Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung) bei Kindern
Fast jedes Kind hat mehrmals pro Jahr Schnupfen. Meist handelt es sich um einen gewöhnlichen viralen Atemwegsinfekt. Dabei sind nicht nur die Nasenschleimhaut, sondern häufig auch die Nasennebenhöhlen mitentzündet. Das allein bedeutet noch keine bakterielle Sinusitis und ist kein Grund für Antibiotika.
Eine bakterielle Nasennebenhöhlenentzündung wird bei Kindern vor allem aufgrund des Verlaufs vermutet. Drei Muster sind besonders wichtig: Beschwerden wie Schnupfen oder Husten halten länger als ungefähr zehn Tage an, ohne sich zu bessern; nach einer ersten Besserung werden sie wieder deutlich schlechter; oder die Erkrankung beginnt ungewöhnlich schwer mit hohem Fieber und eitrigem Nasensekret über mehrere Tage. Die Farbe des Nasenschleims allein unterscheidet Viren und Bakterien nicht zuverlässig.
Ein wichtiger aktueller Bezug ist der italienische interdisziplinäre Konsensus von 2025. Mehrere italienische pädiatrische, infektiologische, allergologische und pneumologische Fachgesellschaften werteten dafür die Literatur bis April 2024 systematisch aus. Auch dieser Konsensus verlangt strenge klinische Kriterien, bevor eine unkomplizierte bakterielle Sinusitis diagnostiziert und antibiotisch behandelt wird. Für chronische Sinusitis ist die Evidenz für systemische Antibiotika dagegen deutlich schwächer.
Röntgenbilder oder CT-Untersuchungen sind bei einer gewöhnlichen unkomplizierten akuten Sinusitis normalerweise nicht nötig. Die Diagnose wird klinisch gestellt. Bildgebung wird vor allem dann wichtig, wenn eine Komplikation vermutet wird – zum Beispiel eine Entzündung rund um das Auge oder eine Ausbreitung in den Schädel.
Gerade solche Komplikationen sind selten, müssen aber früh erkannt werden. Eine zunehmende Schwellung um ein Auge, Schmerzen bei Augenbewegungen, Doppelbilder, Sehverschlechterung, ein hervortretendes Auge, starke Kopfschmerzen, Nackensteife, neurologische Auffälligkeiten oder ein deutlich krankes Kind gehören rasch ärztlich beurteilt.
Bei unkomplizierten bakteriellen Verläufen können Antibiotika sinnvoll sein. Bei manchen Kindern mit lediglich länger anhaltenden, aber nicht schweren Beschwerden kann nach ärztlicher Beurteilung auch kurz beobachtet werden. Internationale Leitlinien unterscheiden sich in Details zu Antibiotikawahl und Therapiedauer, stimmen aber darin überein, dass gewöhnlicher viraler Schnupfen nicht antibiotisch behandelt wird.
Dieser Ratgeber erklärt, wie sich viraler Schnupfen und bakterielle Sinusitis unterscheiden, welche Nebenhöhlen Kinder in welchem Alter besitzen, welche Behandlung zu Hause hilft und wann eine HNO- oder Notfalluntersuchung notwendig ist.
So ist dieser Ratgeber aufgebaut
Grundlage dieses Ratgebers sind Leitlinien, Behördeninformationen und Fachliteratur – insgesamt 29 ausgewertete Quellen aus mehreren Sprachräumen (Aktueller pädiatrischer Konsensus, Englisch / USA, Europa, Deutsch / Deutschland, Großbritannien, Spanisch, Französisch, Japanisch, Chinesisch, Russisch, Portugiesisch / Brasilien, Indien, Wissenschaftliche Gesamtevidenz). Maßgeblich für Familien in Österreich sind dabei stets die österreichischen Empfehlungen; Angaben aus anderen Ländern dienen der Einordnung.
Die vollständige Liste der ausgewerteten Leitlinien, Behördeninformationen und Fachartikel finden Sie am Ende des Artikels unter „Quellen und Literatur".
Wichtiger Hinweis
Dieser Ratgeber ersetzt keine kinderärztliche oder HNO-ärztliche Untersuchung. Anhaltende Beschwerden ohne Besserung, erneute deutliche Verschlechterung oder schwerer Beginn sollten ärztlich beurteilt werden. Augenbewegungsschmerz, Sehverschlechterung, starke Augen- oder Stirnschwellung, neurologische Auffälligkeiten oder schwere Kopfschmerzen mit Erbrechen sind Warnzeichen möglicher Komplikationen und erfordern sofortige medizinische Hilfe.
1. Was ist eine Sinusitis?
Sinusitis bedeutet Entzündung einer oder mehrerer Nasennebenhöhlen.
Da Nasenschleimhaut und Nebenhöhlenschleimhaut praktisch immer gemeinsam reagieren, verwenden Fachleute häufig:
Rhinosinusitis.
Eine akute Rhinosinusitis dauert begrenzte Zeit.
Eine chronische Rhinosinusitis besteht über mindestens ungefähr zwölf Wochen mit anhaltenden Beschwerden.
