Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Elvanse 30 mg Hartkapseln Elvanse 50 mg Hartkapseln Elvanse 70 mg Hartkapseln

Wirkstoff: Lisdexamfetamindimesilat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses
Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

  • Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
  • Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
  • Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.
  • Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Elvanse und wofür wird es angewendet?
2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Elvanse beachten?
3. Wie ist Elvanse einzunehmen?
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
5. Wie ist Elvanse aufzubewahren?
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen
7. Informationen für Kinder und Jugendliche

1. Was ist Elvanse und wofür wird es angewendet?

Was ist Elvanse?

Elvanse enthält den Wirkstoff Lisdexamfetamindimesilat, der hilft, die Aktivität Ihres Gehirns zu verbessern. Er kann dazu beitragen, Ihre Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit zu verbessern und Ihre Impulsivität zu verringern.

Elvanse ist ein lang wirkendes Arzneimittel, das über einen Zeitraum von 13 Stunden stetig wirkt.

Wofür wird es angewendet?

Elvanse ist Teil eines umfassenden Behandlungsschemas zur Behandlung der
„Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitäts-Störung” (ADHS)

  • für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren, die zuvor mit Methylphenidat behandelt wurden, wobei sich diese Behandlung als unzureichend wirksam erwies gegen ADHS.
  • für Erwachsene, die seit ihrer Kindheit ADHS haben. Wenn Sie bisher noch keine ADHS-Behandlung erhalten haben, prüft der Arzt vor der Verschreibung von Elvanse, ob Sie seit Ihrer Kindheit ADHS haben.

Wenn Sie sich nach einem Monat nicht besser oder gar schlechter fühlen, wenden Sie sich an Ihren Arzt.

Elvanse ist nicht für alle Patienten mit ADHS empfohlen, und die Entscheidung zur Anwendung dieses Arzneimittels erfolgt auf Grundlage einer eingehenden medizinischen Beurteilung.

Elvanse wird nicht zur ADHS-Behandlung bei Kindern unter 6 Jahren angewendet, weil nicht bekannt ist, ob es bei so jungen Kindern sicher ist oder ob diese von der Behandlung profitieren.

Wie wirkt Elvanse?

Elvanse verbessert die Aktivität bestimmter Abschnitte des Gehirns, deren Aktivität zu gering ist. Das Arzneimittel kann dazu beitragen, die Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit zu verbessern und impulsives Verhalten zu verringern.

Das Arzneimittel wird als Teil eines Behandlungsprogramms angewendet, zu dem normalerweise
folgendes gehört:

  • Psychotherapie,
  • pädagogische Therapie,
  • soziale Therapie,
  • Verhaltenstherapie,
  • Beschäftigungstherapie.

Es wird ausschließlich von Ärzten mit Erfahrung in der Behandlung von Verhaltensstörungen
verschrieben.

Über ADHS

Für Menschen mit ADHS ist es schwer

  • still zu sitzen,
  • sich zu konzentrieren.

Sie sind nicht daran schuld, dass sie diese Schwierigkeiten haben. Dennoch kann ADHS zu Problemen im Alltag führen. Kinder und Jugendliche mit ADHS mögen Schwierigkeiten haben zu lernen oder ihre Hausaufgaben zu erledigen. Ihnen fällt es schwer, sich zuhause, in der Schule und an anderen Orten „normal“ zu verhalten.

ADHS hat keine Auswirkungen auf die Intelligenz der betroffenen Person.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Elvanse beachten?

Elvanse darf nicht eingenommen werden,

  • wenn Sie allergisch gegen Lisdexamfetamin, andere Amfetamine oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,
  • wenn Sie einen sogenannten Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer) gegen Depressionen einnehmen oder in den letzten 14 Tagen einen MAO-Hemmer eingenommen haben,
  • wenn Sie ein Schilddrüsenproblem haben,
  • wenn Sie sich ungewöhnlich erregt, übermäßig aktiv oder enthemmt fühlen,
  • wenn Sie jemals Herzprobleme hatten – zum Beispiel einen Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, Schmerzen und Beschwerden im Brustkorb, Herzmuskelschwäche, eine Herzkrankheit oder einen angeborenen Herzfehler,
  • wenn Sie einen hohen oder sehr hohen Blutdruck oder eine Verengung der Blutgefäße haben, • wenn Sie an einem erhöhten Augeninnendruck (Glaukom) leiden,
  • wenn Sie eine Erkrankung namens Phäochromozytom haben (dieser seltene Tumor wächst normalerweise in den Nebennieren, die sich oberhalb Ihrer Nieren befinden).

