Bronchitis bei Kindern
„Bronchitis" ist im Kindesalter kein einheitliches Krankheitsbild, sondern ein Sammelbegriff für sehr unterschiedliche Verläufe: von der harmlosen, viralen akuten Bronchitis über die protrahierte bakterielle Bronchitis (PBB) mit wochenlangem, feuchtem Husten bis zur seltenen, aber gefährlichen plastischen Bronchitis, bei der zähe Schleimpfropfen die Atemwege regelrecht verstopfen. Dieser Ratgeber ordnet die drei Formen ein, erklärt, wann welche Behandlung sinnvoll ist, und was über mögliche Langzeitfolgen bekannt ist.
So ist dieser Ratgeber aufgebaut
Grundlage sind aktuelle Übersichtsarbeiten und Kohortenstudien, darunter das offizielle Positionspapier der European Respiratory Society (ERS) zur protrahierten bakteriellen Bronchitis, eine taiwanesische Kohortenstudie an über 5 Millionen Kindern sowie mehrere chinesische Fallserien zur plastischen Bronchitis. Über das Inhaltsverzeichnis erreichen Sie gezielt einzelne Kapitel; praktische Hinweise zur Versorgung in Österreich und Deutschland finden Sie im Abschnitt „Versorgung in Österreich und Deutschland".
Wichtiger Hinweis
Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei anhaltend hohem Fieber, deutlicher Atemnot, bläulichen Lippen oder starker Erschöpfung Ihres Kindes kontaktieren Sie bitte umgehend unsere Ordination oder im Notfall die Rettung.
Die drei Formen im Überblick
Alle drei Formen haben gemeinsam, dass die Bronchien – die luftleitenden Röhren zwischen Luftröhre und Lungenbläschen – entzündet sind. Sie unterscheiden sich aber grundlegend in Ursache, Verlauf und Behandlung:
Akute Bronchitis
Die akute Bronchitis ist mit Abstand die häufigste Form und betrifft vor allem ältere Kinder und Erwachsene. Sie äußert sich durch Husten mit meist milden, selbstlimitierten Begleitsymptomen. Verantwortlich sind praktisch immer Viren – Rhinoviren, Enteroviren, Influenza A und B, Parainfluenzaviren, saisonale Coronaviren, das humane Metapneumovirus sowie das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV); Bakterien lassen sich nur bei 1 bis 10 Prozent der Fälle nachweisen. Die Diagnose wird klinisch gestellt, weitere Untersuchungen sind in der Regel nicht nötig. Aktuelle Leitlinien raten ausdrücklich vom routinemäßigen Einsatz bronchienerweiternder Medikamente, Kortison oder Antibiotika bei der akuten, viralen Bronchitis ab – behandelt werden nur die Symptome.
Interessant für die Praxis: Eine Studie aus China fand einen deutlichen Zusammenhang zwischen verkehrsbedingter Luftverschmutzung (Stickstoffdioxid, Feinstaub PM2,5, Kohlenmonoxid) und der Zahl ambulanter Behandlungen wegen akuter Bronchitis bei Kindern, besonders in der kalten Jahreszeit. Schulkinder zwischen 6 und 14 Jahren reagierten dabei empfindlicher auf die Luftschadstoffe als Kleinkinder unter 5 Jahren. Eine große taiwanesische Kohortenstudie an über 5 Millionen Kindern zeigte zudem, dass Kinder mit Asthma bronchiale ein etwa 1,8-fach erhöhtes Risiko für akute Bronchitis haben, Kinder mit allergischer Rhinitis ein etwa 1,7-fach erhöhtes Risiko – jeweils im Vergleich zu Kindern ohne diese Vorerkrankung.
Neben den genannten Viren spielen auch nicht-infektiöse Faktoren eine Rolle für das Risiko: Eine Übersichtsarbeit zu Bronchitis-Risikofaktoren in verschiedenen Ländern nennt neben meteorologischen Einflüssen (Windverhältnisse, Schwankungen von Luftfeuchtigkeit und Luftdruck, Temperaturabfälle) auch Frühgeburtlichkeit und ausschließliches Stillen über nicht mehr als vier Lebensmonate als mit einem erhöhten Bronchitis-Risiko assoziierte Faktoren. Tabakrauch in der Umgebung des Kindes gilt ebenfalls als anerkannter Risikofaktor für häufigere und schwerere Atemwegsinfekte.
