sollten

Hält bei Ihrem Kind Fieber fünf Tage oder länger an und lässt sich nicht durch eine übliche Erkältung, eine Mittelohr- oder Harnwegsinfektion erklären, sollten Sie zeitnah ärztliche Abklärung suchen – besonders, wenn gleichzeitig mehrere dieser Zeichen bestehen: gerötete Augen ohne Ausfluss, rissige rote Lippen oder eine „Erdbeerzunge", ein Hautausschlag am Körper, gerötete oder geschwollene Hände und Füße sowie ein geschwollener Lymphknoten am Hals. Bei Säuglingen unter 6 Monaten gilt bereits anhaltendes, unklares Fieber allein als Grund für eine rasche Abklärung, auch ohne diese Begleitzeichen. Kontaktieren Sie in diesem Fall umgehend Ihre Kinderarztpraxis. Bestehen zusätzlich starke Reizbarkeit, Kreislaufschwäche, ausgeprägte Bauchschmerzen, Erbrechen oder ein deutlich reduzierter Allgemeinzustand, wenden Sie sich direkt an eine Kinder-Notaufnahme oder wählen Sie den Rettungsdienst (144). Je früher die Behandlung beginnt, desto geringer ist das Risiko bleibender Herzschäden – die American Heart Association betont in ihrem aktuellen Statement ausdrücklich, dass eine Diagnose so früh wie möglich angestrebt werden soll, idealerweise bereits am 4. bis 5. Fiebertag.

4. Diagnose: Kriterien, Blutwerte, Herzultraschall

Weil kein einzelner Test das Kawasaki-Syndrom sicher beweist oder ausschließt, kombiniert die Diagnostik klinische Kriterien mit Laborwerten und Bildgebung. Neben dem klassischen Vollbild (siehe oben) definieren AHA, CDC und die kanadische Fachgesellschaft eine „inkomplette" oder atypische Form: Fieber über mindestens 5 Tage (bei Säuglingen unter 6 Monaten bereits ab 7 Tagen unklaren Fiebers) mit nur 2 oder 3 der Hauptzeichen, kombiniert mit erhöhten Entzündungswerten (CRP ab etwa 30 mg/l bzw. BSG ab etwa 40 mm/h) und zusätzlichen unterstützenden Laborbefunden oder echokardiographischen Auffälligkeiten. Diese inkomplette Form betrifft nach der japanischen 27. Nationwide Survey rund ein Fünftel aller Fälle und kommt überproportional bei Säuglingen unter einem Jahr sowie bei älteren Kindern vor.

Typische, wenn auch unspezifische Laborveränderungen sind eine Erhöhung von CRP und Blutsenkung, eine Leukozytose mit Linksverschiebung, eine ab etwa dem 7. Krankheitstag einsetzende Thrombozytose (oft über 450.000/µl), erhöhte Leberwerte, ein erniedrigtes Albumin, eine milde Blutarmut, eine sterile Leukozyturie im Harn sowie – bei schweren Verläufen – ein erniedrigter Natriumspiegel. Ein Überblick, was ein Blutbild bei Kindern generell aussagt, findet sich in unserem Artikel Blutbild bei Kindern. Ergänzend gehört ein Herzultraschall (Echokardiographie) zur Basisdiagnostik jedes Verdachtsfalls, da er bereits in der Akutphase erste Hinweise auf eine Beteiligung der Herzkranzgefäße liefern kann – auch wenn ein unauffälliger Anfangsbefund eine spätere Aneurysma-Entwicklung nicht ausschließt.

In Japan wurden mehrere Risiko-Scores entwickelt (unter anderem der Kobayashi-, Egami- und Sano-Score), um bereits bei Diagnosestellung vorherzusagen, welche Kinder wahrscheinlich nicht ausreichend auf die Erstbehandlung ansprechen und daher von einer intensivierten Ersttherapie profitieren. Diese Scores wurden in japanischen Kohorten entwickelt und validiert, zeigen jedoch in nicht-asiatischen und insbesondere in europäischen und nordamerikanischen Patientengruppen eine deutlich schwächere Vorhersagekraft. Britische (RCPCH) wie US-amerikanische Leitlinien empfehlen deshalb, sie außerhalb Asiens nicht schematisch zur Risikoeinteilung heranzuziehen; stattdessen orientiert sich die nordamerikanische Risikoeinschätzung unter anderem an einem Lebensalter unter 6 Monaten, ostasiatischer Abstammung, einem bereits erhöhten Koronar-Z-Score (ab etwa 2) und stark erhöhtem CRP.