Nehmen Sie Elvanse nicht ein, wenn einer der oben genannten Umstände auf Sie zutrifft. Wenn Sie sich nicht sicher sind, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Elvanse einnehmen. Dies ist wichtig, weil Elvanse diese Probleme verschlimmern kann.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Elvanse einnehmen, wenn Sie:

  • jemals Probleme mit Arzneimittel- oder Drogenmissbrauch hatten,
  • Nierenprobleme haben,
  • bereits einmal Anfälle (Krampfanfälle, Konvulsionen, Epilepsie) oder auffällige Hirnstromaufzeichnungen (EEGs) hatten,
  • eine Schwangerschaft planen oder schwanger sind (siehe Abschnitt „Schwangerschaft und Stillzeit),
  • schwer zu kontrollierendes wiederholtes Zucken von Körperteilen oder wiederholtes Ausstoßen bestimmter Laute oder Wörter aufweisen,
  • hohen Blutdruck haben,
  • eine familiäre oder medizinische Vorgeschichte mit unregelmäßigem Herzrhythmus (im Elektrokardiogramm sichtbar) haben oder wenn Sie an Erkrankungen leiden und/oder Arzneimittel einnehmen, die Sie anfällig für Herzrhythmus- oder Elektrolytstörungen machen, • ein Herzproblem haben, das nicht weiter oben unter „Elvanse darf nicht eingenommen werden” aufgeführt ist,
  • einen Schlaganfall in der Vorgeschichte haben,
  • ein geistig-seelisches Problem haben, wie beispielsweise:
  • Stimmungsschwankungen (zwischen manisch und depressiv – sogenannte „bipolare Störung“),
  • neu auftretendes aggressives oder feindseliges Verhalten oder eine Verschlimmerung der bestehenden Aggressivität,
  • Sehen, Hören oder Fühlen von Dingen, die nicht da sind (Halluzinationen),
  • Glauben von Dingen, die nicht real sind (Wahnvorstellungen),
  • ungewöhnlich misstrauisches Verhalten (Paranoia),
  • Rastlosigkeit, Ängstlichkeit oder Anspannung,
  • Niedergeschlagenheit oder Schuldgefühle.

Oder wenn Sie eine Frau sind, die schwanger werden kann, eine Schwangerschaft plant oder
schwanger ist (siehe Abschnitt "Schwangerschaft und Stillzeit").

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker vor Beginn der Behandlung, wenn einer der oben genannten Umstände auf Sie zutrifft. Dies ist wichtig, weil Elvanse diese Probleme verschlimmern kann. Ihr Arzt muss dann überwachen, welche Wirkungen das Arzneimittel bei Ihnen hat.

Wenn Elvanse nicht ordnungsgemäß angewendet wird, kann es abnormales Verhalten und eine
Abhängigkeit vom Arzneimittel verursachen. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn es in Ihrer
Vorgeschichte oder der Ihres Kindes jemals Missbrauch oder Abhängigkeit von Alkohol,
verschreibungspflichtigen Arzneimitteln oder illegalen Drogen gegeben hat. Geben Sie dieses
Arzneimittel keiner anderen Person, auch wenn die Symptome ähnlich erscheinen.

Elvanse kann bei einigen Patienten Herzrhythmusstörungen verursachen. Sollten Sie während der
Behandlung Herzklopfen oder einen unregelmäßigen Herzschlag verspüren, informieren Sie
umgehend Ihren Arzt. Das Risiko von Herzproblemen kann mit Erhöhung der Dosis steigen. Die
empfohlene Dosierung sollte daher eingehalten werden.

Überprüfungen durch Ihren Arzt vor Beginn der Behandlung mit Elvanse

Diese Überprüfungen helfen bei der Entscheidung, ob Elvanse das richtige Arzneimittel für Sie ist. Ihr Arzt befragt Sie zu folgenden Punkten:

  • ob und welche anderen Arzneimittel Sie eventuell einnehmen,
  • ob es plötzliche unerklärbare Todesfälle in der Familie gegeben hat,
  • mögliche andere Erkrankungen (wie zum Beispiel Herzleiden), die bei Ihnen oder bei Familienangehörigen aufgetreten sind,
  • wie Sie sich fühlen, zum Beispiel ob Sie sich glücklich oder traurig fühlen, seltsame Gedanken haben, oder ob Sie früher bereits solche Gefühle hatten,
  • ob jemand in Ihrer Familie “Tics” hat oder hatte (schwer zu kontrollierendes wiederholtes Zucken von Körperteilen oder wiederholtes Ausstoßen bestimmter Laute oder Wörter),
  • geistig-seelische Probleme oder Verhaltensstörungen, an denen Sie oder andere Familienangehörige leiden oder früher gelitten haben. Ihr Arzt überprüft Ihre Vorgeschichte im Hinblick auf geistig-seelische Erkrankungen und möchte feststellen, ob bei jemandem in Ihrer Familie eine Selbsttötung, eine bipolare Störung (Stimmungsschwankungen zwischen manisch und depressiv) oder eine Depression bekannt ist.