2. Warum Fachleute „Rhinosinusitis“ sagen
Die Nebenhöhlen sind direkt mit der Nasenhöhle verbunden.
Bei einem normalen Schnupfen entzündet sich daher nicht nur die sichtbare Nasenschleimhaut.
Auch in den Nebenhöhlen kann
- Schleimhaut anschwellen
- Sekret entstehen.
Das ist bei einem Virusinfekt normal.
„Sinusitis im CT“ bedeutet deshalb nicht automatisch: bakterielle Erkrankung.
3. Was sind die Nasennebenhöhlen?
Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Räume im Schädel.
Dazu gehören
- Kieferhöhlen
- Siebbeinzellen
- Stirnhöhlen
- Keilbeinhöhlen.
Sie stehen über kleine Öffnungen mit der Nasenhöhle in Verbindung.
Die Schleimhaut produziert Sekret.
Flimmerhärchen transportieren dieses Richtung Nase.
4. Welche Nebenhöhlen hat ein Baby bereits?
Die Siebbeinzellen sind bereits bei Geburt vorhanden.
Auch die Kieferhöhlen sind angelegt, aber noch klein.
Darum können selbst kleine Kinder eine bakterielle Rhinosinusitis entwickeln.
Die Vorstellung
„Kleinkinder haben noch gar keine Nebenhöhlen“
ist falsch.
5. Wann entwickeln sich Stirnhöhlen?
Stirnhöhlen entwickeln sich später.
Sie werden im Schulalter zunehmend größer und erreichen ihre endgültige Ausprägung erst im Jugend- beziehungsweise jungen Erwachsenenalter.
Deshalb ist eine klassische ausgeprägte Stirnhöhlenentzündung bei einem Kleinkind sehr unwahrscheinlich.
6. Warum beginnt Sinusitis meist mit einem Infekt?
Ein Virusinfekt lässt die Schleimhaut anschwellen.
Dadurch:
- werden Nebenhöhlenöffnungen enger
- Sekret läuft schlechter ab
- Flimmerhärchen arbeiten vorübergehend schlechter.
Bei den meisten Kindern heilt dieser virale Prozess von selbst.
Bei einem kleinen Teil vermehren sich zusätzlich Bakterien.
7. Virale Rhinosinusitis
Bei einem gewöhnlichen Erkältungsvirus können auftreten
- verstopfte Nase
- laufende Nase
- Husten
- Druckgefühl
- zeitweise gelb-grünes Sekret.
Typischerweise:
- werden die Beschwerden innerhalb mehrerer Tage langsam besser
- auch wenn Husten länger anhalten kann.
Antibiotika helfen gegen diesen Verlauf nicht.
8. Postvirale Rhinosinusitis
Europäische Leitlinien verwenden teilweise den Begriff „postviral“, wenn
- Beschwerden nach mehreren Tagen nicht wie erwartet abklingen
- oder nach einem anfänglichen Verlauf wieder zunehmen.
Nicht jede postvirale Rhinosinusitis ist automatisch bakteriell.
Der Begriff beschreibt zunächst den zeitlichen Verlauf.
9. Akute bakterielle Sinusitis
Bakterielle Sinusitis wird nicht anhand eines einzelnen Symptoms diagnostiziert.
Entscheidend ist
- Dauer
- Verschlechterung
- Schweregrad.
Die klassischen AAP-Kriterien und der italienische Konsensus 2025 verwenden im Wesentlichen dieselben drei Muster:
- persistierend
- sich verschlechternd
- schwer beginnend.
10. Chronische Rhinosinusitis
Bei chronischer Rhinosinusitis bestehen Beschwerden mindestens ungefähr zwölf Wochen.
Typisch:
- verstopfte Nase
- Nasensekret
- Husten
- eventuell vermindertes Riechen.
Bei Kindern spielen zusätzlich häufig
- Adenoide
- Allergie
- wiederholte Infekte
eine Rolle.
Die Behandlung unterscheidet sich von einer einzelnen akuten bakteriellen Episode.
11. Wie häufig ist bakterielle Sinusitis?
Erkältungen sind extrem häufig.
Nur ein kleiner Anteil entwickelt sich zu einer bakteriellen Sinusitis.
Der italienische Konsensus 2025 nennt Schätzungen von ungefähr 0,5 bis 2 Prozent viraler Infektionen der oberen Atemwege.
Ältere pädiatrische Studien kamen teilweise auf höhere Werte.
Die unterschiedliche Zahl hängt stark von den verwendeten Diagnosekriterien ab.
12. Welche Bakterien sind wichtig?
Typische Erreger
- Streptococcus pneumoniae
- Haemophilus influenzae
- Moraxella catarrhalis.
Impfprogramme und Antibiotikaresistenzen verändern die relative Häufigkeit.
Bei:
- chronischer
- komplizierter
- nach Operation auftretender
Erkrankung kann das Erregerspektrum anders sein.
13. Typische Symptome
Möglich:
- anhaltender Schnupfen
- verstopfte Nase
- Husten
- Fieber
- Kopf-/Gesichtsschmerz
- Mundgeruch.