5. Therapie: Immunglobuline, Aspirin und was bei Nichtansprechen hilft

Das Kawasaki-Syndrom wird stationär behandelt, meist unter kinderkardiologischer Mitbetreuung. Ziel ist es, die Gefäßentzündung so rasch wie möglich einzudämmen, um das Risiko für Herzkranzgefäßschäden zu senken. International übereinstimmende Standardtherapie ist die Kombination aus zwei Bausteinen:

  • Intravenöse Immunglobuline (IVIG): eine einmalige, hochdosierte Infusion von 2 g pro kg Körpergewicht, üblicherweise über 10 bis 12 Stunden verabreicht, idealerweise innerhalb der ersten 7 bis spätestens 10 Krankheitstage. Innerhalb dieses Zeitfensters sinkt das Risiko für Koronararterienveränderungen von rund 25 auf unter 5 Prozent (Canadian Paediatric Society, AHA). Wird die Diagnose erst nach dem 10. Tag gestellt, aber bestehen noch Fieber oder Entzündungszeichen, wird IVIG auch dann noch verabreicht.
  • Acetylsalicylsäure (ASS/Aspirin): in der Akutphase mitteldosiert, in den USA und nach dem aktuellen AHA-Statement üblicherweise 30 bis 50 mg pro kg Körpergewicht pro Tag, bis das Kind für 48 bis 72 Stunden fieberfrei ist – in einigen Ländern und Zentren (etwa traditionell in Japan oder Australien) werden weiterhin höhere Dosen von bis zu 80–100 mg/kg/Tag verwendet. Die AHA betont in ihrem Update 2024 ausdrücklich, dass es keine Belege dafür gibt, dass eine hohe Dosis das Aneurysma-Risiko stärker senkt als eine mittlere. Anschließend folgt für in der Regel 6 bis 8 Wochen eine niedrig dosierte Erhaltungstherapie (etwa 3–5 mg/kg Körpergewicht pro Tag) zur Hemmung der Blutplättchen, bis der Herzultraschall keine Koronarveränderungen mehr zeigt.

Acetylsalicylsäure ist bei fiebernden Kindern sonst tabu, weil sie in Zusammenhang mit dem seltenen, aber gefährlichen Reye-Syndrom gebracht wird. Das Kawasaki-Syndrom ist eine der ganz wenigen medizinisch anerkannten Ausnahmen, bei denen Kinder unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle dennoch Aspirin erhalten – der gefäßschützende Nutzen überwiegt hier das sonst gemiedene Risiko deutlich. Allgemeine Informationen zum Umgang mit Medikamenten bei Kindern finden Sie unter Medikamente.

Etwa 10 bis 20 Prozent der Kinder sprechen auf die erste IVIG-Gabe nicht ausreichend an (anhaltendes oder wiederkehrendes Fieber 24 bis 36 Stunden nach Infusionsende); in der japanischen 27. Nationwide Survey lag dieser Anteil mit rund 25 Prozent sogar noch höher. Für diese sogenannte IVIG-Resistenz gibt es mehrere Optionen, die je nach Land und Zentrum unterschiedlich gewichtet werden: eine zweite IVIG-Infusion, hochdosierte Kortikosteroide (etwa Methylprednisolon oder Prednisolon, meist über 2 bis 5 Tage mit anschließendem Ausschleichen) oder der TNF-alpha-Hemmer Infliximab. Bei besonders therapieresistenten oder schweren Verläufen kommen in Einzelfällen auch Ciclosporin oder der IL-1-Rezeptorblocker Anakinra zum Einsatz. Für Kinder, die von vornherein als besonders risikoreich eingestuft werden (etwa nach den in Japan validierten Scores, mit gebotener Zurückhaltung außerhalb Asiens), empfehlen sowohl die AHA als auch die britische RCPCH-Leitlinie, bereits zur Ersttherapie ergänzend zu IVIG ein Kortikosteroid zu verabreichen, statt erst bei ausbleibendem Ansprechen nachzubehandeln – ein Ansatz, der als „duale Ersttherapie" bezeichnet wird.