Abgrenzung zur Bronchiolitis
Bei Säuglingen unter zwei Jahren wird die entsprechende Erkrankung der kleinsten Atemwege als Bronchiolitis bezeichnet – eine eigene, meist durch RSV verursachte Erkrankung mit charakteristischem pfeifenden Atemgeräusch. Weltweit werden jährlich rund 150 Millionen Fälle registriert, 7 bis 18 Prozent davon benötigen eine stationäre Behandlung. Ausführliche Informationen dazu finden Sie in unserem eigenen Ratgeber zur RSV-Infektion.
Protrahierte bakterielle Bronchitis (PBB)
Von einer protrahierten (das heißt: sich hinziehenden) bakteriellen Bronchitis spricht man, wenn ein feuchter, produktiver Husten länger als drei bis vier Wochen anhält und auf eine mehrwöchige, gezielte Antibiotikatherapie anspricht. Diese erst 2006 als eigenständige Diagnose etablierte Erkrankung ist eine der häufigsten Ursachen für chronischen Husten im Kindesalter überhaupt: In Untersuchungen zu Kindern mit chronischem feuchtem Husten fand sich bei bis zu 88,5 Prozent eine PBB, besonders häufig bei Buben unter sechs Jahren. Ursächlich sind vor allem die Bakterien Haemophilus influenzae, Streptococcus pneumoniae und Moraxella catarrhalis.
| Merkmal | Typischer Befund |
|---|---|
| Alter | meist unter 3 bis 6 Jahren, häufiger bei Buben |
| Symptome | feuchter Husten tags und nachts, teils Giemen, leichtes bis mäßiges Fieber |
| Erreger | S. pneumoniae, H. influenzae, M. catarrhalis |
| Behandlung | Antibiotikum als erste Wahl; bei Begleiterkrankungen teils länger als zwei Wochen nötig |
| Wenn keine Besserung eintritt | weiterführende Abklärung auf Bronchiektasen empfohlen |
Das offizielle Positionspapier der European Respiratory Society (ERS) von 2017 fasst den europäischen Kenntnisstand zusammen und betont ausdrücklich, dass für viele Detailfragen – etwa die optimale Antibiotikadauer – noch kontrollierte Studien in der Allgemeinpraxis fehlen. Interessant ist dabei auch ein internationaler Unterschied im diagnostischen Vorgehen: Während in China die PBB überwiegend rein klinisch, also anhand des typischen Beschwerdebilds, diagnostiziert wird, stützt sich die Diagnose in westlichen Ländern häufiger zusätzlich auf einen mikrobiologischen Erregernachweis aus einer bronchoskopisch gewonnenen Atemwegsspülung – mit im Wesentlichen ähnlichem Erregerspektrum. Eine bemerkenswerte Beobachtung aus der Literatur: Wiederkehrende Bronchitis-Episoden (mehr als dreimal pro Jahr) in Kombination mit einem Nachweis von H. influenzae in den unteren Atemwegen gelten als möglicher Risikofaktor für die spätere Entwicklung von Bronchiektasen – dauerhaften Aussackungen der Bronchien.
Plastische Bronchitis
Die plastische Bronchitis ist eine seltene, aber ernstzunehmende Notfallsituation: Zähe, baumförmig verzweigte Schleim- oder Fibrinpfropfen (sogenannte „Casts") verlegen die großen Atemwege und können zu Lungenkollaps (Atelektase), Lungenverdichtung und akuter Atemnot führen. Häufigste Ursache sind Infektionen, wobei Mycoplasma pneumoniae und Adenoviren am häufigsten identifiziert werden. Typische Symptome sind hohes Fieber, Husten und Atemnot; in der Bildgebung zeigen sich Lungenverdichtungen, Atelektasen und teils ein Pleuraerguss. Die wirksamste Behandlung ist die frühzeitige Bronchoskopie mit Entfernung der Pfropfen und einer Spülung der Atemwege (bronchoalveoläre Lavage).