Es ist wichtig, dass Sie so viele Angaben wie möglich machen. Damit helfen Sie Ihrem Arzt bei der Entscheidung, ob Elvanse das richtige Arzneimittel für Sie ist. Ihr Arzt kann zu dem Schluss kommen, dass weitere medizinische Untersuchungen bei Ihnen erforderlich sind, bevor Sie mit der Einnahme des Arzneimittels beginnen.

Auswirkungen auf das Gewicht

  • Elvanse kann bei manchen Patienten zu Gewichtsverlust führen.
  • Außerdem kann bei Kindern und Jugendlichen die Gewichtszunahme ausbleiben.
  • Wenn du ein Kind oder ein(e) Jugendliche(r) bist, wird dein Arzt deine Körpergröße und dein Körpergewicht sowie dein Essverhalten genau beobachten.
  • Wenn du nicht wie erwartungsgemäß wächst oder Gewicht verlierst, kann dein Arzt die Behandlung mit Elvanse möglicherweise abbrechen.
  • Bei Erwachsenen wird der Arzt Körpergewicht sowie Essverhalten beobachten.

Einnahme von Elvanse zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen.

Nehmen Sie Elvanse nicht ein, wenn Sie

  • einen sogenannten Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer) gegen Depressionen einnehmen oder in den letzten 14 Tagen einen MAO-Hemmer eingenommen haben. Die Einnahme eines MAO-Hemmers zusammen mit Elvanse kann einen plötzlichen Blutdruckanstieg hervorrufen. Ihr Arzt oder Apotheker kann Ihnen sagen, ob eines der von Ihnen derzeit eingenommenen Arzneimittel ein MAO-Hemmer ist.

Elvanse und bestimmte andere Arzneimittel können sich gegenseitig beeinflussen. Wenn Sie derzeit eines der folgenden Arzneimittel einnehmen, halten Sie bitte Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Elvanse einnehmen:

  • Arzneimittel gegen schwere geistig-seelische Probleme,
  • Arzneimittel zur Blutdrucksenkung oder –steigerung,
  • Arzneimittel, die im Rahmen von Operationen angewendet werden, zum Beispiel Schmerzmittel,
  • Husten- und Erkältungsmittel. Manche dieser Arzneimittel enthalten Wirkstoffe, die den Blutdruck beeinflussen können. Daher ist es wichtig, beim Kauf solcher Arzneimittel Rücksprache mit Ihrem Apotheker zu halten.
  • Arzneimittel, die den Säuregehalt Ihres Urins beeinflussen können, wie zum Beispiel Vitamin C (Ascorbinsäure) oder Natriumhydrogencarbonat (beispielsweise in Arzneimitteln gegen Verdauungsstörungen enthalten).

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob die Arzneimittel, die Sie derzeit einnehmen, auf der obigen Liste stehen, fragen Sie vor der Einnahme von Elvanse Ihren Arzt oder Apotheker.

Drogentests und Doping

Elvanse kann bei Drogentests und Dopingkontrollen ein positives Ergebnis liefern.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.

Ihr Körper baut Elvanse zu anderen Substanzen ab, welche den Mutterkuchen (Plazenta) überwinden und in die Muttermilch übergehen können. Die verfügbaren Daten zur Einnahme von Elvanse während der ersten drei Schwangerschaftsmonate weisen nicht auf ein erhöhtes Risiko für angeborene Fehlbildungen beim Kind hin, aber möglicherweise auf ein erhöhtes Risiko für Präeklampsie (Erkrankung, die üblicherweise nach 20 Wochen der Schwangerschaft auftritt und durch Bluthochdruck und Eiweiß im Urin gekennzeichnet ist) und Frühgeburt. Neugeborene, die während der Schwangerschaft Amfetamin ausgesetzt waren, können Entzugserscheinungen entwickeln (Zittern, Reizbarkeit, starke Anspannung der Muskeln).

Sie dürfen dieses Arzneimittel während der Schwangerschaft nur nach ausdrücklicher Anweisung
durch Ihren Arzt anwenden. Während der Einnahme von Elvanse dürfen Sie nicht stillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen Bei Einnahme von Elvanse kann es zu Schwindel, Problemen mit der Scharfeinstellung des Auges oder verschwommenem Sehen kommen. In diesem Fall sind bestimmte Tätigkeiten wie Autofahren, das Bedienen von Maschinen, Radfahren, Reiten oder das Klettern auf Bäume gefährlich.