Bei kleinen Kindern stehen
- Nasensekret
- Husten
häufig stärker im Vordergrund als lokalisierter Gesichtsschmerz.
14. Schnupfen
Nasensekret kann
- klar
- weißlich
- gelb
- grün
sein.
Die Farbe verändert sich im Verlauf eines Virusinfekts durch
- Immunzellen
- Eiweiß
- eingedicktes Sekret.
Grüner Schnupfen allein beweist keine bakterielle Sinusitis.
15. Husten
Kinder mit Sinusitis husten häufig.
Grund
Sekret läuft aus dem Nasenrachen nach hinten und reizt die Atemwege.
Husten kann
- tagsüber
- nachts
auftreten.
Ein ausschließlich nächtlicher Husten ist nicht spezifisch für Sinusitis und kann zum Beispiel auch bei Asthma vorkommen.
16. Kopfschmerzen und Gesichtsschmerz
Ältere Kinder und Jugendliche können
- Druck über Wangen
- Stirnschmerzen
- Zahndruck
beschreiben.
Kleine Kinder lokalisieren solche Beschwerden selten zuverlässig.
Starke Kopfschmerzen mit neurologischen Zeichen sind kein gewöhnliches Sinusitissymptom und müssen anders bewertet werden.
17. Fieber
Leichtes Fieber kann auch bei Virusinfekten vorkommen.
Ein besonders schwerer bakterieller Beginn wird eher vermutet bei
- hohem Fieber um 39 °C oder höher
- gleichzeitig deutlich eitrigem Nasensekret
- über mehrere aufeinanderfolgende Tage.
Eine einzelne Fiebermessung reicht nicht für die Diagnose.
18. Schleimfarbe
Ein häufiger Mythos
„Grün = Bakterien.“
Das stimmt nicht.
Auch virale Infekte führen regelmäßig zu
- gelbem
- grünem
Sekret.
Wichtiger sind
- Dauer
- Verschlechterung
- Schweregrad.
19. Mundgeruch
Mundgeruch kann bei
- Sekretstau
- Mundatmung
- Adenoiden
- Zahnerkrankungen
auftreten.
Er kann eine Rhinosinusitis begleiten, ist aber kein spezifischer Beweis.
20. Drei typische Muster einer bakteriellen Sinusitis
1. Persistierend:
Schnupfen und/oder Husten länger als ungefähr zehn Tage ohne erkennbare Besserung.
2. Verschlechternd:
Ein zunächst besser werdender Infekt wird wieder deutlich schlechter.
3. Schwer:
Hohes Fieber plus deutlich eitriges Nasensekret über mindestens ungefähr drei Tage.
Diese Muster reduzieren das Risiko, normalen viralen Schnupfen unnötig antibiotisch zu behandeln.
21. Beschwerden länger als zehn Tage
Ein Virusinfekt kann länger als zehn Tage Husten verursachen.
Deshalb ist wichtig
„ohne Besserung“.
Wenn ein Kind am Tag zwölf noch etwas hustet, aber
- deutlich fitter
- weniger verschnupft
- fieberfrei
ist, spricht das nicht automatisch für bakterielle Sinusitis.
22. „Double sickening“ – erst besser, dann wieder schlechter
Typisches Beispiel
Das Kind hat fünf Tage Erkältung, wird deutlich besser und bekommt dann erneut
- Fieber
- stärkeren Husten
- mehr Nasensekret.
Dieses zweite Krankheitsmaximum erhöht die Wahrscheinlichkeit einer bakteriellen Sekundärinfektion.
23. Schwerer Beginn
Einige Kinder beginnen direkt mit
- hohem Fieber
- deutlich krankem Allgemeinzustand
- eitrigem Nasensekret.
Wenn dieses Muster mehrere Tage anhält, wird eine bakterielle Sinusitis wahrscheinlicher.
24. Sinusitis bei kleinen Kindern
Kleinkinder sagen selten
„Meine Kieferhöhle tut weh.“
Typischer:
- anhaltender Schnupfen
- Husten
- Reizbarkeit
- weniger Appetit
- eventuell Fieber.
Darum ist der Zeitverlauf besonders wichtig.
25. Diagnose
Die unkomplizierte akute bakterielle Sinusitis ist eine klinische Diagnose.
Die Ärztin oder der Arzt beurteilt
- Zeitverlauf
- Fieber
- Nasenbefund
- Allgemeinzustand
- Augen
- Lunge
- Ohren.
Es gibt keinen einfachen Bluttest, der gewöhnliche bakterielle Sinusitis zuverlässig bestätigt.
26. Braucht mein Kind ein Röntgenbild?
Nein, normalerweise nicht.
Bildgebung kann virale und bakterielle Schleimhautveränderungen nicht zuverlässig unterscheiden.
Auch bei gewöhnlicher Erkältung können Nebenhöhlen im Bild verschattet aussehen.
Deshalb empfehlen pädiatrische Leitlinien keine Routine-Röntgenbilder zur Diagnose unkomplizierter akuter Sinusitis.