Zwei seltene, aber intensivmedizinisch relevante Verlaufsformen sind wichtig zu kennen: Das Kawasaki-Schocksyndrom (Blutdruckabfall um mindestens 20 Prozent systolisch mit Zeichen einer schlechten Durchblutung) betrifft nach vorliegenden Auswertungen etwa 2,6 bis 6,9 Prozent der Kinder und wird mitunter zunächst für eine bakterielle Sepsis gehalten. Das Makrophagenaktivierungssyndrom (eine überschießende Entzündungsreaktion mit Leber- und Milzvergrößerung sowie Blutbildveränderungen) tritt bei rund 2 bis 5 Prozent auf. Beide Formen erfordern eine intensivmedizinische Betreuung und gezielte zusätzliche immunmodulierende Behandlung.

6. Verlauf, Herzkranzgefäß-Aneurysmen und Prognose

Unbehandelt verläuft das Kawasaki-Syndrom typischerweise in drei aufeinanderfolgenden Phasen: einer akuten fieberhaften Phase von bis zu zehn Tagen, in der sich die Hauptsymptome entwickeln; einer subakuten Phase von etwa zwei bis vier Wochen, in der das Fieber abklingt, die typische Schuppung an Händen und Füßen einsetzt und sich zugleich das Risiko für Herzkranzgefäßveränderungen zeigt; und einer Erholungsphase über Wochen bis Monate, in der manche Kinder noch müde und weniger belastbar sind, bis sich die Entzündungswerte im Blut vollständig normalisieren (NHS, Vereinigtes Königreich).

Die Herzkranzgefäße versorgen den Herzmuskel mit Blut. Im Rahmen der Gefäßentzündung können sich ihre Wände abschwächen und aussackungsartig erweitern (Aneurysmen) – das ist die eigentliche Gefahr des Kawasaki-Syndroms, weil solche Aneurysmen das Risiko für Blutgerinnsel, Gefäßverengungen und im schlimmsten Fall einen Herzinfarkt erhöhen, auch noch Jahre bis Jahrzehnte nach der akuten Erkrankung. Die American Heart Association klassifiziert den Schweregrad anhand des sogenannten Z-Scores – einer altersnormierten Maßzahl für die Gefäßweite:

EinstufungZ-Score bzw. absoluter Innendurchmesser
Kein GefäßbefallZ-Score unter 2
Nur Dilatation (Gefäßerweiterung)Z-Score 2 bis unter 2,5
Kleines AneurysmaZ-Score 2,5 bis unter 5
Mittleres AneurysmaZ-Score 5 bis unter 10 und absoluter Durchmesser unter 8 mm
Großes/RiesenaneurysmaZ-Score 10 oder mehr, oder absoluter Durchmesser ab 8 mm

Ohne Behandlung entwickelt etwa ein Viertel (rund 25 Prozent) der Kinder mit Kawasaki-Syndrom Koronararterienaneurysmen (übereinstimmend AHA, CDC, CHOP, Canadian Paediatric Society). Mit rechtzeitiger IVIG-Behandlung innerhalb der ersten 10 Krankheitstage sinkt dieses Risiko auf unter 5 Prozent; ausgeprägte „Riesenaneurysmen" betreffen weiterhin nur rund 1 Prozent der behandelten Kinder, bleiben aber die klinisch bedeutsamste Langzeitkomplikation, weil sie sich nur selten vollständig zurückbilden und ein lebenslang erhöhtes Risiko für Thrombosen und Herzinfarkte mit sich bringen. Ältere britische Erhebungen (BPSU) fanden unter den erfassten, teils schwerer verlaufenden Fällen sogar höhere Aneurysma-Raten von 19 bis 29 Prozent – ein Hinweis darauf, dass Melderegister eher schwerere Verläufe erfassen als die Gesamtpopulation. Kinder mit nachgewiesenen Koronararterienveränderungen benötigen eine kardiologische Langzeitbetreuung mit regelmäßigen Herzultraschall-Kontrollen; kleinere Aneurysmen bilden sich bei einem großen Teil der Kinder im Lauf von ein bis zwei Jahren zurück, größere und Riesenaneurysmen deutlich seltener.

Ein erneutes Auftreten des Kawasaki-Syndroms bei demselben Kind ist insgesamt selten: Die Rückfallrate liegt bei unter 2 Prozent, in Japan bei etwa 3 Prozent und in Nordamerika bei rund 1 Prozent. Das familiäre Risiko ist dagegen deutlich erhöht: Erkrankt ein Kind, liegt das Risiko für ein Geschwisterkind innerhalb eines Jahres bei rund 2,1 Prozent und damit etwa 10-fach über dem Risiko der Allgemeinbevölkerung; bei Geschwistern unter 1 Jahr steigt es auf rund 8,4 Prozent, bei 1- bis 2-Jährigen auf rund 9,3 Prozent, und bei eineiigen Zwillingen liegt die Übereinstimmungsrate laut japanischen Auswertungen bei etwa 13 Prozent.