Elvanse enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Kapsel, d h. es ist nahezu
„natriumfrei“.

3. Wie ist Elvanse einzunehmen?

Wie viel ist einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei
Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Elvanse ist ausschließlich für Sie bestimmt. Geben Sie dieses Arzneimittel nicht an andere Personen weiter, auch wenn diese scheinbar ähnliche Beschwerden haben.

Wie ist Elvanse einzunehmen?

  • Nehmen Sie Elvanse morgens vor dem Frühstück ein. Es kann mit oder ohne gleichzeitige Nahrungsaufnahme eingenommen werden.
  • Sie können Elvanse auf zwei verschiedene Arten einnehmen:

o Die Hartkapsel kann mit ausreichend Wasser im Ganzen eingenommen werden.

o Öffnen Sie die Hartkapsel und leeren den Inhalt:

  • entweder auf eine weiche Speise wie z. B. Joghurt
  • oder in ein Glas Wasser oder Orangensaft.

Verwenden Sie einen Löffel, um zusammenklebende Teilchen zu zerstoßen und rühren Sie Elvanse und den Joghurt bzw. das Wasser oder den Orangensaft so lange gut um, bis alles vollständig vermischt ist. Essen Sie den ganzen Joghurt bzw. trinken Sie das ganze Wasser oder den ganzen Orangensaft sofort nach dem Vermischen mit Elvanse. Heben Sie nichts davon für später auf. Wenn im Behälter oder Glas ein Film zurückbleibt, ist dies nicht bedenklich – es handelt sich dabei nicht um den Wirkstoff.

Dosis

  • Ihr Arzt sagt Ihnen, welche Wirkstärke Sie täglich einnehmen sollen.
  • Zu Behandlungsbeginn beträgt die empfohlene Dosis 30 mg. Diese kann von Ihrem Arzt später auf 50 mg oder 70 mg erhöht werden. Die Tageshöchstdosis beträgt 70 mg.
  • Wenn Sie Nierenprobleme haben, kann Ihr Arzt die Dosis gegebenenfalls reduzieren.
  • Wenn Sie älter sind, wird Ihr Arzt Ihren Blutdruck und Ihren kardiovaskulären Status vor Beginn und während der Behandlung untersuchen (siehe Abschnitt 2 "Elvanse darf nicht eingenommen werden" und Abschnitt "Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen").

Möglicherweise muss Ihr Arzt auch die Dosis reduzieren.

  • Teilen Sie die Dosis einer Hartkapsel nicht auf, sondern nehmen Sie den gesamten Kapselinhalt ein. Nehmen Sie nicht weniger als eine Hartkapsel täglich ein.

Wenn es Ihnen nach einem Monat Behandlung nicht besser geht

Wenn es Ihnen nicht besser geht, informieren Sie Ihren Arzt. Sie benötigen möglicherweise eine
andere Behandlung.

Wenn Sie Elvanse nicht bestimmungsgemäß anwenden

Wenn Sie Elvanse nicht bestimmungsgemäß anwenden, kann es bei Ihnen zu auffälligem Verhalten oder zu einer Abhängigkeit von diesem Arzneimittel kommen. Informieren Sie daher bitte Ihren Arzt, wenn Sie jemals zuvor Missbrauch mit Alkohol, Arzneimitteln oder Drogen betrieben haben oder davon abhängig waren.

Wenn Sie eine größere Menge von Elvanse eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie zu viel von dem Arzneimittel eingenommen haben, wenden Sie sich sofort an einen Arzt oder rufen Sie die Rettungsleitstelle an. Sagen Sie, wie viel Sie eingenommen haben.

Zu den Anzeichen einer Überdosierung können gehören:

  • Unruhe, Zittern, verstärkte unkontrollierte Bewegungen, Muskelzuckungen, beschleunigte Atmung, Verwirrtheit, eine Neigung zu tätlichen Übergriffen, Sehen, Fühlen oder Hören von Dingen, die nicht wirklich da sind (Halluzinationen), Panikzustände, hohes Fieber oder Muskelauflösung. Danach können sich Müdigkeit und Niedergeschlagenheit einstellen.
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchkrämpfe können ebenfalls auftreten.
  • Veränderungen des Herzschlags (langsam, schnell oder unregelmäßig), hoher oder niedriger Blutdruck, Kreislaufzusammenbruch, Krämpfe und Koma können auftreten.
  • Auch Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Krampfanfälle und Veränderungen des Sehens können auftreten.