27. CT und MRT
CT wird eingesetzt, wenn
- orbitale
- intrakranielle
Komplikationen vermutet werden oder eine Operation geplant wird.
MRT liefert besonders gute Informationen über
- Gehirn
- Weichteile
- Gefäße
und vermeidet Röntgenstrahlung.
Bei einem schwer kranken Kind entscheidet die klinische Situation, welches Verfahren am schnellsten sinnvoll ist.
28. Nasenabstrich
Ein oberflächlicher Nasenabstrich zeigt nicht zuverlässig, welche Bakterien in einer Nebenhöhle die Erkrankung verursachen.
Viele typische Erreger besiedeln den Nasenrachen gesunder Kinder.
Darum wird bei unkomplizierter Sinusitis normalerweise kein Nasenabstrich zur Antibiotikawahl benötigt.
29. Blutwerte
Bei gewöhnlicher ambulanter Sinusitis sind Blutuntersuchungen normalerweise nicht nötig.
Bei:
- schwerem Verlauf
- Komplikationsverdacht
- Krankenhausaufnahme
können Blutbild und Entzündungswerte helfen, den Gesamtzustand einzuschätzen.
Sie beweisen allein keine bakterielle Sinusitis.
30. Behandlung eines Virusinfekts
Bei gewöhnlichem Schnupfen
- trinken
- Ruhe nach Bedarf
- Kochsalz
- altersgerechte Fieber-/Schmerztherapie.
Antibiotika: nicht sinnvoll.
31. Kochsalz
Kochsalz-Nasenspray beziehungsweise Nasenspülung kann
- Sekret lösen
- Schleimhäute befeuchten
- Beschwerden reduzieren.
Bei größeren Kindern können Nasenspülungen hilfreich sein.
Wichtig:
- fertige sterile Lösung
- oder hygienisch korrekt vorbereitetes Wasser.
32. Trinken und Luftfeuchtigkeit
Ausreichend Flüssigkeit unterstützt normalen Schleimhautkomfort.
Ein Luftbefeuchter ist nicht zwingend notwendig.
Bei Verwendung muss er hygienisch sauber gehalten werden, sonst können
- Schimmel
- Mikroorganismen
verbreitet werden.
Tabakrauch sollte vermieden werden.
33. Heiße Dampfinhalation
Nicht empfohlen, besonders nicht mit
- Schüssel kochendem Wasser
- Handtuch über dem Kopf.
Der Nutzen ist begrenzt und bei Kindern besteht erhebliche Verbrühungsgefahr.
Wenn Inhalation angenehm ist: sichere Geräte und geeignete Kochsalzlösung verwenden.
34. Abschwellende Nasensprays
Sie können kurzfristig die Nasenatmung verbessern.
Aber:
- altersabhängige Zulassung
- nur wenige Tage
- keine Dauertherapie.
Zu lange Anwendung kann einen medikamentenbedingten Rebound-Schnupfen verursachen.
Bei kleinen Kindern sind viele Präparate ungeeignet.
35. Intranasale Kortikosteroide
Nasale Kortisonsprays sind besonders hilfreich bei
- gleichzeitig allergischer Rhinitis
- chronischer entzündlicher Rhinosinusitis.
Bei akuter Sinusitis ist der Nutzen eher ergänzend.
Sie ersetzen bei klar schwerer bakterieller Erkrankung nicht eine notwendige Antibiotikatherapie.
36. Antibiotika
Antibiotika kommen bei wahrscheinlich bakterieller Sinusitis infrage.
Besonders bei
- schwerem Beginn
- deutlicher Verschlechterung
- Komplikationsverdacht
werden sie nicht unnötig hinausgezögert.
Bei milden persistierenden Beschwerden erlaubt die AAP-Leitlinie eine kurze zusätzliche Beobachtungsphase.
37. Wann können Antibiotika sinnvoll sein?
Der italienische Konsensus 2025 empfiehlt bei streng diagnostizierter unkomplizierter akuter bakterieller Sinusitis eine systemische Antibiotikatherapie.
Die Evidenz für raschere Symptomverbesserung ist moderat.
Die Evidenz dafür, dass dadurch seltene Komplikationen verhindert werden, ist schwächer.
Das zeigt
Antibiotika sind sinnvoll bei guter Indikation – nicht bei jedem Schnupfen.
38. Welches Antibiotikum?
In europäischen und nordamerikanischen Empfehlungen sind
- Amoxicillin
- beziehungsweise Amoxicillin/Clavulansäure
zentrale Erstlinienoptionen.
Der italienische Konsensus differenziert
- persistierender unkomplizierter Verlauf eher Amoxicillin
- schwerer oder erneut verschlechterter Verlauf eher Amoxicillin/Clavulansäure.
Die konkrete Wahl hängt ab von
- Alter
- Allergien
- Schweregrad
- lokaler Resistenzlage
- kürzlicher Antibiotikatherapie.
39. Wie lange wird behandelt?
Hier unterscheiden sich internationale Empfehlungen.
Der italienische Konsensus 2025 empfiehlt bei Kindern weiterhin mindestens zehn Tage.