Interessanterweise unterscheiden sich die beiden häufigsten Erreger deutlich im klinischen Bild: Durch Mycoplasma pneumoniae ausgelöste plastische Bronchitis betrifft eher ältere Kinder (im Schnitt rund 7,5 Jahre), geht häufiger mit hohem Fieber und lokal abgeschwächtem Atemgeräusch einher und erfordert im Schnitt mehrere Bronchoskopien. Durch das Bocavirus ausgelöste Fälle betreffen dagegen eher jüngere Kinder (im Schnitt rund 3 Jahre), verlaufen mit mäßigem Fieber und Giemen und benötigen meist weniger bronchoskopische Eingriffe. Asthma bronchiale gilt als wichtiger Risikofaktor: In einer türkischen Fallserie hatten 80 Prozent der Kinder mit plastischer Bronchitis ein zugrunde liegendes Asthma, und mehrere davon erlitten wiederholte Episoden mit Bedarf an mehrfachen Atemwegseingriffen. Seltenere Auslöser sind angeborene Herzfehler nach bestimmten Operationen (etwa der Fontan-Operation bei univentrikulärem Herzen), Tuberkulose sowie entzündliche oder allergische Erkrankungen.
Neben den infektbedingten Fällen kennt die Fachliteratur weitere, selteneren Auslöser der plastischen Bronchitis, die vor allem außerhalb der allgemeinen Kinderarztpraxis eine Rolle spielen: Sie tritt gehäuft nach bestimmten herzchirurgischen Eingriffen bei angeborenen Herzfehlern auf, insbesondere nach der sogenannten Fontan-Operation, mit der Kinder mit nur einer funktionsfähigen Herzkammer versorgt werden – hier begünstigt der veränderte Blutfluss durch die Lunge vermutlich das Austreten von Lymphflüssigkeit in die Atemwege. Auch im Rahmen einer akuten Thoraxkrise bei Sichelzellkrankheit, bei Tuberkulose sowie bei bestimmten entzündlichen und allergischen Lungenerkrankungen wurde plastische Bronchitis beschrieben.
Die Prognose ist bei rechtzeitiger Behandlung meist gut, Langzeitfolgen sind aber möglich: In einer chinesischen Fallserie von 43 Kindern zeigte sich bei der Nachuntersuchung nach sechs Monaten bei sechs Kindern eine kleine Atemwegsveränderung, bei vier Kindern eine Bronchiolitis obliterans (eine dauerhafte Verengung der kleinsten Atemwege) und bei einem Kind eine Bronchiektasie.
Langzeitfolgen
Eine besonders aufschlussreiche australische Kohortenstudie begleitete über 3.200 Menschen von ihrem siebten bis zu ihrem 53. Lebensjahr. Fast jede zweite Person (47,5 Prozent) hatte im Kindesalter mindestens eine Bronchitis-Episode durchgemacht – in den allermeisten Fällen folgenlos. Nur die vergleichsweise seltene Form mit wiederkehrenden, sich hinziehenden Episoden („recurrent-protracted bronchitis") war noch fast fünf Jahrzehnte später mit einem deutlich erhöhten Risiko für eine ärztlich diagnostizierte Asthma-Erkrankung (etwa 4,5-fach erhöht), für Lungenentzündungen (etwa 2-fach erhöht) sowie für Veränderungen der Lungenfunktion im mittleren Erwachsenenalter verbunden.
Auch die postinfektiöse Bronchiolitis obliterans – eine seltene, aber schwerwiegende dauerhafte Verengung der kleinsten Atemwege nach einer durchgemachten Infektion – geht überwiegend auf Adenoviren und Mycoplasma pneumoniae zurück (siehe dazu auch unseren Ratgeber zu Adenoviren). Eine große chinesische Studie an 981 Kindern mit Mycoplasma-Pneumonie identifizierte mehrere unabhängige Risikofaktoren für die Entwicklung dieser Komplikation: ausgedehnte lappenübergreifende Lungenverdichtungen, eine diffuse Bronchiolitis, gleichzeitige Infektionen mit weiteren Erregern, eine bestehende Allergieneigung, Schleimpfropfen in den Bronchien, eine notwendige maschinelle Beatmung sowie die Dauer des Fiebers – wobei besonders eine diffuse Bronchiolitis und eine bestehende Allergieneigung das Risiko am stärksten erhöhten.