Aneurysma-Risiko unbehandeltca. 25 %AHA/CDC/CHOP, USA
Aneurysma-Risiko mit rechtzeitigem IVIG< 5 %Canadian Paediatric Society, AHA
IVIG-Nichtansprechen10–20 % (Japan bis 25 %)CPS; 27. japan. Nationwide Survey
Rückfallrate< 2 %Japan ca. 3 %, Nordamerika ca. 1 %

7. Kawasaki-Syndrom, PIMS und MIS-C im Vergleich

Seit 2020 wird zusätzlich ein dem Kawasaki-Syndrom ähnliches Krankheitsbild beobachtet, das zeitversetzt zwei bis sechs Wochen nach einer – auch unbemerkt verlaufenen – Coronavirus-Infektion auftreten kann: das PIMS-Syndrom (Paediatric Inflammatory Multisystem Syndrome), im englischsprachigen Raum als MIS-C (Multisystem Inflammatory Syndrome in Children) bezeichnet. Beide Krankheitsbilder ähneln sich äußerlich in Fieber, Hautausschlag und Bindehautentzündung, unterscheiden sich bei genauerer Betrachtung aber in mehreren klinisch wichtigen Punkten, wie eine vielzitierte Übersichtsarbeit im American Family Physician (AAFP, USA, 2021) und weitere internationale Vergleichsstudien zeigen:

MerkmalKawasaki-SyndromPIMS/MIS-C
Typisches Alterüberwiegend Kleinkinder, Mittel ca. 3 Jahre; 76 % unter 5 Jahrenbreiteres Spektrum, Mittel ca. 7–9 Jahre, auch Jugendliche
Fieberdauer als Kriteriummindestens 5 Tagemindestens 24 Stunden
Zusammenhang mit SARS-CoV-2kein gesicherter ursächlicher Zusammenhangzeitlich klar zugeordnet, meist 2–6 Wochen nach Infektion
Magen-Darm-Symptomeeher seltensehr häufig (rund 80 %), oft im Vordergrund
Kreislaufschockselten (Kawasaki-Schocksyndrom ca. 3–7 %)häufig, die Mehrheit entwickelt einen Blutdruckabfall
Blutbildmeist Thrombozytose (erhöhte Blutplättchen)meist Thrombozytopenie und ausgeprägte Lymphopenie
Entzündungswerte (CRP, Ferritin, NT-proBNP, Troponin)moderat erhöhtmeist deutlich stärker erhöht
Koronararterien-Auffälligkeitenunbehandelt ca. 25 %, behandelt < 5 %ca. 16–17 %, bilden sich meist rascher zurück

Die japanische Kawasaki-Fachgesellschaft wies bereits 2020 darauf hin, dass die Datenlage für einen direkten ursächlichen Zusammenhang zwischen dem klassischen, seit den 1960er-Jahren bekannten Kawasaki-Syndrom und einer SARS-CoV-2-Infektion nicht ausreicht. Ein Teil der PIMS-Fälle erfüllt zugleich die klassischen Diagnosekriterien des Kawasaki-Syndroms; die beiden Krankheitsbilder werden heute überwiegend als verwandte, aber eigenständige Entitäten betrachtet. Für Eltern bedeutet das in der Praxis: Die Alarmzeichen ähneln sich stark, und in beiden Fällen gilt dieselbe Grundregel – anhaltendes hohes Fieber über mehrere Tage mit den genannten Begleitzeichen gehört rasch ärztlich abgeklärt. Ausführliche, eigenständige Informationen zu Diagnosekriterien, Häufigkeit und Behandlung von PIMS/MIS-C finden Sie in unserem separaten Artikel PIMS-Syndrom (Paediatric inflammatory multisystem syndrome).