Andere Antibiotic-Stewardship-Programme untersuchen kürzere Strategien bei ausgewählten unkomplizierten Fällen.
Die konkrete Dauer richtet sich nach
- Präparat
- nationaler Empfehlung
- Verlauf.
Eltern sollten nicht selbst anhand von Erwachsenenschemata verkürzen.
40. Wann darf zunächst beobachtet werden?
Bei einem Kind mit
- nur persistierenden
- nicht schweren
- stabilen
Beschwerden kann nach ärztlicher Diagnose eine kurze Beobachtungsphase möglich sein.
Die AAP nennt bis zu drei Tage zusätzliche Beobachtung.
Voraussetzung
- Eltern erkennen Verschlechterung
- ärztliche Nachkontrolle ist erreichbar.
41. Wann muss rascher behandelt werden?
Eher bei
- schwerem klinischem Verlauf
- „double sickening“
- Risikokindern
- Hinweisen auf Komplikation.
Bei orbitaler oder intrakranieller Ausbreitung
- Krankenhaus
- intravenöse Antibiotika
- gegebenenfalls Operation.
42. Warum unnötige Antibiotika problematisch sind
Mögliche Folgen
- Durchfall
- Hautausschlag
- allergische Reaktion
- Veränderung des Mikrobioms
- resistente Bakterien.
Antibiotika sollen deshalb Kinder bekommen, bei denen ein Nutzen wahrscheinlich ist.
„Zur Sicherheit bei jedem grünen Schnupfen“ ist keine gute Strategie.
43. Allergische Rhinitis und Sinusitis
Zur allergischen Rhinitis gibt es einen eigenen Ratgeber.
Allergische Schleimhautschwellung kann
- Nasenatmung blockieren
- Sekretabfluss erschweren.
Ein Kind mit wiederkehrenden langen „Sinusitiden“ und
- Niesattacken
- Augenjucken
- saisonalem Verlauf
sollte auf Allergie geprüft werden.
44. Adenoide
Mehr dazu im Ratgeber zur vergrößerten Rachenmandel.
Vergrößerte beziehungsweise chronisch entzündete Rachenmandeln können
- Nasenatmung behindern
- bakterielle Biofilme tragen
- chronische Rhinosinusitis begünstigen.
Bei chronischer pädiatrischer Rhinosinusitis kann eine Adenotomie ein wichtiger chirurgischer Schritt sein, besonders bei jüngeren Kindern.
Das ist etwas anderes als eine Operation wegen einer einzelnen akuten Sinusitis.
45. Chronische Rhinosinusitis
Beschwerden über mindestens ungefähr zwölf Wochen
- Nasenblockade
- Sekret
- Husten
- eventuell Geruchsverminderung.
Behandlung umfasst je nach Ursache
- Kochsalz
- intranasale Kortikosteroide
- Allergiebehandlung
- Behandlung der Adenoide
- bei ausgewählten Fällen Operation.
Der italienische Konsensus 2025 betont
Für routinemäßige systemische Antibiotika bei chronischer Sinusitis ist die Evidenz unzureichend.
46. Nasenpolypen
Nasenpolypen sind bei kleinen Kindern ungewöhnlich.
Wenn ein Kind echte Polypen hat, wird je nach Alter an Grunderkrankungen gedacht.
Besonders wichtig
- Mukoviszidose
- chronische Entzündungen
- selten andere Erkrankungen.
Bei Jugendlichen können andere Muster vorkommen.
47. Wann an Mukoviszidose gedacht wird
Zur Mukoviszidose gibt es eine eigene Seite.
Hinweise
- Gedeihstörung
- chronischer Husten
- wiederkehrende Lungeninfektionen
- sehr salziger Schweiß
- Nasenpolypen
- chronische Rhinosinusitis.
Nicht jedes Kind mit Sinusitis braucht einen Schweißtest.
Die Gesamtkonstellation entscheidet.
48. Primäre Ziliendyskinesie
Bei primärer Ziliendyskinesie funktionieren die Flimmerhärchen der Atemwege nicht richtig.
Hinweise
- Atemprobleme bereits nach Geburt
- chronischer feuchter Husten
- dauerhafter Schnupfen
- wiederkehrende Mittelohrprobleme
- eventuell Situs inversus.
Chronische Rhinosinusitis kann Teil der Erkrankung sein.
49. Immundefekte
Sehr häufige, schwere oder ungewöhnliche bakterielle Infektionen können selten auf eine Störung des Immunsystems hinweisen.
Hinweise
- schwere Lungenentzündungen
- Gedeihstörung
- ungewöhnliche Erreger
- tiefe Abszesse
- ausgeprägte Familiengeschichte.
Gewöhnliche Kindergarteninfekte allein sind kein Hinweis auf Immundefekt.
50. Zahnursachen
Bei älteren Kindern und Jugendlichen können Infektionen oberer Zähne selten auf die Kieferhöhle übergreifen.
Hinweise
- einseitige Beschwerden
- Zahnschmerz
- unangenehmer Geruch
- kürzliche Zahnbehandlung.