Wenn Sie die Einnahme von Elvanse vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben, warten Sie bis zum nächsten Tag. Vermeiden Sie wegen der Möglichkeit von Schlafstörungen (Schlaflosigkeit) die Einnahme am Nachmittag.

Wenn Sie die Einnahme von Elvanse abbrechen

Wenn Sie die Einnahme dieses Arzneimittels abbrechen, können die ADHS-Symptome wieder
auftreten.

Brechen Sie die Einnahme des Arzneimittels nicht ohne vorherige Rücksprache mit Ihrem Arzt ab. Sie sollten die Einnahme dieses Arzneimittels nicht eigenmächtig abrupt abbrechen.

Ärztliche Maßnahmen im Rahmen Ihrer Behandlung mit Elvanse

Ihr Arzt wird einige Untersuchungen durchführen, und zwar:

  • Vor Behandlungsbeginn – um sicherzugehen, dass Elvanse für Sie sicher ist und dass Sie von der Behandlung profitieren.
  • Nach Behandlungsbeginn – Ihr Arzt führt mindestens alle 6 Monate, möglicherweise auch öfter, bestimmte Untersuchungen durch. Diese Untersuchungen werden auch bei einer Änderung der Dosis durchgeführt. Zu den Untersuchungen gehören:
  • Überprüfung Ihres Appetits,
  • Messung von Größe und Gewicht,
  • Messung von Blutdruck und Herzfrequenz,
  • Überprüfung, ob Sie Probleme mit Ihrer Stimmungslage, Gemütsverfassung oder mit sonstigen ungewöhnlichen Gefühlen haben oder ob sich diese während der Einnahme von Elvanse verschlimmert haben.

Langzeitbehandlung

Elvanse sollte und muss nicht unbegrenzt eingenommen werden. Wenn Sie Elvanse länger als ein Jahr einnehmen, sollte Ihr Arzt die Behandlung für kurze Zeit absetzen, zum Beispiel in den Ferien.

Dadurch kann festgestellt werden, ob Sie das Arzneimittel weiterhin benötigen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Ihr Arzt spricht mit Ihnen über diese Nebenwirkungen.

Bestimmte Nebenwirkungen können schwerwiegend sein. Wenn es bei Ihnen zu einer der
nachfolgend aufgeführten Nebenwirkungen kommt, suchen Sie bitte sofort einen Arzt auf:

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

  • unregelmäßiger Herzschlag (Palpitationen),
  • Schmerzen in der Brust (kann auf Herzbeschwerden hindeuten).

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

  • Gefühl von ungewöhnlicher Erregung, übermäßiger Aktivität oder Enthemmung (Manie),
  • allergische Reaktion (Überempfindlichkeit).

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

  • schwere allergische Reaktion, gekennzeichnet durch starken Blutdruckabfall, Atemschwierigkeiten und Nesselausschlag/Juckreiz (anaphylaktische Reaktion),
  • Sehen oder Fühlen oder Hören von Dingen, die nicht wirklich da sind*, Paranoia und Wahnvorstellungen (psychotische Episoden),
  • Verschlimmerung des Tourette-Syndroms mit Anzeichen wie schwer zu kontrollierende, sich wiederholende zuckende Bewegungen eines Körperteils oder sich wiederholende Töne und Wörter (Tics),
  • Anfälle (Krampfanfälle),
  • anormaler Herzrhythmus, lebensbedrohlich unregelmäßiger Herzrhythmus (im Elektrokardiogramm sichtbar). Siehe Abschnitt 2, Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen, • allergische Leberschädigung, die sich unter Umständen durch Gelbfärbung des Augenweißes und/oder der Haut äußern kann (eosinophile Hepatitis),
  • Hautschwellungen (Angioödem) oder schwerwiegender Hautausschlag, der sich in Form von schwerer Blasenbildung der Haut und Schleimhäute äußert (Stevens-Johnson-Syndrom),
  • Atemnot oder Anschwellen der Beine (Anzeichen einer Herzmuskelerkrankung)*

*Die folgenden schweren Nebenwirkungen treten bei Kindern und/oder Jugendlichen mit
unterschiedlicher Häufigkeit als bei Erwachsenen auf.

  • Sehen, Fühlen oder Hören von Dingen, die nicht wirklich da sind, tritt bei Kindern und Jugendlichen gelegentlich auf.
  • Atemnot oder Anschwellen der Beine (Anzeichen einer Herzmuskelerkrankung) tritt bei Jugendlichen gelegentlich auf.

Wenn es bei Ihnen zu einer der oben genannten Nebenwirkungen kommt, suchen Sie bitte sofort einen Arzt auf.