Diagnostik in der Ordination
Bei der weit überwiegenden Zahl der Kinder mit Husten reicht die klinische Untersuchung: Auskultation der Lunge, Beurteilung des Allgemeinzustands und der Atemarbeit sowie eine sorgfältige Anamnese zu Dauer, Charakter und Begleitsymptomen des Hustens. Entscheidend ist die Hustendauer: Hält ein feuchter, produktiver Husten länger als drei bis vier Wochen an, sprechen wir gezielt das Thema protrahierte bakterielle Bronchitis an und erwägen eine testweise Antibiotikatherapie. Bleibt der Husten trotz korrekt durchgeführter Behandlung bestehen oder kehrt er wiederholt zurück, ziehen wir eine weiterführende Abklärung – etwa Bildgebung oder eine Zuweisung zur Kinderpulmologie zum Ausschluss von Bronchiektasen – in Betracht. Bei akutem, hohem Fieber mit deutlicher Atemnot, einseitig abgeschwächtem Atemgeräusch oder raschem Verlauf denken wir differentialdiagnostisch auch an eine plastische Bronchitis oder eine Lungenentzündung und veranlassen gegebenenfalls umgehend eine Bildgebung im Spital.
Eine wichtige Unterscheidung betrifft auch das Röntgenbild: Bei der akuten viralen Bronchitis ist eine Röntgenaufnahme der Lunge in aller Regel nicht notwendig und würde meist unauffällig oder nur mit unspezifischen Zeichen ausfallen. Zeigen sich hingegen klinische Warnzeichen wie anhaltend hohes Fieber, deutliche Atemnot oder ein einseitig abgeschwächtes Atemgeräusch, hilft eine Bildgebung, gezielt zwischen einer unkomplizierten Bronchitis, einer Lungenentzündung und selteneren, ernsteren Verläufen wie der plastischen Bronchitis zu unterscheiden.
Behandlung
Bei der akuten viralen Bronchitis steht die symptomatische Behandlung im Vordergrund: ausreichend trinken, Ruhe, bei Bedarf fiebersenkende Mittel. Von Antibiotika, Kortison oder bronchienerweiternden Medikamenten raten aktuelle Leitlinien ausdrücklich ab, da sie den viralen Verlauf nicht verkürzen. Auch zur Wirksamkeit pflanzlicher Hustenmittel und schleimlösender Präparate ist die wissenschaftliche Evidenz insgesamt begrenzt; sie werden im deutschsprachigen Raum zwar häufig eingesetzt, ersetzen aber keine gezielte Diagnostik bei anhaltendem Husten.
Bei der protrahierten bakteriellen Bronchitis ist ein Antibiotikum die Therapie der ersten Wahl, in der Regel über mindestens zwei Wochen; bei Kindern mit Begleiterkrankungen kann eine längere Behandlungsdauer nötig sein. Die plastische Bronchitis wird als Notfall im Spital behandelt: im Zentrum steht die bronchoskopische Entfernung der Schleimpfropfen samt Atemwegsspülung, ergänzt um die Behandlung der zugrunde liegenden Infektion; in einzelnen Fallserien kamen zusätzlich entzündungshemmende Medikamente wie Kortison oder intravenöse Immunglobuline zum Einsatz, deren Stellenwert aber noch nicht abschließend durch kontrollierte Studien belegt ist.
Versorgung in Österreich und Deutschland
Kinderärztinnen und Kinderärzte in Österreich und Deutschland orientieren sich bei der protrahierten bakteriellen Bronchitis am erwähnten Positionspapier der European Respiratory Society, das auch von den kinderpneumologischen Fachgesellschaften im deutschsprachigen Raum mitgetragen wird. Ein zentrales Anliegen dabei ist der zurückhaltende, gezielte Einsatz von Antibiotika: Für die häufige akute virale Bronchitis sind sie unwirksam und werden bewusst nicht verordnet, während sie bei begründetem Verdacht auf eine protrahierte bakterielle Bronchitis – also anhaltendem feuchtem Husten über mehrere Wochen – gezielt eingesetzt werden.