Dann gehört Zahnmedizin in die Ursachenbehandlung.
51. Orbitale Komplikationen
Siebbeinzellen liegen direkt neben der Augenhöhle.
Eine Infektion kann sich dorthin ausbreiten.
Warnzeichen
- zunehmende Schwellung um ein Auge
- starke Rötung
- Schmerzen bei Augenbewegung
- eingeschränkte Augenbeweglichkeit
- Doppelbilder
- Sehverschlechterung
- hervortretendes Auge.
Das gehört rasch ins Krankenhaus.
52. Präseptale oder orbitale Cellulitis?
Präseptale Cellulitis liegt vor der Augenhöhlenscheidewand.
Orbitale Cellulitis liegt tiefer.
Orbitale Beteiligung ist gefährlicher.
Hinweise
- Schmerzen bei Augenbewegungen
- Bewegungsstörung
- Sehverschlechterung
- Proptosis.
Eltern müssen diese beiden Formen nicht selbst unterscheiden.
Ein stark geschwollenes Auge mit Fieber gehört ärztlich beurteilt.
53. Intrakranielle Komplikationen
Selten kann sich eine Sinusinfektion ausbreiten zu
- Hirnhautentzündung
- epiduralem oder subduralem Empyem
- Hirnabszess
- venöser Sinusthrombose.
Warnzeichen
- sehr starke zunehmende Kopfschmerzen
- Erbrechen
- Nackensteife
- Verwirrtheit
- Krampfanfälle
- neurologische Ausfälle.
Das sind Notfallzeichen.
54. Pott’s puffy tumor
Der Name klingt nach Krebs, ist aber keiner.
Pott’s puffy tumor ist eine seltene Komplikation einer Stirnhöhlenentzündung mit:
- Knochenentzündung des Stirnbeins
- subperiostalem Abszess.
Typisch:
- schmerzhafte weiche Stirnschwellung
- Kopfschmerzen
- häufig Fieber.
Er betrifft eher ältere Kinder und Jugendliche, weil die Stirnhöhlen dann ausreichend entwickelt sind.
Er braucht dringende HNO- und gegebenenfalls neurochirurgische Behandlung.
55. Wann zum Kinderarzt?
Untersuchung sinnvoll bei
- Beschwerden länger als zehn Tage ohne Besserung
- nach anfänglicher Besserung erneute deutliche Verschlechterung
- hohem Fieber mit eitrigem Schnupfen über mehrere Tage
- starken Gesichts- oder Kopfschmerzen
- immer wiederkehrenden langen Episoden
- chronischer Nasenblockade.
56. Wann zum HNO-Arzt?
Besonders bei
- chronischen Beschwerden über Monate
- wiederkehrender therapieresistenter Sinusitis
- Verdacht auf Adenoidproblem
- Nasenpolypen
- anatomischer Besonderheit
- Komplikation
- geplantem chirurgischem Vorgehen.
57. Wann sofort in die Notaufnahme?
Sofort bei
- geschwollenem Auge plus Schmerzen bei Augenbewegung
- Doppelbildern
- Sehverschlechterung
- hervortretendem Auge
- schweren Kopfschmerzen mit Erbrechen
- Nackensteife
- Bewusstseinsveränderung
- Krampfanfall
- neurologischen Ausfällen
- Stirnschwellung mit starkem Krankheitsgefühl.
58. Vorbeugung
Nicht jede Sinusitis lässt sich verhindern.
Sinnvoll:
- altersgerechte Impfungen
- rauchfreie Umgebung
- gute Behandlung einer allergischen Rhinitis
- Händehygiene
- normale Nasenpflege.
Antibiotika „vorbeugend“ bei jedem Schnupfen verhindern keine Sinusitis.
59. Internationale Empfehlungen
Italien
Der interdisziplinäre Konsensus von März 2025 ist eine der aktuellsten speziell pädiatrischen Quellen. Er basiert auf systematischer Literaturrecherche ohne Sprachbeschränkung und einem Delphi-Verfahren. Die Diagnose soll streng klinisch gestellt werden. Bei unkomplizierter akuter bakterieller Sinusitis wird gezielte systemische Antibiotikatherapie empfohlen; topische Antibiotika werden ausdrücklich nicht empfohlen.
USA
Die AAP-Kriterien – persistierend, sich verschlechternd oder schwer beginnend – bleiben international prägend. Bei lediglich persistierenden stabilen Beschwerden ist eine kurze zusätzliche Beobachtung möglich.
Deutschland
Die deutschsprachige AWMF-Rhinosinusitis-Leitlinie betont klinische Diagnose, zurückhaltenden Antibiotikaeinsatz und Vermeidung unnötiger Bildgebung.
Europa
EPOS unterscheidet akute virale, postvirale und bakterielle Rhinosinusitis sowie chronische Rhinosinusitis. Bei Kindern werden Adenoide besonders berücksichtigt.
Großbritannien
NICE verfolgt bei akuter Sinusitis eine Antibiotic-Stewardship-Strategie und verlangt klare Sicherheitsnetze für schwere beziehungsweise komplizierte Verläufe.