Die nachfolgend Genannten gehören zu den sonstigen Nebenwirkungen. Sollten diese
schwerwiegend verlaufen, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

  • verminderter Appetit,
  • Schlafstörungen,
  • Mundtrockenheit,
  • Kopfschmerzen.

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

  • Gefühl der Erregung, Zerfahrenheit oder „Hippeligkeit“, Angst, Depression, Reizbarkeit oder Stimmungsschwankungen,
  • Müdigkeitsgefühl oder Unruhe,
  • Unfähigkeit, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten oder Veränderungen des Geschlechtstriebs,
  • Schwindelgefühl,
  • unkontrollierte zuckende oder fahrige Bewegungen, Zittern oder ungewöhnlich starke Aktivität, • schwer zu kontrollierende, sich wiederholende zuckende Bewegungen eines Körperteils oder sich wiederholende Töne und Wörter (Tics),
  • schneller oder unregelmäßiger Herzschlag (Tachykardie),
  • hoher Blutdruck*,
  • Atemschwierigkeiten,
  • Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall,
  • Verstopfung,
  • Gewichtsabnahme*,
  • übermäßiges Schwitzen,
  • Bauchschmerzen*,
  • Zähneknirschen.

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

  • Fieber*,
  • kaum zu unterbrechendes und häufig überschnelles Sprechen,
  • Niedergeschlagenheit, Angst, traurige oder bedrückte Stimmung (Dysphorie),
  • übermäßig gehobene oder erregte Stimmung (Euphorie),
  • Zwangsstörung (OCD) (einschließlich des unwiderstehlichen Drangs, Körperbehaarung auszureißen, Haut zu zupfen, wiederkehrende unerwünschte Gedanken, Gefühle, Bilder oder Impulse im Kopf zu haben (Zwangsgedanken) sowie wiederholte Verhaltensweisen oder mentale Rituale auszuführen (Zwangshandlungen))
  • unkontrollierte zuckende oder fahrige Bewegungen des Körpers,
  • ungewöhnliche Schläfrigkeit*,
  • Juckreiz, Hautausschlag* oder rote, juckende Quaddeln (Nesselausschlag, Urtikaria),
  • verschwommenes Sehen,
  • metallischer Geschmack im Mund oder verändertes Geschmacksempfinden (Dysgeusie),
  • kurzzeitige Bewusstlosigkeit (Synkope),
  • Nasenbluten.

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

  • übermäßige Weitstellung der Pupillen,*
  • Aggressivität,
  • schlechte Durchblutung mit daraus resultierender Taubheit und Weißfärbung der Zehen und Finger (Raynaud-Syndrom)*.

*Die folgenden Nebenwirkungen treten bei Kindern und/oder Jugendlichen mit unterschiedlicher
Häufigkeit als bei Erwachsenen auf.

  • Gewichtsverlust tritt bei Kindern und Jugendlichen sehr häufig auf.
  • Bauchschmerzen treten bei Kindern sehr häufig auf.
  • Erhöhte Temperatur (Fieber) tritt bei Kindern und Jugendlichen häufig auf.
  • Ungewöhnliche Schläfrigkeit tritt bei Kindern und Jugendlichen häufig auf.
  • Hautausschlag tritt bei Kindern häufig auf.
  • Hoher Blutdruck tritt bei Kindern und Jugendlichen gelegentlich auf.
  • Schlechte Durchblutung mit daraus resultierender Taubheit und Weißfärbung der Zehen und Finger (Raynaud-Syndrom) tritt bei Kindern gelegentlich auf.
  • Übermäßige Weitstellung der Pupillen tritt bei Kindern und Jugendlichen gelegentlich auf.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen.

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Elvanse aufzubewahren?

Nicht über 25 °C lagern.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel an einem sicheren Ort auf, der für andere Personen unzugänglich ist. Es kann Personen, denen es nicht verschrieben wurde, schwerwiegende Schäden zufügen.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Flasche und dem Umkarton nach „verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nicht verwenden, wenn die Hartkapseln in irgendeiner Weise
beschädigt aussehen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Elvanse enthält

Der Wirkstoff ist Lisdexamfetamindimesilat.

Jede 30 mg-Kapsel enthält 30 mg Lisdexamfetamindimesilat, entsprechend 8,9 mg Dexamfetamin.

Jede 50 mg-Kapsel enthält 50 mg Lisdexamfetamindimesilat, entsprechend 14,8 mg Dexamfetamin.