8. Nachsorge, Langzeitbetreuung und Impfungen nach der Behandlung

Auch bei unauffälligem Herzultraschall zum Zeitpunkt der Entlassung ist eine strukturierte Nachsorge wichtig, weil sich Koronararterienveränderungen mitunter erst mit zeitlicher Verzögerung zeigen. International übereinstimmend wird eine Kontrolle mittels Echokardiographie und EKG etwa 2 bis 3 Wochen nach Erkrankungsbeginn sowie erneut nach 6 bis 8 Wochen empfohlen (NHS, Canadian Paediatric Society); bestehen zu diesem Zeitpunkt keine Auffälligkeiten, ist meist keine weitere routinemäßige kardiologische Kontrolle nötig. Wurden dagegen Koronararterienveränderungen festgestellt, richtet sich die Dauer und Intensität der Nachsorge nach deren Ausmaß – von wenigen zusätzlichen Kontrollen bei kleinen, sich rasch zurückbildenden Dilatationen bis zu lebenslanger kinderkardiologischer und später erwachsenenkardiologischer Betreuung bei großen Aneurysmen oder Riesenaneurysmen. Die American Heart Association empfiehlt in ihrem Statement 2024 ausdrücklich strukturierte Übergangsprogramme („Transition of Care"), die betroffene junge Erwachsene rechtzeitig von der Kinderkardiologie in eine geeignete Erwachsenenbetreuung überführen, sowie bei größeren Aneurysmen bevorzugt moderne orale Antikoagulanzien (DOAK) anstelle von Vitamin-K-Antagonisten wie Warfarin, weil diese weniger von der Ernährung abhängig sind und keine regelmäßige Gerinnungskontrolle erfordern.

Ein praktisch wichtiger Hinweis für die Familie betrifft den Impfplan: Weil eine hochdosierte IVIG-Gabe die Immunantwort auf attenuierte Lebendimpfstoffe (etwa gegen Masern, Mumps, Röteln oder Varizellen) abschwächen kann, empfiehlt die Canadian Paediatric Society, solche Lebendimpfungen erst etwa 11 Monate nach der IVIG-Behandlung zu verabreichen beziehungsweise nachzuholen; nicht-lebende Impfstoffe sind davon nicht betroffen und können nach dem üblichen Schema weitergeführt werden. Sprechen Sie den genauen Zeitpunkt ausstehender Impfungen nach überstandenem Kawasaki-Syndrom aktiv mit Ihrer Kinderarztpraxis ab.

9. Häufige Fragen von Eltern

Ist das Kawasaki-Syndrom ansteckend?

Nein. Es handelt sich um eine überschießende Immunreaktion, keine klassische Infektionskrankheit. Ein Kind mit Kawasaki-Syndrom kann andere Kinder oder Erwachsene nicht anstecken, auch nicht Geschwister im selben Haushalt – deren erhöhtes Risiko beruht auf einer gemeinsamen genetischen Veranlagung, nicht auf Übertragung.

Warum bekommt mein Kind Aspirin, obwohl das bei Fieber sonst nicht empfohlen wird?

Weil das Kawasaki-Syndrom eine der wenigen anerkannten medizinischen Ausnahmen von dieser sonst geltenden Regel ist. Der gefäßschützende Nutzen der Acetylsalicylsäure überwiegt hier das sonst mit dem Reye-Syndrom in Verbindung gebrachte Risiko deutlich; die Behandlung erfolgt unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle. Details finden Sie im Abschnitt „Therapie".

Kann mein Kind erneut am Kawasaki-Syndrom erkranken?

Das ist möglich, aber selten: Die Rückfallrate liegt international bei unter 2 Prozent. Deutlich höher – wenn auch insgesamt weiterhin gering – ist das Risiko für ein Geschwisterkind, an einem eigenen, unabhängigen Kawasaki-Syndrom zu erkranken.

Ist das Kawasaki-Syndrom dasselbe wie PIMS nach einer Corona-Infektion?

Nein, auch wenn sich beide Erkrankungen stark ähneln. PIMS/MIS-C tritt in einem klar definierten zeitlichen Zusammenhang zu einer durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion auf, betrifft im Schnitt ältere Kinder und geht häufiger mit Bauchsymptomen und Kreislaufschock einher. Die ausführliche Gegenüberstellung finden Sie im Abschnitt „Kawasaki-Syndrom, PIMS und MIS-C im Vergleich".

Wie lange dauert die Genesung, und wann darf mein Kind wieder in Kindergarten oder Schule?

Das akute Fieber klingt bei den meisten Kindern innerhalb weniger Tage nach Behandlungsbeginn ab, doch Müdigkeit und verminderte Belastbarkeit können noch einige Wochen anhalten, bis sich die Entzündungswerte vollständig normalisiert haben. Den Zeitpunkt der Rückkehr in Betreuungseinrichtungen sowie sportliche Einschränkungen – insbesondere bei Kindern mit Aspirin-Dauertherapie oder nachgewiesenen Koronarveränderungen – legt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt individuell fest.