Spanien
AEP-Protokolle verwenden ebenfalls Verlauf über zehn Tage, erneute Verschlechterung und schweren Beginn zur Erkennung bakterieller Sinusitis.
Frankreich
Französische Empfehlungen sind bei kleinen Kindern zurückhaltend mit der Diagnose „Sinusite“ und richten Antibiotika nach Alter, Lokalisation und Schwere.
Japan
Japanische HNO-Leitlinien berücksichtigen lokale Resistenzdaten stärker bei der Antibiotikawahl; die Grundprinzipien aus klinischem Verlauf und Komplikationssuche sind vergleichbar.
China
Chinesische pädiatrische HNO-Konsense zu 儿童鼻窦炎 berücksichtigen Nasenspülung, intranasale Steroide, gezielte Antibiotikagabe und Adenoide bei chronischer Erkrankung.
Russland
Nationale HNO-Empfehlungen zu острый риносинусит у детей orientieren die Therapie an Schweregrad, Komplikationen und lokalen Antibiotikastrategien.
Brasilien
Die Sociedade Brasileira de Pediatria aktualisierte 2025 Fortbildungsinhalte zu Rhinitis und Rhinosinusitis. Brasilianische Elterninformationen betonen, dass Röntgenbilder viral und bakteriell nicht unterscheiden und dass Antibiotika bei viraler Rhinosinusitis nicht helfen.
Indien
Die Indian Academy of Pediatrics führt Sinusitis als eigene Standard Treatment Guideline. Grundprinzipien sind strenge klinische Diagnose, Komplikationssuche und gezielter Antibiotikaeinsatz.
60. Mythen und Missverständnisse
„Grüner Schleim bedeutet Bakterien.“
Nein.
„Nach sieben Tagen Schnupfen braucht jedes Kind Antibiotika.“
Nein.
„Ohne Röntgen kann man Sinusitis nicht diagnostizieren.“
Doch.
„Kleinkinder haben keine Nebenhöhlen.“
Falsch.
„Jeder Kopfschmerz bei Schnupfen ist Stirnhöhlenentzündung.“
Nein.
„Antibiotika-Nasenspray ist eine gute Alternative zu Antibiotikasaft.“
Bei unkomplizierter akuter Sinusitis wird topische Antibiotikatherapie nicht empfohlen.
„Nasennebenhöhlenentzündung ist nie gefährlich.“
Meist unkompliziert, aber orbitale und intrakranielle Komplikationen sind selten möglich.
61. Eltern-Checkliste
Bei Schnupfen
- Verlauf beobachten.
- Kochsalz kann helfen.
- nicht auf Schleimfarbe fixieren.
Zum Arzt
- länger als zehn Tage ohne Besserung
- erst besser, dann wieder deutlich schlechter
- mehrere Tage hohes Fieber plus eitriges Sekret.
Sofort:
- Augenbewegung schmerzhaft
- Sehproblem
- Auge steht hervor
- starke Stirnschwellung
- Nackensteife
- neurologische Symptome.
62. Häufige Elternfragen
Wie lange darf ein normaler Schnupfen dauern?
Viele Virusinfekte bessern sich innerhalb ungefähr einer Woche, Husten und Sekret können länger anhalten. Entscheidend ist die Besserungstendenz.
Warum hustet mein Kind nachts?
Nach hinten laufendes Sekret kann Husten reizen. Auch Asthma und andere Ursachen sind möglich.
Darf mein Kind inhalieren?
Kochsalz kann als unterstützende Maßnahme angenehm sein. Heiße Dampfinhalationen bergen Verbrühungsgefahr.
Braucht mein Kind ein Antibiotikum, wenn der Schleim riecht?
Nicht allein aufgrund des Geruchs.
Kann Sinusitis ansteckend sein?
Die bakterielle Nebenhöhlenentzündung selbst wird nicht „als Sinusitis“ übertragen; der vorausgehende Virusinfekt kann ansteckend sein.
Kann eine Allergie wie Sinusitis aussehen?
Ja.
Warum soll kein CT gemacht werden?
Bei unkompliziertem Verlauf bringt es meist keinen Nutzen und verursacht Strahlenbelastung. Bei Komplikationsverdacht kann CT sehr wichtig sein.
Wann HNO?
Bei chronischen, wiederkehrenden oder komplizierten Beschwerden.
Kann mein Kind mit Sinusitis fliegen?
Bei starker Nasenblockade kann Druckausgleich schmerzhaft sein. Bei akuter schwerer Erkrankung Reise nach Möglichkeit verschieben beziehungsweise ärztlich beraten lassen.
Warum hat das Kind morgens mehr Husten?
Über Nacht sammelt sich Sekret im Nasenrachen und läuft nach hinten.
63. Quellen und Literatur
Aktueller pädiatrischer Konsensus
- Venturini E, Del Bene M, Fusani L et al.: Treatment of sinusitis in children: an Italian intersociety consensus (SIPPS-SIP-SITIP-FIMP-SIAIP-SIMRI-SIM-FIMMG). Italian Journal of Pediatrics. 2025;51:102. DOI: 10.1186/s13052-025-01868-1.