Bei Verdacht auf eine plastische Bronchitis oder bei therapieresistentem, wiederkehrendem feuchtem Husten erfolgt die Zuweisung an ein kinderpneumologisches Zentrum, wie sie an den größeren österreichischen und deutschen Kinderkliniken vorgehalten werden; dort steht die für Diagnose und Behandlung notwendige Bronchoskopie zur Verfügung. Besteht gleichzeitig ein bekanntes Asthma bronchiale, sollte dessen konsequente Behandlung – insbesondere die regelmäßige Einnahme inhalativer Kortisonpräparate bei entsprechender Verordnung – auch als Vorbeugung gegen eine plastische Bronchitis verstanden werden, wie unser eigener Ratgeber zu Asthma bronchiale näher erläutert.
Ein Grundprinzip, das in österreichischen und deutschen Kinderarztordinationen gleichermaßen gilt, ist die Vermeidung unnötiger Antibiotikagaben bei banalen, viral bedingten Atemwegsinfekten – nicht zuletzt, um der Entwicklung von Antibiotikaresistenzen in der Bevölkerung entgegenzuwirken. Gleichzeitig soll diese zurückhaltende Haltung nicht dazu führen, dass eine tatsächlich behandlungsbedürftige protrahierte bakterielle Bronchitis übersehen wird. Genau deshalb legen wir bei anhaltendem feuchtem Husten Wert auf ein genaues Nachfragen zu Dauer und Charakter des Hustens, statt vorschnell „nur" von einer gewöhnlichen Erkältung auszugehen.
Häufige Elternfragen
Braucht unser Kind bei Husten fast immer ein Antibiotikum?
Nein, im Gegenteil: Die weit überwiegende Zahl der Hustenepisoden bei Kindern ist viral bedingt und heilt von selbst aus. Ein Antibiotikum ist erst dann sinnvoll, wenn der Husten länger als drei bis vier Wochen anhält, feucht-produktiv ist und der Verdacht auf eine bakterielle Ursache besteht.
Woran erkennen wir, dass es sich um mehr als eine „normale" Bronchitis handelt?
Warnzeichen sind anhaltend hohes Fieber, zunehmende Atemnot, einseitig abgeschwächtes Atemgeräusch, ein sehr rascher Verlauf sowie ein Husten, der trotz Behandlung länger als vier Wochen anhält. In solchen Fällen sprechen Sie uns bitte zeitnah an.
Ist unser Kind mit Asthma besonders gefährdet?
Kinder mit Asthma bronchiale haben ein statistisch erhöhtes Risiko sowohl für akute Bronchitis als auch – in selteneren Fällen – für die plastische Bronchitis. Eine gut eingestellte Asthma-Dauertherapie ist deshalb auch aus dieser Sicht wichtig.
Kann häufige Bronchitis im Kindesalter zu bleibenden Lungenschäden führen?
Bei den allermeisten Kindern nicht. Nur die seltenere Form mit wiederkehrenden, sich über Wochen hinziehenden Episoden ist laut Langzeitstudien mit einem erhöhten Risiko für spätere Atemwegserkrankungen verbunden – ein Grund, anhaltenden feuchten Husten nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und gezielt abklären zu lassen.
Was können wir zur Vorbeugung tun?
Konsequente Handhygiene, das Meiden von Tabakrauch in der Umgebung des Kindes und – wo möglich – die Reduktion der Belastung durch verkehrsbedingte Luftschadstoffe können das Risiko für akute Bronchitis-Episoden senken. Eine gute Einstellung von Asthma oder Allergien trägt ebenfalls zur Vorbeugung bei.
Braucht unser Kind bei häufigem Husten ein Röntgenbild?
Nicht routinemäßig. Bei einer unkomplizierten akuten Bronchitis ist Röntgen meist nicht notwendig. Sinnvoll wird eine Bildgebung erst bei Warnzeichen wie hohem, anhaltendem Fieber, deutlicher Atemnot oder einem sehr wiederkehrenden, therapieresistenten Husten.
Was ist der Unterschied zwischen Bronchitis und Bronchiektasen?
Bronchitis ist die akute oder länger andauernde Entzündung der Bronchien und in aller Regel folgenlos ausheilend. Bronchiektasen sind dagegen dauerhafte, meist irreversible Aussackungen der Bronchialwände, die sich als seltene Spätfolge nach wiederholten oder unzureichend behandelten Infekten entwickeln können – ein Grund, warum wir bei wiederkehrender oder therapieresistenter Bronchitis genauer nachschauen.
Quellen
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