Wie groß wird mein Kind?
Aus den Größen der Eltern und der heutigen Größe Ihres Kindes lässt sich abschätzen, wie groß es einmal wird. Dieser Rechner nennt dafür nicht eine Zahl, sondern einen Bereich – denn genau das ist die ehrliche Antwort. Sie sehen zusätzlich, wie stark jede einzelne Angabe die Vorhersage verändert und wie viel Unsicherheit übrig bleibt.
Diese Berechnung gilt für gesunde Kinder mit unauffälligem Wachstumsverlauf. Sie ist eine Wahrscheinlichkeitsrechnung und keine ärztliche Prognose. Wenn Ihr Kind über mehrere Messungen hinweg Perzentilenlinien nach unten kreuzt, deutlich kleiner ist als die Familie erwarten lässt oder sehr früh oder sehr spät in die Pubertät kommt, gehört das ärztlich angeschaut – unabhängig davon, was hier steht.
Häufige Fragen
Wie groß wird mein Kind?
Das lässt sich nicht ausrechnen, sondern nur eingrenzen. Aus den Größen beider Eltern und der heutigen Größe des Kindes ergibt sich ein wahrscheinlicher Bereich; die Mitte dieses Bereichs ist die wahrscheinlichste Endgröße. Bei einem Schulkind mit beiden Elterngrößen liegt der Bereich, in dem 80 von 100 Kindern landen, typischerweise rund 10 Zentimeter breit. Wer eine Endgröße auf den Zentimeter genau nennt, hat sie erfunden.
Wie berechnet man die Elternzielgröße?
Die klassische Faustformel nach Tanner nimmt den Mittelwert beider Elterngrößen und rechnet für einen Jungen 6,5 Zentimeter hinzu, für ein Mädchen 6,5 Zentimeter ab. Der oft genannte Bereich von plus/minus 8,5 Zentimetern ist allerdings zu eng: Bei einer Überprüfung lag er tatsächlich bei plus/minus 10 Zentimetern für Jungen und plus/minus 9 für Mädchen. Außerdem sagt die Formel Kinder im Mittel um 2,7 Zentimeter zu klein voraus, weil die gemessene Größe der Eltern im Erwachsenenalter bereits wieder abnimmt.
Ist die aktuelle Größe meines Kindes aussagekräftiger als die Elterngrößen?
Ab dem Schulalter ja. Für Kinder zwischen vier Jahren und dem Beginn der Pubertät liegt der Vorhersagefehler aus der aktuellen Größe bei 4 bis 5 Zentimetern, aus den Elterngrößen allein bei etwa 5 bis 6. Am besten ist beides zusammen: Der Rechner gewichtet die beiden Quellen danach, wie viel sie jeweils wissen, und zeigt die drei Ergebnisse nebeneinander.
Warum ist die Vorhersage rund um die Pubertät am unsichersten?
Weil der Zeitpunkt des Wachstumsschubs die einzelne größte unbekannte Größe ist. Ein Kind, das früh in die Pubertät kommt, ist mit zehn Jahren groß für sein Alter und hört früher auf zu wachsen; ein spät entwickeltes Kind ist lange klein und wächst dafür länger. Beide landen am Ende oft bei derselben Größe. Deshalb bestimmt die Kinderärztin bei einer ernsthaften Fragestellung das Knochenalter – es liefert genau diese fehlende Information.
Werden Kinder heute noch größer als ihre Eltern?
In Österreich nicht mehr nennenswert. Über hundert Jahre hinweg ist die mittlere Körpergröße erwachsener Männer von 168,0 auf 177,4 Zentimeter gestiegen, seit dem Geburtsjahrgang 1976 ist dieser Zuwachs aber zum Stillstand gekommen. Der Rechner rechnet deshalb keinen Aufschlag gegenüber der Elterngeneration.
Warum bringen die Größen der Großeltern so wenig?
Weil die Elterngröße bereits die Auskunft über die Anlagen ist, gemessen in Zentimetern. Bei der Augenfarbe sieht man einem Elternteil seine Anlage nicht an, deshalb helfen dort die Großeltern erheblich. Bei der Körpergröße bleibt für sie nur noch die Trennung zwischen dem erblichen und dem nicht erblichen Anteil in der Größe der Eltern – und die verschiebt das Ergebnis in aller Regel um weniger als einen Zentimeter. Der Rechner zeigt das in der Auswertung offen an.
Für welche Kinder gilt diese Berechnung nicht?
Sie gilt für gesunde Kinder mit unauffälligem Wachstumsverlauf. Nicht anwendbar ist sie bei Erkrankungen, die das Wachstum beeinflussen, bei Hormonstörungen, bei chronischen Darmerkrankungen, bei genetischen Syndromen und nach längeren schweren Erkrankungen. Und sie ersetzt nie die Beurteilung des Verlaufs: Ein Kind, das über mehrere Messungen hinweg Perzentilenlinien nach unten kreuzt, gehört angeschaut.
Medizinische Grundlage
- Standards for children's height at ages 2–9 years allowing for height of parents (Arch Dis Child 45:755–762) Tanner JM, Goldstein H, Whitehouse RH, 1970. Originalarbeit zur Elternzielgröße (mid-parental height), Englisch
- Accurate Prediction of Children's Target Height from Their Mid-Parental Height (Children 11:916) Zeevi D, Ben Yehuda A, Nathan D, Zangen D, Kruglyak L, 2024. Überprüfung und Verbesserung der Zielgrößenformel an 303 erwachsenen Kindern aus 23 großen Familien, Englisch
- A chart to predict adult height from a child's current height (Ann Hum Biol 38:597–603) Cole TJ, Wright CM, 2011. Regressionsmodell zur Vorhersage der Erwachsenengröße aus der aktuellen Größe, geprüft an den britischen Geburtskohorten 1946 und 1958, Englisch
- A century of trends in adult human height (eLife 5:e13410) NCD Risk Factor Collaboration (NCD-RisC), 2016. Auswertung von 1.472 bevölkerungsbezogenen Studien mit 18,6 Millionen Teilnehmenden aus 200 Ländern, Englisch
- WHO Growth Reference: Länge/Größe für das Alter (5–19 Jahre) Weltgesundheitsorganisation (WHO), 2007. Wachstumsreferenz für Schulkinder und Jugendliche, Grundlage der Perzentilen dieses Rechners, Englisch
Fachliche Grundlage zuletzt geprüft: September 2026.