Jede 70 mg-Kapsel enthält 70 mg Lisdexamfetamindimesilat, entsprechend 20,8 mg Dexamfetamin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

  • Kapselinhalt: Mikrokristalline Cellulose (E460), Croscarmellose-Natrium (E468), Magnesiumstearat (E572)
  • Kapselhülle: Gelatine, Titandioxid (E171)
  • Die 30 mg-Kapsel enthält außerdem Erythrosin (E127).
  • Die 50 mg-Kapsel enthält außerdem Brillantblau FCF (E133).
  • Die 70 mg-Kapsel enthält außerdem Brillantblau FCF (E133) und Erythrosin (E127).
  • Drucktinte: Schellack (E904), Kaliumhydroxid (E525), Eisenoxid schwarz (E172), Propylenglycol (E1520) und Ammoniumhydroxidlösung, konzentriert (E527)

Wie Elvanse aussieht und Inhalt der Packung

Hartkapseln.

Die 30 mg-Kapseln bestehen aus einem weißen, opaken Kapselunterteil und einem pinkfarbenen,
opaken Kapseloberteil mit dem Aufdruck „S489“ und „30 mg“ mit schwarzer Drucktinte.

Die 50 mg-Kapseln bestehen aus einem weißen, opaken Kapselunterteil und einem blauen, opaken Kapseloberteil mit dem Aufdruck „S489“ und „50 mg“ mit schwarzer Drucktinte.

Die 70 mg-Kapseln bestehen aus einem blauen, opaken Kapselunterteil und einem pinkfarbenen,
opaken Kapseloberteil mit dem Aufdruck „S489“ und „70 mg“ mit schwarzer Drucktinte.

Packungsgrößen: 28, 30 oder 90 Kapseln.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Takeda Pharmaceuticals International AG Ireland Branch
Block 2 Miesian Plaza
50 – 58 Baggot Street Lower
Dublin 2
D02 HW68
Irland
E-Mail: medinfoEMEA@takeda.com

Hersteller

Shire Pharmaceuticals Ireland Limited
Block 2 & 3 Miesian Plaza
50 – 58 Baggot Street Lower
Dublin 2
Irland
Tel: +44(0)1256 894 959
E-Mail: medinfoEMEA@shire.com

Takeda Pharmaceuticals International AG Ireland Branch
Block 2, Miesian Plaza
50 - 58 Baggot Street Lower
Dublin 2
D02 HW68
Irland

Takeda GmbH
Production site Oranienburg
Lehnitzstraße 70-98
16515 Oranienburg
Deutschland

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) und im Vereinigten Königreich (Nordirland) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Luxemburg, Niederlande, Elvanse
Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Spanien, Schweden, Vereinigtes Königreich
(Nordirland)
Irland Tyvense

Zulassungsnummern:

Elvanse 30 mg Hartkapseln: Z.Nr. 136851
Elvanse 50 mg Hartkapseln: Z.Nr. 136852
Elvanse 70 mg Hartkapseln: Z.Nr. 136853

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juni 2026.

7. Informationen für Kinder und Jugendliche

Dieser Abschnitt soll Dir die wichtigsten Informationen über Dein Medikament, das Elvanse heißt, vermitteln.

Falls Du im Lesen noch wenig geübt bist, können auch Deine Eltern bzw. Erziehungsberechtigten Dir diese Informationen vorlesen und Deine Fragen beantworten.

Vielleicht ist es für Dich leichter, wenn Du immer nur einen kleinen Abschnitt auf einmal liest.

Warum hat der Arzt Dir dieses Medikament gegeben?

Dieses Medikament kann Dir bei Deiner „Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitäts-Störung” (ADHS) helfen.

Die ADHS kann dazu führen:

  • dass Du zu viel in Bewegung bist,
  • dass Du nicht aufmerksam sein kannst,
  • dass Du schnell etwas tust, ohne vorher über die Folgen nachzudenken (Impulsivität).

Diese Störung wirkt sich auf das Lernen und auf Deine Freundschaften aus und auch darauf, wie Du über Dich denkst. Du selbst kannst nichts dafür, dass Du diese Schwierigkeiten hast.

Was geschieht während der Behandlung mit diesem Medikament?

  • Außer der Behandlung mit diesem Medikament wird Dein Arzt Dir auch helfen zu lernen, wie Du mit Deiner ADHS besser zurechtkommst. Er wird z. B. dafür sorgen, dass Du mit Personen sprechen kannst, die Dir Tipps geben oder die Dir beibringen können, wie Du manches besser machen kannst.
  • Das Medikament sollte gegen die ADHS helfen.
  • Du wirst öfters zu Deinem Arzt gehen müssen, um Dich untersuchen zu lassen. Diese Untersuchungen dienen dazu sicherzustellen, dass das Medikament bei Dir wirkt und Du gut wächst und Dich gut entwickelst.
  • Wenn Du das Medikament länger als ein Jahr einnimmst, kann Dein Arzt es gegebenenfalls absetzen, um festzustellen, ob Du es noch benötigst. Das wird wahrscheinlich in den Schulferien geschehen.
  • Mädchen, die vermuten, dass sie schwanger sind, oder die planen, ein Baby zu bekommen, müssen vor der Einnahme dieses Medikaments zuerst ihren Arzt fragen.

