Schnelle Übersicht

  • Auch bekannt als: Reibeisenhaut, Keratosis pilaris
  • Art der Erkrankung: Harmlose, nicht ansteckende Hauterkrankung
  • Häufig betroffene Bereiche: Oberarme, Oberschenkel, Gesäß, manchmal Wangen
  • Typisches Alter: Kann in jedem Alter auftreten, am häufigsten ab 1-2 Jahren sichtbar
  • Genetische Komponente: Oft familienbedingt und vererbbar
  • Gefährlichkeitsgrad: Komplett harmlos, keine inneren Komplikationen

Was ist Keratosis pilaris?

Keratosis pilaris, umgangssprachlich "Reibeisenhaut" genannt, ist eine harmlose, nicht ansteckende Hauterkrankung, die sich durch kleine, rote oder hautfarbene Erhebungen auszeichnet. Diese winzigen Beulen entstehen durch eine Ansammlung von Keratin, einem natürlichen Protein, das unsere Haut und Haare bildet. Die Bezeichnung "Reibeisenhaut" kommt daher, dass sich die betroffene Hautstelle rauh anfühlt, vergleichbar mit feinem Sandpapier oder einem Reibeisen.

Diese Erkrankung ist völlig harmlos und verursacht weder Schmerzen noch innere Komplikationen. Allerdings kann sie kosmetisch störend wirken und das Selbstwertgefühl von Kindern und Jugendlichen, besonders bei Sichtbarkeit an Armen oder Beinen, beeinflussen. Wichtig zu wissen: Es handelt sich nicht um eine Infektion oder Ansteckungskrankheit, sondern um eine genetisch bedingte Verhornungsstörung.

10-40%

der Weltbevölkerung betroffen

100% harmlos

keine gesundheitlichen Risiken

Spontan heilbar

bessert sich oft mit dem Alter

Symptome und Erscheinungsbild

Die Symptome von Keratosis pilaris sind in der Regel sehr mild und auf die Haut begrenzt. Die meisten betroffenen Kinder haben keine unangenehmen Empfindungen. Hier sind die typischen Anzeichen, auf die Sie achten sollten:

  • Kleine, rote oder hautfarbene Beulen: Diese sind meist stecknadelkopfgroß, einzeln nicht sichtbar, aber zusammen bilden sie das charakteristische Muster
  • Raue Hautoberfläche: Die betroffene Haut fühlt sich wie feines Sandpapier oder Reibeisen an
  • Meist schmerzlos und nicht juckend: Die meisten Kinder berichten von keinen unangenehmen Empfindungen
  • Leichte Rötung oder Verfärbung: Die Beulen können leicht gerötet sein, besonders bei hellem Hauttyp
  • Symmetrisches Auftreten: Die Beulen treten üblicherweise auf beiden Körperseiten auf
  • Verschlimmerung bei Trockenheit: Oft wird das Erscheinungsbild in den kalten, trockenen Wintermonaten schlimmer

Wichtig zu wissen

Wenn Ihre Tochter oder Ihr Sohn über starken Juckreiz, Schmerzen, Eiterung oder extreme Rötung klagt, könnte eine Sekundärinfektion oder eine andere Hauterkrankung vorliegen. In solchen Fällen sollten Sie sofort einen Kinderarzt oder Dermatologen aufsuchen.

Ursachen und Risikofaktoren

Die genaue Ursache von Keratosis pilaris ist noch nicht vollständig erforscht, aber es gibt mehrere gut dokumentierte Faktoren, die eine Rolle spielen:

Genetische Veranlagung

Keratosis pilaris ist stark genetisch bedingt. Wenn ein oder beide Elternteile diese Erkrankung haben, ist die Wahrscheinlichkeit erheblich höher, dass Ihre Kinder sie ebenfalls entwickeln. Etwa 50-70% der Patienten mit Keratosis pilaris berichten von einer familiären Vorgeschichte. Dies ist der Hauptrisikofaktor und erfordert keine Vorbeugung, sondern nur Management bei Auftreten.

Keratinüberschuss und Verhornungsstörung

Bei dieser Erkrankung produziert die Haut übermäßig viel Keratin, ein Protein, das normalerweise Haut und Haare bildet. Dieses überschüssige Keratin verstopft die Haarfollikel und bildet charakteristische kleine Verhornungspfropfen. Diese Verhornungsstörung ist wahrscheinlich die genetische Basis der Erkrankung.

Trockenheit der Haut

Trockene Haut ist ein wichtiger Risikofaktor und kann die Symptome erheblich verschärfen. Besonders in den kalten Wintermonaten und in trockenen Klimazonen kann Keratosis pilaris deutlich ausgeprägter sein. Eine mangelnde Hautfeuchtigkeit verstärkt das charakteristische raue Gefühl und die Sichtbarkeit der Beulen.

Weitere mögliche Risikofaktoren

  • Unzureichende Hautfeuchtigkeit: Mangel an natürlichen Hautölen und Feuchthaltern
  • Kalte oder trockene Witterung: Besonders problematisch in Winter und trockenen Klimazonen
  • Vitamin-A-Mangel: Seltener, aber dokumentiert in Fällen mit schwerem Mangel
  • Hormonelle Veränderungen: Besonders während der Pubertät können sich Symptome vorübergehend verschlimmern
  • Hauttyp: Bei Menschen mit hellem Hauttyp oft stärker sichtbar

Häufigkeit und betroffene Altersgruppen

Keratosis pilaris ist eine der häufigsten Hauterkrankungen, aber ihre Prävalenz variiert je nach Alter und ethnischer Herkunft.

Altersgruppe Häufigkeit und Charakteristika Besonderheiten
Unter 3 Jahren Sehr selten (unter 5%) Bei Neugeborenen extrem selten, kann ab 1-2 Jahren auftreten
3-10 Jahre Häufig (10-20%) Oft erste Manifestation in dieser Altersgruppe
11-20 Jahre Am häufigsten (25-40%) Kann während der Pubertät ausgeprägter werden, besonders bei Mädchen
Über 20 Jahre Tendiert zu bessern (10-15%) Viele Fälle verbessern sich spontan im jungen Erwachsenenalter