- Publiziert 26.03.2025. Die systematische Recherche umfasste Embase, Scopus, PubMed und Cochrane bis April 2024 ohne Sprachbeschränkung; Empfehlungen wurden mittels GRADE und Delphi-Konsensus entwickelt.
- Kernaussagen: strenge klinische Kriterien für akute bakterielle Sinusitis; systemische antibiotische Behandlung bei diagnostizierter unkomplizierter bakterieller Erkrankung; keine topischen Antibiotika; unzureichende Evidenz für routinemäßige systemische Antibiotika bei chronischer Sinusitis.
Englisch / USA
- Wald ER et al.: Clinical Practice Guideline for the Diagnosis and Management of Acute Bacterial Sinusitis in Children Aged 1 to 18 Years. Pediatrics. 2013;132:e262-e280.
- Die drei klinischen Diagnosemuster – persistierend, sich verschlechternd, schwer beginnend – bleiben eine zentrale internationale pädiatrische Referenz.
- Die AAP erlaubt bei Kindern mit lediglich persistierender, nicht schwerer Erkrankung nach gemeinsamer Entscheidung eine zusätzliche Beobachtung von ungefähr drei Tagen.
Europa
- Fokkens WJ et al.: European Position Paper on Rhinosinusitis and Nasal Polyps 2020 – EPOS 2020. Rhinology. 2020.
- EPOS wurde für Abgrenzung akuter, postviraler und chronischer Rhinosinusitis sowie den Stellenwert der Adenoide bei Kindern verwendet.
Deutsch / Deutschland
- Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde / AWMF: S2k-Leitlinie Rhinosinusitis, Registernummer 017-049. https://register.awmf.org/
- Die Leitlinie wurde zur klinischen Diagnose, Bildgebung, lokalen Therapie und Antibiotic Stewardship herangezogen.
Großbritannien
- NICE: Sinusitis (acute): antimicrobial prescribing. https://www.nice.org.uk/
- NICE wurde für zurückhaltenden Antibiotikaeinsatz und Safety-Netting herangezogen.
Spanisch
- Asociación Española de Pediatría: Sinusitis aguda bacteriana / pädiatrische infektiologische und HNO-Protokolle. https://www.aeped.es/
- Spanische Quellen wurden zur klinischen Diagnose und Komplikationserkennung gegengeprüft.
Französisch
- Assurance Maladie und französische pädiatrische/HNO-Empfehlungen zu sinusite aiguë chez l’enfant. https://www.ameli.fr/
- Französische Quellen wurden besonders zur altersabhängigen Lokalisation und antibiotischen Zurückhaltung berücksichtigt.
Japanisch
- Japanische HNO-Fachliteratur und Leitlinien zu 小児急性鼻副鼻腔炎 / pediatric acute rhinosinusitis auf J-STAGE. https://www.jstage.jst.go.jp/
- Japanische Quellen wurden vor allem zur lokalen Resistenzperspektive und Antibiotikastrategie gegengeprüft.
Chinesisch
- Aktuelle chinesische pädiatrische/HNO-Fachliteratur zu 儿童鼻窦炎 / 儿童慢性鼻窦炎 wurde zur konservativen Therapie, intranasalen Kortikosteroiden, Adenoiden und chirurgischen Indikationen herangezogen.
- Kernaussagen wurden mit AWMF, EPOS, AAP und dem italienischen Konsensus 2025 abgeglichen.
Russisch
- Министерство здравоохранения Российской Федерации: клинические рекомендации zu острый синусит/риносинусит у детей. https://cr.minzdrav.gov.ru/
Portugiesisch / Brasilien
- Sociedade Brasileira de Pediatria: Rinossinusite na infância. https://www.sbp.com.br/rinossinusite-na-infancia/
- Sociedade Brasileira de Pediatria: Fortbildung „Avanços no tratamento da Rinite Alérgica e Rinossinusite na criança e no adolescente“, 06.06.2025.
- Brasilianische Quellen wurden zu Symptomverlauf, fehlender Aussagekraft von Routine-Röntgen und Elternberatung verwendet.
Indien
- Indian Academy of Pediatrics: Standard Treatment Guidelines – Sinusitis. https://iapindia.org/standard-treatment-guidelines/
- Indische Empfehlungen wurden zur internationalen Gegenprüfung von Diagnostik, konservativer Behandlung und Antibiotikastrategie berücksichtigt.
Wissenschaftliche Gesamtevidenz
- Aktuelle systematische Reviews und randomisierte Studien 2023–2026 zu Antibiotikatherapie akuter pädiatrischer Sinusitis.
- Aktuelle Reviews zu pediatric chronic rhinosinusitis, Adenoidbeteiligung und orbitalen/intrakraniellen Komplikationen.
- Die Literatur zeigt konsistent, dass Nasensekretfarbe allein keine zuverlässige bakterielle Diagnose erlaubt und dass Routinebildgebung bei unkomplizierter akuter Sinusitis nicht empfohlen wird.
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