Es gibt Fälle, in denen Du dieses Medikament nicht einnehmen darfst

Du kannst dieses Medikament nicht einnehmen, wenn Du:

  • ein Herzproblem hast,
  • ungewöhnlich erregt oder übermäßig aktiv bist.

Du musst unter Umständen zuerst mit Deinem Arzt sprechen, bevor Du mit der Einnahme dieses Medikaments beginnst

Du musst zuerst mit Deinem Arzt sprechen, wenn Du:

  • Krampfanfälle hast,
  • schwanger bist oder stillst,
  • andere Medikamente einnimmst – Dein Arzt muss alle Medikamente wissen, die Du einnimmst, • schlimme Nierenprobleme hast.

Wie muss ich mein Medikament (Kapseln) einnehmen?

  • Du musst die Kapsel mit Wasser schlucken. Aber Du kannst die Kapsel auch öffnen und den gesamten Inhalt in einem Glas Wasser oder Orangensaft auflösen oder mit einer weichen Speise, wie z. B. Joghurt, vermischen.
  • Nach dem Mischen sollst Du die ganze Portion Joghurt sofort essen bzw. das ganze Glas Wasser oder Orangensaft sofort trinken.
  • Du sollst jeden Morgen eine Kapsel einnehmen. Du kannst die Kapsel zu einer Mahlzeit oder unabhängig davon einnehmen.
  • Du darfst die Behandlung mit dem Medikament nicht abbrechen, ohne vorher Deinen Arzt zu fragen.
  • Wenn Du die Einnahme Deines Medikaments vergessen hast, wende Dich an einen Erwachsenen. Du darfst NICHT 2 Kapseln auf einmal einnehmen, um die vergessene Dosis nachzuholen.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Nebenwirkungen sind nicht erwünschte Wirkungen, die auftreten können, wenn Du ein Medikament einnimmst. Falls Du eine der folgenden Wirkungen bemerkst, wende Dich sofort an einen Erwachsenen. Er kann dann mit Deinem Arzt sprechen. Die wichtigsten Nebenwirkungen, die auftreten könnten, sind:

  • Du fühlst, dass Dein Herz schneller schlägt als normal oder dass es unregelmäßig schlägt.
  • Du siehst, fühlst oder hörst Dinge, die nicht wirklich vorhanden sind.
  • Du fühlst Dich ungewöhnlich erregt oder Du bist überaktiv.
  • Du zeigst eine schwere allergische Reaktion. Dabei kann es Dir schwindelig sein, Du kannst Probleme beim Atmen haben oder Deine Haut kann jucken.
  • Du bekommst Krampfanfälle.
  • Du bemerkst, dass sich Deine Augen und/oder Deine Haut gelb verfärbt haben.
  • Du hast eine Hautschwellung oder einen schlimmen Hautausschlag mit Blasen auf der Haut oder an anderen Stellen.

Wenn Du Dich während der Einnahme Deines Medikaments nicht wohl fühlst, wende Dich
sofort an einen Erwachsenen.

Diese Dinge solltest Du außerdem beachten:

  • Achte darauf, dass Du Dein Medikament an einem sicheren Ort aufbewahrst, damit es niemand anderes nehmen kann.
  • Dieses Medikament ist nur für Dich bestimmt – Du darfst es NICHT jemand anderem geben. Das Medikament kann Dir helfen, aber anderen Menschen könnte es schaden.
  • Wenn Du vergessen hast, Dein Medikament einzunehmen, darfst Du beim nächsten Mal nicht 2 Kapseln auf einmal einnehmen. Du sollst beim nächsten Mal nur 1 Kapsel zur gewohnten Zeit einnehmen.
  • Es ist wichtig, dass Du nicht zu viel von dem Medikament einnimmst, sonst kannst Du krank werden.
  • Wenn Du zu viel von dem Medikament eingenommen hast, sage es sofort Deinen Eltern bzw. Erziehungsberechtigten.
  • Du darfst mit der Einnahme des Medikaments erst aufhören, wenn Dein Arzt Dir sagt, dass es in Ordnung ist, wenn Du das Medikament nicht mehr einnimmst.

Wen kann ich fragen, wenn ich etwas nicht verstehe?

Deine Eltern bzw. Erziehungsberechtigten, dein Arzt, die Krankenschwester oder der Apotheker
können Dir helfen.