Warum ist das Kawasaki-Syndrom in Japan und Ostasien so viel häufiger als in Europa?

Die ausgeprägten geografischen Unterschiede sprechen für eine genetische Mitursache, die bei ostasiatischer Abstammung deutlich häufiger vorliegt – nachgewiesen unter anderem für Genvarianten wie ITPKC und ORAI1. Auch Kinder asiatischer Herkunft, die außerhalb Asiens leben, erkranken statistisch häufiger als andere Kinder derselben Umgebung, was zusätzlich für eine genetische statt rein umweltbedingte Erklärung spricht. Details finden Sie im Abschnitt „Was ist das Kawasaki-Syndrom?".

10. Quellen

  • Update on Diagnosis and Management of Kawasaki Disease – Scientific Statement, American Heart Association (AHA), Circulation, USA, 2024
  • Diagnosis, Treatment, and Long-Term Management of Kawasaki Disease – Scientific Statement, American Heart Association (AHA), Circulation, USA, 2017 (Vorgängerfassung)
  • About Kawasaki Disease / Clinical Overview of Kawasaki Disease – Centers for Disease Control and Prevention (CDC), USA
  • Kawasaki Disease – Children's Hospital of Philadelphia (CHOP), USA
  • Epidemiology of Kawasaki disease in Japan in 2021–2022: Results of the 27th Nationwide Survey – Nakamura et al., Pediatrics International, im Auftrag der Japanischen Kawasaki-Disease-Fachgesellschaft, Japan, 2025
  • Resurgence of Kawasaki Disease Following Relaxation of COVID-19 Pandemic Restrictions in Japan – The Journal of Pediatrics, auf Basis japanischer Überwachungsdaten, 2024
  • Cumulative incidence of Kawasaki disease in Japan – Makino et al., Pediatrics International, Japan
  • Decreased incidence of Kawasaki disease in South Korea during the SARS-CoV-2 pandemic – Frontiers in Pediatrics, Südkorea, 2024
  • Epidemiology of Kawasaki Disease in Europe – Frontiers in Pediatrics, europäische Übersichtsarbeit, 2021
  • Kawasaki disease – Orphanet (europäische Datenbank für seltene Erkrankungen)
  • Kawasaki disease – MedlinePlus Genetics, National Library of Medicine/National Institutes of Health (NIH), USA
  • Leitlinie Kawasaki-Syndrom, S2k-Leitlinie Register-Nr. 185-003 – AWMF, gemeinsam mit Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), Deutscher Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie und Angeborene Herzfehler (DGPK) und Deutscher Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Deutschland, 2021
  • ESPED – Erhebungseinheit für Seltene Pädiatrische Erkrankungen in Deutschland, Deutschland
  • Kompakt: Kawasaki-Syndrom – Österreichische Ärztezeitung (ÖÄZ), Österreich, 2025
  • Kawasaki-Syndrom – Kinderarzt-Praxis DDr. Voitl, Österreich
  • Kawasaki disease – National Health Service (NHS), Vereinigtes Königreich
  • BPSU study: Complete and incomplete Kawasaki disease – Royal College of Paediatrics and Child Health (RCPCH)/British Paediatric Surveillance Unit, Vereinigtes Königreich
  • The incidence of Kawasaki disease using hospital admissions data for England 2006–2021 – Rheumatology (Oxford Academic), Vereinigtes Königreich, 2023
  • Kawasaki disease: Practical guidance on diagnosis and management – Canadian Paediatric Society (CPS), Kanada, 2024
  • Unexpectedly high incidence of Kawasaki Disease in a Canadian Atlantic Province – Pediatric Rheumatology, Kanada, 2023
  • Clinical Practice Guidelines: Kawasaki disease – The Royal Children's Hospital Melbourne (RCH), Australien
  • Kawasaki Disease and Multisystem Inflammatory Syndrome in Children: An Overview and Comparison – American Family Physician (AAFP), USA, 2021
  • Similarities and Differences between Multisystem Inflammatory Syndrome in Children (MIS-C) and Kawasaki Disease Shock Syndrome – internationale Fachzeitschrift, 2023
  • History of the worldwide emergence of Kawasaki disease / Nachruf Tomisaku Kawasaki – The Lancet, Vereinigtes Königreich, 2020
  • The genetics of Kawasaki disease – Onouchi, International Journal of Rheumatic Diseases, Japan, 2018